Entschuldigung für die lange Wartezeit und vielen Dank für Eure vielen Klicks. Ich staune wo ihr überall herkommt!
Wer von Euch sind die Leser aus Mexico, Ungarn, Italien, China (!!!!??), Südafrika etc..
Ich würde mich echt freuen etwas über Euch zu erfahren!
Lieber Gruß in die weite Welt!
Sirisa
14. Wenn ich könnte wie ich wollte oder Schlagabtausche trauter Zweisamkeit
„Nun, was schreibt PPPPotter?"
Snape hatte das P so angewidert ausgesprochen dass mit diesem Konsonanten ein Gutteil seiner verfügbaren Spucke über den Tisch geschmettert wurde.
Hermine sah ihn angeekelt an und wich demonstrativ zur Seite aus.
„Sie werden einen weiteren Hocrux vernichten, im Ausland!" antwortete Hermine.
„In Deutschland!" belehrte sie Snape.
„Deutschland ist Ausland!" murrte Hermine.
Snape ging über ihre Entgegnung hinweg.
Der Tag war lang gewesen und er hatte keine Lust sich zu streiten.
„Sonst schreibt er nichts?"
„Sir, er kann nicht so gut schreiben!" Hermine grinste ihn mit schiefen Lächeln an und dachte an seine Gehässigkeit, mit der er Harrys Brief hatte auf den Boden fallen lassen.
Snapes Augenbrauen hoben sich halb. Hatte das vorlaute Geschöpf noch nicht genug?
„Gib mir den Brief!" Er hatte ihn gar nicht sehen wollen, diesen dummen Brief von Potter.
Er hatte selber schon alle Neuigkeiten bezüglich des Hocruxes und seines Aufenthaltsortes in Deutschland von Minerva erfahren. Er freute sich, als er Hermine schlucken sah. Das hatte sie anscheinend nicht erwartet. Es wäre für ihn ein Leichtes gewesen das Siegel vorsichtig zu öffnen, schließlich war es sein gutes Recht die Post seiner Frau zu kontrollieren, zumal sie von einem jungen Mann kam. Aber er hatte es nicht getan. Wäre sie wirklich seine Frau, überlegte er, dann hätte er in den Brief reingeguckt, aus lauter Misstrauen, aber sie war nicht seine Frau, deshalb respektierte er das eingeschränkte Briefgeheimnis seiner Wohngemeinschaft mit ihr.
Hermine machte keine Anstalten ihm den Brief auszuhändigen.
„Gib mir den Brief!" knurrte Snape deshalb noch mal.
Mit trotzigem Gesicht zog Hermine die eine Hälfte des Briefes aus ihrer Tasche und schleuderte das Pergament über den Tisch.
„Meine liebe Hermine!
Ich habe nur wenig Zeit Dir diesen Brief zu schreiben, denn alles deutet darauf hin, dass wir in den nächsten Stunden einen weiteren Hocrux finden und zerstören werden.
Allerdings müssen wir dazu England verlassen.
Betrachte diesen Brief deshalb als vorgezogene Weihnachtsgrüße.
Wenn alles gut geht werden wir trotzdem nächsten Monat in Hogwarts sein."
Snape hatte die kurzen Zeilen laut vorgelesen. Dann fuhr er prüfend mit dem Finger über die abgerissene Unterkante.
„Verfügt Potter nicht über intaktes Briefpapier oder kann er seine Eule nicht ausreichend füttern, dass sie sich an der Post vergreifen muss?"
Langsam wurde ihm die Sache zu dumm. Er war hier nicht im Klassenzimmer wo er Zettelchen auf denen „Snape ist doof" stand aus angstvoll verkrampften Schülerhänden riss.
„Potter," antwortete Hermine gereizt, „ verfügt auf jeden Fall über genug Anstand das Briefgeheimnis zu wahren!"
„Eine Frau hat gegenüber ihrem Mann lt. Zaubereiverordnung keinen Anspruch auf ein Briefgeheimnis!"
Hermine brauste auf.
„Laut Muggelgesetz hat JEDER Mensch Anspruch auf das Briefgeheimnis und ich bin muggelstämmig!"
„Dann nimm doch dein Muggelgesetz und verklage mich beim Zaubereiministerium!" antwortete Snape schlagfertig. Die Sache begann ihm Spaß zu machen, zumal Hermine von Minute zu Minute hitziger wurde.
„Ich habe es nicht nötig Sie zu verklagen. Mir steht ein Briefgeheimnis zu, denn ich bin NICHT ihre Frau!"
Snapes Lippen kräuselten sich amüsiert.
„Seit wann?" fragte er.
„Seit wann was?" antwortete Hermine irritiert.
„Seit wann bist du nicht mehr meine Frau!" Snape schien ehrlich interessiert an einer Antwort, denn er hatte den abgerissenen Brief wieder auf den Tisch gelegt und tat so als sei er betroffen.
„Ich,... ich war es noch nie und werde es auch nie!"
„Aha!" Snape wandte sich wieder seinem Buche zu doch Hermine war auf 180.
Wütend schnappte sie sich den Brief und wollte ihn einstecken.
„Den zweiten Teil," forderte Snape ruhig.
Hermines Kinnlade sackte herab.
„Bitte?"
„Den zweiten Teil!" wiederholte Snape geduldig und hielt ihr ohne von seinem Buch aufzusehen die Hand hin.
