AN: Hallo alle miteinander, anscheinend habe ich mit dem letzten Cliffhanger einen winzigen Nerv getroffen, der den ein oder anderen aus der Reserve gelockt hat und ihn dazu bewegt hat mir seine Meinung zu sagen. Die Vielzahl von Kommentaren hat mich ungemein gefreut und ich hoffe es wird nicht immer ein gemeiner Cliffhanger von Nöten sein um euch zu Wiederholungstäter zu machen.

Noch einmal vielen Dank an den freakwriter77, der mich auf den ein oder anderen Fehler in diesem Kapitel aufmerksam gemacht hat. Ohne dich wär es peinlich geworden. ;-)

Jetzt will ich aber nicht mehr von eurer Zeit stehlen und wünsche deshalb viel Spaß beim lesen.


Kapitel 14: Die Jagd

Für eine Sekunde glaubte Harry, dass sein Herz für immer stehen bleiben würde, das die Welt zersplittern würde wie ein Spiegel, das die Scherben seines Lebens auf ihn nieder regnen würden, doch nichts von dem passierte. Stattdessen nahm sein Herz die Arbeit wieder auf. Erst langsam, dann immer schneller und schneller floss sein Blut durch die Adern. Er strich Hermine eine Strähne aus dem Gesicht und spürte wie sich die Wärme aus dem leblosen Körper seiner Freundin verflüchtigte.

Gleichzeitig wurde etwas in ihm entzündet. Erst zögerlich, verhalten, zaghaft, dann fanden die Flammen Nahrung. Wie in einer seiner Okklumentikstunde bei Snape zogen die Bilder von Hermine an seinem inneren Auge vorbei und mit jedem Eindruck loderten die Flammen höher empor. Hass und Wut krochen aus den Ecken, in die Harry sie verbannt hatte und keine Technik zur Beherrschung von Emotionen konnten sie davon abhalten. Harrys Fäuste ballten sich und etwas in ihm trat hervor, dass er vorher nicht einmal in seinen dunkelsten, schrecklichsten Alpträumen erdacht hatte.

Rache war ein bekanntes Gefühl für Harry. Er hatte sich oft rächen wollen, sei es an Voldemort, den Dursleys, den Malfoys und anderen, aber was er in diesem Moment empfand überstieg das Gefühl von Rache bei weitem. Auch Kampflust war Harry nicht fremd. Er hatte sie im Duell mit den Todessern und im Kampf mit den Dementoren gespürt, aber auch das traf nicht den Kern der Sache.

Er fühlte etwas, dass eine Mischung der beiden Gefühle war und die sich dabei gegenseitig verstärkten. Sera, sein Mentor, seine Stimme der Vernunft, am Anfang sein Meister, wurde zum Schweigen gebracht und in eine entfernte Ecke seines Verstandes gebracht. Der Geist, der Harry beschützt, trainiert und in allen Belangen unterwiesen hatte, wurde Opfer seines eigenen Erfolges. Konnte er noch zu Beginn alles in Harrys Kopf kontrollieren, verändern und formen, war er jetzt hilflos gegen die Macht, die Harry überwältigte.

Die Lehrer, die Schüler und die Mönche, die sich um das getrennte Paar versammelt hatten, wichen zurück als sie das Unheil verkündete Prickeln auf der Haut spürten, das die lethargische Stimmung, die seit dem Abgang von Harrys Spiegelbild in der Halle dominierte, durchbrach und sich stetig verstärkte. Harry ballte die Hände erneut zu Fäusten und richtete sich schwungvoll auf, den Kopf immer noch gesenkt. Die, die Gegenüber von ihm standen, sahen wie sich sein Gesicht im Schatten veränderte. Seine leuchtend grüne Augen glichen denen, die vorher sein Pendant von ihm unterschieden hatten.

Dann hob Harry den Kopf und sog probeweise die Luft durch die Nase ein, wie ein Hund auf Fährtensuche. Er nahm sein Umfeld plötzlich ganz anders war. Seine Sicht zeigte wieder die Linienmuster, die er von früher kannte, doch jetzt kam noch etwas dazu. Er konnte die Magie nicht nur sehen, sondern auch riechen. Die Halle war von hunderten von Gerüchen erfüllt und jeder war ein wenig anders. Einige mehr ölig, andere mehr wie Blütenduft und einer roch nach Blut und Macht und unterschied sich gar nicht sehr von seinem eigenen Duft.

