Alle Rechte usw. gehören wem auch immer JKR sie verkauft hat...
Kapitel 14
Remus saß in einer lauten, stickigen Kneipe und amüsierte sich. Vier seiner Männer saßen mit ihm am Tisch und sie spielten Karten. Er konnte sich nicht daran erinnern, wann er zuletzt so viel Spaß gehabt hatte.
Oh, ja – an Weihnachten. Aber das war etwas anderes.
Sie hatten seit Kurzem von Samstag- bis Sonntagabend Freigang. Da er eine Gruppe anführte, wurde er nicht einmal für die Wachposten eingeteilt.
Alle waren froh, dass Lager für einige Stunden verlassen zu können. Fenrirs Veränderung war in den letzten Wochen deutlich zu spüren gewesen. Er war angriffslustiger, reagierte überzogen gereizt. War die Stimmung im Lager bisher entspannt gewesen, schlug sie durch Fenrirs Verhalten um.
Nun war die Stimmung geprägt von unterschwelliger Aggression. Mehr als einmal brachen Kämpfe zwischen den Männern aus. Fenrir beobachtete sie nur von Weitem. Er überließ es Tasha oder Remus die Streithähne wieder zu beruhigen. Es schien ihm egal zu sein.
Die ersten Samstage war Remus quer durch das Land appariert und hatte dann Madeye in einer überfüllten Muggel-Bar in Dublin getroffen. Madeye, mit Vielsafttrank verwandelt, hatte ihn eine geschlagene Stunde nach irgendwelchen Tracking-Zaubern abgesucht, aber nichts gefunden.
Diese Prozedur hatten sie zweimal wiederholt. Heute hatte er keine weiteren Anweisungen von Molly erhalten. Daher war er mit seinen Männern gegangen. Die Männer hatten in einem Ort in der Nähe des Lagers eine nette kleine Dorfkneipe gefunden.
Die Tür zur Kneipe öffnete sich wohl zum hundertsten Mal an diesem Abend. Ein Schwall kalter Luft traf Remus. Seine Nackenhaare stellten sich auf. Ein bekannter Geruch hatte ihn mit der Luft von draußen erreicht. Das konnte nicht sein! Was wollte sie hier?
Er würde sich nicht umdrehen und nach ihr suchen. Er würde weiter Karten spielen und es ignorieren. Vielleicht würde er langsam wahnsinnig?
Jim grinste ihn an. „Sag' mal kennst die die Kleine, oder was?" So viel zu seinem Plan es zu ignorieren. Er wusste, wenn er sich umdrehte, würde sie da stehen, punkig wie immer und ihn frech angrinsen. Jim stieß ihn noch einmal an. Wenn er sich jetzt nicht nach ihr umdrehte würde das merkwürdig erscheinen.
Sie war blond. Ihre Haare waren zu einer Mähne aufgepumpt. 80er pur! Sie war stark geschminkt, aber anders als sonst. Weiblicher oder wie auch immer man das nennen mochte, wenn man nicht ‚billig' sagen wollte. Er erkannte den Lederminirock. Normalerweise kombinierte sie ihn mit pinken Strumpfhosen und Militärstiefeln und einem gammeligen Sweatshirt. Heute hatte sie eine Bluse an, deren Knöpfe zum Großteil zu fehlen schienen. An ihren Füßen hatte sie hochhackige Pumps. Ein eindeutig zweideutiges Grinsen zierte ihr Gesicht.
Sie war der Inhalt seiner schlaflosen Nächte! Er hatte Frauen wie sie immer gemieden. Das hatte sie mit Absicht gemacht!
Jims Ellenbogen kollidierte erneut mit seinen Rippen. „Hey, wenn du kein Interesse hast, kann ich es ja mal versuchen. Die scheint nicht wählerisch zu sein." Remus warf ihm einen mörderischen Blick zu. Erstaunt sah Jim ihn an.
Dann stand er wortlos auf und ging zu der Blondine an der Bar. Sie ließ ihn nicht aus den Augen. Schien ihn mit den Augen ausziehen zu wollen. Musste sie ihre Rolle so übertreiben? Als er nur noch einen Schritt von ihr entfernt war, sagte sie mit verführerischer Stimme „Hallo Fremder!" Da er mit dem Rücken zu ihrem Publikum stand, schnitt er eine Grimasse, antwortete aber: „Na, meine Schöne – möchtest du was trinken?" Er trat neben sie an die Bar.
