Disclaimer: mir gehört davon nichts, alles gehört Rowling
Harry Potter und sein Schicksal
Kapitel 14: Die Heiler
Gerald öffnete die Türen zum Krankenflügel und Harrison stellte fest, dass es viel Ähnlichkeit mit dem Flügel von Hogwarts hatte. Jedoch musste er auch zugeben, dass er keine Ahnung hatte, wie der Raum anders aussehen könnte. Der Raum war hell und Licht durchflutet. Gegenüber der Fenster waren Betten aufgereiht und große Regale und Schränke waren im Krankensaal verteilt mit vielen Tränken und anderen medizinischen Dingen.
Gerald führte Harrison zu einem Bett in der Mitte und ließ Harrison sich hinsetzten. Gerald sprach darauf zu seinem Oberhaupt: „Ich werde nun verschiedene Diagnosezauber ausführen, die mir Aufschluss darauf gewähren, was dein gesundheitlicher Zustand ist und ob eine Behandlung in irgendeiner Art von Nöten sein sollte. Diese Zauber sind nicht schmerzhaft, jedoch können ein paar ein kribbeln verursachen, ich bitte jedoch darum, still zu bleiben." Nach einem Nicken von Harrison fuhr er fort. „Wenn du dich hinlegen würdest, können wir anfangen, so ist es einfacher, ruhig zu bleiben und die Zauber lassen sich leichter vollziehen."
Nachdem Harrison es sich auf dem Bett bequem gemacht hatte, fing der Heiler an, seinen Zauberstab über Harrison zu schwenken und dabei vor sich hin zu murmeln, ohne, dass es für Harrison irgend einen Sinn ergab. Nach einer Weile wurden die Bewegungen etwas hektischer und Gerald wurde zusehends blasser, wobei Harrison sich fragte, was los war. Gerald ließ nach ein paar weiteren Sekunden von Harrison ab und ließ sich auf einen Stuhl neben dem Bett fallen.
Dem Familienoberhaupt der Aillards hingegen wurde die ganze Sache nun langsam unheimlich und setzte sich auf. „Gerald, was ist los? Das war doch nur eine Routineuntersuchung, so schlimm kann das doch nicht sein...?" Unsicher schaute er dabei zum Heiler.
Dieser schien aus seinen Gedanken zu schrecken und fing an leicht zu stottern: „Nein... Ja... also es ist etwas... komplizierter" man konnte richtig sehen, wie sich Gerald zusammenfasste. Harrison merkte, dass sein amüsiertes Glitzern in den Augen, welches sonst bislang immer vorhanden war, fehlte und durch einen ernsten Blick ersetzt wurde. Harrison wurde es dabei ein wenig unheimlich, konnte jedoch nicht länger darüber pochen, denn Gerald setzte sein Urteil fort. „Zum einen muss ich sagen, dass du, so weit es deine Umstände zulassen, gesund bist. Du hast keine akute Krankheit oder Verletzung, jedoch sind mir einige Dinge aufgefallen, die unbedingt angesprochen werden müssen. Fangen wir mit dem physischen Teil an. Ein paar Knochen sind ein wenig schief zusammen gewachsen nach Brüchen und sollten gerichtet werden, damit diese später keine Probleme geben. Dies ist jedoch der leichte Teil. Deine Werte lassen darauf schließen, dass du während deiner Kindheit über längere Zeit unterernährt wurdest und dann nicht genug Vitamine und ähnliches bekommen hast. Dies hatte leider zum Ergebnis, dass du ein eingeschränktes Wachstum hast und nicht deine volle Körpergröße erreichen wirst. Du hast momentan die Größe, die du vor zwei Jahren hättest haben sollen. Wir können dem etwas entgegenwirken, indem wir dir Aufbautränke geben. Dadurch solltest du wenigstens etwas deiner verlorenen Größe zurückbekommen. Deine Sehkraft ist ziemlich eingeschränkt. Viel ist dort nicht zu machen, da hat die Medizin leider noch nicht die benötigten Erkenntnisse gewonnen. Ebenso werde ich dir Stärkungstränke für die Knochen geben, damit dein Skelett stabiler wird und deine Knochen nicht so leicht brechen."
