Hallo ihr Lieben! (wenn denn noch wer dabei ist bei der laaangen Pause)

Endlich geht's hier auch mal weiter. Ich fürchte, es wird die nächste Zeit nicht so viel besser mit dem Posten werden, aber ich habe wenigstens mal wieder ein paar Kapitel geschrieben, die ich nun nach und nach posten kann ^^

Dorlimaus: tut mir leid, dass ich Complete Submission gerade so vernachlässige. Zeit ist mal wieder Mangelware. Danke für die lieben Worte, sie spornen wirklich an. *knuff* Meiner Hand geht es wieder besser, kann wieder tippen ^^

LadyMalfoy: Ja, wahrscheinlich ist es was anderes, wenn man Anhänger von TOS war. Das Problem habe ich nicht und orientiere mich sehr nahe am Film. Danke für die Besserungswünsche, sie haben was gebracht *knuddl*. Und genau: Spock kann so niedlich sein *ggg*

- Kapitel 14 -

"Es ist... entwürdigend", Spock sprach sehr leise, als würde ihn jedes Wort verraten, darauf bedacht, seine Stimme so nüchtern wie möglich zu halten.

"Ich könnte Ihnen lediglich ein mildes Sedativum oder einen Stimmungsaufheller anbieten, Spock", versuchte Pille es noch einmal.

Aber der Vulkanier schüttelte wortlos den Kopf, es schien für ihn nicht in Frage zu kommen. Pille warf hilflos die Hände in die Luft. Er verstand nicht, warum Spock sich so vehement gegen eine chemisch-medizinische Behandlung wehrte.

In diesem Moment trat Lt. Uhura in die Krankenstation. Unsicher blieb sie nahe der Türe stehen, als sie die drei Männer im hinteren Teil der Station sah.

Spock sah besser aus, wenn auch anders. Seine Wangen hatten einen leichten Grünschimmer, den sie nur selten annahmen. Er mutete menschlicher an denn je, überlegte sie sich. Als er dann auch noch unsicher und schüchtern zu ihr herüber sah, war sie sich sicher. Etwas stimmte ganz und gar nicht. Der Spock auf dem Medibett, war nicht mit dem zu vergleichen, den sie kannte. Sie spürte den Knoten in ihrer Magengegend, als sie sich langsam näherte.

Aus Rücksicht zügelte sie ihre Freude darüber, dass er sie endlich sehen wollte und blieb zwei Schritte vor der Liege stehen.

„Hey", sprach sie sachte und formte ein sanftes Lächeln.

Er brach den Blickkontakt und sah auf seine Füße, die von dem Medibett herabhingen. Etwas war ihm unangenehm. Und er zeigte es ihr offen. Im Beisein des Doktors und des Captains, was noch ungewöhnlicher war.

„Was ist los?", fragte Uhura nach der Diagnose.

Pille war es, der antwortete. „Es sieht so aus, als habe Sagreal es geschafft, Spocks Logikbarriere außer Kraft zu setzen."

Nyotas Augen weiteten sich in Schock. „Und...?" Sie musste nach Worten ringen. „Das bedeutet nun was genau?"

„Das wissen wir nicht. Um ehrlich zu sein verstehe ich nicht, wie das überhaupt geschehen konnte. Logik ist eine Denkweise und nicht physisch. Aber es ist, wie es ist. Wir hoffen, dass wir auf der Erde mehr herausfinden und etwas gegen diesen Zustand unternehmen können. Aber bis dahin sieht es so aus, als müssten wir alle mit Spocks Emotionen zurrecht kommen." Diese Aussage war vor allem an Spock selbst gerichtet.

Nyota sah ihren Freund besorgt an. Deshalb hatte er sie nicht sehen wollen und alle von sich gewiesen. Sie konnte nur vermuten, wie unangenehm dies für Spock sein musste, der doch durch und durch nach der vulkanischen Tradition erzogen worden war. Wenn auch die Diagnose niederschmetternd war, zog Nyota Kraft aus der neu gewonnenen Gewissheit. Selbstbewusst trat sie an ihn heran und setzte sich neben ihn.

Jim und Pille waren klug genug den beiden einen Moment der Zweisamkeit zu lassen.

„Wie geht es dir?", fragte sie leise.

Spock presste seine Lippen hart zusammen, als er scheinbar darüber nachdachte.

„Nicht gut", antwortete er ruhig. „Mein Kopf... so viel... Chaos."

Sie nahm seine Hand und drückte sie bestimmt.

„Verwirrend?"

„Mehr als das. Beängstigend."

Er sah sie noch immer nicht an.

„Das muss es nicht. Ich bin sicher, auf der Erde finden wir einen Weg, dir zu helfen", versuchte sie ihm Mut zuzusprechen.

Er nickte kaum merklich.

„Das ist es nicht, Nyota", seine Stimme war so voller unterschwelliger menschlicher Klangfarben, sie hörte sich so wunderschön in Uhuras Ohren an, wenn auch so viel Angst darin mitschwang. „Ich fürchte um... um uns."

