Disclaimer: Harry Potter und alle verwandten Figuren, Settings, Begriffe gehören J.K. Rowling und den deutschen Übersetzern. „Promises Unbroken" und ebendies gehören Robin4. Der Fanclub ist lediglich Übersetzer.

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Promises Unbroken


Kapitel 13: Das Unmögliche


Das Jahr 1991 neigte sich dem Ende entgegen, und sie hatten einen perfekten Abschlussstreich. Sie bereiteten sich emsig für die letzten Wochen vor den Weihnachtsferien vor und gingen sogar so weit, dass George Fred in einer Nacht beim Nachsitzen vertrat; man könnte meinen, dass Filch die Zwillinge mittlerweile auseinander hielt, doch selbst der knurrige Hausmeister hatte sich täuschen lassen. Aber es war für eine gute Sache, denn die Tunichtgute benötigten Freds Stärke in Zauberkunst - George war besser in Verwandlung, Lee bevorzugte Zaubertränke, und die drei Jüngeren besaßen einfach noch nicht genug Erfahrung, um alle Zauber durchführen zu können, die für den komplizierten Streich nötig waren. Dennoch hatten sie alle erleichtert aufgeatmet, als George unverletzt zurückkehrte. Zuvor hatte es nie einen Grund für die Zwillinge gegeben, Strafarbeiten zu tauschen (insbesondere, weil sie sie in der Regel gemeinsam absaßen), aber es war gut zu wissen, dass es, wenn nötig, funktionierte.

Als am schwierigsten erwies sich, in Snapes Klassenraum in den Kerkern einzubrechen. Wie sich herausstellte, konnten die Tunichtgute froh sein, früh angefangen zu haben, denn es dauerte drei Nächte, die Tür aufzubrechen, und dennoch wären sie beinahe erwischt worden. Hermines rascher Aufhaltezauber hatte sie - natürlich - gerettet, und die Tunichtgute konnten damit fortfahren, alles zu verzaubern und zu verwandeln, was sich in Reichweite befand - und eine ganze Menge dessen, das es nicht tat, ebenfalls. Schließlich brach die Nacht vor dem letzten Unterrichtstag an (oder eher der letzte Morgen, immerhin hatten sie ihre Arbeit kaum zwei Stunden vor Morgengrauen beendet), in der sie erledigt zurück in den Gemeinschaftsraum schlichen, müde, jedoch siegreiche Blicke tauschten und ins Bett fielen.

Der Morgen kam daher viel zu früh. Jeder, der die Gruppe beim Frühstück beobachtete, hätte vermutet, dass die Tunichtgute heute einen verdächtig kleinlauten Tag hatten, doch Harry war nicht fähig, sich darüber zu sorgen. Er konnte kaum darauf warten, dass Verwandlung begann - und erstmals beneidete er Fred, George und Lee, die zuerst Zaubertränke hatten. Zum ersten Mal in seinem Leben brannte er darauf, Snapes Gesicht zu sehen.

Nachdem sie Professor Fletchers Klassenraum erreicht hatte, entpuppte es sich als praktisch unmöglich sich zu konzentrieren. Harry zappelte endlos auf seinem Stuhl neben Ron herum und erntete einen genervten Blick von Hermine, als sie sich zu konzentrieren versuchte. Sie hatte nur wenig mehr Erfolg als er, allerdings hatte Hermine fast nie Probleme damit, sich im Unterricht zu konzentrieren. Ron war ein ganz eigener Fall - er hielt sich schlechter als sie beide zusammen, und seine Augen glitten stetig durch das Zimmer, musterten jeden Gegenstand, an dem sie während der letzten zwei Wochen gearbeitet hatten. Bald begannen auch ihre Klassenkameraden Rons Verhalten zu bemerken (andere alarmierte eher, dass Hermines Hand noch zu keiner einzigen Frage in die Höhe geschossen war), und Harry versuchte sein Bestes, unschuldig zu wirken, als Blicke auch ihn zu durchbohren begannen. Selbst Neville, abgelenkt und übernervös seit der Gefangennahme seines Vaters, schien etwas zu bemerken, was Harry schließlich dazu veranlasste, seinem Freund einen Ellbogen in die Rippen zu rammen.

„Pass auf", murmelte er, als Ron aufsah.

Der Rothaarige sah ihn verständnislos an, also nickte Harry vorsichtig in Richtung Nevilles. Der andere Junge sah sie noch immer misstrauisch an, und Ron nickte schließlich verstehend. „Sorry", murmelte er. „Sollte aber nicht mehr lange dauern..."

„Was sollte nicht mehr lange dauern, Mr. Weasley?", fragte eine Stimme, und Harry schluckte, als er aufsah.

Keiner der beiden hatte gemerkt, dass Professor Fletcher sich näherte, doch nun stand der abgebrühte Hauslehrer direkt vor ihnen und starrte sie sehr gezielt nieder. Weiter hinten im Raum hörte Harry Malfoy kichern, und er durchforstete sein Gehirn nach einer passenden Antwort. Glücklicherweise war Ron schneller.

