14. Nächtliche Bildbetrachtungen
Harry hatte unruhig geschlafen. Die Okklumentikstunde schien ja ganz gut verlaufen zu sein, aber erst im Traum fielen ihm wieder die Fotos ein, die Claire ihm von ihrer Mutter gegeben hatte.
Es war noch dunkel, als er es im Bett nicht mehr aushielt und seine Tasche durchwühlte, um die Alben rauszukramen.
Richtig: das eine Album zeigte ihn als Baby mit seinen Eltern, alles schien so friedlich und freundlich. Auf einigen Bildern waren auch Sirius und Remus zu sehen, auf zweien sogar Peter, und da - genau danach hatte er gesucht: ein Foto, wo sein Vater James ihn auf dem Arm hielt und Sirius in einem tiefen Fauteuil sitzend, hielt zwei schon etwas ältere Babys im Arm, mit schwarzen Haaren und schwarzen Augen.
Beide Väter wirkten unverkennbar stolz. Es musste wohl kurz bevor diese Väter ihre Söhne zuletzt gesehen hatten, aufgenommen worden sein.
Auf einem Foto war Sirius neben einer hübschen schwarzhaarigen braungebrannten Frau zu sehen, und es war unverkennbar die Mutter von Jules und Jim. Aber dass sie auch die Schwester von Snape sein sollte war kaum zu glauben.
Aber etwas fehlte ihm hier noch, und da - ganz zum Schluss entdeckte er es doch noch: zwei Frauen, die ihre Babys im Arm, gemütlich vor dem Kamin saßen und sich unterhielten, Lily und Miranda – dann war er also auch Claire schon damals begegnet, ein zweiter Beweis auf der nächsten Seite: zwei wohl knapp Einjährige auf einem kuscheligen Schaffell, der Junge – er selbst – griff zu dem Mädchen und versuchte ihr einen kleinen Stoffball wegzunehmen, was diese damit quittierte, dass sie ihm kräftig in den Finger biss – mit grad mal 2 Zähnen – aber als er zu weinen begann, ihre Hand auf seine legte und dieses Weinen erlosch – seltsam – er kannte die sich bewegenden Bilder – aber dieses zeigte gleich einem kurzen Film, eine Episode von früher, es zeigte eben einerseits, dass er Claire bereits früher begegnet war - und auch Jim und Jules – aber auch, dass sie ihre heilenden Fähigkeiten damals schon besaß.
Das zweite Bändchen hatte er ja bereits im Unterricht durchgeblättert, immer wieder Bilder von Lily und Miranda, wohl von erster bis fünfter Klasse.
Und der letzte Band? Da fand er die Fotos ab der sechsten Klasse. Die beiden Frauen wirkten hier viel ernster und erwachsener als in den vergangenen Jahren, sie waren jetzt auch bereits 16 und in der Welt außerhalb Hogwarts hatte Lord Voldemort die Machtergreifung im Sinn. Doch nicht alle Bilder zeugten vom Ernst der Lage, es gab viele, die ihr Leben in Hogwarts von seiner schönen – abgesehen davon, dass sie wohl auch zu lernen hatten – Seite zeigten, oftmals waren Gruppenfotos dabei, ihr Jahrgang in Gryffindor, wobei es James und Remus waren, die auffallend intensiv zu den beiden hinübersahen. Remus? Harry besah sich diese Bilder genau, aber es war nicht Lily zu der Lupin hinübersah sondern Miranda! Harry nahm sich vor Claire dazu zu befragen.
Auf einigen Fotos waren alle gleichaltrigen Hogwartsschüler zu sehen auch Severus Snape, und hier war es Miranda, die ihre Blicke in seine Richtung schweifen ließ, aber Severus würdigte sie scheinbar keines Blickes.
Die Fotos der siebten Klasse unterschieden sich vor allem dadurch, dass immer öfter, die Marauders mit auf den Bildern waren, vor allem natürlich James mit Lily, aber auch die anderen. Auch Sirius mit Phil war hier zu finden, Remus in Mirandas Nähe, was aber nie den Anschein hatte, als seien die beiden ein Paar.
Harry gefiel es diese ganzen Fotos anzuschauen. Es zeigte eine Zeit, wo seine Eltern noch glücklich und unbeschwert gelebt hatten und es beruhigte ihn dies zu wissen. Natürlich wurde ihm auch weh ums Herz, vor allem wenn er Lily und James als junge fürsorgliche Eltern sah, aber aus jeden Fall war er froh, diese Fotos jetzt zu besitzen.
Und er nahm sich vor, Claire zu fragen, ob er nicht mit Miranda persönlich sprechen könnte, zu gern würde er aus dem Mund der besten Freundin seiner Mutter Geschichten über diese hören.
Schließlich wurde er doch noch mal von der Müdigkeit übermannt und sank ins Bett, froh darüber, dass er und Jules die nächste Unterrichtsstunde erst für Samstagnachmittag angesetzt hatten.