„Um unsere Beziehung?" Sie war ehrlich überrascht.

Liebte er sie denn nicht? Jetzt wo er Gefühle zuließ, änderten sich seine Ansichten über ihr Zusammensein?

„Ich bin nicht der, den du liebst. Ein wichtiges Attribut meiner Persönlichkeit ist verloren." Spocks Blick richtete sich an die Decke und Verzweiflung mischte sich mit der Angst. „Das bin nicht ich."

Ein Stein fiel Nyota vom Herzen und sie rückte näher an Spock heran. Vorsichtig schmiegte sie sich an ihn und strich mit der Nasenspitze seinen Nacken entlang. Die Erfrierungen waren gut verheilt und seine Haut war hell und makellos. Ein Kribbeln durchfuhr sie. Seine Atmung, seine Bewegungen. Alles vertraut. Und doch war etwas aufregend neu an ihm.

„Das stimmt nicht, Spock", murmelte sie verführerisch. „Du bist der, den ich liebe und auch wenn die Logik zu dir gehört, wie Emotionen zu mir. Das ist nicht das einzige, das dich ausmacht."

Er ließ sich überraschender Weise auf ihre sanfte Geste ein und drehte sich zu ihr, senkte seinen Kopf in ihr dunkles Haar.

„Ich liebe dich, Nyota", flüsterte er ihr ins Ohr, wie er es schon so oft in Momenten der Zweisamkeit getan hatte.

„Ich liebe dich auch, Spock. Lass nicht zu, dass Sagreal so einfach unsere Beziehung zerstört. Wir sind stärker als das."

Diese Worte ausgesprochen zogen sie sich langsam voneinander zurück, um einen tiefen Blickkontakt einzugehen. Spock konnte ihre Zuversicht sehen, das Lächeln in ihren Augen. Sie glaubte an diese Beziehung und anscheinend konnte sie die Umstände seiner Schwäche akzeptieren. Besser als er selbst. Einen tiefen Atemzug nehmend, versuchte er sich zu straffen. Ihre Stärke färbte etwas auf ihn ab.

Jim und Pille schienen den Wandel zu bemerken und traten wieder an das Paar heran.

„Ich bin der Meinung, dass Sie sich der Krankenstation entziehen dürfen, Spock. Keine Belastungen, kommen Sie mir nicht auf die Idee, sich irgendwie in Arbeit zu vergraben", wies Pille an.

Spock schien nicht gerade begeistert

„Dieser Zustand ist höchst irritierend, Doktor. Glauben Sie nicht, dass Ablenkung daher nur zuträglich wäre?"

Pille musste grinsen. Er hatte schon gedacht, dass Spock es letztendlich auf irgendeine Art und Weise versuchen würde.

"Nun, ich schätze, Ihre Ablenkung wird darin bestehen, sich morgens und abends hier einzufinden, damit wir auch sicherstellen können, dass sich Ihre Werte in einem unbedenklichen Bereich bewegen." Spocks Braue schoss in die Höhe. "Für menschliche Maßstäbe, vorübergehend. Darüber hinaus spricht nichts gegen Freizeitaktivitäten." Ein breites Lächeln wuchs auf Pilles Lippen heran, „Vergnügen Sie sich, Spock."

"Ich fürchte, unsere Vorstellungen von Vergnügen unterscheiden sich, Doktor."

"Wir finden schon eine angemessene Beschäftigung", versprach Uhura.

Jim zuckte nur leichthin die Schultern. Wenn es um Freizeitbeschäftigungen ging, war er der Mann!

"Wie wäre es mit einer Partie Schach nach meiner Schicht?"

Spock dachte kurz über das Angebot nach. Ob seine taktischen Fähigkeiten wohl unter den Emotionen litten?

"Das scheint mir akzeptabel", antwortete er schließlich.

STSTST

„Jim", Jim blieb auf der Hälfte des Weges aus der Krankenstation heraus stehen.

Genau in diesem Ton hatte seine Mutter ihn früher immer angesprochen, wenn sie herausgefunden hatte, was er angestellt hatte. Aber das war eine andere Zeit gewesen… Jim wandte sich zum CMO um, der mit verschränkten Armen da stand, wo er gerade noch Spock behandelt hatte. Der Halbvulkanier und der Lieutenant waren gerade gegangen.

„Hey, das wird nur ein harmloses Schachspiel. Kein Trinkgelage mit Mr. Scott."

„Selbst wenn, Vulkanier reagieren nicht auf Alkohol wie wir Menschen", meinte sein Freund. „Hast du bemerkt, dass er nicht ein Wort über das Kind verloren hat?"

Jim lehnte sich an die Wand und begann sich den Nasenrücken zu reiben.

