Es vergingen zwei Wochen und ich hatte mich schon halbwegs daran gewöhnt, dass Voldemort immer erst am Abend kam. Einmal ist er sogar zwei Tage nicht mehr gekommen, weswegen ich am Anfang gedacht hatte, dass er mich hier im Stich ließ. Er brachte mir auch jeden zweiten Tag Lebensmittel zum Kochen mit. Untertags hatte ich dann genug Zeit das Haus zu putzen. Es war eine verdammt schwierige Aufgabe, da es so riesig war und anscheinend schon vor einer Ewigkeit nicht mehr sauber gemacht worden war. Als erstes begann ich damit den Boden der Eingangshalle zu putzen, danach den des Saales und der Bibliothek.
Mir waren auch die Fenster wichtig, damit genug Licht hereinkam und ich nicht zu depressiv wurde. Leider konnte ich sie nur von innen putzen. In einem Abstellraum im oberen Stock fand ich auch eine Leiter. So ging das Fensterputzen einfacher. Mein Muggelgewand zog ich immer zum Arbeiten an und die Robe, nachdem ich mich gewaschen hatte. Das Badezimmer hatte ich ein bisschen schöner hergerichtet. Die Seifen lagen alle im Schrank neben der Waschmuschel und die Handtücher lagen säuberlich gefaltet neben der Badewanne. Sogar ein bisschen Rouge und Schminke fand ich in einem der Läden. An einem Tag hatte ich mir auch vorgenommen, den Salon mit dem langen Tisch und den Sesseln abzuwischen.
Ich fand sogar ein paar Kochbücher in der Küche, weswegen ich einmal ein besseres Abendessen zu kochen versuchte. Es klappte sogar. Also deckte ich das Ende der Tafel mit schönem Tischschmuck, den ich in einem schönen Kasten im Salon gefunden hatte. Dann stellte ich das Essen für zwei Personen auf den Tisch und wartete darauf das Voldemort bald kam. Ich wurde nicht enttäuscht. Ich erwartete ihn schon in der Eingangshalle und begrüßte ihn: ,, Hallo Tom! Komm bitte mit mir mit'' Ich führte ihn in den Salon und er stand am Anfang einfach nur da und starrte auf die Teller. ,, Ich habe etwas zu essen gemacht. Ich hoffe es schmeckt dir und du kannst dich schon setzen '' Ich war ein bisschen verunsichert, da er mich einfach nur anschaute.
Dann nahm er zum Glück Platz und als er nichts von dem Gekochten anrührte sagte ich: ,,Wir sollten lieber beginnen bevor es kalt wird und außerdem ist es nicht vergiftet! '' Das sagte ich nur sicherheitshalber. Ohne etwas zu sagen begann er zu essen und dasselbe tat ich. Als wir endlich fertig waren begann er endlich zu sprechen: ,,Ich wusste gar nicht dass man auch ohne Magie etwas halbwegs Anständiges zu Essen herstellen kann '' ,,Danke Tom'' ,,Du bestehst also darauf mich mit diesem verächtlichen Namen anzusprechen?'' ,,Ja'' ,,Wenn ich dich lange genug foltern würde, könntest du nicht einmal mehr richtige Sätze bilden.'' Ich wusste nicht was ich auf so etwas antworten sollte, am besten sage ich einfach nichts mehr. Angst kroch in mir hoch.
