A/N: Hier ist Kapitel 14. In der Mitte gibt es wieder einen kurzen Gegenwarts-Abschnitt. Ich hoffe es gefällt euch.
Kapitel 14:
Am nächsten Tag gingen sie nach dem Frühstück gemeinsam zu Snape in den Kerker. Dieser erwartete sie bereits mit Eimern und Putztüchern, die er von Filch hatte.
„Wie gestern schon gesagt, werden Sie das Klassenzimmer putzen und das ohne Magie. Bitte geben Sie mir Ihre Zauberstäbe." Er hielt ihnen seine Hand hin. „Wenn Sie fertig sind, können Sie an meine Bürotür klopfen." Snape zeigte auf die Tür neben der Tafel hinter seinem Pult. „Fragen?"
Die vier schüttelten mit den Köpfen.
„Dann her mit den Zauberstäben." Notgedrungen gaben sie ihm ihre Zauberstäbe. Dann ging der Zaubertranklehrer in sein Büro. An der Tür drehte er sich noch einmal um. „Ich will keinen Mucks von Ihnen hören!" Er verschwand.
Die vier Freunde sahen sich an und fingen dann widerwillig an, ihre Strafe auszuführen. Sie brauchten fast den ganzen Tag dafür. Der Kerker schien schon lange nicht mehr richtig sauber gemacht worden zu sein.
Am späten Nachmittag klopfte Emily an Snapes Tür. Er kam heraus und sah sich um. Zähneknirschend musste er zugeben, dass die vier gute Arbeit geleistet hatten.
„Okay, Sie können gehen." Er gab ihnen ihre Zauberstäbe zurück.
Das ließen sie sich nicht zweimal sagen, sondern verließen schnell den Raum.
Sie gingen in die Große Halle, denn seit dem Frühstück hatten sie nichts mehr gegessen und ihre Mägen wiesen sie laut auf dieses Defizit hin.
Nachdem Skyla und Emily satt waren, setzten sie sich zu Fred und George an den Gryffindortisch. Neben ihnen saßen Lee und Angelina.
„Jetzt erzählt mal! Was habt ihr bei Snape gemacht?", fragte Lee.
„Geputzt. Was sollen wir sonst gemacht haben?", meinte George.
„Und was hat Snape gemacht?", wollte Angelina wissen.
„Der war in seinem Büro. Keine Ahnung, was er da so alles gemacht hat.", sagte Emily.
„Da seid ihr nicht getürmt?" Angelina klang überrascht.
„Getürmt? Spinnst du?" Fred sah das Mädchen mit den schwarzen Haaren entsetzt an. „Für uns ist das selbstverständlich, dass wir, wenn wir bestraft werden, diese Strafe auch absitzen. Das gehört zu unserer Ehre. Schließlich haben wir es ja nicht anders verdient, wenn wir uns erwischen lassen." Er war etwas gekränkt von Angelinas Bemerkung. Diese sah ihn mit großen Augen an. Dann blickte sie von einem zum anderen und George, Skyla und Emily nickten.
„Fred hat Recht. Wir flüchten nur in ganz seltenen Fällen.", meinte Skyla und die Zwillinge grinsten sie an. Gestern bei Filch war so ein seltener Fall, denn sie mussten ja die Karte retten.
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„Die Karte ... was wir damit alles angestellt haben.", meinte Skyla und blickte hoch in den Himmel. Die Sonne schien und die Wolken waren verschwunden. Der Himmel ließ nicht erkennen, dass es bis eben noch geregnet hatte.
„Ja. Heimliche Wanderungen im Verbotenen Wald.", schwärmte George.
„Besuche in der Küche."
„Und dann auch noch die heimlichen Ausflüge nach Hogsmeade noch bevor wir im dritten Schuljahr waren." Skyla sah George an.
„Wir waren echt schon schlimme Unruhestifter.", sagte er und sie nickte.
„Aber die Karte hat einen auch dazu verführt." Sie hatte ein leichtes Lächeln auf ihrem Gesicht.
„Da hast du Recht. Ohne sie wären wir sicher nicht so schlimm gewesen."
„Was ist eigentlich damit passiert? Ich hab sie schon lange nicht mehr gesehen."
„Das weißt du nicht?" Der rothaarige junge Mann sah sie erstaunt an. Sie schüttelte den Kopf. „Wir haben sie Harry übergeben."
„Echt?"
„Ja, in unserem fünften Jahr. Wir dachten er könnte sie dringender gebrauchen. Harry war damals in der dritten und hatte keine Erlaubnis für Hogsmeade."
„Ah, doch, ich erinnere mich. Fr .. er hat davon mal erzählt."
„Wir beide haben uns fast deswegen in die Haare bekommen, weil er sie nicht abgeben wollte.", erzählte George.
„Warum nicht?"
