Hallo zusammen, ich habe ein neues Kapitel für Euch dabei.

Entschuldigt, dass es nicht bereits gestern on kam, doch es geht gerade einiges drunter und drüber in meinem Leben.
Ich werde aber in Zukunft versuchen das hochstellen nicht zu verpassen, schliesslich könnt ihr ja nichts für die Sch****e, die gerade bei mir abgeht...

Aber nun zu erfreulicheren Dingen: Vielen Dank für die Kommis, die Favos und besonders die Empfehlungen! DANKE!

und viel Spass mit dem nächsten Kapitel

,,..." jemand spricht
/.../ jemand denkt
~...~ Parsel

13. Kapitel Die Lauscher im Walde

Hermine Pov

Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und winkte noch einmal kräftig, bevor die rote Lokomotive um die Ecke bog und aus ihrem Sichtfeld verschwand. Sie blickte zu den fünf anderen Schlangen, die mit ihr zusammen im Schloss bleiben würden. Tom, Abraxas, Tobias und die Lestrange Zwillinge. Alle Anderen waren jetzt auf dem Weg zu ihren Familien. Von den anderen Jahrgängen waren nur drei Andere geblieben, die Hermine allerdings nicht kannte, da sie nur mit den Sechstklässlern zu tun hatte. Sie war allerdings froh, dass Annabella und ihr Reinblutclub nach Hause gefahren waren, auch wenn sie nichts gegen die Gesellschaft von Newt gehabt hätte. /Aber lieber keinen Parkinson als die falsche Parkinson/ dachte sie mit einem Schmunzeln.

Sie wusste, dass Abraxas nur wegen Tom im Schloss blieb, dieser hatte keine Erlaubnis erhalten, die Ferien bei den Malfoys zu verbringen, da er ja keinen Erziehungsberechtigen hatte, welche ihm die Erlaubnis geben könnte. Das war in ihren Augen wieder reine Schikane, doch wenn sie ehrlich war, war sie etwas froh darüber, dass hiess nämlich, dass sie in ihren Ferien auf keinen der Beiden verzichten musste. Sie vermutete, dass es sich bei Mia und ihr etwa gleich verhielt, obwohl die junge Slytherin nichts in dieser Richtung erwähnt hatte. Da seine Schwester blieb, war es für Nelson klar, dass er auch seine Ferien im Schloss verbringen würde. Sie hatte zwar für die Ferien das Eine oder Andere geplant, wo sie keine neugierigen Augen gebrauchen konnte, doch sie war dennoch sehr froh, dass Mia geblieben war. ,,Wollen wir langsam zurück?" fragte eben Diese und wickelte ihren Schal noch einmal um ihren Hals, die Anderen stimmten zu und so machte sich die Truppe auf den Weg Richtung Schloss. ,,Geht ihr schon mal vor, ich komme später nach." Sagte Hermine als sie die Tore der Ländereien erreichten und löste sich von der Truppe. Sie wurde fragend angesehen, doch sie ignorierte die Blicke und betrat den Weg, welcher sie links um den schwarzen See und in den Wald führen würde. Sie hatte noch etwas zu erledigen und dabei konnte sie keiner ihrer Hauskameraden gebrauchen.

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Tom Pov

Stumm sah er ihr einen Moment nach und fragte sich, wo sie einen Tag vor Weihnachten noch hinwollte und wieso sie ihnen nicht sagen konnte, was sie machen wollte. Sie hätten sich wahrscheinlich in das Schloss zurückgezogen, hätte nicht Nelson in diesem Moment gefragt: ,,Ist das dort drüben nicht dieser Trottel? Ähm wie heisst er noch? Ach ja Rubeus." Die anderen folgten seinem Fingerzeig und tatsächlich sahen sie von der anderen Seeseite den jungen Mann mit zwei grossen Eimern in die gleiche Richtung laufen wie Hermine. ,,Denkt ihr, sie trifft sich mit ihm? Aber wieso? Die Beiden haben doch nichts miteinander zu tun." Fragte Mia, doch darauf wusste keiner eine Antwort. Er war froh, dass Abraxas mit seiner nächsten Frage ihm zuvorkam, so dass er sie nicht stellen musste. ,,Wollen wir ihr folgen?" unsichere Blicke wurden getauscht, doch am Ende siegte die Neugierde der fünf und so stampften sie kurz darauf in dieselbe Richtung, immer darauf bedacht nicht zu viel Lärm zu machen. Schon bald sahen sie in einiger Entfernung Mine an einem Baum stehen, schnell zog er die Anderen nach links in den Schatten des verbotenen Waldes, damit sie nicht gesehen werden. So waren sie zwar relativ weit vom Geschehen entfernt, doch für die Werwölfe, den Vampir und die Veela war das mit ihren geschärften Sinnen kein Problem.

Sie lehnte sich an den Baum und schien tatsächlich auf den Halbriesen zu warten, dessen schwere Schritte waren wenig später trotz des Schnees bis zu ihnen zu hören. /Trampel/ dachte Tom und unwillkürlich ballte er seine Hand zur Faust. Was wollte Hermine mit diesem Trottel? Wieso trafen sie sich? Und warum heimlich? Nun gut, die Antwort auf die letzte Frage war nicht schwierig, wahrscheinlich hing das mit seiner Abneigung gegen den Halbriesen zusammen, aus der er nie ein Geheimnis gemacht hatte, aber er war nun wirklich dumm wie Brot und hielt alle Tierwesen für harmlose Schosshunde. Er hörte an den Schritten, dass der Tölpel langsamer geworden war und jetzt konnten sie ihn von ihrer Position auch sehen. /Der ist auch nicht zu übersehen/ dachte er sich, bevor er sich auf das Gespräch vor ihm konzentrierte. Und egal, was jeder von ihnen erwartetet hatte, keiner hätte an das folgende gedacht.

