Kapitel 13
Ich sah meine Kinder und meinen Partner an, ich wusste, dass unser Klan jede Menge Fragen haben würde und besorgt war, aber zur Zeit brauchten diese Fünf meine gesamte Aufmerksamkeit. Von allen Vampiren im Schloss, würde es die Fünf am meisten treffen, wenn mir etwas passieren würde.
„Mir geht es gut", begann ich sie zu beruhigen.
„Das kannst du gar nicht wissen", unterbrach Jane mich. Sie brauchte dringend eine Mutter, und ich konnte die Angst in ihren Augen sehen, die Angst, mich zu verlieren.
„Ich weiß es", begann ich. „Egal was passiert, ich werde ein Vampir werden und dann werde ich immer bei dir bleiben, bei euch allen, für alle Ewigkeit. Nur weil ich ein Baby bekomme, werdet ihr mich nicht verlieren, es heißt nur, dass wir noch ein Familienmitglied dazu gewinnen."
„Aber-" Alec versuchte etwas zu sagen, unterbrach sich aber selbst.
„Zumindest gebe ich euch diesmal mehr Zeit, als damals, als ich Brady und Colon aufgenommen habe" versuchte ich zu scherzen, aber sie fanden es wohl nicht so lustig.
„Liebling, wir wollen nur, dass du sicher bist" Mein Seelenverwandter fing endlich an zu sprechen. „Wir hatten keine Ahnung, dass so etwas überhaupt möglich ist, also wissen wir nicht, was wir zu erwarten haben und wir wissen auch nicht, wie wir dich vor dem Unbekannten schützen können."
„Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll, aber ich weiß einfach, dass dieses Kind mir nicht schaden wird" versuchte ich zu erklären. Als ich ihre skeptischen Blicke bemerkte, fuhr ich fort. „Nennt es Mutter- oder Fraueninstinkt, aber das kleine Baby, dass da in mir heranwächst, wird die besten Teile von Jasper und mir haben und es wird etwas Besonderes für uns alle werden. Ich bitte euch, ich brauche die Unterstützung von meiner Familie, meinen Kindern und meines Seelenverwandten. Denn auch wenn ich sicher bin, dass mir nichts geschehen wird, bin ich auch extrem verängstigt. Ein Kind zu bekommen ist furchterregend, und zu wissen, dass drei verdammte Vampire hinter mir her sind, verängstigt mich noch mehr."
„Natürlich werden wir dich unterstützen Mama" Colin war der erste, der mich beruhigte. Er umarmte mich und Brady kam auch gleich dazu.
„Wir unterstützen dich auch" Jane und Alec sprachen zur gleichen Zeit. Ich musste lachen als ich sah, dass sie versuchten, mich zu umarmen, ohne mein Wölfe zu berühren.
Mein Engel lächelte nur über diese Szene, während meine Kinder mich mit ihrer Liebe überschütteten. Ich wusste, dass sie noch immer Angst vor dem Unbekannten hatten, aber für jetzt würden sie es akzeptieren und auf mich aufpassen. Wir verließen das Zimmer und ich sah gleich, dass die anderen Mitglieder unseres Klans die Gänge zu unserem Quartier bewachten.
Sie folgten uns in den Thronraum. Wir würden Carlisle bitten, mich bei meiner Schwangerschaft zu betreuen, da wir nicht genau wussten, wie viele Vampirgene durch kommen würden und wir kein Risiko eingehen wollten. Außerdem bestand bei einem normalem Arzt die Gefahr, dass er etwas über Vampire erfahren würde.
Mein Großvater stimmte zu, nachdem er unsere Entscheidung, das Kind zu behalten, verstand. Aro und Marcus stimmten Großvater zu. Aro war vermutlich einfach fasziniert von der Idee eines Hybriden.
Sie erklärten mir, dass Demetri versuchte, Edward, Alice und Victoria aufzuspüren. Er war mit Felix, Santiago und ein paar von der unteren Wache unterwegs. Ich hoffte, sie würden sie finden, bevor noch mehr Probleme entstehen würden, aber ich hatte das Gefühl, dass wir nicht so viel Glück haben würden.
Carlisle meinte jedoch, dass wir vor meiner nächsten Untersuchung ein paar Wochen warten sollten. Da das Baby noch nicht großgenug für eine Ultraschalluntersuchung wäre.
Mein Seelenverwandter knurrte wütend bei dem Gedanken, warten zu müssen, stimmte dann aber widerwillig zu. Jasper bestand aber darauf, dass meine nächste Untersuchung genau zwei Wochen später stattfinden sollte.
Die zwei Wochen flogen nur so vorbei. Jane klebte regelrecht an mir, sie knurrte sogar Jasper an, wenn wir alleine sein wollten. Die drei Jungs fragten andauernd, ob ich etwas brauchen würde. Die Hälfte der Zeit ließen sie mich nicht mal ausreden und sie brachten mir noch drei oder vier Sachen mit, um die ich sie gar nicht gebeten hatte.