„Ich freue mich nur so sehr auf die Ferien, Sir", sprudelte sein Freund rasch los. „Wissen Sie, eine Weile heimzufahren. Ich fürchte, ich bin heute etwas ungeduldig. Tut mir leid, Professor."

Harry hätte nie geahnt, dass Ron ein so guter Lügner sein konnte, doch Fletcher war eindeutig zufrieden. „Ich verstehe", grummelte er. „Vielleicht wird Ihnen aufgefallen sein, Weasley, dass weniger aufzupassen die Zeit nicht schneller vergehen lässt. Wenn Sie so gut wären, ab Seite siebenundsiebzig zu lesen, so dass der Rest der Klasse sie hören kann..."

Die Minuten zogen sich dahin, und Harry fiel es schwer, die Augen auf Seite siebenundsiebzig anstatt auf seine Uhr zu richten. Die Versuchung war so groß... Der Unterricht ging weiter und mittlerweile erklang Malfoys Stimme irgendwo hinter ihm (normalerweise hätte es Harry fantastisch gefunden, dass Fletcher den dämlichen Slytherin lesen ließ, weil er so unausstehlich war); Harry bekam kaum ein Wort mit. Nicht, dass er Verwandlungen nicht mochte - er mochte es sogar sehr - aber er wartete darauf, dass es geschah... Jetzt!

Der Klassenraum explodierte in Gesang.

Rotgrünes Licht blitzte.

Die Tafel begann Urlaubswünsche einzublenden.

Und kleine grüne und rote Elfen tanzten überall.

Die Elfen waren auf den Regalen. Sie waren auf den Tischen. Sie hingen von der Decke. Sie waren auf dem Boden, und sie hüpften fröhlich auf der Fensterbank herum. Nur waren es keine Hauselfen. Eher handelte es sich um einfacher gestrickte Verwandte, mehr wie etwas aus einer merkwürdigen Muggel-Weihnachtsgeschichte über einen fetten Mann, der am Nordpol lebte - aber man konnte schon erkennen, dass es Elfen sein sollten. In rote und weiße Pullover gekleidet, mit grüner Haut (und leuchtendem goldenen Haar) ersetzten sie Bücher, Kreide, Schwämme, Pflanzen und alles andere in Reichweite - und sie sangen. Sehr lustig sogar, voll weihnachtlicher Freude... Bloß sang jeder ein anderes Lied, und sie schrieen sie aus der Tiefe ihrer Lungen heraus. Sie klangen, überlegte Harry, sehr wie betrunkene Leprechans.

Nicht, dass er je einen Leprechan getroffen hätte, aber der Gedanke zählte.

Am wichtigen allerdings war, dass es hunderte der kleinen Monster gab, und während sie sangen (sehr fröhlich, man erinnere sich), begannen sie mit halsbrecherischer Geschwindigkeit durch den Raum zu sausen. Ziemlich rücksichtslos kippten sie Tische, Stühle, Bücher, Taschen um und sprangen sogar auf die Füße ein paar verärgerter Slytherin, die schrieen, bis die Elfen fröhlich davon hüpften, ohne sich vom miserablen Humor der Schützlinge Salazars angegriffen zu fühlen. Vier der tapfersten Elfen ergriffen den Saum der Robe Professor Fletchers und vollführten einen spontanen Rundlauf mit dem ehemaligen Auroren - bis ein gebrüllter Zauber Fletchers sie davon schleuderte. Sie sprangen jedoch schnell wieder auf, frohgemutes auf der Suche nach einem neuen Ziel. Immerhin waren es recht einfache Kreaturen, die nur dem Zweck dienten, Chaos zu verursachen. Doch selbst die Rufe des Verwandlungsprofessors waren unter dem Lachen der Gryffindors schwer zu hören.

Dennoch war Mundungus Fletcher weder der stillste aller Männer, selbst in den besten Zeiten...

„WEASLEY! POTTER! GRANGER!" ... noch war er dumm. „HIERHER! SOFORT!"

Sie hatten wirklich nicht viele Optionen. Sie könnten rennen - Harry stellte sich einen Augenblick vor, wie er, Ron und Hermine geduckt durch die Hallen rannten, gejagt von einem zornigen Professor Fletcher -, doch sie konnten sich nicht verstecken. Es gab keine Möglichkeit, den eigenen Hauslehrer zu vermeiden, bis sie morgen in den Hogwarts-Express stiegen, und selbst die Weihnachtsferien dauerten nicht lange genug, um Fletcher seinen Ärger vergessen zu lassen. Nein, sie mussten auf jeden Fall dafür gerade stehen - also konnten sie es auch gleich tun, und mit Stolz.

Nach einer stummen Absprache gingen Harry, Ron und Hermine zu ihrem Lehrer hinüber und hielten nur inne, um ein paar Elfen passieren zu lassen, die sich in einem Twostepp zu einer ziemlich peppigen Version von ‚Stille Weihnacht' zusammengetan hatten.

