Kapitel 13

Ich erhob mich vorsichtig, streckte meine steifen Glieder. Daphne schlief noch, sie sah so friedlich aus. Der kalte Gesichtsausdruck war von ihr abgefallen, gebröckelt wie eine alte Mauer. Sie sah jünger aus, unschuldiger.

Ich schlich leise davon, meine Fußsohlen schmerzten noch immer. Überall in den Gängen waren Relikte eines Kampfes zu sehen. Feine Staubschichten, die den Boden überzogen, herausgesprengte Stücke aus Säulen und Fensterbänken.

Ich umkurvte die Trümmerhäufchen und lief in die Eingangshalle. Sie war menschenleer, vermutlich befanden sich die meisten in ihren Schlafsälen. Ich gähnte, es war ungefähr sechs Uhr morgens. Vielleicht konnte ich noch ein paar Stunden Schlaf herausschlagen.

Ich lief die Treppen zum Keller hinunter, murmelte der Steinwand das Passwort zu und schlüpfte hindurch, kaum dass die Lücke groß genug war. Auch im Gemeinschaftsraum war kein Mensch zu sehen. Ich stieg die Wendeltreppe zu dem Mädchenschlafsälen hinunter und stieß die Tür, auf der Viertklässler stand, sachte auf.

Brianna und Makayla lagen zusammen in einem Bett und schliefen. Auf ihren Wangen konnte man getrocknete Tränenspuren erkennen. Ich seufzte leise und ließ mich auf mein eigenes Bett fallen. Tara im Bett neben mir schnarchte laut. Ich drehte mich weg und presst mir beide Seiten meines Kissens an meine Ohren. Ich dachte an Draco, wie es sich angefühlt hatte, ihn in den Armen zu halten. Ich hoffte, er hatte es auch genossen.

Dennoch, er war immer noch mit Pansy zusammen. Aber wo war sie dann immer gewesen, wenn er sie gebraucht hatte? Wo war sie gewesen, als er im Klo der Maulenden Myrte saß und weinte? Wo war sie gewesen, als er langsam an der großen Aufgabe zerbrach? Hatte sie ihn Nachts gehalten und ihm gesagt, dass er sich vor ihr nicht verstellen musste?

Nein, hatte sie nicht. Ich war es gewesen. Ich, die kleine Astoria.

Hatte ich da nicht verdient, ihn in meinen Armen zu halten? Aber er liebte mich nicht. Nicht so wie ich ihn liebte. Und selbst wenn, er war immer noch Daphne versprochen.

Ich hatte plötzlich wieder seinen Duft in der Nase und seufzte tief. Das war der mit Abstand schönste Duft der Welt. Ich schloss die Augen und holte tief Luft. Der Schlaf zehrte an mir und zog mich in seine herrlichen Tiefen.

Ich träumte von Draco. Davon, wie er mich in seine starken Arme zog und festhielt. Die Welt blieb stehen, als es nur noch mich und ihn gab. Ich sog seinen Duft in mir auf wie ein Schwamm. Die stürmische Farbe seiner Augen, die Wärme seines Körpers.

Ein leises Seufzen entfuhr mir und er strich mir sanft über die Haare. „Ich liebe dich, Draco", murmelte ich leise.

„Ich liebe dich, Daphne."

Ich kehrte in die Realität zurück. Innerhalb weniger Sekunden hatte sich der Traum in einen Albtraum gewandelt. Ich riss mich von ihm los und starrte ihn an. Er würde mich niemals lieben. Nicht so, wie ich ihn liebte.

Weil er Daphne gehörte.

Nicht mir.

x

Mutter holte Daphne und mich früher ab. Ein paar Schüler und Schülerinnen blieben noch, um bei Dumbledores Beerdigung dabei zu sein, aber ich war nur froh, dass es vorbei war.

Zu Beginn der Ferien kamen Dracos Vater und die anderen verhafteten Todesser aus dem Gefängnis frei. Malfoy Manor wurde zum Hauptsitz erklärt und wir zogen wenig später ein.

