A/N: Hallo ihr Lieben! Da sind wir wieder!! (wieder etwas früher, da ich weiß wie scheiße es ist nach einem Cliffie auf das nächste Chap zu warten ^^)

Unser Dank geht natürlich wieder an alle da draußen in den Weiten des WWW's die unsere Story lesen, auf Alert setzen und vor allem an ganz dickes Dankeschön an alle die sich die Zeit nehmen und ein Review hinterlassen. Ihr seid alle wunderbar! ;)

Wir haben uns gedacht, da es doch immer noch etwas fragende Gesichter zu den englischen Begriffen in der Story gibt, wir unser ‚Denglish' aber nicht missen wollen einfach eine kleine Legende anzulegen (die hoffentlich mitgepostet wird….) – sprich es gibt Fußnoten, damit auch trotzdem jeder weiß was denn eigentlich gemeint ist. ^^
Solltet ihr dies jedoch noch verwirrender finden oder einfach überflüssig sagt es einfach und die Legende bleibt weg. Ist jetzt einfach mal ein Testlauf. ^^

Aber genug geredet. Ich quassel schon wieder zu viel. Ihr wollt wissen wie's weitergeht! ^^
And here we go …

Kapitel 14

Die Schreie der beiden jüngeren Hunter gaben Bobby einen zusätzlichen Adrenalinschub. Wie ein Wilder rannte er auf seinen Pickup zu und suchte mit fliegenden Fingern die Fackeln. Mit zweien bewaffnet rannte er zurück und trat die Tür auf.
Innerhalb von Sekunden war das Zimmer in grelles Licht getaucht. Bobby konnte gerade noch sehen, wie schattenhafte Gestalten an der Wand verblassten, dann fiel sein Blick auf die beiden Jungs ….
„Holy crap!", stieß der alte Hunter aus. Seine Jungs lagen am Boden und regten sich nicht. Beide waren blutverschmiert. In Bobbys Hirn raste es und es dauerte nur ein paar Sekunden, bis er begriff, dass es Daevas gewesen sein mussten. Das bedeutet aber auch, dass er Sam und Dean so schnell wie möglich hier raus bekommen musste, denn die Daevas würden sie ohne Zweifel verfolgen. Außerdem wurden sie fremdgesteuert. Wer war wieder hinter den Winchesters her?
„Sam! Dean!", rief Bobby. Zuerst rührte sich niemand, aber dann vernahm er das Stöhnen einer der beiden
Sam bewegte sich, stemmte sich langsam auf seine Beine. Bobby kam ihm zur Hilfe.
„Daevas?", erkundigte Bobby sich. Sam nickte, schaute an sich herunter und schien unbeeindruckt von seiner blutroten Kleidung. „Bist du okay?"
„Ja, es passt schon. Wir müssen hier raus!" Er drehte sich zu seinem Bruder, der sich noch immer nicht regte. Sam bückte sich zu seinem Bruder herunter und hob ihn langsam auf seine Arme. Die gut 170 Pfund an Gewicht schienen ihm überhaupt nichts anzuhaben. Er trug Dean behutsam aus dem Motel und zum Impala. Bobby stand schon bereit und half Sam, seinen Bruder zu verladen. Ohne Zweifel würden sie ein Krankenhaus aufsuchen müssen. Sam war soweit okay, die ‚Kratzer', die er abbekommen hatte, bekam er schon noch allein geflickt, aber bei Dean waren es die tiefen Risse des Ghoulangriffes, die wieder offen lagen.
Mit quietschenden Reifen hielt ein Wagen an.
„Sam!" Das war Lucy. Sam reagierte nicht weiter. Er war noch immer beschäftigt mit seinem Bruder, um dessen Leben er sich sorgte.
„Sam! Bobby, was ist passiert? Oh mein Gott, Dean!" Lucy war völlig durch den Wind und wenn Sam so ehrlich sein durfte, stand sie gerade auch etwas im Weg. Er griff sie – zugegebenermaßen etwas unsanft – an den Schultern und schaute sie an.
„Lucy, hör mir zu! Fahr nach Hause, verriegle Fenster und Türen und behalt dein Amulett um, verstanden?" Sie schüttelte den Kopf.
„Ich bleibe bei dir!", erwiderte sie vehement.
„Verdammt, es ist zu gefährlich! Schau dir Dean an, schau mich an!" Sam hob sein Hemd und entblößte die einigermaßen tiefen Risse auf seinem Körper. „Willst du auch so enden?!"
Lucy schien ihm gar nicht zuzuhören. Mit offenem Mund starrte sie Sams zerrissenen Körper an und sagte nur: „Du brauchst einen Arzt..."
Sam seufzte. Es schien wohl nicht zu reichen, dass es ihm das Herz brach, zu wissen, Lucy zurücklassen zu müssen. Nun machte sie es ihm auch noch so unendlich schwer. Sam ergab sich.
„Na schön, steig ein. Pass auf Dean auf."
Lucy nickte und stieg ein. Sam ging zur Beifahrerseite, tauschte Blicke mit Bobby aus und beide stiegen sie in den Wagen. Der Motor heulten laut auf, als Sam und Bobby mit einem Affenzahn durch die Straßen fuhren.
Bei diesem speed brauchten sie maximal vier Minuten bis zum Krankenhaus. Sam nahm seinen Bruder wieder auf eine Arme und schritt geradewegs auf die Notaufnahme zu. Bobby und Lucy blieben zurück. Ein Massenauflauf hätte Dean auch nichts gebracht. Sam dachte noch darüber nach, unter welcher Fake-ID er Dean einliefern würde. Dann aber bemerkte er, dass das schwachsinnig war. Sie waren erst vor ein paar Tagen hier gewesen. So schnell konnten die Ärzte sie nicht vergessen haben.
Die elektrischen Türen schwangen auf. Kaum hatte Sam die Notaufnahme mit seinem großen Bruder in seinen Armen betreten, kamen gleich Ärzte und Schwestern auf ihn zu, eine Trage wurde herangeschafft, auf der Sam seinen Bruder ablegte.
„Mr. Winchester!", rief eine ihm vertraute Stimme. Es war Dr. Sloan. Also hatte Sam Recht. Eine Fake-ID hätte nur zu unnötigen Komplikationen geführt.
