Kapitel Dreizehn

AN: Hallo Leute, erst einmal möchte ich mich bei euch für die vielen, lieben Reviews bedanken. Ich hatte für lange Zeit zu viel um die Ohren um weiter zu schreiben, außerdem habe ich gedacht, dass alle die Geschichte ohnehin schon auf Englisch gelesen haben. Wie ich den letzten Reviews entnehmen konnte, ist das nicht der Fall und das hat mich motiviert, endlich weiter zu übersetzen.

Allerdings muss ich, auch aufgrund von vielen Reviews, noch einmal darauf hinweisen, dass ich diese Geschichte nur übersetze. Ich kann also nicht beeinflussen, wie diese Geschichte endet.

Und jetzt, ohne viel Gelabere:

Kapitel Dreizehn

James drehte sich um, um zu sehen, wer das Esszimmer betreten hatte. Er sah Lily, die einmal mehr einen Teller mit unberührten Essen in der Hand hielt. James seufzte.

„Immer noch kein Glück?", fragte er niedergeschlagen. Lily schüttelte nur den Kopf und stellte den Teller auf dem Tisch ab.

Es war jetzt drei Tage her seit Harry zum Hauptquartier gekommen war und seitdem hatte Harry weder Essen noch Trinken angerührt. Lily und James brachten ihm seine Mahlzeiten dreimal am Tag und kamen jedes Mal mit dem unangerührten Essen zurück. Harry hatte seit dem disaströsen Vorfall mit Moody mit niemandem mehr gesprochen. Harry hatte sich selbst in seinem Zimmer verschanzt und sich geweigert, mit irgendjemandem zu sprechen.

„James, das kann so nicht weitergehen. Es sind jetzt schon drei Tage und er hat noch nicht einmal einen Tropfen Wasser getrunken. Er wird krank werden und er ist jetzt noch nicht einmal in einem guten Gesundheitszustand." Lily war leicht hysterisch.

Sie hatte die letzte dreiviertel Stunde damit zugebracht, Harry zum Essen zu bewegen. Anfangs hatte Harry noch mit ‚Lass mich allein' oder ‚Haut ab' reagiert, jetzt aber ignorierte er einfach alle und blieb auf dem Steinfußboden des Zimmers sitzen. Lily waren die dunklen Ringe unter Harrys Augen aufgefallen und die Erschöpfung, die ihm ins Gesicht geschrieben stand, hatte ihn aber nicht dazu überreden können, zu Bett und schlafen zu gehen.

James sah müde zu ihr hinüber.

„Was soll ich deiner Meinung nach tun, Lily? Willst du, dass ich raufgehe und ihn zwangsernähre? Denkst du, das ist es, was ich tun sollte?" James wollte Lily nicht anfahren, aber er wusste, dass die ganze Situation mit Harry außer Kontrolle geriet.

Als Harry das Essen zum ersten Mal verweigert hatte, hatte James das ganze abgetan und sich selbst gesagt, dass er schon essen würde, wenn er Hunger bekäme. Allerdings war das vor drei Tagen gewesen und Harry zeigte noch keine Anzeichen der Aufgabe und James wurde immer besorgter.

„Fahr mich nicht so an James. Das ist nicht der richtige Zeitpunkt sich gegeneinander zu wenden. Wir müssen dieses Problem zusammen lösen.", entgegnete Lily aufgebracht. James seufzte und erhob sich aus seinem Stuhl. Er trat auf Lily zu und nahm sie in den Arm.

„Es tut mir Leid, Lils, aber ich weiß einfach nicht, was wir mit Harry noch machen können. Der Minister hat sich immer noch nicht mit Dumbledore in Verbindung gesetzt, die Todesser richten auf ihrer Suche nach Harry immer noch Unheil an und wir haben einen selbstmordgefährdeten Teenager auf dem oberen Flur, der einfach nichts hören will von dem was wir ihm sagen."

Nachdem der das gesagt hatte, saßen beide Eltern in Gedanken versunken auf dem Sofa.

In dem Augenblick betrat ein sehr besorgt aussehender Sirius den Raum. Er blickte zu James hinüber und schien zu erblassen.

„Tatze, was ist los?"

James richtete sich auf, weil er die Sorge, die seinem Freund ins Gesicht geschrieben stand, bemerkte. Sirius ging hinüber zu James und setzte sich. Er sah immer noch betrübt aus.

„Nichts, Krone. Ich bin vermutlich nur müde."

Er blickte angestrengt zu Boden während er das sagte.

James war sofort misstrauisch. Sirius gab nie zu, dass er müde war. Nie.

„Tatze, irgendwas ist los, sag es mir!"

