Olivers Herz pochte während er sich durch die Menschenmenge im Bahnhofsgebäude schob um zum Bahnsteig zu gelangen. Erst jetzt realisierte er das er keinen Plan hatte! Keine Ahnung was zu tun war! Und vor allem eines hatte... Angst! Angst um Connor!

Im Zug entschlossen sich die beiden Bösewichte schließlich ihre Gefangenen aus den Koffern zu lassen damit sie nicht erstickten. Die Frau feilte mit gelangweilter Mine ihre Nägel während der Mann, der bis heute Morgen noch vorgab in Sandra verliebt zu sein, ebendiese in einen der breiten Sitzte hievte. Neben ihr setzte er Connor hin. Beide waren durch das Betäubungsmittel immer noch zu geschwächt um zu begreifen was gerade vor sich ging.

Oliver erreichte den Bahnsteig und sah sich um. Mit der Linken Hand griff er in der Einkaufstüte nach einem Pfeil. Bereit um ihn nötigenfalls per Hand zu werfen. Schweiß rann ihm die Stirn hinunter. Mit dem teuren Anzug über dem Arrowkostüm sah er aus als hätte er 10 Kilo zugenommen. Das er das tatsächlich Gemacht hatte konnte er nicht glauben. Obwohl Connor sich Arrow bestimmt so vorstellt. Unrasiert und mit ungewaschenen Haaren erkannte ihn niemand. Das kam ihm gerade recht.

„OLIVER!" rief Felicity und Oliver drehte sich um.

Er hatte weder den falschen Frank Hendricks, oder Sandra oder Connor entdeckt. Diggle hatte währenddessen einen Rollstuhl organisiert und Roy schob die verletzte Felicity durch den Bahnhof. Diese tippte wieder wie wild auf ihrer Tastatur herum.

„Ich habe sie gefunden! Sie sitzen im Zug der gleich einfährt." erklärte Felicity. „Das sind die Überwachungsbilder aus dem Depot!"

Oliver sah sich die Aufzeichnung an. Er schlussfolgerte das beide in den großen Trolleys sein mussten die der Mann hinter sich her zog. Wieder kochte in Oliver die Wut hoch. Sein Kind, eingesperrt in einem dunklen, engen Koffer.

„Können Sie den Zug aufhalten?" fragte Oliver

„Ich versuche es! Das System des Zuges ist eines der neuesten... Ich brauche ein paar Minuten..." sagte Felicity.

Diese wurde unterbrochen als eine kurze Melodie ertönte und eine freundliche Frauenstimme die Einfahrt des Zuges ankündigte.

„Wir haben keine paar Minuten!" sagte Oliver besorgt.

„Ich bin dran..."

„Fahren wir einfach mit!" sagte Roy.

„Wenn er mich sieht wird er Connor sofort erschießen!" dementierte Oliver.

„Arrow ja... aber Oliver Queen! Eine Geisel mit noch mehr Geld!" erklärte Roy.

Oliver verstand langsam worauf Roy hinaus wollte...

Leise glitt der Zug über die Schienen als er in den Bahnhof einfuhr. Die Menschen waren beeindruckt. Kinder lachten und machten strahlende Gesichter. Viele die hier einstiegen wollten nur ans andere Ende der Stadt um von dort in die Berge für einen Ausflug zu fahren. Am nächsten Bahnhof warteten auch schon viele Menschen darauf das der Zug endlich kommt um damit in die anderen Großstädte zu fahren. Als der Zug zum Stillstand kam und sich die Türen endlich öffneten drängten sich die Leute zu den Türen. Oliver, Diggle, Felicity und Roy versuchten Anschluss zu finden. Felicity tippte eilig auf ihrem Computer herum um jedem auf sein Smartphone ein Elektronisches Zugticket zu schicken bevor sie den Laptop zuklappte um, von Oliver gestützt, zu Fuß einzusteigen.

Oliver hatte immer noch keinen Plan. Sie quälten sich durch die Menge und schafften es schließlich in einen der hintersten Wagen einzusteigen. Felicity ließ sich auf einem freien Sitz nieder und tippte wieder wie wild auf der Tastatur herum. Es gelang ihr nicht sofort sich in das System des Zuges zu hacken, aber sie konnte nun sehen wohin sie fahren sollten und wie die Weichen gestellt waren. Die Fahrt sollte durch die Berge und über eine der höchsten Eisenbahnbrücken des Landes führen. Felicity überlegte sich ob sie eine Weiche verstellen sollte, doch das hatte die Entführer nur gereizt.

