14. Life can be funny

Es war fast Mitternacht, als Hermine in das Schloss zurückgekehrte, und sogar das versiegeln der geheimen Passage war zu viel für ihre schwindenden Kräfte.

Sie konnte die Magie in ihr drinnen flackern spüren, herumpulsierend und beinahe ausgehend.

Sie brauchte fünf Minuten um die Türe zu schließen und die Steine mit ihrem Zauberstab zu berühren, um den Verstecke- Spruch wieder zu aktivieren. Ihre Hände waren blutig. Auch ihr Zauberstab war blutig. Und sie musste , mit den lumpigen Überbleibseln ihres Umhanges vorsichtig zwischen ihrem blutigen Rücken und dem kalten Stein drapiert, gegen der Wand eine Pause machen, bevor sie die Stärke fand, das rote Geschmiere von der geheimen Tür zu säubern.

Ihr Körper war gegen sie, auf so eine wörtliche Art, dass sie es fast schon amüsant fand.

Dann drehte sie sich um, und sah sich dem langen Korridor, gefolgt von den hunderten von Stufen zum Gryffindorturm gegenüber.

Sie würde es nicht schaffen.

Ihre Augen flackerten zu der Biegung, die zu Snapes Klassenraum führte, dann schüttelte sie fast unmerklich den Kopf.

Auf keinen Fall eine Option. Er hatte es sehr klar gemacht, für ihn, ihr Schicksal nichts bedeutete, und sie würde sich nicht, für Hilfe, an ihn wenden.

Nie.

Aber wie sollte sie zu ihrem Raum, zu der Sicherheit ihres Bettes und der Sauberkeit von Wasser und Seife kommen?

Die Stufen standen außer Frage. Sie hatte einige Hebe-Sprüche gelernt um sich selber davor zu schützen, mit gebrochenem Bein im Kerker fest zu sitzen, aber ihre momentane Verfassung würde ihr keine Magie, außer den einfachsten Sprüchen, erlauben.

Benutze einen einfachen Spruch, sagte sie sich selber streng, nichts ausgefallenes. Aber welcher...

Plötzlich, flammte eine Erinnerung vor ihr auf, von Harry, in der Bibliothek sitzend, und über einem schweren Buch brütend Verzweiflung in seinen Augen.

„Einen einfachen Spruch", murmelte er wieder und wieder, während er sein Haar in eine noch größere Unordnung verstrubbelte. „Ein Einfacher. Aber welchen meinst Du Sirius?"

Viertes Jahr. Tri-Magisches-Turnier. Erste Aufgabe. Es war ihnen nicht möglich gewesen einen Spruch gegen den Drachen zu finden, aber Harry war schließlich mit einer anderen Lösung angekommen.

Nun hob Hermine eine zitternde Hand. „Accio Feuerblitz", quakte sie, fühlend, wie das Blut in ihrem Mund ihre Zunge benetzte.

Sie war nicht sicher, ob Harrys Besen sie wirklich erreichen würde, und so wartete sie angespannt. Aber dann fühlte sie das polierte Holz des Griffes in ihrer Hand, sogar noch bevor ihre Augen die schlanke Form des Feuerblitzes aufnahmen, und sie seufzte vor Erleichterung.

Ungeschickt kletterte sie auf den Besenstiel, ihre gute Hand um den Griff des Besenstiels geklammert, während ihr Arm und Bein nutzlos an der Seite schleiften. Sie hatte es immer gehasst einen Besen zu fliegen, aber nun dankte sie Harry für jede einzelne Stunde, die er sie gezwungen hatte, zu nehmen. Der Ritt war tollpatschig und schmerzhaft, und nur schieres Glück bewahrte sie einige Male vor dem Fallen, aber als sie endlich die Tür zu ihren Zimmern erreichte, konnten nicht mehr als fünfzehn Minuten vergangen sein.

Sie seufzte mit Erleichterung, stieg von dem Besen, und musste einen Schmerzensschrei unterdrücken, als ihre Beine unter ihr wegsackten und sie zu Boden fiel. Räum auf, befahl sie sich hastig selber und zwang ihre schreienden Muskeln in Bewegung, und werde den Besen los.

Mit einem Schlenker von ihrem Zauberstab sendete sie ihn zurück in den Gryffindorturm.

Hoffentlich waren die Jungen des siebten Jahres am schlafen gewesen, als Harrys Feuerblitz abhanden gekommen war, und es keiner gemerkt hatte.

