Hallo ihr Lieben! Bin doch schon einen Tag früher aus dem Urlaub wieder da! War einfach zu besch... Wetter ;)

Kein Wunder, dass ich es tatsächlich geschafft habe, während der Regen nur so in Sturmfluten an meinem Fenster herunterrauschte, ein neues Kapitelchen zu schreiben. An der Stelle einen ganz ganz lieben Dank an die fleißigen Reviewerinnen. Ich hoffe, ihr lasst mich auch diesmal wieder wissen, wie es Euch gefallen hat!

Ein herzliches Dankeschöön auch wieder an Dax: Ganz ganz lieben Dank für dein tolles Review ! ;)

So und jetzt viel Spaß beim Lesen!

Morgaine

14.

„Warum gucken Sie eigentlich immer so angewidert, wenn ich meinen Kakao trinke?" fragte Charlie eine Woche später beim allmorgentlichen Frühstück in der großen Halle.

Snape legte sein Brötchen beiseite und rührte seinerseits genüßlich in seinem Kaffee.

„Weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass etwas, was aussieht wie…nennen wir es einfach mal „schon verdaut" schmecken kann!" sagte er trocken und nippte an seinem Kaffee.

Das Verhältnis der Beiden lief seit ihrem kleinen Gespräch im Krankenflügel um einiges lockerer als bisher. Und das Rezept dafür war eigentlich ganz einfach. Charlie erwähnte mit keinem Wort das „Bad" und versuchte ihre Gedankengänge unter Kontrolle zu halten, während Snape, so schwer es ihm auch fiel, es unterließ sie ständig wegen ihrer Tollpatschigkeit aufzuziehen. So lebten sie mittlerweile in Eintracht miteinander und genossen es, sich gegenseitig hin und wieder mit kleinen Spitzelein aufzuziehen.

Umständlich schmierte sie ihr Brötchen zuende. Ihr Arm war immernoch nicht abgeheilt, was selbst Poppy wunderte. Schließlich handelte es sich hier ja um einen Zaubertrank, der bisher bei jedem gewirkt hatte.

Charlie hatte dabei schnell abgewunken und war mit einem schulterzucken und einem Grinsen aus dem Krankenflügel verschwunden. Sie hatte Angst gehabt, es könnte daran liegen, dass sie ja nunmal gar nicht in diese Welt gehörte und es deshalb nicht wirkte.

„Ihr Kaffee sieht ja auch sooo UNGEMEIN gut aus! Wir Nicht-Kaffee-Trinker nennen so was gewöhnlich „Durchfall"!" spitzelte sie zurück und beobachtete aus dem Augenwinkel seine Reaktion darauf.

Welche auch nicht ausblieb.

Snape prustete in seinen Becher und selbst Minerva, ihres Zeichens Kaffeefanatiker, sah etwas echauffiert drein.

„Charlie!", schimpfte die Alte, „Musste das jetzt sein?" angewidert schob sie ihren eigenen Becher eine Armlänge beiseite.

„Sorry." Grinste sie, obwohl es ihr für Minerva nicht wirklich leid tat. Auge um Auge…und so weiter.

Bruch!!! Die Tür zur großen Halle öffnete sich mit einem lauten Knall.

„Der Waldschrad" kommentierte Snape trocken nachdem er kurz aufgeblickt hatte.

„Oh, Hagrid!" Charlie drehte sich um. Snape sah sie kritisch an.

„Oh, Hagrid?" äffte er sie nach. „Was ist denn bloß los mit Ihnen? Sie treiben sich seit einer Woche fast jeden Tag mit diesem Riesenbaby herum!" giftete er.

Charlie zog provokant eine Augenbraue nach oben. „Eifersüchtig?" fragte sie trocken woraufhin sie nur ein kurzes prägnantes Schnauben als Antwort bekam.

„Dacht ich's mir doch!" kommentierte sie schmunzelnd und stand vom Tisch auf um Hagrid zu begrüßen.