„Ja, Professor?", fragte Hermine unschuldig.

„Macht. Diese. Viecher. Weg." Wäre Fletcher noch roter angelaufen, hätte sein Gesicht sich in einen Vulkan verwandelt. Doch war das Lachen, das er zurückhielt? „Jetzt."

„Können wir nicht", erwiderte Ron ehrlich.

„Was?" Nein, das konnte kein Lachen sein. Fletcher hatte keinen Sinn für Humor... doch da war ein Funkeln in seinen Augen, oder nicht?

Hermine antwortete ernsthaft. „Sehen Sie, Professor, die Zauber arbeiten mit einem Verzögerungszauber. Wir können die Elfen nicht verschwinden lassen... aber irgendwann tun sie es von selbst."

„Letzten Endes", fügte Harry murmelnd hinzu und bereute es in dem Moment, in dem sich der Blick des Professors auf ihn fokussierte. Die Elfen sangen immer noch. Das nahste Quartett arbeitete jetzt an ‚O du fröhliche'.

„Was war das, Potter?", wollte Fletcher wissen.

„Ähm... Nichts, Sir."

Sofort hob sich eine blonde Augenbraue. Und doch, da war etwas in diesen Augen... Und da begann jetzt eine Gruppe von Elfen auf Professor Fletchers Pult zu tanzen und ‚Jingle Bells' zu singen. Dennoch musterte er sie noch immer. „In der Tat."

Die Glocke läutete.

Jeder Schüler mit dem kleinsten bisschen Verstand polterte aus dem Raum. Manche - die meisten - lachten, doch andere (Slytherins natürlich) schworen Rache. Harry schnappte ein paar interessante Worte aus Malfoys Mund auf, von denen er ganz sicher war, dass sie seiner Mutter nicht gefallen hätten, während sie den anderen aus dem Raum folgten. Überraschenderweise rief Fletcher sie nicht zurück, geschweige denn, dass er ihnen etwas vonwegen Verweisen hinterher schrie, doch sie würden ihr Glück kaum überstrapazieren. Vielleicht steckte Weihnachtsfreude sogar den mürrischsten der Hogwarts-Professoren an...

Ein sechsbeiniges und sechsarmiges Knäuel sauste an ihnen vorbei, mit zweidrittel rotem und einem Drittel schwarzem Haar.

„WEASLEY! JORDAN! WEASLEY!", brüllte ihnen eine Stimme vom anderen Ende des Gangs aus nach. „Sofort zurück hierher!"

Es war die Stimme Snapes, und er wirkte ganz sicher nicht weihnachtsfreudig. Ohne einen Blick zurückzuwerfen schlossen Harry, Ron und Hermine zu ihrem Mit-Tunichtguten auf. Es versprachen interessante Ferien zu werden.


„Mum! Dad!"

Arthur und Molly Weasley sahen von ihrem Zaubererschachbrett auf, überrascht, Ron nicht umgeben von seinem Berg an Weihnachtsgeschenken zu sehen. Das Datum war der 28. Dezember, und für gewöhnlich vergingen Wochen, bevor sich ihr jüngster Sohn von seinen neusten Spielzeugen trennen konnte. Dasselbe galt mit Sicherheit für die anderen Weasley-Kinder - selbst Bill, Auror oder nicht, genoss Weihnachten immer (obwohl er einen Tag zuvor verschwunden war, um sich auf irgendeine Mission vorzubereiten), und konnte Tage damit verbringen, in Geschenken und den Spielsachen seiner jüngeren Geschwister zu schwelgen. Als Molly ihn zuletzt gesehen hatte, lag Ron unter einem Berg von Schokoladenfroschkarten (geschickt von Hermine) begraben, das gerade erschienen Buch Fliegen mit den Cannons in der Hand (ein Geschenk seines Freundes Harry, der es irgendwie geschafft hatte, ein Autogramm des Treibers Joey Jenkins aufzutreiben). Ron hatte das Buch nicht aus der Hand genommen, seit er es ausgepackt hatte, und Molly freute sich darüber, dass er so glücklich war. Weniger vielversprechend erschien ihr die Kiste von Dr. Filibusters Fabelhaften Hitzefreien und Nasszündenden Feuerwerkskörpern, die die Zwillinge von ihrem Freund Lee erhalten hatten (der wiederum Ron ein Set Feuersteine geschickt hatte), oder das Buch, das Fred von Rons Freundin Hermine erhalten hatte, Freche Tricks nach Trickreicher Art. Außerdem hatte sie George ein Muggel-Scherzartikelset geschenkt, das Molly am Liebsten konfisziert hätte. Sie konnte nur erahnen, wie viel Ärger sie sich damit einhandeln würden.

