Disclaimer: Allesaus der Welt von Mittelerde gehört immer noch nichts mir sondern Tolkien und daran wird sich wahrscheinlich auch nichts ändern.

Kapitel 13 - Unzufriedene Orks und hängende Elben: 1.350 Wörter

DER SCHRECKEN DES DÜSTERWALDS

Aus sicherer Entfernung beobachteten Grundgoi und Gâshnut wie der Troll den Elben am Kragen packte und über den Boden zu einem Baum schleifte, wo bereits ein Ork mit einem Seil auf ihn wartete. Verzweifelt klammerte der blonde Elb sich an dem Arm seines Peinigers fest und flehte vergeblich darum, freigelassen zu werden. Unsanft wurde er gegen den Baumstamm gedrückt und innerhalb von Sekunden war er fest an den Baum geschnürt.

Da das Spektakel jetzt beendet war, wandte sich Grundgoi wieder ihrem Begleiter zu. „Ich traue ihm nicht", knurrte sie mit einem Blick auf den sich windenden Elben. „Alles, was er uns erzählt hat, ist doch vollkommener Blödsinn. Ein dämlicheres Kapitulationsangebot hat es wohl in der gesamten Geschichte von Mittelerde nicht gegeben."

Gâshnut nickte. Von der Seite her kam Sharaprakh auf sie zu und gesellte sich zu ihnen. „Ich glaube nicht, dass er versucht uns in eine Falle zu locken, aber er sagt eindeutig nicht die Wahrheit. Was er damit bezwecken will ist mir allerdings ein Rätsel."

„Findest ihr es nicht auch etwas merkwürdig, dass dieser großartige Elbenprinz noch keine Anstalten gemacht hat ihn zu befreien?" mischte sich Sharaprakh in das Gespräch ein. „Er steht da oben und sieht einfach zu wie sein Bote da…" mit einem Kopfnicken deutete sie zu Mallwelwen, der sich inzwischen in sein Schicksal ergeben hatte und resigniert in den Seilen hing, „… gefangengenommen wird? Sollte er nicht irgendwie versuchen ihn zu retten? Uns angreifen? Einen Gefangenenaustausch vorschlagen? Irgendetwas ist an der Sache faul."

„Ja, das ist es allerdings", presste Grundgoi zwischen ihren Zähnen hervor. „Und wir werden jetzt auch herausfinden was." Sie wirbelte herum und stampfte auf den am Boden sitzenden Elben zu. Ihre Augen funkelten vor Wut, dass ihr einfach irgendein Schwachsinn aufgetischt wurde.


Verärgert starrte Mallwelwen vor sich auf den Boden. Da saß er jetzt, wie ein Packet verschnürt, und in seinem Rücken die kratzende Rinde des Baumes. Er rutschte ein wenig herum, um eine bequemere Position zu finden, aber dadurch scheuerte der Baum nur noch mehr an seinem Rücken und er gab es auf. Wenigstens hatte er jetzt etwas wirklich außergewöhnliches, das er seinen Kindern erzählen konnte. Sollte er irgendwann einmal welche haben. Ansonsten mussten halt die Kinder seiner Schwester herhalten.

Stampfende Geräusche, die auf ihn zukamen, ließen ihn seinen Kopf heben und aufblicken. Sofort wünschte er sich, er hätte es nicht getan. Der Ork mit dem Busen kam schon wieder auf ihn zu. Sie schien sich ziemlich schnell mit den anderen Orks geeinigt zu haben. Die Frage war nur auf was.

„So", begann Grundgoi, nachdem sie sich erneut möglichst drohend vor dem Elben am Boden aufgebaut hatte. Warnend beugte sie sich zu ihm hinunter und sah ihn aus zusammengekniffenen Augen an. „Warum habe ich nur das Gefühl, dass du mir irgendwie nicht so ganz die Wahrheit gesagt hast?"

Mall sah sie nur ängstlich an und zuckte verzweifelt mit den Schultern, so gut es mit den Fesseln eben ging.

„Keine Ahnung?" Der Kopf des Orks kam noch näher. „Vielleicht liegt es daran, dass du mir nicht die Wahrheit gesagt hast? Könnte das unter Umständen sein?"

Mallwelwen öffnete den Mund, um sich gegen diese Anschuldigung zu verteidigen, aber kein Tod kam aus seinem Mund. Was würden die Orks wohl mit ihm machen, wenn er zugab, dass er gelogen hatte? Die Antwort bekam er kurze Zeit später. Das gefährliche Funkeln in den Augen der Orkin ließ ihn dann doch seine Stimme wiederfinden. „Nun… ähm… ja, unter Umständen könnte das tatsächlich der Fall sein."

Die Orkdame vor ihm nickte mit dem Kopf und im nächsten Moment machten sich zwei Orks daran ihn von seinen Fesseln zu befreien. Erleichterung machte sich in Mall breit. Allerdings auch nur bis der Troll auf einmal wieder neben ihm stand und er sich im nächsten Moment mit dem Kopf nach unten in der Luft wiederfand.

