Autor:shine21

Beta: Laura

Disclaimer: Wie immer

Rating: Romance, Drama

Thanx an araglas16, senex, Krieger des Wahnsinns:-)

Sorry, aber das Ende musste sein -.-' Es kriegt sich ja wieder ein ;-) Lasst euch überraschen was ich mir für das Ende der FF überlegt habe :-D

INFO: Nun ja, es gibt Veränderungen... Yamato trifft TK, die beiden sprechen sich aus...Kenji hat einen kurzen Auftritt usw. XD


Kapitel 13

Der Neuanfang...


"Yamato, was hast du?"

Was ich habe? Hm, ich weiß nicht wie ich ihm antworten soll. Den ganzen Tag gehe ich Yagami nun schon aus dem Weg, versuche dessen Blicke krampfhaft zu ignorieren, wenn dieser mich im Unterricht verstohlen ansieht.

Anstatt mit Mimi und den anderen herumzuhängen bevorzuge ich die Nähe Tougas, der überglücklich darüber ist, dass ich ihm die Sache mit dem Kuss nicht übel nehme.

Was soll ich ihm denn antworten?

"Nichts. Ich denke nur nach. Hatte heute einen anstrengenden Tag!"

Das müsste ausreichen. Wann diese endlose Pause wohl ihr Ende finden wird?

"Touga hast du heute schon was vor?"

Das ist definitiv etwas das ich ihn nicht hätte fragen dürfen. Der arme Junge erstickt mir ja fast an seinem Brötchen.

"Nein, ich habe heute nichts vor. Warum?"

Helfend klopfe ich ihm auf den Rücken. Hätte ich gewusst, dass es an sein Leben geht hätte ich ihn nicht gefragt.

"Ach, nur so."

Zum Glück ist die Pause just in der Minute um in der Touga mich noch weiter über mein merkwürdiges Verhalten ausfragen kann.

"Wir sehen uns in der Mittagspause."

In der Mittagspause. Was soll ich tun? Essen? Wie denn, wenn Tai und Konsorten vielleicht direkt neben einem sitzen.

"Klar!"


Zu Spät zum Unterricht kommen...


Ein bekanntes Gesicht, von dem ich schon hoffte, dass es umgezogen sei oder sich zumindest eine Gesichts-OP geleistet hätte kommt auf mich zu. Ändert sich dieser Junge denn nie? Was will er andauernd von mir. Vielleicht steht wirklich irgendwo an mir, dass ich auf sozialen Kontakt aus bin. Oder doch eher asozialen Kontakt?

"Bist ja ganz alleine, Hübscher. Hatten du und Tai etwa einen kleinen Streit?"

Wie mich dieses blöde Gerede doch nervt! Einen Schlag in die Mitte und ich wäre diesen Trottel los. Ihn und seine blöde Stimme.

"Man, Junge, such dir ein anderes Hobby!"

Ich weiß zwar nicht wann mich dieser neue Mut gepackt hat, aber ich habe diese Worte doch nicht etwa ausgesprochen, oder?

"Wie war das?"

Nun ja, ich habe sie wohl ausgesprochen.

Diesmal schaue ich mich um und sehe. Niemanden. Wo sind die Leute nur, wenn man sie braucht. Mein Gehirn sagt mir, dass sie wohl im Unterricht sitzen müssen. Doch warum schwänzen sie nicht, wenn es mal sinnvoll wäre?

"Hast du noch was zu sagen bevor ich mich um dein neues Gesicht kümmere?"

Eigentlich hätte ich einiges zu sagen,dass er sich dringend einen Psychiater leisten sollte. Dass ich viel lieber ins Ausland ziehen würde, dass ich TK jetzt wohl nicht mehr sehen könnte und vieles mehr. Doch was soll ich schon großartig darauf antworten?

Das Einzige was ich tun kann. Die einzige Möglichkeit diesem Irren zu entkommen ist ihm Parole zu bieten. Was tue ich also? Genau.