Doch es war gut zu sehen, dass ihre Kinder so viel Spaß hatten. Rons Freund Harry hatte den Zwillingen einen Geschenkgutschein für Tänze und Späße geschenkt. Es sah aus, als schickten Rons Freunde den Zwillingen Präsente und andersherum. Molly hatte wirklich nicht erwartet, dass sich ihr Jüngster dem Freundeskreis Freds und Georges anschließen würde, doch es sah ganz danach aus, und sie war sehr dankbar dafür. In Zeiten wie diesen zahlte sich aus, seine Freunde sorgfältig auszusuchen.

Aber auch seine Feinde, wenn sie darüber nachdachte.

„Ja, Schatz?", fragte sie mit einem Lächeln. Wenn Ron schon in die Küche rannte, musste es etwas Gutes zu bedeuten haben. Außerdem gewann Arthur gerade.

„Ich hab gerade übers Flohnetzwerk mit Harry gesprochen, Mum", erklärte Ron grinsend.

„Und?", forschte sie nach. Seit Ron aus dem Zug gestiegen war hatte er von seinen neuen Freunden gesprochen, und von dem Spaß, den er mit ihnen hatte... Doch Molly wusste noch immer fast nichts über die beiden. Sie wusste natürlich, dass Hermine muggelstämmig war (Ron hatte einige Bemerkungen über den Malfoy-Jungen gemacht, der scheinbar gerne auf dem armen Mädchen herumhackte), und sie wusste, dass Harry bereits im Quidditch-Team war, aber darüber hinaus folgte lediglich ein Strom von „Das wirst du nie glauben...!" oder „Harry hat einen so tollen Besen!" und „Malfoys Miene war so unbezahlbar!". Vom Spaß hatte sie alles gehört, von den Freunden nicht.

„Nun ja... hm..." Plötzlich verwischte Rons Lächeln, und er schien zu zögern. „Harrys Eltern möchten wissen, ob wir Sylvester zu ihnen kommen wollen."

Molly sah überrascht zu Arthur hinüber. Er starrte sie ebenfalls an. Sicher hatten sie sich da verhört. „Wir alle, Liebling?"

„Klar." Plötzlich brachen die Worte hervor, als habe Ron Angst, dass sie nein sagten. „Harry sagte, dass sie eine Party veranstalten wollen, und seine Eltern haben gesagt, er könne einladen, wen auch immer er will, also wollte er mich und Hermine einladen und seine Mum und sein Dad sagten, dass er auch unsere Eltern einladen sollen, weil ihr euch noch nie getroffen habt. Hermine hat schon zugesagt - er hat sie mit dem Fellyphon angerufen - gehen wir auch hin?"

Molly blinzelte. Aus irgendeinem Grund war Ron offenbar sicher, dass sie nein sagen würden. Arthur, wie immer der einfühlsamere der beiden, fragte: „Was ist mit Percy, Ginny und den Zwillingen?"

„Oh! Fred und George wissen schon Bescheid - sie waren dabei, als Harry im Feuer auftauchte. Und er sagte, Percy kann auch kommen, obwohl er ein Vertrauensschüler ist. Und Ginny, weil sie unsere Schwester ist."

„Ron!", fuhr Molly ihn an. Die Jungs machten sich ständig über ihren älteren Bruder lustig, weil er Vertrauensschüler war, und sie würde nie verstehen warum.

„Sorry, Mum", erwiderte er viel zu schnell. „Können wir hingehen? Bitte?"

„Ron, bist du sicher, dass Harrys Eltern Bescheid wissen?", fragte Arthur nach.

„Klar, natürlich" Ron klang sicher. „Harry würde sonst gar nicht erst fragen."

Molly sah ihren Jüngsten genau an. Irgendwas war los. „Und was erzählst du uns nicht?"

Ron wurde rot. „Ähm..."

„Ron...?"

„Es ist nichts, Mum, ehrlich. Ehrlich."

Alarmglocken schrillten in Mollys Kopf. „Ich will darüber mit Harrys Eltern sprechen. Wie, sagtest du, war ihr Nachname?"

„Ähm..." Ron murmelte etwas Unverständliches.

„Nun?", mischte sich Arthur wieder ein, der ihre Ahnungen eindeutig teilte. Was hatten sie diesmal vor?

Ron seufzte. „Potter."

„Was?" Das Wort entfuhr ihr, bevor Molly es zurückhalten konnte. Sicher sprach er nicht über... „Wie in James Potter?"

„Ja, Mum. Wie in James Potter", erwiderte Ron gallig. Doch Molly hatte nicht die Energie, seinen Sarkasmus zu korrigieren, und außerdem antwortete bereits Arthur.

„Warum hast du uns das nicht vorher gesagt, Ron?", fragte ihr Ehemann ernst.

„Weil ich wusste, dass ihr so reagieren würdet", schnappte Ron, plötzlich wütend. Molly seufzte für sich; sie hasste es, ihr Kind unglücklich zu sehen, aber das hier war wichtig. Konnte Ron es nicht selbst erkennen? Offenbar wohl nicht, denn ihr Sohn kam ihr zuvor. „Wen interessiert es? Harry ist mein Freund!"