Sirius seufzte laut und wendete sich seinen beiden Freunden zu.

„Okay, aber ihr beide müsst mir versprechen, dass ihr nicht ausflippt und die Situation noch verschlimmert." Dabei sah er James und Lily ernst an. Beide sahen so aus, als wollten sie protestieren, aber sie nickten schließlich angespannt mit dem Kopf. Sirius fuhr fort.

„In Ordnung. Ich war bei Harry, nachdem Lily gegangen ist. Ich wollte nur sehen, ob ich ihn irgendwie zur Vernunft bringen kann. Allerdings ist mir irgendwie aufgefallen, dass er wirklich krank aussieht. Ich meine damit, dass er kaum seine Augen offen halten konnte und dass er auf nichts, das ich gesagt habe, etwas geantwortet hat, nicht einmal ein ‚Hau ab!'. Deswegen habe ich den Gondume Zauber angewandt, nur um sicherzugehen, dass er richtig heilt und dass es keinen Schaden gibt, von dem wir nichts wissen."

Hier legte er eine Pause ein, nicht sicher, ob er fortfahren sollte.

„Was ist passiert? Was hast du herausgefunden?", fragte Lily mit gedämpfter Stimme.

Sirius sah die beiden an und antwortete traurig.

„Er hat keinen der Zaubertränke genommen, die wir ihm gegeben haben. Es gibt keine Spur von schmerzlindernden oder muskelaufbauenden Tränken in seinem Körper und, ...nun ja, er scheint Schlafmangel zu haben. Es sieht so aus, als habe er seit seiner ersten Nacht, nachdem er hierher gebracht wurde, nicht mehr geschlafen."

James saß mit geballten Fäusten da und die Wut in seinen Augen ließ Sirius sofort bereuen, dass er etwas gesagt hatte. Lily hatte entsetzt die Hände vor den Mund geschlagen. Sie hatte vermutet, dass Harry schlaflose Nächte hatte, aber nicht einmal für eine Sekunde daran geglaubt, dass er absichtlich schon drei Tage lang nicht geschlafen hatte.

Ohne Vorwarnung sprang James von der Couch auf und ging hinüber zum Vorratsschrank. Er riss ihn auf und zog verschiedenste Fläschchen heraus. Endlich fand er die, die er gesucht hatte und stiefelte wütend zur Tür. Sirius und Lily waren beide auf den Beinen und versperrten den Ausgang.

„James, wohin gehst du? Was hast du vor?", fragte Lily.

„Etwas, was ich schon vor langer Zeit hätte tun sollen.", zischelte James zurück. Er versuchte, um sie herum zu kommen, da stand ihm aber Sirius im Weg.

„Krone, alter Freund, beruhige dich einfach. Du hast mir versprochen, dass du mir nicht durchdrehst."

James stieß Sirius einfach grob zur Seite.

„Aus dem Weg, Tatze. Mir reicht es. Wer glaubt er einfach, wer er ist, wenn er sich selbst so quält? Ich werde das auf der Stelle beenden."

Nachdem er das gesagt hatte, gelang es James aus der Tür zu kommen und rannte die Treppe hinauf. Er eilte zu Harrys Zimmer und riss die Türe auf.

Harry riss den Kopf nach oben und starrte auf James verschwommene Gestalt. Er hatte jetzt schon eine ganze Weile versucht, sich aus dem Dämmerzustand zu reissen und seine Augen tränten vor der Anstrengung wach zu bleiben. Er saß wieder auf dem Boden, den Rücken zur Wand, ohne sie jedoch zu berühren. Er blieb absichtlich in einer unangenehmen Position, da er bemerkt hatte, dass wach bleiben in jeder komfortablen Position nun unmöglich gewesen wäre. Jede Nacht hatte er sich unter Schmerzen auf den Fußboden begeben und angestrengt gegen den Schlaf anzukämpfen, der drohte ihn zu übermannen.

Harry war davon überzeugt, dass Moody ihn dazu zwingen würde das Veritaserum zu nehmen, sobald er eingeschlafen war. Harry wusste, dass das Wahrheitselixier wirken würde, selbst wenn er bewusstlos war. Er hatte es geschafft, weder zu essen, noch zu trinken, selbst die Zaubertränke, die ihm gegeben worden waren, hatte er, aus Angst mit dem Wahrheitselixier vollgepumpt zu werden, nicht eingenommen. Er war entschlossen, keine Informationen über seinen Vater preiszugeben. Die Konsequenzen waren unwichtig.