Der Flur war rot mit ihrem Blut, und sie schaffte den Reinigungs- Spruch nicht richtig. Sie musste ihn drei Mal anwenden und ihre Konzentration war am schwinden. Schwarze Punkte tanzten vor ihren Augen, als sie sich selber zurück in eine stehende Position zwang.

Nur noch ein paar Schritte mehr, dann wäre sie in Sicherheit. Sie verfluchte ihre eigene Schwäche. Verdammt nochmal, sie konnte das schaffen! Nur ein paar Schritte...

Irgendwo, in der Dunkelheit, war ein Geräusch.

Hermine erstarrte, ihre Füße verweilten in der Luft. Sie wagte es nicht zu atmen. Da war es wieder! Das Knarren einer alten, rostigen Tür, die sich langsam in ihren Scharnieren bewegte. Eine Tür – oder ein Bild, das zur Seite schwang, um Ausgang zu gewähren.

Alle ihre Schmerzen und die aufsteigende Panik ignorierend, eilte Hermine hinüber zu ihrem eigenen Portrait, platzierte ihre Hand auf der alten Leinwand und murmelte ihr Passwort. Das Echo des Geräusches von Schritten erreichte ihre Ohren, als das Bild zur Seite schwang und sie einließ. Sie war fast durch, als ihre Beine unter ihr zusammenbrachen. Ein Schmerzkeuchen entschlüpfte ihren fest zusammengepressten Lippen.

Mit der letzten, verzweifelten, Anstrengung schleppte sie sich von der Öffnung weg und drückte das Bild zu.

Sie lag in der Dunkelheit, prustend und ihr Bein verarztend, nicht einmal wagend zu wimmern und hörte den, sich langsam ihrer Tür nähernden, Schritten zu.

Hatte sie den Flur gut genug sauber gemacht? Waren dort noch Rückstände von Blut auf dem Bild? Sie hatte nicht daran gedacht ihre Hände sauber zu machen, bevor sie es angefasst hatte! Was wenn...

Beruhige Dich Hermine! Es ist wahrscheinlich ein Schüler, der sich heimlich, nach Ausgangssperre, herausschlich. Er wird wahrscheinlich nicht einmal dein Portrait beachten. Du bist perfekt sicher...

Aber dann schnitt eine Stimme in ihr beruhigendes Mantra, und sie dachte ihre Herz würde aufhören zu schlagen.

„Hermine?"

Es war definitiv Ron, da gab es keinen Zweifel an dem Besitzer der Stimme.

Panik erfasste sie. Er hatte sie nicht gesehen, oder? Wusste er, dass sie da drinnen war, und in welchem Zustand?

„Hermine! Ich weiß, dass Du da drinnen bist. Öffne die Tür!"

Aber sie konnte nicht! Hölle, sie konnte sich nicht einmal bewegen. Noch war sie wirklich vorzeigbar.

„Ich habe den Feuerblitz verschwinden und wiederkommen sehen, und ich habe Deine Tür sich schließen sehen, als ich um die Ecke kam. Hör auf vorzugeben, dass Du nicht da bist!"

Sie wartete schweigend darauf, das er verschwand. Vielleicht würde er denken, er hätte sich geirrt.

„Nun gut, dann lass mich halt nicht herein, wenn Du es lustig findest", sagte er nach einer Weile. Seine Stimme beinhaltete Ärger und Verletzung, einen Unglauben, dass sie ihn wirklich so behandeln würde, und sie wollte nichts mehr, als ihn in eine lange Umarmung zu nehmen. Leider konnte sie aber ihren rechten Arm nicht benutzen.

„Weißt Du, ich hatte gehofft mit Dir zu reden", fuhr er fort, „Über das was gestern Nacht passiert ist. Harry ist sehr unglücklich. Er weigerte sich den ganzen Tag über Dich zu reden, aber ich bin sicher das er so erleichtert wäre, wenn Du kommen würdest und mit ihm reden würdest. Hermine?"

Schweigen. Ein langer Seufzer vom Korridor.