„Ja, hab ich. Aber da du nicht weiter darauf eingegangen bist…"

Pille nickte leicht und sah nachdenklich auf die Konsolen, die vor wenigen Minuten noch Spocks Zustand überwacht hatten. Er hatte ein ganz merkwürdiges Gefühl in der Magengegend. Als warne ihn seine Intuition vor etwas Unsichtbarem. Er versuchte, das Gefühl bei Seite zu schieben.

„Schwierig genug, ihn mit seinen Gefühlen zu konfrontieren", murmelte Pille gedankenverloren. „Da muss man es nicht auch noch herausfordern." Dann aber schien er wieder etwas professioneller zu werden. „Scheint so, als verdränge er das noch ganz gut. Aber irgendwann wird es ihn einholen. Ich wollte dich nur warnen."

STSTST

„Eigentlich ist es mir nicht so Recht, dass du gleich nach Kirks Schicht wieder verschwindest", meinte Nyota, als sie durch die Gänge in die Richtung ihrer Quartiere schritten.

Spock war auf diese Reaktion gefasst gewesen. Er akzeptierte ihre Meinung dazu, schwieg jedoch. Etwas bereitete ihm Unbehagen und machte ihn mehr als nur nervös. Es war nicht die Furcht vor seinen Emotionen… Aber er konnte einfach nicht den Finger darauf legen, was es war. Dieses Unbehagen hatte in dem Moment eingesetzt, als sie die Krankenstation verlassen hatten. Einen Augenblick senkte er seinen Blick im Gehen auf Nyota und spürte, wie sich dieses Gefühl in ihm abrupt intensivierte. Schnell schaute er wieder geradeaus. Aber es blieb bestehen.

Nyota neben ihm sah besorgt auf zu ihm. Spock schritt gerade und weit aus, nur minimal schneller als sonst. Er wollte in sein Quartier, sich den Blicken der Mannschaft entziehen. Nach außen wirkte er noch immer sehr ruhig und gelassen, wie sonst auch. Aber wer von seinem Zustand wusste, bemerkte die Anspannung in seinen Schultern.

Sie musste weit ausschreiten, um mit ihm Schritt zu halten. Wählte er sonst ein für sie angenehmes Tempo, nahm er gerade keinerlei Rücksicht.

Vor seinem Quartier angekommen, war sie erleichtert. Und umso mehr überrascht, als er vor verschlossener Türe zögerte. Sie runzelte die Stirn, als er nur für Sekunden die Tür misstrauisch ansah und sich dann zu ihr umwandte.

Spock brachte es einfach nicht fertig sein Quartier zu betreten. Hatte er sich gerade eben noch sehr nach Abgeschiedenheit gesehnt, so weckte die verschlossene Tür ein nie gekanntes Grauen in ihm, das er sich nicht erklären konnte. Plötzlich verlangte ein Teil von ihm nach Einsamkeit. Unbedingt!

So heftig war diese intuitive Warnung seines Unterbewusstseins, dass Spock die Hand von der Konsole zurückzog und die erstbeste Fluchtmöglichkeit wählte, die ihm in den Sinn kam.

„Möchtest du ein Eis essen gehen?", fragte er, als sei dies das Normalste auf der Welt.

In der Tat war es jedoch etwas sehr Außergewöhnliches. Nyotas Augenbrauen schossen in die Höhe, von der ungewöhnlichen Frage zu überrascht.

„Ein… Eis?", fragte sie ungläubig.

Spock nickte, ihrem Blick standhaltend.

Eigentlich war ein Eis das Letzte, an das sie gerade gedacht hatte. In der Messe? In der Öffentlichkeit?

„Spock", begann sie, wusste aber nicht was sie ihm entgegnen sollte.

Einen Vorwurf? Eine weitere Besorgnisbekennung?

War Wankelmütigkeit eine Art Begleiterscheinung von Spocks Unfähigkeit mit Gefühlen umzugehen? Einen Moment überlegte sie, darauf einzugehen. Aber dann siegte das Bedürfnis, endlich etwas Zeit allein mit Spock verbringen zu wollen.

Er senkte den Blick von ihr, als er erkannte, dass es nicht in ihrem Interesse lag, sich nun in die Öffentlichkeit zu begeben. Aber für Spock war das Quartier keine Option mehr, nun da er hier war. Einen Augenblick erforschte er die irritierenden Gefühle. Warum war es ihm nur so unangenehm? Es war wirklich schwer, die eigenen Emotionen einzuschätzen und zu bewerten. Er fand keinen Grund, nicht in sein Quartier zu gehen. Sein Verhalten war unlogisch. Und Nyota merkte dies auch.

Spock stemmte sich innerlich gegen die Abneigung und zwang seine Hand auf die Konsole. Die Türe zu seinem Quartier öffnete sich, der Wohn- und Schlafbereich lag dunkel vor ihnen. Nyota war nun höchst irritiert. Es war an ihr, einen Moment zu zögern. Was stimmte hier nicht?

Verwirrt schüttelte sie die Gedanken ab und betrat das Quartier.

Spock musste sich zwingen, ihr zu folgen.