Extra noch mal ausdrücklich der Hinweis im Disclaimer damit auch Amazone15 glücklich ist.
Sonstige Hinweise: Ich habe bisher noch keinen Betaleser gefunden, der meine Fehler korrigiert. Aus diesem Grund bitte ich euch ein wenig Nachsicht zu haben was meine Schreib- und Grammatikfehler angeht.
Allen anderen wünsche ich viel Spaß beim lesen. Hier wird auch erklärt warum Severus nicht früher gehandelt hat und erst so spät eingegriffen hat. Und warum ne Schwanger nachts abhaut… ähm… keine Ahnung, müsste man sie mal fragen ;-)
Kapitel 14
Ihr Schrei zog sich durch den ganzen Raum. Schweißgebadet saß Hermine im Bett und starrte auf die Wand gegenüber. Sie war alleine… sie brauchte keine Angst haben! Es war nur ein Traum… ein schrecklicher Traum.
Die Türe sprang auf und jemand erschien im Türrahmen. Hermine krisch erneut auf und drückte sich ans Kopfende des Bettes. „Ich bin's nur…" Die Stimme klang seidig, getränkt mit einer gewissen Sorge. „Professor Snape?" Japste Hermine leise. „Ja…", antwortete die Stimme. Tränen kullerten über Hermines Wangen. Zum einen vor Erleichterung daß es nicht ihr Vater war und zum anderen daß ihr Alptraum nun vorbei zu sein schien. Das war er doch… oder?
Snape trat langsam auf sie zu, setzte sich auf den Bettrand und stellte eine kleine Phiole neben Hermine auf den Nachttisch. „Wir sollten etwas in unserer Anrede ändern. Die Schule ist vorbei und solange Ferien sind, bin ich nicht Professor Snape sondern einfach nur ein Freund der helfen möchte. Von daher bitte ich, daß sie… du mich in dieser Zeit mit Severus ansprichst. Wäre das in Ordnung?" Er sah sie fürsorglich an, ein leichtes lächeln lag auf seinen Lippen. „Ich versuche in der Zeit auch nicht Professor Snape das Monster (Auf dieses Monster legte er nach Hermines Meinung viel zu viel Betonung! Nur weil es ihr ein klitzekleines mal rausgerutscht war… dieses Wort Monster) sein, sondern einfach nur Severus, der Kerl um die Ecke. Gut… ich war nie der Kerl um die Ecke. Im Grunde bin ich sogar ein ziemlich mieser Nachbar. Ich gehe nicht zu Straßenfesten, halte mich von diesen Kaffee und Kuchenklatschnachmittagen fern und putze nicht mein Auto in der Auffahrt. Ich mähe keinen Rasen… und im Grunde mache ich eigentlich überhaupt nichts von all den Sachen die ein guter Nachbar tut. Ich will eigentlich nur alleine sein… Also… sind wir beim Du, ja?"
Hermine nickte stumm. „Gut, dann hätten wir dies nun geklärt. Möchtest du noch etwas schlafen oder schon aufstehen? Die Sonne scheint bereits und ein neuer Tag hat angefangen." Verwirrt schüttelte Hermine erst den Kopf, dann nickte sie. Das war doch zu viel Freundlichkeit auf einmal und irgendwie noch ein wenig gruseliger als ihre Alpträume. „Nein, ich möchte aufstehen. Ich kann nicht länger liegen bleiben. Und was die Anrede angeht…. Ich muß mich erst daran gewöhnen."
Snape nickte und stand auf. „Dann werde ich mich jetzt um das Frühstück kümmern." Er drehte sich um, um das Zimmer verlassen. „Professor…", Hermines Stimme hielt ihn zurück. An der Türe drehte er sich zu ihr um. „Darf ich ihr Badezimmer benutzen?" Abermals nickte er. „Sicher doch. Ich habe dir ein paar Kleider zukommen lassen, da du schließlich nicht ständig in meinen Sachen herumlaufen kannst. Irgendwann möchte ich sie auch mal wieder tragen, sofern du sie mir noch nicht ausgeleiert hast." Er nickte zu der Kleidung die Hermine anhatte. Irgendwie war es ja komisch zu wissen dass Snape die gleiche Kleidung an seiner Haut getragen hatte. „Aber sie waschen die doch hoffentlich vorher…", murmelte sie leise vor sich hin.