Nicht mehr das Wahrnehmen eines Kämpfers, sondern die Sinne eines Raubtieres, dachte Harry und fasste damit seine Veränderungen in Worte. Und wie ein Hai noch den einen Blutstropfen zwischen den 10 Millionen Wassertropfen findet, fand Harry die Spur, die er suchte im dichten Netz der magischen Linien. Er justierte seine Sicht und die Farbe der Netze und Fäden verblassten bis nur noch eine Linie blutrot in der Luft schimmerte und sich bis zum Horizont seiner Sicht zog, die nicht von den dicken Wänden um ihn herum beeinträchtigt wurde. Am dichten Geflecht der Schutzzauber von Hogwarts wurde die Spur kurz unterbrochen, als sein Schatten die Grenze überschritten hatte.

Ohne einen Plan zu entwickeln oder sich Gedanken über den Anti-Apparationsschild um ihn herum zu machen, folgte er der Spur und war einen Augenblick später in einer dicht bebauten Umgebung. Schreie drangen an seine Ohren und Rauch in seine Nase. Sein Gegenstück hatte keine zwei Minuten Vorsprung gehabt und trotzdem entfaltete sich ein Chaos wie nach einer ausgewachsenen Straßenschlacht vor seinen Augen.

Autos waren umgeworfen und gegen Häuser geschleudert worden. Leichen lagen überall verteilt. Eine Gruppe von fünf Leuten trug farbenfrohe Umhänge, die von Blut rot gefärbt waren und deren Körper aussahen als ob sie von einer großen Faust geknetet worden wären. In Mitten des Schauspiels von sinnloser Zerstörung stand sein Schatten mit ausgebreiteten Armen. Zwei Autos schwebten in der Luft und auf eine Geste seines Pendants wurden sie zu fliegenden Geschossen.

Mit einem Krachen riss der eine PKW eine Laterne um und der andere zerschmetterte die Front eines Geschäftes. Auf der Suche nach neuen Waffen drehte sich sein Ebenbild um und entdeckte Harry, der wie angewurzelt dastand. Der Schatten grinste sein kaltes Grinsen und nahm eine leicht gebeugte Haltung ein, aus der er Harry mit halbgeschlossenen Augen musterte. „Du kannst mich ja doch überraschen. Ich hatte damit gerechnet, dich erstmal los zu sein", erklärte Harrys Kehrseite. „Hätte ich gewusst, das du mir sobald folgen würdest, hätte ich es hier ein wenig, sagen wir, freundlicher hergerichtet", höhnte der andere, als Harry sich immer noch nicht rührte.

„Du hast einen Fehler gemacht", sagte Harry schlicht und einfach, während sein Hirn einen Schlachtplan entwickelte. Sein Schatten lachte sein raues Lachen ohne aber in seiner Aufmerksamkeit nachzulassen. „Ich habe keinen Fehler gemacht. Die haben einen Fehler gemacht", sagte sein Gegenüber und deutete auf die toten Zauberer, „weil sie nicht stark genug waren gegen mich zu bestehen." Harry blieb stumm, denn keine Antwort wollte ihm einfallen. „Das ist der Lauf der Natur. Die Starken überleben und die Schwachen dienen. Lord Voldemort hat das erkannt, warum nicht auch du?", fragte sein Schatten und Harry wurde von einem Hauch von Macht umweht.

Harry überging das implizierte Angebot einfach und erwiderte, „Du hast kein Recht dich auf die Ordnung der Natur zu berufen. Du bist noch unnatürlicher als Voldemort, dem du dienst." Der Kehle seines Gegenübers entwich ein tiefes Grollen und sein Pendant entgegnete hitzig. „Ich diene niemanden!" Harry blieb ruhig, beseelt von der Kälte des Raubtieres und sagte gelassen, „Du belügst dich selbst. Deine ganze Existenz ist eine Lüge." Harry wollte noch mehr sagen, aber es ploppte mehrmals und eine Gruppe Aurorer erschien auf dem Schlachtfeld.

