Lupin

Ein Besuch bei Werwölfen. Dröge Schichten vor der Mysteriumsabteilung. Sinnlose Ordenstreffen. Mehr dröge Schichten. Eine schmerzhafte Verwandlung.
Der Februar verstrich in einem Wimpernschlag, in einem einzigen, grauen Konglomerat aus Gereiztheit im Wechsel mit Resignation. Anfang März begegnete ich Marcus Stone auf den Straßen Londons.
„Marcus, so ein Zufall! Wie geht's?"
Der Riese bedachte mich mit einem seltsamen Blick.
„Oh, du bist's", entgegnete er unbehaglich. „Gut, gut."
Stille senkte sich zwischen uns. „Wollen wir ein wenig plaudern?", schlug ich vor. „Es interessiert mich, wie die Dinge im Pflegeheim stehen."
Marcus rückte seinen Hut zurecht. „Um ehrlich zu sein, halte ich das für keine gute Idee", sagte er. „Nicht, dass ich etwas gegen dich hätte. Nichts Persönliches. Aber..."
Der unausgesprochene Satz klebte in der Luft wie Gift. Ich schluckte. Plötzlich war klar, was der Ausdruck in Marcus' Gesicht bedeutete.
„Verstehe", hörte ich mich sagen. „Dann noch einen schönen Tag." Eilig setzte ich meinen Weg fort.
Ereignisse wie diese waren beispielhaft für die kleinen Tragödien, die in den letzten Wochen unseren Alltag bestimmt hatten. Nichts, aber auch gar nichts Positives schien dem Phönixorden seit Weihnachten vergönnt zu sein. Jeder von uns begegnete der tristen Stimmung auf seine Weise: Sirius trank wie ein Schluckspecht, Molly weinte häufig, Snape frohlockte und Tonks bemühte sich, uns alle aufzumuntern – erfolglos, was nicht zuletzt an mir lag. Es bedurfte nicht erst Mad-Eyes mahnender Worte, der mich eines Tages zur Seite nahm und mir wegen meines rüpelhaften Verhaltens Dampf machte, damit ich begriff, was für ein Arschloch ich geworden war. Ich wusste ja, dass ich dem Orden schadete, Tonks' und meine eigenen Gefühle verletzte und in hohem Maße Trübsinn verbreitete. Der Frust drückte mich zu Boden, zog mich empor und wirbelte mich herum, sodass er jeden streifte, der in meine Nähe kam.
Mitte März war meine finanzielle Situation derart prekär geworden, dass ich Sirius' Angebot, in das Hauptquartier zu ziehen, nicht länger ausschlagen konnte. Schweren Herzens gab ich meine Wohnung auf. Tatze indes, mit dem ich mich in den letzten Wochen öfter gestritten hatte als mit jedem anderen, schien meinem Einzug als Chance zu begreifen, unsere Freundschaft zu retten. Er bemühte sich sehr, Regulus' Raum, in dem ich wohnen sollte, gemütlich einzurichten. Er wollte mir sogar eines seiner Poster mit Muggelmädchen im Bikini schenken, was ich dankend ablehnte. Doch sein Versöhungsversuch kam mir entgegen: Ich war es leid, mich mit ihm anzulegen.
„Tja, also", begann ich deshalb, als wir durch die offene Tür in das neu eingerichtete Zimmer blickten, „danke, dass du das für mich tust. Ich hätte sonst nicht gewusst, wohin mit mir."
„Nicht der Rede wert. Wir sind Freunde", entgegnete Sirius begeistert. Er sprang sofort auf meine angebrochene Entschuldigung an. Das öffnete mir die Augen. Ich begriff, dass er einsam sein musste, sich nutzlos vorkam und unter unserem unterkühlten Verhältnis litt – nicht weniger als ich. Ich war wirklich ein blöder Egoist.
„Ja, das hatte ich in den letzten Wochen wohl vergessen", meinte ich kleinlaut. „Ähm, ich sehe ja, dass es dir nicht gut geht. Wenn du also darüber reden möchtest..."
Sirius zog überrascht die Augenbrauen hoch. „Über meine Gefühle sprechen? Ich bin ein Mann!" Er machte bei diesen Worten eine gespielt empörte Miene, sodass ich grinsen musste. Zum ersten Mal seit einer Ewigkeit, glaubte ich. Was war bloß aus mir geworden?
„Was ist bloß aus uns geworden?", fragte Sirius und seufzte. „Aus dem Orden, meine ich. Erinnerst du dich noch an den Ersten Zaubererkrieg? Was wir alles getan haben, um Voldemort und Konsorten zu stoppen? Aber damals wusste jeder, dass Voldemort draußen ist und mordet. Jetzt ist alles viel subtiler; man ahnt kaum, dass sich ein Sturm zusammenbraut."
„Dafür haben wir viel geringere Verluste als beim letzten Mal", gab ich zu bedenken. „Glaub mir, auch wenn mich Dumbledores Haltung nervt – dieses Nichtwissen ist mir lieber als dabei zuzusehen, wie meine Freunde der Reihe nach abgeschlachtet werden."
„Trotzdem habe ich mehr und mehr das Gefühl, dass der ganze Orden für die Katz ist", brummelte Sirius. „Und erzähl mir nicht, dass es dir nicht ähnlich geht. Vor ein paar Wochen hast du selbst zugegeben, dass du an Dumbledore zweifelst!"
Er hatte Recht. Damals hatten meine schlimmsten Befürchtungen aus mir gesprochen, Dinge, die unterschwellig in mir brodelten und eigentlich nie an die Oberfläche gelangen sollten. Dafür war es jetzt zu spät. Die Saat des Misstrauens gedieh prächtig zwischen uns. Dass zwischen Sirius, Tonks und mir persönliche Probleme bestanden, verschlimmerte die Situation noch.
Plötzlich fiel mir Harrys Lage ein, und auch Rons, Hermines. Alles, was uns Ordensmitglieder frustrierte, musste sie deutlich schlimmer belasten. Wir standen immerhin in Kontakt zu Dumbledore und konnten uns untereinander austauschen, Harry hingegen wusste nichts.
