Alte Bekannte

Zip gähnte und streckte sich, als er hinunter in die Haupthalle kam. Er blickte zur Wanduhr, die ihm verriet, das es kurz nach halb acht war.

…Knapp vier Stunden geschlafen…Naja, wenigstens etwas…

Es war kein Wunder, das er letzt Nacht schlecht schlafen konnte, immerhin ging ihm verdammt fiel im Kopf herum und er hatte bis in die Tiefe Nacht noch am PC gesessen und versucht etwas, über Laras verbleib, heraus zu finden. Doch es war alles vergebens gewesen.

Er ließ den Blick durch die Halle schweifen und wurde abrupt betrübt. Niemand war da. Normalerweise war immer jeder vor ihm wach, doch seit gestern lief sowieso alles nur noch drunter und drüber.

Das Feuer glimmte nur noch im Kamin, weshalb es kühl war an diesem Morgen. Zip ging schnurstracks durch die Halle zum Tech-Raum, um weiter zu machen, doch plötzlich hörte er Schritte. Abrupt drehte er sich um und erblickte Kurtis.

Er war bereits in voller Montur und kam wahrscheinlich gerade aus der Küche.

,,Hey…" grüßte Zip und drehte sich zu ihm.

Kurtis blickte auf, denn er hatte gerade seine Boran X in dem Schultergurt verstaut: ,,Hey…"

,,Du siehst erledigt aus, Alter…" bemerkte Zip, ,,…hast du wenigstens ein Auge zu gemacht?"

Kurtis blickte den Computerfreak an: ,,Was glaubst du denn?" Sein Blick war leer und seine Augen leicht glasig, da er wirklich fertig war.

Zip wusste, das Kurtis letzte Nacht nicht geschlafen hatte und versuchte ihn wenigstens etwas auf zu muntern, obwohl er wusste, das es nichts bringen würde: ,,Als ich eben aus dem Fenster geblickt habe, da hat es geschneit."

,,Ja?" fragte Kurtis.

Zip nickte: ,,Der Schnee bleibt liegen."

Kurtis nickte knapp und setzte dann seinen Weg fort. Er ging zur Garderobe und nahm seine Jacke.

,,Du brichst gleich auf, was?" meinte Zip dann, da er fand, das der ohnehin schon schweigsame Kurtis, heute noch schweigsamer war als sonst.

Kurtis nickte auch nur und griff ans Schlüsselbrett neben der Haustür.

,,Du wirst sehen, das alles wieder in Ordnung kommt." sagte Zip und steckte die Hände in seine Hosentaschen. Er wusste, das Kurtis mehr als bedrückt, über die gestrigen Ereignisse war. So gut kannte er seinen Kumpel inzwischen, um zu wissen, das Kurtis sich Vorwürfe machte.

Abermals nickte Kurtis: ,,Ich hoffe du behältst recht…" er drehte sich noch einmal zu Zip um, ,,…Bis später."

Zip nickte nun auch und sah zu, wie Kurtis Croft Manor verließ…

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Mit fragendem Blick hatte er den Wagen auf dem Parkplatz vor dem Museum geparkt und war ausgestiegen.

Er sah viele Menschen vor dem Museum und ging, durch den knöchelhohen Schnee, darauf zu. Zip hatte recht damit, denn es hatte letzte Nacht wirklich geschneit.

Nach einigen Metern erkannte er einige Polizeifahrzeuge direkt vor dem Eingang.

Auch ein Absperrband war vor der Menschenmenge und hinderte diese daran in das Museum zu gehen. Die Leute redeten durcheinander, als Kurtis sich durch sie hindurch, nach vorne, schlängelte. Er verstand nur ein paar Wortfetzen von Mord und Tod und das irgendwie Professor Kingsley etwas damit zu tun hatte.

Nach weinigen Sekunden stand Kurtis direkt vor dem Absperrband und vor ihm standen Polizisten. Männer mit Polizeimarken gingen in das Museum und kamen wieder raus. Ebenso wie die Beamten von der Spurensicherung mit ihren Ganzkörperkondomen, den Hazmat-Anzügen.