Das Haus war zwar groß, gab jedoch nicht genug Platz für alle her, aber da wir zu einer wichtigen Familie gehörten, bekamen wir unsere eigenen Räume. Mir gefiel es zwar nicht so sehr, mein Zuhause zu verlassen, allerdings war Draco so die ganze Zeit in meiner Nähe.

Bereits wenige Tage nach unserer Ankunft nahm Vater zusammen mit 29 anderen Todessern an einer wichtigen Mission bezüglich Harry Potter teil.

Als er zurückkehrte war er alles andere als zufrieden. Der Dunkle Lord war ebenfalls nicht erfreut, anscheinend hatte die Aktion nicht funktioniert wie erhofft.

Als Strafe wurden sämtliche Beteiligten vor unseren Augen gefoltert.

Ich werde nie vergessen, wie mein Vater sich schreiend unter dem Cruciatus Fluch wand, auch wenn ich nie viel Kontakt zu ihm gehabt hatte. Es war schrecklich, ihn, der immer so gefasst war, so verwundbar zu sehen. Daphne war starr und blass wie ein Laken. Sie sah aus, als würde sie gleich umkippen. Ich spürte die Übelkeit in mir hochsteigen.

Aber am schlimmsten war es für Mutter. Stumm liefen ihr Tränen über das Gesicht, ihre sonst so akkurate Schminke lief ihr in schwarzen Bächen die Wangen herunter. Sie weinte nie. Ich konnte ihr ansehen, dass sie Todesqualen litt.

Der Dunkle Lord lachte triumphierend und bedeutete seinem Handlanger aufzuhören.

Vater blieb auf dem Boden liegen und rührte sich nicht. Neben ihm lagen die anderen Gequälten.

Ich presste mir die Hand vor den Mund und stürzte zu ihm, sobald der Dunkle Lord mit wehenden Roben verschwunden war.

„Vater!" Ich rüttelte an seiner Schulter. „Vater, wach auf!" Ich schmeckte etwas Salziges. Verwirrt fasste ich mir ans Gesicht. Ich weinte.

Mutter kniete sich neben mich und zog Vaters Kopf auf ihren Schoß. „Philemon. Phil. Kannst du mich hören?" Ihre Stimme zitterte wie verrückt.

„Vater!", rief ich schluchzend.

Daphne trat neben uns. Ihre Stimme klang ausdruckslos. „Ist er tot?"

„Nein", riefen Mutter und ich gleichzeitig.

Mutter strich ihm sanft über die Wangen, auf der Tränen glänzten. Er stöhnte.

Ein Stein fiel von meinem Herzen. Merlin sei Dank. Er lebte.

„Astoria, hilf mir bitte, ihn zu unseren Gemächern zu bringen."

Ich gehorchte, ohne groß nachzudenken. Daphne folgte uns mit unsicherem Gang. Um sie würde ich mir später Sorgen machen.

Ich fegte alle Sachen vom Tisch und hievte Vater zusammen mit Mutter hinauf. Es war die nächste Ablage, die wir finden konnten.

„Astoria, hol die Medikamente, schnell!"

Ich rannte los ins Badezimmer und griff nach dem großen Koffer, in dem die Fläschchen und Tiegel leise klirrten. Mutter nahm ihn mir ab und warf ihn auf den Boden. Hektisch suchte sie nach einem Trank, der Vater helfen würde. Sie verabreichte ihm routiniert einen Stärkungstrank und versorgte dann die Wunden, die er sich bei der Aktion zugezogen hatte.

Ich beobachtete sie fasziniert. Diese Seite kannte ich gar nicht von ihr. Sie ging so fachmännisch mit den Heilmitteln um. Mir wurde urplötzlich klar, wie wenig ich über Mutter und Vater wusste. Außer der Tatsache, dass sie meine Eltern waren, wusste ich eigentlich gar nichts über sie.

Nachdem Mutter fertig war, ließ sie sich erschöpft auf ein Sofa fallen.

„Alles in Ordnung?", wagte ich zu fragen.

Mutter nickte. „Er wird wieder." Sie sagte es mehr zu sich selbst als zu mir. Fast, als wollte sie sich selbst davon überzeugen.

