in der letzten folge

In der letzten Folge haben wir einen Ausflug in die Vergangenheit gemacht,

allerdings ohne keanu reeves

und haben so allerhand über das wunderbare Familienleben der Longbottoms, der Lestranges, und der Potters erfahren. Außerdem haben wir gesehen, wie Harry Potter den Dunklen Lord besiegte,

wissen allerdings noch immer nicht, wie er's geschafft hat.

Die fiesen Lestranges waren hinter Neville's Eltern her, wurden aber von Mad Eye Moody geschnappt, und nach Azkaban gesteckt, bis auf Zickenblondie's Tantchen, die erst vierzehn war, und stattdessen in der Klapsmühle landete, und Zickenblondie's Mom, die sich davor noch rechtzeitig absetzen konnte. Stattdessen geriet irgendwie ein gewisser Barty Crouch Junior in die Sache mit rein, der überhaupt nichts damit zu tun hatte, oder doch? Alles sehr verdächtig.....

zickenblondie gab's damals noch gar nicht, du bakakopf

dann eben die mom vom frettchen, das frettchen gab's damals schon.

war aber noch ein windelfrettchen nasezuhalt

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Disclaimer: Gehört nicht mir, gehört der großen JK Rowling. (Yama macht noch 'ne Verbeugung)

Disclaimer II: Préah Crouch gehört KateMacLeod (Yama leiht sie nur aus)

Disclaimer III: Die Idee, dass sich ein Mosaik von Tiamat in der Eingangshalle von Malfoy Manor befindet, stammt von Silver, und wurde zuerst in ihrer Fanfic "Son of the Dark" verwendet.

Autor : Yamato Draco4gmx.de

Titel : Amicus Draconis - 1st Cycle: Cycle of the Badger - Part 7: Blood Oracle: Part II Amicus Draconis - 1. Zyklus: Zyklus des Dachses - Teil 7: Das Blut Orakel: Teil II

Altersfreigabe : PG 13, oder FSK 12 - kann man, glaub' ich, nicht viel falsch machen

Spoiler : Alle vier bisher erschienenen Bücher

Summary : Fred und George fragen, die wissen Bescheid

Warning: Shonen Ai Warning, Shojo Ai Warning, Het Warning, Death Warning und der ganze Krempel.

Fortsetzung : Teil 7 (von 13)

Feedback: Aber immer doch! Kommentare, Vorschläge, Lob und Kritik an Draco4gmx.de

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Doch tu dein Ärgstes, dich hinweg zu heben,

Für Lebenszeit ich dich gesichert hab;

Nicht länger als dein Lieben wärt mein Leben,

Von deiner Liebe hängt es ja nur ab.

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Nicht Furcht vor schlimmsten Unrecht mich beschwert,

Wenn schon geringstes macht mein Leben enden.

Ich sehe mir ein bessres Los beschert,

Als das, was deine Laune hält in Händen.

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Du kannst mich quälen nicht mit Flattergeist,

seit dein Verrat das Leben mir bedroht,

Oh, welch ein Anspruch, der mir Glück verheißt,

In deiner Liebe Glück, und Glück im Tod!

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Doch was gibt's Holdes, das nicht Furcht befleckt?

Falsch könntst du sein, und ich hab's nicht entdeckt

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Amicus Draconis

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First Cycle: Cycle of the Badger

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Part 7: Blood Oracle - Part II: Priori Incantatem

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Harry -

Der Plan, euer Versteck ausfindig zu machen, ist folgender: Drei überaus mächtige Hexen der Familie Lestrange werden sich während der Hallowe'en Nacht in den Willowmarshes hinter dem Forbidden Forest treffen, um ihre hellseherischen Fähigkeiten in einem geheimen Ritual zu vereinen. Du und deine Leute müsst um jeden Preis verhindern, dass sie die Zeremonie vollenden, sonst wird kein Schutzzauber, egal wie stark er auch sein mag, euren Zufluchtsort länger abschirmen können. Dieses Ritual hat noch nie versagt.

Da niemand außer den Magierinnen und dem Dunklen Lord selbst über diese Dinge Bescheid weiß, werden sie ohne Begleitung von Sicherheitskräften sein, aber das macht es euch nicht einfacher. Höchste Vorsicht ist geboten.

Auf einem Besen im Flug: 9 von 10

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Hallowe'en 1981

"Begreifst du denn nicht, Lucius? Es ist vorbei! Er ist besiegt, vernichtet, seine Macht am Ende! All unsre hochtrabenden Pläne, unsre großspurigen Ideologien, unsre neue glorreiche Ära sind .... sind für die Katz!"

Die letzten Worte hatte Narcissa beinahe geschrieen, als sie wütend herumfuhr, und sah, dass ihr Mann noch immer unbewegt in seinem Sessel thronte, und mit ausdruckslosem Blick das Kaminfeuer betrachtete. Ohne jeden Focus starrten die grauen Augen in die Flammen, als versuchten sie die Gedanken zu schützen, die sich dahinter verbargen. Im sanften Widerschein des Feuers hatte das silbrige Haar eine beinahe rötliche Färbung angenommen.

Sie hatte ihm berichtet, was im Moor geschehen war, und was noch in dieser Nacht mit dem Meister geschehen würde. Aber bisher hatte sie noch keinerlei Reaktion von ihm erhalten. Entweder glaubte er ihr nicht, oder die Neuigkeit hatte ihm einen Schock versetzt, den er erst überwinden musste.

Endlich wandte er sich ihr zu, die schmalen Lippen zu einem höhnischen Lächeln verzogen. "Mach dich bitte nicht lächerlich, meine Liebe. Wo kämen wir hin, wenn wir all den Blödsinn glauben würden, den wir tagtäglich in Kristallkugeln, Teeblättern und Eingeweiden finden? Setz dich am besten hin, atme tief durch, und wenn das nicht hilft, trink einen Cognac zur Beruhigung."

"Nein, ich werde mich nicht beruhigen!" fauchte sie, und schüttelte den Kopf, dass die langen Haare flogen. In der Eile hatte sie sich nicht die Zeit genommen, sie wieder hochzustecken, wie sie es üblicherweise tat. "Ich werde jetzt zu Crouch gehen, und mit etwas Glück bin ich dort, bevor die Sache passiert, und kann ihm weismachen, ich hätte mich...."

"Und was willst du Crouch erzählen?" unterbrach Lucius mit schneidender Stimme. "Dass der böse Dunkle Lord dich armes Mädchen unter den Imperius Curse gestellt hat. Das wird ihn wohl kaum interessieren, fürchte ich."

