Hällö! Kleine Info zu meinem Upload-Rhythmus: Zukünftig kommen die neuen Kapitel Dienstag, Donnerstag und Samstag. Ich muss reduzieren, das echte Leben holt mich ein =)

Zu diesem Kapitel: Die von euch, die die "MISSION"-Reihe von JulikaNovalis kennen, werden hier bestimm das eine oder andere Mal etwas zu Grinsen haben. Weil ich aber nicht halb so gut schreibe wie sie, versuche ich, wieder ein bisschen von der Schiene runter zu kommen.

Lasst mir ruhig ein paar Vorschläge (Review oder auch PM) da, wie ihr euch vorstellen könntet, wie die Geschichte weiter geht!

Und nun viel Spass!


Hermine war betrunken, aber so was von extrem betrunken. Die Party am Grimmauldplatz Nr. 12 zur Feier des Untergangs des dunklen Lords hatte am Samstag nach Weihnachten stattgefunden. Nein, fand immer noch statt.

‚Huh, Hermine, du solltest aufhören zu trinken!'

‚Aber *hicks* das is so söön!'

‚Du bist aber betrunken.'

‚Nö, gar nisch.'

Sie wunderte sich darüber, dass offensichtlich ein Teil ihres Gehirns immer noch völlig nüchtern war und wankte durch das Wohnzimmer Richtung Küche, um noch etwas von Mollys unwiderstehlicher Kürbispastete zu holen.

Die Party war absolut berauschend.

Alle Ordensmitglieder waren versammelt, alle Weasleys, einzelne Mitglieder der DA und natürlich: Das goldene Trio! Von dem eigentlich niemand mehr in der Form sprach, seit Hermine den entscheidenden Kampf verpasst hatte, aber ihr war das egal.

Der Alkohol floss in Strömen, es war wahrscheinlich niemand im ganzen Haus nüchtern, die Musik dröhnte magisch verstärkt im Wohnzimmer, dass einem fast das Trommelfell platzte und alle waren bester Laune. Zumindest soweit Hermine das beurteilen konnte.

Harry und Ginny tanzten gerade total unpassend zu einem Rock-Song und steckten sich gegenseitig die Zunge in den Hals. Ron und Lavender schienen den grossen Sessel mit ihrem Bett verwechselt zu haben, doch glücklicherweise waren sie beide immer noch vollständig bekleidet, weswegen man ihre Aktivität wahrscheinlich als „Trockenbumsen" bezeichnet hätte.

Auch Albus und Minerva gaben ein eher brechreizerregendes Paar ab. Hermine konnte nicht verstehen, warum es alten Menschen erlaubt war, derart offen ihre Sexualität zu leben. Zumindest war auch hier noch jedes Kleidungsstück einigermassen da, wo es hingehörte. Einigermassen.

Tonks, Luna und Neville schienen ein Spiel zu spielen, das stark an „Wahrheit oder Pflicht" erinnerte, aber Hermine wollte es eigentlich gar nicht so genau wissen, weil sich Tonks in genau dem Moment zu Luna beugte und sie leidenschaftlich küsste. Neville schaute dabei verzückt zu.

Draco Malfoy und Charlie Weasley diskutierten gerade leidenschaftlich darüber, wer von ihnen beiden den peinlicheren Vater habe, wobei Draco mit „Meiner trägt einen blonden Zopf, Aaalter!" definitiv im Vorsprung war. Dean Thomas und die Zwillinge gesellten sich dazu und das Gespräch verwandelte sich in eine Art wilden Kosakentanz.

Hermine machte, dass sie in die Küche kam. Sie schlug die Tür hinter sich zu und lehnte sich mit geschlossenen Augen dagegen.

Phuu! Hey, hier drin war die Musik ja gar nicht so laut. Das war ja ein praktischer Zauber, den musste sie unbedingt mal lernen. Sie lehnte an der Tür und fühlte, wie sich der Boden unter ihr ein bisschen bewegte, aber es schien besser zu werden, drum machte sie die Augen auf.

Und blickte direkt in Sirius' belustigt funkelnden grauen Augen.

„Was haben die denn mit dir gemacht, dass du flüchtest?" fragte er grinsend, doch Hermine war nicht zum Scherzen zu Mute.