,,Also, Du hast mich hier her gerufen. Was soll das, ist das ein schlechter Scherz?" donnerte die herbe Stimme von Rubeus über das Gelände. ,,Hallo Hagrid. Es ist schön, dass du meiner Einladung gefolgt bist." Erklang die Stimme von Hermine leise, er musste sich zusammen reissen um nicht vor zu stürmen und sie zur Rede zu stellen. ,,Spuck es aus White, was soll ich hier?" fragte sie Rubeus erneut. ,,Ich wollte dir dein Weihnachtsgeschenk geben." ,,Haha sehr witzig. Wahrscheinlich das, was ich so mühsam durch die Gegend geschleift habe." Polterte Rubeus und liess die beiden Eimer mit einem dumpfen Knall auf den Boden fallen. ,,Und jeden Moment springen deine kleinen Freunde hervor und lachen mich aus, jaja der doofe Rubeus ist auf die schlauen Schlangen reingefallen. Aber nicht mit mir!" ,,Du kannst nur das Schlechteste von mir denken, ich weiss, dass du uns Schlangen nicht magst, doch ich hatte das Gefühl, dass sogar du mittlerweile gemerkt hast, dass ich nicht so bin, wie du mich darstellen willst." Erwiderte sie und trat sogar einen Schritt näher auf ihn zu.

Aus den Augenwinkeln sah er, wie Nelson und Miranda sich anspannten, er war sich sicher, ein falscher Schritt von dem Halbriesen und er hätte zwei Werwölfe am Hals. ,,Aber du hast Recht, die Eimer gehören zu deinem Weihnachtsgeschenk." Sagte sie lachend, Rubeus baute sich vor ihr auf, doch sie schien gar keine Angst vor dem Jungen zu haben, der sie um mehr als einen Kopf überragte. ,,Ach komm, das war lustig." Sagte sie und lief um ihn herum, griff einen der Eimer und hob ihn in die Höhe, sie wäre fast vornüber gekippt, doch sie konnte sich noch gerade halten. ,,Jaja mach dich nur lustig über den dummen Rubeus." Maulte dieser. ,,Hagrid. Dein Name ist Hagrid, das passt sowieso viel besser zu dir. Kommst du jetzt mit oder soll ich die ganz alleine schleppen?" ,,Du meinst es wirklich ernst oder?" ,,Natürlich, wieso hätte ich dich sonst gebeten heute mit zu kommen?" antworte sie ächzend und ging einen schwankenden Schritt, der Eimer schwankte hin und her. ,,Wieso tust du das? Du hast noch nie jemanden mitgenommen." Frustriert liess sie den Eimer in den Schnee plumpsen und fuhr sich dann durch die Haare. ,,Mir ist vor ein paar Tagen klar geworden, dass es Dinge gibt, die geschehen müssen und bei dieser Sache wollte ich sicher sein, dass sie passiert." ,,Das versteh ich nicht." ,,Ich weiss, aber ich kann dir nicht mehr dazu sagen." Sagte sie und klang dabei plötzlich sehr müde.

Sie griff erneut den Eimer und hob ihn hoch, sie schwankte dabei wieder fürchterlich, doch trotzig zog sie die Schultern nach oben und lief ein bisschen von Hagrid weg, allerdings nur, bis sie bemerkte, dass er ihr nicht folgte. Mit einem resignierten Seufzer liess sie den Eimer wieder fallen. Er landete mit einem dumpfen Knall im Schnee, schwankte gefährlich, fiel allerdings nicht um. Sie drehte sich zu ihm um und blickte ihm tief in die Augen. ,,Du bist der Einzige, denn ich darum bitten kann, weil du keine Angst vor ihnen hast und du dich um sie kümmern kannst wenn ich nicht mehr da bin. Ich weiss, wie du dich um deine Schützlinge kümmerst und ich weiss auch von Aragog. Deswegen, weiss ich, dass ich dir in dieser Sache vertrauen kann und ich bitte dich nur darum mir in dieser Sache genauso zu vertrauen." Gab sie dann endlich preis und ihre Schultern sanken herab.

Sie blickte zu Boden, so dass ihr Gesicht nicht mehr zu sehen war. ,,Gehst du weg?" beendete Hagrid die Stille, welche darauf gefolgt war. Hermine seufzte und hob den Eimer erneut hoch. ,,Ich weiss es nicht." Dann drehte sie sich um und lief schwankend auf den Wald zu, ihre Haltung signalisierte, dass sie dieses Mal nicht auf Hagrid warten würde und dieser Begriff das auch nach einem Moment, hob den zweiten Eimer hoch und hastete ihr nach. Als er sie erreicht hatte, nahm er ihr den anderen Eimer ab und gemeinsam betraten sie den Weg hinein in den Wald.

