13. Kapitel – Amerikas Rache

Als England und Frankreich in die Höhle zurückkehrten, waren dort alle bis auf Portugal versammelt und das mit einer Stille, die ihnen schon fast unheimlich vorkam. Niemand gab auch nur einen Ton von sich; nur das leise Atmen der Personen störte die absolute Ruhe. Hier und da mal ein kleiner Huster oder ein Niesen; das war es auch schon.

Emily sah fragend zu ihrem Kameraden. „Was ist hier passiert? Hat Amerika schon wieder eine Atombombe geschickt?"

Bei dieser Frage kamen dem Franzosen einige Fantasien. „Vielleicht hat Russland ja seine Atombombe in Amerika fallen lassen, wenn du verstehst." Dabei stupste er sie an.

„Sei nicht immer so pervers und denk nicht immer an das Eine! Du bist ja schon schlimmer als meine Vetter; und das will was heißen", beschwerte die Engländerin sich bei ihm, bevor sie dann auf die anderen zuging. „Hey fellows! Was ist hier los? Ihr seht aus, als hättet ihr einen Geist oder so gesehen."

„Was interessiert dich das denn, Teetrinkerin?", antwortete Niederlande darauf mit einem genervten Ton. „Wir sind so, weil wir Bock drauf haben so zu sein. Müssen wir uns für alles rechtfertigen? Wer bist du denn? Amerika?" Dabei sah er dann kurz zu der jungen Dame. „Nichts für ungut! Das sollte keine Beleidigung sein."

Netherlands, dude!" Alison schüttelte den Kopf. „Ich bin zu sauer auf einem gewissen Kommunisten, um auf dich wütend werden zu können."

„Wir haben im Übrigen ein paar Gläser hergestellt!" Man bemerkte, wie der Franzose das Thema wechseln wollte, damit es zu keiner Eskalation kommen konnte. „So können wir jetzt alle trinken."

„Ah, leider gibt es aber nur Wasser und sowas geht doch nicht für unsere geliebte Amerika!" Russland grinste alle an. „Sie trinkt doch nur Coca Cola und würde sterben, wenn sie auch nur einen Tropfen dieses herkömmlichen Wassers trinken würde, kolkolkolkol!"

Shutup, Wodkaman! Dich hat doch keiner gefragt, was du darüber denkst!"

„Bleibt doch mal ganz ruhig!", schrie plötzlich Deutschland in die Runde. „Ihr seid alle so übertrieben und streitet euch wegen solcher Kleinigkeiten. Lasst uns einfach erst mal nachdenken, was wir als nächstes machen könnten."

„Wie wäre es, wenn wir Männer endlich mal ein Bad nehmen?", schlug Frankreich vor. „Die Frauen hatten das ja schon vorher gehabt und jetzt sind wir an der Reihe. Mein Körper braucht unbedingt seine Schönheitspflege, da ich es mir nicht leisten kann zu stinken. Was sollen denn die anderen über mich denken?"

„Das ist eine super Idee", stimmte unerwartet Amerika zu. „Geht alle ein Bad nehmen und wir Frauen passen in der Zwischenzeit auf die Kleidung auf."

Jasper nickte bei dem Vorschlag. „Das machen wir doch gerne!" Dann sah er sich um und bemerkte, dass eine Person fehlte. „Sagt mal! Wo ist eigentlich Joana?"

„Die ist noch draußen", antwortete Alice darauf in einem resignierten Ton. „Mach dir keine Sorge, die wird da draußen schon nicht sterben…"

„Wenn du meinst!" Schultern zuckend ging er mit den anderen Männern raus, um sich auf den Weg zum See zu machen.

In der Höhle rief die Amerikanerin langsam die anderen Beiden zusammen, um ihnen ihren Plan vorzuführen. „Mädels, wir wurden vorher von den Jungs bespannt und jetzt ist unsere Stunde der Rache gekommen."

„Was meinst du damit, ve~?", fragte Alice in einem nichts verstehenden Ton. „Wie willst du dich an denen denn rächen?"

„Na ganz einfach, Italy! Wir schlagen mit deren eigenen Waffen zurück."

„Das heißt?"

„Wir werden sie ebenfalls bespannen und so können wir sie dann auslachen, weil unsere Körper doch viel schöner sind, als deren."

„Woher willst du denn wissen, wie deren Körper aussehen?

Amerika fing an zu lachen. Genau auf diese Frage hatte sie gewartet. „Ganz einfach, babe! Sieh dir doch zum Beispiel bitte einmal Russland an. Er trägt immer diesen weiten Mantel. Das muss eine Bedeutung haben und ich denke, dass es bedeutet, dass er darunter einfach nur einen schlechten, hässlichen Körper versteckt, hahahahahaha!" Ihr Lachen hallte durch den ganzen Raum.

„Worauf warten wir noch?", fragte die ungeduldige Engländerin darauf. „Wenn wir hier noch weiter Zeit verlieren, dann sind die Männer mit dem Bad schon lange fertig, bevor wir überhaupt erst angekommen sind."

Ohne noch weitere große Gespräche zu führen, liefen die drei Frauen aus der Höhle und folgten so schnell wie möglich die Spur der anderen.

„Oh, das Wasser ist so schön herrlich!", schwärmte Russland, als er sich mit den anderen wusch. „Und dabei ist es noch nicht mal richtig tief."

In der Tat ging das Wasser den dreien nur bis zur Hüfte. Der ganze restliche Teil war außerhalb und wurde nur nass, wenn man sich hinsetzte, so wie es Niederlande tat.