Er war fast schon durch die Türe getreten als Hermine ihn erneut rief. Er brauchte einen Augenblick länger eher er sich zu ihr umdrehte. „Warum sind sie so… freundlich zu mir." Hermines Herz pochte. Sie hätte nicht mal ansatzweise gedacht daß Snape freundlich sein konnte. Doch er war es. „Weil…" Es schien als müßte er erst nach den richtigen Worten suchen. Sein Gesicht wurde einen Augenblick finster, geradeso als würde er einige dunkle Gedanken aus seinem Gedächtnis verbannen. „Weil wir in so einer Situation zusammen halten sollten. Sie sind so schon genug gestraft! Ich meine du…" Damit verschwand er endgültig aus dem Zimmer.
Doch Hermine war sich sicher, da war noch mehr. Was es war, wusste sie in diesem Augenblick noch nicht aber sie würde es herausfinden! Und wenn sie die ganzen Sommerferien damit verbringen würde.
Vorsichtig schlüpfte sie aus dem Bett, schlich fast schon ins Badezimmer. Vor dem großen Spiegel blieb sie stehen. Sie war im Moment nicht gerade das was man eine Augenweide nennen konnte. Ihr Gesicht war von tiefen Furchen gezeichnet und ihre Haare wild. Die Augen rot und sie hatte tiefe Tränensäcke unter ihren Augen, die fast schon an die hängenden Brüste eines Großmütterchens erinnerten. Aber nur fast. Das einzige was ihr schmeichelte war das schwarze Hemd welches sich um ihren Körper schmiegte. Langsam begann sie die Knöpfe zu öffnen, hielt jedoch mitten drinnen inne.
Er hat mich nackt gesehen… schoß es ihr durch den Kopf. Schlimmer noch… er hat mich gesehen wie ich… Hermine schluckte schwer. Ihre Arme sanken kraftlos herab, gefolgt von ihrem Körper bis sie auf dem Boden saß. Sie schämte sich so sehr. Wie würde sie ihm wieder unter die Augen treten können? Vor allem nachdem es ihr Bewusst geworden war? War es ihm denn gar nicht peinlich? Oder machte er es einfach wie sie es die ganzen Jahre getan hatte? Ignorieren und so tun als wäre nichts geschehen… Die Tatsache das Snape ein alter Lustmolch war, traf nun nicht mehr auf ihn zu. Er hatte mehr als einmal die Gelegenheit gehabt es doch zu tun, doch er hatte sie nicht einmal annähernd unsittlich angefasst. Er hatte sie angekleidet und in sein Bett gelegt und das war's
Bist du dir da so sicher?
Hermine saß noch eine Weile auf dem Boden ehe sie es schaffte wieder aufzustehen und unter die Dusche zu steigen. Doch selbst unter dem fließenden Wasser hatte Hermine nicht das Gefühl den Schmutz, welcher auf ihr lastete, von ihrem Körper zu waschen. Mit einer kleinen Bürste, die vermutlich für das reinigen des Rückens gedacht war, fing sie an ihre Haut zu schrubben… Tränen vermischten sich mit dem klaren Wasser. Immer heftiger wurden ihre Bewegungen, immer stärker der Druck der Bürste. Bereits nach wenigen Minuten glühte ihre Haut rot, doch für Hermine kein Grund aufzuhören. Der Schmutz musste von ihrem Körper gewaschen werden.
„Ich muß ihn los werden… ich muß ihn los werden…" Wie ein Mantra sprach sie immer wieder die selben Worte vor sich hin, versuchte mit aller Kraft die sie aufbringen konnte den Schmutz von ihrer Haut zu waschen. Doch sie hatte das Gefühl je länger sie schrubbte, desto weniger gelang es ihr.
Das klare Wasser mischte sich mit roter Flüssigkeit… mit ihrem Blut. Einige Stellen an ihrem Körper waren unter dem ständig wachsenden Druck der Bürste bereits aufgeschürft, doch Hermine schien es nicht zu merken. Sie wollte nur den Schmutz von sich waschen. Ihr Stimme wurde immer lauter, bis sie sogar das rauschen des Wasser übertraf.
„ICH MUSS ES LOS WERDEN!" Brüllte Hermine laut durch das Badezimmer. Sie war längst wieder in eine Art Trance gefallen.
Die Badezimmertüre wurde aufgerissen und ein entsetzter Severus Snape stürzte in den Raum. Schon aus Gewohnheit hatte Hermine die Türe nicht abgeschlossen, Zuhause konnte sie das auch nie. „Hermine… was ist…" Die Worte blieben unausgesprochen als er die junge Frau durch das Schutzglas seiner Dusche erkannte. Er griff nach einem großen Handtuch, stürmte auf die Dusche zu und riß die Glastür auf. Mit einem schnellen Handgriff hatte er das Wasser abgestellt und wickelte Sekunden später Hermine in das Handtuch ein.