Mit einem Wink des Zauberstabes entzündete er das Feuer in dem großen Kamin. Dann sah er mich wieder eine Zeitlang an. Seine Gesichtszüge waren im flackern des Feuers nicht so gut zu erkennen, trotzdem sah ich ganz genau seine Augen. Ich konnte meine Augen nicht mehr von seinen losreißen und fühlte mich immer behaglicher. Egal was er mich fragen würde, ich würde ihm alles erzählen. ,,Ich hasse den Namen, den mir meine Eltern gegeben haben. Er ist so gewöhnlich, so Muggelhaft '' ,, Das finde ich nicht. Er passt zu dir. Du hast Angst, dass er dich normal und schwach macht, aber nicht der Name prägt dich, sondern du verleihst dem Namen etwas Magisches '' Er sah mich nur verächtlich an. Jetzt bemerkte ich plötzlich, dass er versucht hat meine Gedanken zu lesen, um die Wahrheit darüber zu erfahren, wieso ich ihn wirklich so nenne. Dadurch wurde ich wütend. ,, Du hättest nicht in meinem Kopf herum spuken müssen, damit ich dir die Wahrheit sage. Ich hätte sie dir auch so gesagt! '' ,, Du hast es bemerkt? '', fragte er mich etwas erstaunt. Zumindest dachte ich dass er erstaunt war, da sein Gesicht eine klitzekleine Regung gezeigt hatte. ,,Es fühlt sich so falsch an, so einschläfernd. Bitte hör auf damit, du versuchst es schon wieder '', sagte ich und sang in Gedanken wieder ein Weihnachtslied. ,,Erstaunlich für einen dreckigen Muggel. Ich bekomme sowieso nicht viel aus dir heraus, wenn ich weiter bohren würde, würdest du bald Wahnsinnig werden. Aber leider brauche ich dich noch.'' Mein Herz pochte laut in meiner Brust. Ich durfte bloß nichts Falsches sagen, sonst überlegte er es sich noch anders, und ich wusste das ich keine Chance hätte.
,,Wie kommt es eigentlich das du dich so gut in der Zauberwelt und über mich auskennst? Außerdem kannst du durch die Anti-Muggel-Zauberschichten sehen'', fragte er und beobachtete mich dabei ganz genau. Diesmal versuchte er nicht meine Gedanken zu lesen. ,, Naja… ich hatte eine Freundin, die auch eine Hexe war und die hat mir einiges über die Zauberwelt erzählt. Ich habe aber den Kontakt zu ihr abgebrochen und werde dir sicher nicht verraten wie sie heißt '' Er lächelte kurz boshaft und sagte dann: ,,Mich interessiert nicht was für einen Namen diese Blutsverräterin hat. Aber sie wird dir sicher nichts über mich erzählt haben, niemand weiß etwas über meine Familie und Kindheit!'' Ich spürte die Spannung in der Luft die von Voldemort ausging. ,, Nein über dich hat sie mir wirklich nichts erzählt, aber ich sage dir nicht woher ich es weiß. Ich weiß es einfach'' Blitzschnell packte er mich und drückte seinen Zauberstab auf meinen Arm. In Schockstarre sah ich zu wie meine Muskeln sich immer mehr verkrampften und die Haut aufriss.
Es tat so weh dass ich wimmerte. ,,Wenn ich dir das nächste Mal eine Frage stelle, dann wirst du sie mir auch beantworten!'', sagte er mit zornesfunkelnden Augen. ,, Du bist nur ein elender Muggel und wirst mir gehorchen. Du solltest vor mir in den Staub kriechen und dankbar sein, dass ich so gnädig bin und dich am Leben lasse!'' Mit Tränen in den Augen nickte ich. Voldemort ließ mich los und sagte mit versteinertem Gesichtsausdruck: ,, Ich muss morgen zuerst zu den Malfoys und muss dann noch ein paar Besorgungen machen. Mal sehen wie gut du dich in der Zauberwelt wirklich auskennst Sarandina, denn du kommst mit. '' Ich wagte ihm nicht einmal in die Augen zu sehen. ,,Ich will das du dich morgen ordentlich kleidest und kein Wort von dir gibst, wenn du nicht explizit dazu aufgefordert wurdest.'' Eine Weile saß ich noch stocksteif in meinem Sessel und starrte schockiert auf meinen blutenden Arm. ,,Du kannst gehen Muggel'' Sofort stand ich auf um alles ab zu servieren. Es war so demütigend. Voldemort blieb sitzen und starrte ins Feuer. Als ich schon fast bei der Küche war, sagte er noch zu mir: ,, Das Essen war nicht so schlecht wie ich dachte '' Ich dreht mich nicht mehr um.
