Summary: Xover Charmed und Harry Potter: Eine Vision von Phoebe führt die Mächtigen Drei nach England. Doch ist ihr Unschuldiger wirklich so unschuldig wie sie denken?

Disclaimer: Weder Charmed noch Harry Potter gehören mir; ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte. Es macht einfach nur Spaß:-) Also bitte verklagt mich nicht – es gibt bei einer armen Studentin sowieso nichts zu holen ;-)

Note: Hi! Ein weiteres Update... und diesmal bin ich mit dem Kapitel auch ganz zufrieden. Ein bisschen Leo und Matt, ein bisschen Phoebe und Sirus... ein bisschen Romantik. Ja, so muss das laufen!

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Ich widme dieses Kapitel Paradisa! Alles Gute zum Geburtstag!

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Ansonsten… ja… ich danke euch natürlich wie immer für die Reviews! Ihr wisst ja, wie das ist! Es geht runter wie Öl, pusht das Ego und motiviert zum Schreiben!


Heart's Desire

Kapitel 14

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"Trust men and they will be true to you; treat them greatly, and they will show themselves great."

(Ralph Waldo Emerson, US essayist & poet (1803 - 1882))

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Vertrauen

Piper, Phoebe und Wyatt waren schon zu Bett gegangen. Sirius war noch wach. Er saß auf der Couch im Gemeinschaftsraum... vor sich hingrübelnd.

In Zeiten wie diesen, war sein Körper entspannt, sog die Wärme und Gemütlichkeit in sich auf. Gedanklich war da immer die nicht ganz so irrationale Angst, dass das bald wieder vorbei sein könnte. Dann wäre es wieder eine kalte vor sich hinfaulende Zelle und der Terror, den die Dementoren Tag für Tag brachten...

So war die Entspannung also niemals vollkommen und anstatt in der wohligen Atmosphäre des Abends aufzugehen dachte er an die verfahrene Situation mit Phoebe. Inzwischen wollte er unbedingt mit ihr reden und herausbekommen, warum sie immer wieder aneinander eckten. Aber es war nicht leicht. Das Anschweigen und Austauschen beißender Bemerkungen war schon zur Gewohnheit geworden...

Er seufzte, weil er wusste, dass er sich gedanklich schon wieder im Kreis drehte. Mit einem letzten Blick Richtung Feuer stand er auf. Wenn er auf der Couch einschlief, wäre das nur Nährboden für einen weiteren Streit.

Als er schließlich das whitelighter-typische Geräusch eines Glockenspiels hörte, war er schon in seinem Zimmer. Nur die Tür war noch offen. So kam es, dass er den Eindringling sah, bevor dieser ihn bemerkte.

„Halt", sagte er, als der Mann die Hand auf die Tür legte, die zu Pipers und Phoebes Zimmer führte. Er wirbelte herum, erkannte Sirius und entspannte sich. „Sirirus Black."

Sirius nickte. Kein Grund, es zu leugnen, wenn der andere es offensichtlich wusste. Was überraschender war, war, dass er nicht gleich nach der Kavallerie rief, um den bösen Irren hinfort zu nehmen... aber gut, beschweren würde er nicht. „Und wer bist du?"

„Leo Wyatt, Pipers... Ex-Ehemann und..."

„Wyatts Vater, ja ja." Sirius winkte ab. „Wieso bist du hier? Ich wusste nicht, dass ihr noch Kontakt habt."

„Hatten wir auch nicht. Bis jetzt... Ich wollte sie nur... sehen..." Leo fühlte sich offensichtlich unwohl, das mit einem Fremden zu diskutieren.

Aber Sirius nickte nur und meinte: „Nur zu!" Es sah aus, als wollte er zurück in sein eigenes Zimmer, um sich endlich in Morpheus Arme fallen zu lassen, doch dann fiel ihm etwas ein. „Kennst du einen Matt Bennett?"

„Nein, wieso?"

„Er ist ein Wächter des Lichts, deswegen."

Leo zog die Stirn in Falten. „Und er ist hier?"

Sirius nickte. „Uh-Uh."

„Aber wir haben keinen Whitelighter nach Hogwarts geschickt!"

„Hm... wahrscheinlich nicht. Er sagt, er kommt aus der Zukunft."

„Ah... ist das so? – Ruf ihn bitte her!"

Ja, Sirius erkannte eine Anweisung, wenn er sie hörte. Und auch, wenn er bisher nur Phoebe und Piper zugesehen hatte, wenn sie Matt riefen und es selbst noch nicht getan hatte, schaute er nach oben und rief leise aber bestimmt nach Professor Bennett.

Es dauerte eine Minute, dann orbte sich ein eindeutig aus dem Bett kommender Matt zu ihnen. Er trug ein langärmliges Shirt, gestreifte Schlafanzughosen und war barfuss. Als er sich rematerialisierte, stieß er ein eloquentes „Hmpf" hervor. Erst als er Leo sah, schien er aufzuwachen. Er fuhr sich mit den Händen über das Gesicht. „Hi Leo! ... Sirirus!"