Harrison war inzwischen blass geworden. Er hatte zwar vermutet, dass sein Aufwachsen Konsequenzen haben würde, jedoch nicht in diesen Ausmaßen. Na ja, er würde wohl damit leben müssen, ist ja nicht so, als wäre er deformiert oder so was -nur er würde nie das sein, was er hätte sein können körperlich gesehen. Harrison war ein wenig unsicher bei dem, was noch kommen möge, denn so wie Gerald reagierte, kann das nicht alles sein. Er nickte Gerald zu, um zu zeigen, dass er fortfahren sollte.
Gerald ließ die Schultern ein wenig hängen. „Dies sind die körperlichen Aspekte und während diese schlimm sind, sind diese nicht bedrohlich oder bedenklich. Nun kommen wir zu Auffälligkeiten, die dir große Probleme bereiten können, wenn wir nicht gegen diese vorgehen. Ich wundere mich, dass du bislang keine Probleme hattest, aber da können wir wohl von Glück reden." Gerald schien mit einem Mal eine Eingebung zu haben, denn sein Gesicht hellte sich leicht auf und verschwand zu einem Schrank und holte eine kleine Flasche hervor und reichte sie Harrison. „Trink das, das ist ein Beruhigungstrank." Harrison trank ohne Widerspruch, das hatte er bei Madame Pompfrey gelernt.
„So, jetzt, da du hoffentlich ruhig bleibst, kann ich dir sagen, wo das Problem liegt. Vor langer Zeit, als du noch klein warst, wurde du mit einem magischen Block belegt, der einen Großteil deiner Magie verschließt. Dass du überhaupt Magie ausüben kannst, grenzt schon fast an ein Wunder. Wir-"
Harrison, der dem erstaunt zuhörte, platze heraus: „Aber ich habe mit 13 einen körperlichen Patronus gegen viele Dementoren geschafft. Man sagte mir, das schaffen in der Regel nur Ältere Zauberer, wenn überhaupt!"
Daraufhin wurden die Augen von Gerald Teller groß. „Wenn das der Wahrheit entspricht, sollte dir ohne Block die Magie aus den Ohren herauskommen. Aber das ist jetzt nicht der Punkt. Wir müssen dafür sorgen, dass der Block entfernt wird. Außerdem hast du noch andere Blöcke, die verschiedene magische Fähigkeiten blocken, jedoch kann ich nicht sagen, welche das genau sind. Dafür müssen die erst weichen. Wir müssen die Blöcke schnell entfernen. Um so eher, um so besser. Ich möchte die anderen Heiler der Familie rufen, denn das wird ein hartes Stück Arbeit und mit deren Hilfe können wir das besser bewältigen als ich alleine. Außerdem würde ich gerne Jerome darüber informieren, da diese Prozedur dich unter Umständen ein, zwei Tage außer Gefecht setzten kann."
Harrison hörte sich das alles an und Dank des Trankes konnte er noch einigermaßen klar denken, auch wenn die Wut dennoch hochstieg. Resignierend seufzte Harrison und teilte Gerald mit, alles dafür in die Wege zu leiten und jeden zu informieren, den er meint, zu brauchen.
In der nächsten halben Stunde trafen sechs weitere Heiler ein, Jerome war schon nach fünf Minuten anwesend. Nachdem alle auf den neusten Stand gebracht wurden, unterhielten sie sich über mögliche Vorgehensweisen und Vorsichtsmaßnahmen. Harrison benutze die Zeit dazu, sich zu beruhigen und sich auf das Kommende vorzubereiten, wobei er sich nicht sicher war, worauf er sich einließ. Jedoch musste er auch zugeben, dass er eher mit den hier anwesenden dieses Unterfangen unternahm, als mit anderen.