"Hast du nicht einen Therapeuten zu dem du gehen kannst?"

"Du bist doch lebensmüde."

Tse, lebensmüde? Vielleicht, aber warum sollte ich mich kampflos verprügeln lassen? Also schmeiße ich mich in voller Montur gegen den etwa zwei Köpfe größeren, zwei Zentner (stark übertrieben!) schwereren Junge, schlage auf ihn ein. Plötzlich bewegt er sich und wirft mich von sich.

Na ja, einen Versuch war es wert.

"Jetzt bist du fällig!"

Doch bevor ich mich wimmernd auf dem Boden wieder finde höre ich eine, in dem Moment schon fast liebliche, Stimme von meiner Musiklehrerin. Mrs. Takata kommt zu uns gerannt, hilft mir auf.

"Alles in Ordnung Yamato?"

Dann wendet sie sich an Kenji, mustert ihn sauer und enttäuscht. Wie halt Lehrer schauen, wenn sich ihr Lieblingsschüler mit dem Raufbold der Schule prügelt, oder eher verprügelt wird.

"Kenji! Was hast du jetzt schon wieder für eine Entschuldigung? Hat Yamato dich etwa auch beleidigt?"

Hoffentlich dreht sie sich jetzt nicht zu mir um und fragt mich. Bitte nicht!

"Yamato? So etwas würdest du doch niemals tun, oder?"

Ich weiß, dass das jetzt eine Spur hinterhältig und sogar feige ist, aber besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Aus meinen kugelrunden, blauen, unschuldigen Augen sehe ich Mrs. Takata an und schüttele den Kopf.

"Du kommst jetzt mit mir Kenji! Und du Yamato, kannst zurück in deine Klasse gehen."

Wenn ich Kenjis Blicke jetzt interpretieren müsste, dann würde ich glatt sagen, dass er mich umbringen will. Toll, jetzt habe ich ihm nicht nur einen weiteren Grund gegeben, nein, jetzt habe ich es eine Stufe höher getrieben.

Vielleicht lässt er ja mit sich reden?

Sicherlich.

Na dann, auf in den Unterricht. Sich voll labern lassen mit unnützem Zeug, das einem sowieso nicht interessiert und dann gemächlich den Abgang in die eigene Traumwelt machen...eine Welt in der man die Ruhe bekommt, die einem gebührt.


Ooooooooooo


Was für ein Vormittag! So ein Stress.

Na ja, vielleicht mache ich mir diesen Stress in erster Linie selbst, aber zu knapp 40 sind es die Auswirkungen von Leuten wie Yagami und Kenji, die mir diese Kopfschmerzen bereiten.

Nun sitze ich mit Touga, Shin und Heiji am Tisch und stochere in einem Gematsche aus Kartoffeln, Fleisch und Karotten herum. Das passende Essen für einen gelungenen Tag.

"Ich bin heute alleine. Meine Eltern sind weg und meine Schwester ist bei einer Freundin."

Nebenbei höre ich Touga zu, der von seinen Eltern und ergo sturmfreier Bude erzählt. Doch keiner der Jungs hat heute Zeit um zu ihm zu kommen.

"Und du Yama? Kommst du?"

"Muss zu meiner Mutter. Großes Familientreffen."

Dann sehe ich ihn. Yagami kommt mit Mimi, Sora und den anderen in die Mensa, schaut sich um und als sein Blick auf mich fällt, ruht er auf mir.

Wieso? Wieso kann er sich nicht in Luft auflösen?

Er kommt zu mir. Will er reden? Was will er sagen? Sich entschuldigen? Wieder einmal? Hat er denn nicht gemerkt, dass jede Entschuldigung fehl am Platze ist?

Bevor er jedoch bei mir ankommt stehe ich auf, lasse mein Essen links liegen und verlasse den Saal in die entgegengesetzte Richtung. Von Weitem höre ich nur wie sich Touga mit Yagami über irgendetwas zu streiten scheint.

