Chapter 14: „Wassermelonen"
Shinji hatte Aizen am Ausgang des HQ getroffen und begaben sich zusammen nach Hause, wobei Aizen es nicht schaffte sich die Frage zu verkneifen wie den der Unterricht gewesen sei. Worauf Shinji nur Anlief, bis er die Farbe von Reis Augen angenommen hatte. Dies war für Aizen eine mehr als eindeutige Antwort und beließ es dann bei dieser.
Sie waren gerade bei ihren Apartments angekommen und wollten sich verabschieden, als sie aus Shinjis Wohnung ein Schluchzen und Weinen hörten.
Erstaunt öffnete Shinji die Tür und bat Aizen ihn zu begleiten, vornämlich aus dem Grund um ihm selbst etwas Mut zu verschaffen.
Als sie den Wohnraum betraten sahen sie eine am Tisch zusammengekauerte Misato die bitterlich weinte, neben ihr lag der Anrufbeantworter.
Sie traten näher
„Misato, was ist den los?", fragte Shinji besorgt.
Diese schluchzte auf sah die beiden mit tränen verschmierten Augen an und drückte erneut die Wiedergabetaste des Anrufbeantworters.
Kajis Stimme ertönte:
„Katsuragi, ich bin's. Kann sein, dass du meinetwegen eine Menge Ärger hinter dir hast, wenn du das hier hörst … Tut mir Leid … Falls ich dich noch einmal wieder sehe … dann sag ich dir was ich neulich nicht losgeworden bin … Katsuragi … Noch etwas, ich hab da einen Garten, Sinji und Aizen waren schon da, würdest du dich um ihn kümmern? Ende der Nachricht 0 Uhr 20 Minuten."
Mit einem Piepton verabschiedete sich der Anrufbeantworter unbeeindruckt von dem Abschiedsgruß der auf ihm hinterlassen wurde.
Shinji dem langsam die Bedeutung der Botschaft ins Bewusstsein stieg, war wie angewurzelt, im nächsten Moment weiteten sich seine Augen, bevor er in Tränen ausbrach.
Aizen versuchte die Fassung zu bewahren, ihm war unklar wie ein Mann wie der Commander von NERV, gegründet um die Menschheit zu retten, sich derartig wenig um Menschenleben scherte und so erbarmungslos über Leichen ging.
Dass der Commander Kaji ausschalten lies, davon war er überzeugt, Kaji war wahrscheinlich als Doppelagent unangenehm geworden oder hatte seine Schuldigkeit getan.
Er hatte Kaji kaum gekannt, obwohl er sehr genau wusste, dass er Sinji und vor allem Misato sehr viel bedeutet hatte, daher war Aizen auch derjenige der die Initiative ergriff.
Er nahm Sinji, der immer noch in der Tür stand und dem die Tränen über die Wangen liefen, an der Hand zog ihn zu sich und flüsterte ihm nachdem er tief durchgeatmet hatte zu:
„Shinji, Misato braucht deine Hilfe um über all das hinwegzukommen." –
„Wie soll ich ihr helfen? … Ich bin zu feige wie soll ich ihre Trauer auch noch ertragen, ich bin selbst aufgewühlt … ich hab Angst.",
schluchzte Shinji leise.
„Du sollst nicht ihre Last tragen aber du kannst sie mit ihr Teilen, rede mit ihr, außerdem werde ich dir helfen.",
gab Aizen zu bedenken.
Das überschreitet zwar den Grund warum ich herkam, aber ich kann sie doch nicht so zurücklassen, …
„Ich bin ein Feigling!", stammelte Shinji, unfähig sich weiter auf Misato zu zubewegen, oder auch nur das Wort an die am Tisch kauernde Figur zu richten.
Aizen seufzte:
„Das bist du nicht, du bist die Mutigste Person die ich kenne."
Shinjis Augen wurden klarer und seine Pupillen zogen sich zusammen.
Aizen zog Shinji zu Misato, beugte sich zu ihr über und zog sie sanft nach oben.
Ein seltsames Bild zeigte sich auf den Wegen der Geofront.
Ein Junge mit schwarzen Haaren und einer weißen Strähne zog in der einen Hand einen resignierten 14 jährigen mehr oder weniger hinter sich her, wobei eine ältere Frau in einer roten Uniform hing im anderen Arm des Jungen ihren Kopf in der Schulter von ihm vergraben, immer noch schluchzend.
Er hielt an.
Misato blickte auf.
Sie standen in Mitten eines kleinen Melonengartens, der Major brach zusammen und weinte noch heftiger als zu vor. Shinji regierte nicht.
Aizen hockte sich neben Misato auf den Boden und streichelte eine der Melonen:
„Misato, du weißt doch, solange man an einen Menschen denkt, kann er nicht sterben."
Er setzte aus.
Shinji hatte sich inzwischen neben Misato gesetzt.
„Hört zu, dieser Ort hier ist eine Chance sich der schönen Zeiten mit Kaji zu erinnern. Haltet die Erinnerungen lebendig. Es mag schmerzhaft sein, aber ihr solltet Kajis letzten Wunsch respektieren.",
mit diesen Worten zog er ein Taschenmesser schnitt einen Stück einer Melone heraus und gab es Misato und Shinji.
„Trauert um ihn, weint um ihn, aber trauert nicht über das was ihr versäumt habt zu tun oder zu sagen sondern weil er euch so früh verlassen musste.",
er holte Luft und sah die beiden anderen an, wie sie zaghaft an der Frucht nagten, dann lächelte der die beiden an, worauf die beiden ihn etwas verdutzt ansahen:
„ … Und dann freut euch und lacht über die Zeit die ihr zusammen hattet."
Sie sahen ihn verdutzt an, bevor sie beide wieder in Tränen ausbrachen.
Sie saßen noch eine Weile so da und genossen eine Wassermelone.
Als sie wieder bei ihren Apartments waren ging Shinji ohne ein weiteres Wort in sein Zimmer und schlief ein. Misato drehte sich zu Aizen um und schlang ihre Arme um ihn und versenkte ihren Kopf in seiner Schulter:
„Danke"
Damit entließ sie ihn aus ihrer innigen Umarmung, führte ihre Hände an seine Wangen und gab ihm einen sanften Kuss, verabschiedete sich und ging in die Wohnung.
Aizen stand vor der Tür, während sein Verstand versuchte die Ereignisse des letzten Moments zu ordnen, sein Gesichtsausdruck ließ aber den Schluss zu, dass ihm das nicht wirklich gelang.
So tastete er sich in seine Wohnung und fiel in einen nicht ganz so ruhigen Schlaf.