Harry sah zu, wie James zu ihm herüberstürmte und ihn unsanft am Arm hochzog. Er zuckte zusammen aufgrund des festen Griffs um seinen Oberarm und spürte, wie er den Boden verließ, als James ihn aufhob und zum Bett hinüberzerrte. James warf Harry grob aufs Bett und hielt ein kleines Fläschchen mit einem lila Zaubertrank in die Höhe, den Harry als Zaubertrank für einen traumlosen Schlaf identifizierte.

„Trink!", befahl er dem erschöpften Jugen. Harry schüttelte schwach den Kopf und James riss endgültig der Geduldsfaden. Er drückte Harry flach aufs Bett, woraufhin dieser versuchte, sich zu befreien, was ich aber misslang. James schnappte den Deckel der Phiole auf und wollte dem Jungen den Trank gerade einflößen, als Harry ruckartig seine Hand hob und ihm die Phiole aus der Hand schlug. James sah verärgert dabei zu, wie die Flasche umfiel und der Inhalt auf das Bett floss.

Lily und Sirius kamen in dem Augenblick und sahen zu, wie sich die Szene entwickelte.

James brachte Harry in eine Sitzposition und hielt ihn am Umhangkragen fest.

„Was ist mit dir los? Hast du einen Todeswunsch? Warum bist du so versessen darauf, dir selbst wehzutun?", schrie James Harry frustriert an.

James ließ Harry los und hob die Hand um sie durch die Haare zu fahren, wie er es immer tat, wenn er sehr wütend oder nervös war.

Reflexartig schloss Harry die Augen und zuckte vor ihm zurück. Es war offensichtlich, dass er dachte, dass James seine Hand erhoben hatte um ihn zu schlagen.

James hielt in der Bewegung inne. Er sah, wie Harry vor ihm zurückzuckte.

‚Er glaubt, dass ich ihn schlagen will.' James Innerstes verknotete sich bei dem Gedanken. Selbst Sirius und Lily sahen Harrys Reaktion und fühlten, wie ihnen das Herz sank. James senkte langsam die Hand und fühlte all seinen Ärger von sich weichen, als er seinen Sohn genauer unter die Lupe nahm.

Harry hatte dunkle Ränder unter den Augen, seine Lippen waren trocken und aufgerissen, weil er seit Tagen keinen einzigen Tropfen Wasser getrunken hatte. Er war sehr blass aus und schien kurz vorm Zusammenbrechen zu sein. Sein Atem war schwer.

Die Hand hielt er an seine Rippen gepresst.

James Blick wurde weicher, als er den schrecklichen Zustand erkannte. Er sprach nun ruhig zu Harry, weil er ihm zeigen wollte, dass er keine Absichten hatte, ihn zu verletzen.

„Harry, bitte, du musst verstehen. Wenn du nichts isst und trinkst und vor allem wenn du diese Zaubertränke nicht nimmst, dann wirst du ernsthaft krank werden." James sprach sehr sanft, aber der Teenager ignorierte ihn einfach.

„Harry, falls du glaubst, dass du uns dazu erpressen kannst, dich gehen zu lassen, dann hast du dich aber getäuscht. Du kannst hungern soviel du willst, ich werde dich nicht zu diesem Monster zurückschicken."

Als er hörte, wie sein Vater als Monster bezeichnet wurde, blickte Harry zu James auf und warf ihm tödliche Blicke zu. Er sagte mit einer rauen, trockenen Stimme.

„Das ist nicht, was ich tue."

„Was?", fragte James, verwirrt ob Harrys Antwort.

„Euch erpressen. Ich weiß, dass es euch egal ist, was mit mir passiert.", sagte Harry leise.

James öffnete den Mund um zu widersprechen, wurde aber von Lily unterbrochen, die hinüber zum Bett eilte.

„Harry, das ist nicht wahr. Wir sorgen uns um dich, wir alle tun das."

Sie stand jetzt neben James.

Harry hob den Blick und sah sie müde an. Er glaubte ihr nicht, das war offensichtlich in dem Blick, den er ihnen zuteil werden ließ. James versuchte es mit einem anderen Ansatz.

„Wenn du uns nicht erpressen willst, was tust du dann? Warum lässt du dich selbst so leiden?"

In dem Moment hörten sie einen Ruf aus dem Erdgeschoss.

„Potter, Black! Auf ein Wort; kommt runter!"

Moodys Stimme hallte durch den Raum und James sah, wie Harrys Muskeln sich sofort wieder anspannten. Seine Augen flogen zur Tür und er ballte seine Hände zu Fäusten. Harry schien leicht zu zittern, außerdem wandte er den Blick nicht von der Tür ab.