„Wegen dir."
„Wegen mir?" Jetzt war es an ihr, erstaunt zu sein.
George nickte. „Du weißt ja noch, was in den Sommerferien vor unserem fünften Jahr passiert ist."
Das Lächeln auf ihrem Gesicht verschwand sofort wieder. „Wie könnte ich das vergessen ...", meinte sie leise und George nahm ihre Hand.
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Die Ferien hatten vor 2 Wochen begonnen. In diesen zwei Wochen hatten sich die vier Freunde weitestgehend von diesem schrecklichen vierten Schuljahr erholt. Ein Monster hatte im Schloss sein Unwesen getrieben und muggelgeborene Schüler angegriffen. Es war zwar niemand aus ihrem Jahrgang betroffen, aber doch einige Schüler, die sie kannten. Darunter natürlich Ginny, die Schwester von Fred und George, und Hermine Granger, die beste Freundin von Harry und Ron, dem Bruder der Zwillinge.
Doch zum Glück ist alles gut gegangen und die Opfer konnten wieder aufgeweckt und das Monster vernichtet werden. Ein großer Schock war es, als die Zwillinge ihnen erzählten, dass Ginny von Voldemort besessen war und deshalb auch dieses Monster losgelassen hatte. Glücklicherweise wurde sie nicht bestraft und kaum einer kannte die ganze Wahrheit. Emily und Skyla hatten natürlich versprochen, nichts zu sagen.
Es war ein Donnerstagnachmittag. Skyla und ihre Mutter waren in der Küche. Mrs. Green war aufgeregt am Kochen und Skyla saß am Tisch und aß zu Mittag. Heute Abend wollte ihr Bruder Janus zum Essen kommen und ihnen seine neue Freundin Ann vorstellen.
Janus hatte vor einem Jahr seine Ausbildung als Heiler abgeschlossen und arbeitete im St. Mungo. Seine Freundin Ann arbeitete im Ministerium in der Magischen Strafverfolgung und sie hatten sich im Krankenhaus kennengelernt. Ann hatte ihre Mutter vorbeigebracht, die bei einem missglückten Experiment zu Schaden gekommen war. Janus hatte sich nach eigenen Angaben sofort in sie verliebt. Sie waren jetzt seit etwa zwei Monaten ein Paar. Er war in den letzten 2 Wochen einige Male hier gewesen und hatte jedes Mal von Ann geschwärmt und immer die gleiche Geschichte erzählt. Skyla kannte sie mittlerweile auswendig.
Ihre Mutter war etwas aufgeregt wegen des Besuchs. Alles sollte perfekt werden. Sie hatte gestern schon den Flur, das Bad, das Wohnzimmer und die Küche wie verrückt geputzt. Skyla und ihr Vater hatten Mrs. Green angeboten, zu helfen, doch sie wollte das Putzen ohne Magie machen, weil es in ihren Augen dann gründlicher werden würde. Skyla ließ sie in dem Glauben.
Mr. Green musste genau wie Janus heute arbeiten. Sie hatten zum Glück zeitgleich Feierabend, so dass sie pünktlich anfangen konten. Das beruhigte Mrs. Green ungemein. Janus hatte seine Freundin für sieben Uhr bestellt.
„Mum?"
„Ja?"
„Brauchst du noch Hilfe bei irgendetwas?" Skyla ging zur Spüle und wusch ihren Teller ab.
„Nein, ich mach das lieber alleine."
„Sicher?", fragte sie noch einmal nach.
„Ja, ganz sicher.", meinte ihre Mutter und nahm einen Topf vom Herd.
„Gut, dann geh ich jetzt zu Emily, wenn das in Ordnung ist."
„Geh ruhig, aber sei spätestens um fünf Uhr wieder da."
„In Ordnung. Bis später. Wenn du doch Hilfe brauchst, dann meld dich." Skyla ging aus dem Haus und machte sich auf den Weg zu Emily.
Eigentlich hätten sie sich alle bei den Weasleys getroffen, weil Mr. McIvory, Emilys Vater, es nicht gerne sah, wenn sie dort waren. Doch die ganze Familie Weasley war vorgestern nach Ägypten gereist und besuchte Bill, den ältesten Sohn und Bruder. Sie war ganz neidisch auf die Zwillinge, wie gerne würde sie auch verreisen, aber das Problem war, dass ihre Eltern es nie hinbekamen, zeitgleich Urlaub zu kriegen, so dass sie nicht in die Ferien fahren konnten.
Der Nachmittag bei Emily war recht ereignislos. Skyla hatte Glück, Emilys Vater war nicht zu Hause, sondern arbeiten.
Sie redeten viel, hauptsächlich von dem neuen Jungen in Emilys Leben. Ein Junge, der ihrem Vater ganz und gar nicht gefallen würde, denn seine Eltern waren Muggel.