Daphne war spurlos verschwunden. Ich ließ mich seufzend neben Mutter fallen. „Wo hast du das alles gelernt?"

Mutter zögerte. „Ich war früher Heilerin, bevor ich deinen Vater geheiratet habe."

„Das wusste ich gar nicht. Wieso hast du das nie erzählt?"

„Du hast nie gefragt", erwiderte sie.

Vater regte sich auf dem Tisch und stöhnte. „Moira?"

„Ich bin hier, Phil", sagte Mutter sanft. Sie stand auf und ergriff seine Hand.

Ich erhob mich ebenfalls und beschloss, die beiden allein zu lassen.

Auf meinem Zimmer angekommen, griff ich nach einem Buch über Heilkräuter.

Hatte ich deshalb ein so großes Interesse in die Heilkunst? War ich Mutter ähnlicher, als ich dachte?

Mein Ziel war es schließlich auch, Heilerin zu werden.

Nachdenklich ließ ich meinen Finger über die Buchstaben gleiten, die die Heilfähigkeiten der Alraunen erklärten.

Aus dem kleinen Salon hörte ich leise Stimmen, die bezeugten, dass es Vater bereits besser ging.

Ich stand auf, lief zu Daphnes Zimmer und klopfte. Ich hatte schon zu lange zugesehen, wie sie sich kaputt machte.

„Geh weg", ertönte Daphnes gedämpfte Stimme.

„Daphne? Willst du vielleicht reden? Ich höre dir zu."

„Ich sagte, geh weg", rief sie.

Ein Seufzen entfuhr mir. „Ich mache mir Sorgen um dich."

„Mir geht's super. Und jetzt verschwinde, Astoria, und mach irgendwas mit deinen komischen Büchern!"

„Ich will dir doch nur helfen", versuchte ich es weiter.

„Ich brauche keine Hilfe, verdammt", kreischte sie.

Wieso versuchte jeder, dem ich helfen wollte, mich abzuwimmeln? Vertraute mir keiner? Es war so frustrierend. Ich wollte doch nur helfen, weil sie mir wichtig war. Sie war meine Schwester.

x

Nachdem, was mit Vater passiert war, brauchte ich ein wenig Ruhe, also setzte ich mich nach draußen in den großen Garten, der das Herrenhaus umgab.

Ich klappte mein Buch auf und lehnte mich in den Schatten eines Baumes, als ich eine Gestalt auf mich zugehen sah. Groß, dünn, dunkelhaarig und mit dunklen Augen. Theo.

„Astoria?", fragte er leise, als er vor mir stand. Ich konnte sehen, dass er geweint hatte. Auch sein Vater war von der Bestrafungsaktion nicht verschont geblieben.

Ich klopfte neben mir auf den Boden und bedeutete ihm sich zu setzen. Er ließ sich auf das weiche Gras fallen und zog die Knie an sein Kinn.

Für eine Weile saßen wir einfach nur schweigend da, versunken in unseren eigenen Gedanken.

„Das ist es also", sagte Theo schließlich.

Ich nickte. Das war es tatsächlich.

„Ich hatte gehofft, wir würden mehr Zeit haben", fuhr er fort. „Vor allem du bist noch so jung..."

Ich biss mir auf die Lippe. „Wir konnten es nicht verhindern. Niemand kann das."

„Aber anfangen", sagte er lächelnd.

Ich konnte mir ein Lächeln ebenfalls nicht verkneifen. „Du hast also drüber nachgedacht."

„Stundenlang", bestätigte Theo. „Und es ist immer noch eine dumme Idee, etwas anderes zu denken und verdammt gefährlich, aber..." Er grinste. „Jemand Dummes muss anfangen."

Ich war so überwältigt, dass ich ihn spontan umarmte.

„Hey, hey, nicht so stürmisch."

„Ich hab dich so vermisst", rief ich.

Er lachte. „Ich dich auch." Dann wurde er auf einen Schlag ernst. „Dir ist aber klar, dass wir jetzt in der Höhle des Löwen sind?"

Ich biss mir auf die Lippe und nickte. „Natürlich. Wie könnte ich das vergessen."