Unwichtig.

Ich laufe direkt in die Aula und setzte mich auf die Bühne, versuche mein immer schneller pochendes Herz zu beruhigen. Als Touga herein kommt, sich neben mich setzt, sagt er nichts. Schweigt und sieht mich besorgt an. Ein Kopfschütteln von mir ist meine einzige Reaktion darauf und er belässt es dabei auch, wenn es auch nur für eine kurze Zeit ist. Bald müsste ich ihm alles sagen. Doch mir ist nicht klar, dass es schon sehr bald sein würde. Das habe ich einfach im Gefühl.


Oooooooooo


Dann ist er endlich da. Der Moment an dem ich mit meinem Vater zum Haus meiner Mutter fahre.

Man sieht uns beiden an, dass wir mit gemischten Gefühlen dort hin gehen. Nun, wieder einmal wie schon sooft, stehe ich vor dem Haus meiner Mutter. Doch diesmal nicht um es zu beobachten. Nein, diesmal mit der Absicht hinein zu gehen. Bin ich lebensmüde?

Doch bevor ich einen Rückzieher machen kann, steht mein Vater schon vor der Haustür und klingelt. Jetzt gibt es kein Zurück!

Es ist meine Mutter, welche die Tür öffnet, leicht lächelt und dann ihren Blick zu mir wendet. Wie in einem dieser Schnulzenfilme in denen die Kinder nach langer Zeit ihre vermissten Eltern wieder sehen. Nur, dass das hier die bittere Realität ist. Meine Realität, der ich am liebsten den Rücken kehren würde.

Genauso wenig wie ich merke, dass meine Mutter auf mich zu kommt und mich umarmt, merke ich, dass ich anfange zu weinen. Denn meine Wange wird nass, ebenso wie mein Hemd. Viel zu gebannt schaue ich die Frau vor mir an und erkenne ihre blonden lange Haare, ihre blauen Augen und ihr liebevolles Lächeln, was ich als Kind von ihr in Erinnerung hatte. In meinem tiefsten Innern habe ich sie vermisst, auch, wenn ich es durch mein kaltes und verschlossenes Verhalten immer versteckt habe. Dieser Wunsch, dass meine Eltern sich nie hätten scheiden sollen.

Ich erwidere ihre sanfte Umarmung, spüre ihren Atem an meinem Nacken, höre ihre entschuldigenden Worte an meinem Ohr. Doch wozu Entschuldigungen? Ist es dafür nicht mittlerweile zu spät?

"Es ist schön dich wiederzusehen Yamato. Du bist groß geworden."

Der typische Satz. Jedoch kriege ich keine dieser typischen Erwiderungen heraus. Mein Mund ist trocken. Doch bevor ich antworte, sehe ich eine weitere Person an der Tür stehen. TK. Er unterhält sich mit meinem...unserem Vater und sieht dann zu mir.

Es vergehen bestimmt ein paar Minuten bis einer von uns den Anfang macht und es ist nicht TK. Ich bin es, der zu ihm geht, langsam und mit geneigtem Kopf. Als ich vor ihm stehen bleibe bekomme ich nichts anständiges heraus, nur einen dieser Klischeesätze. Wie erbärmlich.

"Du hast dich sehr verändert, Kleiner."

TK, kommt zu mir, bleibt nah vor mir stehen und schaut auf mich herab. Mein kleiner Bruder, der mittlerweile größer als ich ist. Dann greift er plötzlich meinen Kragen und zieht mich zu sich, sieht mich wütend an.

"Warum? Warum hast du dich nicht blicken lassen. Warum hast du nicht mit mir geredet und warum hast du es nicht für nötig gehalten mir zu sagen wer du bist, als du hier vor unserem Haus warst?"

Jetzt ist es TK, dessen Gefühle ihn einfach überrennen. Also hatte er es die ganze Zeit geahnt. Hatte nur darauf gewartet, dass ich zu ihm komme, mit ihm spreche, den ersten Schritt mache. Sind denn all meine Entscheidungen falsch, die ich treffe?

