A/N sry, das es so lange gedauert hat (Ich fang die Überschriften auch immer gleich an :) Dank an: kurai91, Woodgirl, np, LovelyNearly, zurückknuddel, mugenjin...heagdl ... eine bitte an alle, die die story lesen, ich freu mich immer so dolle über eure reviews, mögt ihr mir nicht diese freude machen und reviewen! bitte /mit hundeblick anseh/ wie gesagt, ich würd ich freuen :) R&R


Vierzehn

Hermine erreichte, nachdem sie erneut vor Fred geflüchtet war, die Straße in der sie wohnte. Die Häuser sahen alle etwas heruntergekommen aus, doch Hermine liebte ihre Straße.

Jemand saß vor ihrem Haus auf der Treppe, sie konnte es durch den Zaun und die lichte Hecke sehen. Überrascht war sie allerdings, dass ihr Besucher sich als Draco herausstellte. Kaum stand sie vor dem kleinen Gartentor, welches sie angebracht hatte, stand er auf und klopfte sich lächelnd den Dreck von der Rückseite seiner Hose.

„Was machst du hier?", fragte Hermine, während sie an ihm vorbei ging und die, ihr freundlich entgegen gestreckte Hand einfach übersah. Sie war nicht in der Stimmung einen jungen Mann zu empfangen, nicht, nachdem sie einen gerade hatte sitzen lassen.

„Nun, ich dachte, ich komme dich einfach mal besuchen", erwiderte er und stieg hinter ihr die Treppen hinauf.

„Woher weißt du meine Adresse?"

„Kontakte, Hermine, Kontakte." Hermine drehte sich um, hob eine Augenbraue und schloss dann die Tür auf. „Kann ich mit rein kommen?", fragte Draco vorsichtig und Hermine runzelte die Stirn. Sie kannte keinen fragenden und, im Augenblick machte er so den Eindruck auf sie, einfühlsamen Draco Malfoy.

„Seit wann fragst du, ob du eintreten darfst oder nicht?" Er warf ihr einen Blick zu.

„Ich dachte immer, so etwas tut man unter neuen Freunden, bei denen man sich noch nicht die Dreistigkeit erlauben darf und einfach mitkommt." Hermine zuckte mit den Schultern und ließ die Tür hinter sich offen stehen. „Das nehme ich als ein ‚Ja'", rief Draco in den Flur hinein, trat ein und schloss die Tür hinter sich.

„Was willst du hier, Draco?", fragte Hermine, während sie gegen ihre Küchenzeile lehnte, ein Glas mit Wasser in der Hand, Krummbein strich ihr schnurrend um die Beine.

„Dich besuchen?"

„Warum?"

„Hör auf, dumme Fragen zu stellen, du bist nicht dumm, also spiel nicht die dumme, kleine, süße Hexe." Hermine schüttelte lächelnd den Kopf und nahm einen Schluck aus dem Glas, als ihr ihre guten Manieren wieder einfielen.

„Tschuldige, willst du auch was trinken?" Draco lächelte sie an und nickte.

„Danke", sagte er, als Hermine ihm ein Glas in die Hand drückte. Hermine zog ihre Hand zurück und bemerkte, dass Dracos Finger leicht über ihre Handrückseite strichen. Sie blieb etwas unschlüssig stehen und kehrte dann wieder zu ihrem Platz an der Küchenzeile zurück, verwirrt. Draco hingegen lächelte selbstzufrieden in sein Glas hinein und hielt Krummbein, der langsam auf ihn zutapste eine Hand hin.

„Hermine, hör mal, ich wollte dich etwas fragen."

„Was denn?", fragte Hermine, die aus ihren Gedanken schreckte.

„Und zwar wollte ich dich fragen, ob du … du und Fred, seit ihr zwei wirklich nicht zusammen?"

„Wieso sollten wir?"

„Parkinson hat in der Schule mal was verlauten lassen." Hermine schnaubte.

„Du glaubst doch nicht ehrlich das, was dir diese Schlampe erzählt hatoder?" Draco hob den Blick und sah sie geradeheraus an.

„Falls es dir damals nicht aufgefallen war, aber Parkinson war meine … nun ja, nennen wir es Bettgefährtin und während wir gewisse Sachen gemacht haben, die für dein jungfräuliches Gemüt sicherlich keine Medizin sind, hat sie mir so einiges erzählt." Hermine verzog ihr Gesicht zu einer Grimasse, alleine die Vorstellung reichte, um ihr Übelkeit zu schenken.

„Ähm…ich denke nicht, dass du es dir anmaßen kannst, darüber zu urteilen, ob ich Jungfrau bin oder nicht." Scheinbar uninteressiert hob Draco den Blick, sah Hermine in die Augen, während er dem schnurrenden Krummbein über das Fell strich.