Denn Sirius war nicht allein.

Offensichtlich hatte sich das Universum gegen sie verschworen. Eine andere Erklärung gab es nämlich nicht dafür, dass Sirius hier mit Severus Snape und Remus am Tisch sass und Karten spielte. Sie seufzte. Eigentlich hatte sie gehofft, Severus weiterhin aus dem Weg gehen zu können, was ihr in Hogwarts bisher ganz gut gelungen war. Nun gut, es waren auch Ferien, aber trotzdem.

Und dann musste sie ihm auch noch begegnen, wenn sie dermassen betrunken war.

Sie straffte die Schultern.

„Gu'n Abend, die Herr'n." Oh scheisse, das klang definitiv zu betrunken. Sie räusperte sich.

„Was machen Sie'n da?" Naja, immerhin etwas besser.

Lupin sah sie besorgt an, doch Sirius begann zu lachen.

„Oh Herms, bist du etwa betrunken?"

Hermine blinzelte.

„Nöö, gar nisch! Isch hab nur'n ganz kleines Biss… Bich… Bisss-schen Alkohol gehabt!"

Entrüstet sah sie, wie Sirius sich vor Lachen auf die Schenkel klopfte und auch Remus langsam anfing zu grinsen.

Der Einzige, der die Situation offensichtlich genauso wenig lustig fand wie sie, war Severus Snape. Der starrte sie dafür mit einem undurchdringlichen Blick an.

„Was is'?" schnappte Hermine. Oh oh, Inside-voice, Herms, das weisst du doch!

Severus zog eine Augenbraue hoch.

„Ja, das könn'Sie, was? Kucken, das kann er" stiess Hermine hervor. Lupin wischte sich die Tränen aus den Augenwinkeln und schob ihr dann einen Stuhl hin.

„Los, Herms, setz dich, bevor du noch umkippst."

Wütend griff sie nach der Stuhllehne, verpasste sie aber um einige Zentimeter und taumelte nach vorne. Ziemlich unelegant plumpste sie auf den Stuhl. Merlin, sie hatte sich doch gar nicht setzen wollen!

Warum war sie nochmal in die Küche gegangen?

Das schien sich Lupin auch zu fragen.

„Hermine, nochmal: Was ist da draussen los, dass du flüchtest?"

„Pastete" nuschelte Hermine. Sie fühlte sich grad wie in Watte gepackt, so warm und weich und ohne Sorgen. Sie streckte sich auf dem Stuhl und grinste glücklich. Hach, das Leben war schön!

Severus Snape schien das nicht so zu sehen. Er funkelte sie an, erst recht jetzt wo sie so dämlich zu grinsen begann. Konnte sie nicht einfach wie früher unter seinem Blick zusammenzucken und dann verschwinden?

Warum? Warum musste das ausgerechnet ihm passieren? Sie war seine Schülerin, Herrgott nochmal, da konnte er doch nicht zulassen, dass sie ihm in dem Masse im Kopf herumgeisterte. Wenn er ihr wenigstens aus dem Weg gehen könnte.

Severus seufzte, als er daran dachte, dass am Montag die Schule wieder losginge, und er sie dann unterrichten müsste.

Lupin warf ihm einen kurzen, besorgten Blick zu. Der Werwolf betrachtete Severus inzwischen als Freund (was für diesen völlig unverständlich war) und merkte genau, dass da etwas nicht in Ordnung war. War in dem Keller bei Malfoy vielleicht doch etwas mehr passiert, als der Tränkemeister erzählt hatte?

Sirius kümmerte sich überhaupt nicht um die Stimmungsschwankungen von Snape. Seit der Krieg vorbei war hatten sie sich nicht mehr in die Haare gekriegt, und bei den beiden wollte das schon etwas heissen. Es schien, als wären die alten Streitigkeiten beigelegt, aber weder Sirius noch Snape hatten die Illusion, dass sie beide Freunde werden würden. Leben und leben lassen.