„Guten Morgen! Und wie sieht's aus? Hast du's bekommen?" flüsterte sie und führte den Riesen um den Lehrertisch vorbei, hinein in einen der Korridore.

Der Riese schnaubte. „Ja. War aber n hartes Stück Arbeit, das kann ich dir sagen!"

„Ich danke dir" sie klopfte ihm, auf Zehenspitzen stehend, auf die Schulter. „Und wo steht es?"

„Bei mir hinter der Hütte. Dumbledore hat mir geholfen es da hin zu stellen. Obwohl ich immer noch nicht weiß, wie du das machen willst, mit deinem Arm und so."

Charlie zuckte mit den Schultern. „Das ist nicht das erste Mal, dass ich das mache. Wird schon schief gehen! Kannst du es mir heute Mittag auf die Wiese stellen?"

„Na klar!" er zwinkerte ihr zu. „Für so eine hübsche Dame wie di-"

„Guten Morgen, Hagrid!" Snape war um die Ecke gekommen und begrüßte den Wildhüter dermaßen freundlich, dass Charlie schon zweifelnd vorsichtshalber einen Schritt zurücktrat.

„Guten Morgen, Professor Snape." Antwortete Hagrid deutlich unsicher. Man konnte ihm ansehen, dass er am liebsten jetzt sofort verschwunden wäre.

„ Wie kommen wir denn zu Ihrem seltenem Besuch hier im Schloss?" fragte er süßlich woraufhin Charlie schon die Augen verdrehte.

„Ms Berg hat mich gebeten, etwas für sie zu erledigen." Sagte der Wildhüter reichlich eingeschüchtert.

„So…so…", murrte Snape. „Wo wir gerade davon reden…" er wendete sich zu Charlie, „…die vierte Klasse wird heute zwei Unterrichtsstunden mit mir verbringen."

„Auf einmal?" fragte sie kritisch.

Er sog grübelnd die Luft ein. „Ja!"

Charlies Augen verengten sich zu Schlitzen. „Sie haben gelauscht!" flüsterte sie.

„Ich hab keine Ahnung, wovon Sie reden Ms Berg." Snape fasste sich theatralisch an die Brust und sah sie schockiert an.

„Sie fieser Grummelpeter!" schnarrte Charlie. „Sie haben gelauscht! Sie wissen genau, dass ich heute etwas mit den Schülern vorhatte!"

„Und ich hatte vor, mit ihnen in der zweiten Stunde einen kleinen Test zu schreiben!" schnarrte er zurück. „Mhm…was da wohl wichtiger ist…" sagte er nachdenklich. „Eine Leistungskontrolle oder ein Ausflug auf die Wiese?"

Er kratzte sich in Gedanken vertieft am Kinn. „Wir können da ja Dumbledores Meinung hinzuziehen."

Charlie biss die Zähne aufeinander. Diese miese Fledermaus! So großzügig Dumbledore auch war, mit Sicherheit würde er einer Leistungskontrolle vorziehen…

Wahrscheinlich würde er sogar sagen, dass das mit ihrem Arm sowieso eine blöde Idee…

Moment mal!

Ha! Das war's!!! Rache ist süß!!

„Ok, sie können die Klasse haben. Aber nur unter einer Bedingung!" grinste sie.

Snapes Augen verengten sich. „Und die wäre?" fragte er vorsichtig.

„Sie begleiten die Schüler und mich morgen zu meiner Unterrichtsstunde auf die Wiese!"

„Das ist keine Bedingung, das ist eine Zumutung!" raunte Snape entsetzt.

Charlie zuckte unbeteiligt mit den Schultern. „So oder gar nicht!" setzte sie trocken hinzu.

Er musterte sie eingehend. „Von mir aus." Seufzte er schlussendlich.

„Gut!" grinste Charlie zufrieden. „Dann, Morgen auf der Wiese, Hagrid! Und Danke !" sie schüttelte dem Riesen die Hand. „Und Ihnen viel Spaß bei ihrer kleinen Prüfung!" rief Charlie und verschwand hinter der nächsten Biegung des Korridors.