„Aber sicher doch, mein Großer!" Remus gab dem Barmann ein Zeichen. Während er auf seine zwei Bier wartete, klebte sie förmlich an seiner rechten Körperhälfte.
Wenn sie mir gleich an den Hintern greift, hört der Spaß aber auf! Endlich kam der Barmann mit seiner Bestellung.
Mit den zwei Flaschen in der Hand drehte er sich zu ihr um und hielt ihr eine hin. „Was führt ein hübsches Mädchen wie dich hierher?" Er sah kurz zu seinem Tisch zurück. Die anderen beobachteten sie immer noch. Sie waren wohl der Ersatz für fehlendes Fernsehen für die Jungs.
Er konnte die schlechten Witze immer noch gut verstehen. Allerdings gaben sie sich auch nicht die Mühe leise zu sprechen. Würden sie ihn hören, wenn er leiser sprach?
Sie warf ihre Haare über die Schulter. Irritiert starrte er sie an. Aber sie sah ihn unschuldig aus blauen Augen an. Dann wurde ihr Gesichtsausdruck wieder zweideutig. „Ich bin auf einer Mission! Meine Mission lautet Spaß haben! Ich habe in letzter Zeit so viel gearbeitet, dass ich heute wie ein Phoenix aus der Asche steigen möchte." Eine Mission vom Orden? Hätte Molly ihn nicht auf dem üblichen Weg benachrichtigen können?
Er grinste sie schräg an. „Wie heißt du denn, mein kleines Geschenk der Nymphen." Er hörte lautes Gelächter von seinem Tisch und Gerry, der meinte, damit würde er nie landen.
Aber die Blonde vor ihm strahlte ihn erfreut an. „Mandy von Amanda. Aber heute könntest du mich auch Cinderella nennen. Wenn ich in den nächsten zwanzig Minuten meinen Prinz nicht finde, verwandele ich mich wieder in eine graue Maus." Sie zog einen Schmollmund. Vielsafttrank? Sie konnte also immer noch nicht morphen.
„Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass du je einer grauen Maus ähneln könntest, können wir dich dieser Gefahr nicht aussetzten. Ich würde mich dann als Prinz bewerben."
Sie fuhr mit ihrer Hand über seine Brust. Dann beugte sie sich weiter zu ihm und hauchte in sein Ohr „Dann lass' uns mal verschwinden, Prince Charming!" Sie lehnte sich zurück und sah in sein Gesicht.
„Wer könnte einer so netten Einladung widerstehen? Ich hole nur meine Jacke und zahle, dann können wir verschwinden." Sie fuhr mit ihrer Hand über seinen Arm und grinste ihn lasziv an. „Ich warte draußen auf dich!"
Damit drehte sie sich um und ging zur Tür. Er starrte ihre einen Moment hinterher. Sie wackelte auffallend mit dem Hintern. Was ein wandelnder Alptraum! Er ging zum Tisch zurück. „Ich verschwinde." Alle grinsten ihn nur an. Er zählte Geld aus seiner Tasche und drückte es Jim in die Hand. „Das müsste für meine Zeche reichen. Ich bin morgen wieder im Lager." Damit schnappte er sich seine Jacke und lief zum Ausgang.
Sie stand an die Wand neben der Tür gelehnt. Stumm reichte er ihr seine Jacke. Sie zog sie über und gemeinsam liefen sie in Richtung der nächsten dunklen Gasse los. „Sag' mal Mandy, wer hatte denn die glorreiche Idee mir eine billige Dorfschlampe auf den Hals zu hetzen?" Sie begann zu lachen.
„Madeye hatte die Idee, dass eine Freundin eine wunderbare Ausrede sei an deinen freien Abenden zu verschwinden. Die kreative Gestaltung lag ganz bei mir. Oh, und natürlich Elisabeth! Sie hat schließlich ihre Haare für den Vielsafttrank gespendet."
