So man glaubt es kaum, fast wieder eine Woche herum… Bzw. etwas früher, aber egal.
Zum einen: Ich habe mich über jedes einzelne Review, das ich für das letzte Kapitel erhielt, sehr gefreut und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr… Danke für alle…
Aber, liebe Schwarzleser und alle, die mich in ihrer Favoliste haben, ich habe über 9000 Aufrufe für die Geschichte… und „nur" knapp 200 Reviews…. Ach, Leute, meine beiden Geschichten bedeuten mir schon sehr viel und ich möchte natürlich, das sie euch gefallen… Aber wie solltet ihr besser loben oder auch kritisieren (*grins*) können, als ein kurzes Statement? Es versüßt Autoren, und damit meine ich nicht nur mich, den Tag… Und gibt ihnen Motivation weiterzuschreiben…
Und an meine liebe Beta: Vielen, lieben Dank für unendlich lange Gespräche, für lustige und urkomische Zweideutigkeiten und dafür, dass du einfach du bist…
So und jetzt zum Hauptteil... Have Fun….
Die Begierde nach einer Frau, nach der man besessen ist, ist etwas Grauenvolles und tausendmal schlimmer als alles andere; fürchterliche Phantasiebilder verfolgen einen wie Gewissensbisse.
Gustave Flaubert, November
Edwards POV:
Um diese Erinnerungen, die mir immer noch peinlich sind, loszuwerden, schüttelte ich meinen Kopf… Oh je, womit ich da nur angefangen? Ich stand immer noch unter der Dusche, so um die 20 Minuten bisher, wie ich schätze. Aber ich konnte und wollte noch nicht herausgehen… Als könnte ich unangenehme Gedanken und Gewissensbisse einfach mit dem Wasser, was über meinen Körper fließt, wegspülen. Ein schlechtes Gewissen zu haben, ist ein Gefühl, das mir so sehr vertraut ist. Spätestens nach meinem ja so genialen Abgang, als ich Bella verließ… Ich drehte die Dusche noch ein bisschen heißer… Um meinem kalten, eiskalten Körper zu wärmen und eben diese Gedanken loszuwerden… Schlimm sowas.
Nach weiteren geschätzten 10 Minuten- so lange war ich noch nie unter der Dusche gewesen- drehte ich das Wasser ab und ging aus derselbigen…. Trocknete mich ab, immer noch in Gedanken, wie so oft, in letzter Zeit und schlang mir eben dieses Handtuch um meinen Körper, da meine Anziehsachen in meinem Zimmer waren…
Tschaikowsky lief immer noch, ich liebe dieses Musikstück… Als ich es erneut mit voller Klangtiefe vernahm, entspannte ich mich wieder ein wenig… Oh, Gott, wie sollte das hier enden? Die Gedanken an SIE, an IHREN Körper, ihre Stimme und unsere Hochzeit in zwei Wochen machen mich verrückt, fast schon willenlos… Ich musste mir eingestehen, ich war meinen verrückten männlichen Hormonen nun komplett ausgeliefert. Ich sollte aber nicht zu oft an sie denken, da ich genau weiß, wie mein Körper, der diesen Part ja jetzt neu entdeckt hat oder besser, dass ich nun zugelassen habe, das er es entdeckt… dementsprechend reagieren wird. So wie gestern Abend!
Völlig in Gedanken versunken ging ich gemächlich in mein Zimmer, da mir ein Blick auf meine Wanduhr anzeigte, dass ich noch Zeit hatte (leider!), bevor ich wieder zu Bella konnte… Zeit, die ich eventuell dringend nötig hatte, um mich zu beruhigen und um sich seelisch und körperlich darauf einzustimmen…
Ich war kaum aus der Badezimmertür hinausgetreten, immer noch nur mit einem Handtuch bedeckt, lief ich völlig gedankenversunken in ….
„Alice!" schrie ich überrascht auf…
….
Bellas POV:
Ich war verwirrt. DAS konnte ich sagen, nicht mehr, nicht weniger…
War das, was heute Nacht passiert ist, wirklich passiert, oder nur in meinem Traum? Wenn es ein Traum war und ich nachts geredet haben sollte, wie ich es ja leider tue, dann könnte es gewiss sehr peinlich für mich werden! Wieso hatte Edward heute morgen nichts gesagt?
Mmh, mir dämmert, es war kein Traum, oder?