„Bist du noch Jungfrau?", fragte er beiläufig und nippte an seinem Wasser. Mit einem Knall stellte Hermine ihr Wasserglas auf die Spüle.

„Das geht dich einen feuchten Dreck an, Malfoy", fauchte sie und blitzte ihn an.

„Also bist du noch", folgerte Draco ruhig und nahm den Blick nicht von ihrem Gesicht.

„Du vergisst dich", zischte Hermine leise und verschwand aus der Küche, hinaus in ihren kleinen, durch einen hohen Baum hauptsächlich im Schatten liegenden Garten. Das Gras war grün, ein Tisch und ein Stuhl standen auf der kleinen Terrasse und Blumen tummelten sich in einem, schon beinahe winzigen Blumenbeet. Sie schlang die Arme um sich selber und versuchte die plötzliche Kälte aus ihren Knochen zu vertreiben. Krummbein war an ihr vorbeigeschossen und in einem der Büsche verschwunden, die ihren Garten begrenzten.

Was war das?, fragte die Stimme leise und Hermine zuckte mit den Schultern. Sie konnte fühlen, dass Draco die Terrasse betrat und langsam auf sie zukam. Vollkommen unvorbereitet traf sie allerdings die Tatsache, dass er vorsichtig, beinahe zögernd seine Arme um ihre Hüfte schlang, sie kurz festhielt, während er ihr ins Ohr flüsterte:

„Hör zu, es tut mir Leid. Ich bin jetzt weg. Wenn du mich brauchst, dann … ich leg dir die Adresse auf den Küchentisch." Hermine hatte die Luft angehalten, doch alles war so schnell passiert, dass die Panik, deren Quelle irgendwo in ihr versteckt war, gar nicht erst die Chance hatte, in ihr aufzukochen.


Draußen war es schon dunkel, als eine Eule gegen ihr Fenster klopfte. Hermine stand auf, zögernd, da sie nicht wusste, von wem sie war, bis sie die schneeweiße Eule erkannte. Natürlich war es Hedwig, Harrys Eule, die er schon seit dem ersten Schuljahr hatte. Hagrid hatte sie ihm geschenkt. Hermine öffnete das Fenster und ließ Hedwig herein.

„Hm, hast du mich also gefunden?", fragte sie leise die Eule und band den Brief von ihrem Bein, der, ohne Zweifel durch Harrys Hand beschriftet worden war. Hedwig klackerte mit ihrem Schnabel und sträubte ihre Federn, als wolle sie sagen: ‚Was denkst du, wer ich bin?' Hermine lächelte und faltete das Pergament auseinander.

Liebe Hermine,

ich weiß, dass wir uns erst vor ein paar Stunden gesehen haben, aber ich wollte mich bei dir bedanken. Du hast mir mehr oder weniger die Augen geöffnet. Ich habe immer gedacht, ich würde Kate wirklich lieben, aber scheinbar hattest du doch Recht, wie immer. Sie war einfach nur jemand, mit dem ich mich gut verstanden habe, allerdings…ich habe mich nie richtig mit ihr unterhalten können, soweit ich weiß, mögen die Hälfte meiner Freunde sie nicht. Hätte mich das nicht stutzig machen sollen? Nun, dank dir, Hermine, weiß ich jetzt, was ich machen muss, das Problem ist allerdings, dass ich keine Ahnung habe, wie ich es Kate beibringen soll. Immerhin, wir wollten heiraten, stell dir das mal vor Hermine, heiraten…

Hedwig findet dich, ich wusste das. Ich weiß nicht, ob du es mitbekommen hast oder ob du schon mit Ginny gesprochen hast, aber…Seamus war in den letzten Ferien öfters hier, hat sich mit ihr getroffen und so weiter. Und stell dir vor, ich war eifersüchtig. Das hätte mich schon wundern sollen, aber ich war so dumm und habe es ignoriert. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, was mit Ginny ist…und ich…ich wollte dich fragen, ob du womöglich mit Ginny reden kannst. Du bist meine beste Freundin und hast mich vielleicht vor meinem größten Fehler gerettet.

Ich hab dich lieb Hermine,

Gruß

Harry

Hermine legte das Pergament zur Seite und seufzte. Wenn Harry sich so schnell hatte entscheiden können, dann war er nie richtig in Kate verliebt gewesen. Sie hoffte nur, dass es gut ausging, dass Kate es mit Fassung nahm und nicht irgendwann vor ihrer Haustür stand und sie bedrohte.

„Krummbein, komm mein Süßer", rief Hermine, stand auf und schloss das Fenster, welches immer noch offen war. Hedwig hatte es sich auf der Gardinenstange bequem gemacht und blinzelte Hermine nun durch eines ihrer bernsteinfarbenen Augen an.