Als der Zug anfuhr wachte vorne Sandra erschrocken aber immer noch schlapp und geschwächt auf. Sofort nahm sie den bewusstlosen Connor in die Arme und sah erneut in den Lauf einer Waffe...

„Guten Morgen!" sagte ihr 'Freund' mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Sandra stieß sofort einen entsetzen Schrei aus. Sie hörte erst auf als sie eine deftige Ohrfeige bekam. Verwirrt blickte sie zu der Frau die sie wütend ansah.

„Ruhe! Das Gekreische nervt!" sagte sie genervt und setze sich wieder hin um sich wieder ihren Nägeln zu widmen.

„An deiner Stelle wäre ich lieber ruhig! Das Ding ist geladen! Und nachdem was gerade im Sägewerk passiert ist bin ich mehr als gereizt. Also wenn du nicht willst das hier Blut fließt solltest du ruhig sein."

Sandra drehte sich so das Connor hinter sie rutschte. Sie wollte nur eins: Ihr Kind vor diesem Irren beschützen. Doch sie selbst hatte so panische Angst das sie sich wünschte wieder Ohnmächtig zu sein. Auch Connor kam langsam wieder zu Bewusstsein...

Der Zug beschleunigte. Immer schneller schossen die Gebäude der Stadt an den Fenstern vorbei. Im hintersten Passagierwaggon fand Felicity endlich etwas was hilfreich war... die Überwachungskamera des vorderen Triebkopfes. Entsetzt sah Oliver seinen Sohn und dessen Mutter da Sitzen. Er konnte in Sandras Gesicht deutlich die Angst erkennen. Und Connor hatte einen starren leeren Blick wie in einem Horrorfilm im Gesicht. Oliver sprang auf und ging nach vorne.

„NEIN!" schrien seine Begleiter im Chor.

Oliver hielt inne. Doch etwas zog ihn nach vorne. Der Wunsch sein Kind zu retten. Sein eigen Fleisch und Blut. Sein kleiner Mini-Me!

„Ich hab seine Komplizin identifiziert! Oh Mann,... glauben Sie mir. Arrow ist nicht sein einziges Problem!" sagte Felicity und tippte weiter herum. „Ich habe mich in das Handy gehackt das er bei sich trägt..."

„Ja?" fragte Oliver aufgeregt.

„Ja!" antwortete Felicity. „Es ist ein Prepaid-Handy! Schwer zurück zu verfolgen. Doch ich konnte das Signal identifizieren. Ich habe eine Nummer! Vielleicht ist er bereit zu verhandeln?"

Oliver griff wieder in die Tüte nach seinem Bogen. Wieder hielt er inne. Um sie herum saßen viele Menschen. Auch kleine Kinder. Es wäre eine sehr schlechte Idee hier als Arrow herumzulaufen und mit Pfeilen herum zuschießen wobei sehr viele Unschuldige hätten verletzt werden können.

„Ich muss doch etwas tun!"

„Sie sind immerhin hier, Oliver!" sagte Diggle. „Sie kennen Ihr Kind seit ein paar Tagen und sind schon bereit alles für Ihn zu tun. Ich werde selbst in 6 Monaten Vater und habe keine Ahnung ob ich den Job gut hinkriege! Sie aber... So ein Vater wie sei einer sind will ich sein!"

Oliver lächelte kurz wieder. Diggles Ansprache baute ihn wieder auf. Trotzdem zitterte seine Hand als er sein eigenes Handy herauszog und die Nummer eintippte die Felicity herausgefunden hatte. Er hoffte nur das alles gut gehen würde. Aber jetzt hatte er einen Plan.

Vorne schreckte der Entführer auf als sein Handy klingelte.

„Wer ist das denn?" fragte die Frau.

„Hasst du die Nummer weitergegeben?" fragte der Mann gereizt während er das Handy heraus kramte und auf dem Display die Unbekannte Nummer entdeckte. Sofort legte er auf. „Ich habe keine Zeit für so was."

„Er hat mich weggedrückt!" sagte Oliver wütend. „Gib mir mein Kind wieder du Arsch!"

Oliver drückte auf die Wahlwiederholung...

„Lass die blöde Mailbox ran gehen!" sagte die Frau genervt.

„Wem hasst du die Nummer gegeben?"

„Niemandem!"

Sandra beobachtete den Streit verwirrt. Beide stritten wie ein altes Ehepaar. Sie konnte deutlich sehen das zwischen den beiden wohl eine große Hass-Liebe herrschte.