"Mir wird schon etwas einfallen!"

"Bitte, wenn du dich unbedingt ruinieren willst..."

"Du musst mich nicht begleiten," sagte sie mit eisiger Stimme. "Du bist ohnehin nicht der Grund, weshalb ich zurückgekommen bin!"

Falls dieser Ausspruch eine Provokation sein sollte, verfehlte er seine Wirkung nicht. Lucius erhob sich aus dem Sessel, ein gefährliches Funkeln in den eisgrauen Augen.

Narcissa schenkte ihm jedoch keine weitere Beachtung. Ohne sich umzusehen, rauschte sie aus dem Zimmer, hinaus in die große Eingangshalle von Malfoy Manor. Dort wandte sie sich allerdings nicht der Eingangstür zu, sondern lief die Treppe in den ersten Stock hinauf.

Er wusste genau, wohin sie wollte. Hinüber in den linken Flügel. Zum Kinderzimmer!

Als sie einige Minuten später wieder herunterkam, den schlafenden Jungen auf dem Arm, stand er am Fuß der Treppe. Seine Augen sprühten Blitze, und in seiner Stimme lag eine offene Drohung. "Du gehst nirgendwohin mit meinem Sohn!"

Hätte sie ihn angeschrieen, oder irgendeine Form von Wut oder kämpferischer Entschlossenheit gezeigt, es wäre nicht verwunderlich gewesen. Die buchstäbliche Löwin, die bis zum letzten Atemzug ihr Junges verteidigt. Aber das tat sie nicht, ihre Wut schien wie weggeblasen. Stattdessen lag etwas anderes in ihrem Blick.

Trauer und Resignation.

Sie sah aus wie jemand, der sich mit etwas sehr Bitterem abgefunden hatte, weil ihm keine andere Möglichkeit blieb.

Lucius konnte weder in die Zukunft sehen, noch Gedanken lesen, aber er war ein Meister, wenn es darum ging, die Gefühle, und Verhaltensweisen anderer richtig einzuschätzen, und ihre Reaktionen vorauszuahnen. Als Narcissa ihren Zauberstab aus der Decke hervorzog, in die sie den kleinen Draco gewickelt hatte, war Lucius bereits hinter dem Treppenpfosten in Deckung gegangen. Der Todesfluch zischte um Haaresbreite an ihm vorbei.

Er schwang sich übers Treppengeländer, jagte mit einem Satz auf seine völlig überrumpelte Frau zu, und entriss ihr den Jungen. Draco begann zu schreien, er war solch grobe Behandlung nicht gewohnt. Lucius drückte ihn sanft an sich, wiegte ihn in den Armen, bis er sich beruhigt hatte, und die winzigen Ärmchen um den Hals seines Vaters schlang.

Narcissa ließ er nicht aus den Augen. Diese wagte aber auch nicht, näher zu kommen oder einen Zauber zu benutzen, aus Angst, sie könne ihren Sohn dabei verletzen. Sie beobachtete Lucius, lauernd wie eine Katze, die auf den richtigen Moment zum Sprung wartete.

Er zog eine Augenbraue hoch. "Wer hätte gedacht, dass du mich derart hasst, Narcissa."

"Du weißt, dass das nicht wahr ist," zischte sie. "Aber ich hatte keine Zeit mehr, mich mit dir herumzustreiten, ich wollte kein Risiko eingehen. Wenn ich dich am Leben gelassen hätte, müsstest du entweder untertauchen, oder den Rest deiner Tage in Azkaban verbringen. Und diese Schande wollte ich Draco ersparen."

Sie holte tief Luft. "Ich hätte Crouch erzählt, du wärest im Kampf gegen den Dunklen Lord gefallen, aber das spielt ja nun keine Rolle mehr. Ich gehe davon aus, dass du mich jetzt töten, und dich dann auf die Suche nach dem Meister machen wirst. Aber du wirst ihn nicht retten können, du wirst zu spät kommen! Und falls unser Sohn am Leben bleibt, wird er bei fremden Leuten aufwachsen! Er mag vielleicht das Blut der beiden ältesten und reinblütigsten Zaubererfamilien Britanniens in sich tragen, aber er wird niemals wissen, was es heißt, ein Malfoy zu sein, und er wird niemals den Rang einnehmen, den das Schicksal ursprünglich für ihn vorgesehen hatte.

Nein, ich hasse dich nicht, Lucius Malfoy, ich verachte dich! Weil du das Ende deiner Familie heraufbeschwörst, und wofür?"

Sie spuckte auf den Boden. "Für ein stinkendes, von Komplexen zerfressenes Halbblut, das seine Zeit mit albernen Rachefeldzügen gegen Muggles verschwendet, und dumm genug ist, sich von einem Kind und einem alten Narren besiegen zu lassen!"

Während ihres Wutausbruchs war Lucius merkwürdig still geworden. Sie hatte fest damit gerechnet, dass er irgendwann die Beherrschung verlieren, und sie angreifen würde, aber das war nicht der Fall gewesen, im Gegenteil, es schien als ob die ganze Situation ihn amüsierte. Während ihrer Rede hatte er schweigend zugehört, als betrachte er eine gelungene Vorstellung im Theater, und das wütende Blitzen seiner Augen war allmählich einem belustigten Funkeln gewichen.

Als er plötzlich in schallendes Gelächter ausbrach, begriff sie überhaupt nichts mehr. "Stinkendes Halbblut!" dröhnte er, "du bist wirklich zum Schreien, meine Liebe! Ich wette, so hat ihn keiner mehr genannt, seit seiner Schulzeit in Slytherin! Hat nicht sogar dein werter Herr Vater damals einen furchtbaren Aufstand gemacht, weil er Klassenzimmer und Schlafsaal nicht mit einem Halbblut teilen wollte? Und später wurde er Voldemort's engster Vertrauter. Wie die Zeiten sich doch ändern können!"

Die beiden letzten Sätze hatte er nicht ohne einen Anflug von Zynismus gesagt. Sie wusste warum, es war der pure Neid. Von Anfang an hatten ihr Vater und ihr Ehemann darum gebuhlt, wer höher in der Gunst des Meisters stand. Aber die fünfundzwanzig Jahre Vorsprung konnte Lucius nicht einholen. Keiner konnte das.