„Elisabeth?" Elisabeth war ein Mitglied des Ordens und er hatte sie nie in anderer Kleidung als einer grauen Robe gesehen, ungeschminkt und mit einem Dutt. „Hat sie dich gesehen, bevor du verschwunden bist?" Sie lachte schallend. „Oh, ja – das war es sogar Wert diesen ekligen Trank zu schlucken! Du hättest ihr Gesicht sehen sollen!"
„Und wer hat dich für die Mission ausgesucht?" Sie wurde schlagartig wieder ernst. „Auch Madeye. Ich war die einzige Aurorin, die verfügbar war. Er wollte es Kingsley nicht zumuten dich anzumachen." Remus konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Das wäre schaurig gewesen. Aber dein Aufzug rangiert dicht dahinter." Sie grinste ihn frech an.
„Ich dachte mir, wenn du mich an meinem Geruch nicht erkennst, dann würde der Aufzug sicher deine Aufmerksamkeit auf mich ziehen."
„Ich würde dich immer erkennen." Sie lächelte ihn an. Dann verzog sich ihr Gesicht. Sie griff Halt suchend an die Hauswand „Oho. Sag' auf Wiedersehen zu Mandy." Sie drehte sich zur Wand und beugte sich vor als würde ihr übel.
Er legte ihr seine Hand auf den Rücken. Er spürte wie ein Zittern durch ihren Körper ging. Dann richtete sie sich auf und drehte sich zu ihm um. „Hallo Remus!" Sie lächelte ihn an. Sein Herz zog sich zusammen. Er hatte gewusst, dass sie es war, aber nun da sie vor ihm stand begann sein Herz zu rasen und er bekam feuchte Hände. Er verspürte den unbändigen Drang sich zu ihr zu beugen und sie zu küssen.
„Hallo Nymph!" Er strich ihr mit dem Handrücken über die Wange. Sie schloss die Augen.
Einen Moment verharrten sie so. Dann zog er die Hand zurück. „Wir sollten los, oder? Wohin soll es denn gehen?" Sein Ton war geschäftsmäßig. Der Blick den sie ihm zuwarf war wütend. „Hauptquartier." Und mit einem ‚plopp' war sie verschwunden.
Eine Sekunde später stand er neben ihr am Grimmauld Place. Sie fasste nach seiner Hand und gemeinsam gingen sie auf die Tür zum Hauptquartier zu. Er sollte seine Hand wirklich weg ziehen. Aber er wollte nicht. Er würde das später klären müssen, aber jetzt nicht.
Die Tür ging auf und Arthur stand da. „Was gab es heute Mittag zum Essen?" Hatte er den Verstand verloren? Was war das denn für eine Frage. Nymph antwortete ruhig. „Pizza, die ich mitgebracht hatte." Arthur sah ihn an. „Wo habe ich den Umschlag hin, den du mir gegeben hast?" Er hatte die ganzen Vorsichtsmaßnahmen vergessen. Bei den Wölfen war das unnötig – man roch, wen man vor sich hatte. „In deinen Sekretär. Oberste Schublade links." Arthur strahlte ihn an. „Willkommen zu Hause!"
Erstaunlicherweise fühlte sich Remus zu Hause. Das Haus hatte keinerlei Charme. Seine eigene Wohnung war gemütlicher gewesen, aber hier hatte er mit Freunden gewohnt, gefeiert und getrauert. Es war eine Art von Heim geworden.
Arthur zog ihn sofort zum Versammlungsraum. Durch die Tür konnte er Dumbledore und Kingsley sehen. Nymph verlor er auf dem Weg dorthin aus den Augen. Das Treffen fand erst eine Stunde später statt, aber Dumbledore und Kingsley wollten sich vorab mit ihm auf einen Stand bringen. Remus konnte nur von dem veränderten Verhalten Fenrirs erzählen und von seinem neuen Status als Todesser.
Kingsley erzählte, das Voldemort offen damit drohte Fenrir auf Kinder von Gegner los zu lassen. Das hatte er nicht gewusst. Die Wölfe würden das wohl auch nicht erfahren. Keiner würde das gut heißen. Kinder waren für fast alle tabu. Außer Fenrir...