Sein Griff löst sich und er nimmt mich in den Arm, drückt mich. War ich denn wirklich die ganze Zeit so egoistisch nicht zu merken, dass auch TK an der Trennung zu leiden schien. Ich habe nur an mich gedacht, an das was ich fühle, wenn wir uns wiedersehen. Dabei war es für ihn mindestens genauso schwer.

"Es tut mir leid. Ich hatte Angst. Angst davor wie du reagieren würdest."

Er löst sich von mir, sieht mich aus seinen grünblauen Augen an.

"Gehen wir hoch in mein Zimmer. Wir haben viel zu bereden."

Ein kurzer Blick zu meinen Eltern verrät mir, dass auch sie viel zu bereden haben und am Ende dieses Treffens würden wir wahrscheinlich alle im Salon zusammen sitzen und uns Dinge von den vergangenen sieben Jahren erzählen, die eigentlich gar nicht mehr von Wert für uns wären. Denn nur die Gegenwart ist das, was relevant ist und das, was vielleicht aus diesem Treffen hervorgehen würde.

Ein Neuanfang.


Oooooooo


Als ich in TKs Zimmer komme bleibt mir erst der Mund offen. Diese ganzen Plakate? Nein es sind keine Plakate, es sind Fotos. Fotos von mir und der Band.

Er hat es also die ganze Zeit gewusst und er war auch auf dem Herbstkonzert.

"Ich war auf jedem deiner Auftritte mit den Teenage Wolves"

Er kommt auf mich zu und setzt sich neben mich auf sein Bett. Dann legt er seinen Kopf auf meine Schulter.

"Onii-chan, ich habe dich all die Jahre nicht aus den Augen gelassen. Von Leuten aus deiner alten Schule habe ich auch den Grund erfahren warum du umgezogen bist..."

Wie lange habe ich dieses ,Onii-chan' nicht mehr gehört. Ich fand es immer so süß, wenn mich mein kleiner Bruder so genannt hat, und jetzt? Nun ja, ich muss zugeben, dass ich es vermisst habe. Aber wenn er wirklich alles wusste, weiß, das ich mich verändert habe, warum hat er sich nie gemeldet?

"Du weißt also, dass ich wegen einem Jungen in den ich verliebt war die Schule gewechselt habe? Warum hast du dich dann nie bei mir gemeldet?"

Es ist eigentlich eine unberechtigte Frage. Da ich selbst nicht mutig genug war mich ihm zu stellen. Doch es scheint so als hätten wir beide unsere Gründe gehabt.

Sein Kopf liegt weiterhin auf meiner Schulter und er kuschelt sich nun regelrecht an mich.

"Ich habe kein Problem damit, dass du schwul bist. Ich habe mich aus dem selben Grund nicht bei dir gemeldet wie du!"

Hatte er wirklich Angst vor meiner Reaktion? Aber...

"Ich dachte, dass ich Schuld an dem Ganzen bin. Dass du dich nicht bei mir meldest weil du mich hasst und nicht mehr sehen willst!"

TK lässt mich los und umfasst meine Schultern, so, dass ich ihn ansehen muss.

"Ich war sieben Jahre alt! Mein Bruder und mein Vater sind einfach so weggegangen und ich war allein. In einem Winkel meines Herzens habe ich dich dafür gehasst, doch. Ich habe mich dann dazu entschlossen alles zu tun um dich nicht zu vergessen."

"Deswegen habe ich mich immer wieder über dich informiert, wollte wissen was du tust. Auch wenn du mich hasst, so wollte ich nicht dieselben Gefühle für dich empfinden."

All die Jahre bin ich so dumm gewesen. Habe nicht gemerkt wie weh ich anderen Menschen tue. Immer habe ich nur gedacht, dass ich derjenige bin der leidet, doch im Grunde genommen war ich es, der den Menschen um mich herum Schmerz zugefügt hatte. Vielleicht geschieht es mir ja dann ganz recht, dass bei mir in den letzten Wochen, Monaten alles so schief läuft.