,,Was war das?" flüsterte Miranda nach einiger Zeit, als die Beiden vom Schatten der Bäume verschluckt worden waren. Doch keiner wusste es so genau, jeder hatte so seine Vermutung, doch schwiegen sie sich darüber aus. Tom hatte allerdings ein ganz anderes Problem mit dem eben erlebten. /Sie hat gesagt, sie wisse nicht ob sie bleibt. Will sie etwa Hogwarts verlassen? Aber wieso?/ bevor er sich davon abhalten konnte bewegten sich seine Füsse wie von alleine nach vorne. ,,Kommt, wir folgen ihnen." Sagte er noch und tauchte dann etwas abseits des Weges in den Wald ein. Er und die Lestrange Zwillinge hatten keine Probleme damit ihm lautlos durch das Unterholz abseits des Weges zu folgen. Tobias und Abraxas sprachen jeweils einen Schweigezauber und folgten ihnen dann. Sie brauchten nur wenige Minuten um die beiden vor ihnen Gehenden wieder zu finden. Sie gingen langsamer, aber so, dass sie noch hören konnten, was gesprochen wurde. ,,Du musst es mir nicht sagen, aber ich hatte das Gefühl, du magst sie." Hermine lachte darauf und er spürte einen Anflug von Wut, weil sie über etwas lachte, was dieser Tölpel sagte. ,,Ich mag sie. Sehr sogar. So sehr, wie ich mir nie hätte vorstellen können. Doch auch sie werden in zwei Jahren nicht mehr hier sein. Du allerdings schon." ,,Jaja, der dumme Rubeus ist natürlich zu blöd um irgendwo anders zu überleben." Schnauzte der Halbriese. ,,Nein, du wirst bleiben, weil du Hogwarts so sehr liebst Hagrid. Du gehörst hier her." Stille folgte darauf. ,,Aber dennoch hättest du es nicht jetzt machen müssen."

Ein tiefer Seufzer von ihr folgte darauf ,,Hagrid, auch wenn es hier Niemand glauben oder begreifen will. Da draussen, ausserhalb dieser Mauern, herrscht Krieg und auch wenn Grindelwald bis jetzt noch nicht bis nach England gelangt ist, so heisst das nicht, dass es so bleibt. Und wenn er erst einmal hier ist, weiss niemand was passieren wird." ,,Aber Hogwarts ist sicher." ,,Natürlich und dennoch weiss man nie was passieren kann. Ich will einfach wissen, dass es ihnen gut geht, wenn ich nicht mehr da bin und da bist du nun mal die beste Option." Eine Zeitlang schwiegen sie. ,,Woher weisst du von Aragog?" ,,Die Bilder sind sehr redselig wenn man sie lässt" antwortet sie ausweichend. ,,Aber wenn du es gehört hast, wieso gibst du dich dann freiwillig mit mir ab?" fragte er total schockiert. ,,Jeder der etwas von Acrumantalas versteht, weiss, dass es niemals sein kann, dass er Schuld ist an Myrtes Tod. Wie alt war er? Drei Monate? Bis Acrumantalas gross genug sind um einen Menschen zu töten und zu fressen vergeht mindestens ein halbes Jahr. Wenn es also er gewesen wäre und sie gebissen hätte, wäre sie nur ohnmächtig geworden. Ausserdem wurde sie am Morgen gefunden, keine Acrumantala hätte ihre Beute solange dort liegen lassen, ohne sie einzuwickeln." ,,Aber dann könntest du doch.." ,,Nein Hagrid, auch wenn Aragog nicht schuld an Myrtes Tod ist, so ist das Schloss kein Ort für eine menschfressende Spinne. Und kannst du mit hundert prozentiger Sicherheit sagen, dass er nicht versucht hätte jemanden zu fressen, wenn er die Gelegenheit dazu gehabt hätte?" Darauf herrschte ein kurzes Schweigen, Hermine löste sich kurz von Hagrid der über ihre Worte nachdachte und zupfte irgendetwas aus einem Busch und schloss dann wieder zu ihm auf, während sie ihre Beute in einen Flakon steckte.

,,Und wofür brauchen wir die Eimer? Die brauchst du ja auch nie." Sie lachte und wollte zuerst gar nicht mehr aufhören. ,,Die sind sozusagen Bestechungsgeld. Nimm es mir nicht übel, aber ich habe dich singen gehört und ich glaube, das klappt nicht." Unter ihr Lachen mischte sich der dunkle Ton von Hagrids Lachen. ,,Da könntest du Recht haben. Wie wäre es mit einer Flöte." ,,Hmm… das wäre eine Möglichkeit, weisst du was, das nächste Mal nehmen wir eine mit." ,,Das nächste Mal?" ,,Ja, nur wenn heute alles gut verläuft, sonst muss ich mir etwas anderes einfallen lassen." Sagte sie nachdenklich.

Sie waren mittlerweile an einer Gabelung angelangt und bogen nach rechts ab, Hermine gab Hagrid ein Zeichen und fing kurz darauf an zu summen, den beiden auf dem Weg fiel die Veränderung im Wald nicht auf, doch die vier Wesen im Unterholz bemerkten sofort die Veränderung. Der Wald wurde stiller, das entfernte Flattern oder kratzen am Holz erstarb völlig, als ob jedes Tierwesen in der Nähe dem Gesang lausche. Sie konnten auch eine Herde Einhörner etwas weiter entfernt ausmachen, die jedoch nicht näher kamen, da sie den Vampir und die Werwölfe rochen. Als Hermine und Hagrid an einen grossen Felsen ankamen blieben sie stehen und Hermine sang mittlerweile ein Lied in einer Sprache, die keiner der Anwesenden verstand. Plötzlich wurde ein Rascheln im Unterholz laut und kurz darauf tauchte eine ganze Herde Thestrale auf, viel mehr, als der Vampir oder die Werwölfe, die regelmässig im Wald waren, je gesehen hatten. Um die Tiere nicht zu verschrecken wichen sie wieder etwas zurück, so dass sie die beiden andern noch sehen konnten, allerdings nur noch Wortfetzen an ihr Ohr drangen.