„Hab ich nicht mehr!"
Hermine kam etwas ins Schwitzen. Lügen war nie ihr Ding.
„Lüg – mich – nicht – an!"
Snape hatte den typischen Schulmeisterton angeschlagen, der jedes Lügengebilde einzureißen pflegte. Auch Hermine merkte wie ihr Herz schneller klopfte.
„Verbrannt!" presste sie zwischen den Lippen hervor.
„Warum?"
„Darum!"
Snape legte aufseufzend das Buch beiseite, faltete seine Hände auf der Tischplatte und sah Hermine streng an.
„Wenn ich jetzt könnte wie ich wollte, würde ich dich übers Knie legen!"
„Und wenn ICH könnte wie ich wollte, dann wäre ich gar nicht erst hier!" fauchte Hermine zurück.
Langsam löste sich Snapes friedfertige Abendstimmung in Luft auf und wich ernsthaftem Ärger.
„Wir können diese Farce sofort beenden, wenn Du es wünscht!" Snape deutete vielsagend Richtung Schlafzimmer und sah beeindruckt zu, wie schnell die Farbe aus Hermines Gesicht wich.
„In Anbetracht der verfahrenen Situation erhältst Du deshalb ausnahmsweise meine volle Zustimmung!"
Damit war er aufgestanden und ging um den Tisch herum.
„Komm!"
Er hatte eine Hand unter ihren Ellenbogen gelegt und versuchte sie zum Aufstehen zu bewegen.
Hermine hielt sich am Stuhl fest. Alles in ihr ging auf Abwehr.
„Fassen Sie mich nicht an!"
„Das wird schwierig!" entgegnete Snape gelassen.
Hermines Trotz schmolz dahin wie Schnee in der Sonne. Die plötzliche Nähe Snapes, sein fester Griff um ihren Arm und seine Strenge fochten ihren Aufstand nieder noch ehe er richtig begonnen hatte.
Angstvoll sah sie zu ihm auf mit Panik in ihrem Blick.
„Bitte, Sir!" wimmerte Hermine.
„Bitte, was?" fragte Snape betont sanft.
„Bitte, nicht!" Hermines Stimme zitterte.
„Sprich in ganzen Sätzen!" Snape übte gnadenlos stärkeren Druck auf ihren Arm aus um sie zum Aufstehen zu bewegen.
„Bitte, ich will jetzt nicht mit Ihnen ins....Schlafzimmer gehen.....Sir!"
„Nicht?" Snape ließ seine Stimme überrascht klingen und zog übertrieben erstaunt seine Augenbrauen hoch.
Hermine schüttelte heftig den Kopf und sah auf ihre Schuhe.
„Schade!"
Snape ließ sie los.
„Vielleicht später?"
Er hielt den Kopf schief.
Erneutes und noch heftigeres Kopfschütteln von Hermine.
„Morgen?"
Sein Kopf ging noch mehr in Schräglage.
Hermine sah auf und ihm in die Augen.
„Warum tun Sie das?"
„Ich weiß nicht was Du meinst?"
„Warum quälen Sie mich?"
„Weil verdammtes lästiges Vieh eine Pause verdient hat!"
Damit ließ er von Hermine ab, ging um den Tisch zurück zu seinem Stuhl und nahm wieder sein Buch zur Hand. Hermine starrte auf ihre Hände.
„Sir?"
Verdammt, hörte das denn nie auf?
Snape lehnte sich aufseufzend zurück und betrachtete Hermine die nun sichtlich verlegen hin und her rutschte.
Mit einem kurzen Nicken forderte er sie auf zu sprechen.
„Verdammtes lästiges Vieh, das Eichhörnchen, wieso haben Sie es?"
Snape runzelte die Stirn.
„Weil ich es gefunden habe, weil es aus seiner Höhle gefallen ist und weil es zu jung war um alleine zurecht zu kommen!"
Hermine wartete ein Minute.
„Und warum haben Sie es nicht zu Hagrid gebracht!"
„Ach Hermine!" Snape klang wirklich empört.
„Weil Hagrid es zwischen seinen riesigen Pranken zerdrückt hätte, nur bei dem Versuch es vom Boden aufzuheben."
Hermine schwieg, Snape blätterte eine Seite um.
„Professor?"
Diesmal war Snapes Seufzer lauter und genervter.
„Was?"
„Und warum hätte Ihnen das etwas ausgemacht!"
Snapes Mund klappte auf, dann klappte er wieder zu, man sah wie sehr er um eine Antwort sann.
„Du fragst zuviel, geh lieber ins Bett und....schlafe!"
Hermine stand auf. Sie lächelte scheu.
„Gute Nacht!"
„Gute Nacht; Hermine!"
Sie legte sich ins Bett und rollte sich behaglich an ihrer Kante zusammen. Sie fühlte dass er ihr heute nichts tun würde. Erstmalig war sie so entspannt, dass sie sofort einschlafen konnte.
Ihr Schlaf war endlich wieder erholsam und tief, so tief, dass sie die Hand nicht bemerkte, die sie etwas von der Bettkante wegzog, eine Winzigkeit auf ihrem Bauch verweilte, um sich dann schuldbewusst unter den Kopf eines angestrengt nachdenkenden Zaubertränkemeisters zurückzuziehen.
tbc