„Wer bist du?" fragte sie schockiert.

Wieder hielt er ihr die Waffe vors Gesicht und drohte ihr sie solle endlich ruhe geben. Sandra wich zurück und versuchte sich vor Connor zu schieben. Das Geiseltraining das sie hatte als sie in der Bank anfing vergaß sie sofort. Sie fragte sich nur woher dieser Mann wusste das Connor Olivers Sohn war und woher er von dem Geld wusste. Dieser war von dem klingelnden Handy zunehmend genervt und nahm schließlich ab.

„WAS?!" brüllte er ins Mikro.

„Hier spricht Oliver Queen!" sagte Oliver. Der Mann und seine Freundin waren verwirrt. Auch Sandra konnte Olivers Stimme hören und war perplex. „Ich verlange das Sie sofort die beiden gehen lassen!"

„Mister Queen?! So eine Überraschung! Woher haben Sie diese Nummer?" fragte der Mann.

„Ich habe meine Quellen!" sagte Oliver und blickte dabei auf Felicity. "Lassen Sie die beiden jetzt gehen."

„Und warum sollte ich das tun? Die beiden sind meine Lebensversicherung! Die halten mir diesen Typen vom Leib!"

„Lassen Sie sie gehen! Ich gebe Ihnen alles was Sie wollen!" flehte Oliver schon fast.

„Was können Sie mir schon geben! Soviel ich gehört habe hat ihre Familie so gut wie alles verloren. Sie haben keinen Zugriff auf Ihr Konto. Sie haben Ihre Firma verloren weil sie so ner verrückten vertraut haben. Also... was wollen Sie mir schon geben, sie armer Schlucker?"

„Mich!" sagte Oliver.

Alle die Zuhörten waren schockiert. Doch Olivers Teammitglieder wussten was er vorhatte. Oliver konnte mit mehreren bewaffneten Angreifern auf einmal fertig werden. Er wollte beide retten, komme was wolle.

„Sind Sie etwa..."

„Ja! Ich bin auch im Zug!" sagte Oliver. „Und ich weiß das sie ganz vorne in der Ersten-Klasse sitzen und das ihr richtiger Name George Davis ist!"

Sandra, die alles hören konnte, zuckte erschrocken zusammen als sie den Namen hörte. Den Namen kannte sie!

„Sie sind cleverer als ich gedacht habe Mister Queen!" sagte der Mann. „Sie wollen also so eine Art Austausch durchführen!"

„Genau! Ich gegen die beiden!"

„Hmmm... darüber muss ich nachdenken!" sagte der Mann und schaltete kurz das Handy auf Stumm. „Der blufft!"

„Oliver Queen... will sich opfern?" sagte die Frau verwirrt. „Ich dachte das wäre so ein versnobter Egoist. Solche einer von der Sorte die immer nur an sich selbst denken!"

Der Mann sah die Frau mit zuckendem Gesicht an. Welch Ironie gerade in ihrem Satz lag.

„Mister Queen... Ihr Angebot klingt... interessant! Kommen Sie nach vorne... und wehe Ihnen es ist jemand bei Ihnen!"

Mit diesen Worten hängte der Mann auf. Noch bevor die anderen etwas sagen konnten war Oliver schon aufgestanden und durch den halben Wagon gelaufen bevor er durch die Türe in den nächsten lief. Felicity stand auf, zuckte aber durch die Schmerzen in ihrem Fuß sofort zusammen und fiel auf den leeren Sitz auf dem Oliver gerade gesessen hatte.

Diggle und Roy liefen Oliver hinterher. Die anderen Leute waren schon leicht verwirrt.

„Warten Sie!" sagte Diggle. „Sie können doch nicht alleine da nach vorne gehen und..."

„Diggle!" unterbrach ihm Oliver. „Das ist eine Familienangelegenheit! Ich muss das alleine regeln. Sorgen Sie nur dafür das keine nach vorne kommt."

Mit diesen Worten drückte er Diggle und Roy ganz vorsichtig Ihre Kommunikatoren in die Hände. Mit einer weiteren leichten Handbewegung wies er auf die Tasche auf Roys Hoodie. Er wusste das Roy die rote Maske die er ihm geschenkt hatte immer in dieser Tasche mit sich herum trug. Beide wussten das das bedeutete das sie sich im Einsatz befanden. Oliver musste wohl einen Plan haben. Anders konnten Sie sich nicht vorstellen wieso er das nun tat.