„Ich bin in den Orden eingetreten, um etwas gegen die Todesser zu unternehmen!", schimpfte Sirius. „Das Einzige, was ich hier tun kann, ist, mir die Seele aus dem Leib zu saufen!"
„Das ist nicht das Einzige, was du tun kannst", widersprach ich. „Du könntest überlegen, wie es zu der Verbindung zwischen Harry und Voldemort kommt, welche Art Schwarzer Magie da am Werk ist, wozu habt ihr denn eine Bibliothek-"
Ich hielt inne. Die Bibliothek, natürlich! Weshalb war ich nicht früher auf diese Idee gekommen?
„Ich habe mich darin schonmal umgeschaut", meinte Sirius ausweichend. „Aber wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst, ist es schwer, etwas zu finden."
„Dann lass mich das machen", sagte ich erregt. „Bei den vielen Todessern in deiner Familie wäre es doch möglich, dass ihr schwarzmagische Bücher besitzt! Es steht doch außer Frage, dass irgendein dunkles Band die beiden aneinanderknüpft. Wir wissen, dass Voldemort davon weiß und früher oder später versuchen wird, Harry in eine Falle zu locken. Nur wie? Dumbledore ahnt doch etwas. Ich verstehe nicht, warum er es uns verschweigt!"
„Vielleicht, weil er genau weiß, dass einem von euch beiden Hohlköpfen gegenüber Potter etwas herausrutschen könnte", schnarrte eine kalte Stimme hinter uns. Snape. Sirius Gesicht wurde weiß vor Abscheu. Seit ihrem Aufeinandertreffen kurz vor Ferienende hatte das Verhältnis der beiden einen neuen Tiefpunkt erreicht. Ich glaubte nicht, dass ein Außenstehender auf die Idee gekommen wäre, dass beide für ein und dieselbe Sache eintraten, hätte er sie so gesehen.
Aus irgendeinem Grund schien Snape aufgebracht zu sein. Aus Dumbledores Berichten war deutlich hervorgegangen, dass der Okklumentikunterricht mit Harry nicht sonderlich erfolgreich verlief. Natürlich war es möglich, dass Snape einiges dazu erfunden hatte, weil er Harry hasste. Wie dem auch sei: Seit dem Ausbruch der Todesser aus Askaban, dem Tod Broderic Bodes und Harrys Interview im Klitterer war die Lage heikler denn je – Voldemort machte sich bemerkbar, und es war davon auszugehen, dass seine Rückkehr nicht mehr lange auf sich warten ließ.
„Was machst du hier, Severus?", wollte ich wissen.
„Hast du vergessen, dass heute ein Sonderordenstreffen stattfindet? Deswegen?" Er zog eine Ausgabe des Klitterers aus seinem schwarzen Umhang hervor, von dessen Titelseite aus uns Harrys Gesicht verlegen entgegenlächelte. Zugegeben hatte ich das über den Umzug tatsächlich vergessen. Sirius neben mir entgegnete stolz: „Das ist mein Patensohn! Richtig so, dass er sich von dieser hässlichen Vettel Umbridge, dem Trottel Fudge und der verlogenen Presse nicht unterkriegen lässt!"
Snapes verzog das Gesicht. „Eine derartige Dummheit kann man natürlich auch als Edelmut verkaufen. Potter tut anscheinend alles, um von der Schule verwiesen zu werden. Verständlich, dass das einem Unruhestifter wie dir gefällt, Black."
„Beruhigt euch", warf ich beschwichtigend ein. Schon wieder standen sich die beiden gegenüber wie zwei wild gewordene Hippogreife. Snapes abschätziger Blick traf nun mich.
„Wieder bei Sinnen, Lupin?", fragte er hochmütig. „Oder vernebeln noch immer private Problemchen deinen mickrigen Werwolfverstand?"
„Wenn du ihn noch einmal beleidigst, jag' ich dir einen Unverzeihlichen auf den Hals!", bellte Sirius. Snape zog lediglich die Augenbrauen hoch.
„Ich sehe schon", stellte er bedauernd fest. „Das Traumpaar hat seine Ehekrise überwunden." Und mit einer Handbewegung wies er uns an, ihm nach unten in die Küche zu folgen. Vor der Tür blieb er stehen. „Bin gespannt, ob die gute Nymphadora dieses Mal vor Freude heult", sagte er süffisant, öffnete die Tür und wies uns mit einer angedeuteten Verbeugung, die vor Spott nur so triefte, an, voranzuschreiten.
In der Küche saßen neben den Weasleys, Kingsley, Mad-Eye und Tonks auch Hestia Jones und Dädalus Diggel – eine recht große Versammlung für ein mehr oder minder spontanes Treffen. Ich warf Tonks einen langen Blick zu, aus dem sie hoffentlich meine Reue und meinen Wunsch nach Versöhnung herauslesen konnte. Bei Merlins Unterhose, Moody hatte Recht! Es war ja wirklich nicht ihre Schuld, dass es mir in letzter Zeit so schlecht ergangen war. Und da sie mich eh nur als Freund sah, gab es keinen Grund, noch länger abweisend zu sein. Ein Teil von mir fand es nach wie vor traurig, was Tonks Sirius entgegengeschleudert hatte. Aber ich tröstete mich damit, dass das die Dinge erleichterte. So konnten Tonks und ich weiter Zeit miteinander verbringen, ohne dass ich ihr je erklären musste, weswegen ich als Partner völlig ungeeignet war. Daher gab ich mir große Mühe, sie während des Treffens immer wieder anzuschauen und entschuldigend zu lächeln. Doch auch dieses Mal ging Tonks vorzeitig. Ich konnte ihr nicht hinterher, denn Snape hatte gerade diesen Moment für eine bissige Bemerkung über Harry gewählt, die Sirius zur Weißglut trieb. Ich musste ihn festhalten, damit er Snape nicht mit einem Küchenmesser beschmiss. Dabei wäre ich lieber mit Tonks gegangen, um ihr zu sagen, dass es mir Leid tat, dass Sirius und ich uns halbwegs versöhnt hatten und dass ich liebend gern einen Schokocappuccino mit ihr trinken würde.