Hatte er nicht irgendetwas über seine Hosen gesagt, die im Badezimmer im Wäschekorb liegen und hatte er nicht Hosen von Charlie getragen, als er ging? Sehr seltsam das Ganze. Es war nun 08:37 Uhr und ich sollte wohl mal besser aufstehen… Ich glaube, Edward wollte mich um 10:00 Uhr abholen und ich erinnerte mich düster, dass Charlie heute mit Billy zum Angeln wollte…
Ich stand also grummelnd auf und schlurfte sehr lustlos ins Badezimmer. So richtig wach war ich ja noch nicht und ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wieso manche Menschen Kaffee morgens brauchen, um wach zu werden… Ist ja eklig… Mich kriegt eigentlich nichts so richtig morgens wach, außer die Vorfreude auf meinen Schatz… Nur noch 1,5 Stunden und ich kann ihn wieder in die Arme schließen und küssen… Apropos küssen, habe ich ihn gestern Abend wirklich verführt…? Meinen ja-ach-so-unnahbaren Freund? OH JA, hatte ich…
Die Realität holte mich schlagartig ein… Als ich Edwards Hosen in der Wäschetruhe sah… Es musste ihn gewiss unendlich peinlich sein… Aber naja, ich finde es überhaupt nicht schlimm, eher mmhh… erregend! Es ist doch ganz natürlich, nicht wahr? Ich merkte, das sogar Spuren, SEINE Spuren, ich grinste, auf meinem Schlafanzug zu finden waren… Also muss ich ihn gewiss auch gleich waschen. Das passt sogar, fast gleiche Farbe, also selber Waschgang… Gleich vor dem Frühstück würde ich es machen…
Ging kurz unter die Dusche.. Sie entspannte meine Muskeln ein wenig, wusste gar nicht, das ich SO verspannt war… Als hätte ich Hochleistungssport getrieben und dabei hasse ich Sport aus tiefster Seele. Aber an diesen könnte ich mich gewöhnen! Es war wie ein Rausch, ein Strudel, von dem ich nicht wollte, das er endete… Und ich war zum ersten Mal in meinem Leben gekommen… Und das witzige dabei war, das er es auch getan hatte… Das schönste Gefühl, das wirklich durch Mark und Bein ging, war jenes, als ich in seine Augen blickte, als er kam… Als er über mir kam…
Ich schlüpfte aus der Dusche heraus, schlang mir ein Handtuch um meinen Körper und ging schnell in mein Zimmer zurück. Stand nun vor meiner Unterwäscheschublade und überlegte hin und her, was ich heute anziehen sollte… Wieder besserer Vernunft entschied ich mich für ein schwarzes Spitzen BH- und Panty Set. Irgendwie hatte ich das Gefühl, als würde es ihm sehr gefallen, wenn er mich in dieser Kombi sehen würde… Oh, je was denke ich denn jetzt? Gestern Nachmittag waren wir beide noch die Unschuld vom Lande und jetzt? Jetzt plante ich schon die nächste Runde Wie-verführe-ich-meinen-hoffentlich-nicht-mehr-so-wiederspenstigen-Verlobten-mit-schwarzer-Spitzenunterwäsche?
Da es hoffentlich heute ein wenig wärmer werden würde, nach Alice (auf den Wetterbericht konnte man sich wirklich nicht verlassen) zog ich einen knielangen Rock und ein enges T-Shirt an…
Schnappte mir die Sachen aus der Wäschetruhe, natürlich nicht nur Edwards Sachen und lief mit, sogar für mich, unglaublicher Geschwindigkeit in die Waschküche, schmiss die Sachen in die Maschine und stellte sie an… Ich hoffte darauf, dass sie zumindest in dem Quick-Waschprogramm bis 10:00 Uhr fertig sein würden.
Lief wieder hoch und gesellte mich zu Charlie an den Frühstückstisch. Er las die Zeitung und sah ein wenig verwirrt aus, als ich „Guten Morgen!" sagte… „Äh, ja, natürlich, Morgen…!" sagte er grummelnd und mich verließ dieses Gefühl partout nicht, das etwas nicht so war, wie es sein sollte… Holte mir gerade eine Schüssel aus dem Schrank für meine Cornflakes und wollte mir grad die Milch dazu herausgreifen, als Charlie etwas sagte, was mich vor Schreck fast dazu brachte, die eben genannte Schüssel fallen zu lassen…
„Sag mal, Schatz, weißt du zufällig, wo meine kurze, beige Hose ist, ich kann sie nirgendwo in meinem Schrank finden und dabei wollte ich sie heute morgen anziehen?"
Ach du Scheiße! Das hatte er jetzt nicht wirklich gesagt, oder? Oh je, oh je… Ausrede, Ausrede… Nicht rot werden, nichts anmerken lassen… Was soll ich ihm auch sagen… Dad, ich weiß, wo deine Hose ist, denn dein Schwiegersohn in Spe hatte sie angezogen, nachdem er ZWEIMAL(!) auf seiner Jeans gekommen ist? Oh, ja, wirklich toller Einfall….