"Ich habe nicht die Absicht, irgend etwas zu tun, das Draco, oder dich in Gefahr bringt!" Ohne Übergang wurde Lucius wieder ernst. "Was du mir vorhin erzählt hast, ist nicht nur schwer nachzuvollziehen, sondern ergibt zugegebenermaßen überhaupt keinen Sinn, aber manchmal soll es ja Dinge geben, die mit Logik und Verstand nicht zu erklären sind. Tatsache ist, solltest du recht behalten, und der Meister wird heute nacht besiegt, müssen wir uns etwas einfallen lassen, sonst stecken wir in großen Schwierigkeiten."

Sie glaubte, sich verhört zu haben. Hatte Lucius wirklich eingesehen, dass sie die Wahrheit gesagt hatte? Oder war es lediglich ein Trick, um sie in Sicherheit zu wiegen?

"Ich weiß, wir haben nicht viel Zeit, aber gib mir einen Augenblick, um die Sache zu überdenken." Noch immer misstrauisch, wich sie einen Schritt zurück, als er auf sie zutrat, doch alles was er tat, war ihr Draco zu übergeben. Sie riss ihren Sohn an sich, als sei er soeben einer tödlichen Gefahr entronnen.

Lucius verschränkte die schmalen Hände ineinander, und begann in der Eingangshalle auf- und abzulaufen, wie ein gefangener Tiger. "Also, wie gehen wir vor? Wir müssen auf jeden Fall eine Anklage vermeiden, denn wie du schon gesagt hast, es würde den guten Namen der Malfoys beschmutzen. Was für uns spricht ist, dass wir vor dem Niedergang des Meisters die Seiten wechseln, nicht erst danach. Und natürlich können wir auch etwas auf die Tränendrüsen drücken - du weißt schon - junge, verzweifelte Familie - das arme Kind etc etc."

Sie beobachtete ihn, noch immer leicht argwöhnisch, doch ihr Misstrauen schwand. Möglicherweise hatte er ihr Draco nur zurückgegeben, um in Ruhe nachdenken zu können, aber mit höherer Wahrscheinlichkeit war es eine ganz bewusste Geste des Vertrauens gewesen. Auf jeden Fall konnte sie nun davon ausgehen, dass er ihr Glauben schenkte, und nicht die Absicht hatte, sie anzugreifen.

Er achtete nicht im Geringsten auf ihre Besorgnis, sondern spann seinen Gedankengang weiter. "Das Problem ist nur, das alles wird Crouch nicht interessieren. Er steckt Leute nach Azkaban, wenn sie ihre Besen falsch parken. Und da er nicht nur Geld und Einfluss besitzt, sondern auch kurz davor steht, der nächste Minister of Magic zu werden, habe ich ihm nichts anzubieten. Nein, wir können nicht so einfach zu ihm gehen, wir brauchen Verbündete. Jemanden mit gutem Ruf, der für uns bürgen kann..."

Seine nächsten Worte konnte sie nicht verstehen, aber nach den Bewegungen seiner Hände zu urteilen, ging er systematisch die Mitglieder des Ministeriums durch, und hakte sie ab.

"Fudge," sagte er schließlich. "Cornelius Fudge."

"Der stellvertretende Minister im Department of Magical Catastrophes?" wunderte sich Narcissa. "Wie kommst du ausgerechnet auf ihn? Ich meine, er ist nicht sonderlich bedeutend, oder?"

Draco begann auf dem Arm seiner Mutter herumzuzappeln, und zu strampeln. Da er nur eine leichte Schlafrobe trug, wollte Narcissa ihn nicht auf den Steinboden lassen, sie fürchtete, er könne sich erkälten. Als er jedoch wieder zu schreien begann, gab sie nach, und stellte ihn auf die Füße. Er begann sofort auf seinen kurzen Beinchen auf und abzutrappeln, als wolle er seinen Vater imitieren. Dabei brabbelte er wichtigtuerisch vor sich hin.

Sein Vater betrachte ihn mit unverhohlener Faszination, bevor er sich wieder Narcissa, und seinen eigenen Gedanken zuwandte. "Fudge ist ehrgeizig, und hat einen guten Ruf. Immerhin ist er in relativ kurzer Zeit zu einem stellvertretenden Minister aufgestiegen. Das ist schon ein Karrieresprung, der sich sehen lassen kann. Und nachdem, was man so hört, ist er innerhalb des Ministeriums ziemlich beliebt. Seine Weste ist blütenweiß und sein Wort hat Gewicht." Lucius verschränkte die Arme. "Was wollen wir mehr?"

"Wahrscheinlich hast du recht." Was solche Dinge anging, vertraute Narcissa üblicherweise dem Instinkt ihres Mannes "Falls er uns also unterstützen sollte, wären Crouch die Hände gebunden. Aber es bleibt, nach wie vor die Frage, warum sollte er es tun?

Lucius war stehen geblieben, und beobachtete wieder seinen Sohn, der über das gewaltige Mosaik trappelte, welches den Fußboden der Eingangshalle zierte. Aus nicht näher bekannten Gründen zerrte Draco jetzt einen von Lucius' Schuhen von einer Ecke des Raumes in die andere.

"Erster Grund - die Mitleidstour wird ganz wunderbar beim ihm ziehen. Ich kenne diesen Schlag Mensch, er wird sich wie ein Held aus einem Kitschroman fühlen, wenn er eine verzweifelte Familie retten kann, die vom bösen Dunklen Lord verhext wurde. Zweiter Grund - und das ist wohl der entscheidendendere - wie du schon sagtest, der Mann ist nicht sonderlich bedeutend, noch nicht. Aber mit etwas Unterstützung in politischer - und natürlich vor allen Dingen in finanzieller Hinsicht könnte er es sehr weit bringen. Vielleicht sogar bis zum Minister of Magic..."

Lucius setzte sich wieder in Bewegung, und Narcissa war sich sicher, dass bereits die nächste Intrige in ihm heranreifte. "Dazu müsste man aber Crouch zu gegebener Zeit aus dem Weg räumen....hm, wie könnte man das anstellen...vielleicht ein netter kleiner Skandal? Er könnte doch wunderbar eine Affäre mit seiner Praktikantin haben. Oder wir setzen jemanden auf Préah, die Tugendhafte an."

Der Ausdruck in Narcissa's Augen verriet ihm, dass es wohl besser wäre, das Thema zu wechseln, wenn er sich nicht einen Vortrag anhören wollte. Narcissa konnte Préah Crouch nicht ausstehen, und ließ keine Gelegenheit aus, über sie herzuziehen. Aber dann, sie lästerte auch über Alice Macnair, und die war schließlich ihre Freundin.