Als das Treffen geendet und sich die Gruppe zerstreut hatte, beeilte ich mich, in die Bibliothek zu gelangen. Den ersten Abend meines neuen Zuhauses würde ich vor Büchern verbringen, auf der Suche nach Antworten auf meine unausgesprochenen Fragen.
Was verband Harry mit Voldemort? Warum geizte Dumbledore in dieser Hinsicht so sehr mit Informationen? War es nur eine Vorsichtsmaßnahme, dass er uns gegenüber verschlossen blieb?
In der Bibliothek des Hauses Black stieß ich auf schwarzmagische Schriften, deren Inhalt jedem anständigen Zauberer Übelkeit bereiten musste. Auch wenn ich mich in den Dunklen Künsten nicht schlecht auskannte, war mir bewusst, dass vieles meinen Horizont überstieg. Wenn ich ehrlich war, hatte mir diese Ignoranz bislang gute Dienste geleistet: Das Feld der Schwarzen Magie war faszinierend, keine Frage, doch es war abstoßend und grausam. Es führte einem vor Augen, wie viel Böses in manchen Menschen schlummerte.
Es half nichts – ich musste über meinen Schatten springen, wenn ich begreifen wollte. Nichts sprach dafür, dass Harry eine Macht besaß, die Voldemort nicht kannte. Er war intelligent, mutig und großherzig, keine Frage, doch das schützte nicht vor dem Todesfluch. So viele Leute, die diese Eigenschaften besessen hatten, waren ermordet worden. Warum hatte ausgerechnet ein Kind überlebt?
Ich brauchte etwa drei Stunden, um festzustellen, dass Bücher das Rätsel nicht lösen konnten. Wie auch? Keine Hexe und kein Zauberer hatten je verstanden, was Harry in dieser Nacht das Leben gerettet hatte. Zwar fand ich in den Werken einige Andeutungen darüber, dass es neben der gewöhnlichen eine höhere Art von Magie gab, doch die Ausführungen blieben entweder nebulös oder brachen ab. Es schien fast, als hätte jemand die brauchbaren Informationen getilgt, vielleicht, weil sie zu schrecklich für den menschlichen Verstand waren oder schlicht unbegreiflich. Die Welt der Magie war gigantisch und wir kannten nur wenige ihrer Bruchteile.
Allerdings gab es Menschen wie Dumbledore, die ein tieferes Verständnis der Dinge hatten als andere. Das verlieh ihnen einen Macht, die sie – mir fiel kein besseres Wort ein – ausnutzten. Es schmerzte, das zuzugeben, doch im Grunde hatten wir mit unseren Zweifeln Recht: Wir waren Schachfiguren; durchaus in der Lage, Funktionen auszuüben und unseren Nutzen unter Beweis zu stellen, vielleicht sogar zielführend zu handeln. Doch wir überblickten nie das ganze Spielfeld und konnten der Person, die uns bewegte, nicht als Gleichrangige entgegentreten. Wir widmeten unsere Überzeugungen dem Orden und erhielten im Gegenzug die unbestimmte Ahnung, dass das, was wir taten, zum Guten geschah. Zum Guten! Was hieß das schon? Auch Voldemorts Todesser handelten nach ihren Idealen. In dieser Hinsicht unterschieden wir uns kaum voneinander. Aber was nützte diese Erkenntnis? Wenn wir uns begegneten, würden wir uns bekämpfen, wahrscheinlich töten.
Ich hatte Menschen sterben sehen, aber nie aus freiem Willen getötet. Das eine Mal, als ich kurz davor stand, hatte Harry es verhindert. Würden wir alle – Sirius, Arthur, Tonks – töten können, wenn es darauf ankam?
Draußen schien bereits der Mond. Es kam mir vor, als verspottete er mich für meine unfruchtbare Recherche, und vielleicht war diese Vorstellung von der Realität gar nicht weit entfernt. Der Zeiger der Uhr tickte leise. Von einem neuerlichen Ehrgeiz beseelt, vergrub ich mich tief in die Bücher. Nach wie vor hoffte ich, dort die Antwort auf zumindest eine meiner vielen Fragen zu finden. Doch die Hoffnung war nicht gerade groß.

