Ich öffnete müde meine Augen. Wo war ich nochmal genau? Als ich Severus neben mir liegen sah, wie er nackt auf dem Rücken lag, fiel mir alles wieder genau ein und ich musste leicht schmunzeln.
Er hatte mich tatsächlich richtig gefordert und mich ins Land der Träume gefickt. Es klang versaut. Ich weiß. Aber es war wirklich so. Und ficken traf es da wirklich am besten. Denn so verroht, wie er sich in mich vergraben hattte, konnte man es schon gar nicht mehr als gewöhnlichen Sex betiteln. Ich war irgendwann einfach vor Erschöpfung eingeschlafen. Das war etwas, was mir sonst nur passierte, wenn ich zu lange lernte.
Aber diese Erschöpfung hatte etwas. Hatte er mich jetzt echt sexsüchtig gemacht? Ich schüttelte den Kopf. Nein. Nicht möglich.
„Wenn du dich jetzt nicht wieder hinlegst, wirst du mich noch kennenlernen. Dein Nachsitzen ist noch nicht vorbei", brummte er mit seiner vom Schlaf tief klingenden Stimme eine Drohung. In seinen Augen sah ich die Belustigung, als er an mein sogenanntes Nachsitzen gestern Abend dachte. Das war mal ein Nachsitzen der etwas anderen Art.
„Ich wollte jetzt ein wenig joggen", lachte ich leise, da er mich gerade an einen großen, brummigen Teddybären erinnerte, der mich nicht gehen lassen wollte. Ich war mich sicher, diese Gedanken sollte er nie erfahren.
„Ich weiß etwas Besseres als Joggen", knurrte er und zog mich in seine Arme, sodass ich direkt auf ihn landete. Um ihn etwas zu ärgern, erlaubte ich mir dann doch einen kleinen Spaß.
„Nein. Das glaube ich nicht. Joggen ist viiiiel besser als du", grinste ich böse und spielte darauf an, dass er mich nicht im geringsten ausgelastet hätte gestern Abend.
„Oh. Na warte. Ich werde dir schon zeigen, wie viel besser ich bin." Mit dieser Aussage drängte er sich wieder in mich und zeigte mir, dass er noch ein wenig mehr in petto hatte.
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Am Mittag bequemten wir uns dann endlich aus dem Bett, nachdem er mir seine Ausdauer gezeigt hatte. Allein nur die Erinnerung daran, ließ meine vom ganzen Sex verspannten Muskeln wieder aktiv werden.
Ich spürte bei jedem verdammten Schritt unsere Aktivität und wünschte mir jetzt im Nachhinein, er wäre nicht so grob gewesen, denn alles war verdammt wund.
Bevor ich seine Räume verlassen wollte, fragte ich leicht beschämt: „Hast du etwas gegen die Schmerzen?" Er lachte leise, aber tat so, als wüsste er von nichts.
„Wo hast du den Schmerzen?", fragte er gespielt ahnungslos. Was für ein. Argh. Das war noch nicht mal, in Worte zu fassen. Er wollte allen Ernstes, dass ich es aussprach.
„Da", sagte ich dann ergebend und deutete auf meine Mitte. Er grinste nur diabolisch. „Nein."
„Was nein?", hakte ich nach. „Nein, du wirst von mir nichts bekommen." Das war doch nicht sein Ernst? „Aber..."
„Nichts aber", unterbrach er mich einfach. „Ich will, dass du bei jedem Schritt spürst, dass ich in dir war und du mir gehörst."
Ich funkelte ihn böse an. „Das ist so Slytherin von dir", zischte ich, was ihn nur noch breiter grinsen ließ. „Du vergisst, ich war in Slytherin und bin jetzt Slytherin-Hauslehrer. Also was erwartest du?"
Ich verschränkte die Arme vor der Brust, was ihn aber nicht tangierte, da er mich nur verlangend küsste. Dabei huschte ein Finger unter meinen Rock und glitt in mich. Ich schnappte nach Luft, was er nur als Einladung hinnahm, um meinen Mund zu erobern.