"Nun, mir wird zu gegebener Stunde noch etwas einfallen. Wir sollten jetzt gehen, die Zeit läuft uns davon!"

"Master will ausgehen?" Ein Hauself mit großen grünen glubschigen Augen streckte seinen Kopf unter der Treppe hervor. "Soll Dobby Master's Luchsfellmantel holen?"

Bevor Lucius etwas erwidern konnte, hatte Draco schon den Schuh nach dem Hauselfen geworfen, welcher sich sofort mit einem ängstlichen Quietschen verzog.

"Recht hast du, Sohn" sagte Lucius. "Nur weiter so, immer schön die Familienehre hochhalten!"

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Siebzehn Jahre später, an einem ungewöhnlich warmen und sonnigen Hallowe'en Morgen, schritt Narcissa die Treppe in eben dieselbe Eingangshalle hinunter, um ihren Sohn zu begrüßen, der gerade von seiner Nachtschicht bei den Ghost Riders zurückgekehrt war.

"Guten Morgen, Mutter!"

Er stand in der Mitte des riesigen Mosaiks, das die Chaosgöttin Tiamat zeigte, in der Form eines mächtigen fünfköpfigen Drachens. Ihr Gegenstück, Bahamut, der Himmelsdrache befand sich an der Decke darüber, seine goldglänzenden Schuppen reflektierten das noch rötliche Licht der Morgensonne.

"Guten Morgen, Draco!"

Das Licht durchflutete den Raum, flirrte in Draco's silberblonden Haaren, und verlieh ihnen diesen ganz besonderen Schimmer. Es war erschreckend, wie sehr er in diesem Moment Lucius ähnlich sah, und sie schmerzhaft daran erinnerte, wie schnell doch die Zeit verging. Dabei erschien es ihr manchmal, als sei es erst gestern gewesen, dass Vater sie zu sich gerufen, und ihr zähneknirschend erklärt hatte, dass sie den Sohn seines Erzfeindes heiraten werde. Eines seiner Erzfeinde, um genau zu sein. Wie viele er davon hatte, wusste sie selbst nicht so genau.

Neunzehn Jahre war sie damals alt gewesen, und nun war ihr Sohn schon fast ebenso alt. Wie viel war in den letzten neunzehn Jahren geschehen....

"Möchtest du gleich frühstücken, oder dich erst frisch machen?" fragte sie, und stellte verwundert fest, dass er wohl nach Schweiß roch, nicht aber nach Alkohol. Normalerweise versumpfte er nach getaner Arbeit noch mit seinen Kameraden im Leaky Cauldron, dies schien heute Nacht allerdings nicht der Fall gewesen zu sein.

"Erst frisch machen," entgegnete er mit einem gequälten Grinsen. "war 'ne heftige Nacht. Flint und ich versuchen zur Zeit, die Ghost Riders etwas auf Vordermann zu bringen."

Narcissa runzelte die Stirn. Ihr war es gar nicht recht gewesen, dass Draco, nachdem er die Schule beendet hatte, zu den Ghost Riders gegangen war, sie hatte sich für ihren Sohn etwas Besseres erhofft. Aber Lucius hatte nur abgewinkt, und gemeint, der Junge wisse schon, was er tue. "Bevor man sich mit ganzem Herzen der Zukunft widmen kann, muss man erst einmal mit der Vergangenheit abgeschlossen haben," hatte er mit hintergründigem Lächeln erklärt. Wie sie ihn kannte, sah er wieder einmal überall Intrigen und Machenschaften, und vermutete einen mysteriösen Plan hinter Draco's Verhalten. Einen, den sein taktisches Genie natürlich längst erfasst hatte.

Als sollte ihre negative Meinung bestätigt werden, öffnete sich die Tür zum Speisesaal, und eine Mädchenstimme keifte: "Was macht ihr denn schon großartig bei den Ghost Riders? Biertrinken, Sprücheklopfen, und Muggleklatschen!"

"Lucy?" Verwundert zog Draco eine Augenbraue hoch, genau wie Lucius es immer tat. "Ich dachte, du wärst auf Hogwarts!"

"Falsch gedacht, Bruderherz!" Mit einer herrischen Bewegung stieß Draco's kleine Schwester die Tür auf. "Bin gestern Abend nach Hause gekommen. Mutter möchte, dass wir Hallowe'en alle zusammen feiern. Vater kommt heute Mittag auch, hat sie gesagt."

Als ihre zwölfjährige Tochter auf staksigen Beinen in die Halle stolziert kam, fiel Narcissa wieder auf, wie sehr sie sich in den wenigen Monaten seit dem Sommer verändert hatte. Sie war nicht nur mächtig in die Höhe geschossen, sondern zeigte außerdem die ersten weiblichen Formen, wenn sie sich auch bei jedem, der ihr zuhörte (oder nicht zuhörte) lauthals darüber beschwerte, dass ihre Brüste viel zu klein waren, und ihre Tage noch nicht so regelmäßig kamen, wie sie es gerne hätte. Mindestens einmal pro Woche rannte sie zu ihren diversen Lehrern und beklagte sich über Bauchschmerzen. Das machte sich mittlerweile auch in ihren Zensuren bemerkbar.

Genau wie Draco hatte sie Lucius' silberblondes Haar geerbt, aber ansonsten zeigte ihr Gesicht weder die spitzen Züge der Malfoys, noch die typische Hohlwangigkeit der Lestranges. Auch ihre Augen waren weder grau noch violett, sondern von einem tiefen Samtblau, die Augen ihrer Großmutter, Angélique Lestrange. Narcissa's Mutter entstammte der deutschen Familie Grindelwald, aber ansonsten wusste sie nicht viel über sie. Sie war bei der Geburt von Narcissa's Schwester Marie gestorben, damals war Narcissa erst sieben Jahre alt gewesen. Vater sprach nie über sie, und die drei Töchter hüteten sich das Thema anzuschneiden.

"Während meiner ganzen Schulzeit bin ich nicht einmal zu Hallowe'en nach Hause gekommen," wunderte sich Draco. "Ist irgendwas vorgefallen? Lucy ist doch nicht von der Schule geflogen, oder etwas in der Art?"

Lucilla zog einen Flunsch. "Kaum bin ich daheim, muss dieser gemeine Kerl auch schon auf mir rumhacken. Das ist so was von überhaupt nicht fair!" Sie sah aus, als wolle sie im nächsten Moment in Krokodilstränen ausbrechen.

