Jap, dieses Mal geht es tatsächlich schon etwas schneller weiter ;)
Danke für eure lieben Reviews!
Lily: Oh danke schön :D du sprichst mir ja richtig Mut zu. Nee, eigentlich war gar nichts davon schwer, hab ja genug gelernt. Was mir immer Weg steht, ist meine Nervosität ^^ aber wird schon klappen :)
happyrike: Ja, jetzt hat er's endlich kapiert ^^ Tja, Edward kann eben noch nicht mit Frauen umgehen =) Zwar ist er gut im Verführen, aber wesentlich schlechter im Reden. Na, dann viel Spaß ;)
Hila: Vielen Dank :D Ich geb mir Mühe, es spannend zu halten. Das Kapitel, was jetzt kommt, wird ein wenig anders sein, aber hoffentlich nicht schlecht ;)
BadGirl83: xD macht nichts, das beschreibt es ziemlich treffend ^^ ich hätte es Bella auch sagen lassen, aber ich bin mir nicht sicher, ob sowas damals schon verwendet wurde ^^ Lg
Chrissy80: Na, Edward musste einfach nachgeholfen werden ;) Und wenn Bella dafür bald das Schloss in den finanziellen Ruin treibt. Ich hab mir Mühe gegeben, mich zu beeilen, aber es ist immer noch recht schwierig, genug Zeit zu finden :/ Naja, das nächste Kapitel müsste ich schleuniger schreiben können =) danke schön
Jenny: :D Hohles Nüsschen passt echt gut. Ja, jetzt geht's so langsam rund in der Welt der Reichen und Schönen :) Danke sehr, ich geb mir Mühe ;)
So, viel Spaß =)
„Forever and almost always
It ain't right to just love me when you can
I won't wait patiently
Or wake up every day just hoping that you'll still care"
(Kate Voegele)
Einzelne, nur wenige Tränen liefen mir über das Gesicht, als ich in meinem teuren Ballkleid vor dem See saß, in dem Edward mich gestern geküsst hatte, und wütend Grashalme aus dem Boden rupfte. Nun wusste er es. Er hatte mich erkannt. Eine neue Vase hatte ihr Leben lassen müssen, damit er es endlich kapierte. Und sein Schrecken hätte nicht größer sein können.
Frustriert stieß ich die Luft aus meiner Lunge. Die Szene, die ich im Saal hingelegt hatte, hatte rein gar nichts mit meinen ewigen Tagträumen gemeinsam – nichts von einem überglücklichen in-die-Arme-fallen oder Liebe-bis-in-alle-Ewigkeiten-Kuss. Wohl eher grenzenlose Bestürzung. Ich wollte ihm gar nicht unter die Augen treten. Wollte nicht seiner Verachtung ausgesetzt werden. Edward hatte sich seit damals so sehr verändert, dass es mich nicht wundern würde, wenn er mich mit Spott bedachte, sobald er sich sicher sein konnte, dass ich eine einfache Küchenhilfe war. Nun, heiraten würde er mich wohl nicht mehr wollen. Zornig schnaubte ich.
„Alles in Ordnung?", fragte jemand belustigt hinter mir. Ich erstarrte. Sollte Edward mir tatsächlich gefolgt sein? Ganz langsam erhob ich mich, wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und holte tief Luft, bevor ich mich zu ihm umdrehte.
Doch es war nicht Edward. Vor mir stand ein großer, muskulöser Mann mit braun gebrannter Haut, dunklen Haaren und dunklen Augen. Verwirrt musterte ich ihn von Kopf bis Fuß.
„Ich bin Jacob.", erklärte er grinsend, offensichtlich belustigt über mein Gesicht. „Ich habe Euch hier sitzen sehen und wollte mich vergewissern, dass alles in Ordnung ist." Tief verbeugte er sich.
„Oh.", murmelte ich nicht sonderlich intelligent. „Ehm... danke. Keine Sorge, mir geht es gut."
„Tatsächlich?" Er legte den Kopf schief. „Das habe ich noch kein Mädchen sagen hören, das in Edwards Klauen geraten ist."
Obwohl mich seine Worte noch tiefer sinken lassen müssten, musste ich auflachen. „Nun, wir haben... wohl alle unsere Talente.", seufzte ich.
„Und sein einziges soll das Herzen brechen sein? Nun, da bin ich doch tatsächlich einmal froh, nicht in seiner Position zu sein!", lachte er. „Ich kenne Edward schon sehr lange. Unsere Familien handeln oft miteinander. Ich komme aus dem Orient."
Verblüfft blinzelte ich. „Ich wusste nicht, dass Edward einen Freund aus einem so weit entfernten Land hat!"
Sein Mund verzog sich zu einem verschmitzten Grinsen. „Ich würde mich auch nicht unbedingt seinen Freund schimpfen!"
Obwohl ich den Hintergrund nicht kannte, musste ich kichern. Prinz Jacob war mir durchaus sympathisch.
„Nun... Sophia, richtig?" Abschätzend betrachtete er mich, als ich nickte. „Oder sollte ich Euch Bella nennen?"