***
Jemand rüttelte an meiner Schülter und weckte mich. Ruckartig fuhr mein Kopf hoch von dem Buch, auf dem ich eingeschlafen war. „Tonks?", fragte ich konfus.
„Nö", entgegnete eine männliche Stimme, Sirius. „Muss dich leider enttäuschen." Grinsend und mit einem Teller in der Hand, von dem ein appetitlicher Geruch aufstieg, stand er hinter mir.
„Dachte, ich wecke dich mal, bevor du hier oben die Nacht verbringst", sagte er und platzierte den Teller und einen Löffel vor mir auf dem Tisch.
„Was ist das?", nuschelte ich, noch nicht ganz Herr meiner Sinne.
„Eintopf. Ich kann mich zwar nicht mit Molly messen, aber genießbar ist er, glaube ich", entgegnete Sirius mit einem entschuldigenden Unterton in der Stimme.
„Danke", sagte ich verblüfft, schnupperte und nahm probehalber einen Löffel. Es schmeckte etwas salzig, aber ansonsten nicht übel.
„Da ist übrigens ein Aphrodisiakum drin", bemerkte Sirius. „Kleiner Scherz am Rande! Du musst es nicht ausspucken!" Erleichtert atmete ich aus und verstand im selben Augenblick, dass das Essen anscheinend als Entschuldigung für das gedacht war, was er in letzter Zeit alles an Schaden angerichtet hatte. Unbehaglich sagte Sirius dann auch: „Hör mal, sorry für vorhin...und für die letzten Wochen. Besonders für die Aktion bei Tonks. Ich wollte euch damit wirklich nur entgegenkommen!"
„Tja, du hast es gehört", erwiderte ich nüchtern. „Wir sind Freunde. Mehr nicht."
Sirius schüttelte den Kopf. „Ich glaub' nicht, dass Tonks da hundertprozentig ehrlich war. Ist ja auch egal. Jedenfalls bist du mein bester Freund und ich will nicht, dass wir uns noch länger ankeifen wie zwei Sabberhexen. Also, verzeihst du mir noch einmal?"
Ich schwieg eine Weile. Es war nicht leicht. Einerseits wollte ich ihm vergeben, aber wie sollte Sirius dann aus seinen Fehlern lernen? Andererseits waren zehn Wochen Streit eine lange Zeit und ich hatte mich auch nicht gerade wie ein Held benommen. Darüber hinaus ging mir mein eigener Pessimismus gehörig auf die Nerven. So entschloss ich mich schließlich auch aus Rücksicht auf die anderen Ordensmitglieder und das Versprechen, das ich Dumbledore gegen hatte, dazu, sein Friedensangebot anzunehmen.
„Akzeptiert, aber das ist das letzte Mal", warnte ich Sirius. „Und auch nur, weil hinter deiner Holzhammeraktion eine gute Absicht steckte und ich mich selbst wie ein hirnloser Troll verhalten habe. Wobei ich das wirklich nicht wollte. Es war bloß alles so frustierend."
„Wem sagst du das", brummte Sirius und ergänzte missmutig: „Wahrscheinlich wäre jetzt auch eine Versöhnung mit Tonks angebracht?"
„Eigentlich ja", entgegnete ich zögerlich. „Aber wenn es wirklich stimmt, was du sagst, wäre es vielleicht besser, wenn sie mich weiter verachtet – zu ihrer eigenen Sicherheit."
„Sie verachtet dich nicht", widersprach Sirius eifrig. „Ich glaube eher, dass sie dich in ihrem-"
Ich hob die Hand, doch natürlich beendete Tatze seinen Satz trotzdem und ließ dadurch bei mir jedwede Hoffnung darauf sinken, dass er seine Verkupplungsambitionen aufgegeben hatte. Um des Friedens willen ließ ich seine Albernheiten unkommentiert und beschränkte mich darauf, den Eintopf zu löffeln. Ich horchte erst wieder richtig auf, als Sirius fragte, ob meine Recherchen etwas Neues ergeben hätten.
„Leider nicht", seufzte ich. „Es gibt zu viele Möglichkeiten und viel zu wenig Konkretes."
Sirius lehnte sich zurück. Mit finsterer Miene meinte er: „Dachte ich mir schon. Dumbledore hat sicher gewusst, dass es in unserer Bibliothek nichts zu finden gibt, sonst hätte er bestimmt etwas unternommen. Er will uns einfach im Dunkeln lassen. Dann heißt es wohl weiter hoffen."
Er verstummte. Allerdings sah ich ihm an, dass er innerlich kochte. Er, der hier eingesperrt war, fragte sich wohl mehr als jeder andere, wofür sein Engagement im Phönixorden gut war. Und zu meinem Ärger musste ich gestehen, dass ich, obwohl ich nach wie vor auf Dumbledores Seite stand, seine Sicht allmählich teilte.

