Täuschungen 14

Ginny Potter war nicht wenig erstaunt, als sie ihren ehemaligen Professor für Zaubertränke vor der Haustüre stehen sah, denn er war wahrlich kein häufiger Gast im Hause der Potters. Normalerweise holte nämlich Abby oder seine Frau die Mädchen ab, wenn diese bei den Jungs spielten oder übernachteten.

„Oh, hallo Professor, sollten Eileen und Sera heute zu uns kommen?", fragte daher auch Harry, als er Severus Stimme vom Flur aus erkannte.

„Nein. Ich muss mit Ihnen reden, Mister Potter", eröffnete der Tränkemeister ernst und folgte dem überrascht schauenden Harry durch den Flur ins Wohnzimmer.

Im ehemaligen Haus der Blacks hatte sich einiges grundlegend geändert. Nicht nur, dass kein einziger Hauselfenkopf oder sonstige Skurrilitäten mit zweifelhaftem Ruf mehr an den Wänden hingen oder auf dem Boden herumstanden. Auch war es mit vereinten Kräften und unter Zuhilfenahme eines Spezialräumkommandos der Büros für schwarzmagische Artefakte gelungen, Sirius zeternde Mum zum Schweigen zu bringen. Ein wahrer Segen! Sie schimpfte zwar immer noch, aber wenigsten lautlos und zudem auf dem Speicher des Hauses. Der einzige Schaden, den sie hier anrichten konnte, war das Erschrecken einiger unschuldiger Posteulen, aber das war zu verkraften.

Insgesamt hatten die Potters dafür gesorgt, dass das ganze Haus freundlicher und einladender wirkte, helle Anstriche und warme Farben sorgten für ein modernes und doch ansprechendes Ambiente. Ginny hatte ihm erzählt, dass sie viel Zeit damit verbracht hatten, im ersten Stock einige Wände heraus zu nehmen, damit die Räume größer und luftiger wirkten. Zudem waren alle sanitären Anlagen auf den neuesten Stand gebracht worden.

Ginnys größter Stolz war allerdings der kleine Garten im Hinterhof, den sie mit viel Mühe und einiger magischer Hilfe von Seiten Hermines zu einem einladenden Ort gewandelt hatte. Wo früher nur der Kehricht um einen alten vermoderten Baumstumpf geweht war und öde Reinblüter Tristes den grauen Londoner Nebel komplettiert hatte, blühten nun bunte Herbstblumen und es wuchs Salat und Radieschen.

So konnte es die vierköpfige Familie die Woche über gut im ehemaligen Hauptquartier des Phönixordens aushalten. Am Wochenende ging es meist nach Godric Hollow, denn Harry hatte ein kleines Anwesen ganz in der Nähe seines Elternhauses gekauft, um aus der Enge Londons heraus, die nahe Küste und die Ruhe des Landlebens zu genießen.

„Möchten Sie einen Tee oder ein Glas Kürbissaft?", erkundigte sich Harry und räumte Severus im Wohnzimmer einen Sessel von allerlei Spielzeug frei.

„Tee wäre sehr freundlich", antwortete Severus und sprach zur Vorsicht unbemerkt einen Ratzeputzzauber über das Sitzmöbel, als Harry bei seiner Frau die Getränke orderte, nicht das die Flecken die nach Schokolade aussahen auch solche waren.

„Was ist passiert, Sir?", wollte Harry wissen, als er zurück kam und Severus dabei antraf nachdenklich aus dem Fenster zu starren.

Severus räusperte sich, „In Afrika ist offensichtlich etwas geschehen, das uns alle vor eine große Zerreißprobe stellt", begann Severus seine zuvor sorgfältig zurecht gelegte Erklärung.

„Was ist in Afrika geschehen, Severus?", unterbrach ihn Ginny, die gerade den Tee hereinbrachte.

Er schaute die Potters lange an. Ginny hatte das Tablett abgestellt und sich neben ihren Mann auf die Couch gesetzt.

„Es ist so", er nahm tief Atem, am besten brachte er es schnell hinter sich, „Hermine hatte in Afrika eine Affäre, sie hat es mir am letzten Montag erzählt."

„Eine Affäre?", riefen beide fassungslos und Ginny entwich zusätzlich ein entsetztes Keuchen.

„Nie im Leben!"

„Das kann nicht sein!"