"Kinder, bitte," versuchte Narcissa schlichtend in den beginnenden Streit einzugreifen. "Nun, natürlich gibt es einen besonderen Anlass, dass wir heute zusammen feiern wollen, genauer gesagt, sogar zwei davon. Zum einen hatten wir noch keine Gelegenheit, Draco's Beförderung gebührend zu würdigen, und zum anderen....nun, das möchte euch euer Vater erzählen, wenn wir alle zusammen sind!"

"Das ehrt mich, Mutter, allerdings muss ich spätestens um sieben wieder los. Wie gesagt, zur Zeit hab' ich viel um die Ohren," verteidigte sich Draco.

"Das macht nichts. Lucius muss heute Abend auch wieder weg, also essen wir einfach mal ein bisschen früher," entgegnete Narcissa fröhlich "Es ist doch schön, wenn die ganze Familie wieder mal zusammen sein kann!"

Sie wandte sich ab, beobachtete ihren Sohn aber weiterhin aus dem Augenwinkel. Hoffentlich war Draco nicht misstrauisch geworden. Er brauchte schließlich nicht zu erfahren, warum seine Schwester wirklich hier war, und was sie heute Nacht noch vorhatten.

Genauso wenig, wie Lucius es zu wissen brauchte. Diese Geschichte ging nur die Frauen der Familie etwas an.

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"Harry? Kann ich dich einen Augenblick sprechen?"

Die jungen Hexen und Zauberer im New Hogwarts Versteck hatten ihr Frühstück schon von einiger Zeit beendet, doch es herrschte keine Eile. Heute an Hallowe'en, so hatte der Ältestenrat beschlossen, sollte ohnehin kein Unterricht stattfinden. Die Jugendlichen wollten eine Hallowe'en Party veranstalten, und brauchten den Tag zur Vorbereitung. Deshalb hockten die meisten von ihnen noch immer am großen Tisch in der Versammlungshalle, und waren eifrig mit Planen, Organisieren, und dem Verteilen der Aufgaben beschäftigt.

"Kein Problem, Neville, wir müssen uns sowieso unterhalten. Gehen wir am besten raus, hier ist es etwas laut!"

Verwundert folgte Neville Harry durch die Menschenmenge nach draußen. Er wusste, worüber er mit Harry sprechen wollte. Aber was wollte Harry von ihm?

"Du zuerst!"

"Nein, du zuerst! Es ist sicher was Wichtiges, wenn du so ein Geheimnis draus machst."

"Nun ja..." Neville merkte, wie seine Stimme leicht zu zittern begann, "ich weiß nicht so recht, wie ich anfangen soll...es geht um unser Hallowe'en Fest. Ich...ich würde gerne jemanden dazu einladen. Wenn das in Ordnung geht, meine ich." Er kämpfte verzweifelt gegen seine aufsteigende Röte an.

"Lass mich raten," grinste Harry zurück. "Dunkelblaue Haare bis auf die Flossen, und ein Bauchnabel Piercing in Form einer Perle. Zumindest hatte sie das, als ich sie das letzte Mal gesehen habe. Bei ihrem Namen bin ich allerdings überfragt, dass muss ich zugeben!"

"Coral," sagte Neville, und wurde noch röter.

"Normalerweise kein Problem, schließlich sind wir ja oft genug bei den Tritonen zu Besuch. Dieses Fest allerdings wird für einige von uns etwas kürzer ausfallen müssen. Das ist nämlich die Sache, die ich mit dir besprechen wollte. Am besten erklär' ich dir das einfach mal, dann kannst du dich entscheiden, ob du mitkommen möchtest."

Sie gingen zwischen zwei Hütten hindurch auf das Moor zu. Ein hölzerner Steg mit einem Geländer aus Pfosten und Seilen führte über die Stellen an denen man sich sonst nasse Füße holen würde, an anderer Stelle konnte man von Felsen zu Felsen hüpfen. Nach Hüpfen war den beiden Jungen aber nicht zumute, deshalb blieben sie am Ende des Steges stehen.

"Gestern habe ich erfahren, dass es wieder etwas für uns zu tun gibt, eine sehr wichtige Angelegenheit. Diesmal müssen wir nicht jemand anderen retten, sondern uns selbst. Unser Versteck könnte möglicherweise gefährdet sein."

Obwohl diese Formulierung äußerst vorsichtig gewählt war, versetzte sie Neville einen gewaltigen Schrecken. Er wäre beinahe von dem Baumstamm, auf dem er stand, ins Moor geplumpst, konnte sich aber gerade noch rechtzeitig am Geländer festhalten. "Unser Versteck? Aber...sie können es doch nicht entdeckt haben, oder Harry? Professor Dumbledore hat es doch so gut geschützt!"

"Keine Sorge!" Harry legte eine Hand auf Neville's Schulter. "Es ist nichts dergleichen passiert. Aber du kannst dir sicher vorstellen, dass Voldemort's Leute mit allen Mitteln daran arbeiten, uns zu finden, und das schon seit längerer Zeit. Und heute Nacht werden einige von ihnen ein besonders mächtiges Ritual anwenden, und das wollen wir natürlich verhindern. Nur um sicherzugehen."

"Hast du auch schon einen Plan, wie wir das anstellen sollen?" fragte Neville besorgt.

"Wir sind dabei, einen zu entwerfen. Zunächst haben Hermione und ich beschlossen, dass wir keine unnötige Panik verbreiten wollen, und darum wird auch die Hallowe'en Party wie geplant stattfinden. Eine kleinere Gruppe von uns Älteren wird dann heute Abend das Versteck verlassen, und in die Willowmarshes fliegen, wo das Ritual ablaufen soll. Hermione und ich hatten spontan an die Gryffindor Jungs gedacht, da die Mädchen sich nach der anstrengenden Geschichte mit Flint und der Blood Legion erst mal 'ne Ruhepause gönnen sollten. Mit Ron, Dean, und Seamus hab' ich heut' schon geredet, sie sind einverstanden."

"Ich bin auch einverstanden." Neville's Stimme zitterte, aber sie klang bestimmt. "Ich regle das mit Coral, ich kann ihr erklären, dass ich heute Abend früher weg muss. Sie weiß ja, dass wir gegen den Dunklen Lord kämpfen."

"Gut. Wir treffen uns heute Nachmittag um drei in unserem Schlafsaal, um alles genauer zu besprechen."

Harry schwieg, aber Neville merkte deutlich, dass er noch mehr sagen wollte, offensichtlich suchte er nach den richtigen Worten. "Es gibt etwas, das du wissen solltest, Neville. Die Magier mit denen wir es heute Nacht zu tun kriegen, sind die Lestranges."