Doch auch wenn sie nicht hören konnten was gesprochen wurde, wurde schnell klar, dass Hermine der Herde Hagrid vorstellte, dieser holte aus seinem Eimer ein Stück Fleisch und reichte es Hermine, die mit ein paar Schritten ins Unterholz trat. Fast sofort war sie von Thestralfohlen umzingelt, die an ihre hochsprangen und um sie herumliefen. Sie streichelte einem über den Kopf und trat dann auf einen ausgewachsenen Thestral zu. Die anderen machten ihr Platz und beschnupperten sie neugierig. Es war offensichtlich, dass es nicht das Erste Mal war, dass sie bei ihnen war. Es gab ein seltsames Bild ab, wie die zierliche Braunhaarige dort inmitten dieser gefürchteten Tierwesen stand und sich offenkundig mit ihnen unterhielt. Die Fohlen schienen ganz aufgeregt zu sein, sie zu sehen und sprangen immer wieder begeistert auf und ab. Sie alle hatten zwar alle die Vermutung gehabt, dass Hermine sich in den Wald schlich um bei den Thestralen zu sein, doch es jetzt mit eigenen Augen zu sehen war etwas ganz anderes. Sie fanden es zwar schade, dass sie sie nie eingeweiht hatte, doch verstanden sie auch ihre Angst dahinter. Die halbe Schule mied sie und hatte Angst, nur weil sie ein einzelnes Fohlen gerettet hatte, was würden die erst denken, wenn sie sie so harmonisch mit einer ganzen Herde sahen?

Dennoch konnte er nicht verhindern, dass er einen Stich in der Brust spürte, dass sie sie nicht eingeweiht hatte, dass sie ihnen anscheinend immer noch nicht genug vertraute.
Aber gleich darauf mischte sich darunter ein bitterer Nachgeschmack, er hatte kein Recht ihr Vorbehalte zu machen, war doch er, was Verschwiegenheit anging nicht besser. Sie wusste auch nicht wer er war. Er war sich sicher, dass sie mittlerweile wusste wer er vorgab zu sein und auch welches Wesen er war. Doch wer er wirklich war und wer seine Familie war, dass wusste hier in Hogwarts nur die Jungen aus seinem Schlafsaal, auch wenn er mittlerweile in Betracht zog es ihr irgendwann zu erzählen.

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Hermine Pov

Unruhig verlagerte sie ihr Gewicht von einem Bein aufs andere und beobachte immer wieder ihre Atmenwölkchen, die sich bei jedem Atemzug vor ihr bildeten, sie war nervös und sich nicht ganz sicher, ob Hagrid wirklich kommen würde. Nachdem sie Nagini gefunden hatte, hatte sie angefangen darüber nachzudenken, ob es noch andere Dinge gab, die vielleicht von ihr ausgelöst worden sein könnten, wenn sie den wirklich bereits einmal in der Vergangenheit gewesen war. Sie hatte zwar die Theorie, dass sie in einem Paralleluniversum gelandet war noch nicht ganz aufgegeben, doch sicher wissen konnte sie es nicht. Ihr waren die verstohlenen und fast neidischen Blicke von Hagrid aufgefallen, wenn sie auf dem Weg in den Wald war. Sie wusste, dass er selbst oft darin war, doch so wie er sie ansah hatte er es bis jetzt nicht geschafft den Thestralen näher zu kommen. Auch wenn es sich vielleicht in den nächsten Jahren ergeben sollte, wollte sie das Risiko nicht eingehen.

Hogwarts war irgendwie nicht dasselbe, wenn keine Thestrale die Kutschen zogen, deswegen würde sie ihm helfen und eine Vorstellungsrunde abhalten. Sie musste lächeln bei dem Gedanken, eine Vorstellungsrunde für eine Herde, fehlte nur noch, dass sie Stühle aufstellten und sie eine Rede hielt. Die schweren stampfenden Schritte von Hagrid rissen sie aus ihrer Vorstellung, sie stiess sich vom Baum ab und bereitete sich auf die Begegnung vor. Es würde wahrscheinlich nicht leicht werden, Hagrid hatte schon zu dieser Zeit eine Abneigung gegen Slytherin, kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Tom Schuld daran trug, dass er fast von der Schule geflogen war. Und dass sie sich immer besser mit dem Oberhaupt vertrug trug nicht dazu bei, dass sie bei dem Halbriesen Pluspunkte sammelte.