„Ich weiß, dass Du die Art wie wir uns benehmen nicht magst, Hermine. Du denkst es ist unverantwortlich. Du denkst wir sollten erwachsen werden. Aber er hat so Angst. Und wenn er alleine ist, im Schlafsaal zum Beispiel, wird er ganz nachdenklich und grüblerisch. Er denkt, das er sterben wird, denke ich. Und das bald. Alles, was er möchte, ist ein Funke von dem Leben, das er gehabt haben könnte. Ist das zu viel danach zu fragen? Ist es falsch, wenn ich ihn ein wenig ablenke und ihm helfe, ein bisschen Spaß zu haben? Rede mit mir Hermine!"

Mit weiten Augen starrte Hermine in die Dunkelheit. Wann war es passiert? Wann hatte sie aufgehört mit ihren Freunden zu reden, ihnen zuzuhören, sie ernst zu nehmen? Sie hatte nicht einmal Harrys Gefühlswandlungen bemerkt, noch Rons Entscheidung es leichter für ihn zu machen.

Sie hatte es falsch eingeschätzt, schlimm falsch eingeschätzt.

So, Du sitzt da drin und fühlst Dich überlegen, nicht war?", fragte Ron harsch, mit Enttäuschung und Ärger, von der anderen Seite der Tür, „Ich dachte, ich könnte mit Dir reden. Ich hatte gehofft, Du könntest mir helfen. Aber Du hast dieser Tage keine Zeit für uns, rennst herum für Deine wunderschöne Lehrstelle. Oh Du bist so viel besser als wir, Miss Lehrling Granger", spottete er ärgerlich, sie konnte immer noch die Verletzung in seiner Stimme hören, „Und natürlich willst Du nichts mit so einem Paar Versagern, wie wir es sind, zu tun haben. Und hier bin ich, der dumme kleine Ron, der dachte das er auf Dich zählen könne. Lustig wie falsch man liegen kann. Dir eine gute Nacht, Hermine! Ich hoffe Du leuchtest in Deiner Rechtschaffenheit!

Und damit ging er. In der Dunkelheit ihrer Räume lag Hermine, wie ein zerknitterter Haufen Knochen, auf dem Boden, eine Hand in einer nutzlosen Geste des Bittens zur Tür hin ausgestreckt, während Tränen ihr Gesicht benetzten und unerträglicher Schmerzen durch ihren Körper jagten.

Wenn das Leben war, konnte sie wirklich darauf verzichten.

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Anders als Hermine glänzte Severus, für die nächsten Wochen, in seinem selbstgerechten Ärger.

Als sie in dieser schicksalhaften Nacht die Räume verlassen hatte, hatte er in völliger Fassungslosigkeit hinter ihr hergestarrt. Es dauerte 10 Minuten für ihn zu verstehen, wie sie es getan hatte, und es ließ ihn seine eigene Sorglosigkeit und ihre verdammte Brillanz verfluchen.

Er hatte in Betracht gezogen hinter ihr her zu gehen, hatte aber gewusst, das sie bis dann schon in ihren Räumen war. Er freute sich nicht darauf, in der Nähe des Gryffindorturms einen Aufstand zu kreieren, indem er an die Tür des Schulsprecherinnenzimmers hämmerte und nach ihr schrie, damit sie die Tür öffnete. Dafür hatte er immer noch genug Würde übrig.

Anstelle dessen hatte er noch einmal mit Albus gesprochen. Aber selbst als Albus seine gute Laune, über die wiederholenden Besuche von dem pessimistischen Zaubertrankmeisters, verloren hatte, hatte er sich selber schließlich eingestanden, dass er da nichts tun konnte, um die Situation zu ändern.

Ärger hatte dann die Oberhand übernommen. Er war wütend mit ihr, dass sie das mit ihr selbst geschehen ließ, dafür, dass sie wieder dorthin zurückkehrte, nachdem er ihr einen Weg hinaus gezeigt hatte, dafür, dass sie seine Hilfe und seine Unterstützung ignorierte. Danach zu urteilen, was ihre Albträume, Halluzinationen und der unerlaubte Abstecher in ihren Verstand aufgezeigt hatten, würde sie nicht bis Weihnachten überleben. Nicht alleine, und man konnte auch nicht auf die Hilfe des eher hilflosen Albus und der reservierten Minerva zählen. Wenn sie nicht bald zu ihren Sinnen kam, dann war Hermine Granger so gut wie tot.

Sie wollte es anscheinend auf die Art, das dumme Mädchen.

Hermine, verdammte Granger. Sie war ein roter, pulsierender Punkt in seinem Verstand. Jedes mal, wenn er an sie dachte, mischten sich Zorn, Scham, und Besorgnis zu einem Ball von unentwirrbarem mentalen Chaos zusammen, das alle Konzentration und Zufriedenheit zerstörte.