„Das hätte ich bis vor wenigen Tagen auch noch behauptet", stimmte Severus bitter zu, als er den Unglauben und die Erschütterung in den Augen der Potters sah, „aber es ist nicht so, dass es dafür keine Beweise gäbe."

„Und die wären?", fragte Harry verstört.

„Sie erwartet ein Kind", antwortete Severus lapidar.

„Ja, aber…", stotterte Harry und schüttelte nachdenklich den Kopf, „Sie müssen sich irren!"

„Ich irre mich nicht, Poppy hat es immerhin bestätigt. Und da das Kind Ende April geboren werden soll, können Sie sich die Erklärung sparen, dass es sicher von mir ist."

„Aber Professor!", Harry schloss kurz die Augen um sich zu sammeln, „Hermine,… eine Affäre…. Ich war die ganze Zeit mit ihr zusammen dort in Afrika, ich hätte doch etwas davon bemerken müssen, denken Sie nicht?"

Ein sehr schmales, kaltes Lächeln umspielte die Lippen des Tränkemeisters, als er leise, aber sehr betont antwortet: „Ich bin mir sogar sehr sicher, Mister Potter, dass Sie davon einiges bemerkt haben müssen, immerhin sind sie der Vater des Kindes!"

„Was?", Harry erstarrte und riss die Augen weit auf, dann wechselte seine Gesichtsfarbe schneller von schneeweiß zu wutrot, als dies ein Chamäleon je geschafft hätte, „Wie kommen Sie denn auf so was?

„Ich habe es in ihrem Kopf gesehen!", erklärte Severus.

„Das ist nicht wahr!", brüllte Harry jetzt und sprang auf, „Das nehmen Sie sofort zurück!"

„Nein, das tue ich nicht und jetzt beruhigen Sie sich wieder!", mahnte ihn Severus finster.

„Ich werde mich bestimmt erst dann wieder beruhigen, wenn Sie sich für diese infame Unterstellung entschuldigen!", schrie Harry außer sich und wurde noch röter.

„Wer sich hier bei wem entschuldigen muss, werden wir noch zu klären haben!", schnaubte Severus kalt.

Es sah für einen Augenblick so aus, als wenn sich Harry wie in alten Zeiten auf seinen ehemaligen Lehrer stützen wollte, aber Ginny fasste blitzschnell sein Hosenbein und zog ihn zurück zum Sofa.

„Ich hatte nie etwas mit Hermine, nie!", krächzte er und raufte sich die Haare.

„Sie können gerne Poppy fragen, wer der Vater ist", entgegnete Severus ruhig, „wie Sie wissen, ist so etwas für eine Heilerin sehr leicht zu ermitteln!"

„Sie lügen!", Harry verzerrtes Gesicht starrte ihn entsetzt an. Dann rieb er sich die Augen und sank zurück auf das Sofa, „Sie lügen!"

„Nein, das tue ich leider nicht!", grollte Severus, „Obwohl es mir dieses Mal nichts ausmachen würde, wenn Sie ausnahmsweise Recht hätten!"

„Was sagt Hermine dazu?", wisperte Ginny Potter. Sie saß wie in Trance neben ihrem Mann und starrte den Tränkemeister entsetzt an.

„Außer sich übergeben und untröstlich sein? Nun, zurzeit schläft sie und Minerva hat sie auf die Krankenstation verlegt."

„Warum, ist sie krank? haben Sie ihr etwas angetan?", brauste Harry erneut auf.

„Ich habe ihr nichts angetan!", verteidigte sich Severus ärgerlich, „Die Schwangerschaft und ihr schlechtes Gewissen machen ihr eher zu schaffen."

Eine kleine Pause entstand und man hörte tatsächlich wie durch Watte verpackt den Lärm der Großstadt um sie herum. Ein Auto hupte, eine Sirene ertönte und von der nahen Bushaltestelle hörte man das helle Schnattern einer Kindergruppe direkt unter dem Wohnzimmerfenster.

Dann unterbrach Ginny Potter die Stille, indem sie Severus fest in die Augen sah und leise flüsterte: „Und was stimmt an dieser ganzen Geschichte nicht, Professor?"

„Warum denken Sie, dass etwas nicht stimmt?", erkundigte sich Severus interessiert.

„Ganz einfach, Sir, Harry lebt noch und Sie sehen viel zu ruhig für einen gehörnten Ehemann aus."