Nach einer weiteren Stunde kamen die Heiler zu Harrison und berichteten ihm die weitere Prozedur. Dies übernahm ein wohl um die um die vierzig jähriger Mann, der schon leicht an den Schläfen ergraute: „Hallo Harrison, ich bin Heiler Jason Aillard und ich werde dir nun erklären, wie wir weiter vorgehen wollen. Wir werden dir ein Schlaftrunk und ein Schmerztrank geben, der dir eventuelle Unannehmlichkeiten ersparen soll. Wir wissen jedoch nicht, wie sich die Lösung des Blocks auswirken wird, daher können wir nur spekulieren. Einen Block in dieser Stärke haben wir noch nicht erlebt und die Reaktionen darauf sind daher nicht wirklich bekannt. Nun, wenn die Tränke wirken und du schläfst, werden wir dir den Block entfernen und deine Magie unterstützen, sich zu stabilisieren. Je nach dem, wie dann deine Verfassung ist, werden wir dir dann die Blöcke für magische Fähigkeiten entfernen, welches allgemein nicht problematisch ist, nur sollte sich deine Magie bis dahin beruhigt haben. Ansonsten können wir auch damit ein paar Tage warten, da diese keine Probleme verursachen, schränken nur deine Fähigkeiten ein. Soweit alles verstanden, Harrison?"
Harrison, der alles ruhig angehört hatte, nickte nur. Er hatte etwas in dieser Richtung vermutet und Einzelheiten brauchte er nicht dafür. „Können wir das direkt machen, oder werden Vorbereitungen benötigt?"
Jason antwortete: „Nein, Harrison, wir können das sofort beginnen, die Tränke sind hier vorrätig und das Lösen von Blöcken ist uns auch bekannt." In der Zwischenzeit ist ein anderer Aillard zu einem Regal geeilt und holte die Tränke. Nun wurden diese ihm nacheinander gereicht, welche das Familienoberhaupt der Anwesenden brav trank. Danach wurde ein Zauberstab geschwenkt und Harrisons Kleidung wandelte sich zu einem bequemen blauen Schlafanzug und Harrison legte sich hin und wusste bald von nichts mehr.
Sobald Harrison schlief, übernahm Gerald das Kommando und wies jeden deren Plätze und deren Aufgaben zu. Jerome betrachtete alles von der Seitenlinie, um nicht im Weg zu sein. Die Heiler fingen an, ihre Zauberstäbe zu schwingen und Sprüche zu murmeln, zu leise um es deutlich zu hören. Harrison wurde in ein sanftes gelb getaucht, welches sich nach einigen Minuten ausdehnte und intensiver leuchtete. Nach weiteren zehn Minuten, welche Jerome gebannt auf das starrend verbrachte, fing das Licht an zu flackern und schien mit einem Mal zu zerspringen. Was im nächsten Moment geschah, war bei keinem sehr deutlich, aber es schien, als würde eine große Druckwelle von Harrison ausgehend sich in alle Richtungen ausbreiten. Diese fehte alle anwesenden von den Füßen, ließ Betten und Regale umstürzen und die Fenster nach außen zerspringen. Jeder der Anwesenden war benebelt und als die Heiler ihre Orientierung wiedergewonnen hatten, leuchtete Harrison schon in einem hellen weiß, das verschiedene Spitzen in alle Richtungen abzugeben schien, wie ein lebendiger Nebel. Die Heiler eilten zu ihm hin, kamen jedoch nur bis auf zwei Meter an ihm heran, da in dem Moment die Spitzen sich auf die Störung richteten und die Heiler nicht wussten, was es damit auf sich hatte. Harrison hingegen schien in Ordnung zu sein, sah man von dem Licht ab, jedoch schwitzte er und hatte sein Gesicht schmerzhaft verzogen.