Kurtis fragte sich noch immer, was passiert war und wusste, das er jetzt nicht so ohne weiteres in das Museum spazieren und ein Schwätzchen mit dem Kurator halten konnte, denn die Beamten würden ihn wieder zurück schicken. Aber er musste doch endlich herausfinden, wer Lara entführt hatte. Verdammt, sie war jetzt schon fast vierundzwanzig Stunden weg und Kurtis wusste nicht, ob sie noch lebte. Es machte ihn wahnsinnig, er musste jetzt da rein.

Gerade hatte Kurtis überlegt, sich zum Rand das Absperrbandes zu schleichen und dann irgendwann, wenn der Zeitpunkt günstig war, rein zu huschen, denn die anderen Eingänge waren jetzt sicher auch verschlossen. Er wollte dies auch tun, doch plötzlich kam jemand von der Spurensicherung heraus und hatte ein Kleidungsstück in einer Plastiktüte. Er trug es zu einem Wagen legte es hinein und ging wieder in das Museum.

Kurtis stockte und wurde weiß wie Kreide im Gesicht, den es war ein braunes Oberteil mit langen Armen und er kannte es. Dieses Kleidungsstück hatte Lara gestern getragen. Doch was ihn so stocken ließ, war das es Blutgetränkt war.

Kurtis´ Atmung beschleunigte sich und er schluckte. Es fiel ihm wie Schuppen von den Augen und er konnte es kaum fassen.

Lara…Oh nein!…Dann warst du gestern die ganze Zeit hier?…

Ein schreckliches Gefühl machte sich in Kurtis breit, denn er wusste nun, das Lara sicher hier gewesen war, als er gestern den Professor besucht hatte. Dann, auf einmal wurde er ganz kribbelig, denn wenn die Leute recht hatten mit ihrem Getuschel über einen Mord, dann konnte es vielleicht Lara sein.

Kurtis wusste, das er da schleunigst rein musste. Er wollte endlich Gewissheit haben. Er wollte endlich wieder zu Lara, denn von ihr getrennt zu sein, tat einfach schrecklich weh.

Kurtis ging los, um seinen Plan in die Tat um zu setzten…

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Er schlängelte sich zu einer Seite des Absperrbandes und es war gut, denn so, wurde er von einem Polizeiauto verdeckt. Die Menschenmenge konnte es also nicht sehen, als er unter der Absperrung durch schlüpfte. So musste er nur auf die Beamten achten, doch alle hatten ihm den Rücken zugekehrt und waren mit ihrer Arbeit beschäftigt.

Im nächsten Moment befand sich Kurtis dann in dem abgesperrten Bereich und machte sich auch gleich auf den Weg zum Haupteingang.

Schnurstracks ging er los und versteckte die Hände in den Hosentaschen. Er hoffte, das ihn niemand bemerken würde.

Seine Hoffnung wurde erfüllt, denn die Polizisten wuselten umher und beachteten ihn nicht. Sie hatten anscheinend wichtigeres zu tun.

Kurtis stieg die Treppen hinauf und wenige Sekunden später war er im Foyer des Museums. Auch hier drin waren einige Beamte und redeten miteinander.

Kurtis wusste ja wo das Büro des Professors lag und ging los. Er blickte nicht mal die Beamten an, die am Empfangstresen standen und die Dame von gestern verhörten.

Kurtis war schon fast an ihnen vorbei und er dachte schon, das er die nächste Hürde geschafft hatte, doch plötzlich schien ihn die ältere Dame zu bemerken und Kurtis konnte sie laut reden hören.

,,…Da! Dieser Mann, war gestern auch hier!" zischte ihre Stimme durch das Foyer.

Kurtis stockte und die beiden Beamten zogen ihre Dienstwaffen. Sie kamen auf Kurtis zu und dabei erhoben sie die Waffen.

,,Hände hoch, Freundchen!" meinte einer von ihnen.

Das demonstrative Klicken der Waffen war zu hören, als die Beamten auf ihn zielten. Kurtis seufzte innerlich, verfluchte die ältere Dame und hatte keine andere Wahl, als die Hände zu heben.

,,Langsam umdrehen!" befahl dann der andere Beamte.

Kurtis seufzte wieder. Jetzt konnte es auch nicht mehr schlimmer werden, denn wahrscheinlich würde er jetzt noch als Verdächtiger in einer Zelle landen, wenn die beiden Polizisten seine Waffe fanden, die er ja unter der Jacke trug. Doch was sollte er tun?