„Und Sie, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf, zu ruhig für eine betrogene Ehefrau, Misses Potter!", pflichtete ihr Severus leise bei, diese Frau war eine ziemlich kluge Person. Seiner Meinung nach, hatte ihr Mann so eine auch bitter nötig! „Wie wäre es jetzt mit einem Tee, er wird sonst noch kalt."

„Wie können Sie in einer solchen Situation an Tee denken?", wollte Harry kopfschüttelnd wissen und vergrub sein Gesicht in den Händen.

„Vielleicht brauche ich den Tee, um Ihnen ein unnachweisbares Gift zu verabreichen?", bot Severus eine mögliche Erklärung an, „oder ich könnte ihn bei weiterem Rumgeschreie über Sie ergießen, als Abkühlung sozusagen."

„Dann besorge ich vielleicht besser Wasser", schlug Ginny kühl vor, hatte aber schon sowohl seine, als auch ihre Tasse gefüllt.

„Also, Professor, warum sind Sie so ruhig?", wollte sie dann wissen.

„Ich habe einen Trank genommen, der hält all meine Gefühle für Hermine hinter einem Sicherheitswall gefangen", erklärte Severus und nippte an seinem Tee.

„Sehr klug!" nickte Ginny, „Es fragt sich nur für was. Dafür, dass man so den Liebhaber seiner Frau besser um die Ecke bringen kann oder dafür, dass man so effektiver etwas herausfinden kann, was nur auf den zweiten Blick zu erkennen ist."

„Ich bin nicht ihr Liebhaber!", donnerte Harry und starrte seine Frau wütend an.

„Doch, sind Sie!", Severus stellte seine Tasse zurück, „Aber ich bringe Sie trotzdem nicht um die Ecke, wie Ihre Gattin es auszudrücken pflegt - jedenfalls nicht sofort."

„Sie haben Zweifel, stimmts?", forschte Ginny weiter nach und ignorierte ihren Mann.

„Mittlerweile habe ich die", gab Severus zu, „Aber nur Dank Minerva, denn auf den ersten Blick passte alles einfach wunderbar zusammen."

„Minerva McGonagall weiß auch davon?", entsetzte sich Harry, das wurde ja immer besser.

„Natürlich, sie hat Hermine nach Hogwarts bringen lassen."

„Vielleicht wäre es hilfreich, wenn Sie von Anfang an berichten, Sir", bat Ginny und schenkte ihrem Mann einen Blick der ihn sehr an Molly Weasley erinnerte.

„Das halte ich für eine außerordentlich zielführende Vorgehensweise", stimmte ihr Severus bei und begann in knappen Worten beim belauschten Gespräch und endete mit dem Bericht über Hermines beschädigte Erinnerungen.

Als er geendet hatte, stand Harry auf und murmelte, „Ich brauche einen Feuerwhiskey, möchten Sie auch einen?"

„Nein, danke, mein Magen ist in letzter Zeit etwas empfindlich", winkte Severus ab, „Aber Sie sollten auch nicht zu viel trinken, denn sonst finde ich mich in Ihrem Geist noch schlechter zurecht, als es eh schon zu erwarten ist."

„Sie wollen in meinen Geist?" Augenblicklich stellte er die Flasche hart auf das Sideboard zurück. Sein Gesicht verlor schon wieder jegliche Farbe.

„Auf alle Fälle, Mister Potter, aber erst, nachdem Sie mir einige Fragen beantwortet haben.

„Und die wären?"

„Stimmt es, dass Sie ähnlich bruchstückhafte Erinnerungen an Hermine und sich haben oder hatten, wie das bei meiner Frau der Fall war?"

Harry wollte schon den Mund zu einer empörten Antwort aufmachen, als Ginny ruhig aber drohend mahnte: „Lüg nicht!"

Ihr Mann wurde rot und er schloss kurz die Augen bevor er seinen Kopf hängen ließ und flüsterte, „Ja, aber schon in Afrika", er rieb sich über die Stirn, „ich habe geglaubt, dass es, dass es nichts mit Hermine zu tun hat."

Seiner Frau entwich ein ungläubiges Schnauben, dem sich Severus nur zu gerne angeschlossen hätte.

„Ginny, sie war die einzige Frau unter 60 bei dieser Mission!", versuchte Harry eine Erklärung.