Das folgende Treffen war kurz. Seit kurzem erschienen Voldemorts Anhänger Mitten in der Nacht und entführten für sie nützliche Zauberer und Hexen. Gegner wurden getötet. Daher kümmerte der Orden sich darum Leute außer Landes oder in sichere Häuser zu schaffen.
Nymph war zu Beginn des Treffens in den Raum gehuscht und hatte sich neben ihn gesetzt. Sie hatte sich umgezogen. Er genoss es, sie in seiner Nähe zu haben. Aber er wusste, er musste heute noch mit ihr sprechen. Sie schien sich etwas anderes von der neuen Situation zu versprechen als er. Für ihn hatte sich nichts geändert. Hatte er ihr das nicht an Weihnachten erklärt? Aber sie hatte ihm auch erklärt, dass sie es nicht akzeptieren würde.
Sie wartete an der Tür als sich das Treffen auflöste. „Und was machen wir noch mit dem angebrochenen Abend?" Erwartungsvoll sah sie ihn an. Er schluckte an dem Kloß in seinem Hals. „Ich muss mich duschen." Erstaunt zog sie die Augenbrauen hoch. „Ich muss entweder danach riechen, was ich mit Mandy angestellt habe oder frisch geduscht – sonst werde ich die Ausrede mit der Freundin nicht anbringen können."
Sie legte den Kopf zur Seite. „Naja, es ist noch was von dem Vielsafttrank übrig." Alleine der Gedanke ließ ihn erschauern. „Nein, lass mal!" Sie hängte sich bei ihm ein und gemeinsam liefen sie in Richtung seines alten Zimmers. „Naja, ich muss den Vielsafttrank ja nicht nehmen. Mandy riecht schließlich genauso wie ich."
Mittlerweile waren sie an seinem Zimmer angekommen. Stumm öffnete er die Tür, ließ sie an sich vorbei treten, trat ein und schloss die Tür hinter sich. Er drehte sich zu ihr. Seine Miene war entschlossen. Entschlossener als er sich fühlte.
„Hör zu! Ich bin nicht gut für dich! Ich bin ein Werwolf. Ich bin 13 Jahre älter. Ich bin ein intellektueller Langweiler, der lieber Bücher am Wochenende liest als auf eine Party zu gehen. Ich habe nicht einmal ein Loch in der Wand bei Gringotts, geschweige denn ein Verlies. Ich habe nicht einmal ein Muggelkonto. Was daran sieht für dich so aus als würden wir zusammen passen?"
Sie blitzte ihn wütend an und verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich bin Aurorin – ich bin ausgebildet mit dunklen Kreaturen klar zu kommen! Lieber ein Buch lesen? Mal ehrlich Remus, wann hast du das letzte Buch in der Hand gehabt? Und für wie oberflächlich hältst du mich? Seit wann würde ich Geld über andere Dinge stellen? Ich weiß, dass wir oberflächlich nicht zusammen passen. Aber wir sind mehr als Werwolf und Aurorin, Jahre und Geld! Wir sind Freunde! Wir ergänzen uns! Wir zeigen dem anderen neue Dinge und Seiten im Leben! Wir, das fühlt sich gut an. Das fühlt sich richtig an!"
Er hatte ihr zugehört. Sie war noch so jung und idealistisch. „Ja, heute fühlt sich das gut und richtig an – aber was ist morgen? Wenn du deinen Job verlierst wegen mir? Wenn deine Freunde dich nicht mehr einladen? Wenn wir in einer winzigen Wohnung hausen und jeden Knut umdrehen müssen? Meinst du das es sich dann noch gut und richtig anfühlt?"
„Das weiß ich nicht. Aber Remus, DU weißt das genauso wenig! Du könntest Recht haben, aber ich auch! Und wenn wir es nicht versuchen, dann werden wir es nie wissen!"
Er ließ sich müde auf das Bett fallen. Er sah auf den Boden. Er konnte ihrem brennenden Blick nicht standhalten. „Ich kann das nicht!" Er spürte wie die Matratze neben ihm nachgab. Sie klang flehend. „Lassen wir es einfach laufen, Remus. Ohne Stricke, ohne Bedingungen."