Nach der Schwärmerei für Max und einigen anderen Jungs hatte Emily erst einmal „die Schnauze voll von Jungs" - wie sie so schön gesagt hatte. Und doch war sie die erste, die einen Freund hatte.
Max hatte sie tief enttäuscht, als er eines Abends zu Beginn ihres zweiten Schuljahres plötzlich mit Sandra, der anderen Vertrauenschülerin, anfing herumzuknutschen. Aber nach ein paar Tränen war Max auch schon vergessen. Danach stürzte sie sich dann in die nächste Schwärmerei. Jede Woche hatte sie einen neuen Typen zum Anhimmeln.
Aber erst gegen Ende ihres dritten Schuljahres wurde es so richtig ernst. Der Junge hieß Anton Myers. Er war aus Ravenclaw und ein Jahr über ihnen. Die letzten zwei Wochen des dritten Schuljahres und die ganzen Sommerferien über waren sie ein Paar. Dann war Schluss. Anton wollte lieber eine Freundin aus seinem eigenen Haus haben. Emily hatte einige Wochen nur geweint und die Zwillinge und Skyla hatten versucht sie aufzumuntern. Irgendwann klappte es auch.
Danach war für Emily erst mal Schluss mit Jungs. Nicht das sie keine Angebote gehabt hätte, nein im Gegenteil, viele Jungs versuchten mit ihr auszugehen. Sie war für viele eine Traumfrau. Mit ihren langen schwarzen Haaren, ihren blauen Augen und ihrem offenen Lächeln war sie eine echte Schöhnheit. Aber Emily wollte nicht. Konsequent lehnte sie jede Einladung ab. Bis Er kam. Er hatte sie beim letzten Hogsmeadewochenende des Schuljahres um ein Date gebeten und sie hatte zur Verwunderung aller zugesagt. Seit diesem Tag, der mittlerweile etwa 6 Wochen zurücklag, waren sie und Lee Jordan ein Paar.
Mr. McIvory wusste natürlich nichts davon, schließlich waren Lees Eltern Muggel. Emily wollte erst einmal abwarten, wie sich die Sache entwickelte und ob ihre junge Liebe die Ferien überstehen würde.
Um kurz vor fünf verabschiedete sich Skyla von Emily und schlenderte gemütlich nach Hause. Sie würde nicht pünktlich ankommen, aber das störte sie wenig. Ihre Mutter übertrieb, was das heutige Abendessen betraf. Skyla brauchte doch keine zwei Stunden, um sich fertig zu machen, zumal sie ja bereits heute morgen geduscht hatte. Aber Mrs. Green wollte alles perfekt haben und so musste Skyla früh genug zu Hause sein.
Wenigstens war sie nicht alleine ihrer Mutter ausgesetzt, wenn sie gleich zuhause ankam. Ihr Vater hatte nämlich bereits vor einer Stunde Feierabend gehabt und würde ihr dann helfen, Mrs. Green zu beruhigen.
Es war zwar nicht das erste Mal, dass eine Freundin von Janus zu Besuch kam, aber es war das erste Mal so offiziell. Es sollte das erste Mal ein solches Abendessen geben.
Skyla war schon ganz gespannt auf Ann. Ihr Bruder hatte so viel von ihr erzählt, viel mehr als von seinen anderen Freundinnen. Außerdem war ihr aufgefallen, dass er viel glücklicher aussah, seit er Ann kannte. Vielleicht war es ja jetzt endlich etwas ernstes. Skyla würde sich freuen.
Als sie zu Hause ankam, merkte sie, dass es ganz still war. Sie war überrascht, denn sie dachte, jetzt wo sieben Uhr näher rückte, würde ihre Mutter durch das Haus wuseln und alles und jeden kritisieren, weil sie so aufgeregt war.
„Mum? Dad?", rief sie und ließ die Tür ins Schloss fallen. Sie bekam keine Antwort. Daraufhin ging sie in die Küche. Dort standen bereits die ganzen Speisen ordentlich in Schalen und Schüsseln auf dem Tisch und warteten nur darauf, serviert und gegessen zu werden. Doch ihre Mutter war nicht hier.
„Komisch.", murmelte sie. Skyla ging wieder in den Flur und erschrak. Ihr Bruder stand in der Tür zum Wohnzimmer.
„Musst du mich so erschrecken?" Sie versuchte wieder normal zu atmen. Dann sah sie Janus ins Gesicht. Er war total bleich. „Was ist los?"
Aber anstatt zu antworten, drehte er sich um und ging zurück ins Wohnzimmer. Seine Schwester kam hinter ihm her und war geschockt.
A/N: Ich bin eigentlich kein Freund von cliffhangern, aber da das nächste Kapitel ziemlich lang wird, musste ich hier einen Einschnitt machen.