„Na und?", antwortete seine Frau, und warf ihm einen Blick zu, der selbst Severus etwas Angst macht. Das hier hatte bestimmt ein ungemütliches Nachspiel für den Helden der Zaubererwelt.

„Was haben Sie gedacht, als Ihnen diese Erinnerungen wieder eingefallen sind?", wollte Severus wissen, bevor sich diese Unterhaltung noch zu einem Ehestreit auswachsen würde. Das sollten sich die beiden lieber bis nach seinem Besuch aufsparen.

„Ich war verwirrt", antwortete Harry und sackte auf das Sofa, dieses Mal aber ein beträchtliches Stück von seiner Frau entfernt.

„Warum diese Verwirrung?", bohrte Severus ungeduldig tiefer.

„Weil ich nicht auf Hermine stehe!", schleuderte ihm Harry entgegen, „habe ich noch nie!"

„Aber?"

„Aber sie ist eine verdammt schöne Frau, also dachte ich, es seien meine natürlichen Bedürfnisse und habe es beiseite gewischt. Vor allem…" Harry stockte und Severus beugte sich etwas in seinem Sessel vor, „Vor allem was?"

„Vor allem, weil sich diese ganzen Phantasien als unerquicklich herausstellten."

„Inwiefern?", wollte Ginny wissen und überkreuzte ihre Arme vor der Brust.

„Muss ich das hier sagen?", fragte er gequält.

„Unbedingt!", befanden nicht nur seine Frau, sondern auch Severus.

Harry atmete tief ein und wurde feuerrot, als er dann in einem irren Tempo herunter nuschelte: „Weil sich keinerlei Erregung einstellen wollte, wenn ich an diese Situationen mit ihr und mir gedacht habe! Ganz im Gegenteil!"

„Ah ja. Ich fand ihre … Aktivitäten … auch ziemlich phantasielos und stupide", stimmte Severus zufrieden zu, „das hat mich dann auch etwas stutzig gemacht, es sah eher nach Pflichterfüllung aus und erinnerte nur entfernt an Leidenschaft." Er schenkte Harry ein Grinsen der schmutzigen Art, „Es hätte natürlich auch sein können, dass Sie generell ein solcher Langeweiler im Bett sind und dieses Vorgehen eben Normalität bei Ihnen wäre. Täte mir für Sie natürlich sehr leid, Misses Potter."

„Keine Sorge Professor", antwortete Ginny trocken, „aber ich habe keinen Grund zur Klage."

„Wie schön für Sie!", doch dann wandte er sich wieder Harry zu, „Mister Potter, sie haben als Auror doch einen Legilimentikkurs absolvieren müssen?"

„Ja und Okklumentik stand auch auf dem Ausbildungsplan", nickte Harry etwas abwesend.

„Gut, ich hörte, dass Hermine sich angeboten hat, Ihnen damals beim Üben zu helfen?"

Harry nickte kraftlos.

„Haben Sie seinerzeit irgendwelche großen schwarzen Löcher entdeckt, solche, die schwarz-grün glitzerten, wie Wetterleuchten oder sonstige Auffälligkeiten in ihrem Geist?"

Harry musste nicht lange überlegen, bevor er bestimmt den Kopf schüttelte: „Nein, nichts dergleichen!"

„Wo würden Sie eine geheime Sache in einem Geist verstecken, so dass ein anderer sie nicht findet?"

„Nun, wahrscheinlich da, wo es für die Person am unangenehmsten ist nachzusehen", überlegte Harry.

„Sehr richtig, Mister Potter, das habe ich auch gedacht", nickte Severus, „Haben Sie damals auch die Region rund um ihr letztes Jahr in Hogwarts und der darauf folgenden Suche nach den Horkruxen besucht?"

„Ja sicher, denn dass waren zum Teil sehr schmerzhafte Erinnerungen, sowohl für sie, als auch für mich und wir haben damit die realistischen Gegebenheiten einer Prüfung geübt."

„Und da war nichts Ungewöhnliches?", ließ Severus nicht locker.

„Nein!"

„Sind Sie sicher?"

„Wenn ich es doch sage!", schnappte Harry.

„Gut!", Severus dachte kurz nach, da gab es ja noch mehr, was er wissen musste. „Hat Ihnen oder auch Ihnen Misses Potter, Hermine je von irgendwelchen hartnäckigen oder seltsamen Verehrern berichtet, die ihr geschrieben oder in anderer Art und Weise versucht haben, ihr nahe zu kommen?"