„Keine falschen Worte, keine falschen Handlungen." Er sah mich eindringlich an. „Ich will niemanden in Gefahr bringen. Und du hast so viel zu verlieren."

„Also, Klappe halten?", schloss ich.

Theo nickte. „Ach und... tut mir leid, Tori. In den letzten zwei Jahren hab ich mich unmöglich benommen. Du brauchtest mich und ich war so versunken in meiner Trauer, dass ich ganz vergessen habe, dass du auch trauerst."

„Schon okay", sagte ich leise und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Ich verzeihe dir. Außerdem hab ich mich so mit Blaise angefreundet."

„Apropos Blaise", entgegnete Theo. „Der Kerl scheint nicht gerade glücklich zu sein. Ich hab ihn schon monatelang nicht mehr scherzen hören."

Ich zog die Schultern hoch. „Ich weiß... er war so fertig, weil Daphne Schluss gemacht hat und wegen Rose... wahrscheinlich wurde ihm alles zu viel."

„Ich hoffe, er macht nichts Dummes", erwiderte Theo besorgt.

„Er wird schon zur Vernunft kommen. So wie du."

„Glaubst du?"

„Hoffe ich." Ich zupfte an einem Grasbüschel. „Ich hoffe, der Dunkle Lord will nichts von euch. Ihr seid alle volljährig und –"

„Ich mache mir eher Sorgen um dich", unterbrach er mich. „Du bist immerhin so unschuldig."

„Aber wir müssen doch nach Hogwarts", sagte ich.

„Glaubst du, der Dunkel Lord legt wert auf Schulbildung?" Theo lachte kurz und hart. „Wahrscheinlich dürfen wir kleine Kinder quälen."

„Das will ich nicht", rief ich schnell.

„Keine Sorge", entgegnete Theo. „Ich werde dafür sorgen, dass dir so etwas nicht passiert. Und ich glaube, deine Eltern werden auch ihren Teil dazu beitragen."

„Aber..."

Er seufzte. „Kein aber."

Ich schwieg. Nichts, was ich sagte, würde ihn von seiner Idee abbringen.

„Theo?"
„Ja?"

„Du mochtest Rose mehr als... nur mögen oder?" Ich klappte mein Buch auf und zu und starrte auf die Seiten, da ich es nicht über mich bringen konnte, ihn anzuschauen.

Er schwieg so lange, dass ich fast glaubte, er hätte mich nicht gehört. Doch als er mir schließlich eine Antwort gab, klang seine Stimme sicher, als hätte er schon ewig darüber nachgedacht.

„Ja. Soweit ein vierzehnjähriger Junge ein zwölfjähriges Mädchen mehr als nur mögen kann. Sie war... irgendwie anders."

„Ihr wärt ein tolles Paar gewesen", sagte ich leise. „Ich wünschte, sie wäre noch hier. Oder zumindest, dass ich wüsste, wo sie ist."

Theo nickte und rupfte an dem grünen Gras herum. „Das würde es leichter machen, als diese verdammte Ungewissheit."

Ich sah ihn zustimmend an. „Weißt du eigentlich etwas über Draco? Ich habe ihn seit der Sache auf dem Astronomieturm nicht mehr gesehen und ich mache mir irgendwie Sorgen."

„Wirst du jemals aufhören, dir Sorgen um Draco zu machen?" Theo kicherte leise.

„Nein, niemals", antwortete ich ehrlich. „Selbst wenn ich im Grab liege, werde ich noch alle, die es besuchen, fragen, ob es Draco gut geht."

Theo lachte und wuschelte mir spielerisch durchs Haar. „Du bist echt hoffnungslos oder?"

„Ein hoffnungsloser Fall", bestätigte ich. Dann wurde ich wieder ernst. „Also, Theo, sag schon. Hast du ihn gesehen?"

Er nickte. „Ja, aber auch nur kurz. Er ist ziemlich fertig von diesem ganzen Scheiß. Kann ich verstehen, jeder mit so einer Aufgabe wäre daran kaputtgegangen."