Harry registrierte sofort die Veränderung im Machtgefüge und wie sich die Waagschale zu seinen Gunsten verschob. Doch sein Ebenbild verfügte über die selben Ressourcen wie er. Gerade als der Erbe Gryffindors angreifen wollte, verschwand sein Konterpart, aber es war ein Kinderspiel für ihn die Verfolgung aufzunehmen. Er folgte einfach der Spur, die sein anderes Ich hinterließ und erschien wenige Meter von diesem entfernt in einer weiteren dicht bebauten Straße, die von Geschäften gesäumt wurde. Die Passanten hielten inne und sahen neugierig zu den beiden Neuankömmlingen, die mitten auf der Fahrbahn aufgetaucht waren und sich wie eineiige Zwillinge glichen.

Harry und sein Gegenstück nahmen die Menschen kaum wahr. Für sie war im Moment nur der andere von Bedeutung. „Was ich noch sagen wollte bevor du so schnell die Flucht ergriffen hast. Du bist nicht der, für den du dich hältst. Du bist mein Schatten und solltest nie Substanz erlangen. Aber das ist jetzt unwichtig. Viel interessanter ist die Frage, ob du über deine Worte schon mal nachgedacht hast. Wenn der Schwache dem Starken dient, warum dienst du dann diesem Möchtegern Lord?", fragte Harry und seine Spitze traf das Ziel. „ICH DIENE NIEMANDEN!", schrie sein Ebenbild. In dem Moment brauste ein Auto laut hupend an ihnen vorbei und ließ ihre Umhänge flattern.

Harry bewertete die neue Situation, aber die Veränderung war nicht so gravierend, das sie einen Kampfbeginn zu seinen Gunsten einleiten konnte. „Wenn das so ist, warum lebt dann Lord Voldemort noch? Du bist mächtiger als er und das weißt du auch", vermutete Harry. „Natürlich bin ich mächtiger", erwiderte sein Ebenbild mit blitzenden Augen und verriet Harry was er wissen musste. Wie sein Pendant es verstanden hatte, seine Züge zu erahnen, gewann auch Harry die Fähigkeit sein anderes Ich einzuschätzen. „Du bist ein magisches Geschöpf, ein Schatten und das alte Halbblut Riddle weiß, wie man dich in den Limbus zurückschickt, habe ich Recht?" Diesmal war es an seinem Gegenüber zu schweigen und in einiger Entfernung hörte Harry Sirenen, die sich schnell nährten. Es entstand eine kleine Pause und trotzdem wählte Harry seine nächsten Worte unbedacht

„Also ist es noch schlimmer als ich dachte. Du dienst nicht, du kriechst vor ihm", höhnte Harry und sein Mund verzog sich zu einem leeren Lächeln. In dem Moment bog ein Streifenwagen der Polizei mit Blaulicht und quietschenden Reifen hinter Harrys Gegenstück in die Straße ein. Als die Bremsen des Autos kreischten, begann der Schatten den Kampf. Mit der einen Hand schleuderte er einen Todesfluch auf Harry und mit der anderen beschrieb er eine Wurfbewegung und das Polizeiauto flog über ihn hinweg genau auf Harry zu.

Wie zuvor fing Harry den Todesfluch mit der Eisen ummantelten Hand auf und nutzte seinen Zauberstab um das Auto unbeschädigt auf den Boden zurückzusetzen. Der Vorgang dauerte einen Augenblick zu lang und sein Pedant begab sich in den Nahkampf. Den ersten Schlag fing Harry mit der freien Hand auf, doch der zweite traf ihn mitten ins Gesicht und er wurde zurückgeschleudert. Noch während er flog, katapultierte sich der Erbe Gryffindors mit einem Zauber in die Luft, doch die Vorsichtsmaßnahme erwies sich als unnötig.