„Schhhhht..." Severus zog den nassen Körper an seine Brust. Er hätte mit so etwas rechnen müssen… er hätte sich erinnern müssen! Innerlich verfluchte Severus sich, doch davon bekam Hermine nichts mit. Wie sollte sie auch. Langsam führte er sie aus dem Badezimmer zurück ins Schlafzimmer. Hermine war längst nicht soweit wie er gedacht hatte. Als sie an diesem Morgen aufgewacht war… wirkte sie so… stabil. Und jetzt war sie nur noch ein Nervenbündel. Er setzte sich auf das Bett, legte die Füße auf die Matratze und zog Hermine auf seinen Schoß ehe er sie an seine Brust drückte und umarmte. Warum hatte er denn nicht früher gehandelt? Er hätte sie davor bewahren können. Zumindest in diesem Sommer. Doch er hatte sie davon gejagt wie ein Tier.
Doch er wollte sie nicht bei sich haben. Seine Angst daß seine Gefühle zu einer Schülerin immer stärker werden würden hatten ihn davon abgehalten ihr zu helfen. Ja verdammt noch mal. Er empfand etwas für genau diese Schülerin in seinen Armen. Und das war auch der Grund warum er zu ihr nach Hause gegangen war. Er hatte in ihren Augen gesehen was passieren würde wenn er ihr nicht helfen würde. Doch er hatte es einfach ignoriert… er hatte es nicht sehen wollen… er wollte sich nicht erinnern! So lange hatte er gebraucht diese Erinnerungen zu verdrängen… und jetzt waren sie alle wieder da. Intensiver als jemals zuvor.
Er hatte eine ganze Weile vor dem Fenster gestanden (oder besser gesagt auf dem Ast vor ihrem Fenster gesessen) und Hermine beobachtet, sie war so schön gewesen wie sie geschlafen hatte, doch als ihr Vater herein gekommen war, war er in seine eigene Zeit zurück versetzt worden. Er sah nicht mehr Hermine Granger auf dem Bett um Gnade winseln… er sah Severus Snape! Sich selbst. Das Handeln war ihm nicht mehr möglich gewesen, der Schock hatte zu tief gesessen.
Er hatte sich und einen Vater gesehen… hatte gesehen wie er seinen Vater, wann immer dieser in Laune war, befriedigen mußte. Seine Mutter… sie war meist daneben gesessen und hatte getan als wäre sie Blind und taub, hatte es geradewegs ignoriert. Was war sie für eine Frau gewesen? Hatte ihren eigenen Sohn als Spielzeug dem Vater zur Verfügung gestellt. Stumme Tränen waren ihm über die Wange gelaufen. Doch der Schmerz, den er ich Hermines Augen sah als sich ihr Vater über ihren Körper hermachte und der leise aber spitze Schrei von ihr rüttelte Severus wach. Es war der gleiche qualvolle Schmerz gewesen den auch er erleiden mußte wenn sein Vater Herr über den Körper seines Sohnes wurde.
Erst ab diesem Moment konnte Severus wieder klar denken und handeln. Eine unglaubliche Wut hatte sich in ihm aufgebaut. Der blanke Haß gegen diesen Mann der sich Vater nannte und auf solch grausame Weise seine Tochter schändete. Er hatte in seiner Wut das Fenster eingeschlagen und war in dieses Zimmer gesprungen. Die Wut hatte sich in Kraft verwandelt. Eigentlich hatte Severus im Sinne diesen Mann zu töten… doch Hermine hatte seine Hilfe nötiger. Fast schon zärtlich hatte er sie auf die Arme genommen und war mir ihr aus diesem Höllenloch verschwunden.
Jetzt saß er hier auf dem Bett, hatte den gleichen zitternden Körper auf seinem Schoß sitzen. Seine Hände strichen immer wieder über das nasse Haar, doch er sagte kein Wort. Sie würde sich alleine beruhigen… sie würde alleine zu sprechen beginnen, wenn sie denn bereit dafür war. Doch die Hauptsache für Severus war dass sie in Sicherheit war… und auch bei ihm. Hätte er die Vergangenheit ändern können… so hätte er seinen eigenen Stolz und seine Angst über Board geworfen und dieses Mädchen bei sich aufgenommen…
---------------------------------------
Und das nächste Kapitel wird noch einmal recht heftig… Hermine träumt von dem ersten „Zusammentreffen" mit ihrem Vater.