Nein, Sirius war es im Moment vollkommen egal, was in den Köpfen der Anderen vorging, alles was er denken konnte war, wie sexy Hermine aussah. Die Haare vom Tanzen leicht zerwuschelt, die Wangen gerötet, der relativ kurze Rock war ziemlich weit über ihre Oberschenkel nach oben gerutscht, als sie sich vorhin hatte auf den Stuhl fallen lassen. Der weisse Pulli lag enge an ihrem Körper an und liess ihre Kurven mehr als nur erahnen.

Sirius leckte sich unbewusst über die Lippen. Wäre doch gelacht, wenn er es nicht schaffen würde, eine betrunkene Hermine in sein Bett zu kriegen.

Er rückte seinen Stuhl etwas näher zu ihrem und fragte, ob sie Lust hätte, mitzuspielen. Hermine war erst etwas verwirrt, weil sie sich gerade vorgestellt hatte, wie das Schloss die Todesser frass und dann laut rülpste. Doch als Sirius' Frage bis in ihr benebeltes Hirn vorgedrungen war, bejahte sie begeistert. Was konnte es besseres geben, als betrunken Karten zu spielen?

(Die Logik von Betrunkenen Leuten muss sich uns nicht erschliessen, glaube ich, aber sollte jemand von euch das hier betrunken lesen, sagt mir doch Bescheid, ob es für euch auch so viel Sinn macht wie für Hermine.)

0o0

Als Hermine aufwachte, dröhnte ihr Kopf. Sie fühlte sich, als hätte jemand aus Spass vier rollige Kater in ihren Kopf gesperrt, die alle eine Katzendame rochen und mit ihrem „Gesang" zu beeindrucken versuchten. Merlin, was für ein Lärm! Und dann war ihr auch noch schlecht.

Stöhnend rollte sie sich nach links, doch sie kam nicht weit. Sie prallte gegen einen anderen Körper.

Hermine riss die Augen auf. Sofort war das Katzengejammer um das zehnfache stärker und sie schloss sie gepeinigt wieder. Doch sie hatte genug gesehen. Es gab nur einen Menschen, der so lange, schwarze, zugegebenermassen zottige Haare hatte.

Verdammt, was war letzte Nacht passiert?

Da hörte sie eine Stimme:

„Miss Granger, hören Sie auf, sich so zu wälzen, sonst schmeisse ich Sie aus dem Bett."

Hermine erstarrte. Das war eindeutig von rechts gekommen.

Vorsichtig drehte sie nur den Kopf zur Seite und versuchte erneut, die Augen zu öffnen. Unter den Lidern hervor sah sie direkt in die schwarzen Augen von Severus Snape. Sie wimmerte vor Schmerz und Überraschung und schloss die Augen wieder.

„Das klingt sehr begeistert. Hier, trinken Sie die."

Sie fühlte, wie er ihr zwei Phiolen in die Hand drückte. Ohne die Augen zu öffnen richtete sie sich ein Stück auf und lehrte beide. Die erste schmeckte gewohnt bitter, wie die Verhütungstränke dies so an sich hatten, der andere war irgendwie süsslich, was ihr gleich wieder die Übelkeit in Erinnerung rief. Lustigerweise war die mit einem Schlag vorbei, ebenso das Katzengejammer.

Erleichtert liess Hermine sich wieder aufs Bett fallen. Diese Katertränke waren einfach spitze.

„Danke" murmelte sie und gab Severus die Fläschchen zurück. Der stellte sie auf den kleinen Tisch neben dem Bett.

Moment, wo war sie eigentlich? Vorsichtig setzte sie sich wieder auf. Ihr Zimmer konnte es nicht sein und soweit sie wusste war der Tränkemeister nicht am Grimmauldplatz einquartiert. Das hiess, sie mussten in Sirius' Räumen sein. Aber wie zur Hölle war sie hier gelandet.

„Miss Granger, ich meine es ernst. Entweder Sie legen sich jetzt wieder ruhig hin, oder ich schmeisse Sie raus. Und dann werden Sie wahrscheinlich niemals erfahren, was sich gestern Abend hier wirklich abgespielt hat."

Hermine bemerkte, dass sie eigentlich viel zu müde für seine Machtspielchen war, also legte sie sich wieder hin. Sie schloss resigniert die Augen.

Was war da bloss geschehen?