Als er wieder auf den Füßen stand, saß er wie sich sein verwirrtes Spiegelbild aufrappelte. Harry reagierte dank seiner neu gewonnen Ruhe schneller, richtete seinen Zauberstab auf den Schatten und rief „Reducto". Sein Gegner sah den Fluch kommen, doch wich nicht aus. Bevor Harry sich über seinen Treffer freuen konnte, wurde er, wie sein Ebenbild, von dem Sprengfluch getroffen und wieder zurückgeschleudert. Kehrseite meiner Medaille, oh nein, dachte Harry, während er sich erneut vom Boden aufrappelte. „Das hätte ich dir auch vorher sagen können", eröffnete Sera, der sich aus seinem mentalen Gefängnis befreien konnte, nonchalant.

Sera, nicht jetzt", fuhr Harry seinen Mentor an und begann die Distanz zwischen sich und seinem Pendant zu verringern. „Ich-" „Shh", machte Harry und Sera blieb ruhig. Mittlerweile hatte sich eine Menschenmenge versammelt um dem unerklärlichen Schauspiel beizuwohnen und ein zweiter Wagen der Polizei nährte sich in Harrys Rücken. In der Zwischenzeit waren die zwei Polizisten aus dem ersten Wagen herausgekrabbelt und je einer von ihnen richtete die Pistole auf einen der Zauberer.

„Stehen bleiben und Hände über den Kopf. Sie sind verhaftet", erklärte der eine Polizist und flog eine Sekunde später durch das Schaufenster hinter ihm. Sein Kollege ließ die Waffe plötzlich wie einen heißen Stein fallen und starrte verwirrt auf seine verbrannte Hände, bevor er die Flucht ergriff. Die Menschenmenge ließ sich davon nicht verschrecken, hielt aber respektvollen Abstand. „Du hast ein Problem", eröffnete Harry seinem Spiegelbild. „Wir haben ein Problem", korrigierte sein anderes Ich ungehalten und sah sich kurz um.

„Mir wird es zu ungemütlich", erklärte der Schatten plötzlich und verschwand, doch Harry war darauf vorbereitet und war keine Sekunde hinter ihm. Da Harry seinen Ausgangspunkt bestimmen konnte, tauchte er hinter seinem Gegner auf und richtete seinen Stab auf dessen Hinterkopf. „Wie hat der Muggel gesagt? Keine Bewegung!", wies Harry sein Pendant an, doch dieser lachte nur. „Was willst du tun? Mich töten?", Harry runzelte die Stirn und sein Ebenbild schien es zu spüren, „wir wissen doch jetzt beide, was passieren würde." Harry wollte nicken, denn der andere hatte Recht.

Dann kam Harry eine Idee, die ihn fesselte, weil sie einen Ausweg aus der neu entdeckten Misere eröffnete. So abgelenkt, merkte er erst zu spät, wie sein Gegenüber sich drehte und ihm den Zauberstab aus der Hand schlug. Harry wich ein, zwei Schritte zurück, um dem Griff des anderen zu entkommen. Das Schwert glitt aus seinem Arm und der Schatten zog überrascht die Augenbrauen hoch. „Das wird interessant", sagte Harrys Spiegelbild, nahm eine lauernde Haltung ein und wartete auf Harrys Aktion.

Der ließ seine Waffe durch die Luft kreisen, als ob er sie zum ersten Mal sehen würde. Verwirrung stahl sich in die Augen des Schattens, als Harry ihn dann plötzlich mit einem Schwertwirbel attackierte. „Was soll das werden?", wunderte sich sein Gegner, während er über einen Schwertstreich von Harry hinweg sprang. „Bist du lebensmüde?", fragte der Schatten mit einem Hauch von Panik in der Stimme, als Harry noch einmal einen tiefen Schlag führte, den er wieder mit Leichtigkeit übersprang. Harry antwortete nicht, sondern umrundete seinen Gegner während er das Schwert ständig durch die Luft sirren ließ und mit der anderen Hand in der Luft herumfuhr, als ob er Spinnenweben wegwischen würde.