„Ron, du verstehst nicht, glaube ich" Arthur blieb ruhig, und Molly dankte ihm insgeheim für seine Geduld. „Ich weiß, dass es in Hogwarts anders ist, aber in der Zaubererwelt gibt es gewisse ... Parteien. Die Potters sind eine der Vierzehn Familien. Sie werden sich nicht mit Leuten wie uns abgeben."

„Sie sind nicht so", widersprach Ron.

„Du kennst Harrys Eltern nicht." Molly versuchte vernünftig zu bleiben, und ihr Sohn explodierte.

„Ich kenne Harry, Mum, und er ist nicht so! Es interessiert ihn nicht - warum sollte es auch? Und sie haben Hermine auch eingeladen, dabei sind ihre Eltern Muggel! Es ist egal!"

Ich wünschte, die Welt wäre wirklich so einfach, dachte sie für sich. Oder so gerecht. Und ich wünschte, mein Sohn müsste das in seinem Alter noch nicht lernen. Die Wut in Rons Gesicht rührte sie fast zu Tränen. Er verstand es wirklich nicht...

„Unglücklicherweise ist es nicht egal...", setzte Arthur an, wurde jedoch unterbrochen.

„Warum?", wollte ihr Jüngster wissen. „Du arbeitest für das Ministerium. Genauso wie Harrys Eltern. Wo liegt der Unterschied?"

„Ron, James Potter ist einer der berühmtesten Zauberer unserer Zeit", versuchte Arthur zu erklären. „Und die Familie Potter ist..."

„Reich, ja, ich weiß. Und?", schnaubte Ron. „Und Harry ist der Nachfahre von Godric Gryffindor. Wen interessiert's?"

Molly keuchte. Also stimmte es... Oh Gott. Doch bevor sie antworten konnte, stürmten Fred und George in den Raum.

„Dad, Ron hat Recht...", begann Fred.

„Harry ist nicht so, Mum...", steuerte George bei.

„Und ich wette, seine Eltern sind es auch nicht", schloss Fred.

„Wollt ihr nicht einfach mit ihnen reden?", bat Ron.

Molly und ihr Gatte tauschten einen hilflosen Blick. Was konnten sie noch tun, wenn drei ihrer Jungs sich gegen sie verbündeten? Selbst die kleine Ginny hing im Türrahmen und beobachtete, was geschehen würde. Erneut seufzte sie und gab schließlich auf. Schaden konnte es nichts.

„Ich denke, das können wir tun", gab Arthur die schlussendliche Antwort.

Die Jungen tauschten triumphierende Blicke, doch es war noch nicht vorbei. Molly musterte das Trio ernsthaft - und auch Ginny, die erfolglos versuchte, mit dem Schatten zu verschmelzen. „Wieso geht ihr vier nicht eine Weile raus, während euer Vater und ich uns darum kümmern."

Erstmals diskutierten sie nicht, und Sekunden später flog die Haustür hinter der jüngeren Hälfte ihres Nachwuchses zu. Percy befand sich natürlich still in seinem Zimmer, unzweifelhaft in ein gutes Buch vertieft. Zu schade, dass die anderen ihm nicht mehr ähnelten...


„Wir schaffst du es nur mit gleich Sechsen?", fragte Lily mit einem Lächeln. „Ich habe die Hände voll allein mit James und Harry."

Molly schmunzelte über die Verwunderung der jüngeren Frau. Entgegen ihrer ursprünglichen Befürchtungen waren die Potters angenehme Menschen, und obwohl das riesige Haus in Godric's Hollow ein gewisses Unbehagen in ihr aufkommen ließ, entdeckte Mrs. Weasley so langsam, ein wie gutes Gespür für die richtigen Freunde ihr Jüngster an den Tag legte.

Im Moment befanden sich alle Kinder im geräumigen Wohnzimmer und begutachteten eifrig Peter Pettigrews neuen Hund. Aus irgendeinem Grund - Molly war noch nicht ganz klar, warum - hatte Pettigrew den Welpen (mit dem merkwürdigen Namen Joe) bei James und Lily zurückgelassen, bevor er sich auf eine Reise nach Brasilien begab. Sie kannte Pettigrew nicht gut, doch Arthur, der ihn von der Arbeit kannte, bezeichnete ihn als recht netten Gesellen. Jedenfalls könnte sie wetten, dass er ein alter Freund der Potters war - ein Blick auf den Welpen sagte ihr, dass es so sein musste. Das wilde Energiebündel bei jemand anderem als engen Freunden zu lassen käme einem Desaster gleich! Harry hatte irgendetwas erwähnt, dass Pettigrew ihn in Amerika erworben habe und es ein siberianischer Husky sei, doch für Molly war er einfach nur ein schwarzweißes Knäuel kinderlieben Enthusiasmus'. Sie kicherte.

„Ich weiß es wirklich nicht", erwiderte sie schließlich. „Meistens beschäftigen sie sich gegenseitig."