Ja, er konnte ihnen die Wahrheit sagen, doch was würde das bringen? Vielleicht würden die beiden ihm noch nicht einmal glauben.

,,Umdrehen!" forderte wieder der selbe Beamte, diesmal aber mit Nachdruck.

Kurtis war gar nicht bewusst gewesen, das er gezögert hatte. Ohne eine weitere Aufforderung tat er es und blickte dann die beiden Männer an.

Beide trugen lange braune Mäntel, dunkles Haar und einer von ihnen hatte eine Brille auf. Sie wirkte etwas wie Inspektor Columbo.

Einer der beiden, kam auf Kurtis zu und begann ihn zu durchsuchen.

,,Stimmt es, das Sie gestern auch hier waren?" fragte dann der andere Beamte.

Kurtis nickte.

,,Wie ist ihr Name?" wollte der Polizist dann wissen.

,,Kurtis Trent und ich will niemandem etwas tun." antwortete Kurtis, während der Kerl, der ihn durchsuchte, gerade seine Jacke öffnete.

Sofort stachen ihm die Boran X und das Chirugai ins Auge. ,,Na was haben wir denn hier?" Der Beamte steckte seine Waffe ein und nahm dann Kurtis seine Waffen weg.

,,Haben Sie denn einen Waffenschein, Mr. Trent?" fragte der Mann mit Hohn in der Stimme.

Kurtis schwieg wieder.

,,Was haben Sie hier verloren? Sie wissen, das Sie eine Polizeiuntersuchung stören." meldete sich dann der andere Beamte zu Wort, der noch immer seine Waffe auf Kurtis richtete.

Kurtis blickte die beiden Beamten stumm an und wusste, das die ihn ohnehin verhaften würden. Doch das konnte er jetzt gar nicht gebrauchen. Die Zeit lief ihm davon.

,,Wenn Sie schweigen, werden wir Sie verhaften müssen."

Kurtis schluckte und sagte schlicht: ,,Das würden Sie mir sowieso nicht glauben. Ich bin ein freier Mann und muss mit dem Kurator des Museums sprechen. Es ist dringend."

Er spürte, das die beiden Beamten gleich eine Abneigung gegen ihn hegten, obwohl ihm das Warum schleierhaft war. Wahrscheinlich waren es einfach mies gelaunte Zeitgenossen, die ihre Dienstmarke missbrauchten und es genossen, anderen das Leben schwer zu machen.

,,Das glauben wir Ihnen sogar, aber leider, können wir Sie nicht zu dem Kurator lassen…" meinte der Beamte, der ihm die Waffen abgenommen hatte und zückte Handschellen, ,,…Hände auf den Rücken, Sie sind fest genommen."

,,Was? Wieso?" entfuhr es Kurtis.

,,Sie behindern eine Polizeiaktion…" der Polizist, ergriff Kurtis´ Hand, verdrehte diese auf den Rücken und legte ihm die `Acht´ an, ,,...Außerdem sind Sie ein Verdächtiger, da Sie den Kurator gestern das letzte mal lebendig gesehen haben." Dann griff er Kurtis´ andere Hand und verschloss die Handschellen.

Kurtis weitete perplex die Augen und war nicht fähig etwas zu unternehmen: ,,Was? Er ist tot?"

Der Beamte, drehte Kurtis zu sich um: ,,Das scheint Sie zu überraschen, Mister…Nun, auf dem Revier werden wir genügend Gelegenheit haben darüber zu plaudern." Er zog Kurtis zu seinem Partner, der dann das Wort ergriff: ,,Mr. Trent, Sie stehen hiermit unter Mordverdacht und sind verhaftet. Alles was Sie sagen, kann und wird vor Gericht gegen Sie verwendet werden…´´ die beiden Polizisten waren dabei Kurtis ab zu führen, ,,…Es steht Ihnen frei einen Anwalt hinzu zu ziehen, wenn Sie sich keinen leisten können, wird ihnen vom Staat einer gestellt…"

,,Halt!…" rief ein weiterer Cop, der gerade aus dem hinteren Bereich des Museums kam und das Szenario sah, ,,…Ich übernehme diesen Mann."

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Die beiden Männer drehten sich um und nickten ihrem Vorgesetzten zu, doch ihre schlecht gelaunte Mine wurde größer.

Kurtis weitete abermals die Augen, als er Leon erblickte, seinen alten Kumpel.