Dann hörte Harry so plötzlich mit dem Angriff auf wie er begonnen hatte und das Schwert verschmolz wieder mit seinem Arm. „Lass uns weiterreden", bot Harry mit einem kalten Lächeln an. Sein Gegenüber zog die Augenbraue hoch und nickte mit einer Mischung aus Misstrauen und Überraschung, gespannt was sein Ebenbild beabsichtigte. „Wir sollten unser Problem einmal in Worte fassen nur um klare Verhältnisse zu schaffen. Lord Voldemort hat dir mit Hilfe des Spiegels Nerhegeb eine körperliche Form gegeben und hat dich geschickt um mich zu töten und dann möglichst viel Chaos anzurichten. Verzieh nicht so das Gesicht, ich bin mir sicher, dass ich Recht habe", erklärte Harry und das Gesicht des Schattens wurde eine neutrale Maske.

„Wir wissen jetzt, dass du mich nicht töten kannst ohne selbst zu sterben und damit ist dein Auftrag gescheitert und du bist für Tom nutzlos, was, sobald er davon erfährt, zu deinem sofortigen Verschwinden führen wird, weil er nicht riskieren kann die Kontrolle über dich zu verlieren. Das ist dein Problem. Mein Problem ist, dass ich DICH nicht töten kann ohne dabei MEIN Leben zu verlieren, ich dich aber auch nicht laufen lassen kannst, weil du zu viel Schaden anrichten könntest." Die Lippen seines Pendants kräuselten sich ob der letzten Aussage, die er als Kompliment auffasste.

„Ein kluges Resümee. Ich werde über deine Worte nachdenken", eröffnete sein Ebenbild Harry und schickte sich an zu apparieren, aber Harrys Arm fuhr nach oben und die freie Magie um seinen Schatten herum bildete ein dichtes Netz über dessen Kopf und der Apparationsversuch endete in einem kleinem Hüpfer. Während sein Ebenbild sich noch wunderte was passiert war, flogen Harrys Finger in einem komplexen Muster hin und her und webten aus den losen Enden der Magie, die er zuvor mit dem Schwert zerschnitten hatte, ein dichtes Netz, dass sein Spiegelbild vollkommen umfing.

Als seine Arbeit beendet war, kehrte seine Sicht zum normalen Spektrum zurück und Harry sah, wie der Schatten mit einem mörderischen Schimmer in den Augen auf ihn zustürmte und dann von einer unsichtbaren Mauer zurückprallte. Der Zauberer grinste seinem Ebenbild zu, das grad ganz und gar nicht gut aufgelegt war. „Ich schein doch noch etwas Hinterhältigkeit behalten zu haben, aber meine Unentschlossenheit muss ich auf dich abgewälzt haben", feixte Harry und ging um das improvisierte Gefängnis herum.

„Du glaubst doch nicht, dass mich das lange aufhalten wird", entgegnete sein Pendant und schlug gegen die magische Wand. „Doch tu ich, denn so sehr wir uns auch gleichen mögen, dir wird immer etwas elementares fehlen", sagte Harry und nahm zum ersten Mal die neue Umgebung war. Wie schon zuvor war er in einer dicht bevölkerten Straße gelandet und wieder hatte sich eine Menschenmenge von Schaulustigen eingefunden, die die beiden Unbekannten interessiert musterte. Autos waren nirgendwo zu sehen, was Harry zum Schluss führte das es sich um eine Fußgängerzone handelte.

Mit mehreren Plopps tauchte unvermutet eine Einheit Aurorer auf und den Zuschauern entfuhren Os und Ahs. Die Zauberer zeigten sich davon unbeeindruckt und richteten ihre Zauberstäbe drohend auf Harry und sein Ebenbild. „Keine Bewegung. Ihr seid des Mordes und der Zauberei vor Muggeln angeklagt und wir nehmen euch in Gewahrsam", ließ der größte und anscheinend ranghöchste Aurorer vernehmen und der Schatten schüttelte sich vor Lachen. „Hörst du das?", fragte er Harry, „wir sollen uns nicht bewegen." Harry erfasste die Situation auf Anhieb und doch konnte er das Fiasko nicht verhindern.