Harrys Reaktion verwirrte James kurzzeitig. Er wusste, dass Harry keine Angst vor Moody hatte, aber Harrys Reaktion auf Moodys Stimme zeigte eindeutig Angst.

„Harry, was ist ...?" James brach ab.

Plötzlich machte alles Sinn. Bei Harrys Zusammentreffen mit Moody, hatte Moody versucht, Harry zu zwingen, Veritaserum zu trinken, jetzt verweigerte Harry jedwede Nahrung und Flüssigkeit, noch nicht einmal die Zaubertränke von Lily nahm er. Seine Weigerung zu schlafen und seine Anspannung bei Moodys Stimme. Harry hatte Angst zu schlafen, falls Moody ihm den Trank einflößen wollte und hatte Angst zu essen oder zu trinken, vor allem Zaubertränke, für den Fall, dass sie mit dem Wahrheitstrank versetzt waren.

‚Oh Merlin, was hat Moody dir angetan?', dachte James, als Ärger in ihm hervorsprudelte, sobald er an Moodys Verhalten zu Harry dachte. James atmete tief durch um sein Temperament zu zügeln bevor er sprach.

„Harry hast du Angst, dass dir jemand etwas ins Essen mischt?"

Harry richtete langsam den Blick auf ihn. Die Antwort stand in seinen Augen geschrieben.

James atmete ein weiteres Mal tief ein.

„Wie kannst du nur glauben, dass wir es zulassen würden, dass dir irgendjemand etwas schädliches unterschiebt? Harry du solltest uns vertrauen, wir sind schließlich deine Eltern. Wir werden es nicht zulassen, dass dir irgendjemand etwas antut."

Harry warf Lily und James einen weiteren ungläubigen Blick zu. James beschloss, dass er Harry einen Beweis liefern musste, sodass ihr Sohn sehen konnte, dass er ihnen vertrauen konnte, selbst wenn das nur ein kleines bisschen. Er zog seinen Zauberstab aus seinem Umhang, was Harry sofort wieder angespannt werden ließ. Selbst Lily sah angespannt aus. James ignorierte sie beide, richtete seinen Zauberstab auf die Tür und sprach laut und deutlich:

„Accio Veritaserum-Vorrat!"

Mit einem Mal flogen sieben Flaschen Veritaserum zur Tür herein und landeten auf dem Bett auf dem Harry und James saßen.

Harry sah verwirrt aus. Er wich ein wenig zurück, nicht sicher, was James mit den ganzen Flaschen wollte. Sie konnten einen überraschten Aufschrei aus dem Erdgeschoss hören und Moodys Stimme, die zu ihnen hinauf donnerte.

„Was ist hier los, was ist mir gerade aus der Tasche geflogen?"

James richtete seinen Zauberstab nun auf die Flaschen und sprach einen anderen Zauberspruch.

„Reducto"

Die Flaschen zersprangen und ihr Inhalt versickerte in der Bettdecke. Aus der Blick, den Harry James zuwarf, konnte man dessen Verwunderung ablesen. James verwendete einen Trockenzauber um das Bett zu trocknen.

„Siehst du Harry, jetzt ist keine einzige Flasche Veritaserum mehr im Haus. Du kannst jetzt völlig entspannt schlafen gehen. In nichts, was du isst oder trinkst wird Veritaserum sein, auch nicht in deinen Zaubertränken. Wenn du möchtest, kann ich einen Ingretto-Zauber auf dein Essen anwenden, sodass es dir alle Inhaltsstoffe zuruft. Auf diese Weise kannst du vollkommen beruhigt sein."

James blickte Harry an und musste fast grinsen, als er den überraschten Gesichtsausdruck auf dem hübschen Gesicht seines Sohnes sah.

„Schlaf jetzt Harry, du wirst dich nie richtig erholen, wenn du nicht schläfst. Ich werde eine weitere Flasche Schlaftrank holen um dir dabei zu helfen."

James sah zu, wie Harry in sein Bett sank, drehte sich um und richtete seinen Zauberstab erneut auf die Tür.

„Accio, Schlaftrank." Der lilafarbene Zaubertrank schoss in James ausgestreckte Hand. Er drehte sich um, um Harry den Zaubertrank zu geben, aber der erschöpfte Junge war bereits eingeschlafen.

Xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Nach diesem Tag besserte sich die Situation etwas. Harry erholte sich gut, jetzt d er seine Zaubertränke einnahm und kleine Mahlzeiten im Laufe des Tages zu sich nahm. Er aß immer noch nicht soviel, wie Lily und James es gerne gesehen hätten, aber es war auf jeden Fall besser als zuvor. Harry sprach immer noch wenig mit anderen und blieb in seinem Zimmer. Allerdinds, nachdem Sirius ihm die Bibliothek im Black´schen Anwesen gezeigt hatte, hatte er sich sofort dorthin aufgemacht.