…Was zum Henker macht der denn hier?…

Er wusste nicht ob er jetzt froh oder beleidigt sein sollte, das sein bester Freund in der Stadt war, doch ihm nichts davon gesagt hatte. Dennoch wusste Kurtis, das er jetzt nicht mehr auf das Polizeirevier musste.

Die beiden Beamten übergaben Leon die Waffen von Kurtis und gingen dann wieder zu der älteren Dame, um diese weiter zu verhören.

,,Was machst du denn hier?" fragte Kurtis leise mit einem haudünnen Lächeln auf den Lippen.

Leon blickte Kurtis an: ,,Meine Arbeit…" er griff ihm an die Schulter, ,,…Komm mit."

Kurtis widersprach nicht, als Leon ihn in das Sekretariat hinter dem Empfangstresen führte…

Leon hatte schon viel gesehen, in seinem Leben, doch noch nie, das einem Mordopfer das Herz herausgerissen wurde. So mal das Herz dann noch nicht mal auf zu finden war.

Er war seit drei Wochen an diesem Fall dran und für Leon Scott Kennedy stand fest, das der Täter ein echter Verrückter sein musste.

Leon war etwas so groß wie Kurtis, von ähnlicher Statur und hatte hellbraunes Haar. Einmal war er ein Cop gewesen, doch das änderte sich durch die Ereignisse im Jahre 1998 in Raccoon City.

Damals war dort das berüchtigte T-Virus ausgebrochen, welches totes Gewebe wieder reanimierte und infizierte Menschen in den Tod trieb. Diese Infizierten schlurften, nach ihrem Tod und der Reanimierung durch diesen Virus, als Zombies umher, mit der Gier nach menschlichem Fleisch.

Leon und ein paar weitere überlebende konnten aus der verseuchten Stadt entkommen, bevor diese mit einer Kernwaffe vernichtet wurde.

Danach, als die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen wurden, trat Leon in den Dienst des Präsidenten und gehörte nun einer streng geheimen Einheit an. So war er jetzt, wegen einem Auftrag, nach London gekommen...

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Das Sekretariat war groß, menschenleer und stand voller Aktenregale. Auch zwei Schreibtische gab es hier und durch die beiden Fenster drang das Tageslicht hinein.

Leon schloss die Tür ab, als er Kurtis hinein dirigiert hatte und befreite ihn dann von seinen Handschellen: ,,Kurtis, sag mal, was machst du hier?"

Als Kurtis´ Hände frei waren, drehte er sich zu seinem Freund um und nahm seine Waffen wieder entgegen, die ihm Leon reichte: ,,Das könnte ich dich auch fragen, Leon. Was treibst ein Ami hier im britischen Empire?"

,,Geheimauftrag…" entgegnete Leon und verschränkte die Arme vor der Brust, ,,…Du weißt schon, das ich dich gerade vor einer kalten, unangenehmen Gefängniszelle bewahrt habe? Also, was ist los?"

,,Hör mal, ich wollte nur mit dem Kurator sprechen und jetzt erfahre ich, das er tot ist. Wie ist das passiert?" entgegnete Kurtis.

Leon seufzte: ,,Wenn ich das wüsste. Professor Kingsley wurde das Herz heraus gerissen und alles deutet auf einen Ritualmord hin, doch es gibt weder eindeutige Spuren, noch Beweise, noch Verdächtige. Außer dich, da du der Letzte warst, der den Kurator gestern lebend gesehen hat."

,,Ja und er hat mir einen Termin für heute morgen gegeben. Ich wollte etwas mit ihm besprechen."

,,Kurtis, hat der Professor sich gestern irgendwie komisch verhalten, oder weißt du etwas, was mit seinem Tod zu tun haben könnte?" wollte Leon wissen.

Kurtis senkte den Blick. Ja, er wusste etwas. Der Professor war genauso getötet worden, wie die Frau vorgestern Abend. Doch sollte Kurtis ihm das erzählen? Denn dann würde er unweigerlich auf Lara zu sprechen kommen. Und er wusste nicht, ob es gut war.

,,Kurtis?…" begann Leon.

Kurtis blickte zu ihm auf und wurde aus seinen Gedanken gerissen.

,,…Du weißt etwas, oder?" beendete Leon seine Frage.