Sie musste sich das breite Grinsen, dass versuchte ihre Mundwinkel mit aller Macht an sich zu reißen, fast mit Gewalt verkneifen, als sie auf dem Weg in ihre Räumlichkeiten war. Morgen würde ein lustiger Tag werden!

Eine Horde Schüler kam ihr entgegen und grüßte sie freundlich.

„Guten Morgen!" trällerte sie. „Ach, Mr Weasley!" sie winkte die Zwillinge heraus und bedeutete ihnen, näher zu kommen. „Heute, zweite Stunde Snape, er will einen Test schreiben, also stecken Sie noch mal schnell ihre Nasen in die Bücher! Und weitersagen!" flüsterte sie wie ein kleines Schulmädchen den Beiden entgegen.

„Auch den Slytherins?" fragte George, oder Fred, wer auch immer.

Charlie zuckte mit den Schultern. „Das ist ihre Sache!" zwinkerte sie und verschwand in ihren Räumen.

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„RUHE!" schnarrte Snape als er die Tests verteilte.

Ein Raunen ging durch die Klasse. Komischerweise guckten die Slytherin schockierter über den Überraschungstest als die Gryffindor…

„Sie haben eine halbe Stunde um die Fragen zu beantworten und wenn ich sage ENDE, dann heißt das ENDE! Haben wir uns verstanden, Mr Weasley?" zischt er.

Die Zwillinge grinsten ihn dümmlich an. „Jawohl Sir!" riefen sie und salutierten dabei.

Snape verdrehte die Augen. „Zehn Punkte Abzug für Gryffindor!" sagte Snape trocken wobei der Effekt, den er eigentlich haben wollte, nämlich ein echauffierter Gesichtsausdruck der Zwillinge, kurioserweise ausblieb.

„Anfangen!" rief er und setzte sich an sein Lehrerpult.

Was hatte Ms Berg nur vor? Zugegeben, er hatte gelauscht. Schließlich kam es nicht alle Tage vor, dass sie sich mit dem Wildhüter konspirierend in irgendeine Ecke verzog. Irgendetwas hatte sie doch vor…

Gedankenversunken führte er seine Kaffeetasse an die Lippen, stoppte aber, als er dessen Inhalt sah…

Verdammt, diese Frau konnte ihm auch wirklich alles vermiesen!

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Nächster Tag. Gut gelaunt schritt Charlie den Korridor entlang und klopfte gegen Snapes Tür. Es war Mittag und ihre Stunde sollte in wenigen Minuten anfangen.

„Wer stört?" hörte sie von drinnen eine brummige Stimme.

„Immer die gleiche!" flötete Charlie.

„Uhmm.." machte die Stimme hinter der Tür.

„Sein Sie bloß nicht zu enthusiastisch!" sagte sie als sich die Tür endlich öffnete und Snape vor ihr stand. Sein Blick verriet ihr gleich, dass er das Abkommen von Gestern schon jetzt bereute.

„Kann's losgehen?" fragte sie grinsenderweise.

„Undbedingt." Antwortete er trocken und folgte ihr durch das Schloss hinauf auf die Ländereien Hogwarts'.

„Wo sind ihre Schüler?" fragte Snape nach einer Weile.

„Schon auf der Wiese." Antwortete Charlie knapp.

Sie schritten eine Weile nebeneinander her ohne ein Wort zu sagen.

Die Sonne schien in gedämpften Herbsttönen durch die braun und goldgefärbten Blätterdächer der Bäume und der Kühle Wind wehte ihnen in den Rücken.

„Was für eine Art Versuchskaninchen spiele ich denn in ihrem Unterricht?" fragte Snape irgendwann kritisch.

„Lassen Sie sich überraschen." War das Einzige, was sie darauf antwortete.

Von Weitem konnte man schon die tratschenden Schüler hören, die sich über irgendetwas riesig freuten.

„RUHE!" rief Snape fast schon automatisch ,obwohl er noch niemanden sehen konnte, was ihm einen fiesen Seitenblick Charlies einbrachte.