"Ich hasse dich nicht. Ich habe dich nie gehasst. Es war nur meine Feigheit und meine Illusion, dass du mich nicht mehr sehen willst. Mich vergessen hast."

Endlich ist alles offengelegt. Nun wird es keine Missverständnisse mehr geben.

Ich weiß nicht wie lange wir noch in TK' s Zimmer gesessen und geredete haben.

Er erzählte mir von den letzten sieben Jahren. Dass er anfangs sehr schüchtern gewesen wäre, es aber dann doch geschafft hätte neue Freunde zu finden. Basketball wäre seine große Chance gewesen sich aus seiner, sich selbst auferlegten Einsamkeit zu reißen.

Bis er anfing über Yagamis Schwester zu reden und somit wieder alte Wunden aufzureißen. Nun gut es waren einen Tag alte Wunden, aber Wunden!

"Kari hat mir erzählt, dass ein Yamato Ishida mit ihrem Bruder Tai in eine Klasse gehen würde. Ich habe ihr aber nicht erzählt, dass du mein Bruder bist."

Aha, Yagamis Schwester war also mit meinem kleinen Bruder liiert. Irgendwie finde ich das komisch. Wir Ishidas haben wohl einen Hang zur Selbstzerstörung. Aber ich muss zugeben, dass Kari einen, trotz ihrer Redseeligkeit, netten Eindruck auf mich gemacht hat. Aber das hatte Yagami nach einer Zeit auch.

"War gut so! Ich möchte nicht unbedingt sehr viel mit ihm zu tun haben."

Nie wieder sehen, ihn vierteilen und an die Haie verfüttern würde es wohl eher treffen, aber das muss TK ja nicht unbedingt erfahren.

"Hast du am Wochenende Zeit?"

"Sicher. Wieso?"

TK schaut mich verlegen an und steht auf.

"In zwei Tagen ist das Basketballturnier in unserer Schule so gegen 14 Uhr. Mein Team spielt gegen das der Haiba Oberstufe...und ich wollte...ich meine..."

Ich soll ihm beim Spielen zuschauen, ihn anfeuern? Warum geniert er sich nur so? Natürlich komme ich. Auch, wenn mir das alles eigentlich viel zu schnell geht. Das sieht alles so toll aus, macht den Anschein als wäre alles wieder in Ordnung doch...

Ich habe Angst, dass das, was jetzt noch so toll erscheint jeden Moment wie eine Seifenblase platzt. Es scheint fast so, als ob mich gleich eine Panikattacke nach der anderen überkommt.

"Klar komme ich. Ich bin kurz vor zwei an deiner Schule."

Vielleicht habe ich es genau dafür gesagt, damit mein kleiner Bruder mich glücklich ansieht, sich freut.

Hm, ja nur deswegen.


Oooooooo


Die Stunden vergehen und am Ende des Tages sitzen wir wirklich wie eine große glückliche Familie zusammen im Esszimmer und reden. Doch man merkt jedem von uns seine Unsicherheit an, das Gefühl dem jeweils anderen etwas vorzumachen. Keiner kann sieben Jahre ungeschehen machen. Erst recht nicht diejenigen, die diese Trennung zu verschulden hatten.

Sicherlich habe ich mir schon oft Gedanken über das Warum gemacht. Warum sich Eltern scheiden lassen, warum sie entgegen dem Wohl der Kinder handeln, die ihr Entscheidung nicht verstehen können...wollen. Ich habe mir immer selbst die Schuld gegeben, habe in mir die Ursache für alles gesehen.

Doch mittlerweile bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass nicht ich oder TK die Schuldigen waren, sondern das Auseinanderleben meiner Eltern. Sie konnte und wollten nicht mehr miteinander leben. Ich beginne es zu verstehen.