„Morgen fliegst du zurück zu deinem Herrchen", wies Hermine sie an und lächelte, als Krummbein mit einem Satz auf ihre Schulter sprang, sich festkrallte, damit er nicht runter fiel.


Ein lautes Kreischen von Hedwig weckte sie. Hermine setzte sich ruckartig auf, Krummbein fiel von ihrer Brust und fauchte mürrisch.

„Tut mir Leid, mein Kleiner", murmelte Hermine und schälte sich schlaftrunken aus den Decken, schlurfte die Treppen hinunterin die Küche, füllte etwas Wasser in eine Schale und stelle sie Hedwig auf den Tisch.

„Na nu komm schon, du schräger Vogel, hier ist Wasser für dich." Hedwig kam in die Küche geflattert, ließ sich auf dem Tisch nieder und warf Hermine einen pikierten Blick zu. Hermine scherte sich nicht drum, sondern füllte Wasser in ihren Kessel, stellte ihn auf den Herd und wartete darauf, dass das Wasser anfing zu kochen. Draußen schien die Sonne und der Himmel strahlte in einem Hellblau, welches Hermine unweigerlich an Augen erinnerte, die sie am liebsten für immer aus ihrem Gedächtnis verbannen würde.

Trotz allem riss sie die Tür auf und ließ sich, nachdem sie sich einen Tee gemacht hatte auf den Stuhl sinken, legte die Füße hoch und betrachtete den Himmel. Im Augenblick bereiteten ihr andere Sachen Sorgen. Draco war so anders und Fred versuchte unweigerlich, ihr wieder nahe zu kommen, was allerdings nicht wirklich funktionieren wollte, da die Panik immer in Hermines Brust hoch kochte. Das Leben mit dieser Panik war in Neuseeland erträglich gewesen, nachdem sie die Fronten geklärt hatte, aber wieder zurück in England, wo sich ein junger Mann um ihr Herz bemühte erschwerte sie ihr nun ihr Leben auf eine besondere Art.

Vielleicht sollte ich mich irgendwie ablenken, dachte Hermine und wunderte sich, dass die Stimme darauf nichts erwiderte, sondern schwieg.

Was sie mit Draco machen sollte, war ihr auch nicht klar. Die Nähe von ihm gestern war zwar so schnell vorbei gewesen, dass die Panik keine Chance gehabt hatte, aber Hermine hatte noch nicht einmal ein winziges Anzeichen von ihr gespürt. Wieso bei ihm nicht und wieso bei Fred. Die beiden waren unterschiedlich wie Tag und Nacht, auch wie sie mit ihr umgingen. Beide waren einfühlsam, Draco auf seine Art, Fred auf seine. Draco bedrängte sie allerdings nicht immer damit, was passiert war, Hermine bezweifelte, dass es ihm überhaupt aufgefallen war.

Fred wollte es wissen, vielleicht auch deswegen, damit er besser damit zu recht kam. Aber was würde es bringen, wenn sie ihm die Wahrheit sagte und er darüber womöglich noch austickte. Nein, das war ihr zu riskant. Mit Ginny musste sie auch noch reden, schoss es ihr plötzlich durch den Kopf und nachdem sie Hedwig auf den Weg geschickt hatte, stellte sie das Wasser der Dusche ein, drehte den Heißwasserkran weit auf und entspannte sich merklich, als ihr das, fast schon zu heiße Wasser über die Augen rann.


Ausgerüstet mit ihrer Sonnebrille, ihrer Tasche, in der seit neustem wieder eines der Zaubererbücher lag und ein paar Kleinigkeiten, die man immer mal gebrauchen konnte, saß sie an einem Tisch in Florean Fortescue's und beobachtete die Menschen, die sich ihrem Weg durch die verschiedenen Geschäfte suchten. Der Erste, der Hermine über den Weg lief, war George. Er sah seinem Bruder zum verwechseln ähnlich und nur jemand, der die Zwillinge wirklich gut kannte, wusste, wie man sie auseinander hielt.

Nach George kam Fred und Hermine wollte schon rufen, als sie es sich anders überlegte. Sie war nicht da, um mit Fred zu plaudern, sondern Ginny abzufangen und mit ihr über Harry und Seamus zu sprechen. Nach Fred kam Ron, der einen gehetzten Ausdruck auf dem Gesicht hatte und endlich, als Hermine schon an ihrem zweiten Milchkaffee schlürfte, lief Ginny an ihrem Tisch vorbei.

„Ginny", rief Hermine laut und Ginny wirbelte herum, ihr Blick glitt suchend über die Menschen hinüber und blieb an Hermine hängen, die ihre Sonnebrille abnahm.

„Hermine", flüsterte Ginny, nur um sich dann, mit einen lauten Jauchzen in die Arme ihrer besten Freundin zu werfen.