Ich entschuldige mich unterwürfigst für die Verzögerung, aber eine gemeingefährliche Lateinarbeit stand meinen Update-Ambitionen im Wege … Kurz gesagt, beschwert euch beim Kultusministerium!
Mir gehört nichts von alledem und ich verdiene kein Geld damit.
Dies sind alles Aussagen und Gedanken der handelnden Personen und nicht meine persönliche Meinung.
*Ja, ich bin so abergläubisch, das ich das 13. Kapitel streiche ...
Für C.
14*. Kapitel
Gewinner, Verlierer, Panik und Züge
DON'T PANIK!
Per Anhalter durch die Galaxis – Douglas Adams
Zwei Tage später standen die Ergebnisse fest. Die Schule verwandelte sich in Sekundenschnelle in einen Ameisenhaufen, die Schüler (und auch manche Lehrer) rannten den ganzen Tag mehr oder weniger Panisch durch die Flure, Gänge, Korridore und Hallen, Treppen und Stiegen und Rampen rauf und runter, in Klassenräume und Büros und versehentlich auch mal in die Besenkammern hinein und hinaus, und die ganze Schule verschwand unter einem Meer aus flitzenden, schwarzen Umhängen. Auch die, die eigentlich einen ruhigen Kopf bewahrten wurden von den anderen angesteckt. Wer wurde versetzt, wer blieb sitzen? Wer bestand die ZAGs? Wer schaffte seinen Abschluss, wer nicht? Und die wichtigste Frage von allen: Wer gewann die Wette? Von einer Nacht auf die Andere waren alle Bewohner Hogwarts kopflose Hühner geworden.
An diesem vorletzten Tag war es wieder wie am ersten: Alle verliefen sich vor Panik. Amy verschlief, Sirius fiel die Treppe, die gleichzeitig nach oben und nach unten führte herunter, James und Malcom fanden den Weg zum Frühstück nicht und Lily ging irgendwo im dritten, Remus irgendwo im fünften Stock verloren. Irgendwann trudelten sie dann aber doch alle verschlafen, hungrig, verwirrt und voller Schrammen und blauer Flecken zum Unterricht. Es wurde eben einfach nie besser.
Jetzt hieß es: Gnadenfrist abgelaufen! Die Zeugnisse sollten verteilt werden, doch dummerweise hatte sich sogar Professor McGonagall von der Panik anstecken lassen (man muss ihr zugute halten, sie war ja erst seit etwa 14 Jahren an der Schule) und stat den Zeugnissen der ersten Klasse der Gryffindors die der zweiten Klasse der Hufflepuffs mitgebracht, was sie allerdings erst bemerkte, als der erste Schüler (Avida Klay) (Warum wird in dieser verrückten Schule bloß alles nach dem Vornahmen sortiert? Hoffentlich setzt Vater bald eine Reform durch, zu irgendwas muss er ja nütze sein, dachte Sirius. Er hatte es satt immer Vorletzter zu sein.) ihr Zeugnis einfach nicht abholen wollte. Also ging die Panik frohgelaunt weiter.
Irgendwann waren auch die letzten Zeugnisse gefunden und aus allen paradoxen Ecken der Schule zusammengetragen (Bellatrix wundertet sich wirklich sehr, warum ausgerechnet ihr das Zeugnis von Remus in die Hände viel.) und alles Chaos so gut wie möglich beseitigt, nur um Platz für das nächste zu schaffen.
Während Malcom schon auf sein Zeugnis starrte kaute Sirius neben ihm noch auf seinen Fingernägeln. James fuhr sich ausgesprochen oft durch die Haare und Remus zuckte immer zusammen wenn jemand aufgerufen wurden.
„Und?", fragte Sirius.
„Mmpf. Weiß nicht."
„Was soll das denn heißen?", fragte der Schwarzhaarige alarmiert.
„Ja, ich weiß nur mal wieder nicht genau,w as ihr knallköpfigen Zauberer von mir wollt.", definierte Malcom sein Gegrummel.
„Wie meinst du das?", fragte der Andere und beugte sich zu ihm hinüber. „Moment mal, hast du uns gerade knallköpfig genannt? Ach, das sind die Noten.", Sirius grinste. Er vergaß immer wieder das Malcom absolut keine Ahnung von der Zaubererwelt hatte. Schnell überflog er das Pergament. Beim dritten Punkt stutzte er.
„Du hast ein O in Zaubertränke, Astronomie, Kräuterkunde und … und Geschichte!?"
„Und?", fragte Malcom.
„Das ist die Bestnote, du Pfosten. Mein Gott, wie kannst du dir das merken?"
„Ich kann unglaublich gut Auswendiglernen. Ich konnte mit fünf fast alle Psalme und ich kann sie immer noch. Da kann man sich doch wohl so ein paar Daten merken, oder?"
Sirius starrte seinen Freund mit offenem Mund an. Es sah zwar nicht besonders Intelligent aus, aber das war ihm gerade egal.
„Ich hoffe einmal, das E nicht gerade bedeutet, das ich den IQ einer Erdkröte habe, oder etwa doch?", fragte er vorsichtig.