Harry hatte beschlossen, dass, wenn er schon gezwungen war hier zu bleiben, er zumindest mit seinen Studien nicht zurückfiel.

James und Lily waren so viel glücklicher mit seinem Verhalten, auch wenn er sich immer noch abweisend und bitter ihnen gegenüber verhielt.

Es waren nun genau sieben Tage seit Harrys Ankunft im Hauptquartier und das erste Ordenstreffen seit dieser Zeit kündigte sich an. Dumbledore hatte endlich den finalen Beschluss zu Harrys Zukunft erhalten und dieser sollte an jenem Abend in der Ordensversammlung bekannt gegeben werden.

James und Lily war schlecht vor Sorge. Was wohl geschehen würde? Welches Schicksal erwartete Harry und gab es noch Hoffnung für eine Zukunft?

Zusätzlich fühlten sich beide auch noch unglaublich schuldig, weil sie Damien in den letzten Tagen etwas vernachlässigt hatten. Sie hatten nur einmal kurz per Flohpulver kurz im Fuchsbau vorbeigeschaut um zu sehen, ob es ihm gut ging. Damien hatte einen schönen Sommer bei den Weasleys verbracht, war aber misstrauisch aufgrund seines langen Aufenthalts bei ihnen. Er hatte versucht, von Mr und Mrs Weasley herauszubekommen, was vor sich ging, diese hatten sich aber als genauso hilfreich erwiesen, wie seine Eltern.

James schritt auf und ab, währen Sirius und Remus ihm ein bisschen amüsiert zusahen.

„Krone, dir wird noch schwindlig werden, komm her und setz dich endlich hin.", scherzte Sirius, woraufhin James ihn genervt ansah. Lupin gab ein leises Kichern von sich, sah James aber mitleidig an.

„Sie werden bald da sein, Krone. Du musst Geduld haben. Ich bin mir sicher, dass Dumbledore es nicht vor allen bekannt geben würde und zuerst euch beide informiert hätte, wenn es wirklich schlechte Nachrichten gewesen wären."

James hörte auf, auf und ab zu laufen, seufzte und setzte sich.

„Ihr habt ja wahrscheinlich recht, aber warum konnte er nicht einfach kommen und es uns vor dem Treffen sagen. Wir sind schließlich Harrys Eltern. Glaubst du nicht, dass wir ein Recht darauf haben, es vor allen anderen zu erfahren?" James fuhr sich einmal mehr durch seine wirren Haare.

Lily betrat den Raum, warf den drei Rumtreibern ein kurzes nervöses Lächeln zu und setzte sich dann neben James.

„Hast du es ihm gesagt?", fragte sie leise.

James sah ein bisschen verloren aus.

„Ähm...wem soll ich was erzählt haben?", fragte er unverständig. Ein Hauch von Genervtheit blitzte durch Lilys Augen.

„Hast du Harry gesagt, dass er während des Treffens heute Abend in seinem Zimmer bleiben soll?"

„Ach so das, ja, ich meine nein, noch nicht."

Sirius und Remus schafften es nicht, ihr Grinsen zu verbergen. Sie liebten es, wenn James vor Lily kein richtiges Wort rausbrachte. Allerdings, wer würde das schon schaffen, wenn einem Lilys grüne Augen in die Seele bohrten.

„James, du hast gesagt, du würdest es ihm sagen. Es sind nur noch zehn Minuten bis in die anderen kommen werden. Bitte geh und sag es ihm."

„Lils, Liebling, meinst du wirklich, das ist notwendig? Ich meine, wir könnten einfach die Tür abschließen, dann müssen wir ihm nichts erklären und er würde es wahrscheinlich nicht einmal bemerken..." James brachte seine Erklärung nicht ganz zu Ende, weil er die Wut sah, die seiner Frau ins Gesicht geschrieben stand. Er murmelte etwas, vonwegen, dass er gehen würde um es Harry zu sagen und ging.

James klopfte an Harrys Tür, öffnete und fand Harry auf dem Bett sitzend, vertieft in ein Buch über sie Dunklen Künste. ‚Na toll', dachte James verärgert. Er würde wohl mal ein ernstes Wörtchen mit Sirius wechseln müssen, was den Inhalt der Bibliothek anging.

„Harry, ich wollte dir nur sagen, dass heute Abend unten eine kleine Versammlung stattfindet."

„Okay.", sagte Harry und bemühte sich nicht einmal, von seinem Buch aufzuschauen.

