Artis hat ihren Wichtel-OS auf Anhieb erkannt. Ich hoffe, sie hatte ihre Freude daran.
Ihre, zugegeben sehr ausdrücklichen, Wünsche, waren:

Pairing: Hermine und Bellatrix und jemand, der/die frei wählbar ist, aber dem HP-Fandom angehören muss

Grobe Handlung: Obwohl Jahre her, seitdem Hermine durch den Vielsafttrank in Bellatrix verwandelt war, leidet sie mit Beginn der Adventszeit an merkwürdigen Träumen. Obwohl die Wirkung des Trankes längst nachgelassen hat, scheint sich Hermine in diesen Träumen jede Nacht in Bellatrix zu verwandeln.
Sie mag es eigentlich nicht wahrhaben, aber die Macht, die Hermine als Bellatrix hat, beeindruckt sie, macht so vieles leichter, ebnet ihr Wege, die sie in ihren kühnsten Träumen bisher nicht zu gehen wagte. Gleichzeitig aber hat sie Angst, dass sie so werden könnte wie Bellatrix, abgrundtief böse, herzlos, grausam ... ein Todesser eben.
Dennoch ersehnt Hermine die Träume, tut alles, um sie zu erzwingen ... und verliert sich in der Weihnachtsnacht in ihnen.
Gelingt es ihr, wieder zurückzukehren oder bleibt sie ewig in ihren Träumen gefangen oder war alles in allem nur ein böser Traum, der dem Genuss von etwas zu viel Eierpunsch beim Weihnachtsessen zuzuschreiben war ... oder ist Voldemort vielleicht doch nicht tot ...?

Kann man daraus eine phantasievolle und mitreißende, spannende oder humorvolle oder romantische Geschichte mit einem (vielleicht) überraschenden Ende basteln?

Das heutigen Türchen hat das kleine Seelenfresserchen, auch bekannt als ebony-zoot, für uns kreiert! Ich möchte nicht zuviel verraten, aber diesmal könnt ihr euch auf eine sehr illustre, weil überhaupt nicht zusammen passende, Gesellschaft irgendwo im Nirgendwo freuen.

Und wenn ihr auf den Geschmack gekommen seid, schaut auf jeden Fall noch hier rein:

http:/www.fanfiction.net/~ebonyzoot

(Nehmt bitte die Leerzeichen nach www. und nach fanfiction. raus)

Das Rudel – Das Rudel – Das Rudel – Das Rudel – Das Rudel

We wish you a misery Christmas vonebony-zoot

„Daddy, mir ist kalt!" widerholte Lily Luna Potter nun mit quäkender Stimme. Das hatte sie bereits vor wenigen Sekunden schon einmal angemerkt und seine Tochter wurde offenbar nicht müde, das immer wieder und wieder aufs Neue zu erwähnen.
Aber Harry konnte es ihr nicht verübeln, ihm war selbst kalt. Seine Schuhe waren vom Schnee durchgeweicht und die Kälte kroch selbst durch den dicken braunen Wintermantel.

„Ich weiß, mein Schatz. Aber halt noch ein bisschen aus. Wenn mich nicht alles irrt ist da vorne eine Hütte, in der wir uns bestimmt aufwärmen können, bis der Schneefall nachgelassen hat." Jedenfalls hatte er es so in Erinnerung.

Dieser Ausflug war eine wirklich schlechte Idee gewesen. Er hatte sich, da Ginny den Vorweihnachtstag arbeiten musste, die Kinder geschnappt und zu einem Ort gebracht, von dem er nicht einmal genau wusste, wo er lag. Ginny hatte ihn hier zum ersten Mal mit hergebracht. Zu Weihnachten schien dieser Ort still zu stehen. Es gab Schnee im Überfluss, freie Natur, keine Straßen kein Lärm, ja nicht einmal Magie.
Man apparierte zu einem und machte sich dann zu Fuß auf den Weg. Es gab einige tolle Aussichtspunkte von denen aus man über das gesamte Tal blicken konnte.

Ihr Verhängnis war jedoch, dass sie sich schon viel zu weit vorgewagt hatten als plötzlich ein heftiger Schneefall einsetzte und sie dazu zwang, eiligst eine Unterkunft zu suchen. Der Weg zurück wäre durch den Schnee nicht mehr möglich gewesen, da der Weg zu steil war und sie sich vermutlich vollkommen verirren würden.
Doch von seinem letzten Besuch hier wusste er, dass sich ganz in der Nähe eine alte verlassene Berghütte befand. Gut, das war inzwischen schon etwa acht Jahre her, aber man hatte sie hoffentlich nicht abgerissen. Er besaß nicht einmal ein Handy und vermutlich gab es auch kein Callcenter oder etwas ähnliches, was ihm hätte weiterhelfen können.