„Schon vergessen? Das ist jetzt MEINE Klasse!" sagte sie betont langsam.

„Wenn Sie sie nicht unter Kontrolle haben?" sagte Snape schon fast unschuldig.

„Bei mir dürfen sich meine Schüler noch freuen!" giftete sie zurück.

Snape schnaubte. „Unterricht ist nichts lustiges!" antwortete er überzeugt.

Charlie grinste. „Wetten?"

Die Beiden erreichten endlich die Wiese mit den Schülern. Besagte inspizierten gerade ein großes Objekt, das mitten auf dem nassen Rasen stand.

Snape stoppte abrupt, als er erkannte WAS dort stand.

„Das kann nicht Ihr ernst sein!" raunte er.

„Doch!!" lachte sie. „Darf ich vorstellen: Ein 1950-iger Mercury Custom. Ok, vielleicht nicht mehr ganz so schön wie vor 50. Jahren aber immerhin…"

„…ein AUTO!!!" beendete Snape den Satz für sie.

„Genau!" schmunzelte Charlie.

Snape trat einige große Schritte nach vorn.

„Sind Sie denn total bekloppt?" bellte er. „Was schleppen Sie hier ein Auto an??"

„Hey, ich bin Muggelkundelehrerin!" verteidigte sich Charlie amüsiert, „und was gibt es Muggligeres als ein Auto? Na kommen Sie!"

Charlie nahm den immernoch total geschockten Snape beim Arm und drückte ihn mit sanfter Gewalt Richtung Auto.

„Weiß Dumbledore davon?" raunzte er ihr zu als sie dem metallernen Gefährt immer näher kamen.

„Ob sie's glauben oder nicht, er hat Hagrid sogar geholfen, es hier her zu bringen!" antwortete sie belustigt.

Snape verdrehte die Augen. „Warum frag ich überhaupt?"

„Hallo Ms Berg! Toller Schlitten!" begrüßten die Weasley-Zwillinge sie mit glitzernden Augen. „Professor Snape." Sie nickten dem Tränkemeister grinsend zu.

„Übertreiben Sie es nicht!" mahnte er die Beiden mit bitterbösem Blick.

Als sie endlich das Auto erreicht hatten, pfiff Charlie ihre Klasse zusammen.

„Hallo ihr Lieben! Herzlich Willkommen zu einer eher außergewöhnlichen Muggelkunde Stunde! Wie ihr alle wahrscheinlich schon erraten habt, ist dies hier ein Auto! Ich dachte mir, wir haben schon so viel über Automotoren geredet, jetzt sollten wir auch mal einen in Aktion erleben, oder nicht?"

Einheitlicher Beifall und Jubelschreie der Schüler beider Häuser ertönte.

„Professor Snape war so lieb", Charlie musste sich ein Lachen verkneifen, als Snape bei dem Wort „lieb" eine Grimasse zog, „ uns heute bei dieser Stunde behilflich zu sein."

Sie umrundete das Auto bis sie an der rechten Seitentür stand.

„Da mein Arm leider immernoch nicht abgeheilt ist, wird er Ihnen heute vorführen, wie man so einen Wagen fährt."

Mit einer einladenen Geste öffente sie die Tür und bedeutete dem Professor einzusteigen.

Snape rührte sich keinen Milimeter. „Ich glaub' Sie spinnen!" giftete er und kreuzte vielsagend die Arme übereinander. „In meinem Leben werde ich NICHT in so ein Ding reinsteigen…geschweige denn fahren!"

Charlie grinste. „Oh…Sie haben doch nicht etwa….Angst?" fragte sie provokant.

Einige Schüler fingen an zu kichern.

Fragend hob Charlie eine Augenbraue.

Der Tränkemeister zog die Brauen zusammen und stapfte entnervt auf die geöffnete Tür zu.

„Dafür werden Sie noch büßen" murrte er beim Einsteigen.

