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Tess machte sich ebenfalls einen Kakao und setzte sich zu Claire. „Hey, was ist los? Alles in Ordnung?" Claire schaute sie hilflos an und schüttelte nur den Kopf. „Claire?" So langsam machte Tess sich Sorgen.

„Ich….ich…," es fiel Claire schwer das Geschehene in Worte zu fassen. Es auszusprechen machte alles so real. Sie hatte Angst. Sie wusste nicht wie sie mit der Situation umgehen sollte. „Tess, ich bin schwanger!"

Tess starrte sie an. Hatte sie richtig gehört? Claire war schwanger? „Wow!" Es hatte Tess tatsächlich die Sprache verschlagen. Aber sie fasste sich schnell. „Das ist doch super! Aber wie…?"

Claire musste lachen. „Also, da sind die Bienen und die Blumen…" Tess brach in lautes Gelächter aus. Nachdem die beiden eine Weile gelacht hatte, fing sich Tess wieder. „Alex?" fragte sie mit einem Seitenblick auf Claire, die nickte nur. „Nachdem Peter weg war, hab ich die Pille abgesetzt….Wie soll ich das nur Alex beibringen?"

„Ach, mach dir keine Sorgen. Er wird sich freuen. Alex liebt doch Kinder. Schau dir an wie toll er mit Sam umgeht!" Tess konnte es immer noch nicht glauben.

„Ja, aber…Wir sind noch nicht mal zusammen, geschweige denn verheiratet," gab Claire zu bedenken.

„Aber ihr seid die besten Freunde. Das wird schon. Ihr schafft das!" Tess versuchte Claire Mut zu machen, allerdings sah diese gar nicht so unglücklich aus. „Freust du dich?" hakte Tess nach. Claire musste lächeln. „Ich weiß nicht. Ich als Mutter? Ist ein komischer Gedanke…..aber ja, ich freu mich!"

Nachdem die beiden Schwestern noch eine Weile gequatscht hatten, gingen sie zu Bett. Doch Claire konnte nicht einschlafen, immer wieder rollte sie sich von der einen Seite auf die andere. Eigentlich war sie hundemüde, aber es wollte ihr einfach nicht gelingen ihre Gedanken abzuschütteln und zur Ruhe zu kommen. Ständig sah sie Alex Gesicht vor sich.

Was würde er sagen? Würde er sich freuen und ein guter Vater sein? Oder würde er sauer auf sie sein? Wie konnte sie ihm das bloß beibringen? Ja, Tess hatte recht, Alex hatte auch Sam, aber Sam war schon 14, Alex hatte sie sozusagen als fertiges Packet bekommen. Ok, dieser Rohdiamant musste erst noch geschliffen werden, bis er so richtig glänzen würde. Das war bestimmt auch nicht einfach, Sam hatte schließlich schon so einiges mitgemacht. Aber ein Baby war doch was anderes... Und sie war sich selber noch nicht sicher, was sie von ihrer Schwangerschaft halten sollte. Sicher, irgendwann wollte sie schon Kinder haben. Aber jetzt doch noch nicht! Und vor allem nicht ohne festen Partner. Auf der anderen Seite…ein Kind, was Schöneres konnte es doch nicht geben. Drover's würde mit Kinderlachen erfüllt werden.

Bei diesem Gedanken musste Claire lächeln, vor ihrem inneren Auge tauchten fröhliche Bilder auf. Ein kleines Mädchen mit braunen Löckchen und blauen Augen spielte mit Roy und Alex auf dem Hof und quietsche vergnügt wenn Roy sie abschleckte oder Alex sie durchkitzelte. Und auf einmal war Claire einfach nur froh, froh dass sie schwanger war, froh, dass Alex der Vater war. Auf ihn konnte sie sich verlassen, da war sie sich sicher.

Es würde bestimmt nicht immer einfach sein, aber andere Frauen schafften das ja auch, also wieso sie nicht? Claire McLeod schafft alles! Und erst recht mit Alex Ryan an ihrer Seite! Wie sich das anhörte „Alex an ihrer Seite"….nein, den Gedanken wollte Claire nicht zu Ende denken.

Doch sie musste es ihm sagen. Schnell stieg sie aus dem Bett und zog sich an. Sie konnte sowieso nicht schlafen, da konnte sie das auch gleich hinter sich bringen, da sie noch den Mut dazu hatte. Leise, um Tess und Sam nicht aufzuwecken, schlich sie aus dem Haus und stieg in den Pickup.

Auf dem Weg nach Wilgul bekam Claire immer bessere Laune, sie wusste gar nicht warum sie sich solche Sorgen gemacht hatte, Alex würde ein prima Vater sein! Er war es ja schon für Sam, also konnte er das auch für ihr Baby.

Auf Wilgul waren schon alle Lichter aus, Claire zögerte kurz, war vielleicht schon etwas spät…ach was…ihr Anliegen war wichtiger als Alex' Schlaf. Zum Glück war die Haustür nicht abgeschlossen, schnell eilte Claire zu Alex' Schlafzimmer, vor der Tür hielt sie kurz inne, doch sie hatte keine Wahl, irgendwann musste er es erfahren! Sie wischte ihre Bedenken beiseite und huschte in sein Zimmer.