Ich beginne zu verstehen, dass sie es nur getan haben um uns nicht noch mehr zu schaden. jedoch haben sie nicht gemerkt, dass sie genau das Gegenteil damit bewirken.

Das Einzige, das ich nicht verstehe ist die Tatsache, das sie erst zwei Kinder in die Welt setzen bevor sie sich im Klaren sind, dass sie eigentlich gar nichts gemein haben, gar nicht zusammen leben können. Persönliche Indifferenzen als Ursache für eine Trennung, die mein und das Leben meines Bruders geprägt hatten. Während ich mich in die Musik und meinen Sarkasmus geflüchtet habe, hat mein Bruder den Sport gewählt.

Er hat die bessere Wahl getroffen. Die offenere.

Aber warum noch weiter darüber grübeln. Für alles gibt es eine Lösung. Einen Ausweg und vielleicht sind wir ja alle bereits dabei eine Lösung zu finden.

Eigentlich hoffe ich es. Inständig.


Oooooooooooo


Die große Stunde des Abschieds rückt näher und ist schließlich da. Ich stehe mit meinem Vater an der Tür, großes Schweigen tritt an die Stelle der zuvor noch so rege andauernden Redseligkeit. Wir umarmen uns, versprechen, dass wir uns bald wiedersehen und uns öfter treffen werden.

Ein typischer Abschluss eines nur zu typischen Treffens, doch etwas ist anders. In TK' s Augen sehe ich, dass das alles keine leeren Versprechen waren sondern voller Ernst. Zumindest mein kleiner Bruder hat die feste Absicht mich nicht mehr so schnell gehen zu lassen. Irgendwie beruhigend.

Es wird sich noch zugewunken und als ich mich von dem Haus abwende und nach vorne sehe, bleibt mir zuerst mein Herz stehen. Mein Vater ist noch an der Tür und beredet etwas mit meiner Mutter und ich?

Ich stehe geschockt, hilflos vor jemanden den...

"Yama-chan..."

...ich töten will. Langsam, grausam, schmerzvoll.

Da habe ich doch glatt vergessen, dass Mr. Ich- will- dein- Freund- sein Yagami hier um die Ecke wohnt. Außer, dass mein Herz stehen geblieben ist. Mein Adrenalinspiegel so hoch ist, dass ich auf der Stelle nach vorne springen und ihn erwürgen könnte, geht es mir noch regelrecht gut. Ich atme tief ein, sehe zu meinem Vater und rufe ihm etwas zu.

"Ich warte zu Hause, Dad."

Dann...

...renne Ich davon. Wieder renne ich vor jemandem weg. Wie soll ich das bloß Dad erklären?

Vor einem Einfamilienhaus komme ich stehen.

Takenouchi

Jetzt laufe ich auch noch direkt zu Touga. Toll.

Es brennt Licht! Vielleicht ist er da. Wenn ich schon einmal da bin, kann ich auch anklopfen.

"Yama-chan was machst du denn hier?"

Ich..ich...ja was mache ich hier eigentlich? Vielleicht, weil ich jemanden brauche mit dem ich reden kann und Touga der Einzige ist, der dafür in Frage kommt?

"Ich...ich brauche...einen Freund. Jemanden zum reden..."

Anstatt mich abzuweisen weil ich nur sinnloses Zeug daher rede, zieht er mich rein und ich finde mich in seinem Zimmer wieder. Er geht kurz raus, lässt mich allein. Als ich mich umsehe fallen mir die vielen Fotos auf. Fotos von einem Jungen und Touga. Dann wieder Fotos auf denen der Junge in einem Trikot und mit einem Fußball abgebildet ist. Dieser Junge muss ihm sehr wichtig sein, wenn er so viele Fotos von ihm hat.

Ich merke gar nicht wie ich aufstehe und mir eines der Fotos genauer ansehe. Drei Personen sind darauf abgebildet. Touga, der fremde Junge und...