„Es sind bloß ein paar Leute vom Orden und ich will noch nicht, dass sie erfahren, dass du hier bist."

„Okay.", antwortete Harry gelangweilt.

„Es tut mir leid, aber ich befürchte, ich muss dich hier einsperren."

„Klar."

„Nur für das Treffen. Danach komme ich und sperre wieder auf."

„Was auch immer."

„Gut, ich werde jetzt wieder gehen."

„Gut."

„Ich werde dich jetzt einsperren."

„Mach das."

James konnte in Harrys Stimme erkennen, dass er wütend darüber war, eingeschlossen zu werden. Um ehrlich zu sein, James würde es genauso gehen, wenn er in der selben Situation wäre. Mit einem letzen Blick auf Harry schloss er die Tür. Harry hatte immer noch nicht von seinem Buch aufgeblickt. James seufzte, zog seinen Zauberstab hervor und richtete ihn auf die Tür. Dann murmelte er den Spruch, der sie verschließen würde.

James mochte es nicht, dass er Harry anlügen musste. Mittlerweile wusste fast der ganze Orden, dass Harry hier war, was natürlich nicht bedeutete, dass sie besonders glücklich darüber waren. Der Großteil des Ordens gab Moody recht. Sie waren der Meinung, dass Harry keine Vorzugsbehandlung bekommen dürfe, nur weil er ein Potter sei.

James machte sich langsam auf den Weg nach unten, versunken in seine trübsinnigen Gedanken. Für Harrys eigene Sicherheit war es besser, ihn aus dem Weg zu haben.

James trat in den Raum, in dem das Ordenstreffen stattfinden sollte und sah, dass die meisten Mitglieder schon da waren, mit Ausnahme der Weasley-Familie. Er warf Lily ein schmales Lächeln zu und nickte kurz, um ihr zu sagen, dass Harry oben in Sicherheit war. Sie lächelte zurück. Das Lächeln jedoch verschwand sofort aus ihren Gesichtern, als grüne Flammen aus dem Kamin stoben und Damien, zusammen mit der gesamten Weasley-Familie erschien.

„Hey Mum, hey Dad"

Er ging langsam zu seinen Eltern hinüber und umarmte sie kurz.

„Was ist los? Freut ihr euch denn nicht, mich zu sehen; es ist das erste Mal seit einer Woche."

Er blickte in die erstaunten Gesichter seiner Eltern. Lily erholte sich schnell.

„Natürlich sind wir froh, dich zu sehen. Es ist nur, dass wir dich nicht erwartet haben, das ist alles."

Schnell schloss sie ihn in die Arme und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn. Damien lief rot an und nuschelte etwas von ‚nicht in der Öffentlichkeit'. Lily lächelte. Sie hatte ihren jüngsten Sohn in der letzten Woche sehr vermisst und war froh, ihn wiederzusehen, aber sie war auch ein bisschen angespannt. Harry war nur ein kurzes Stück von ihnen entfernt und Damien wusste noch nicht einmal von ihm. Besorgt schaute sie zu James, der in ein Gespräch mit Mr Weasley vertieft zu sein schien.

Molly eilte herbei und scheuchte die Jugendlichen in ein anderes Zimmer. Sie führte sie in eines der Schlafzimmer im zweiten Stock und sagte ihnen, dass sie es nicht verlassen dürften. Nachdem sie gegangen war, begannen Fred, George, Ron, Damien, Hermine und Ginny sofort ein eigenes Treffen.

„Was glaubt ihr, was dieses Mal passiert ist?" fragte Ginny, als sie sich zusammen mit Hermine auf einem der Betten niederließ.

„Es muss etwas großes sein, ich habe noch nie erlebt, dass so viele zu einem Treffen kommen.", bemerkte Fred, während er sich auf einem Stuhl niederließ und die Füße auf den Tisch legte.

„Nun ja, sie haben seit einiger Zeit keine Treffen mehr gehabt. Vielleicht wollen sie nur auf den neusten Stand über die Angriffe kommen?", mutmaßte Hermine nachdenklich.

„Nee, dieses Treffen is was Großes.", widersprach George mit einem Grinsen.

„Woher willst du das wissen?", fragte Damien, der zusammen mit Ron auf dem anderen Bett saß.

„Ich hab heute Morgen mitgekriegt, wie Mum und Dad sich unterhalten haben. Sie hat gesagt, das dieses Treffen ‚die Zukunft entscheiden' würde und dass Dumbledore mal besser weiß, was er da tut, wenn er ein so gefährliches Spiel spielt."

Sie sahen dabei zu, wie George sich spielerisch verbeugte.