++

Tonks

Sprachlos hielt ich den Klitterer in den Händen. Obwohl es mir vor mir selbst fast peinlich war, traten mir Tränen der Rührung in die Augen. Endlich, nach Wochen der Rückschläge und der Tatenlosigkeit, gab es einen Hoffnungsschimmer. Natürlich verstand der rationale Teil meines Gehirns, das Harry mit diesem Interview ein gewaltiges Risiko eingegangen war und die Lage nicht entspannt hatte – andererseits war sie vorher auch nicht weniger verkrampft gewesen, weder im Orden noch an der vor dem Großteil der Zaubererwelt verborgenen Front, die das Ministerium und die offiziellen Medien nicht wahrhaben wollten. Es bestand also die Möglichkeit, dass einige, hoffentlich viele Hexen und Zauberer, die Harrys Interview lasen, ihr blindes Vertrauen ins Ministerium überdenken würden. Der Rest würde fortan allerdings nicht mehr behaupten können, nicht Bescheid gewusst zu haben. Der Konflikt spitzte sich langsam zu – was meiner Meinung nach immer noch besser als diese ständige und quälende Ungewissheit war. Bald würde die Zeit zum Kampf kommen.

Ein kleiner Teil von mir war auch froh, dass nun endlich meine persönliche Neugier befriedigt werden würde. Selbstverständlich hatte ich von Dumbledore seine Zusammenfassung und Darstellung der Ereignisse gehört, aber knapp und doppeldeutig wie er sich gern ausdrückte, war ich auf die vollständige Lektüre des detailreichen Interviews gespannt.

Ich stopfte den Klitterer hastig in meine Umhängetasche, die unerklärlicherweise heute (wie auch eigentlich sonst immer) bereits prall mit allerlei undefinierbaren Gegenständen gefüllt war, die ich vermutlich heute und auch sonst nie brauchen würde und die das Finden von nützlichen Dingen wie Wohnungsschlüssel und Geldbeutel regelmäßig erschwerten. Bei diesem unsanften Vorgang riss ich versehentlich ein Stück der Titelseite ab, aber da dies genauso wenig wie ein paar Knicke im Papier das Lesen beinträchtigen würden, schaute ich den missbilligend dreinschauenden Kioskbesitzer nur entschuldigend an und trat auf die Straße. Zur Feier des Tages würde ich mir heute nicht nur ein zu Hause zubereitetes Heißgetränk, oh nein, sondern den Luxus meines Lieblingscafés gönnen.

Um mich vor dem Wind zu schützen, zog ich meinen Mantel enger um mich und setzte mich entgegen der Windrichtung in Bewegung. Die frische Luft am Ende des Bürotages pustete die Müdigkeit und Resignation aus meinem Kopf, bis diese ständigen Begleiter der letzten Wochen mit den letzten grauen Wolken vom Horizont verschwunden waren. Ein kalter, aber sonniger und frischer Tag. Kaum war ich in die erste weniger belebte Seitenstraße eingebogen, holte mich allerdings die Realität wieder ein, und zwar in Form von Kingsleys Patronus.