„Das gehört nun alles mir. Und deine nun wunde, vor Schmerzen pochende Haut soll dich daran erinnern, wem du ab jetzt gehörst", knurrte er. Ich hatte so im Gefühl, dass es seine Rache war, dass ich nicht sofort mit Ron Schluss gemacht hatte.
Plötzlich löste er sich von mir und ließ mich einfach so stehen. Dass er mir jetzt nichts gegen die Schmerzen gab, würde er noch bereuen.
„Ich möchte aber, dass du diesen Trank einnimmst." Er zog seinen Zauberstab und rief nonverbal eine kleine Phiole zu sich.
Fragend sah ich ihn an. „Antischwangerschaftstrank", meinte er lapidar. „Das wird nicht nötig sein. Ich verhüte schon seit einiger Zeit mit der Antibabypille. Eine recht effektive Erfindung der Muggel."
Leidend verzog er sein Gesicht und stöhnte: „Ich wollte das gar nicht so genau wissen. Danke. Das Bild von Ron und dir werde ich erst mal nicht mehr aus den Gedanken bekommen."
Diabolisch lachte ich auf und meinte: „Wenn du mir etwas gegen die Schmerzen gibst, habe ich etwas, was dich auf andere Gedanken bringt." Ein leichtes Funkeln trat in seine Augen.
„Wir werden sehen. Jetzt gehen wir erst mal zum Mittagessen. Nicht das irgendjemand noch auf die wahnwitzige Idee kommt, einen von uns zu suchen."
Wir traten auf den Gang, der recht vereinsamt wirkte. Ich hauchte ihm noch einen Kuss auf die Mundwinkel, ehe ich davon ging, darauf bedacht, mich so schnell wie möglich hinsetzten zu können, da noch immer alles weh tat.
In der Halle, empfingen mich schon reichlich neugierige Blicke, sowie ein missgestimmter und schlechtgelaunter Ron.
Die Trennung hatte er scheinbar nicht so gut verarbeiten können über Nacht. Aber jetzt war es, so oder so nicht mehr zu ändern.
„Wo warst du?", kam es von einem leicht wütenden Harry. Offensichtlich hatte Ron ihm alles erzählt. Ich sandte ihm einen gleichgültigen Blick zu und erwiderte: „Das geht dich nichts an Harry. Nur weil wir Freunde sind, werde ich dir nicht alles erzählen, damit du es Ron weiter sagst."
Ich setzte mich nicht wie gewohnt zu meinen Freunden, sondern diesmal zu Ginny, die mich schon erwartend ansah. „Später!", meinte ich nur, da ich jetzt erst einmal ein ordentliches Essen brauchte.
Während des Essens konnte ich die Blicke der Gryffindors auf mir spüren, doch ich ignorierte es so gut es mir eben möglich war.
Ich entschied mich, heute nicht mehr nach Hogsmeade zu gehen. Meine Mitte machte mir eindeutig einen Strich durch die Rechnung.
Ich würde mich also wieder in die Bibliothek setzten. Da war ich auch schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gewesen.
Meine noch leicht konfusen Gedanken, die sich immer wieder um Severus drehten, wurden von Ginny unterbrochen, da sie mir zuflüsterte. „Komm. Wir gehen nach Hogsmeade und dann erzählst du mir, was vorgefallen ist", sagte sie und war schon im selben Moment aufgestanden, als sie an meinem Arm begann. mich ebenfalls zum Aufstehen zu bringen.
Seufzend, dass ich mich doch noch bewegen müsste, ergab ich mich schließlich meinem Schicksal und folgte ihr leidend. Noch immer war jeder Schritt ziemlich unangenehm, doch ich hielt die Schmerzen mit erhobenem Kopf aus. Severus würde dafür noch büßen. Das schwor ich. Vorerst würde er mich nicht mehr in sein Bett bekommen. Da könnte er sich auf den Kopf stellen, ich würde nicht einknicken, bis er kapierte, dass ich keine Lust hatte, mit von ihm verursachten Schmerzen herumzulaufen.