„Auf Ihren Stolz ist doch immer verlass!" griente Charlie als sich Snape, mit dem Kopf zuerst, umständlich in das Auto quengelte.

Sie umrundete das Gefährt und stieg selbst auf der Beifahrerseite ein.

„Sie giftspritzende Hexe!" zischte Snape mit dem Blick auf die vielen Schalter und Knöpfe vor ihm. „Wie stellen Sie sich das eigentlich vor? Glauben Sie im Ernst, ich wäre schon einmal Auto gefahren?"

Charlie zuckte mit den Schultern. „Sie vielleicht nicht, ich aber schon! Keine Angst, ich pass schon auf Sie auf!"

„Sie schaffen es nicht mal auf sich selbst aufzupassen!" raunzte er.

„Na..na!" mahnte sie ihn streng. „Waren wir uns nicht darüber einig, diese Themen in Zukunft zu vermeiden?" fragte sie fast mütterlich.

„Das war, bevor sie mich gezwungen haben, in diese Sadinenbüchse zu steigen!" erwiderte er.

„Ach kommen Sie! Hören Sie auf!" winkte sie ab. „Darf ich mal?"

Beherzt griff sie Snape zwischen die Beine.

„WAS MACHEN SIE DA???" rief er schockiert.

Charlie fand den kleinen Hebel, den sie unter dem Sitz gesucht hatte und zog einmal kräftig daran, sodass Snape samt Sitz einige Zentimeter nach hinten rutschte.

„Beruhigen Sie sich, ich stelle nur den Sitz ein!" lachte sie während sie das Fenster runterkurbelte. „So, alle Schüler da vorn aus dem Weg, wir fahren jetzt los!"

Die letzten Schüler die interessiert über der Motorhaube hangen kuschten gehorsam aus dem Weg.

„So." wendete sie sich wieder ihrem Fahrer zu. „Bitte anschnallen, Herr Kollege." Sie legte ihren Gurt um und beobachtete amüsiert aus dem Augenwinkel wie Snape sie dabei genau observierte und es ihr dann erst nachtat.

„Jetzt den linken Fuß auf die Kupplung!" kommandierte sie.

„Wohin?" fragte Snape schon leicht gereizt.

Dafür wird sie sowas von bezahlen!!!, dachte er bei sich.

Charlie stöhnte. „Auf. Die . Kupplung. Das klein Pedal vor ihren Füßen auf der linken Seite!…Ja genau! Schön durchdrücken! Und jetzt den rechten Fuß auf die Bremse…das ist das Pedal in der Mitte!" erklärte sie.

„Wie viele verdammte Pedale hat das Ding denn noch??" fragte Snape bissig.

„Sein Sie nicht so grantig!" erwiderte sie ruhig. „All ihre Schüler hören zu!" sagte sie zuckersüß.

Snape schnaubte und presste seinen rechten Fuß auf das Bremspedal.

„Und jetzt drehen wir den Zündschlüssel um!" sie zeigte auf den silbernen Schlüssel, dessen strassbesetzter Plüschanhänger ruhig hin und her schaukelte.

Snape umfasste den besagten Schlüssel.

„Gut. Und jetzt drehen!" befahl Charlie.

Der Tränkemeister atmete noch einmal tief durch und drehte dann den Schlüssel.

Das komische metallerne Gefährt in dem er saß erwachte auf einmal zum Leben. Der Schreck, der ihm dieses plötzliche tiefgrollende Geräusch einjagte, versuchte er mit einem verächtlichen Schnauben zu überspielen.

„Das haben sie fein gemacht!" sagte Charlie begeistert.

„ „Fein"?", wiederholte Snape verächtlich und schaute sie dabei pikiert an , „Bin ich Ihr Schoßhund oder was? Reden Sie gefälligst vernünftig mit mir!" bellte er in dem Versuch die Unsicherheit, die ihm das, unter seinen Händen vibrierende, Lenkrad verschaffte, zu überspielen.