„Ich hätte mit James bei Hugo und Rose bleiben sollen", brummte Albus Severus Potter und Harry musste seinen Griff um seine Hand etwas festigen, damit er ihm nicht entglitt.
Der dichte Schnee zerrte an seinen Kräften und da er dabei noch zwei seiner Kinder hinter sich herziehen und noch versuchen musste, durch das Schneegestöber etwas zu sehen, keuchte er schon völlig erschöpft.
Doch seine Rettung kam schneller als vermutet, in Form der heruntergekommenen Holzhütte die tatsächlich noch vorhanden war. Er musste also nur noch darauf hoffen, dass der Schneefall sehr bald zu Ende war, damit er pünktlich zu Weihnachten mit den Kindern zurück zu Hause war.
Harry blieb irritiert stehen als er durch die schmutzigen Fenster der Hütte ein schwaches Licht nach außen dringen sah. Es flackerte wie das Licht einer Kerze hin und her.
„Was ist, Daddy?" fragte Lily und umklammerte Harrys Hand etwas fester. „Mir ist immer noch kalt."
Harry hätte sich wirklich schwer täuschen müssen, wenn die Hütte beim letzten Mal schon bewohnt gewesen wäre. Allerdings sah man bis auf den Kerzenschein auch keine weiteren Anzeichen, dass hier jemand lebte.
Vielleicht war jemand, ähnlich wie sie, ebenfalls in den Schnee geraten und hatte sich hier untergestellt. Völlig ausgeschlossen war es nicht und es war um einiges wahrscheinlicher, als die Tatsache, dass sich hier jemand häuslich niedergelassen hatte.

Um ein Vorbild im Thema Höflichkeit zu sein, klopfte er fest an die alte Holztür und zog Albus und Lily enger an seine Seite.
Harry wäre um ein Haar erschrocken zurückgesprungen als sich die Tür so plötzlich und ruckartig öffnete. Die Farbe wich ihm jedoch endgültig aus dem Gesicht, als er die Person erkannte, die ihm da gegenüberstand und ihn aus seinen kalten schwarzen Augen aus anblickte.
„Potter!" schnarrte er und Harrys Mund wurde trocken.

Er sah haargenau so aus, wie er ihn in Erinnerung behalten hatte. Die gleichen fettigen schwarzen Haare, die gleiche Hakennase, das gleiche fahle Gesicht und der gleiche stechende Blick.
Harry hatte Severus Snape zum letzten Mal gesehen, als das Ministerium ihm den Orden des Merlins erster Klasse verliehen hatte. Ausgezeichnet als Kriegsheld, wie sie alle, die gekämpft hatten.
Danach war er untergetaucht. Man hatte ihn von da an nicht mehr gesehen und eigentlich hatte es auch niemanden gekümmert. Eigentlich traurig, wenn man sich das so überlegte. Aber andererseits hatte Snape auch sicherlich keine Lust auf Gesellschaft gehabt, sonst hätte er ja seinen alten Posten in Hogwarts wieder annehmen können.