„Ähmm, keine Ahnung, vielleicht sind sie noch im Wäschekorb oder in der Waschmaschine? Ich schau gleich mal nach… Dad, du hast doch noch andere Hosen, siehe da, du hast auch eine andere an!" versuchte ich krampfhaft zu erklären. Ich wusste nicht, was mich mehr Anstrengung kostete: Eine passende Ausrede parat zu haben und dementsprechend gut zu lügen, oder aber dabei möglichst nicht rot zu werden….
Aber Charlie ist meistens, Gott sei Dank, müsste ich wohl dabei sagen, ein Typ, der das was er nicht sehen will, auch nicht richtig wahrnimmt… Und das rettete mir glaub ich jetzt den Morgen… Es wäre definitiv peinlich, oder nein, peinlich ist ein zu geschöntes Wort für die Art Blamage, die mir bevorgestanden hätte…
Er gab sich einigermaßen mit der Antwort zufrieden und ich setze mich mit der Milch und den Cornflakes bewaffnet an den Frühstückstisch, innerlich aufseufzend. Gut, das Edward jetzt nicht hier ist, er mag den Geruch von menschlichen Essen nicht besonders und irgendwann gehen selbst ihm die Ausreden aus, wieso er ständig nichts essen mag… Naja, sei es wie es sei…
„Was hast du denn heute vor?" fragte mein Dad mich dann aus heiteren Himmel, nachdem ich ein paar Minuten lang in Ruhe meine Cornflakes essen konnte. Es klang ein wenig skeptisch, obwohl nein, Skepsis bei Charlie? Unmöglich! „Ich weiß nicht genau, was Edward vor hat, aber er holt mich um 10:00 Uhr hier ab, dann bist du ja schon weg… oder? Wolltest du nicht mit Billy angeln gehen?"
„Jaja, er holt mich gleich hier ab… wenn ich doch nur meine beigen Hosen finden könnte!" „Dad, was interessieren dich auf einmal deine beigen Hosen so, du hast doch noch dutzende Hosen im Schrank, aber wenn du willst, suche ich gleich mal das Haus danach ab!"
In dem Moment war ich sehr dankbar, dass ich mich um die Wäsche kümmere und nicht er…
Er legte die Zeitung zusammen, sah auf die Uhr, es waren 09:24 Uhr (schon!) und stand langsam auf…. „Billy, müsste gleich hier sein! Ich werde mich mal fertig machen!" grummelte er in seinen Bart und ich glaube ein „trotzdem wüsste ich gerne, wo meine Hosen sind…" noch herauszuhören. Ich tat so unbeteiligt, wie nur möglich… Etwas anderes ging ja nun wirklich nicht… In dem Moment klingelte es an der Tür und Charlie rief mir zu, dass er weg wäre und das ich viel Spaß heute mit Edward haben sollte… Oh, ja, er macht sich ja keine Dimensionen darüber, wie viel Spaß wir heute tatsächlich haben werden…
….
Edwards POV:
„Herr Gott, was machst du den hier?"
„Alice reicht auch, danke, Brüderchen… und nun, setzen!" Es ist wirklich so gut, wie unmöglich, sich gegen den kleinen Nervzwerg durchzusetzen, also stöhnte ich innerlich auf und setzte mich auf das Bett…. „Was hast du vor? Willst du mich jetzt auch mit Fragen zu Tode bombardieren? Ihr erfahrt kein Sterbenswörtchen…!" sagte ich etwas gereizt und dehnte das Wort IHR besonders.
„Was denkst du von mir, Edward? Ich würde SO ETWAS NIE machen!" sagte sie so verdammt honigsüß, das es schon fast anfing in den Ohren zu kleben… „Also was willst du?" antwortete ich noch ein wenig gereizter, als eben noch….