Ungläubig schaute er sie an. „Eine Affäre?" Trotzig schaute sie ihm in die Augen und nickte. Er konnte nicht mehr sitzen, er musste sich bewegen. Wut brodelte in ihm. „Hast du davon nicht genug in deiner Vergangenheit gehabt? Passe ich in deine Sammlung?" Seine Stimme war kalt.
Sie zuckte zusammen. Trotzig mit Tränen in den Augen stand sie ebenfalls auf. „Du Idiot! Du willst keine richtige Beziehung – dann biete ich dir das nächst bessere an. Ich will nicht auf dich verzichten!"
Das Maß ihrer Selbstaufgabe erschreckte ihn. Das konnte so nicht weiter gehen. Das musste ein Ende haben. Jetzt und hier – dieses Gezerre musste aufhören!
Mit fester Stimme erklärte er: „Ich werde keine Affäre mit dir anfangen, die uns beide nur verletzt. Nymph, du musst aufhören dich so in die Sache hinein zu steigern!"
Aus großen Augen sah sie ihn einen Moment an. Dann lachte sie trocken und ließ sich wieder auf das Bett fallen. Sie sackte in sich zusammen, die Arme auf den Knien, das Gesicht in den Händen. Sie sah aus wie ein Häufchen Elend.
Remus starrte auf sie hinab. Mehr zu sich selbst sagte er „Ich wusste das Weihnachten ein Fehler war!" Ihr Kopf schoss hoch. „Wage es nicht! Wage es nicht es als Fehler hinzustellen! Und wenn du mir als nächstes erklärst das deine Liebeserklärung nur eine Stimmung war, dann hexe ich dich ins nächste Jahrhundert!" Ihre Augen blitzten kampfbereit.
Erschöpft sank er vor ihr auf die Knie. „Nein, das werde ich nicht. Aber wenn ich dich so sehe, dann weiß ich, dass ich nicht gut für dich bin!" Sie lächelte ihn traurig an. „Aber nur weil du so verdammt stur bist!"
Einer Eingebung folgend sagte er „Du solltest mit anderen ausgehen. Suche dir einen netten jungen Mann." Die Idee alleine ließ seinen Magen verkrampfen. Sie lachte wieder dieses trockene Lachen, dass so gar nicht zu ihr passen wollte.
„Als wenn ich das nicht schon probiert hätte! Ich habe mich mit Henry Jamison getroffen...es war eine Katastrophe! Er war nett, er war lustig, höflich – alles was man sich wünschen kann. Zum Abschied hat er mich geküsst und das war...ich habe nichts gespürt – nichts! Kein Flattern, keine Nervosität, kein Gar nichts – nicht einmal Widerwillen. Es war schrecklich. Ich hätte nicht gedacht, dass das möglich ist. Nicht wenn man den anderen nett und attraktiv findet. Aber einmal hat ausgereicht, Remus. Das werde ich nicht wiederholen!"
Sie ließ den Kopf wieder auf ihre Arme sinken. Er legte seine Hand auf ihren Scheitel. Sie blieb still sitzen. Gedämpft hörte er sie sprechen. „Selbst diese Berührung fühlt sich besser an als ein Kuss von Henry." Remus zog seine Hand erschrocken zurück. „Entschuldige! Ich...das tut mir leid!"
Sie stand auf und trat an ihm vorbei zur Tür. Sie hatte ihn nicht noch einmal angesehen. An der Tür blieb sie mit dem Rücken zu ihm stehen. „Du brauchst dich nicht entschuldigen – es ist ja nicht deine Schuld." Sie legte eine kleine Karte auf die Kommode neben der Tür.
„Das ist die Telefonnummer von meinen Eltern. Du kannst deinen Leuten erzählen, dass du Mandy anrufst. Meine Mutter wird dir dann sagen, ob ein Treffen ist oder andere Aufgaben für dich da sind. Mandy wird nicht mehr auftauchen. Pass' auf dich auf, Remus!"
Damit verließ sie das Zimmer. Das Deja-Vù Gefühl ließ ihn nicht los. Hatten sie das alles nicht schon einmal durchlebt? Sollte sich das alles immer und immer wieder wiederholen?
Er hatte lange unter der Dusche gestanden und an sich selber gezweifelt. Wie war er nur in diese ausweglose Situation geraten?