„Ich hätte mir denken können, dass du der erste bist, der mich mit seiner grenzenlosen Dummheit beehrt!"
Harry verengte die Augen zu Schlitzen und spürte sogleich die altbekannte Wut in sich aufsteigen. Die Wut, die er schon als Schüler in sich gespürt hatte und die ihm schon einiges an Ärger eingebracht hatte.
Der Vorteil war, diesmal konnte Snape ihm weder Nachsitzen geben, noch Punkte abziehen.
„Snape… Sie wären sicherlich der Letzte, mit dem ich hier gerechnet hätte!" antwortete er ebenso eisig.
„Und trotz allem stehst du hier an meiner Haustür", stellte sein ehemaliger Professor scharfsinnig fest. Er schien wohl wirklich hier zu wohnen. Ausgerechnet an einem Ort, an dem man keine Magie nutzen konnte und es Sommer wie Winter schneite! „Also gibt es etwas Bestimmtes oder willst du mir nur die Zeit stehlen?"
„Ich… Es schneit!", erwiderte Harry fest, mit einem Nicken zu dem Schneegestöber, welches unmittelbar hinter ihm tobte.
„Gryffindor kann stolz sein, einen so unglaublich intelligenten Mann sein eigen zu nennen!"
Seine Stimme triefte vor Sarkasmus und Harry seufzte schwer. Wie hätte er auch denken können, dass sich zwischen ihnen irgendetwas geändert hatte. Snape hasste ihn noch immer und das machte es Harry nahezu unmöglich, Sympathie für ihn zu empfinden.
Als verschwundener Kriegsheld war er ihm lieber gewesen.
„Ich bin mit meinen Kindern hier draußen, wie Sie vielleicht bemerkt haben und der Rückweg ist wirklich weit…", begann er und zum ersten Mal senkte Snape den Blick, um die Kinder an Harrys Händen genauer zu mustern. Schlussendlich wandte sich das tiefe schwarz seiner Augen wieder Harry zu.
„Das ist außerordentliches Pech", stellte Snape fest, nickte kurz und war im Begriff die Tür wieder zuzuschieben.
„Professor Snape…", rief Harry hastig. „Ich meine, Mr. Snape"
Snape hielt in seiner Bewegung inne und betrachtete ihn unheilvoll, als versuchte er ihn per Gedankenkraft dazu zu bringen, das was er sagen wollte, gar nicht erst auszusprechen.
Doch die Zeit in der er sich vor Snape fürchten musste, war vorbei. Jetzt war er erwachsen und hatte Kinder, die in jedem Fall an erster Stelle stehen sollten und ganz sicher nicht unter solchen Komplikationen leiden sollten.
„Es wäre wirklich sehr großzügig, wenn Sie uns reinlassen würden. Wenigstens bis der Schneefall nicht mehr so stark ist und wir uns wieder zurück wagen können."
Harry konnte sehen, wie Snape mit sich haderte. Wahrscheinlich fielen ihm tausend gute Gründe ein, weshalb er sie nicht reinlassen sollte. Aber zwei Kinder in diesem Wetter vor die Tür zu setzen, so herzlos konnte selbst er nicht sein.

Merklich widerwillig öffnete er die Tür schließlich weit genug, damit sie eintreten konnten und Harry lächelte ihm dankbar zu.
„Sobald der Schneefall aufhört, seid ihr verschwunden!", knurrte er abweisend.

Harry hatte eine kleine heruntergekommene Einrichtung erwartet. Etwas mit einem ausgestopften Elchkopf an der Wand und alten vermoderten Teppichen.
Doch zu seiner Überraschung war das nicht der Fall. Die Hütte besaß einen schlichten sauberen Holzboden, die Wände waren mit Bücherregalen vollgestellt und am Ende des kleinen Wohnzimmers befand sich ein hell entfachter Kamin.

Lily und Albus befreiten sich von seiner Hand und liefen sofort auf das Kaminfeuer zu, um sich die Hände daran zu wärmen.
„Danke, Mr. Snape. Das ist wirklich sehr nett von Ihnen und wir brechen auf, sobald das Wetter besser ist."
Harry empfand es als schwierig, so nett zu Snape zu sein, denn er konnte nicht leugnen, dass sie sich noch immer gegenseitig verachteten. Allerdings zeigte er nun wieder seine gute Seite und dafür konnte er ihm nur dankbar sein.
Snape warf ihm lediglich einen kühlen Blick zu, schritt an ihm vorbei und setzte sich auf den braunen Ledersessel in der Nähe des Kamins.
Harry folgte ihm leise und setzte sich ein wenig unsicher auf ein kleines Sofa gegenüber.
„Also, Sie haben sich hierher zurückgezogen, seit wir die Schlacht gewonnen haben?", fragte er und räusperte sich. Mit Snape Smalltalk halten war nichts was auf seiner Favoritenliste stand aber die angespannte Stille war auch nicht besser.
„Offensichtlich", antwortete Snape tonlos und Harry schürzte die Lippen. Mit Snape konnte man auch ganz offensichtlich keinen Smalltalk halten.

„Daddy, was ist wenn der Schnee nicht aufhört?" fragte Lily dann plötzlich. Sie hatte sich mit Albus zusammen auf den Boden vor dem Kamin gesetzt und blickte nun mit ihren großen Augen zu ihm auf.
„Es wird wieder aufhören zu schneien, Lily. Es wird ganz sicher gleich wieder besser und dann können wir zurückgehen", besänftigte er seine Tochter. Aus den Augenwinkeln heraus konnte er sehen, wie Snape bei ihrem Namen eine Augenbraue hob.