„Ich weiß doch schon längst was heute Nacht zwischen EUCH und auch DIR passiert ist, nicht wahr, kleiner-ich-bin-schon-ein-halber-Mann-Bruder? Ich wollte dir eigentlich nur schnell sagen, das es mich unheimlich freut, was ihr/du getan habt, ich habe dir doch von Anfang an gesagt, du wirst sie nicht verletzen, und du? Du bist Monate,-gar fast jahrelang um Bella herumgeschlichen, wie die Katze um die Milch…! Nein, ich berühre sie nicht, ihr wird es wehtun, sie verletzen, oh mein Gott DAS kann ich nicht!" äffte sie mich so perfekt nach, das sich meine Lippen, auch gegen meinen ausdrücklichen Willen, zu einem Lächeln verzogen… „Was hast du weiter geplant? Vor oder nach der Hochzeit?" fragte sie, angespornt durch den Moment meiner Schwäche, das Lächeln…. Ich war jetzt Baff… Wieso musste sie sich alles von mir bestätigen lassen, sie weiß doch alles schon im Vorfeld, besser als ich es jemals wissen kann oder auch wollte… „Siehst du nicht irgendwie in deinen ach-so-tollen-Visionen?" jetzt tat ich es ihr gleich und äffte sie nach…
„Ja, ich weiß es, aber das erfährst du nicht, bäh…!" Herr Gott, was war das für ein kleiner Nervkrümel, eine Schwester, die einem in unserem Alter die Zunge herausstreckt… Erst Emmett und jetzt das! Wusste ja nicht, was schlimmer ist… Ich hatte mich ja noch selbst nicht dazu entschlossen, wie es jetzt weiter gehen sollte… Einerseits wollte ich es schon gerne von Alice wissen, andererseits, wenn Bella erneut das vor hat, was sie heute Nacht durchgezogen hatte, wollte ich mich überraschen lassen… Aber sperren wollte und konnte ich mich allerdings nicht mehr dagegen… War auf eine irrtümliche und eine nicht vorher gekannte Art jetzt schon entjungfert worden… Obwohl ich praktisch damit, bis zur Hochzeitsnacht warten wollte… DER Teil von mir, war noch altmodisch genug, um es jetzt voll durchzuziehen, aber ich weiß jetzt schon, die nächsten zwei Wochen werden verdammt hart… Im wahrsten Sinne des Wortes…
„Natürlich nach der Hochzeit!" entgegnete ich Alice… „Hahahaha, ich wusste, das du das sagen würdest, aber keine Angst, ich finde das schon so richtig, aber ich werde dich hiermit ganz offiziell warnen, unterschätze deine kleine, süße Bella nicht… Niemals…!" entgegnete Alice, während sie langsam auf den Weg nach draußen war. Seltsamerweise stahl sich ein richtig fieses Grinsen auf ihr hübsches Gesicht… Und wiederrum irrtümlicherweise konnte ich partout nichts damit anfangen, aber ein großer, ein sehr großer Teil von mir jetzt schon ahnte, das ich es sehr bald herausfinden sollte… „Viel Spaß heute Nachmittag!" rief mir meine Schwester noch ironisch zu und verschwand durch die Tür…
Alice POV:
Wenn der wüsste, was ich weiß, würde er wirklich schreiend davon laufen…
Als ich gesehen hatte, was Edward heute Nacht getan hat… Erst dachte ich: Ist er das wirklich oder was-hast-du-mit-meinem-Bruder-gemacht? Aber jetzt? Jetzt bin ich mir mehr als 100% sicher, das es die richtige Entscheidung war… Bella einfach machen zu lassen… Hey, sie hatte immerhin meinen Bruder verführt und es war verdammt noch mal richtig so gewesen… Der arme Kerl… Jetzt weiß er nicht mehr, wohin mit seinen ganzen Hormonen…
… Engelgleiches Antlitz / ist ihnen eigen meine Dame: / Oh Gott, wie gewagt / war mein Verlangen….
… Hat sogar eine halbe Stunde unter der Dusche gehangen, was er sonst nie macht… Tja, wehe wenn sie los gelassen… Ich grinste in mich hinein. Die Stillen, Ruhigen sind doch wirklich meistens die Schlimmsten, nicht wahr Bella? Mein armer Bruder, wenn ER wüsste…
Edwards POV:
Ich schaute kurz auf die Uhr… Es waren mittlerweise knapp zehn vor 10. Es wurde also langsam Zeit. Nicht, das ich so unwahrscheinlich lange zu Bellas Haus brauchen würde, sondern ich bin immer gerne schon etwas früher da und da Charlie ja heute nicht da sein wird…Zog mich schnell an. Eine dunkelblaue Jeans (Die innere Stimme, die böse, flüsterte mir gerade zu: Keine gute Idee… aber ich hörte nicht auf sie!) und ein dunkles Hemd. Bella mag Hemden an mir, das habe ich schon festgestellt.
Sie lassen sich gut aufknöpfen, was sie ja vortrefflich heute Nacht unter Beweis gestellt hatte…. Ich verscheuchte den Gedanken schnell wieder, nein keine gute Idee, jetzt daran zu denken… Flitze mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit, wollte den anderen, besonders Emmett und Alice möglichst entkommen, um weiteren unangenehmen Bemerkungen über mein „Sexleben" aus dem Weg zu gehen, aus dem Haus und lief Richtung Bella… Es ist immer so dermaßen aufregend, diese Vorfreude, diese Sehnsucht nach ihr…
Klingelte an der Haustür, sie öffnete und stand dort mit einem wunderschönen, knielangen Rock und einem hautengen T-Shirt begleitet… Mir blieb vor Staunen die Luft weg und merkte augenblicklich, wie etwas anderes bei Bellas Anblick deutlich eng wurde…