Sie hatte ihm vor ein paar Tagen einen Brief geschrieben, in dem sie ihn um ein Treffen gebeten hatte und erwähnte, dass sie mit ihm in den Wald gehen würde. Sie hoffte nur, dass er das erwähnte Fleisch nicht als Scherz gesehen hatte und es tatsächlich mitbrachte. Wenn sie wollte, dass die Herde Vertrauen zu ihm aufbaute war Nahrung kein schlechter Weg dazu. Mittlerweile hatte Hagrid sie erreicht und wie sie sich es bereits gedacht hatte, hielt er das Ganze für einen gemeinen Scherz der Schlangen, er hatte zwar zwei Eimer dabei aus denen der ekelhafte Blutgeruch zu ihr hinströmte, doch er machte keinen Hehl daraus, dass er ihr nicht vertraute. Doch nachdem sie ihm mehr verraten hatte als sie eigentlich hatte sagen wollen machten sie sich endlich zusammen auf in den Wald.

Sie war froh, dass er die schweren Eimer trug, sie hatte einen schon mit beiden Händen nicht wirklich tragen können, ausserdem weckte der Geruch Erinnerungen in ihr, die sie lieber verdrängen wollte. Er hatte es natürlich mit der Menge übertrieben, aber da es mitten im Winter war, waren die Thestrale sicher froh um das Essen, das hoffte sie zumindest. Eine Zeitlang war es still zwischen ihnen, bis Hagrid wieder das Wort ergriff und sie fragte, warum sie ihn darum gebeten hatte mitzukommen und nicht die anderen aus ihrem Haus. Da sie ihm nicht gestehen wollte, dass sie Angst vor deren Reaktion über die Herde hatte, erwähnte sie nur, dass sie alle ja einmal den Abschluss machen würden. Zu spät fiel ihr die kränkende Aussage dahinter auf, aber Hagrid wollte es natürlich nur wieder als Beleidigung sehen, am liebsten hätte sie die Augen verdreht, aber sie ahnte, dass das die Sache nur noch schlimmer machen würde. Sie wusste ja, dass der Halbriese stur war, wenn er wollte oder wenn er sich gekränkt fühlte. Also griff sie auf die einzige Methode zurück, die auch schon bei seiner älteren Version am ehesten geholfen hat, Logik und Argumente. Nun ja, diese Methode funktionierte bei ihm nur, wenn man ihm nicht eines seiner geliebten Schmusetiere ausreden wollte, in so einer Situation konnte man bei Hagrid in der Regel nur warten, bis der Schaden angerichtet war und biss bis dahin mit jedem Argument auf Granit.

Sie konnte nur hoffen, dass sie, nachdem sie das erste Problem behoben hatte, nicht bald dem nächsten Problem stand. Sie hatte zwar der Herdenkuh mitgeteilt, dass sie jemanden mitbringen würde, doch war immer noch nicht klar, ob die Herde tatsächlich auftauchte. Und zu allem Überfluss, hatte sie total verdrängt, dass sie ja vor Hagrid singen musste, wenn sie die Herde herbeirufen wollte und dass obwohl sie vor niemandem singen wollte. Sie fing mit summen an, doch sie bemerkte schnell, dass sie so einfach nicht die richtige Lautstärke hinbekam um tief genug in den Wald einzudringen. Also suchte sie fieberhaft nach einem Lied, dass sie singen konnte, dass aber ja nicht zu modern war für die Ohren des Halbriesen oder zu persönlich.

Sie erinnerte sich, dass ihre Mutter vor ein paar Jahren einmal eine Phase hatte, wo sie ganz verrückt nach Mittelaltermärkten gewesen war und sie in den Sommerferien an den ein oder anderen mitgeschleppt hatte. Sie fand die Geschichten zwar interessant, konnte sich allerdings nie so sehr für das Thema begeistern wie ihre Mutter und noch weniger für die endlos vielen Lieder, die sie irgendwo ausgegraben hatte und sie dann zwang sie mit ihrem Vater auf der Gitarre begleitend zum Besten zu geben. Es gab ein paar Lieder dir ihr gefielen und die sie auch bereits für die Herde gesungen hatte, da es Lieder waren, die gut ohne Melodie auskamen und die nicht zu modern waren.

Sie schloss kurz ihre Augen und sah sofort ihre Okklumentikwände vor ihrem Geistigen Auge. Sie nahm das Buch mit den Erinnerungen an diesen Sommer und blätterte es durch bis sie gefunden hatte, was sie suchte. Sie entschied sich für das Lied Herr Mannelig, da es auf alt schwedisch geschrieben und es so das Unbedenklichste war, ausserdem hatte es eine gängige Melodie. Einmal mehr war sie dankbar, für ihr gutes Gedächtnis und Dumbledore dafür, dass er sie gelehrt hatte, es durch Okklumentik besser zu nutzen. Als sie sich genug Mut zugeredet hatte, fing sie an zu singen, in der ersten Zeile bemerkte sie noch, wie seine Schritte neben ihren verstummten, doch er schloss schnell wieder zu ihr auf und unterbrach sie auch nicht bis sie an dem mittlerweile vertrauten grossen Stein angekommen waren. Sie sang noch die letzten beiden Strophen und betete in Gedanken, dass die Herde erscheinen möge und sie sich nicht gerade bis auf die Knochen blamierte, als sie das vertraute Geräusch der Hufe auf dem gefrorenen Waldboden vernahm.