Kurtis nickte. Er beschloss es einfach zu sagen, denn schlimmer konnte es ja nicht werden. Außerdem vertraute er seinem Freund.

,,Was ist es?" fragte der Amerikaner.

,,Ich werde dir alles sagen, Leon…" begann Kurtis, ,,…aber beantworte mir eine Frage: Gibt es außer dem Professor, sonst noch irgendwelche Leichen? Eine Frau, zum Beispiel, mit rotbraunem, langem Haar?"

Leon sah Besorgnis in dem Blick seines Freundes und schüttelte den Kopf.

Kurtis schloss die Augen und atmete tief durch. Das hieß dann, das Lara noch lebte, denn es würde keinen Sinn ergeben, wenn ihre Entführer ihre Leiche mitnehmen, aber das Shirt hier lassen würde.

,,Mann…ist alles in Ordnung bei dir?" fragte Leon abermals, da er bemerkte, wie angespannt Kurtis war.

,,Ja…ich werde dir alles erzählen, was ich weiß und ich hoffe, das du mir helfen kannst…" sagte Kurtis und begann mit seiner Erzählung.

Er wusste, das Leon ihm vielleicht helfen könnte eine Spur zu finden. Also verschwieg er nichts und erzählte, vom Angriff im Wald, der Mail, dem Besuch im Museum zu später Stunde und er erwähnte das Ritual und ihre Flucht.

Doch dann fiel es ihm immer schwerer, als er an Laras Entführung kam. Kurtis erwähnte auch, das die Spurensicherung eben ihr Shirt gefunden hatten, dann stoppte er.

,,Mann…" begann Leon, ,,…das wusste ich nicht. Das erklärt natürlich alles, Kurtis."

Kurtis nickte: ,,Du verstehst das ich Lara finden muss. Wir sind da rein geschlittert und ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie wir da wieder raus kommen. Ganz zu schweigen davon, das ich nicht weiß, ob es ihr überhaupt gut geht, da sie ja angeschossen wurde."

Leon legte eine Hand auf die Schulter seines Freundes: ,,Ja, ich verstehe es, Kurtis…und ich will versuchen dir zu helfen. Es verstößt zwar gegen meinen Auftrag jemanden darin ein zu weihen, aber ich kann sowieso deine Hilfe brauche, Demon Hunter. Unten in den Kellergeschossen will ich dir was zeigen. Dort wo das Ritual stattfand, gibt es noch weitere Räume."

Kurtis nickte und folgte Leon…

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Natürlich wusste Leon von Kurtis´ Fähigkeiten. Die beiden kannten sich schon sehr lange und waren ungefähr im gleichen Alter.

Vor acht Jahren lernten die beiden sich auf einer Mission kennen. Leon war gerade in den Dienst der Geheimeinheit des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika getreten und agierte Undercover in einem Pharmakonzern in Paris, den er zu Fall bringen sollte, da dieser mit Biowaffen herum experimentierte.

Auch Kurtis war an dieser Sache dran. Er hatte die Fremdenlegion verlassen und musste sich mit Gelegenheitsjobs und Aufträgen über Wasser halten. Einer dieser Aufträge, war es einem reichen Pharmakonzern ein paar wertvolle Unterlagen zu stehlen.

Kurtis war also genau zu der Zeit dran, diesem Pharmakonzern das Handwerk zu legen, wie Leon. Unweigerlich liefen sie sich also über den Weg und arbeiteten auch prompt zusammen. Nach ihrem erfolgreichen Auftrag, blieben sie Freunde, wurden beste Kumpels und Kurtis verbrachte zwei Jahre in Amerika, ehe er zu Henry nach Paris zurückkehrte…

,,Da sind wir." riss Leon Kurtis aus seinen Gedanken und Kurtis realisierte erst jetzt, das sie auf einer Balustrade in einem runden Raum aus Stein standen.

Kurtis brauchte auch nur einen Blick, um zu erkennen, das es der Raum war, in dem das Ritual stattgefunden hatte. Genau dort, wo er jetzt stand, hatte sich auch Lara aufgehalten.

,,Wir haben hier unten alles abgesucht…" begann Leon und stieg die Wendeltreppe hinunter, ,,…Aber außer blutiger Kleidung, von der du sagst, das sie deiner Freundin gehört, haben wir nichts entdeckt…"

Kurtis folgte seinem Freund schweigend.