Neville wandte sich ab, und seine Finger umklammerten das Seil des Geländers. "Aber...aber die Lestranges sind tot. Sie sind beim Kampf um Azkaban ums Leben gekommen."

"Du meinst Camille Lestrange, und ihren Ehemann Charles? Das ist richtig, aber wir reden hier mit größter Wahrscheinlichkeit von den beiden jüngeren Schwestern, Marguerite Avery-Lestrange, und Narcissa Malfoy. Und noch eine dritte Frau wird dabei sein, wir wissen allerdings nicht, wer sie sein könnte. Ich vermute eine von den Töchtern, aber die sind alle noch ziemlich jung, Hermione meint, es sei unwahrscheinlich, dass ihre Kräfte für solch ein Ritual schon ausreichen."

"Vielleicht eine entferntere Verwandte," überlegte Neville. Nachdenken tat gut, es lenkte ihn von seiner Angst ab. Noch lieber wäre es ihm allerdings gewesen, er hätte ein Hemd, das er fein säuberlich bügeln und zusammenfalten könnte."

"Das wäre schwierig, es gibt sonst keine weiteren Lestranges. Istave Lestrange hatte zwar noch einen jüngeren Bruder, aber der kam als junger Mann bei einem Zaubererduell ums Leben, und hatte keine Nachkommen. Aber vielleicht..."

Es schien, als ob er sich etwas ins Gedächtnis rief, und angestrengt über diese Erinnerung nachdachte. Dann aber schüttelte er den Kopf. "Nein, mir fällt niemand sonst ein. Wir werden abwarten, und auf alles gefasst sein müssen."

Eigentlich wollte er das nicht tun, aber unwillkürlich suchten Neville's Augen Harry's Brust und Halsansatz ab. Aber von dem Ring war nichts zu sehen, er musste wohl unter dem Hemd verborgen sein.

Hatte er diesen Ring wirklich für den Wappenring der Lestranges gehalten? Wie hatte er nur so etwas von Harry denken können?

"Für dich ist heute vielleicht ein ungünstiger Zeitpunkt, da du Coral eingeladen hast," wechselte Harry das Thema. "Wenn ich das richtig sehe, ist das eure erste feste Verabredung, oder?" Neville nickte, und errötete wieder, als der andere Junge fortfuhr: "Falls du also lieber bei einer späteren Aktion mitmachen möchtest, ist das auch in Ordnung. Wenn wir mit nur wenigen Leuten losziehen, können uns ja aussuchen, wer wann mitkommt."

Neville verstand, dass Harry ihm eine Möglichkeit bieten wollte, daheim zu bleiben, ohne dabei das Gesicht zu verlieren. Wieder einmal fiel ihm auf, dass Harry Potter so ganz anders war als die meisten anderen Jungs in seinem Alter. Er besaß nicht nur Mut, und Weitblick, sondern auch Takt und Fingerspitzengefühl.

"Ich will nicht so tun, als ob ich vor den Lestranges keine Angst hätte," gab Neville ehrlich zu. Mit einem Mal fiel es ihm nicht mehr so schwer über seine Furcht zu reden, das mochte an Harry's Feinfühligkeit liegen. "Es mag verrückt klingen, aber irgendwie hab' ich gewusst, dass ich mich eines Tages meiner Angst stellen muss. Ich meine, ich bin schließlich in Gryffindor."

Harry lächelte. "Der Sorting Hat wird mit Sicherheit seine Gründe gehabt haben. Schließlich schickt er die Kinder immer ins richtige Haus."

"Ich werd' das packen, heute Abend!" Neville konnte förmlich spüren, wie eine ungeahnte Zuversicht in sein Herz strömte. "Du kannst dich felsenfest auf mich verlassen, Harry!"

Trotz allem war er froh, dass er es nicht mit Camille Lestrange aufnehmen musste. Ihr Gesicht sah er noch immer in seinen Albträumen vor sich.

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Während der Besprechung einigten sie sich auf einen ungefähren Plan, aber um alle Details festzulegen, wussten sie einfach zu wenig über die ganze Sache. Zunächst einmal wollten sie die Willowmarshes auf ihren Besen überfliegen, um herauszufinden, wo das Ritual stattfinden sollte. Dabei würden sie Sneakoscopes verwenden, um schwarzmagische Aktivitäten auch aus der Entfernung wahrnehmen zu können. Harry und Dean besaßen jeder ein eigenes Sneakoscope, die anderen drei Jungen wollten sich welche ausborgen.

Hatten sie die Magierinnen erst einmal gefunden, wollten sie das Ritual zunächst beobachten, um dann eine Möglichkeit zu finden, es zu stören. Danach würden sie verschwinden. Wie immer, kein Kampf, und kein unnötiges Risiko, über diesen Punkt musste überhaupt nicht erst diskutiert werden.

"Nur gut, dass Colin Creevy nichts von unserer Aktion weiß," stellte Seamus nüchtern fest. "Er würde bestimmt den Helden spielen wollen, um sich vor Harry wichtig zu machen, und uns damit in Gefahr bringen."

"Sollten wir ihm nicht erst eine Chance geben, bevor wir über ihn urteilen?"

"Weise Worte, Harry, aber warum nimmst du ihn dann nicht mit? Er ist ein Gryffindor, und schon seit zwei Wochen siebzehn!"

"Das hat nichts mit Colin persönlich zu tun, ich denke einfach, dass diese Aktion zu gefährlich für jemanden ist, der bisher noch keine Erfahrung mit Voldemort's Leuten hat." Harry war froh, zu sehen, dass die anderen bei der Nennung des Namens nicht mehr zusammenzuckten. Damit war wieder ein Stück der lähmenden Aura der Angst gewichen, die der gefährlichste aller Magier um sich verbreitete.

Insgeheim befürchtete Harry doch, dass es ein hartes Stück Arbeit werden würde, Colin Vernunft einzutrichtern. Aber das konnte er zum Glück noch einmal hinausschieben.

"Ginny textet mich auch die ganze Zeit zu, dass sie endlich mitmachen will," sagte Ron düster. "Zum Glück konnte ich es ihr bisher noch ausreden. Sie ist zwar auch schon siebzehn, aber..." Er brach ab.

"Brauchst dich nicht zu rechtfertigen," beruhigte ihn Seamus. "Wenn ich solch ein Engelswesen zur Schwester hätte, ich glaub' ich könnte keine Nacht mehr ruhig schlafen.