Scheinbar hatte er sich nicht nur gänzlich aus Großbritannien zurück gezogen, sondern auch aus jeglichen Zeitungen und Nachrichten. Harry war nach wie vor in aller Munde und wie seine Kinder hießen, hatte schon einige Male in den örtlichen Zeitungen gestanden. Doch ganz offenbar hatte Snape noch nichts davon gehört. Ob er überhaupt von seiner Hochzeit mit Ginny wusste?
Hermione hatte ihn damals genötigt, Snape eine Einladung zu schicken. Sie fand es sei eine nette Geste, für das was er alles für sie getan hatte. Widerwillig hatte Harry dem zugestimmt, obwohl er schon damals nicht scharf darauf gewesen war, ihm wieder zu begegnen. Zwar hatte er die Hoffnung gehabt, sie würden sich nach allem besser verstehen, aber er hatte sich davor gefürchtet, sich mit den Dingen zu konfrontieren, die er in Snapes Erinnerungen gesehen hatte.
Er hatte ihm eine Eule geschickt, in der Hoffnung ihn ausfindig zu machen, aber die Eule war samt Brief zu ihm zurückgekehrt. Entweder hatte Snape sie fortgeschickt, ohne seine Nachricht zu lesen oder er hatte sie nie bekommen.
Harry hielt beide Möglichkeiten für wahrscheinlich.

„Aber was, wenn er nicht rechtzeitig vor Weihnachten aufhört?", fragte sie weiter und Harry seufzte. Weihnachten war morgen und tatsächlich hatte auch Harry seine Zweifel, ob sie bis dahin wieder zurück waren. Er hoffte darum, nicht allzu lange in Snapes miesepetriger Gesellschaft verbringen zu müssen.
„Dann bleiben wir eben hier und verpassen Weihnachten!", erklärte Albus verstimmt und verschränkte die Arme vor der Brust. Lilys Augen weiteten sich vor Schreck und sie starrte ihren Bruder ängstlich an bis sie dann schließlich bei Harry eine Bestätigung für diese Worte suchte.
„Solange wird der Schneefall sicherlich nicht anhalten", erwiderte Harry sanft. Snape betrachtete ihn daraufhin skeptisch.
„Meist dauert ein solcher Schneefall mehrere Tage", bemerkte er trocken.
„DAADDY!", rief Lily daraufhin aus und große Tränen traten in ihre Augen.
„Vielen Dank auch, Sie sind mir wirklich eine große Hilfe!", zischte Harry ihm zu, nahm seine Tochter zu sich auf den Arm und hielt sie fest, während er ihr beruhigend den Rücken streichelte.
„Ich habe nie behauptet, dass ich dir helfen will, Potter!" konterte er zufrieden.
Harry beließ es bei einem wütenden Blick, wenn auch nur, weil seine Kinder anwesend waren und er ihnen ein gutes Vorbild sein wollte. Auch wenn er nun innerlich vor Wut kochte.

Etwa eine halbe Stunde lang herrschte frostiges Schweigen und keiner von ihnen war scharf darauf, dieses zu brechen. Mit Ausnahme vielleicht von Albus, der die Eigenschaft besaß, selbst Situationen nicht wahrzunehmen, in denen die Luft brannte.
So auch jetzt.
„Also, Sie sind Severus Snape, ja?"
Harry schloss resignierend die Augen. Er ahnte was jetzt kam und doch war er nicht fähig es zu verhindern.
„Das hast du klug kombiniert", antwortete Snape nach einer kurzen Pause.
Albus musterte ihn daraufhin scharfsinnig und ließ sich von Snapes kühlem Tonfall und seinem eisigen Blick keinesfalls einschüchtern. Harry musste zugeben, dass ihn das ein klein wenig stolz machte.
Albus schüttelte seufzend den Kopf und warf Harry einen vorwurfsvollen Blick zu.
„Du hast gesagt, er ist brillant. Er ist ein unfreundlicher Klotz und nach dem hast du mich benannt?", fauchte er in seinem kindlichen Leichtsinn. Albus war sehr scharfsinnig für seine zwölf Jahre und zudem auch noch sehr direkt.