„Nöp.", antwortete Remus von vorne und überflog sein Pergament. „ Erwartungen übertroffen heißt das. Pass auf, jetzt bist du dran."
„Mmpf.", grummelte Malcom, was auch immer das heißen sollte.
„Sirius Black.", rief Professor McGonagall auf.
Sirius Zeugnis sah irgendwie dem seiner Freunde sehr Ähnlich. Nur das er in Zaubertränke und Geschichte kein O hatte. Dafür in Verteidigung gegen die Dunklen Künste und Zauberkunst …
„Ich frag' mich, ob Evans es wirklich geschafft hat, kein einziges A zu kriegen.", meinte James. „Wir haben nämlich -", er überblickte Sirius Zeugnis, „kein einziges ..."
„Und was noch viel lustiger ist", schaltete sich Remus ein, „das wir alle vier Os und drei Es haben … Aber nie in den gleichen Fächern."
„Du hast den Flugunterricht nicht mitgezählt."
„Der ist doch eh nur Einjährig. Und außerdem hat James da glaub' ich eh ein weiteres O und -"
„Wenn die Herren dann jetzt fertig wären … Es scheint als hätten manche noch zu Packen.", funkte Professor McGonagall dazwischen.
Das Chaos wollte sich einfach nicht lichten und das griff natürlich auch auf den Gemeinschaftsraum über, weshalb es einen Moment (oder auch ein bisschen länger) dauerte bis Evans sie fand um „abzurechnen". Sowohl die Rumtreiber als auch sie waren sich jeweils sicher, die Bessere/n zu sein. Da sieht man mal wieder, wie dolle man auf die Nase fallen kann.
„Jungs!", rief sie ihnen zu und quetschte sich zwischen zwei Fünftklässlern durch, das Neal-Mädchen dicht auf den Fersen. „Bleibt stehen!"
James hatte sich mit überschlagenen Beinen in einem Sessel niedergelassen, Sririus stand dahinter und stützte sich auf die Rückenlehne während Malcom es sich auf der Rechten Armlehne bequem gemacht hatte.
„Wo ist der vierte ab geblieben? Lupin? Whiiiii-", in diesem Moment sprang die Remus von hinten an. Nur das er eben nicht sprang. Er schlich sich an (Unglaublich leise) und pfiff ihr ins Ohr (Unglaublich Laut). Evans kreischte wie eine irre Krähe und fuhr zu ihm rum um ihn zu erwürgen.
„Konzentriere dich doch bitte kurz, Evans, damit wir das hinter uns bringen können. Wir haben auch nicht den ganzen Tag zeit.", sagte James hochmütig und schaffte es sogar gelangweilt zu gucken. Lily starrte ihn mit leicht geöffnetem Mund an. Dann rümpfte sie auf die ihr ganz eigenen Art die Nase und schob das Kinn vor.
„Vier Os und drei Es.", sagte sie eiskalt. Das können sie nicht toppen …, dachte sie.
Das kann doch nicht …
Sie will uns verarschen!
Niemals …
Shit!
Black, Lupin, Potter und McDonald schütteten sich aus vor Lachen. Lily sah hilfesuchend zu Amy hinüber. Warum lachten die jetzt bloß? Sie war sich sicher, das sie den Schulrekord geknackt hatte. Sie hatte Professor McGonagall gefragt, niemals, niemals zuvor war jemand besser als drei Os gewesen. Niemals! Sie war die beste seit der Notenreform 1886! Diese Idioten sollten aufhören sie auszulachen!
„Hört auf zu lachen!", schrie sie sie an. „Ich habe gewonnen, also hört auf zu lachen!"
„Du hast nicht gewonnen, Evans!", stieß Black hervor. Nein …
„Weil -", Potter schnappte nach Luft, „Weil wir genauso gut waren! Vier Os und drei Es!"
„Zusammen?! So haben wir nicht gewettete!"
„Nein, JEDER!"
„Wie bitte?! Wollt ihr mich eigentlich verarschen?", rief sie wütend.
„Nein!", Black hielt ihr sein Zeugnis hin. Seine Freunde folgten dicht auf. Lily schüttelte ungläubig den Kopf.
„Das geht doch gar nicht! Die Wahrscheinlichkeit, das das passiert ist so gering … die ist gleich Null … das fünf Schüler … fünf … Bestnoten ...", stotterte sie.
„Sieht so aus, als hätte niemand gewonnen.", sagte Lupin.
„Ja,", antwortete Lily, „so sieht es aus."
Sie schaffte es gerade noch nach oben in ihr Zimmer, bevor sie sich vor lachen ausschütten musste. Aber natürlich würde sie das niemals zugeben.
xXx
„Sirius! Beweg' deinen faulen Hintern endlich aus dem Bett!", brüllte James. „Du musst noch packen!"
Die Bettdecke grummelte und bewegte sich protestierend. „Tu nicht so, ich weiß das du wach bist! AUFSTEHEN!"
Remus saß auf seinem Koffer. Malcom faltete seine Hemden übertrieben ordentlich zusammen. James stand, Hände in die Hüften gestützt neben dem Bett am nächsten zum Fenster und guckte ausgesprochen ungehalten aus der Wäsche.