"Zumindest ist sie vernünftiger, als dieser Creevy." Wie immer war Dean gnadenlos in seinem Urteil.

"Nicht, was Harry angeht!" grinste Seamus. "Du hättest die beiden gestern Abend hören sollen, sie sind geschlagene drei Stunden hinten am Wasserfall gehockt, und haben darüber debattiert, ob Harry's Augen nun eher smaragdgrün, oder jadegrün sind..."

Es klopfte an der Tür, und einen Moment später betrat Hermione den Jungenschlafsaal. "Ich wollte euch ausrichten, dass die anderen euch langsam vermissen. Das Fest hat soeben angefangen, und wenn ihr noch lange wegbleibt, wird mit Sicherheit noch jemand misstrauisch."

"Sag denen, wir machen grad' 'nen flotten Fünfer!" Seamus amüsierte sich köstlich über Hermione's schockierten Gesichtsausdruck. "Wie die McGonagall, wenn du so guckst, siehst du genauso aus, wie die McGonagall!" Er schlug sich auf die Schenkel vor Lachen.

"Wir sind so weit fertig mit der Besprechung." Harry blickte in die Runde, um festzustellen, ob jemand noch etwas hinzufügen wollte. Da das nicht der Fall war, stand er auf. "Wir treffen uns um sieben mit den Besen am Eingang, seid bitte pünktlich."

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"Was meinst du, Harry?" fragte Hermione mit leuchtenden Augen. "Wird das was mit den beiden?" Sie kicherte plötzlich hinter vorgehaltener Hand los, und ums Haar wäre ihr der kleine goldene Schlüssel hinunter gefallen, mit dem sie gerade das Wölkchen hinter sich absperren wollte.

"Könnt' ich mir gut vorstellen!" Aus den Augenwinkeln beobachtete Harry Neville und Coral, die auf Neville's Besen zur Erde flogen. Nur ab und zu tauchte Neville's knallrotes Gesicht zwischen Coral's flatternder Mähne auf. Den schien es allerdings nicht zu stören, er hätte wohl den ganzen Tag hinter dem Tritonenmädchen auf einem Besenstiel sitzen, und durch die Landschaft fliegen können. Harry freute sich riesig für ihn.

Noch mehr, als über Neville's Romanze freute er sich allerdings über Hermione's gute Laune. Es kam selten genug vor, dass sie sich wie ein richtiger Teenager verhielt, meistens war sie viel zu ernst dafür, und bekam die Probleme nicht aus dem Kopf.

"Ich würd's Neville echt gönnen," grinste sie und errötete leicht. "Da könnte man glatt neidisch werden!" Sie schien gar nicht zu bemerken, dass sich die beiden Aussagen widersprachen.

"Aber warum in aller Welt solltest du denn neidisch sein?" lachte Harry. "Ist ja nicht so, als ob du keine Verehrer hättest!"

"Das musst gerade du sagen!" Urplötzlich schoss sie mit ihrem Besen auf ihn zu, und er ließ es sich gefallen, dass sie ihn freundschaftlich zur Seite schubste. "Gerade du!" Sie streckte die Hand aus, und begann an ihren Fingern abzuzählen. "Da ist Ginny und Colin, und sein Bruder Dennis und Nathalie, dann Laura aus Hufflepuff, Lisa aus Ravenclaw...."

"Lisa? Lisa Turpin?" Harry sah sie ungläubig an, schaffte es aber problemlos, ihrem zweiten Anflug auszuweichen. "Ich dachte, sie wär hinter Terry her!"

"Nun, das war sie auch, aber inzwischen hat sie aufgegeben. Terry ist nun schon fast einen Monat mit Mandy zusammen, seit unserem Quidditch Spiel, um genau zu sein. Ihr neuer Schwarm bist jetzt du, und ich darf mir die ganze Zeit anhören, wie toll du bist, genau wie von Ginny. Allmählich kann ich's echt nicht mehr hören! Und weißt du, was das Verrückteste ist?"

Sie kam nicht mehr dazu, ihm zu sagen, was das Verrückteste war, denn in diesem Moment hatte er sie gepackt, und zu sich auf den Besen gezogen. Sie kicherte und prustete, denn er hatte angefangen, sie zu kitzeln. "Vielleicht bin ich wirklich so toll, hast du dir das schon mal überlegt? Willst du nicht meinem Fanclub beitreten? Dann gibt's die Autogrammkarten umsonst, und du darfst mich zusätzlich einmal im Monat beim Duschen beobachten! Überleg's dir, das Sonderangebot gilt nur noch bis Monatsende!"

"Du bist total bescheuert, weißt du das?" Sie versuchte, sich loszureißen, und fiel beinahe von seinem Besen. Aber dank seiner Quidditch Reflexe gelang es Harry, sie mit einem Arm festzuhalten, während er gleichzeitig mit der anderen Hand nach ihrem eigenen Besen griff, um zu verhindern, dass dieser durch die Luft davonschwirrte.

Sie schüttelte den Kopf über diese kleine Angeberei. "Es reicht schon, dass Ron..."

"Ron?" fragte Harry zurück, und hätte beinahe losgelacht. "Natürlich, Ron ist auch seit Neuestem in mich verschossen, wusstest du das nicht? Ich bin eben unwiderstehlich!"

"Das war es, was ich dir schon seit einer Weile sagen wollte." Ihre Stimme war jetzt eine Spur nachdenklicher geworden. "Harry - ich glaube, dass Ron mehr als nur Freundschaft für dich empfindet, und das ist jetzt kein Witz!"

Harry sah sie ungläubig an. "Ron? Wie kommst du denn darauf?"

"Nun ja..." Sie war froh, dass sie vor ihm saß, und ihm darum nicht ins Gesicht sehen musste. "Ist dir seine Eifersucht noch nicht aufgefallen? Jedes Mal, wenn wir zusammen unterwegs sind, flippt er beinah aus. Kannst du dich noch an den Abend nach dem Quidditch Spiel erinnern, als du mitten in der Nacht den Brief über die Razzia bekommen hast? Er muss beobachtet haben, dass wir uns zusammen aus dem Versteck geschlichen haben. Am nächsten Tag hatte er unglaublich schlechte Laune, und hat mich die ganze Zeit angeschnauzt. Dass ich ihn angeschwindelt hätte, als ich ihm gesagt habe, ich sei müde, und wolle schlafen gehen, um mich stattdessen heimlich mit dir zu treffen. Ich kann nur immer wieder betonen, dass ich mir die größte Mühe gebe, ihn so viel Zeit wie möglich mit dir allein verbringen zu lassen, aber das genügt ihm nicht. Ich weiß nicht, was ich noch tun soll...."

