Es ist tiefe Nacht als Sir Galahad im Schloss von König Lot eintrifft. Als er von seinem Pferd absteigt, ist er kaum in der Lage zu stehen. Seine Beine zittern vom langen Ritt. Er muss sich kurz an dem vor ihm stehenden Diener festhalten, bis ihm seine Beine wieder gehorchen. Dann atmet er tief ein und läuft in das Schloß.

Nahezu gleichzeitig ist auch Sir Percival in Königin Annis Schloß eingtroffen. Als er gerade abgestiegen ist und einem der Diener die Zügel des Pferdes gereicht hat, kommt ihm bereits Sir Gwaine, nur mit Hosen bekleidet, entgegengelaufen. Seine Haare sind wild und hängen ihm teilweise im Gesicht. Er hat bereits geschlafen, doch einer der Diener hat ihn beim Eintreffen von Sir Percival sofort geweckt. Als sich die beiden Männer gegenüberstehen, sehen sie einander kurz an, bevor sie ich in die Arme fallen. Zusammen laufen sie in das Schloß.

Etwas unheimlich ist es Sir Galahad schon zumute, als den Thronsaal des Königs Lot betritt. Als der Diener dann auch noch die Tür hinter ihm schließt, steht er allein in dem großen Raum. Er wartet. Dann endlich, nach gefühlter Ewigkeit, geht am anderen Ende des Saales die Tür auf und ein Mann gefolgt von einem Diener betritt den Saal und lümmelt sich auf seinen Thron. Sofort läuft Sir Galahad auf ihn zu und verneigt sich vor ihm. "Sir Galahad, Ritter von Camelot. Was bringt euer überraschender Besuch für Kunde?" Sir Galahad sieht auf zum König. Seine Haare sind lang und dunkel. Er ist unrasiert und gähnt. Offensichtlich hat der König schon geschlafen. "Euer Hoheit. Ich komme im Auftrag der Königin von Camelot." Jetzt setzt sich der König aufrecht hin. "Sag mir, welche Nachricht Ihr für mich habt." Der junge Ritter schluckt, dann beginnt er zu erzählen.

"Dieses fiese .. ich mache ihn fertig! Mordred, die kleine Ratte!" Sir Gwaine ist aufgesprungen. Aufgeregt läuft er jetzt in den Gästegemächern auf und ab. Sein Freund Sir Percival sitzt an einem Tisch und hat ihm soeben berichtet, was heute vorgefallen ist. Er greift nach dem vor ihm stehenden Becher und trinkt. "Ich werde sofort Annis informieren. Außerdem werde ich sofort veranlassen, dass sich meine Reiter bereit machen. Wir werden Arthur natürlich zu Hilfe eilen. Wenn wir im Morgengrauen aufbrechen, sind wir mittags an der Grenze zu Lots Königreich." Sir Percival nickt und stellt seinen Becher zurück auf den Tisch. Er seufzt bei dem Gedanken erneut einen halben Tag im Sattel zu verbringen. Unwillkürlich streicht er sich über seinen Allerwertesten. Sir Gwaine steht jetzt direkt vor ihm. "Geht schlafen." Jetzt grinst er. "Schont euren Hintern, den werdet Ihr noch brauchen." Auch Sir Percival grinst. "Wir sehen uns morgen früh. Schön wieder mit Euch Seite an Seite reiten zu können." Sir Gwaine nickt. Dann verlässt er Sir Percivals Zimmer, um sich mit der Königin zu besprechen.

Im Morgengrauen laufen zwei Ritter aus dem Schloß von Königin Annis. Seite an Seite gehen sie zu ihren Pferden. Bei ihnen stehen 50 weitere Ritter und ein Arzt mit ihren Pferden. Sir Gwaine schaut sich um. Sie sind nicht sehr viele. Aber er kann so schnell keine weiteren Reiter freimachen. Der Großteil der Armee ist im Land unterwegs um Sachsen zu bekämpfen. Dies ist nur seine persönliche Garde. Sie sind allesamt schnelle Reiter. Und schnell werden sie sein müssen. Nur der Arzt bereitet ihm ein wenig Sorgen. "Fertig Lord Ryan?" Der Arzt sieht zu seinem Pferd, zu seiner Arzttasche, dann nickt er Sir Gwaine zu. "Fertig." Sir Gwaine seufzt. "Und Ihr seid sicher, dass Ihr mitkommen wollt?" Lord Ryan sitzt auf. "Ganz sicher." Sir Gwaine ist noch immer nicht begeistert. Er sieht er noch einmal zum Eingang des Schlosses. Königin Annis steht dort und sieht ihnen bei den Vorbereitungen zu. "Gwaine?" Der Ritter nickt ihr zu. "Gwaine, bitte seid vorsichtig. Ich würde es furchtbar finden, die Armee in Zukunft wieder allein leiten zu müssen." Der Ritter nickt. "Keine Sorge. Wir befreien nur schnell Arthur, dann sind wir wieder zurück." Er dreht sich zu Sir Percival um und nickt auch ihm zu. Beide steigen auf ihr Pferd. Es sind stolze und starke Rösser. Unruhig tänzeln sie ihm Schlosshof. Auf ein Handzeichen Sir Gwaines galoppieren er und seine Männer an.

Auch im Schloßhof des Schlosses von König Lot herrscht reges Treiben. König Lot steht vor seinen Männern. Eine Armee von 1000 Mann, teils beritten, teils als Fußsoldaten, hat er zusammengestellt. Neben ihm steht der junge Ritter Camelots mit stolz geschwellter Brust. Ohne zu zögern hat König Lot sich zu Camelot bekannt und mit den Vorbereitungen für Arthurs Rettung begonnen. Und natürlich wird er dem Heer seiner Königin das Einmarschieren in sein Königreich gestatten. König Lot sieht über seine Männer. Da der Steinkreis von Grange nicht allzu entfernt ist, wird er mit seinen Männern schon dorthin ziehen und das Lager in Augenschein nehmen. Sir Galahad wird seiner Königin entgegenreiten und ihr die Nachricht überbringen, dass er sie bereits am Lough Gur erwartet. Der König dreht sich zu Sir Galahad um und reicht ihm die Hand. "Reitet schnell und sicher. Ich werde Euch erwarten." Der junge Ritter nickt und läuft zu seinem Pferd. Er springt auf und jagt aus dem Schlosshof. Jetzt begibt sich auch der König zu seinem Pferd. Noch einmal sieht er in die Runde, dann sitzt auch er auf und reitet seiner Armee voran aus dem Schlosshof.