„Du", sagte Leo. Er hatte die letzten Wochen gerätselt, wer der Unbekannte auf der Golden Gate Bridge gewesen war. Aber er hatte es nicht herausbekommen. Und jetzt stand er vor ihm.

„Ja, ich!... also, womit kann ich euch dienen?"

„Zum Beispiel mit einer Antwort darauf, wer du bist und was du in unserer Zeit zu suchen hast!"

Matt rollte mit den Augen und plumpste in einen Sessel. „Matt Bennett, sehr erfreut. Und ich bin hier, um ein paar Sachen auszubessern. Die eigentliche Frage ist aber doch, wieso die Ältesten nichts von mir wissen, nicht wahr?"

Leo nickte.

„Dabei solltest gerade du wissen, dass die Ältesten nicht in allem die letzte Instanz sind."

Der Älteste wusste zwar, dass Bennett Recht hatte, aber... „Das beantwortet immer noch nicht die Frage, wieso du hier bist."

„Ich schätze nicht", erwiderte Matt unbefangen. Er grinste kurz, als Leos Blick noch ein Stück ernster wurde. Dann seufzte er und hob beschwichtigend die Hände. „Schau, Sirius hat dir von mir erzählt. Wenn er weiß, dass ich aus der Zukunft bin, wissen es die Schwestern offensichtlich auch... Und wenn sie mir genug vertrauen, um mich hier frei herumlaufen und Kinder unterrichten lassen, kannst du es dann nicht auch tun?"

Und schon wieder: Das war kein schlechter Punkt. Dennoch... Leo verschränkte die Arme. „Und wieso vertrauen sie dir?"

„Wie du dich vielleicht erinnerst ist eine deiner Schwägerinnen eine Empathin."

Leo nickte. In Ordnung. Wenn Phoebe seine Absichten so geprüft hatte, würde er wohl vorerst nicht einschreiten.

Als es schien, als würde Leo ihn akzeptieren, lächelte er – innerlich mehr als erleichtert – und wechselte das Thema. „Du bist hier, um Piper zu sehen?"

Leo nickte erneut, zögerlicher diesmal.

Matts Lächeln verwandelte sich in ein Grinsen. Wäre er ein kleines Mädchen gewesen, hätte er wohl erfreut in die Hände geklatscht. „Gut!", rief er stattdessen aus. „Dann lasse ich dich mal tun, was du tun musst und verschwinde wieder in mein Bett! Bye Leo, bye Sirius!"

Leo und Sirius schauten einen Moment verwundert auf die Stelle, an der eben noch Matt gewesen war.

Dann meinte Leo: „Irgendwann ist mir entgangen."

„Wäre gut möglich", stimmte Sirius zu.

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Am nächsten Morgen marschierte Matt mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht in die Große Halle.

Sein Dad war wieder da! - Er hatte sich für seine Mum entschieden! - Chris würde geboren werden! - Ha!

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Am Gryffindortisch starrte Harry Piper erstaunt an. „Ich... weiß nicht, was ich sagen soll, Miss Halliwell... Sind Sie sich sicher?"

Hier, er hatte ihr die Möglichkeit gegeben, es sich anders zu überlegen.

Aber Piper lächelte nur weiter und Phoebe, die ihre große Schwester kannte, verkündete: „Harry, sie ist sich immer sicher! – Aber selbst, wenn sie es nicht wäre, ich bin es auch! Und es wäre toll, wenn du die Weihnachtsferien bei uns verbringen würdest!"

Der Junge sah von einer Schwester zur anderen. „Wirklich?"

Ron stieß ihn von der Seite an: „Jetzt sag schon ja, Harry!" Hermione nickte zu seinen Worten.

Harry sah von Ron und Hermione wieder zu den Halliwells. Sie schauten ihn erwartungsvoll an.

Ihm wurde warm ums Herz. „Es wäre mir eine Freude."

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Später am Tag war Phoebe mit den Kindern in der Bibliothek, als Padfoot zu ihnen kam. Wie er an Madame Pince vorbeigekommen war, wusste sie nicht. Harry jedenfalls war begeistert, ihn zu sehen.

Phoebe fand es ungewöhnlich, dass er zu Harry kam, während sie da war. Was war aus ihrer stillschweigenden Übereinkunft geworden einander aus dem Weg zu gehen? Ihr Blick wurde dementsprechend fragen, als der Hund zu ihr aufschaute.

Das Tier leckte ein letztes Mal Harrys Hand, kam dann zu ihr und stupste sie an. „Ähm, ich geh mal kurz mit ihm raus, macht ihr ruhig weiter."

„Okay."

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Padfoot hielt erst an, als sie vor Coles' Bild standen. Phoebe sagte das Passwort und sie gingen hinein.

Padfoot verwandelte sich zurück.

„Also, was ist los?"

„Wir müssen reden, Phoebe."

Sein ernster Tonfall verhieß ein richtiges Gespräch. Darauf hatte Phoebe keine Lust... nicht mit ihm, jedenfalls. Und deshalb spielte sie die Dumme. „Aber wir reden doch jeden Tag..."