"Hey, mach' dir keinen Kopf!" Harry legte von hinten die Arme um sie. "Pass gut auf, dass du nicht vom Besen fällst, wenn ich dir das jetzt sage, aber ich glaube nicht, dass es bei Ron's Eifersucht um mich geht...."

"Was willst du damit sagen?" Ihre Stimme zitterte leicht.

Er drückte ihr ein Küsschen auf die Wange. "Na, dass Ron verliebt ist, aber nicht in mich! Denk mal in Ruhe darüber nach, okay?"

Mit einem verschmitzten Grinsen setzte er sie wieder auf ihren eigenen Besen zurück, und war einen Moment später davon gebraust.

"So ein Quatsch," murmelte Hermione, und rieb sich die Wange. Hätte sie in diesem Moment hinunter auf den Boden gesehen, so wäre ihr aufgefallen, dass Ron zu ihr nach oben blickte, sein Gesicht so erstarrt, wie der Felsbrocken auf dem er saß.

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"Dieses Spiel heißt bei uns 'Bobbing for Apples'!" erklärte Neville. "Du musst den Apfel essen, ohne dabei die Hände zu benutzen!"

Er wedelte mit den Händen herum, und deutete auf die schwimmenden Äpfel in der Wassertonne, die ebenso wie die Kürbisse ein Geschenk von Hagrid waren. Dieser wusste zwar nicht, dass seine ehemaligen Schüler sich jetzt von Fischen, Wasserpflanzen und Meeresfrüchten ernähren mussten, hatte ihnen aber nichtsdestotrotz eine kleine Hallowe'en Freude machen wollen.

"Hände," wiederholte Coral langsam. Es war Absicht, dass sie Englisch miteinander redeten, denn Coral wollte die Sprache lernen. Inzwischen beherrschte sie schon die Grundbegriffe, ihre Aussprache allerdings, war noch immer eine Mischung aus Krächzen und Quietschen. Ihre Stimmbänder waren nicht auf Luft eingerichtet.

Das Problem mit der Fortbewegung hatten sie sehr einfach geregelt, sie saß immer noch auf Neville's Besen, den er auf Hüfthöhe neben sich herschob. Inzwischen war es fünf Uhr nachmittags, und die Party war in vollem Gange. Übers Moor verteilt fanden nun verschiedene Spiele statt, die eigentlich eher für Kinder gedacht waren, was die älteren Jugendlichen aber nicht daran hinderte, enthusiastisch mitzumachen. Terry Boot und Mandy Brocklehurst versuchten einander im Mohrenkopfwerfen zu besiegen und Justin Finch-Fletchley war gerade vom Sackhüpfen disqualifiziert worden, da er heimlich einen Schwebezauber angewendet hatte.

Coral erregte einiges Aufsehen, sie war die erste Tritonin, die im Versteck zu Besuch war, und jeder wollte die 'Meerjungfrau' aus der Nähe betrachten. Sie schien es sehr zu genießen, so im Mittelpunkt zu stehen, und Neville war erleichtert, dass alle sie sehr freundlich aufnahmen, und sie auch nicht mit dummen Fragen bestürmt wurde. Dass diese dummen Fragen wohl hinter ihrem Rücken die Runde machten, ließ sich sicher nicht vermeiden.

"Willst du es mal versuchen?" Neville deutete auf sie, dann auf die Äpfel, und als sie eifrig nickte, steuerte er den Besen an die Tonne heran. Kichernd beugte sie sich darüber, und versuchte mit dem Mund einen Apfel zu erwischen. Aber da ihre langen Haare vor ihrem Gesicht ins Wasser fielen, versperrten sie ihr die Sicht, und der Apfel entkam. Das schien sie natürlich nicht auf sich sitzen lassen zu wollen, und beugte sich weiter nach vorn

"Pass auf!" Er bemerkte, wie sie das Gleichgewicht verlor, und versuchte sie festzuhalten, damit sie nicht vornüber kippte. Als ihr klar wurde, dass sie sich nicht länger halten konnte, klammerte sie sich an ihm fest, mit dem Ergebnis, dass sie nicht alleine in der Tonne baden ging, sondern ihn gleich mitriss.

Plumps!

Mit einem lauten Platscher landeten sie beide im Wasser. Es spritzte hoch auf, und alle Umstehenden versuchten sich kreischend in Sicherheit zu bringen. Aber mehr als einer wurde von den überschwappenden Wassermassen total durchnässt.

Neville guckte wie ein begossener Pudel aus der Tonne, und rieb sich das Wasser aus den Augen. Gerade war er soweit, dass er oben wieder von unten unterscheiden konnte, da klatschte ihm Coral's Schwanzflosse ins Gesicht und tauchte ihn nochmals unter. Nur seine Hände ragten jetzt noch aus dem Wasser, und suchten verzweifelt nach dem Tonnenrand, um sich daran festhalten zu können.

Prustend und spuckend tauchte er wieder auf, und schnappte erst mal kräftig nach Luft. Als nächstes musste er das wiehernde Gelächter seiner Mitschüler über sich ergehen lassen.

Coral tauchte neben ihm auf. "Apfel!" sagte sie mit unschuldiger Stimme, und mit einer Miene die kein Wässerchen trüben konnte, hielt sie ihm einen solchen hin.

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Amicus Draconis- 1st Cycle: Cycle of the Badger - Part 7: Blood Oracle - Part II: Priori Incantatem

ich frage mich, ich frage mich, weißt du, was ich mich frage?

nein. was denn?

warum du so zitterst.

fürchtet euch ihr narren!

denn ich bin camelia!

camelia, die schreckliche!

und ich will blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut blut

wen wundert's

ich bin groß und mächtig und....äh

saugfähig?

das war's nicht, was ich sagen wollte!

ich meine, ich bin....äh

atmungsaktiv und geruchsbindend?

hör auf, george, du bringst mich ganz durcheinander

jetzt kann ich nochmal von vorn anfangen

also ich bin fred, ich meine natürlich camelia die schreckliche und will..

bei uns gibt's kein blut

wir sind ein anständiger sender, bei uns gibt's nur blaue ersatzflüssigkeiten

na meinetwegen, die sind sowieso viel werbewirksamer.

Amicus Draconis- 1. Zyklus: Zyklus des Dachses - Teil 7: Blutorakel - Teil II: Priori Incantatem

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