„Soso." In seiner derzeitigen Position befand sich sein Kopf auf gleicher Höhe mit dem der Orkin, auf deren Zügen im Moment ein gefährliches Lächeln lag, als sie sich dicht zu ihm heran beugte. „Du hast uns also belogen. Weißt du, es ist möglich, dass ich das noch nicht erwähnt habe und es deswegen zu einigen Missverständnissen deinerseits gekommen ist, aber: Ich mag es gar nicht, wenn man mich belügt. Wenn du mir versprichst ab jetzt die Wahrheit zu sagen, bin ich aber durchaus bereit zu vergessen, dass wir schon einmal ein solches Gespräch geführt haben, und noch einmal von vorne anzufangen. Also: Wieso bist du hier? Was möchtest du von uns? Und am Besten sagst du mir auch gleich, wer dich geschickt hat."

Um Mall ein wenig bei seinem Entschluss, ob er denn jetzt auspacken würde oder nicht, und seinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, wackelte der Troll kurz mit dem Handgelenk, wodurch der arme Elb gründlich durchgeschüttelt wurde. Wie ein toter Aal hing Mallwelwen in seinem Griff und sein schlanker Körper schwabbelte in der Luft herum.

Als er wieder zur Ruhe kam, war der Ausdruck auf dem Gesicht des weiblichen Orks deutlich freundlicher, sogar beinahe ermutigend. Angesichts der Umstände beschloss Mall, dass die Verhandlungsbereitschaft der Orks doch wohl reichlich größer wäre, wenn sie keine Geheimnisse vor einander hatten. „Der… Der Mensch", keuchte er deshalb. „Er hat gesagt ich soll hierhin kommen und euch das sagen."

„Der Mensch?" Grundgoi runzelte die Stirn. „Welcher Mensch?"

„Dieser… dieser Mensch halt!" stöhnte Mall. Verdammt. Warum konnte er sich Namen nur so unglaublich schlecht merken? „Dieser Mensch aus Bruchtal. Der Sohn von Elrond. Der, der immer hinter unserem Prinzen her läuft."

„Ach so, der Mensch!" Verständnisvoll nickte Grundgoi mit dem Kopf. Dann veränderte sich ihr Gesichtsausdruck wieder. Drohend beugte sie sich erneut dicht zu dem Elben heran. „Ich habe keinen blassen Schimmer wovon du redest", knurrte sie.

Vorsichtshalber zuckte der Troll noch einmal mit dem Arm, an dem Mall hing. „Was soll dieses Theater?" mischte sich jetzt auch Gâshnut ein. „Wieso sagst du uns nicht einfach wie dieser Mensch heißt?" Für seinen Teil hielt Gâshnut dieses ganze Gerede des Elben für noch mehr Schwachsinn. Ein Mensch im Düsterwald. Und dann auch noch ständig mit dem Prinzen besagten Waldes zusammen. Er hielt das für ungefähr so wahrscheinlich wie die Möglichkeit, dass sich Sauron auf einmal weiße Kaninchen als Haustiere hielt. Eher noch weniger.

„Weil ich es nicht weiß!" jammerte Mallwelwen verzweifelt. „Ich habe keine Ahnung wie dieser verdammte Mensch heißt! Ich kann mir Namen einfach nicht merken!"

Für einen Moment starrten ihn die umstehenden Orks einfach nur an. Dann lachte Gâshnut laut auf. „Auch das noch! Ein Elb mit Gedächtnisproblemen!"

Auch Grundgoi konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Aber sie gab sich Mühe schnell wieder ernst zu werden. „Der Mensch hat dich also geschickt. Dürften wir auch erfahren warum?"

Mall empfand die Position, in der er sich momentan befand, eigentlich als reichlich unangenehm. Er hätte viel dafür getan wieder wie jeder normale Elb auf seinen eigenen Füßen auf dem Boden stehen zu dürfen. Also entschied er sich dafür das Ganze ein wenig abzukürzen „Dieser verdammte Elefant geht allen furchtbar auf die Nerven. Seit er da ist hat niemand mehr eine Nacht durchgeschlafen. Alle wollen ihn loswerden, aber unser Prinz ist geradezu versessen darauf ihn zu behalten." Mallwelwen schnaubte wütend, als er daran dachte was sie wegen diesem dummen Vieh und ihrem scheinbar noch dümmeren Prinzen alles aushalten mussten. „Das Angebot gilt immer noch: Ihr könnt ihn haben. Alles was ihr tun müsst ist irgendwie einen Weg zu finden ihn da raus zu bekommen. Freiwillig gibt Legolas ihn bestimmt nicht her. Ihr könnt mit der Unterstützung von uns allen rechnen."

Abschätzend musterte Grundgoi den hängenden Elben. Versuchte er schon wieder ihr einen Bären aufzubinden? „Und das ist die Wahrheit? Du versuchst nicht schon wieder mich zu belügen?"

Ein kurzes Schütteln entlockte Mall ein erschrockenes Quietschen. „Nein, nein, ganz sicher nicht! Das ist die Wahrheit!"

„Tatsächlich?" Ein triumphierendes Grinsen breitete sich auf Grundgois Zügen aus. Einen ähnlichen Ausdruck konnte sie auf dem Gesicht ihres Begleiters sehen, als sie sich ihm zuwandte. Gâshnut und sie tauschten einen kurzen Blick aus, dann wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder dem etwas mitgenommenen Elben zu. „Nun… wenn das so ist, lässt sich da bestimmt irgendetwas machen."