„Seltsamere Menschen, als üblich?", fragte Ginny spöttisch und dachte wohl an die Kisten voller Fanpost, die ihre Freundin immer noch regelmäßig erhielt und wovon nicht wenige mehr oder weniger ernst gemeinte Liebesschwüre enthielten. Sie kannte das ja auch schon von ihrem Mann, obwohl hier die Post Säckeweise angeliefert wurde. Hermine hatte mal spöttisch bemerkt, dass Harry in der Muggelwelt eine eigene Postleitzahl erhalten würde.

„Genau! Irgendwas, das sie beunruhigt hat und von dem sie mir lieber nichts berichten wollte", präzisierte Severus.

„Nicht dass ich wüsste", Ginny schaute ihren Mann fragend an „Hat Sie etwas zu Dir gesagt?"

„Nein! Glauben Sie an einen Rachakt eines verliebten Irren?", erkundigte sich Harry.

„Man sollte nichts ausschließen!"

„Ich denke, dass sie viel gelassener bei dieser ganzen seltsamen Post ist, seit sie und ich diesen Zauber entwickelt haben."

„Was ist das für ein Zauber?", davon hatte Hermine ihm nichts erzählt.

„Wir sprechen ihn über jeden Brief, bevor wir ihn öffnen", erläuterte Harry, „so können wir an der Farbe, in der unser Zauberstab leuchtet, erkennen, wie die Post einzuschätzen ist."

„Sehr praktisch!", nickte Severus.

„Sie hat den Spruch vor Ihrer Hochzeit ausgetüftelt", seufzte Ginny und nahm einen großen Schluck Tee, „seither bin auch ich sehr viel beruhigter, immerhin haben wir hier nicht die magischen Sperren, über die Sie in Hogwarts verfügen!"

„Eine letzte Frage", Severus stand auf und wanderte einige Meter durch den Raum, „was denken Sie, war der Nutzen dieser Reise für die Firma Slide?"

Harry zuckte mit den Schultern, „Ehrlich Professor, aber das ist mir auch nicht so ganz klar!"

„Dachte ich mir! Dann wird es Zeit es heraus zu finden, Mister Potter, meinen Sie nicht auch?"

„Sie denken, die hängen da mit drinnen?"

„Ich kann nichts beweisen, aber mein Gefühl sagt mir, dass diese Firma der Schlüssel zu allem ist!"

„Gut, dann stellen wir sie mal auf den Kopf!", entschied Harry und erhob sich, aber Severus hielt ihn mit einem winzigen Grinsen zurück.

„Aber, aber Mister Potter, Sie werden doch nicht denken, dass Sie so einfach davon kommen!"

„Nicht?"

„Nein!", entgegnete Severus bestimmt, „Sie setzten sich jetzt hier her und nehmen ihre Okklumentikschilde herunter, damit ich mir ansehen kann was da in ihrem Gehirn passiert ist."

„Muss das wirklich sein?", stöhnte Harry und sein Blick ging hilfesuchend zu seiner Frau hinüber.

„Stell Dich nicht so an, Harry!" wies die ihn aber zurecht, „Du wirst diese Erinnerungen später in Deinem Denkarium ablegen, ich werde mir sie auch sehr genau ansehen!"

„Das ist doch alles ein Albtraum!"

„Wie wahr!", antworteten sowohl Severus, als auch Ginny Potter.

Als Severus eine halbe Stunde später etwas geschafft das Haus der Potters verließ, hatte er mal wieder die Gewissheit, dass Harry Potter maßlos überbewertet wurde. Wie konnte jemand, der in seinem Kopf ein solches Durcheinander besaß, so angehimmelt werden? Allerdings hatte sich der Besuch in dem geistigen Chaos des Superhelden gelohnt, denn wie erwartet, war die Spruchsignatur bei ihm und Hermine die gleiche.

Er hatte zudem die Potters gebeten, Weasley behilflich zu sein und ebenfalls gegen 20:00 Uhr nach Hogwarts zu kommen.

Ein kurzer Blick auf seine Taschenuhr machte ihm deutlich, dass er sich sputen musste. Schon Mittag vorbei und immer noch hatte er keinen entscheidenden Hinweis.

Sein viertes Ziel des Tages führte ihn ins Ministerium für Zauberei. Genau gesagt zum Zaubereiminister höchstpersönlich.