„Ja, das Wasser ist einfach perfekt! Schade, dass wir es mit den Mädels nicht teilen können, oder, Lud?"

Der Deutsche sah ein wenig genervt zu seinem Vetter. „Nenn mich nicht immer so! Hast du mich verstanden? Ich habe einen vollen Namen. Ich nenn dich ja auch nicht ständig ‚Jas', oder so."

„Ja, weil das auch scheiße klingt. Lud klingt dagegen viel besser, stimmt's?" Sein Blick wanderte dabei auf Frankreich.

Oui, Lud! Ab sofort werde ich dich auch so nennen. Oder bevorzugst du lieber Kartoffelfresse?"

„Oh, du bist so pathetisch, Frankreich! Lass es lieber sein, in Ordnung? Ich will mich hier entspannen und mich nicht mit einer Schwuchtel streiten."

„Ich bin keine Schwuchtel! Ich liebe auch Frauen und hab im Übrigen deine Cousine fast soweit, dass sie etwas mit mir anfangen will."

„Wen interessiert's? Mich jedenfalls nicht!"

Ivan verfolgte diesen kleinen Streit insgeheim mit. Er hoffte, dass dieser in jeden Augenblick eskalieren könnte und so er den Rest, der von den Beiden übrig bleibt, genau erobern kann.

Nach einer Weile kamen auch die Frauen an der Stelle an, wo die Männer badeten. Sie versteckten sich im selben Busch, wo sich die anderen vorher versteckt hatten und warteten auf ihre Gelegenheit sich zu rächen.

Sobald Russland sich bereit machte sich hinzustellen, hielt Alison nochmals eine kleine Ansprache. „So, jetzt ist es endlich soweit. Guckt euch die Herren der Schöpfung genau an und wenn ich jetzt sage, springen wir alle aus dem Gebüsch und überraschen sie. Die werden sich sowas von erschrecken, dass sie es nie mehr wagen werden auch nur mit dem Gedanken zu spielen uns sowas erneut anzutun. Also, seid ihr bereit?"

Ein kaum zu hörendes „yes" und „" stimmten der Ansprache zu.

Also begannen die drei mit dem Spannen an.

Die erste, die etwas Richtiges zu sehen bekam, war Emily, da sich Russland wieder gesetzt hatte, Frankreich aber sofort aufstand. Sie war schon bereit loszulachen, als sie den perfekten Körper des Franzosen bemerkte. Es löste in ihrem Körper ein komplettes Herzrasen aus und sie musste einfach nur tief ein- und ausatmen. Mit sowas hatte sie auf keinen Fall gerechnet und das bemerkte man problemlos.

Auch Alice hatte diese Ergebnisse, als sie plötzlich Ludwig nackt da stehen sah. Sein makelloser Körper rief in ihr ein für sie unbekanntes Gefühl der Gier aus, Gier nach einem Mann, den sie eigentlich von Grund auf hasste. Aber als sie seinen wunderschönen, muskulösen Oberkörper sah, der überseht von Hügeln war, wurde sie ganz rot im Gesicht. Nie im Leben hatte sie sich vorgestellt, dass der Mann, der sie so vergewaltigt hatte, einen doch so schönen Körper besitzen konnte. Sein Waschbrettbauch und auch seine für Alice wunderschönen Brustmuskeln ließen sie für eine kurze Zeit in einer Traumwelt eintauchen, in der sie sich vorstellte, wie schön es doch gewesen wäre, wenn sie noch glücklich zusammenleben könnten. Eine Welt, in der es nie ein Band zwischen ihnen gegeben hatte. Dieser heiße Körper ließ in ihren Gedanken noch so manch andere Fantasie Wirklichkeit werden.

Schließlich war Alison an der Reihe den Russen zu beobachten, aber auch sie war mehr als nur positiv überrascht. Es gab nicht diesen Ivan mit einem scheiß Körper, sondern dieser Mann versteckte unter seinen Mantel einen Körper, von den die junge Amerikanerin vorher noch nie einen besessen hatte. Als sie diesen nun sah, bekam sie eine innerlich Lust auf die Person, die sie normalerweise verschwinden lassen wollte. In diesem Augenblick fragte sie sich, wie sie einen so attraktiven Mann nur loswerden wollte.

Ein Rascheln hinter ihnen verriet auch diesmal die Spanner und Amerika sprang sofort mit dem Zeigefinger auf Russland gestreckt aus dem Gebüsch und lachte. „Hahahahaha, wir haben euch beobachtet und jetzt wissen wir, wie ihr nackt ausseht. Euer Geheimnis ist jetzt nicht mehr geheim. Werde jetzt ein Teil von mir, oder ich werde es allen verraten!"

Ivan grinste weiter, ohne irgendwelche Bedenken zu haben. „Was für ein Geheimnis? Eigentlich wissen fast alle, wie ich ohne Mantel aussehe. Deine Rache hat dir wohl nicht sehr viel gebracht, also werde ein Teil von der großen Mutter Russland!"

„Nie im Leben!"

Alice und Emily rannten dagegen über das Ufer davon. Beide hatten ihre Hände vor den Augen, weil sie sich schämten, dass die Männer sie gesehen hatten.

Niederlande dagegen sah das Ganze nur traurig mit an. „Portugal", seufzte er leicht. Er war traurig, dass seine Geliebte Joana nicht dabei war, um ihn zu beobachten. War er wirklich zu weit gegangen und hatte er sie somit zu doll verletzt?