,,…Jetzt hoffe ich, das mir deine Fähigkeiten etwas weiter helfen…" Leon bog nach rechts in einen Raum, in dem sich eine Couch befand, ein Schrank und eine Tür, die allerdings offen stand. Dahinter war ein Schlafzimmer.

,,Jungs, lasst uns allein." sagte Leon Kennedy zu seinen Mitarbeitern von der Spurensicherung, die noch hier herum hantierten. Die drei Männer in weiß nickten und verschwanden sogleich.

,,Ist bestimmt nicht schlecht, das alle tun, was man sagt, was?" fragte Kurtis, nachdem die Beamten gegangen waren.

Leon zuckte mit den Schultern und sagte dann: ,,Sieh dich hier mal in Ruhe um, vielleicht siehst du ja etwas, das wir nicht sehen. Wenn du verstehst, was ich meine."

Kurtis nickte und tat es.

Er wusste, das Leon auf seine Visionen anspielte und Kurtis spürte hier unten eine sehr vertraute Präsens.

Langsam ging er durch den Raum und beachtete diesen nicht weiter, denn seine Aufmerksamkeit wurde auf das Hinterzimmer, das Schlafzimmer, gelenkt.

Leon hielt sich ganz bewusst zurück und ließ Kurtis gewähren.

Kurtis betrat das Schlafzimmer und er sah den kleinen Schreibtisch und das Bett und den Schrank. Er ging auf das Bett zu und die Präsens, war deutlicher geworden.

,,Lara…" murmelte er.

Er wusste, das sie hier gewesen war, das sie gelitten hatte und das er ihr nicht helfen konnte. Er hatte allerdings nicht das Gefühl, das die Lara das selbe angetan hatten, wie dem Mädchen auf dem Altar. Nein, Lara wurde aus einem anderen Grund her gebracht.

,,Kurtis?…" Leon legte seine Hand auf die Schulter seines Freundes, ,,…Ist alles okay?"

,,Sie war hier…" brachte Kurtis hervor, ,,…Was haben die mit ihr gemacht?"

,,Kurtis, ich wusste nicht, das dir das so nahe geht, em…wir werden versuchen deine Freundin zu finden und…"

,,…Verlobte." unterbrach Kurtis und drehte sich zu ihm um.

,,Hm?" Leon blickte Kurtis fragend an.

Kurtis blickte Leon an und sagte dann: ,,Lara ist mein Verlobte."

Leon weitete die Augen: ,,Woww…"

Ein kurzer Moment der Stille legte sich zwischen die Männer, doch dann ergriff Kurtis das Wort: ,,Leon, weißt du wer dahinter steckt? Bitte, ich muss wissen, was mit Lara geschehen ist. Ich muss sie finden…Weißt du etwas?"

Leon nickte: ,,Ich arbeite seit knapp zwei Wochen mit einer Undercoveragentin zusammen, die an diesen Tätern dran ist. Es sind mehrere, das wissen wir und ich will dir nicht den Namen meiner Partnerin sagen, um sie nicht zugefährden, denn sie ist auch nicht wirklich ein Cop. Nicht mal meine Vorgesetzten wissen von ihr…Allerdings hat sie mir eine Fotografie zukommen lassen, auf dem der Kurator und noch ein Mann zu sehen ist…" er nahm das Foto aus seiner Jackentasche und reichte es Kurtis, während er weiter sprach, ,,…Meine Partnerin meinte, das dieser Kerl mit den Narben im Gesicht, etwas damit zu tun hat."

Kurtis nahm das Bild entgegen, blickte drauf uns stockte.

Seine Augen weiteten sich und seine Gesichtsfarbe wurde weiß wie der Schnee, der draußen auf die Erde gefallen war, als er den Mann, neben dem Kurator erkannte. Der Mann hatte schreckliche Narben im Gesicht und sein Haar schien einmal blond gewesen sein.

…Scheiße, Lara hatte Recht und ich habe ihr nicht geglaubt…Warum war ich nur so blind?…

,,Kurtis?…" fragte Leon, ,,…Kennst diesen Mann?" Er bemerkte, das Kurtis erstarrt war.

Kurtis nickte und schluckte einmal, um seine Stimme wieder zu finden: ,,…Sein Name ist Joachim Karel und ich kann dir einiges über diesen Mann erzählen, aber das sollten wir woanders tun…"