Jasper setzte sich durch und bestand darauf, dass wir in der Nacht alleine sein würde, da auch er etwas Zeit mit mir verbringen wollte. Er hielt mich die meisten Nächte einfach im Arm und erklärte, dass ihn mein Herzschlag beruhigte und er sich dadurch entspannen konnte.
Rose und Char stellten sicher, dass ich nicht gestresst wurde. Sie hatten jede Menge Schwangerschaftsbücher gelesen und sie waren davon überzeugt, dass ich keinem Risiko ausgesetzt werden würde, solange sie es verhindern konnten.
Emmett und Peter waren einfach nur da. Sie zogen mich andauernd auf und ich wusste, sie versuchten die Dinge so normal wie möglich zu halten. Es half mehr als sie wussten. Während manche Sachen, die sie sagten, sehr peinlich oder einfach nur ekelhaft waren, wusste ich, dass sie es versuchten und das war alles, was für mich zählte. Ich wusste auch, dass das ihr Weg war mich zu beschützen, da sie immer in meiner Nähe waren.
Und das war erst mein Klan. Die Volturi waren mindestens genauso schlimm. Jedes Mal, wenn eine der Wachen mich sah, fragten sie mich, ob ich etwas brauchte und manche folgten mir auch einfach überall hin, auch wenn mein Klan immer um mich war.
Die einzigen, die nicht um mich waren, waren die Wachen, die nach dem desillusioniertem Duo und Victoria suchten. Ich erhielt mindestens einen Anruf am Tag von Demetri, Felix und Santiago, die wissen wollten, wie es mir ging und sicher gehen wollten, dass ich beschützt wurde.
Irgendwann kam dann der Tag der ersten Untersuchung bei Carlisle. Ich wachte auf und stürmte sofort ins Bad. Ich hatte gehofft, diesen Teil der Schwangerschaft vermeiden zu können , aber anscheinend musste ich auch durch die morgendliche Übelkeit. Das war das erste Mal, dass ich mich übergeben musste, hoffentlich würde es nicht so weiter gehen. Wunschdenken, ich weiß.
„Wie fühlst du dich?" Begrüßte mich Carlisle, als er mit der Hälfte der Vampire ins Schloss herein kam.
„Gut", grummelte ich. Mein Magen drehte sich immer noch.
„Hattest du morgendliche Übelkeit?" Fuhr er mit seinen Routinefragen fort. Ich beantworte sie alle so gut ich konnte und mein Klan gab auch ihren Senf dazu. Carlisle kicherte nur, wenn einer von den anderen eine Frage beantwortete, aber mich reizte es immer mehr.
„Raus mit euch!", schrie ich „Alle raus jetzt!" Die Überfürsorglichkeit reichte mir so langsam, Ich sah den Blick meines Seelenverwandten, meiner Kinder und dem Rest unseres Klans. Ich wusste, sie waren erstaunt, ich hatte sie noch nie so angeschrien, aber mir wurde es einfach zu viel.
„Liebling", sagte Jasper mit beruhigendem Unterton, trieb dann aber doch alle nach draußen, als er meinen Blick sah und meine Emotionen fühlte, die ich zu ihm trieb. Auch er blieb draußen.
„Bella" Carlisle näherte sich mir vorsichtig. Ich wusste, dass es an der Zeit war, die Untersuchung zu beenden.
„Es tut mir Leid, Carlisle", entschuldigte ich mich, aber es war mir dies mal nicht peinlich. „Es begann mich zu erdrücken. Sie sind alle so besorgt, dass ich kaum noch atmen konnte, ohne dass jemand um mich herum war, um sicher zu gehen, dass ich mir keinen Muskel dabei zehrte."
„Verständlich" Carlisle nickte, bevor er zurück in den Doktormodus wechselte. Wir beendeten die Fragerunde, und er nahm mir Blut ab und maß mich. „Bella, deinen Maßen zufolge müsstest du in der zehnten Woche und nicht in der fünften sein, wie wir dachten."
„Oh" Ich war mir nicht sicher, was er damit meinte. „Jasper, kannst du bitte wieder reinkommen?" Ich sprach normal, da ich wusste, dass alle vor der Tür warteten.
„Also, anstatt in der fünften Woche zu sein hat sie es schon verdoppelt?" Jasper kam gleich zum Punkt. „Was bedeutet das?"
„Warum machen wir nicht erstmal den Ultraschall, bevor wir Vermutungen anstellen?" schlug Carlisle vor.
„Was stimmt denn nicht?", verlangte Jasper zu wissen. Ich konnte nicht viel sehen, dachte mir aber, dass Jasper etwas in Carlisles Gefühlen war genommen hatte.
„Der Ultraschall funktioniert nicht", seufzte Carlisle. „Irgendetwas schützt das Baby und verhindert, dass der Ultraschall funktioniert."