Für ihn war es nie ein Problem gewesen Freund und Feind zu unterscheiden, immerhin war er der eine, also blieb das Feind nur noch für den anderen übrig, aber für Außenstehende war er und seine Kehrseite gleich. Außerdem war den Aurorern die Situation unklar. Ein „Halt" entkam noch seinem Mund, aber sein Ebenbild hatte drohend den Arm gehoben und gleich drei Aurorer schickten Betäubungsflüche in seine Richtung um ihn unschädlich zu machen, erreichten aber genau das Gegenteil.

Die Zauber durchschlugen das magische Netz, das den Schatten festgehalten hatte und von innen unantastbar war und der magieleere Raum wurde wieder mit dem magischen Gewebe verknüpft. Die Stunner trafen sein Ebenbild und Harry fühlte seinen einen Arm und den Rücken taub werden und dann verschwand sein Spiegelbild und Harry ließ die Schultern hängen. Enttäuschung breitete sich in seinem Geist aus und die kalte Ruhe des Raubtieres war verflogen. Stattdessen brodelte Wut in ihm auf und die hatte ein ganz bestimmtes Ziel.

„Ihr Idioten", brüllte Harry seinen Frust raus und ging auf den Anführer des Kommandos zu, die auf ihn gerichteten Zauberstäbe ignorierend. Mehrere Flüche wurden auf ihn abgeschossen aber Harry schüttelte die Wirkung einfach ab oder die Metallhaut des Schwertes schützte ihn. Jedenfalls erreichte er ohne Schwierigkeiten den Mann, der durch Harrys Blick paralysiert wurden war. Harry packte den Mann, der zwar genauso groß war wie Harry, aber in dem Moment viel kleiner wirkte, beim Kragen und schüttelte ihn. „Ist ihnen klar, was sie grade getan haben? Sie haben grade dem Mann zur Flucht verholfen, der einen Haufen Menschen umgebracht hat und schon gefangen war. Gott, warum muss ausgerechnet heute das Ministerium seinen schnellen Tag haben?", stieß Harry hilflos aus und schleuderte den Mann weg.

Dann sah Harry keinen Sinn mehr dort zu verweilen, las seinen Zauberstab auf und verschwand einfach nach Gryffindor Castle ohne das die Aurorer etwas tun konnten.


„Warum hat Harry den bösen Schatten nicht weiter verfolgt?", fragte James nachdem Harry ihm die ganze Geschichte erzählt hatte. Warum er sich dem Hauselfen geöffnet hatte? Er wusste es nicht genau, aber er glaubte, dass die Treue und Ehrlichkeit, die ihm der kleine Elf entgegenbrachte der Grund dafür war. „Es hätte keinen Sinn gehabt. Für den Moment kann ich nichts gegen ihn machen und ich weiß, dass er nicht gelogen hat, als er gesagt hat, er würde über meine Worte nachdenken. Vorerst sind keine Menschen in Gefahr", sagte Harry, auch wenn es mehr dazu diente sein Gewissen zu beruhigen, denn als Erklärung.

„Aber die Gefahr ist nicht gebannt", gab James zu bedenken und schlug dabei einen Ton an den Harry noch nie bei einem Hauselfen vernommen hatte. „Ja, und deshalb sollte mir schnell etwas einfallen, aber vorerst gibt es noch andere Angelegenheiten um die ich mich kümmern muss", erklärte Harry und in Gedanken fügte er hinzu, Manchmal muss das Ich das wichtigste sein und die Welt muss hinten anstehen.


Sooo, das wars schon wieder. Ich hoffe es hat euch einiger Maßen gefallen und in euch das Bedürfnis geweckt mir etwas mitzuteilen. Ich bete, dass der immer noch sehr hohe Anteil der Schwarzleser weiter abnimmt und sich der ein oder andere unter euch sich auch noch auf meiner Liste der meist geschätztenden Leser aka Reviewer (befindet sich auf meiner Profilseite) einträgt.

An dieser Stelle möchte ich allen Leuten, die bisher kommentiert haben, meine Hochachtung und Dankbarkeit aussprechen. Einige Kommentare haben mich zum grübeln gebracht und alle andere waren kleine Stiche der Schuld wenn ich mal wieder sinnlos vor dem PC gehangen habe und nicht an dieser Geschichte gearbeitet habe.

Bis zum nächsten Mal, euer Daly