„Wie hast du das gehört?", fragte Ron seinen Bruder tief beeindruckt.

„Damit.", sagte George und hob etwas hervor, das aussah, wie ein Stück fleischfarbene Schnur. Es sah sehr lang aus und keiner von ihnen hatte so etwas je vorher gesehen.

„Wow, was ist das?", fragte Damien, als er aus de Bett stieg und hinüberging um sich die Dinger genauer anzuschauen.

„Stielohren.", antwortete er stolz, während Fred grinste und ihm zuzwinkerte.

„Ich hab die unter ihrer Schlafzimmertüre durchgeschoben und fast ihre ganze Unterhaltung mitangehört, zumindest soviel wie ich konnte, bevor Percy Perfekt gekommen ist und mir gesagt hat, dass ich verschwinden soll, dieser Mistkerl." George hatte jetzt einen äußerst hässlichen Gesichtsausdruck.

„Aber du weiß, dass du sowieso nicht hättest lauschen sollen...", setzte Hermine an, wurde aber durch Blicke von Damien und Ron zum Schweigen gebracht.

„Hmm, ‚die Zukunft entscheiden', ‚gefährliches Spiel'. Von wem könnten sie geredet haben?", überlegte Ginny mit neugieriger Miene auf ihrem hübschen Gesicht.

„Tja, Sis, warum gehen wir nicht und finden es raus?" Fred stand auf und zog fünf Paar Stielohren hervor und drückte jedem eines in die Hand.

„Wow, ihr seit vorbereitet.", bemerkte Hermine.

„Tja, das Haus wurde nicht zufällig von Kobolden infiziert, gerade dann, als ein Ordenstreffen anstand." Fred und George hatten Mühe, sich das Lachen zu verkneifen, als sie in die Gesichter der anderen blickten.

„Ihr,...ihr seid das gewesen?" Ginny war sich nicht sicher, ob sie jubeln oder fauchen sollte.

„Aber wie sollen wir die wieder los werden?", fragte Ron.

„Keine Sorge, die sind nur vorrübergehend. Sobald ihnen die aktiven Enzyme ausgehen, werden sie einfach verschwinden."

Fred verneigte sich erneut, als Ginny und Damien anerkennend Beifall klatschten.

„Ihr, ihr habt die wirklich entwickelt, ich meine das ist sehr fortgeschrittene Magie. Wie habt ihr...", aber Hermine wurde erneut unterbrochen, diesmal von Geschrei von unten. Die Sechs sahen sich an und liefen dann zur Tür hinaus.

Xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Harry kochte vor Wut. Sobald James gegangen war, war Harry aus dem Bett gesprungen und so leise, wie möglich zur Tür geschlichen. Er hörte das magische Klicken, das ihm sagte, dass die Türe nun verschlossen war. Harry wartete ein paar Minuten. Er hörte die Schritte von sechs oder sieben Personen, die geräuschvoll in den zweiten Stock gingen. Als er sich sicher war, dass niemand mehr da war, trat er einen Schritt von der Tür zurück und legte die Hand auf die Tür. Dann schloss er die Augen und konzentrierte sich auf die Magie, die die Türe verschlossen hielt. Er hatte Zauberstablose Magie studiert seitdem er vierzehn Jahre alt gewesen war und sie auch in vielen Situationen angewandt. Er ließ die Kraft durch seine Finger fließen und die Magie um die Tür herum aufzuheben. Innerhalb einer Minute sprang die Türe auf.

Harry konnte nicht anders, er musste lächeln. Er würde heim gehen. Er wusste, dass die Schutzzauber wegen der vielen Leuten, die zu dem Ordenstreffen gekommen waren, deaktiviert worden mussten. Er wusste genau, dass die Familien der Mitglieder manchmal mit zu den Treffen kamen, obwohl sie selbst nicht für den Orden arbeiteten. An diese Information war er gelangt, als er letztes Jahr den Orden studiert hatte. Er wusste, dass Nicht-Mitglieder des Ordens das Haus nicht hätten betreten können, solange die Schutzwälle noch aufrechterhalten wurden, deshalb mussten sie deaktiviert werden. Das war die Chance, auf die Harry gewartet hatte.