„Doctor, mein Bruder! Ich bin gerade heim gekommen, da lag er am Boden und hat nicht reagiert. Ich glaube seine Wunden sind wieder aufgegangen." Sam setzte gekonnt seinen Hundeblick ein, während er dem Arzt hysterisch irgendwelche Lügenmärchen vorlegte. Aber was hätte Sam sagen sollen? ‚Eine Schattengestalt hat uns angegriffen!'? Wer hätte ihm das bitte abkaufen sollen?
Dr. Sloan sah argwöhnisch an Sam herunter. „Und Sie?" Sam sah sich an. Nun klebte auch Deans Blut an seiner Kleidung. Er sah aus, als arbeite er privat in einer Metzgerei.
„Das ist Deans Blut. Mir geht's gut." Sam versuchte mit allen Mitteln, überzeugend zu klingen und Sloan schien es ihm abzukaufen. Danke, Dad., ging es Sam durch den Kopf. Vielleicht hatte er unter der strengen Hand seines Vaters gelitten und hätte lieber ein normales Leben geführt, aber er konnte sich sein Schicksal nicht aussuchen. Und dafür, dass er all dies nie gewollt hatte, stellte er sich wirklich gut an.
Dr. Sloan nickte und verschwand in einem Behandlungsraum, in dem auch Dean schon war. Sam konnte nicht hier bleiben. So besorgt er auch um seinen Bruder war, er musste seine eigenen Wunden versorgen. Er konnte das leichte Schwindelgefühl spüren, dass mit dem Blutverlust einherging. Sam verließ die Notaufnahme, ging zu Bobby und wies ihn an, ihn notdürftig zusammenzuflicken. Die Hauptsache war, dass er in ein paar Minuten zurück bei Dean sein konnte. Bobby führte eine regelrechte Hunterapotheke mit sich. Zwar bestand diese nur aus Nadel, Faden, Mullbinden, Painkillern und einer Menge Alkohol, aber was brauchte man sonst schon, um die kleinen Wunden, die das tägliche Jagen mit sich brachten, zu versorgen?
Lucy begann gerade, Sam zu hätscheln. Er griff sich ein frisches Hemd aus seiner Duffel Bag und gab ihr einen kurzen Kuss. „Keine Zeit... Tut mir leid." Kaum hatte er dies gesagt, verschwand er auch schon wieder im Krankenhausgebäude. Sam hatte auf einem Stuhl Platz genommen und starrte minütlich auf seine Armbanduhr. Die Zeit schien nicht zu vergehen. Irgendwann war er das Warten leid und trat an die Rezeption.
„Kann ich Ihnen helfen?", fragte eine nette junge Dame hinter dem Schalter.
„Ja, ich muss zu meinem Bruder. Ich habe ihn vorhin hergebracht." Die Schwester warf einen Blick zum Behandlungszimmer.
„Es tut mir leid, aber Ihr Bruder ist noch in Behandlung." Damit wollte Sam sich nicht abspeisen lassen.
„Sind Sie sicher, dass ich nicht zu ihm kann?" Sam setzte seinen besten Welpenblick auf, doch die Schwester blieb eiskalt.
„Ja! Setzen Sie sich bitte wieder hin. Der Doctor wird zu Ihnen kommen und Sie über den Zustand Ihres Bruders aufklären." Damit hatte sich das Thema. Sam setzte sich wieder und klopfte nervös auf seinen Knien rum. Während er wartete, spürte er, dass er einen gewissen Hass gegen diese Anstalten hegte. Natürlich wusste er, dass ihr Job so was mit sich brachte und dass er nicht alles selbst wieder zurechtbiegen konnte, aber er war es leid in diesen gleichen vier Wänden zu sitzen und darauf zu warten, dass er etwas von seinem Bruder hörte.
Versunken in Gedanken bekam Sam die Zeit plötzlich gar nicht mehr mit und als Dr. Sloan gleich neben ihm stand, erschreckte er sich. Er stand auf uns sah den Doc an.
„Wie geht's ihm?", schoss es aus Sam.
„Ich hätte nicht gedacht, dass Ihr Bruder seinen Zustand vom letzten Aufenthalt noch Toppen könnte...", gab Sloan von sich. Das war nicht die Art von Antwort, auf die Sam gewartet hatte.
„Kann ich ihn sehen?", fragte Sam weiter. Sloan nickte.
„Natürlich. Zumindest ist Mr. Winchester diesmal bei Bewusstsein." Das gab Sam doch zumindest ein wenig Hoffnung, dass es seinen Bruder nicht so extrem erwischt hatte.
Als die Schwingtüren sich öffneten und Dean auf einer Liege hinausgeschoben wurde, hatte Sam den Arzt längst vergessen. Er eilte seinem Bruder nach.
„Hey, Dean!"
„Sam, bin ich froh, dass es dir gut geht!"
„Und ich erst!" Sam fiel ein riesiger Stein vom Herzen. Nicht auszudenken, was er nur ohne seinen Bruder machen würde. Er folgte dem Kerl, der Dean kommentarlos wegschob und war froh, als er endlich mit Dean ungestört reden könnte.
„Weißt du, in was für einer Scheiße wir sitzen?", stieß Sam aus.
„Wenn die dein Shirt gleich sehen erst recht!", gab Dean zu bedenken, als er sich minimal aufsetzte. Sam sah sich an. Verdammt, das Blut war wieder durchgesickert.
„Sie werden dich nicht gehen lassen, richtig?" Dean schüttelte deprimiert den Kopf.
„Ich weiß. Und soll ich dir was sagen? Ich kann auch gar nicht. Schätz dich glücklich, dass ich noch wach bin, die Schmerzmittel wirken langsam." Dean gähnte.
„Okay, okay. Dean, hör mal. Ich denke, dass du hier einigermaßen sicher sein wirst. Wenn sie dir mit Fragen kommen-"
„Ja, Sam. Ich weiß Bescheid! Denkst du etwa, du hättest das Lügen erfunden?" Er setzte sein fesches aber müdes Grinsen auf. Auch Sam lächelte, tätschelte seinem Bruder die Hand und ging. Dean überkam die Müdigkeit immer stärker. „Verdammte Painkiller..."