Sie verhielt sich, als ob sie das Spionieren erfunden hätte, verdammt sei sie! Als ob er die Arbeit nicht von innen heraus kannte. Als ob er nicht besser wüsste, was sie erwartete. Wieder einer dieser wütend machenden „Gut- Menschen" in dem Orden, die es vorzogen die Unterstützung von Snape, dem Bastard, zugunsten ihrer eigenen zuckerüberzogenen Version der Realität zu ignorieren. Nun, ihre Ignoranz würde sie ganz sicher umbringen, aber selbst Snape konnte sich nicht dazu bringen dieses Ergebnis als zufriedenstellend zu erachten.

Aber, natürlich, hörte keiner auf ihn, und der einzige Weg Albus zu überzeugen – war ihm von dem zu erzählen, was er gesehen hatte – würde sie sicher weg treiben. Wenigstens hatte sie ein Bett, ein Dach und medizinische Präsenz hier. Das war sicherlich mehr, als Fudge zur Verfügung stellen würde, falls sie sich an ihn wenden würde.

Vergebliche Gedanken, alle davon. Severus konnte nichts für sie tun, er konnte die Situation nicht ändern, und er konnte nicht über sie denken ohne sich selber Kopfschmerzen zu bereiten.

So hörte er auf über sie zu denken.

Oder wenigstens versuchte er es. Da es aussah, als hätte sich jeder in den unheilvollen Trick hinzugesellt „Severus Snape mit Gesprächen über Hermine Granger in den Wahnsinn zu treiben".

Albus war der schlimmste. Nach einigen Explosionen von Severus Temperaments, hatte er aufgehört vorzuschlagen, dass Severus ihr „helfen" sollte.

Er schien zu glauben, dass sich, über den Kampf gegen die Abhängigkeit, eine Bindung zwischen ihnen gebildet hatte. Der sentimentale alte Narr. Was sollte Severus tun, ihre Hand halten, während sie zu Tode blutete? Einen Picknickkorb hinter ihr her tragen, während sie in den Kampf ging?

„Sicher nicht, mein lieber Junge", hatte Albus versucht den jüngeren Mann zu beruhigen, „Es ist nur so, dass Du in diesem Gebiet mehr Erfahrung hast, als jede andere Person in Hogwarts. Du könntest ihr planen helfen, neue Wege entwickeln, um näher an Tom Riddle heran zu kommen und so weiter. Du könntest..."

„Du fragst mich nicht, einem Alkoholiker eine Flasche Whisky auszuhändigen, oder ein muggelstämmiges Mädchen einem Todesser", weigerte sich Snape hitzig, „Warum sollte ich Miss Granger in ihren entschlossenen Bemühungen, sich selber zu töten, helfen? Ich werde diese Art von Selbstmord nicht unterstützen, Albus!"

Außerdem, hatte er schweigend hinzugefügt: Sie würde sich eh nicht mehr von ihm anfassen lassen, nachdem was er getan hatte.

Dieser Gedanke hatte die Scham wieder geweckt, und die hatte seine Laune sogar noch mehr verdunkelt.

Sie betrachtete sich selber als tot, nicht war? Sie hatte aufgegeben und erwartete nicht lebend durch diesen Krieg zu kommen. Warum, verfluchte Hölle, sollte er sich dann plagen!

Wenn sie so entschlossen war sich umzubringen, war er entschlossen sich nicht darum zu sorgen. Zum Wohle der Göttin, sie war nur ein Mädchen. Obgleich auch ein sehr brillantes und intelligentes...

Draco schien auch zu denken, dass Severus die neue Autorität in Sachen Miss Granger war.

„Sie redet nicht mehr mit mir", hatte er Snape an einem Nachmittag mir verzweifelter Stimme erzählt, „Sie schubst mich wieder weg, sogar noch schlimmer als vor dem Entzug. Sie scheint zu denken, dass sie mich gefährden würde."

Da waren Tränen in seinen Augen. Snape musste eine angeekeltes Schnauben unterdrücken. Gryffindor Sentimentalität von einem Slytherin. Gute Götter.

