Sternzeit: Fucking App!

Eintrag: Jaylah

Logbucheinträge sind wohl nicht so mein Ding. Ich bin in den letzten Wochen nicht zum Schreiben gekommen, da ich damit beschäftigt war, die USS Franklin zu putzen. Hab die Brücke gewischt, die Screens auf Hochglanz poliert und sogar die Sichtfenster im gesamten Achterdeck geledert. In der Lobby funktioniert seit fünf Tagen das Romantiklicht in Orange-Violett. Außerdem habe ich eine Sitzgruppe zusammen mit den Ewoks mit grünem Plüsch überzogen. Noch ein paar schöne Dekopflanzen und es sieht dort aus wie in einem hayperbitanischen Puff.

Vor vierzehn Tagen ist es mir gelungen, die Kabine von Captain Balthazar Edison zu öffnen. Der dreistufige Türcode war nicht zu knacken, deshalb musste ich den Türmechanismus direkt ansteuern. Das war erstaunlich einfach. Die Menschen nutzen ein uraltes Ferengie-Design, das mit jeder billigen Eulerspule zu manipulieren ist. Okay, jetzt geht die Tür zwar nicht mehr zu, aber ich schlafe eh gern bei offenem Fenster. Bin nämlich mit Sack und Pack dort eingezogen, nachdem ich herausgefunden hatte, dass die Matratze auf dem Bett immer noch ganz hervorragend ist. Außerdem ist es auf dem gesamten Schiff mit Abstand die größte Kabine.

Ich habe so meine liebe Mühe mit dem Hauptcomputer. Er weigert sich beharrlich, mir den Zugriff auf die Kommandofunktionen Stufe 27 zu geben, dabei habe ich schon 12 Mal im Schach gegen ihn gewonnen. Entertainment und Officeanwendungen funktionieren. Die Kalenderapp habe ich immer noch nicht ganz durchdrungen. Sie zählt stur in Zeiteinheiten der Erde anstatt den intergalaktischen Nebula-Kalender zu verwenden. Ich habe keine Ahnung, wie man die Einheiten umstellen kann, die Anleitung ist ausgerechnet in Bifargi und auf die Übersetzungsapp hat anscheinend nur der Kommunikationsoffizier Zugriff. Die spinnen, die Menschen!

Vor fünf Wochen habe ich beschlossen, dass heute mein Geburtstag ist. 2260 Jahre, 3 Monate und 22 Tage nach dem Geburtstag von irgendeiner Jesus. Die Ewok haben die Idee von Geburtstag anfangs nicht ganz verstanden, aber als sie dann erfuhren, dass es Geschenke und leckeren Kuchen gibt, wollte jeder einen Geburtstag haben. Hätte ich nur meinen Mund gehalten!

Nun waren meine kleinen Terror-Teddys wegen der anstehenden Geburtstagsfeier in den letzten Tagen so durch den Wind, dass ich sie kaum zum Lesenüben motivieren konnte. Um überhaupt ein paar kleine Erfolge verbuchen zu können, haben wir angefangen unsere Namen zu tanzen. Mit dem Ergebnis, dass nun alle unbedingt Achim heißen wollen, weil der Tanz aus irgendeinem mir nicht ersichtlichen Grund so furchtbar komisch ist, dass jedes Mal ein riesengroßes Gelächter ausbricht, sobald wir beim ‚i' angelangt sind.

Hoffentlich fällt bald eine ausgebildete Crew der Föderation vom Himmel. Ich halt das nicht mehr lange aus. Und an meinem Geburtstag ist die Wahrscheinlichkeit für dieses Ereignis doch sicher mindestens 0.00000031415.

Fazit: Ich bin am Arsch!