Als wäre es abgesprochen gewesen hielt die Herde bei ihrem letzten Ton in unmittelbarer Entfernung an. Normalerweise kamen sie immer auf den Waldweg, doch der für sie fremde Halbriese, lies sie vorerst im Schutz des Waldes bleiben. Die Jungen hielten sich auch noch hinter ihren Eltern auf, obwohl sie bereits jetzt ihre Köpfe neugierig und schnuppernd nach vorne hielten. ,,Hallo zusammen, es freut mich, dass ihr gekommen seid. Wie ich euch das letzte Mal bereits erzählt hatte, habe ich heute Hagrid mitgebracht, ihr kennt ihn sicher von seiner Arbeit im Wald. Er wird sich um euch kümmern.." sie musste schlucken, bevor sie fortfahren konnte. „..falls mir etwas passieren sollte. Er hat euch etwas mitgebracht."

Sie drehte sich zu Hagrid um. ,,Würdest du.." sie verzog unglücklich das Gesicht. ,,Würdest du mir bitte ein Stück geben?" er griff in den Eimer und holte ein Stück Fleisch heraus, es kostete sie grosse Überwindung, es anzufassen. Der Blutgeruch und die labbrige Konsistenz des Fleisches hätte sie fast dazu gebracht es sofort wieder fallen zu lassen, doch sie wendete all ihre Willenskraft auf nicht einmal das Gesicht zu verziehen, sie war nur froh darüber, dass das Fleisch nicht zu allem Übel noch warm war. Sie nickte ihm dankend zu, obwohl sie das Gefühl hatte, dass ihr Gesichtsausdruck eher furchteinflössend wirkte und drehte sich dann zu der Herde um.

Stupser, wie sie ihn in Ermangelung einer besseren Idee genannt hatte, war sofort bei ihr als sie das Unterholz betrat, seit sie ihn gerettet hatte, hatte er einen Narren an ihr gefressen und er war auch eine grosse Hilfe gewesen das Vertrauen der Herde zu erlangen. Doch sie strich ihm nur kurz über den Kopf und lief weiter, auch die anderen Fohlen, die sie jetzt neugierig und freudig umsprangen beachtete sie nicht weiter. Sie war heute nicht zum Spielen hier, jetzt galt es die Herdenkuh von ihrem Vorhaben zu überzeugen. Sie trat vor das grosse Thestralweibchen, Stupser war immer noch an ihrer Seite, die andern ausgewachsenen Tiere beobachteten sie genau. So wie sie auch nicht die Jungen oder Hagrid aus den Augen liessen. Sie streckte ihre Hand aus und es dauerte nur einen Moment, bis die warme Pferdeähnliche Schnauze in ihre Handfläche gelegt wurde und sanft auf ihrer Haut kitzelte. Und dann, wie um sie aufzufordern zu sprechen stupste sie einmal dagegen. Sie hielt ihr das Fleischstück hin und interessiert schnupperte sie daran, machte aber noch keine Anstalten davon zu fressen.

Sie streichelte mit ihrer freien Hand die erstaunlich samtige Haut und sprach dabei möglichst ruhig und etwas leiser, weil das Folgende nicht für die Ohren des Halbriesen bestimmt waren ,,Ich weiss, ihr sorgt wunderbar für euch selbst, aber vielleicht braucht ihr dennoch irgendwann einmal Hilfe. Ich werde nicht immer hier sein und ihr wisst, dass ich nicht weiss, wie lange ich bleiben kann. Ich möchte wissen, dass es dann jemanden gibt, der euch helfen kann und wird. Ich verspreche euch, ihr könnt ihm vertrauen, ich vertraue ihm. Er ist zwar manchmal etwas schroff, aber er würde niemals einem anderen Wesen einfach so wehtun und für die die er liebt würde er einfach alles riskieren. Er hat ein gutes Herz und er fürchtet sich nicht vor euch. Ich erwarte nicht, dass ihr ihm sofort vertraut, doch bitte versucht es und bitte geht zu ihm wenn ich nicht mehr hier bin." Flüsterte sie eindringlich, die dunklen klugen Augen ruhten die ganze Zeit auf ihr und dann ganz langsam und ohne sie aus den Augen zu lassen versenkte sie ihre Zähne in dem Fleisch und frass. Sie lächelte glücklich. ,,Soll ich ihn dir vorstellen? Kommst du mit?" so gingen sie nebeneinander zurück Richtung Waldweg, wo ein ziemlich verdatterter Hagrid stand, der sich allerdings rechtzeitig wieder fasste. ,,Ich grüsse Sie, Herdenkuh, es ist mir eine Ehre sie und die anderen kennen zu lernen." Stotterte er eingeschüchtert und aufgeregt.

Die Herdenkuh legte den Kopf schief und blickte mit einem ungläubigen Blick zu Hermine, die nur lachen konnte und die Schultern zuckte. ,,Ich sagte doch er ist freundlich." Der Thestral löste sich von ihr und ging nun ganz auf Hagrid zu um ihn beschnuppern zu können, der Halbriese schien eindeutig etwas überfordert mit der Situation zu sein, doch er hielt sich tapfer und schreckte nicht zurück. Sie hörte ihn sogar leise murmeln. ,,Was bist du für eine Schönheit." Mit einem Lächeln wendete sie sich von den Beiden ab und drehte sich zu Stupser um, der an ihrem Jackenärmel zog. ,,Oh, fühlst du dich vernachlässig was?!"sagte sie lächelnd und ging in die Hocke, obwohl sie genau wusste was passieren würde, fast augenblicklich stürzte sich das Kleine auf sie und stiess sie damit um, um es sich dann wie immer auf ihrem Schoss gemütlich zu machen. Die andern Jungtiere folgten schnell nach und kurz darauf war sie wie so oft von den Fohlen umringt, die an ihr zupften oder ihre Köpfe an ihr rieben, sie liess es allerdings nur einen Moment zu.