„Also fliegen wir im Blindflug?" Ich konnte nicht anders als zu fragen. Ich wusste, dass dadurch die Spannung nur noch schlimmer werden würde, vor allem weil die Schwangerschaft scheinbar schneller ablief als bei Menschen.
Meine Frage blieb unbeantwortet, aber wir wussten alle, dass ich Recht hatte. Carlisle beschloss, mich wöchentlich zu untersuchen um die Geschwindigkeit meiner Schwangerschaft abzuschätzen. Für mich war das OK.
In der nächsten Woche wurde ich nur über eine Distanz mit Aufmerksamkeit bedeckt. Ich konnte meinen Großvater, Marcus und Aro davon überzeugen, dass die Volturi Wachen sich zurückziehen mussten, da ich sonst das Schloss verlassen würde. Sie hatten mich wohl ernst genommen.
Mein Klan war etwas anderes. Ich wollte sie um mich haben, um meine Schwangerschaft mit ihnen zu teilen, aber ich wollte nicht, dass sie sich andauernd Sorgen machten. Mit Emmett und Peter ging es mir immer noch gut, da sie scherzten und mich so ablenkten. Sie fragten keine unnötigen Fragen oder bedrängten mich, wie Rose und Char es machten. Von meinem Klan hatte ich, abgesehen von meinem Engel natürlich, Emmett und Peter am liebsten um mich.
Rose und Char blieben zurück. Nachdem ich während meiner ersten offiziellen Untersuchung so durchgedreht war, waren sie mir nicht mehr so nahe gekommen. Ich sah sie die ganze Zeit, meistens waren sie hinter mir, und passten aus der Distanz auf mich auf. Sie brachten mir immer Essen in das Zimmer, in dem ich schlief. Ich wusste, dass sie ihre Vampirgeschwindigkeit benutzten, um das zu erledigen, ohne dass ich sie bemerkte. Irgendwie war ich dankbar dafür, aber ich vermisste sie auch und wusste, dass ich einen Mittelweg finden musste.
Mit meinen Kindern war es nochmal etwas ganz anderes. Ich hatte nicht das Herz, sie von mir weg zu schicken, wie Rose und Char. Ich verbrachte jeden Tag Zeit mit ihnen, manchmal nur mit einem alleine und manchmal mit allen zusammen. Ich war immer noch davon überzeugt, dass sie miteinander auskommen würden und es schien, dass sie es versuchten, wenn auch nur für mich. Ich sah die Angst in ihren Augen, aber sie nahm von Tag zu Tag etwas ab, nachdem sie sahen, dass ich meine tägliche Routine hatte.
Mein Seelenverwandter schien immer zu wissen, was ich gerade brauchte. Er brauchte mich nicht, um ihm zu versichern, wie es mir ging und er zeigte auch seine eigenen Sorgen nicht, wie die anderen. Natürlich wusste ich, dass er das nur machte, weil er meine Emotionen fühlen konnte, aber es war eine schöne Abwechslung davon, wie mich die anderen behandelten. Ich vermutete außerdem, dass das Verhalten meines Klans und der Volturi damit zusammenhing, dass mein Seelenverwandter meine Wünsche und Forderungen mit seinen eigenen Drohungen durchsetzte.
„Guten Morgen", flüsterte mein Seelenverwandter, während er meinen Hals liebkoste. Ich liebte es, so aufzuwachen, vor allem nach dem ich ihn eines Abends davon überzeugt hatte, dass ich noch gewisse Bedürfnisse hatte und er nachgegeben hatte. Danach war der Morgen eine meiner Lieblingszeiten des Tages.
„Morgen", seufzte ich zufrieden zurück. Ich wusste, dass der Tag begonnen hatte, aber das hieß noch lange nicht, dass es mir auch gefallen musste.
Eine Woche war vergangen und ich hatte die nächste Untersuchung bei Carlisle. Da er eine Blutprobe nehmen musste, verlangte er, dass ich direkt zu dem extra für mich eingerichteten Untersuchungsraum kommen sollte und mein Frühstück erst danach essen sollte.
„Nun, deinen Maßen zufolge bist du in der zwölften Woche", sagte Carlisle nach der Untersuchung. Die einzige Person, die sonst noch anwesend war, war Jasper, die anderen beschlossen, dass es nach der letzten Woche das Beste wäre, draußen zu bleiben. „Sonst sieht alles gut aus. Ich möchte mit den wöchentlichen Untersuchungen weitermachen, aber ich würde sagen, dass diese Schwangerschaft viel kürzer als eine normale menschliche Schwangerschaft verlaufen wird. Solange sie nicht noch schneller vorangeht, sollte alles gut gehen."
Jasper und ich bedankten uns und gingen hinaus, wo unser gesamter Klan und die Volturi Könige bereits warteten. Ich konnte sehen, wie erleichtert alle nach Carlisles medizinischer Prognose waren. Ich hoffte, dass das ein Wendepunkt für meinen Klan wäre und die Spannung verschwinden würde.