„Darauf könnte ich wetten." Lily lachte. „Dasselbe könnte ich über James und Harry sagen, insbesondere wenn es um Quidditch geht. Manchmal könnte ich schwören, dass ich die einzige Erwachsene im Haus bin."

„Das kenne ich", stimmte sie erleichtert zu. „Mit all seinem Muggelzeug kann Arthur genauso sein."

Lily lächelte. „Kein Wunder, dass sie sich so gut verstehen."

Und das taten ihre Ehegatten tatsächlich. Als er entdeckte, dass James im Besitz eines „Tellyfons" war (Lily, erfuhr Molly, war muggelstämmig), war Arthur begeistert gewesen. James, der das Telefon Lily zufolge noch immer für ein Spielzeug hielt, hatte ihm eifrig zugestimmt, also waren sie zehn Minuten zuvor verschwunden und hatten die Frauen in der Küche zurückgelassen. Währenddessen führte Percy eine technische Diskussion über magische Medizin mit den Grangers, die sich zunächst in dem Zaubererhaus ziemlich unwohl gefühlt hatten, sich nach ein paar Drinks allerdings entspannten, dank der unkomplizierten Art der Potters. Dieser Tage wurde es schwer, Menschen zu finden, die so offen wie Lily und James waren, insbesondere unter den ältesten und reichsten Familien der magischen Welt. Auf der anderen Seite hatte Potter selbst eine muggelstämmige Hexe geheiratet und zumindest Molly sagte das einiges.

Plötzlich wurde ihr klar, dass sie zu lange geschwiegen hatte und Lily sie mit unheimlichen grünen Augen musterte. „Stimmt etwas nicht?"

„Ach, nichts", erwiderte sie leichthin und vertrieb die Gedanken. „Ich habe nur darüber nachgedacht, wie schön es ist, dass Ron so gute Freunde hat."

„Und du hast darüber nachgedacht, dass wir anders sind als du dachtest", beendete Lily für sie.

Molly errötete. „Ist das so offensichtlich?"

„Vielleicht nicht für jeden", erwiderte die andere. „Aber ich habe festgestellt, dass es in der Zauberergemeinschaft nur drei Sorten Menschen gibt: die, die handeln, die, die es nicht tun und die, die für beides zu viel Angst haben."

Ein neuer Unterton schwang in Lilys Stimme mit und Molly fiel es plötzlich schwer, diesem stechenden Blick zu begegnen. „Was willst du damit sagen?"

„Sag, Molly - was weißt du über den Orden des Phönix?"


„Hast du je vom Orden des Phönix gehört, Arthur?"

Die Frage ließ Arthur Weasleys Kopf überrascht herumfahren. Im einen Augenblick hatten er und James noch die Merkwürdigkeiten der Muggeltechnologie diskutiert - über die, wie Arthur festgestellt hatte, James mehr wusste als er - und im anderen Moment wurde der Tonfall des anderen ernst. Irritiert blickte der Ältere seinem Gesprächspartner in die nun geschäftige Miene und fragte sich, was ihn zu dieser Frage brachte.

„Entschuldigung?"

„Der Orden des Phönix." James nickte in Richtung einer Ausgabe des Tagespropheten, die ordentlich gefaltet auf dem Schreibtisch lag. Arthur hatte sie natürlich am Morgen gelesen, doch nun glitten seine Augen erneut über die Titelseite, während er sich fragte, ob diese Frage einem tieferen Zweck folgte. Dennoch las er den Artikel erneut, und sei es nur aus Neugierde.

‚DER ORDEN DES PHOENIX' - ENTTARNT!

von Rita Kimmkorn, Sonderkorrespondentin

Seit Jahren halten sich Gerüchte über eine Geheimorganisation mit dem Zweck,

Den, dessen Namen nicht genannt werden darf, zu bekämpfen, doch niemals

konnte ihre Existenz bestätigt werden. Endlich existieren Beweise dafür, dass der

„Orden des Phönix" in der Tat real ist, und mehr noch, der Tagesprophet kennt

Details über Zweck und Mitglieder dieser Gruppe aus Hexen und Zauberern.

Wie viele vermuteten, wurde der so genannte „Orden" für den Kampf gegen Ihr-

Wisst-Schon-Wen gebildet. Berichte bleiben lückenhaft, doch es scheint, dass

der Orden sich auf die Zeit vor der Einnahme des Askaban-Gefängnisses 1986

durch Ihr-Wisst-Schon-Wen zurückdatieren lässt. Obwohl das Ministerium es

hartnäckig bestreitet, bestätigen Quellen, dass es der Einfluss des Ordens war, der

verhinderte, dass das Ministerium nach der Ermordung Ministerin Bagnolts und

ihrer beiden Nachfolger zusammenbrach. Anscheinend arbeitet der Orden des Phönix

seit zehn Jahren Hand in Hand mit der Abteilung für Magische Strafverfolgung,

um die Bedrohung durch Ihr-Wisst-Schon-Wen abzuwehren.