Er trat aus seinem Zimmer und blickte sich rasch um. Niemand war da. Hastig ging er zur Treppe und schlich sich leise nach unten. Er erreichte den Fuß der Treppe und atmete erleichtert aus. Leise bewegte er sich auf die Tür zu. Er wusste, dass er ein Risiko einging; er hatte keinen Zauberstab und er war noch nicht vollständig geheilt. Vor dem Raum, in dem das Treffen stattfand hielt er kurz inne. Es war ihm bewusst, dass man die Tür wohl mit einem Silentio-Zauber belegt hatte, damit keiner lauschen konnte. Innerhalb kürzester Zeit erreichte er die Türe. Er schloss seine zitternden Finger um den Türgriff und stieß die Türe auf. Er weinte vor Freude beinahe auf, als die Türe aufging und er fühlte, wie ihm ein kalter Luftzug zur Begrüßung ins Gesicht wehte. Er war seit einer Woche nicht mehr draußen gewesen und das Gefühl draußen an der frischen Luft zu sein machte Harry schwindlig vor Freude.

Harry hatte gerade einen Fuß vor die Tür gesetzt, als ihn eine starke Hand an der Schulter packte. Harry wurde grob nach innen gezogen, bevor er überhaupt die Chance hatte, sich umzudrehen und zu sehen, wer ihn erwischt hatte.

Die Türe war geschlossen und mit einem Zauberspruch versiegelt und Harry drehte sich um, um Auge in Auge mit eine wütenden James Potter zu stehen. Harry blinzelte erstaunt. Er hatte ihn nicht einmal hinter sich auftauchen gehört, wie, zum Teufel, hatte er es geschafft, ihn zu erwischen? Plötzlich wallte Zorn in ihm hoch. James Potter hatte seine Fluchtpläne vereitelt, hatte ihn daran gehindert nach Hause und von diese furchtbaren Ort wegzukommen.

James zerrte ihn von der Tür weg und zischte.

„Rauf mit dir, sofort!"

Harry versuchte, aus seinem Griff zu entkommen, aber James deutete nun mit dem Zauberstab auf ihn, was nicht dabei half, Harrys Temperament im Zaum zu halten.

„Lass mich los.", schrie Harry.

„Geh nach oben."

James packte Harry unsanft am Oberarm und zerrte ihn die Treppe hinauf.

Harry schrie erneut und versuchte seinen Arm loszureißen.

„Lass mich los. Lass ich los Potter."

James kam an der Tür an und stieß Harry grob hinein, ging dann hinein und schloss die Türe hinter sich.

Xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Damien und seine fünf Freunde machten die Türe auf und traten auf den schwach beleuchteten Flur. Sie konnten das Geschreie aus dem Stockwerk unterhalb hören und spähten gerade noch rechtzeitig durch das Geländer, um zu sehen, wie James Potter einen Jungen zu einer Zimmertür zerrte. Damien sah zu, wie sein Vater den Jungen grob in das Zimmer schubste, bevor er selbst eintrat und die Tür hinter sich zuwarf. Die Jugendlichen hatten nur den Rücken des Jungen gesehen und seine Gesichtszüge nicht ausmachen können. Sie blickten sich an und schlichen leise zurück in ihr Zimmer.

„Was zum Teufel war das?", fragte Ron und sah Fred und George dabei so an, als ob sie das alles geplant hätten.

„Wer war dieser Junge?", fügte Ginny besorgt hinzu.

„Ja, und vor allem, warum war dein Vater so grob zu ihm. Es sah aus, als würde er ihm wehtun...", wendete sich Hermine an einen erstaunten Damien.

„Ich habe keine Ahnung. Dad würde niemals jemandem absichtlich weh tun, ich versteh das nicht." Antwortete Damien kleinlaut.

„Tja, es gibt nur einen Weg das rauszufinden, Damien hast du die Karte dabei?", fragte Fred-

Damien zog ein leeres Stück Pergament hervor. Er tippte es mit dem Zauberstab an und wisperte.

„Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut im Black Haus bin."

Das leere Pergament füllte sich mit einem Mal mit einer genauen Karte des Black Hauses. Der einzige Raum, der vollkommen weiß blieb, war der, in dem das Ordenstreffen stattfand. Als Sirius ihm diese Karte gegeben hatte, hatte er ihm erklärt, dass alles, was den Orden betraf, geheim bleiben musste, auch seine Mitglieder.

Die sechs Kinder suchten schnell die Karte mit den Augen ab, um herauszufinden, wer dieser geheimnisvolle Junge war. Sie fanden das Zimmer, in dem sie gerade alle standen. Dort waren sechs kleine Punkte mit dem jeweiligen Namen daneben. Sie blickten zu dem Raum, der unter ihrem eigenen lag und erkannten zwei kleine Punkte. Damien spürte, wie die Welt mit einem Mal aufhörte sich zu drehen, als er den Namen neben dem seines Vaters las.

Harry James Potter

AN: Vergesst nicht, auf das kleine Knöpfchen unten links zu drücken und ein paar Worte zu hinterlassen.