„Albus!" ermahnte Harry ihn scharf und presste die Lippen zusammen. Er hatte wirklich keine Lust, sich nun vor Snape dafür zu erklären, aber die Wahrscheinlichkeit, dass er davon nichts mitbekommen hatte, war äußerst gering.
„Wen hast du wie genannt, Potter?" schnarrte dieser auch schon mit einem gefährlichen Unterton.
Harry seufzte.

„Er heißt Albus Severus Potter, wenn Sie die Zeitungen verfolgt hätten, wüssten Sie das. Und bevor Sie nun anfangen, mich deshalb zu beleidigen, sage ich Ihnen gleich, dass ich dabei einem inneren Impuls gefolgt bin. Ich hatte nie viel Sympathie für Sie übrig, weil Sie mich immer schlecht behandelt haben, aber ich bin Ihnen für all die Dinge die Sie für mich oder meine Mum getan haben, sehr dankbar. Ich habe Albus den Namen zweier Männer gegeben, ohne deren Hilfe ich nicht überlebt hätte. Ich will das mein Sohn von diesen Namen die Kraft hat, ein ebenso mutiger Mann zu werden, wie seine Namensgeber."
Harry atmete tief durch als er geendet hatte und blickte Snape auffordernd entgegen. Aus seiner Miene konnte er wie üblich nichts herauslesen. „Also nur zu, machen Sie mich nieder!"

Snape blickte ihm einige Minuten lang stumm entgegen, ehe er dann Albus musterte, welcher nun leicht irritiert zwischen beiden Parteien hin und her blickte.
„Gut", sagte Snape schließlich knapp und das war's. Kein weiteres Wort kam über seine Lippen. Keine abfällige Bemerkung, nicht einmal ein wütender Blick.
Verwundert starrte Harry ihm entgegen, doch Snape schien sich nicht einmal daran zu stören.

So hatte er seinen ehemaligen Professor bislang nicht gekannt. War es möglich, dass dieser doch dazu fähig war, normale menschliche Gefühle zu hegen? Gefühle außer der grenzenlosen Liebe zu Harrys Mum? Bislang hatte er das für unmöglich gehalten doch diese Wortlosigkeit schien Antwort genug zu sein.
Snape war damit einverstanden.

„Es schneit nicht mehr!", rief Lily plötzlich aus und Harry drehte sich schlagartig herum, um aus dem Fenster sehen zu können. Durch die Dunkelheit konnte man draußen nicht viel erkennen, doch als er von dem Sofa aufstand und angestrengt hinaus blickte, sah er das Lily recht hatte. Der Schnee hatte aufgehört. Mit ein paar Fackeln oder etwas ähnlich hellem, konnten sie noch innerhalb von einer Stunde zurück zu Hause sein und das alles noch vor Weihnachten.
„Du hast recht", sagte er perplex und drehte sich dann zu Snape. „Es tut mir Leid, Sie gestört zu haben, wenn Sie vielleicht ein paar Fackeln oder etwas ähnliches haben, sind Sie uns auch gleich wieder los."
Snape stand daraufhin sofort auf, was nur allzu deutlich zeigte, dass er mehr als erleichtert war, sie loszuwerden. Er verschwand in einem Raum nebenan und trat gleich darauf mit zwei Fackeln wieder zurück, welche er Harry tonlos reichte.
„Ich bin Ihnen sehr dankbar", begann er unsicher, aber Snapes versteinerte Miene machte keine Anzeichen, dass er sich für seine Worte interessierte. Also nahm er Albus und Lily wieder zu sich und machte sich auf den Weg zur Haustür.

Noch bevor er endgültig zurück in die Kälte und damit auch aus der unangenehmen Gesellschaft trat, drehte er sich noch einmal zu ihm um und lächelte ihm zu.
„Falls Sie möchten, können Sie Weihnachten auch gerne bei uns verbringen", bot er an, obwohl er die Antwort bereits kannte. Aber bei allem was er für ihn getan hatte, war dieses Angebot das mindeste, was er ihm geben konnte.
Snape trat an die Haustür und wartete bis Harry hinaus in den tiefen Schnee getreten waren.
„Nein", erklärte er sachlich. Harry schürzte die Lippen und nickte zustimmend. „Aber danke!"
Damit knallte er ihm die Tür vor der Nase zu und ließ ihn verwirrter als zuvor stehen.
Snape hatte sich bei ihm bedankt? Offenbar geschahen in der Weihnachtsnacht tatsächlich Wunder.