Ich legte mein Buch neben mich und starrte nachdenklich das Haus an. „Vielleicht sollte ich zu ihm gehen?"

„Lass ihn lieber", entgegnete Theo. „Er braucht wahrscheinlich seine Ruhe, um damit fertigzuwerden."

Ich seufzte leise. „Okay, ich höre mal lieber auf dich. Wenn ich sonst versuche, mit Leuten zu reden, mache ich es noch schlimmer."

„Weil du immer alles besser machen willst, obwohl man es manchmal einfach nicht besser machen kann." Theo lächelte. „Ich wünsche mir für dich wirklich, dass Draco klar wird, dass er dich braucht und nicht Pansy."

„Danke", sagte ich leise. „Aber das liegt jetzt wohl ganz bei ihm."

„Er mag dich aber zumindest, denke ich", meinte er. „Wenn ich dich mal zufällig anspreche, kriegt er zumindest keine Hassanfälle."

Gegen meinen Willen musste ich lachen. Theo stimmte ein.

„Das ist ja schon mal ein Anfang."

Theo lachte und nickte zustimmend. „Jeder fängt mal klein an."

x

Nachdem ich zusammen mit Theo draußen gesessen hatte, bis es dämmerte, kehrten wir ins Haus zurück. Ich verabschiedete mich von ihm und wünschte ihm eine gute Nacht. Dann machte ich mich zurück auf den Weg in mein Zimmer. Mutter fragte sich bestimmt, wo ich blieb. Außerdem hatte ich einen Bärenhunger.

Als ich am Salon der Malfoys vorbeikam, hörte ich plötzlich eine mir bekannte Stimme. Neugierig trat ich näher – und erstarrte. Durch einen winzigen Türspalt konnte ich Dracos großgewachsenen Gestalt ausmachen.

„...hast versagt, Draco."

Ein Schauer lief mir über den Rücken. Das war die fauchende Stimme des Dunklen Lords.

„Ich weiß, mein Lord." Diese Stimme gehörte zu Draco.

„Und du weißt, dass ich dich noch bestrafen muss?"

Ich erschauerte. Nein. Noch einer, den ich liebte, verletzt? Das würde ich nicht aushalten.

„Carrow, die Tür ist offen", sagte der Dunkle Lord ausdruckslos.

Carrow lief auf die Tür zu und ich verdrückte mich schnell. Nachdem die Tür mit einem lauten Klacken ins Schloss gefallen war, wagte ich mich wieder näher.

„Carrow, tob dich aus", hörte ich den Dunklen Lord kalt sagen.

Ich vernahm ein klatschendes, widerliches Geräusch. Aber Draco gab keinen Laut von sich. Die klatschenden Geräusche wurden schneller, in immer kürzeren Abständen.

Ich war wie festgefroren. Was geschah mit ihm?

„Scheint, als zeige das keine Wirkung", sagte eine dritte Stimme hämisch. Carrow. „Er macht ja gar nichts. Wollen wir mal sehen, was er jetzt macht. Crucio!"

Draco jaulte auf.

Ich schlug die Hände vors Gesicht. „Nein, nein, nein!"

Ich stellte mir vor, wie er sich wand vor Qual. Ich konnte das nicht zulassen.

Mein Gehirn funktionierte nicht mehr, alles an mir schrie. Wie von allen guten Geistern verlassen riss ich die Tür, die in den Salon führte, auf und schrie. „Aufhören! Nein! Aufhören!"

„Wen haben wir denn da?" Carrow musterte mich.

Der Dunkle Lord nickte kaum merklich.

Ich bekam es mit der Angst zu tun. Dumme Astoria.

Carrow richtete seinen Zauberstab auf mich. Ich begann zu zittern. „Nein, bitte." Meine Stimme war nur noch ein leiser, kraftloser Laut.

Draco lag reglos am Boden in einer Lache seines eigenen Blutes. Was hatten sie mit ihm gemacht?

Mehr konnte ich nicht denken. Meine Welt explodierte. Unbeschreiblicher Schmerz schoss durch meine Adern. Fühlte sich so das Ende an?

Ich stand in Flammen, wand mich hin und her.

Und dann schrie ich.