Als Felicity zu Ihnen traf gingen Sie zusammen nach vorne in den dritten Waggon. Der Zug wurde bereits langsamer um am zweiten Bahnhof zu halten. Dort warteten die Menschen bereits gespannt um einzusteigen. Oliver wies alle darauf an in diesem Waggon zu bleiben bis er das Signal gab. Sie sollten auch dafür sorgen das keine Panik ausbricht falls geschossen wird oder Pfeile fliegen. Doch Connor war sein einziges Ziel in diesem Moment. Er sollte dort raus. Nur Felicity hatte dieses mulmige Gefühl als ob es ein Fehler sei nach vorne zu gehen. Als ob Oliver durch seinen Sohn nicht mehr gerade aus denken könnte.

Noch bevor sie etwas sagen konnte war Oliver schon fort. Er ging durch den zweiten Waggon nun nach vorne...

Als er durch die erste Schiebetür in den Bereich zwischen den beiden Waggons eintrat konnte er sehen das der Zugang durch dichte Vorhänge verhüllt war. Ein Schild wies die Passagiere an in die andere Lounge in der hinteren Lok zu gehen. Weil es von Hand mit einem Filzstift gemalt wurde war Oliver sicher das es von den Entführern gefälscht war. Die Bremsen quietschten bereits und Oliver spürte wie sie sehr schnell langsamer wurden. Als er durch den Vorhang trat hörte er sofort wie die Tür geöffnet wurde und eine Frau ihn eintreten lies.

Das erste was Oliver sah war Connor. Dieser kniete auf dem Boden während sein Entführer die größere Waffe auf seinen Kopf hielt. Sandra kniete neben ihm. Auch sie hatte eine, etwas kleinere Waffe auf den Hinterkopf gesetzt bekommen.

„STEHENBLEIBEN! WEG MIT DER TÜTE! Oder ich knall die beiden ab!"

Oliver hob sofort die freie Hand. Mit der anderen Hand legte er die Einkaufstüte mit seinem ganzen Equipment auf einen leeren Sessel und hob anschließend auch diese.

„Okay... Hier bin ich! Und jetzt lassen Sie die beiden gehen!" forderte Oliver.

Oliver hätte auch einfach sofort einen Kampf anfangen können. Doch erst mussten die beiden aus der Schusslinie.

„Und zulassen das die beiden sofort die Polizei rufen. Nichts da! Sie sind wirklich so dämlich. Sie kommen jetzt auch mit..."

„WAS? Jetzt haben wir drei Geiseln! Das ist nicht fair. Du hasst gesagt das wir alleine sein werden. Auch wenn der Typ eine richtig gutaussehende Geisel ist!" sagte die Frau verträumt. „Na Süßer! Wie wärs mit uns beiden! Den Typen brauchen wir nicht..."

Oliver sah die Frau, die in seinen Augen noch billiger als eine Nutte aussah, zornig an: „Lieber werde ich Schwul!"

Die Beleidigung hatte gesessen! Die Frau war geschockt. Der Entführer musste lautstark lachen.

„ABER ICH BEKOMME IMMER WAS ICH WILL!" brüllte sie angewidert.

„Ach komm... sei still! Oder willst du das der ganze Zug mitbekommt was hier von statten geht. Und vergiss die Lokführer nicht!" sagte der Mann und wies auf die

Die Frau verschränkte beleidigt ihre Arme und wies mit einer Kopfbewegung auf einen leeren Sessel. Doch Oliver ging auf Connor zu. Der Entführer ließ ihn und trat zwei Schritte zurück. Oliver ging sofort in die Knie als er vor Connor stand und umarmte seinen Sohn sofort.

„Mein Junge!" sagte Oliver wobei ihm tränen in die Augen schossen.

Als er Connor los ließ sahen sich beide gegenseitig an. Connor war überwältigt. Als Kind das im Glauben aufwuchs sein Vater wäre tot war er natürlich überwältigt eben diesen zu sehen.

„Du... bist mein Vater?" fragte dieser.

Oliver nickte und umarmte ihn sofort wieder. Den Zeitpunkt an dem er Connor die Wahrheit sagt hatte er sich anders vorgestellt.

„Awww... Ist das nicht Süß! Vater und Sohn nach sieben Jahren endlich miteinander vereint. Gott so was schnulziges ertrage ich nicht. Aufstehen und auf die Sessel da... Sofort!" brüllte der Mann während sich der Zug langsam wieder in Bewegung setzte. Mit mehr als fünfhundert Menschen an Bord.

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