„Ist ja gut! Entschuldigen Sie…" sagte Charlie abwehrend und löste dabei die Handbremse mit ihrem gesunden Arm."Jetzt müssen Sie die Kupplung kommen lassen."

Snape drehte sich entnervt zu ihr um, die Vene auf seiner Stirn pochte. „Bitte…was soll ich kommen lassen??"

„Die Kupplung!" gestikulierte Charlie. „Gehen Sie ein bisschen von der Bremse und nehmen Sie ihren Fuß langsam von dem linken Gaspedal."

Snape tat dies auch, wenn auch unter Aufbringung all seiner Selbstbeherrschung und merkte, wie sich das Auto ganz ganz langsam anfing zu bewegen.

„Und jetzt??" fragte er, Charlie meinte einen Hauch Panik in seiner Stimme zu hören.

„Jetzt drücken Sie mit ihrem rechten Fuß auf das Pedal ganz rechts." Erklärte sie, schwer in der Lage, ob Snapes verkrampften Gesichtsausdrucks, nicht sofort in einen Lachkrampf auszubrechen.

Er schluckte. „Und was passiert dann?" fragte er kritisch.

„Das ist das Gaspedal…wir werden dann schneller." Antwortete Charlie schulterzuckend.

„Noch schneller?" fragte ihr Fahrer bestürzt.

Charlie sah aus dem Fenster. Selbst der kleine Salamander der durch das Wiesengras huschte, war schneller als sie. „Ja. Sie brauchen keine Angst haben!" sagte sie wieder zu Snape gewandt.

„Ich habe KEINE ANGST!" schoss er wie aus der Pistole geschossen zurück und drückte mit seinem Fuß leicht auf's Gaspedal.

Sie wurden schneller. „Gu—…ach, ja, ich vergaß, ich darf Sie ja nicht mehr loben." Witzelte Charlie.

„Und in den nächsten zehn Jahren ansprechen dürfen Sie mich auch nicht mehr wenn das hier erstmal vorbei ist." Zischte er.

„Ok…von mir aus…" sagte sie leichthin. „Wir Beide wissen doch mittlerweile selbst, dass wir es nicht länger als drei Wochen ohne einander aushalten, oder?" fragte sie beschwichtigend.

„Mhm.." grummelte der Tränkemeister.

„Sag ich doch!…Und jetzt treten Sie die Kupplung noch mal durch und Schalten sie mit dem Knüppel hier neben Ihnen in den 2. Gang…also nach unten!"

„Sie werden so was von bezahlen für diese Aktion, Berg!!" grummelte Snape aufgebracht und schob den Schalthebel wütend nach hinten woraufhin das Auto einen kleinen Sprung nach vorn machte und noch schneller fuhr.

„Gut gemacht, Professor!" griente Charlie.

„Miss BERG…!!!" raunzte Snape.

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Die Muggelkundestunde im Freien entpuppte sich als äußerst amüsant. Für Charlie und die Schüler.

Snape schaffte es tatsächlich bis in den dritten Gang zu schalten.

Sie bemerkte anerkennend, dass er für das erste Mal gar nicht mal so ein schlechter Fahrer war.

Ok, hier und da sah es für sie so aus als würde er absichtlich auf einen der Weasley-Zwillinge zusteuern, worauf er jedoch grinsend beteuerte, das dem nicht so wäre.

Wohl sollte hier bemerkt werden, dass die Stirn unseres guten Zaubertränkemeisters langsam aber sicher nicht nur die üblichen Zornesfalten, sondern auch vereinzelte Schweißtropfen aufwies, die Charlie an dieser Stelle nur zu gut verrieten, dass langsam Schluss sei.

Am Ende der Stunde hatte Charlie es nicht nur geschafft, bei ihren Schülern ein geradezu aufschäumendes Interesse für Automobile zu erwecken sondern auch den sonst immer emotionslosen, abgeklärten und berüchtigten Zaubertränkemeister Hogwarts', Severus Snape mit wackeligen Knien und einer Laune weit unter den Minusgraden der Selbstbeherrschung aus dem Wagen steigen zu sehen.