„Ich hab's doch gesagt, du hättest deine Sachen schon gestern packen sollen.", sagte Remus zu dem verschlafenen Wuschelkopf, der sich aus den Deckenbergen erhob.
„Wie viel Zeit hab' ich noch?", nuschelte Sirius und stolperte ins Bad.
„Fünfundzwanzig Minuten – insgesamt!", rief Malcom ihm hinterher.
„Verflucht!", Sirius sprang wie eine Furie wieder von der Tür zurück. Wenn es jemals jemand gegeben hatte, der so schnell packen konnte wie Sirius, hätte er einen Eintrag ins Guinessbuch dafür verdient, auch wenn das absolut chaotisch Ergebnis nicht wirklich herausragend war. Aber irgendwie hatte er es geschafft, innerhalb von fünfzehn Minuten alles in den Koffer zu zwängen, sich daraufzustellen und fast Kopfüber die Schnallen zu schließen. Und, wie bereits erwähnt, brauchte er gerade mal fünf Minuten um sich fertig zu machen.
Sie waren halt alle Chaoten – aber sind Jungen das nicht immer?
xXx
„Nim' die doch bitte endlich deine Quadratlatschen vom Polster.", beschwerte sich Remus bestimmt schon zum tausendsten Mal während ihrer Heimfahrt bei Sirius, der innerhalb der ersten Minute im Abteil seine Füße auf dem Sitz zwischen Remus und Malcom platziert hatte. Und bestimmt schon zum tausendsten Mal überging Sirius ihn einfach und schob sich stattdessen eine Kürbispastete in den Mund.
Malcom ignorierte die beiden und starrte aus dem Fenster auf die vorbei sausende Landschaft. Er wusste nicht genau, was er denken sollte.
Ja, er hatte Lairg vermisst, hatte das dunkle, kalte Wasser des Shin vermisst, die grünen Tiefen der Wälder, das saftige herbstgold der Felder.
Aber er würde Hogwarts viel mehr vermissen als alles andere, die Türen, Flure und Korridore, die Geheimnisse und verbotenen Wege, das knisternde Feuer im Kamin, die alten Fenster, der Geruch von Staub und Alter und Stein und Weisheit, die Weiden am See und die finster drohenden Stämme des verbotenen Waldes. Er würde sie tausendmal mehr vermissen als das kleine Zimmer unter den Dachbalken mit den knartschenden Dielen, dem klapperigen Schrank, dem Krempel und der durch gelegenen Matratze. Tausend und abertausend Mal.
„Wahhh! Mein Gott, Schlamm!", quietschte einer seiner Freunde.
Er seufzte und drehte sich wieder seinen Freunden zu. James hatte Sirius in den Schwitzkasten genommen und zwangsfütterte ihn mit Bertie Botts Bohnen aller Geschmacksrichtungen und Remus lachte sich halb tot. Malcom schmunzelte. Man brauchte die drei nur ein paar Sekunden anzusehen um alle finsteren Gedanken zu vertreiben.
Sirius fuchtelte verzweifelt mit den Armen um sich zu befreien und beide fielen auf den Boden des Abteils, die Nasen voran und mit wehenden Umhängen. Sirius erholte sich als erster, prustend vor lachen rappelte er sich auf und schubste James gleich wieder auf die Erde zurück.
„Geschieht dir recht, du Geschmacksnervkiller!", rief er triumphierend, nur um im nächsten Moment wieder zu Boden zugehen als James nämlich versuchte, sich an seinem Hosenbein hochzuziehen.
„Wie alt sind die noch mal?", fragte Malcom Remus mit skeptisch erhobener Augenbraue.
„Ich hab' keinen Schimmer.", antwortete der Kleinere und grinste.
Nach stundenlangem Hin und Her zwischen James und Sirius (Die Beiden benahmen sich besonders übermütig, denn keiner von ihnen wollte zugeben wie sehr er die anderen vermissen würde) und einem beinahe-Crash mit dem Imbisswagen fuhr der Hogwartsexpress im berühmt-berüchtigten Bahnhof Kings Cross ein. Auf dem Gleis drängten sich Eltern, Großeltern, Geschwister, Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen und was es sonst noch an verschütteter Verwandtschaft gab, nebst Haustieren, Bauchladenverkäufern und Taschendieben und dem üblichen, zwielichtigem Volk, das sich auf Bahngleisen herumtreibt aber nie einsteigt. Die vier Jungen verabschiedeten sich, wuchteten ihre größeren oder kleineren Koffer herunter und verschwanden im Getümmel, wohin auch immer sie mussten, in die mehr (James und Remus) oder weniger (Sirius) offenen Arme ihrer Familien oder weiter zu einem anderem, mehr vermuggeltem Bahnsteig, in einem Muggelzug in eine verflucht weit entfernte Stadt und dann mit einem klapprigem, scheinbar vor-steinzeitlichem Bus weiter in ein winzig kleines Dorf (Malcom).
Und es würde noch gut sechs Monate dauern, bis sie sich wieder auf eben diesem Bahnsteig treffen würden.
xXx
Reviews?