Sie genoss für kurz die Zuneigung und das Vertrauen, doch dann stiess sie sie sanft von sich weg und erhob sich wieder. Den Schnee abklopfend, den Kopf zu Stupser geneigt flüsterte sie verschwörerisch laut. ,,Wir spielen ein anderes Mal wieder zusammen, heute will ich euch doch Hagrid vorstellen. Er hat euch allen sogar was Leckeres mitgebracht. Na, willst du nicht zu deiner Mama und fragen ob du etwas haben kannst?" Das Kleine legte den Kopf schräg und schien zu überlegen, doch dann schien der Blutgeruch doch zu verlockend zu sein und es tapste auf die Beiden zu, die sie beobachtet zu haben schienen. Nachdem die Herdenkuh ihr Junges sanft Richtung Hagrid geschoben hatte und dieser ihm ein Stück Fleisch gegeben hatte, verloren auch die Anderen nach und nach ihre Scheu und bald standen die Beiden umringt von der Herde und fütterten sie aus den beiden Eimern bis sie leer waren. Sie verabschiedeten sich euphorisch von der Herde und machten sich dann gemeinsam auf den Weg zurück zum Schloss, das Abendessen würde bald beginnen und der Weg vor ihnen war im trüben Licht nicht mehr so einfach auszumachen, doch Hermine zog einfach ihren Zauberstab und zauberte ihnen ein paar Lumoskugeln, welche ihnen den Weg erleuchteten.

Als sie aus dem Wald traten hatte sie schon fast das Gefühl, ihren alten Hagrid wieder zu haben, bis er stehen blieb und sie ansah. ,,Ähm, ich weiss nicht genau was ich erwartet hatte, aber das war grossartig." Sagte er verlegen und kratze sich am Hinterkopf, sie sah wie schwer es ihm fiel sich bei einer Schlange zu bedanken, den auch wenn sie sich heute anders kennengelernt hatten, konnte er die Abneigung gegen ihr Haus und die ewigen Sticheleien ihrer Hauskameraden noch nicht ganz vergessen. Und wahrscheinlich rechnete ein Teil von ihm immer noch, dass das Ganze ein böser Scherz war, er war selten im Schloss zu Gange und auch an den Abendessen nahm er nie teil, wie sie schon bemerkt hatte, er verbrachte seine Zeit lieber alleine in seiner Hütte. Er kannte also die Schlangen nur aus direkten Konfrontationen und Tom hielt sich mit seiner Meinung über den Halbriesen nicht zurück.

Sie lächelte ihn warm an, mit all der Zuneigung die sie für den jungen, aber auch den späteren Hagrid empfand und sagte aus tiefstem Herzen. ,,Ich wünsche dir ein schönes Weihnachtsfest, Hagrid." Dann ging sie mit einem letzten Winken davon, sie wollte die Situation nicht durch irgendwelche weiteren Worte zerstören, ausserdem war sie sich sicher, dass sich die anderen Slytherins mittlerweile fragten wo sie blieb. Zurück blieb ein verwirrter Halbriese der sich fragte, wer Hermine White wirklich war und wieso sie das für ihn gemacht hatte.

Die Lichter warfen einen sanften Schein auf sie und der Schnee abseits des Weges glitzerte wie tausend Diamanten und vom Schloss selbst, dass sich nur noch schwach vom dunklen Hintergrund strahlte leuchtete durch seine zahllosen Fenstern eine wohlige Wärme aus. Sie freute sich wirklich, dass sie Hagrid in diesem Jahr etwas hatte schenken können. Und wenn sie den kleinen Stich in ihrem Herz bei dem Gedanken ignorierte, freute sie sich auch auf ihr erstes Weihnachtsfest im Schlangennest.

Die anderen sassen alle schon am Slytherintisch als sie in die Grosse Halle trat, es war seltsam die Halle so zu sehen. Die Tische der Häuser Ravenclaw und Slytherin waren nur spärlich besetzt. Bei den Schlangen waren es mit ihr zusammen neun Personen und bei den Adler gerade Mal sieben. Die Häuser Gryffindor und Hufflepuff hatten eindeutig besser besetzt, dort waren von jedem Haus sicher 20 Schüler und Schülerinnen geblieben. Die bösen Blicke der Löwen ignorierend ging sie auf ihren Tisch zu und streifte kurz vorher ihre Jacke ab, bevor sie sich neben Mia auf die Bank setzte. ,,Hey, hast du alles erledigt?" Wollte diese wissen und sie nickte mit einem kleinen Lächeln. Alle ihre Geschenke waren verpackt und auf dem vereinbarten Brett deponiert, so dass die Hauselfen diese über Nacht an die jeweiligen Schüler austeilen konnten. So hatte sie sich zum Glück keine Gedanken machen müssen, wie sie ihr Geschenk Dumbledore überreichen solle. Allen anderen, die heute Abgereist waren, hatte sie ihre Geschenke in die Koffer gezaubert und sie war sich sicher, dass diese sie mittlerweile bereits gefunden hatten.