Yagami? Sie sehen alle drei so glücklich aus. Als wären sie sehr gute Freunde.

Was ist nur aus ihnen geworden, dass Touga so schlecht auf Yagami zu sprechen ist?

"Leg das Foto wieder zurück!"

Touga sieht wütend aus, doch nach einem kurzen Moment kommt er zu mir, nimmt mir das Foto aus der Hand und legt es zurück.

"Es tut mir leid, aber..."

Jeder hat Geheimnisse und ich sollte ihn nicht dazu zwingen sie mir offen zu legen.

"Schon in Ordnung. Jeder hat Geheimnisse."

Er führt mich zu seinem Bett und deutet mir mich hinzusetzen, dann drückt er mir ein Glas Wasser in die Hand und setzt sich neben mich.

"Jetzt zu dir. Warum bist du hier? Du verhältst dich schon den ganzen Tag so merkwürdig"

Merkwürdig? Das ist eine passende Bezeichnung für das was ich durchmache.

Ich weiß nicht wieso ich das tue was ich gerade tue, aber ich lehne mich an Touga, schließe meine Augen und seufze. Dann beginne ich zu erzählen.

Von dem gestrigen Tag, von dem Kuss und Yagamis Abfuhr. Von meiner großen Familien-Reunion und all den verstauten Gefühlen in mir, die mich langsam aufzufressen drohen.

"Du musst mich jetzt für ein ziemliches Weichei halten."

Kein Weichei. Er lacht mich nicht einmal aus. Doch habe ich das wirklich erwartet. Nein, ich bin zu Touga gegangen weil ich genau wusste, dass er mich verstehen würde.

Er drückt mich fest an sich, murmelt etwas.

"Er tut es immer wieder. Immer wieder verletzt er andere..."

Aber? Was hat Yagami nur für Leichen im Keller, dass Touga ihm gegenüber von Anfang an so misstrauisch war?

"Auch auf die Gefahr hin, dass ich deine Situation nur wieder ausnutze, sage ich dir gleich, dass ich nicht anders kann und entschuldige mich gleich bei dir."

Was? Er entschuldigt sich bei mir? Was hat er denn jetzt wieder vor.

Die Antwort darauf kann ich mir selbst geben. Er hebt mein Kinn an, beugt sich zu mir und gibt mir einen Kuss. Was vielleicht wie ein Zwang aussieht ist definitiv keiner! Es gefällt mir. Ich brauche ihn, diese Nähe, dieses Gefühl der Geborgenheit.

Auch, wenn ich in den Tiefen meines Herzens immer noch Gefühle für Yagami habe. Nur ihn küssen, nur von ihm in den Arm genommen werden will so habe ich just in dem Moment den Entschluss gefasst, Touga eine Chance zu geben. Vielleicht um mir etwas zu beweisen, oder Yagami zu verletzen.

Wer weiß das schon? Dass ich im Begriff bin ihn auszunutzen. Sollte ich nicht so ehrlich sein und ihm das sagen?

"Touga. Hör auf. Ich würde dich nur ausnutzen..."

Das reicht. Mehr geht nicht. Mehr kann ich ihm nicht sagen. Warum lässt er mich nicht los. Warum macht er weiter? Öffnet mein Hemd...

Seine sanfte Stimme gibt mir die Antwort darauf.

"Dann nutze mich aus..."


TBC


So das wars. Mehr geht nicht. Die Stelle war aber zu gut zum Aufhören.

Das nächste Kapitel wird nicht ins Detail gehen aber das heißt nicht, dass Matt und Touga nicht, na ja, ihr wisst schon ;-P Sorry dass Tai nicht zum Zuge kommt aber das wird noch ein bisserl dauern. Jetzt muss er erst mal ein bisschen leiden XD

Im nächsten Kapitel:

Mimi redet mit Yama

Tai redet.

Tougas Geheimnis wird gelüftet.

Mal sehen ob das alles in ein Kapitel passt. Ich und meine Enden...