Kapitel 14: Der Plan

Albus und James mussten nun zwar, wo der Ringe zu suchen war, ließen sich aber trotzdem Zeit. James meinte, dass sie mit der Suche erst in den Weihnachtsferien beginnen sollten. So konnten sie schon vorher noch die nötigen Pläne schmieden. So entschieden sie, dass sie ohne Erwachsenen in den Wald gehen sollten. Denn dann hatten sie mehr Freiheit, fand auch Albus. Rose war ganz ihrer Meinung. Es könnte sowieso gefährlich werden, nicht nur wenn sie erwischt werden würden. Nein. Der Wald alleine war schon gefährlich genug.

Also warteten sie auf Weihnachten.

„Komm steh auf!" Albus hörte seinen Bruder nicht, oder wollte einfach nicht auf ihn hören. Sein wollig warmes Bett gefiel ihm einfach besser.

Doch als James „Geschenke!" rief, konnte er ihn nicht mehr ignorieren und sprang hastig aus dem Bett. Er konnte es nicht fassen, dass heute schon Weihnachten war. Die Zeit war schnell vergangen, zu schnell.

Das bedeutete auch, dass sie diese Woche ihren Plan durchziehen müssen.

Nachdem sie die Geschenke ausgepackt hatten und jeder seinen selbst-gestrickten-Weasley-Pulli anhatte, gingen sie runter zum Frühstücken. Ihre Großmutter konnte es nicht lassen, ihnen diese Kleidungsstücke zu schenken.

Die große Halle war fast leer. Das ist perfekt, dachte sich James. Niemand würde sie dann aufhalten, oder stören. Es waren nur wenige geblieben: 2 Rawenclaw, 1 Slytherin. Von den Hufflepuff war niemand geblieben. Bei den Gryffindors waren nur noch Albus, James und Rose hier. Moni und Gus waren nach Hause gefahren, um wenigstens an Feiertagen zuhause zu sein. Moni schien sowieso komisch zu sein, in letzter Zeit. Er würde sie nur stören und behindern.

„Wann ziehen wir den Plan durch?", fragte Rose leise flüsternd die Jungen. Die Nervosität plagte sie bereits jetzt.

„Ich weiß es noch nicht genau. Vielleicht schon heute!", antwortete James leise.

Sie wollten gerade wieder in den Gemeinschaftsraum zurück kehren, um die letzten Vorbereitungen zu treffen, als der einzige Slytherin auf sie zukam. Es war Scorpius.

„Ist Moni nach Hause gefahren?"

„Ähmm ja. Warum fragst du?" Er wurde rot im Gesicht und sah verlegen zu Boden.

„Nichts ... äh tschau!" Schnell ging er an ihnen vorbei, als ob ihm etwas peinlich gewesen wäre. Die drei sahen sich verwirrt an. Was war nur los mit ihm und Moni?

„Ach kommt weiter."

Den ganzen Vormittagtag studierten sie die Karte des Rumtreibers und packten ihre Rucksäcke. Man wusste ja nie, was auf einem zu kommen konnte.

Als sie hinunter zum Mittagessen gingen, hatten sie bereits alles dabei, was sie brauchen könnten. Als sie die große Halle betraten, merkten sie, dass die 4 Haustische einem einzigen Tisch in der Mitte des Raumes gewichen waren.

„Da wir dieses Jahr wieder einmal so wenige sind, dachte ich, dass ein Tisch reichen dürfte!", begrüßte sie McGonagal. Es gab die herrlichsten Speisen. Albus stopfte sich so voll, dass Rose sich darüber Sorgen machte, dass er später in den Wald kotzen könnte. Was ihre "Mission" erheblich erschweren kann.

Als sie sich erheben wollten, fragte Scorpius sie erneut etwas.

„Was habt ihr heute noch vor? Ich bin so allein, darf ich bitte mit euch abhängen?" Das hatte ihnen noch gepfählt! Sie sahen sich an. Was sollten sie nun machen? Anscheinend interpretierte Scorpius das Schweigen als Abweisung, denn er ließ traurig den Kopf hängen und murmelte:

„Versteh schon!" Gerade als er sich abwenden wollte, sagte Rose: „Nein warte ... Versteh uns nicht falsch, aber ...." Sie sprach nicht weiter. Rose hatte soeben etwas Komisches gefühlt. Irgendetwas hatte sie doch gerade berührt, oder etwa nicht? Da flüsterte ihr jemand ins Ohr: „Nehmt ihn mit!" Es war Snapes Stimme, die sie hatte vernommen hatte. Doch er war nirgends zu sehen. Warum geisterte er überhaupt hier im Schloss herum?

„Okay du kannst mitkommen! Aber du darfst niemanden erzählen, was wir vorhaben. Versprochen?" Scorpius nickte heftig, denn er war aufgeregt. Er hatte noch nie ein Abenteuer bestanden. Sein Vater hatte ihn immer vor jeglichen Unheil bewahrt und beschützt. Albus und James waren jedoch nicht sehr erfreut darüber.

„Was soll das?" Rose erklärte ihnen leise, dass Snape ihr es geraten hatte. So machten sie sich nun zu 4 auf die Suche nach dem Ring.

Unterwegs erklärten sie Scorpius einiges, aber nicht alles. Sie wollten nicht, dass er sie verpetzte. Als sie endlich in Waldnähe waren, vergewisserten sie sich, dass niemand sie sehen würden, wenn sie den Wald betraten. Schnell liefen sie hinein. Was sie nicht wussten war, dass sie nicht die einzigen waren, die ihre Suche heute begonnen beziehungsweise fortsetzten.

Sie waren bereits erneut an der Arbeit. Nach einigen Wochen Entspannung, war das Arbeitsklima nicht mehr so angespannt wie vorher. Trotzdem kamen sie kaum voran. Immer wieder blickten sie sich um, ob auch nicht wieder das Mädchen in der Nähe war. Ihr Angriff hatte sie wirklich beunruhigt. Ivica hatte den Auftrag bekommen, Ausschau nach ihr zu halten.

Sollte die kleine Göre wieder auftauchen, hatte der Boss gesagt, dann töte sie! Ivica hatte noch nie einen Menschen getötet und er hatte es auch nicht vor. Er konnte so etwas einfach nicht tun. Obwohl es genau diese Tatsache war, um in die Bande aufgenommen zu werden: Jemanden töten.

Es war wie so eine Art Mutprobe: Bringe eine dir zugeteilte Person um und die wirst Mitglied der Bande.

Diese Bande würde dafür sorgen, dass ER wieder zu den Lebenden zurückkommt. Wie hatte es Ivica damals nur in die Bande schaffen können? Ohne jemals getötet zu haben? Die Antwort war klar: Er ist ein Spion. Und deswegen wusste er auch genau, wer dieses Mädchen war. Sie standen nämlich auf der derselben Seite. Beide wurden sie von einem einzigen Mann beauftragt. Als er Schritte und leise flüsternde Stimmen hörte, wusste er sofort, dass es sich dabei nur um die zwei Potter Jungs handeln konnte. Denn Snape hatte ihn genaustes informiert. Er war einer der wenigen, der Snapes Vertrauen hatte. Auch das Mädchen war eingeweiht. Der Plan musste einfach funktionieren.

Wenn nicht, was würde dann geschehen?