Die Heiler untersuchten Harrison so gut es ging aus der Ferne und stellten so weit keine Gesundheitsgefährdung für ihn fest. Keiner konnte sich direkt erklären, was es mit dem Licht auf sich hatte, jedoch schien es keinen schaden anzurichten. Nun konnten sie ihn nur beobachten und hoffen, dass alles in Ordnung wird. Da solch ein Block bei einem so mächtigen Magier so lange gewesen ist, ist unerhört und daher die Konsequenzen unbekannt. Nach einer Weile fingen einige an, den Krankensaal wieder herzurichten, während andere weiter Harrison beobachteten. Jerome hingegen hatte weit größeres zu erledigen. Die Welle war durch die halbe Burg zu spüren gewesen und somit waren viele Leute in heller Aufruhr. Diese mussten besänftigt werden und zusätzlich musste eine Eskorte für Harrison besorgt werden, da er im Heilerflügel momentan völlig ungeschützt lag.
Dies alles spielte sich in den ersten zwei Stunden ab. Harrison wurde nun konstant von zwei Heilern betreut, die sich alle paar Stunden ablösen würden und Wachen waren um den Krankensaal postiert.
Nach einer gewissen Zeit flackerte das Licht erneut und die Anwesenden wappneten sich auf eine neue Welle, jedoch kam keine. Das Licht flackerte wohl vier, fünf Mal und verhielt sich danach wie zuvor. Die beobachtende Heilerin gab bekannt: „Es scheint so, als wären die anderen Blöcke gebrochen wie eine Dominoreihe. Das war wohl das Flackern. Der Magieschub muss wohl die Blöcke überladen haben."
Als nächstes hatte es den Anschein, als würde nichts geschehen, doch langsam wandelte sich Harrison. Zuerst schien es nur Einbildung, doch dann wurde es deutlich, dass es mehr war. Harrison wuchs vor aller Augen in seinen Namen hinein. Sein Schlafanzug wirkte so, als würde der schrumpfen. Die Beine wurden zu kurz, die Ärmel rutschten Richtung Ellenbogen, die vorher lose Schulterpatie schien sich an Harrison anzuschmiegen und der Rumpf schien mit einem mal sehr körperbetont, Harrison wuchs mit alarmierender Geschwindigkeit und in unvorstellbaren Maßen. Aus dem vorher schlachsigen Jungen schien ein Erwachsener innerhalb kürzester zeit zu werden. Harrison hatte nun einen Körper, der einem gesunden, jungen und sportlichen Erwachsenen zusteht -kein bisschen mehr von seiner Unterernährung zu sehen.
Falls einem diese Tatsachen nicht ausreichten, so brauchte man ihm nur ins Gesicht zu sehen und man blickte in ein Gesicht, welches Stärke und Entschlossenheit auszudrücken schien. Starke Kiefer- und Wangenknochen und eine gerade Nase, sowie einen ausdrucksstarken Mund wurden aus seinen Zügen hervorgehoben, während sich seine Haare langsam um seinen Kopf wie die Medusa schlängelten.
Die Heiler arbeiteten hart daran, alles zu dokumentieren und alle Ergebnisse der Diagnosezauber auszuwerten. Nach einer Weile lehnten sich die Heiler Erschöpft zurück und erklärten den Patienten in top Kondition, jedoch schien die Wandlung noch voran zu gehen.
Harrison wurde um 11 Uhr morgens in den Heilersaal geführt und als die Wandlung sich zu verlangsamen schien, war es zwölf Stunden später. Die Magie um Harrison beruhigte sich, jedoch atmete noch keiner aus, da keiner wusste, ob das alles war und sie sollten nicht enttäuscht werden...
AN: Ich wollte auch mal nen Cliffi machen ^^ Kein stress, das nächste Kapitel kommt in kürze.
Die Spitzen in Licht wusste ich nicht besser zu beschreiben. Es sollen keine Klingen oder so sein, eher als wenn Dampf aus einem Kessel entweicht, also wabernd und halt zu einer spitze zulaufen. Ich hoffe, ihr bekommt das bild. schöne Grüße