„Wenn wir reden, geht es immer nur um die Ratte Wormtail... alles andere, was wir tun, ist streiten... und selbst, wenn es um Wormtail geht, sind wir nicht einer Meinung... Phoebe, ich möchte nicht mehr streiten."

In einer süßlichen Stimme, die eigentlich so ganz und gar nicht die ihre war, antwortete sie: „Ah, du möchtest mir also uneingeschränkt Recht geben, um das in Zukunft zu vermeiden? Wie lieb von dir!"

Sie sah, wie Sirius um Kontrolle rang... und scheiterte. „Was ist verdammt noch mal los mit dir! – Ich kenne dich! Du bist nicht so!"

Jetzt wurde ihr Tonfall kalt. „Ach ja... und woher weißt du das?" – Innerlich zuckte sie zusammen. Mit dieser Frage hatte sie das ernste Gespräch eingeleitet, dass sie nicht wollte. Und sie wusste, dass sie ihm erklären würde, warum sie wütend war. Mist!

„Du hast es mir selbst gesagt. Jeden Abend unten am See, als du noch nicht wusstest, wer ich war! - Ist es das? Siehst du meine wahre Schuld und hasst mich deswegen?"

Oh... da war tatsächlich richtiger Schmerz. Phoebe schluckte. Dagegen würde sie etwas unternehmen müssen. Erstmal jedoch: „Unten am See... das ist das ganze Problem hier, Sirius! Du hast jeden Abend da unten gesessen und dir meine intimsten Gedanken angehört! Hättest du dich jemals zu erkennen gegeben, wenn es nicht durch Zufall passiert wäre? – Das ist der Grund, weshalb ich dich so behandele, wie ich es tue! Ich rede mit dir, wenn es ‚ums Geschäft' geht und ich lasse dich links liegen, wenn es nicht so ist! Weil es meine Pflicht ist, meinen Unschuldigen zu beschützen... aber nicht zu dem Mann nett zu sein, der mich so gedemütigt hat... Ich kannte dich nicht und du hast zugelassen, dass ich dir alles erzähle! Alles!" Und es war wirklich so. Sie hatte über Cole gesprochen, über Prue, ihre Mum, Victor, Piper und Leo... und das zu jemandem, den sie nicht kannte, der sonst was mit ihren Worten anfangen konnte. Wie sollte sie ihm da jemals vertrauen können?

Sirius sah aus, als hätte sie ihm aus dem Nichts eine Ohrfeige verpasst: Absolut überrascht. Er fasste die aufgebrachte Frau vorsichtig an den Händen und führte sie zur Couch. Sie setzte sich und er ging vor ihr auf die Knie. Er sah zu ihr auf, in ihre braunen Augen und versuchte ihr die Ehrlichkeit seiner nächsten Worte zu vermitteln. „Niemals... niemals würde ich dein Vertrauen missbrauchen. – Ich weiß auch, dass du es mir gar nicht gegeben hast. Alles, was du getan hast, war deine Gedanken einem Tier zu offenbaren. Du wusstest nicht, dass ich es bin. – Und ich wusste nicht, was passieren würde, als ich dich das erste Mal da sitzen sah. Aber du sahst allein aus. So allein, wie ich mich fühlte. Und gerade, dass du nicht wusstest, wer ich war, war für mich die Möglichkeit wieder etwas zu spüren. Denn jedes Mal, wenn du mich hinter den Ohren gekrault oder mir durch das Fell gefahren bist, bin ich ein Stück weiter erwacht. Und dafür werde ich dir ewig dankbar sein, Phoebe. Du hast mir meine Gefühle zurückgegeben. – Nach Azkaban... ich hätte ewig mit nichts als dem Gedanken an Rache herumlaufen können und es hätte mich nicht gestört! Aber du warst freundlich und liebevoll... du hast mir all das gezeigt, was ich dachte nie wieder erfahren zu können und was Azkaban aus mir herausgesaugt hatte..." Seine Finger begannen kleine Kreise auf ihrem Handrücken zu malen. „Was du getan hast, hat mir gezeigt, wer ich bin. Aber zusammen mit deinen Worten über dich und deine Familie... du hast mir gezeigt, wer du bist! Und du bist ein so wunderbarer Mensch, Phoebe! Wirklich... ich... niemals.. ich würde niemals das, was du zu Padfoot am See gesagt hast gegen dich verwenden. Ich schwöre es dir bei allem, was mir heilig ist."

Nicht ein einziges Mal hatte er während seiner kleinen Ansprache den Blick von ihr abgewandt und Phoebe, die gleichzeitig mit ihrer Empathie nach ihm gegriffen hatte spürte nichts als Aufrichtigkeit, Dankbarkeit, Sorge und... Liebe.

Finger wischten sanft die Tränen von ihren Wangen.

Phoebe hielt die Hand fest und küsste die Innenfläche.

Sirius zog seine Hand zurück, hielt sie nah an seinem Herzen.

Phoebe lächelte durch ihre Tränen hindurch und Sirius nickte.

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