Dies wird möglich, weil James Potter (Leiter der Aurorenzentrale der AMS)

vertrauenswürdigen Quellen zufolge selbst ein prominentes Mitglied des Ordens ist,

möglicherweise sogar an zweiter Stelle in der Befehlskette steht. Erstaunlich genug

erscheint, dass Ministerin Arabella Figg kein Mitglied dieser wenigen Auserwählten

sein soll, was ein Grund für die Spannungen zwischen der Leiterin der Magischen

Strafverfolgung und ihrem früheren Protegé sein könnte, über die in den letzten

Wochen berichtet wurde.

Der möglicherweise überzeugendste Grund für die Kooperation zwischen

Ministerium und Orden ist die Identität des Anführers des Orden des Phönix.

Unbestätigten Quellen zufolge handelt es sich dabei um keinen anderen als

Bartemius Crouch, den stellvertretenden Zaubereiminister, und um seinen Weitblick

und seine Ausdauer, die den Orden über die dunklen Jahre hinweg am Leben gehalten

haben.

Ein weiterer extrem geheimer Teil des Ordens soll die so genannte „Einhorngruppe"

sein, bei der es sich wahrscheinlich um ein Elite-Forschungsteam handelt, das

sich die Entwicklung neuer Magie zum Ziel gesetzt hat. Angeblich konzentriert

sich die Einhorngruppe zurzeit auf ein „Projekt Haarball", dessen Zweck zu diesem

Zeitpunkt noch unbekannt ist.

Ein weiteres Projekt, das den Orden beschäftigt hält, ist jedoch der Versuch, die

Verteidigungslinien Askabans zu durchbrechen und seine Gefangenen aus den

Händen des Dunklen Lords zu retten. Der Status dieses Projekts ist unbekannt, doch

Gerüchten zufolge wurde kürzlich ein riskanter Plan unwissentlich durch Mitarbeiter

des Ministeriums vereitelt, die in die Geheimnisse des Ordens nicht eingeweiht waren.

Es bleibt abzuwarten, ob es zu weiteren Desastern dieser Art kommen will oder ob

es dem Ministerium und dem Orden gelingen wird, zukünftig enger zusammen zu

arbeiten – vorausgesetzt, dass sie trotz allem für dasselbe Ziel kämpfen.

Arthur runzelte die Stirn und musterte Potter ein weiteres Mal. „Warum fragst du mich das?", fragte er. Dann seufzte er. „Weil du nichts davon weißt? Versprüht Kimmkorn wieder heiße Luft?"

„Nun ja, nein... und ja", gab James zu. „Sie hat ein bemerkenswertes Talent dafür, Fakten zu verdrehen, nicht wahr?"

„Definitiv." Arthur erinnerte sich an diverse frühere Artikel, doch er schob den Gedanken beiseite, als James die Zeitung in die Hand nahm.

„Das hier", sagte er. „ist hauptsächlich Müll. Hauptsächlich."

„Was meinst du?"

„Das kann ich dir sagen, Arthur, wenn du bitte zuerst meine Frage beantwortest", erwiderte James ruhig. „Was weißt du über den Phönixorden?"

Arthur zuckte mit den Schultern. „Ich gebe nie viel auf Gerüchte", gab er zu. „Ich weiß, dass es ihn gibt und dass einige Mitglieder des Ministeriums mit ihm zu tun haben, aber darüber hinaus..." Erneutes Schulterzucken. „Nach dem, was ich weiß, könnte der Artikel völlig wahr sein."

„Nicht ganz." Der andere schmunzelte. „Aber Kimmkorn hat Recht, wenn sie sagt, dass der Orden tatsächlich existiert. Was das angeht, die Einhorngruppe ebenfalls. Und wir versuchen, in Askaban einzudringen. Davon abgesehen ist der Artikel völliger Nonsens."

„Wir?" Arthur war dieses spezielle Pronomen nicht entgangen.

„Ja. Ich bin ein Mitglied des Ordens - schon seit einer ganzen Weile, ehrlich gesagt. Aber ich erzähle dir das nur, Arthur, weil ich möchte, dass du ihm ebenfalls beitrittst."

Arthur fühlte sich, als sei ihm gerade etwas Schweres auf den Kopf gefallen. Er hatte eine ganze Karriere damit verbracht, vom Ministerium übergangen und ignoriert zu werden, meistens aufgrund von Vorurteilen in seiner Abteilung... Er runzelte die Stirn. „Ich? Wieso?"

„Du und ich wissen beide, dass Addams dabei ist, das Feld zu räumen", erwiderte der Auror. „Es gibt unterschiedliche Leute, die bereit sind, ihn zu ersetzen, und du bist einer davon. Unserer Einschätzung nach bist du die wahrscheinlichste Wahl, und Kontakte zum Leiter des Büros gegen den Missbrauch von Muggelartefakten wären eine Bereicherung für uns. Deine Abteilung kommt oft genug mit den Dunklen Künsten in Berührung, und uns ist, als wäre es sehr viel leichter, mit dir zusammen zu arbeiten als um dich herum."