Er wollte Draco sagen, dass Miss Granger damit verdammt richtig lag. Ein erfolgreicher Bruch durch ihre Schutzschilde, und der Dunkle Lord würde alles über sie und Draco wissen. Wenn sie so entschlossen war damit weiter zu machen, dann lag sie richtig, in dem sie sich von jedem distanzierte. Er hatte das auch getan.

Aber die Tatsache, das Miss Granger sich auf die Wahrscheinlichkeit ihres eigenen Todes vorbereitete, würde Draco Malfoy nicht beruhigen, da war sich Severus Snape sicher.

So hatte er Draco anstelle der Wahrheit erzählt, dass Miss Granger eine Erwachsene und sehr kompetent war. Kompetent genug um zu entscheiden, was das Beste für sie war, und das er, Snape, wirklich wichtige Arbeit zu tun hatte. „So würdest Du mich bitte entschuldigen Draco, geh einfach weg!"

Und Draco war gegangen, mit diesen unmöglichen Tränen in seinen Augen, und hatte Severus mit dem sehr unschönen Gefühl der Schuld und einem trockenen Mund, der nur durch mehrere Gläser Whisky benetzt werden konnte, zurückgelassen.

Nur Minerva hatte nicht mit ihm über sie gesprochen. Und das hatte ihn wirklich nervös gemacht. Sie hatte ihn nur mit ihren stählernen, intelligenten Augen angeschaut, anscheinend jeden Quadratzentimeter seines Gesichtes, bis er sich selber wiederfand, wie er sich verteidigte, warum er nichts mit diesem Wahnsinn zu tun haben wollte.

„Lustig", sagte Minerva und nippte an ihrem Tee, als sie seinen Ausschweifungen einige Minuten lang zugehört hatte. Sie saßen in ihrem Wohnzimmer, vor einem ungestümen Feuer, dass die abendliche Kühle vertrieb. Sie hatte gesagt, dass sie einfach nur eine „gute Unterhaltung" wollte, und er, verfluchter Idiot, der er war, war darauf hereingefallen.

Wieso war es so, dass es Minerva gelang ihn jedes Mal zu einem babbelnden Zehnjährigen zu reduzieren? Er hätte sich dafür schlagen können, dass er die Einladung angenommen hatte!

„Was zur Hölle könnte lustig an dieser Situation sein?", fragte er missmutig.

„Zu sehen, wie Du Dich um jemanden sorgst", antwortete sie einfach.

Da waren wir wiedereinmal, grummelte er schweigend. Sie redet psychologisch mit mir!

„Ich sorge mich nicht um sie", hatte er fast geknurrt, „Ich bin nur angeekelt von dieser Verschwendung von Intelligenz. Und als ein Lehrer glaube ich ...

„Ich weiß, ich weiß, Severus. Erspare es mir", unterbrach sie ihn liebevoll anlächelnd, „Sogar selbst falls Du Dich kein bisschen um sie sorgst", ihr Ton machte es sehr deutlich, das sie ihm nicht ein bisschen glaubte, aber er war zu erschöpft um den Punkt zu argumentieren, „Ich fühle mich immer noch seltsam, da ich mich an eine Diskussion vor langer Zeit, sehr ähnlich dieser, erinnere."

„Wir haben bis jetzt nicht einmal über etwas annähernd ähnliches, wie dieses gesprochen", lehnte er rau ab.

„Ich weiß. Es war eine Diskussion, die ich mit Albus vor zwanzig Jahren hatte, als er mich darüber informierte, dass Du die Todesser für uns ausspionieren würdest. Ich war, dann sehr stark Deiner Meinung und war absolut entschlossen mich von Dir fern zu halten, wenn ich Dich nicht beschützen könnte. Ich würde so einen Wahnsinn nicht unterstützen, und falls Du so versessen darauf warst, Dich selber umzubringen, hättest Du nicht meine Zustimmung gehabt. Witziger Weise, konnte ich nicht sehr lang zu meiner Entscheidung stehen. Muss eine Gryffindor- Sentimentalität sein, die mich schwach gemacht hatte Dir zu helfen. Denkst Du es wäre besser gewesen, wenn ich meine Entschlossenheit behalten hätte?"

Sie lächelte ihn an, und für einen Moment berührte ihre Hand, sanft und warm wie eine Sommerbrise, seine Wange.

„Ich für meinen Teil, bin froh für jede Minute, die ich mit Dir verbringen konnte. Ich habe auf diesem Wege einen teuren Freund gewonnen, einen, auf den ich nicht verzichten könnte.