„Tonks, da habe ich dich im Büro wohl gerade verpasst. Wegen des Interviews im Klitterer ist für heute Abend ein spontanes Ordenstreffen angesetzt, in einer guten Stunde. Wäre schön, wenn du es schaffst. Dumbledore lässt sich entschuldigen, er hat einen wichtigen Termin."

Typisch. Ich seufzte. Der Orden bedeutete zurzeit für mich vor allem das Wiedersehen mit einem mürrischem Moody, einem saufendem Sirius und einem resignierten Remus. Natürlich würde ich trotzdem hingehen. Vielleicht hatte das Interview auch diese drei Herren etwas aufgerüttelt. Es war höchste Zeit für Frühling.

Eine Stunde bis zum Ordenstreffen ließ mir aber immer noch genug Zeit für meine interessante Lektüre und einen Latte mit Nougat, weswegen ich zielstrebig meinen Weg fortsetzte und in meinem Lieblingscafé „Zum Fahrenden Ritter" noch einen gemütlichen Platz in einer Ecke ergatterte. Zufrieden schlurfte ich meinen Kaffee und verfolgte dabei mit Bewunderung und Entsetzen, was Harry in der Nacht von Voldemorts Rückkehr hatte durchleben müssen, bis ich meine nun leere Tasse auf dem kunstvoll wackelig aussehenden, aber durch Magie sehr stabilen Tischen absetzte und aufschaute.

Ich wusste nicht, ob die zwei Personen, die ich direkt in meinem Blickfeld vor dem Fenster rechts neben der Tür sitzen sah, schon die ganze Zeit dort gesessen hatten oder während meiner konzentrierten Lektüre ins Café gekommen waren. Für einen kurzen Moment überlegte ich sogar, ob es sich bei den beiden um jemand anderes handelte, möglicherweise Todesser, die eine Dosis Vielsafttrank intus hatten, aber warum sollten verkleidete Todesser in netten kleinen Cafés in London herumsitzen und sich dabei offensichtlich sehr intensiv und lebhaft unterhalten?

Dann durchfuhr mich beim Anblick der Szene am Fenster eine Welle der Verärgerung. Das war also Dumbledores wichtiger Termin. Wichtiger als ein dringendes und spontanes Ordenstreffen. Ein Kaffeeklatsch mit einer jungen, blondhaarigen Frau.

Ich lugte an der Theke vorbei auf die Uhr. Zehn Minuten noch bis zum Ordenstreffen, ich musste los. Dabei wollte ich aber nicht preisgeben, dass ich Dumbledore und seine junge Begleiterin gesehen hatte. Einen Moment überlegte ich, ob ich durch den Hintereingang neben den Toiletten hinausgehen sollte, aber dann viel mir eine weitaus bessere Idee ein. Ich winkte schnell die Kellnerin zum Bezahlen heran, und als sie sich abgewendet hatte, verwandelte ich mich in einem Moment der Konzentration in eine ältere, rundliche Dame mit grau-blonder Dauerwelle und einem unauffälligen beigefarbenen Mantel. Ich stand auf und bewegte mich langsam richtig Ausgang, wobei ich so tat, als würde ich etwas in meiner Handtasche suchen. Dabei warf ich mehrmals verstohlene Blicke auf das am Fenster sitzende Paar.

Die, die ich vorher für eine junge Frau gehalten hatte, war in Wirklichkeit eher ein Mädchen, mit Sicherheit im Hogwartsalter und meiner Einschätzung nach entweder in Harrys oder Ginnys Jahrgang. Ihr blondes Haar war glatt, aber kräftig, und rahmte ihr blasses Gesicht ein, aus dem die hellblauen, etwas zu großen Augen und die leichte Rosafärbung ihrer Wangen hervorstachen. Auffällig waren auch die pinkfarbenen, rundlichen Ohrringe, deren Form ich nicht gleich identifizieren konnte, auch wenn ich mich merkwürdigerweise an Radieschen erinnert fühlte. Als hübsch hätte ich sie nicht unbedingt bezeichnet, aber sie hatte etwas, etwas Außergewöhnliches, und das fand offensichtlich auch Dumbledore, den sie beim Sprechen aufmerksam anlächelte. Dumbledore sah so entspannt aus, wie ich ihn schon seit Monaten nicht mehr gesehen hatte. Er lächelte ebenfalls, seine Augen blitzten vergnügt hinter seinen Halbmondbrillengläsern, und wäre dies gerade bei Dumbledore nicht so abwegig, hätte ich mich wohl sogar zu der Feststellung hinreißen lassen können, dass er das Mädchen mit einer Mischung aus Bewunderung und einer gewissen … Vernarrtheit betrachtete. Was hatte dieses merkwürdige Treffen zu bedeuten?