Das einzige Geschenk, welches noch ein paar Tage länger bei ihr bleiben würde, war Nagini. Aber wenn sie ehrlich war, genoss sie die Gesellschaft der kleinen Schlange mittlerweile und sie fand es fast schade, dass sie sie weggeben musste. Sie schüttelte lächelnd den Kopf beim Gedanken daran, wie sie reagiert hätte, wenn ihr jemand vor ein paar Monaten gesagt hätte, wie sehr sie es genoss mit Nagini vor dem Einschlafen zu kuscheln und dass sie sie am liebsten nicht mehr hergeben wollte.

So sass sie auch heute Abend in ihrem Bett, während die Anderen aus ihrem Schlafsaal bereits schliefen und erzählte der kleinen Schlange von ihrem heutigen Tag. Nagini zischte verärgert darüber, dass Hagrid ihr unterstellt hatte, dass sie ihm etwas Böses wollte. Dafür musste sie bei der Erzählung des Scherzes so heftig lachen, dass sie ihr von ihren Knien rutschte und sich in den Decken kringelte. Hermine hatte noch nie eine Schlange lachen sehen und sie musste zugeben, dass der Anblick seltsam war. Die Laute die Nagini dabei von sich gab, klangen auch eher nach einem Fahrradreifen, der ein Loch hatte, als nach einem Lachen, dennoch liess sie sich anstecken und bald darauf lachten beide Herzhaft. Doch der Tag mit Hagrid hatte sie auch ein bisschen wehmütig werden lassen. Sie dachte an die vielen Nachmittage, an denen sie mit Harry und Ron in seiner Hütte gesessen und Tee getrunken hatten. Wie sie Stundenlang die Keckse aufgeweicht hatten und sie dennoch nicht essen konnten, weil sie immer noch zu hart waren. Oder wie oft sie versucht hatte, ihn auf ungefährlichere Tierwesen für seinen Unterricht zu bringen. Doch sein Dickschädel stellte sogar seine Kekse in den Schatten und so waren die gefährlichen Tierwesen im Unterricht geblieben. Doch schmunzelnd musste sie ihm zugestehen, dass keine Unterrichtstunde langweilig gewesen war, bis auf die Flubberwürmer natürlich. Sie war damals nicht die Einzige gewesen, die sich wieder einen Hippogreifen oder etwas anderes herbei gewünscht hatte. Wenn man wählen konnte, zwischen spannend und lebensbedrohlich oder langweilig und sicher, so war einem nach Wochenlanger Flubberwurmfütterung jede Gefahr recht. Die männlichen Schüler hatten immer versucht die Würmer zum Kämpfen zu bringen, die meisten Mädchen hatten sich den Würmer meistens nicht auf einen Meter genähert und ihnen das Essen nur hingeworfen.

~Was ist? Du wirkst so traurig. ~ wurde sie aus ihrer Erinnerung gerissen. Die kleine weisse Schlange sah sie interessiert an und hatte wieder ihren Kopf schräg gelegt. Sie fand diese Geste süss, sie fragte sich kurz, ob sie sie immer noch süss finden würde, wenn Nagini ausgewachsen war, doch sie konnte sich nur die angreifende Nagini vorstellen und an diese wollte sie jetzt nicht denken. „ich habe nur gerade an einen guten Freund gedacht, den ich sehr vermisse. Er ist Hagrid sehr ähnlich weisst du." ~dieser Harry? ~ fragte Nagini weiter. ,,Nein, aber er ist auch ein guter Freund von Harry, er liebt alle Tierwesen, je hässlicher und gefährlicher, desto besser. Er wirkt manchmal etwas verrückt, aber er ist eine herzensgute Seele, die nicht versteht, dass sich andere vor den Tierwesen fürchten. Er hatte einmal einen dreiköpfigen Hund. Der war riesig sag ich dir. Und Ha.. ähm er hat ihn Fluffy getauft und ihm Schlaflieder vorgesungen." Erzählte Hermine, Nagini schüttelte ungläubig den Kopf. ~ja das klingt ähnlich, wie das, was du mir über diesen Hagrid erzählt hast. Wo ist dein Freund jetzt? ~ ,,weit weg." ~dort wo du auch hingehst, wenn ich verrate, dass du Parsel kannst? ~ erstaunt sah sie die kleine Schlange an, dass hatte schon fast bedauernd geklungen. ,,Nur wenn ich den Weg dahin zurück finde." ~ich will nicht das du gehst. ~ zischte sie und wickelte sich um ihr Handgelenk. Seit sie ihr erzählt hatte, dass sie dort eine Narbe trug, die manchmal schmerzte, wickelte sie sich immer um dieses Handgelenk. Sie sagte ihr kühler Körper würde ihr helfen und sie hatte Recht. Zärtlich strich sie ihr über den Kopf. ,,Das Leben läuft nicht immer so wie man es sich wünscht, sondern so, wie es passieren muss. Schau ich wollte auch nie hier her kommen, doch jetzt bin ich hier und ich habe euch alle kennengelernt und wenn ich wieder gehen muss, dann werdet ihr dennoch in meinem Herzen sein." ~du wirst mich nicht einfach vergessen? ~ ,,Wie könnte ich die schönste und klügste Schlange auf Hogwarts je vergessen?" scherzte sie um den Stich in ihrem Herzen bei dieser Frage zu überspielen. Doch Nagini war beruhigt und liess sich noch eine Weile weiterstreicheln, bis sie einschlief. Hermine löste sie sanft von ihrem Handgelenk und legte sie vorsichtig in ihren Korb, sie beobachtete die Kleine noch eine Weile, bis sie dann selbst einschlief.