Er hatte sie kurze Zeit später verlassen, weil da nichts mehr wahr, was er nach ihren Worten sagen, oder worüber er argumentieren konnte. Keine Chance gegen Gryffindorfrauen, dachte er wiedermal. Am besten, man hielt sich von ihnen fern.

Aber der Gedanke, zu seinen Räumen zurück zu kehren, in der Bibliothek zu sitzen, wo er ihren Verstand verletzt hatte, ließ ihn erschauern.

Und so fand ihn die Mitternacht einmal wieder beim wandern durch die Gänge von Hogwarts und selbst die Schläge der riesigen Uhr konnten ihn nicht aus den Gedanken herausholen.

Aber das Gefühl, heftig gegen einen kleineren Körper zu kollidieren konnte. Zorn wogte durch ihn als er, unauffällig seinen Rücken dort reibend, wo er schmerzhaft mit kalten Stein kollidiert war, vom Boden aufstand.

Dort, ihm gegenüber, stand eine kleine Gestalt, vermummt und bekleidet. Offensichtlich ein Schüler.

Was zur Hölle veranlasste sie bei Nacht durch die Schule zu streifen? Hatten sie nicht genug Arbeit zu erledigen? Nun, er würde dafür sorgen, das seine Unterrichtsstunden über die nächsten Wochen hinweg zu anstrengend sein würden, um solchen Unsinn nur in Betracht zu ziehen.

„Was denken Sie, was Sie da tun, mitten in der Nacht durch die Korridore zu wandern?", bellte er, „Ziehen Sie sofort die Kapuze herunter."

Die schlanke Gestalt zog ihre Kapuze herunter und enthüllte, im Licht des fast vollen Mondes, Hermine Granger's Gesicht.

Natürlich muss es sie sein, stöhnte er innerlich. Genau Perfekt. Ich wette, einige Götter oder Andere haben einen Haufen Spaß.

„Ich bin zu müde für ihre kleinen Spielchen, Professor", antwortete sie, sich nicht darum kümmernd ihre Müdigkeit aus ihrer Stimme zu halten, „Ziehen Sie Hauspunkte ab, und lassen Sie mich gehen."

„Ich wusste nicht, dass Sie das waren, Miss Granger. Ich ...", Severus Stimme erstarb, als er ihre Erscheinung aufnahm. Ein Auge war schwarz und geschwollen, ihre obere Lippe war aufgesprungen, und getrocknetes Blut war über die unter Hälfte ihres Gesichtes geschmiert. Ihre starre Haltung erzählte ihm, dass ihr langer Umhang mindestens eine ernsthaftere Verletzung verbarg.

„Sollten Sie nicht den Schulleiter sehen?", fragte er, während Besorgnis durch seine Adern zog. Sie war wieder bei den Treffen gewesen, und es sah danach aus, dass sich nichts geändert hatte. Immer noch wurde sie geschlagen, gefoltert und vergewaltigt, und immer noch kroch sie, schweigend ihre Verletzungen verbergend, ins Schloss.

Er musste deswegen Albus noch einmal sehen. Was zur Hölle dachte sich der Mann, das er tat?

„Ich werde, Professor, und sehr bald", antwortete sie, „Aber solange wie ich nicht tödlich verwundet bin, wird mich nichts daran hindern, vorher eine lange, heiße Dusche zu nehmen. Ich fühle mich..." Der Satz endete in einem Flüstern den er kaum noch verstehen konnte, aber er musste es nicht hören, um zu wissen wie sie sich fühlte. Er erinnerte sich zu gut.

„Dreckig", beendete er ihren Satz rau und vergaß für einen Moment die Feindlichkeit ihr gegenüber, „Und ausgelaugt."

Dazu nickte sie.

„Lustig, nicht war?", fragte sie bitter, „Das die einzige Person, die mich wirklich versteht, genau die jenige ist, die sich weigert mit mir zu reden. Muss mein besonderes Glück sein. Gute Nacht, Professor."

Und sie verschwand in der Dunkelheit.

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A/N

Sooooooo. Hier das neue Kapitel. Das nächste wird ein bisschen länger warten müssen, da ich die nächsten zwei Wochen Prüfungen habe. Bemühe mich zwar trotzdem immer ein bisschen was zu übersetzen, aber in den beiden Wochen geht erstmal das Studium vor. Dann hab ich aber Semesterferien.

Danke nochmal an alle Reviewer.

LG