Plötzlich spürte ich, wie mein Fuß an einem Stuhl hängen blieb. Ich hatte gerade noch genug Zeit, meine Hände auszustrecken, bevor meine Knie auf dem Boden aufprallten, meine Handtasche meinen Händen voraus Richtung Boden segelte und ihr gesamter Inhalt auf dem Boden verstreut wurde.

Hastig versuchte ich, die Dinge, die offensichtlich mir zuzuordnen waren und Dumbledore deswegen erkennen könnte, wieder einzusammeln und dabei den Schmerz in meinen Handgelenken und Knien zu ignorieren.

„Warten Sie, ich helfe Ihnen", hörte ich plötzlich eine Stimme, die irgendwie… nun ja… sphärisch klang. Feine, blasse Hände hoben irgendein Stück Papier auf, das unter einen Tisch gerutscht war. Das blonde Mädchen betrachtete das Stück Papier eingehend, während Dumbledore zurückgelehnt in seinem Stuhl saß und seine Tasse an den Mund führte. Voller Entsetzen stellte ich fest, dass es nicht einfach nur ein Stück Papier war, sondern mein Auroren-Dienstausweis. Langsam einatmend unterdrückte ich den Impuls, Dumbledore anzusehen um festzustellen, ob er etwas bemerkt hatte.

„Dankeschön", brummte ich und riss dem Mädchen meinen Ausweis aus der Hand.

„Auf dem Foto sind Sie aber nicht besonders gut getroffen."

Wie konnte man bei einer so nüchternen Aussage so geistesabwesend klingen?

„Ja, es ist schon älter. Auf Wiedersehen."

Inzwischen hatte ich meine Habseligkeiten wieder eingesammelt und stolperte aus dem Café. Pünktlich zum Ordenstreffen zu kommen, würde nun sehr schwierig sein, aber als ich nach einer hastigen Apparition die Treppe zur Küche hinunterlief und mich zu den bereits anwesenden Ordensmitgliedern an den Tisch setzte, glänzten Sirius, Remus und Snape noch mit Abwesenheit. Und das war mir auch vollkommen egal, vor allem, dass Remus nicht da war. Mit seinen gemeinen Kommentaren und pessimistischen Äußerungen konnte er bleiben, wo der Pfeffer wuchs. Zu meiner großen… ähm … Enttäuschung sah ich ihn aber doch mit Sirius und Snape durch die Tür kommen. Die Stimmung zwischen den dreien wirkte „ausnahmsweise" mal wieder ziemlich angespannt, aber ich versuchte meine Neugier im Zaum zu halten und die drei so gut es ging zu ignorieren, auch wenn Remus mir erstaunlicherweise einen recht freundlichen Blick zuwarf.

Das Ordenstreffen, auch wenn es so spontan einberufen worden war und deswegen zu erwarten gewesen wäre, dass es einigermaßen wichtig war, beschränkte sich hauptsächlich auf die Diskussion des Klitterer-Artikels. Trotz vieler vernünftiger Bedenken sahen die meisten Ordensmitglieder das Interview als wichtiges Symbol in unsicheren Zeiten, ein Schluss, zu dem ich auch selbst schon gekommen war. Abgesehen von sarkastischen Kommentaren steuerte Snape noch ein Gerücht über eine Todesseraktion im Mai oder Juni bei, über die er allerdings keine weiteren Informationen hatte.

„Nur weil dein aufgeblasener Patensohn meint, es würde irgendjemanden auf der Welt seine Meinung interessieren, heißt es nicht, dass er so mir nichts, dir nichts den Todessern preisgeben sollte, welche von ihnen wir definitiv kennen. Für Strategie ist in seinem eingebildeten Hirn wohl kein Platz", schloss Snape gerade eine längere Tirade.

Mit den Augen rollend stand ich auf. „Ich verabschiede mich dann mal. Viel Spaß noch beim Tratschen." Ich lächelte Molly und Arthur an und verließ ohne Remus eines Blickes zu würdigen den Raum. Ich hatte Wichtigeres zu tun.

Während ich die Treppen hochlief und die Eingangshalle durchquerte, setzte ich diesmal meine Metamorphmagie ein, um mir das Aussehen einer in schwarzen Blazer und Rock gekleideten Frau mittleren Alters mit strenger Hochsteckfrisur und Aktentasche zu verleihen. Als ich vor den „Fahrenden Ritter" apparierte und gerade die Tür öffnen wollte, wurde ich von deren Schwung ein zweites Mal an diesem Tag ins Wanken gebracht. Offensichtlich hatte jemand zur gleichen Zeit die Tür von innen öffnen wollen. Diesmal konnte ich allerdings das Gleichgewicht halten und blickte ins Gesicht von Dumbledores junger Begleiterin. Sie blieb kurz stehen und schaute mich mit ihren übergroßen Augen nachdenklich an.

„Haben Sie etwas vergessen?", fragte sie schließlich.