Geschockt starrte ich ihn an. Hatte Edward mich bereits verraten? „W-Was?"
Lachend winkte er ab. „Ich stand in Eurer Nähe, als Ihr diese scheußliche Vase von ihrem elendigen Dasein erlöst habt. Und da habe ich mitbekommen, wie Edward Euren Namen plötzlich... nun... verwechselte."
„Ehm... " Ich biss mir auf die Lippe. „Ja... verwechselt. Das hat er wohl."
Jacobs Augen blitzten kurz auf. „Macht Euch nichts vor." Sein Gesicht kam näher und er senkte seine Stimme. „Alle haben hier Geheimnisse. Die Skandale, die entstehen würden, wenn jeder einmal die Wahrheit sagen würde, wären weitaus größer als es Euer kleines Geheimnis ist. Was es auch sein mag." Er zwinkerte mir kurz zu, bevor er wieder lauter wurde. „Prinzessin Sophia, der Ball ist noch in vollem Gange! Erweist Ihr mir die Ehre, mich zurück zu begleiten?" Er bot mir seinen Arm an. Erleichtert lächelte ich ihn an und wollte mich gerade einhaken, als wir unterbrochen wurden.
„Jacob.", erklang Edwards Stimme. Er stand so nah bei uns, dass es mir unbegreiflich war, wie wir ihn nicht hatten bemerken können. Unsicher musterte ich ihn und versuchte abzuschätzen, ob er wütend, schockiert oder gleichgültig war. Doch nichts davon ließ sich ausmachen. Sein Gesicht war eine eiskalte Maske. Und statt mir vorwurfsvolle Blicke zuzuwerfen, ließ er Jacob keinen Moment aus den Augen.
„Oh, guten Abend, Prinz Edward. Welch eine Überraschung.", begrüßte Jacob ihn überschwänglich. „Eine angenehme Nacht, nicht wahr?"
„In der Tat.", sagte Edward ohne jegliche Emotion, nagelte Jacob noch einen weiteren Moment mit seinen Blicken fest, bevor seine Augen zu mir huschten. „Kann ich dich... Euch kurz sprechen?" Seine Stimme klang geschäftlich. „Prinzessin Sophia.", fügte er hinzu und hob eine Augenbraue.
Jacob seufzte tief, wollte sich verbeugen, entschied sich dann jedoch anders und ergriff meine Hand. „Auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen, Prinzessin." Sanft küsste er meine Hand, zwinkerte mir noch einmal zu und ließ uns dann alleine. Edward verfolgte ihn mit stechendem Blick, bevor er sich zu mir drehte. Verlegen senkte ich den Blick und wandte mich zum See um.
„Bist du es?", hörte ich ihn leise hinter mir fragen.
„Das weißt du.", seufzte ich und staunte über die Ruhe, die sich plötzlich über mich legte.
Edward schnaubte deutlich und trat neben mich, fasste mich an den Schultern und drehte mich nicht gerade sanft zu sich herum. „Warum hast du nichts gesagt?"
Irritiert von seiner Grobheit, starrte ich ihn an. „Warum ich nichts gesagt habe? Hätte es Euch denn interessiert?"
Frustriert ließ er mich los und entfernte sich einige Schritte, fuhr sich nervös durch die Haare. Plötzlich wirbelte er herum und zeigte mit dem Finger auf mich. „Du hast mich getäuscht!"
„Ja, das habe ich.", erwiderte ich sachlich. „Ich musste es tun."
„Was ist mit der echten Sophia?", fragte er.
„Sie ist erkrankt." Ich zuckte mit den Schultern. „Ich musste sie ersetzen, damit Ihr von ihr Notiz nehmt. Ansonsten wäre ich in den Kerker geworfen worden. Und das erschien mir als nicht sonderlich erstrebenswert."
„Wie kannst du nur so ruhig bleiben?", fuhr er mich an. „Du – du hast mich getäuscht! Ich hätte bei meiner Hochzeit eine Sophia getroffen, die ich nicht kenne! Weißt du überhaupt, wie hart ich dafür kämpfen musste, dass ich mir selbst eine Frau wählen darf?"
„Und davon hast du ja reichlich Gebrauch gemacht.", murmelte ich.
Edward ergriff wieder meine Schultern. „Bella, wie konntest du nur? Ich dachte, du wärst Sophia und du wärst – du wärst – "
„Etwas wert?", fragte ich traurig und sah in seine Augen, deren Ausdruck sich bei meinen Worten änderte.
Angewidert ließ er mich los, wandte sich ab. „Und ich mache mir die ganze Zeit sinnlose Vorwürfe, weil ich bei Sophia nur an Bella denken kann – dabei bist du ja beides!" Ein freudloses Lachen drang aus seinem Mund und schickte mir einen Schauer über den Rücken. „Ganz ehrlich, Bella – was hast du dir nur dabei gedacht?"
„Oh mein Gott.", murmelte ich und wollte ihn stehen lassen, doch er ergriff meine Hand und zog mich zurück.
„Wieso hast du das getan?", fragte er noch einmal.