_____________

Sam verließ Deans Zimmer mit zugehaltener Jacke. Es musste hier nun wirklich niemand sehen, dass er auch ein paar Kratzer abbekommen hatte. Komischerweise fühlte sich Sam dennoch recht gut, kaum geschwächt und auch die Schmerzen quälten ihn nicht allzu sehr. Verglichen zu den Qualen, denen er durch Green Eyes ausgesetzt war, schien dies hier ein Kinderspiel zu sein.
Er kehrte zurück zu Bobby und Lucy, die ihn beide gespannt in Empfang nahmen. Sam bat einfach nur darum, dass Lucy die beiden Hunter zu sich mit heim nahm, damit er endlich seine Verletzungen behandeln konnte. Danach wollte er dafür sorgen, dass Lucy zu Hause blieb und keinen Fuß mehr vor die Tür setzte. Seinetwegen wollte er auch jede Woche kommen und Lucys Einkäufe und Termine bewältigen, solange Lucy in Sicherheit blieb. Noch lieber wäre es ihm, Lucy würde umziehen. In ein weniger von Demons heimgesuchtes Örtchen. Tief im Inneren wusste Sam aber, dass es nicht an Briar Creek lag, sondern an ihm selbst. Es schien doch immer nur um ihn und seine dummen Fähigkeiten zu gehen. Wenn Sam sie wenigstens hätte anwenden können, dann musste er sich keine Sorgen mehr um Dean und Lucy machen. Er gab sich ganz bewusst die Schuld an all den Sachen, die hier passierten.

______________

Nachdem Sam versorgt war, schloss er mit Bobby alle Fenster und Türen, dichtete jeden möglichen Einlass für das Übernatürliche mit Salz ab. Es war bereits dunkel und so hatte er Lucy gebeten, sich schlafen zu legen. „Heute Nacht wird nichts Großartiges mehr passieren!" hatte er ihr versichert. Natürlich log er, aber er wollte Lucy beruhigen; und er wollte etwas für sich sein. Bobby spürte das und ließ den jungen Winchester in Ruhe.
Sam auf der Armlehne eines Sessels und starrte aus dem Fenster. Warum war bloß alles so kompliziert? War ihnen denn gar keine glückliche Zeit vergönnt? Natürlich waren die letzten drei Tage toll, alles war sehr entspannt und harmonisch, aber Sam ertrug das stetige Auf und Ab nicht mehr. Er musste sich eingestehen, dass er sich diesen Lebensstil im Endeffekt doch selbst ausgesucht hatte – und dass das der Preis dafür war…

TBC….

Hunter = Jäger
Holy Crap! = Heilige Scheiße!
Hunterapotheke = Jägerapotheke
Painkiller = Schmerzmittel
Duffle Bag = Seesack
Demons = Dämonen