„Wer ist ‚wir'?" Arthur musste fragen. Er hatte bereits vor langer Zeit gelernt, dass man nicht ins Wasser sprang, ohne vorher herauszufinden, wie tief es war.

„Das kann ich dir noch nicht sagen."

„Dann - woher weißt du, dass ich den Job bekomme?", bohrte er weiter. „Ich war ziemlich sicher, dass sie Perkins nehmen."

Potter lächelte auf seine beiläufige Weise. „Das kann ich dir auch nicht sagen", gab er ruhig zurück. „Unglücklicherweise handelt es sich nicht um ein Angebot, das du lange überdenken kannst, Arthur. Dafür kann ich dir keine Zeit geben. Es läuft darauf hinaus, ob du Voldemorts Niederlage erleben willst oder nicht, und welche Welt zurückbleiben soll, wenn er fertig ist."


Noch immer war Molly sich noch nicht darüber im Klaren, was sie denken sollte. In ein paar wenigen kurzen Sätzen hatte Lily zugegeben, dass der Gerüchte umwobene Order des Phönix tatsächlich existierte und sie eingeladen, ihn beizutreten - dann ging sie sofort dazu über, die Einhorngruppe zu beschreiben, deren Mitglied Molly werden sollte. Die Einhorngruppe war scheinbar eine Abteilung des Ordens, die an Dutzenden von Projekten arbeitete und von Lily geleitet wurde und neben einem Gegenzauber für den Imperius-Fluch einen Weg suchte, Dementoren zu töten. Lily hatte sie außerdem darüber informiert, dass James Arthur dasselbe anbieten wollte - und dem halbverwirrten Blick im Gesicht ihres Ehemanns zufolge, als sie das Büro des Auroren verließen, hatte Arthur akzeptiert.

Hilflos lächelte sie in Arthurs Richtung. Nicht, dass sie ihre Entscheidung bereute, nur geschah nun mal alles so schnell. Molly war, als habe man sie in einen Muggelmixer gesteckt und vergessen, die Maschine danach nicht abgestellt. Doch wie auch immer es sein mochte, ihr entgingen nicht der bedeutungsschwere Blick zwischen den Potters und das leichte Nicken Lilys, das eine unausgesprochene Frage ihres Mannes beantworte. James wandte sich lächelnd zu Molly um.

„Schön, dass ihr dabei seid", sagte er.

„Danke schön... denke ich." Neben ihr machte Arthur eine vage Geste, und Molly wusste, dass er sich ebenso fühlte.

James schmunzelte, und Lily antwortete ernsthaft. „Dank uns nicht, Molly. Wir tun alle nur, was wir tun müssen."

„In der Tat", stimmte Arthur leise zu, und Molly nickte, während sie James dabei beobachtete, wie er eine Handvoll glitzerndes Flohpulver in den Kamin warf.

„Albus?"

Zu Mollys außerordentlicher Überraschung erschien der Kopf des Zaubereiministers in der Feuerstelle. Als Lily davon sprach, jemanden über das Flohnetzwerk zu kontaktieren, hatte sie dabei nicht Dumbledore erwartet.

„Hallo James, Lily" Der alte Zauberer lächelte. „Ah! Arthur und Molly ebenfalls. Ich bin sehr erfreut, euch beide zu sehen." Seine blauen Augen wandten sich an James. „Also nehme ich an, sie haben zugestimmt?"

Potter nickte.

„Exzellent!" So alt seine Augen sein mochten, sie sprühten vor Energie. „Dann werde ich mich bald mit dir unterhalten müssen, Arthur, und ich nehme an, Lily wird dich einweisen, Molly. Hat bis dahin einer von euch beiden Fragen?"

Kurz zog Molly in Betracht Dumbledore zu fragen, ob er den Orden anführte, doch es gab eigentlich keinen Grund dazu. Offenbar hatte diese Kimmkorn wieder Fakten verdreht. Es war sicher nicht das erste Mal. Sie schüttelte den Kopf, Arthur jedoch sprach.

„Gibt es etwas, was wir jetzt tun sollten?", fragte er.

„Tun?", fragte Dumbledore zurück. „Mein lieber Junge, du hast bereits sehr viel getan. In der Zukunft werde ich dich um mehr bitten, bis dahin jedoch nur darum, mir zu vertrauen. Ich werde es mir später verdienen müssen, dieses Vertrauen, bis dahin jedoch muss ich um Geduld und Zeit bitten. Ich werde mich melden."

So schnell, wie er gekommen war, war Albus Dumbledore verschwunden. Molly beobachtete die Flammen noch einen Moment lang und sann kurz darüber nach, wie anders die Welt plötzlich erscheinen konnte, wenn man sie in neuem Licht betrachtete. Mit Dumbledore an der Spitze des Phönixordens erschien ihr plötzlich, als gäbe es doch Hoffnung... und vielleicht, eines Tages, konnten ihre Kinder in einer Welt ohne Angst leben.


Tbc...