Entnervt riss ich mich los. „Du spinnst doch!", fuhr ich ihn an. „Weißt du eigentlich, wie ich mich die letzten Jahre gefühlt habe? Du hast mich einfach vergessen! Erst erzählst du mir, dass wir tatsächlich als Menschen den gleichen Wert haben können und kurz darauf blickst du nur noch auf mich herab! Oh, nein, warte!" Ich lachte kurz auf. „Du hast ja nicht einmal auf mich herab geblickt – du hast mich überhaupt nicht mehr wahr genommen! Und all die Zeit erlaube ich mir zu glauben, dass irgendein Grund dahinter steckt!"
Sein Blick wirkte verletzt. „Da gibt es auch einen Grund für.", verteidigte er sich, doch ich ließ ihn nicht weiter reden.
„Du bist so eine Enttäuschung, Edward!" Ich stieß ihn vor die Brust. „Es ist eine Schande, zu was für einem Menschen du geworden bist! Früher hast du dich gegen ihre Welt gewehrt!" In Rage deutete ich auf das Schloss. „Und nun? Du bist genau wie sie! Ein Teil ihrer Welt! Ich hoffe, du freust dich über deinen Platz." Er starrte mich geschockt an und schüttelte den Kopf, als wolle er meine Worte nicht wahr haben. Doch schnell fing er sich wieder.
„Sag mir, was du dir davon erhofft hast!", fuhr er mich an.
„Was?", lachte ich ihn aus. „Ich habe mir gar nichts erhofft! Ich habe bloß meine Pflichten erfüllt!" Ich wusste, dass es so gar nicht stimmte, dass ich keine Hoffnungen gehabt hatte. Doch es war das letzte, was ich vor ihm zugeben wollte.
„Oh, bitte, Bella! Was hast du dir erhofft?" Seine Augen wurden wieder eiskalt. „Dass ich mich in dich verliebe? In eine Küchenmagd?" Ich zuckte bei seinen Worten zusammen und drehte mich weg, damit er mein Gesicht nicht sehen konnte. „Als hätte ich jemals etwas für jemanden wie dich empfinden können! Als hätte ich... als hätte ich... " Seine Stimme wurde immer brüchiger. „Es geht nicht, hörst du? Du kannst nicht auftauchen und die ganze Aristokratie durcheinander bringen!"
Ich schnaubte und warf ihm einen enttäuschten Blick zu. „Du hörst dich genau so an wie dein Vater.", murmelte ich. Edward erstarrte erneut. Seufzend und resignierend schüttelte ich den Kopf. „Ich gebe auf.", teilte ich ihm mit. „Du bist so wie du bist. Das kann ich dir wohl nicht vorwerfen." Kurz schluckte ich den Kloß in meinem Hals hinunter und senkte den Blick. „Verzeiht mir, falls ich Euch Umstände bereitet hab, königliche Hoheit. Ich wünsche Euch viel Erfolg bei Eurer Wahl der Gemahlin." Ich knickste tief und lief dann so schnell ich konnte Richtung Schloss, verfluchte mich für die Tränen, die mir erneut über das Gesicht liefen.
Blind rannte ich beinahe Prinz Jacob über den Haufen, der in der Eingangshalle offenbar gewartet hatte. „Langsam, langsam, Bella!", lachte er. Auf meinen verwirrten Blick hin, zuckte er mit den Schultern. „Ich habe ein Problem damit, anderen ihre Privatsphäre zu gönnen. Ich habe Euch erneut belauscht. Und um ehrlich zu sein, passt Bella viel besser zu einer so schönen Frau als Sophia."
Unter Tränen musste ich kurz lachen, wischte mir dann verärgert über das nasse Gesicht.
„Er hat Eure Ehrlichkeit wohl mit einem Tritt in den Hintern belohnt!", mutmaßte er. Erneut musste ich lachen.
„Ihr habt eine interessante Art, Euch auszudrücken.", murmelte ich und nahm dankbar das strahlend weiße Tuch, welches er mir anbot, und trocknete mein Gesicht.
„Lasst Euch nicht von einem einzelnen Mann diese wundervolle Nacht verderben, Bella.", sprach er mir Mut zu. „Es gibt Tausende – nein, Millionen Männer auf dieser Welt!" Zur Bekräftigung breitete er seine Arme aus. „Zum Beispiel mich!", fügte er grinsend hinzu. „Darf ich Euch nun ein zweites Mal bitten, mich zurück zum Ball zu begleiten?"
Tief atmete ich durch. „Wisst Ihr was? Das dürft Ihr!", willigte ich überzeugt ein und ergriff seinen angebotenen Arm. Jacob hatte Recht. Edward war nicht der einzige Mann auf dieser Welt und ich hatte so das Gefühl, dass er es sich noch kein einziges Mal verdient hatte, dass sich meine Welt nur um ihn drehte.
Als wir wieder im Ballsaal ankamen, ergriff Jacob zwei Weinkelche und reichte mir einen davon. „Auf eine unvergessliche Nacht!", rief er in höchster Stimmung.
Ich stürzte den Wein hinunter und ergriff bereits den nächsten Kelch, als Edward wieder den Raum betrat und uns eisige Blicke zuwarf.