Wie zum Teufel hatte sie mich erkannt? Ich blickte an mir hinunter, konnte aber keine Ähnlichkeit mit meiner Erscheinung von vor einer Stunde erkennen. Ich nickte sprachlos.

Sie hielt mir die Tür auf.

„Danke", murmelte ich und schlüpfte durch die Tür und an Dumbledore vorbei, der mich neugierig anschaute. Das konnte ich nun wirklich nicht gebrauchen.

„Ach, ich glaube, ich habe es doch woanders liegen lassen!", rief ich laut und fröhlich und zwänge mich erneut an Dumbledore vorbei durch die Tür. Scheinbar zielstrebig lief ich die Straße hinunter und hielt einige Meter weiter in einem Hauseingang, um zurückzuschauen.

Dumbledore und das Mädchen waren ein paar Schritte in die andere Richtung gegangen und schienen sich nun zu verabschieden. Was sie sagten, konnte ich nicht hören, aber aus der geringen Entfernung konnte ich sehr deutlich erkennen, wie Dumbledore sie fest in den Arm nahm und ihr zwei Küsse auf die Wangen drückte, bevor beide lautlos von der Straße verschwanden. Was war da los? Wer war dieses Mädchen und was verband sie mit Dumbledore?

Ich war mir ziemlich sicher, dass Dumbledore nicht wahllos mit Hogwartsschülerinnen in Cafés ging und sich dann so herzlich von ihnen verabschiedete. War es vielleicht eine Verwandte? Eine Enkeltochter oder Großnichte, deren Verwandtschaftsbeziehung zu Dumbledore geheim war? Vielleicht war sie gar keine Hexe, sondern ein Muggel oder ein Squib? Über Dumbledores Privatleben war außer seiner Freundschaft zu Nicolas Flamel nie besonders viel an die Öffentlichkeit gedrungen. Hatte er Kinder oder Geschwister oder eine Ehefrau? Mir war darüber nichts bekannt. Vielleicht hätte ich zum Ordenstreffen vorhin ein wenig Klatsch und Tratsch dieser Natur beisteuern sollen, aber ich hatte einfach keine voreiligen Schlüsse ziehen wollen.

Je länger ich darüber nachdachte, desto entrüsteter war ich darüber, dass Dumbledore einfach für einen Nachmittag im Café ein Ordenstreffen sausen ließ. Mir fielen allerdings nur wenige Personen ein, denen ich das Gesehene anvertrauen konnte. Eigentlich fiel mir nur eine Person ein, und mit dieser Person hätte ich bis vor wenigen Wochen auch ohne jeden Zweifel darüber geredet. Das Problem war, dass ich mich mit dieser Person schon seit Wochen nicht mehr wirklich unterhalten hatte, und das aus gutem Grund.

Ich konnte mir nicht einmal mehr einreden, dass ich nicht mit ihm reden konnte, weil er arbeiten musste oder weil ich seine Adresse nicht hatte. Seinen Job war er los und außerdem gerade bei Sirius eingezogen. Es gab keine Ausrede mehr, nur mein Schmollen. Ich seufzte und lehnte mich gegen die Tür.

Fakt 1: Ich wollte mit Remus reden. Über Dumbledores heimliches Treffen, aber auch über alles, was sonst noch zwischen uns stand.

Fakt 2: Durch die Wochen des Ignorierens hatte ich mir das nicht leichter gemacht. Am Anfang wäre es vermutlich noch einfacher gewesen, das Eis zu brechen.

Fakt 3: Eigentlich sah ich überhaupt nicht ein, warum ich den ersten Schritt machen sollte. Remus hatte eindeutig mitbekommen, dass die Sache mit den herzförmigen Schmalzküchlein ein Missverständnis gewesen war. Nun war es eigentlich schon seit Wochen seine Aufgabe, sich bei mir dafür zu entschuldigen, dass er aus meiner Wohnung gestürmt war, als sei eine Horde Knallrümpfiger Kröter hinter ihm her.

Fakt 4: Ich wollte mit Remus reden.

Ich seufzte erneut. Morgen, dachte ich. Morgen oder vielleicht am Wochenende. Oder einfach beim nächsten Ordenstreffen. So dringend war das jetzt auch nicht und ich wollte aus einer Mücke keinen Elefanten machen. Also war es beschlossen.

Zu spät hörte ich, dass sich von der anderen Seite der Tür, an der ich lehnte, Schritte genähert hatten. Schwungvoll riss jemand die Tür auf und zum dritten Mal an diesem Tag geriet ich ins Wanken. Wenig elegant landete ich auf meinem Hintern.

„Passen Sie gefälligst auf", blaffte mich der gut gekleidete Muggel an, der nun auf die Straße trat.

Vermutlich war das die Strafe dafür, dass ich die Privatsphäre anderer Leute missachtete und ihnen schamlos hinterherschnüffelte, dachte ich mit dem Anflug eines schlechten Gewissens.