Bellas Sicht:
Mittlerweile war schon ein Monat seit meinem ersten Training vergangen. Ich habe mich laut Carlisle schon besser unter Kontrolle als die meisten Neugeborenen. Doch trotzdem fällt mir der Kampf gegen das Monster in mir jeden Tag schwer. Carlisle hat gestern sogar eine Blutkonserve aus dem Krankenhaus mitgebracht, aber ich konnte mich nicht unter Kontrolle halten und bin in den Wald gerannt, weil ich enttäuscht von mir selbst war.
Edward hatte mich dann gefunden und getröstet.
Er hat gesagt, dass das viele Training in den letzten Tagen zu anstrengend für mich wäre.
Deswegen hat er mich heute zu unserem Platz am Wasserfall gebracht, damit ich mich ausruhen kann und wir Zeit für uns haben.
In letzter Zeit bestanden unsere Tage eigentlich nur aus meinem Training und den Hochzeitsvorbereitungen.
Wir hatten Alice gebeten unsere Hochzeit zu planen. Doch wir hatten nicht gewusst, was wir uns damit einbrocken würden.
Uns war zwar schon immer klar, dass Alice sehr anstrengend ist, aber so schlimm hatten wir uns das nicht vorgestellt.
Sie hat mich schon in zehn verschiedene Kleider gesteckt. Sie fand das Kleid immer ein paar Tage lang schön, aber dann war sie doch nicht mehr zufrieden und kaufte wieder ein neues.
Egal wie gut es mir gefiel, sie ließ nicht mit sich reden und heute Morgen hatte sie wieder verkündet, dass sie heute in die Stadt fahren würde und mir ein neues besorgen würde.
Kaum haben Edward und ich uns zurückgezogen, um miteinander Zeit zu verbringen, platzt sie immer wieder rein und stört uns.
Sie war einfach unglaublich!
Unglaublich nervig!
Edwards Hand die sanft über meinen Rücken strich holte mich wieder zurück in die Gegenwart.
Wir lagen eng aneinander gekuschelt auf dem Gras und unsere Haut glitzerte, da die Sonne schien. Anfangs war ich über meinen Anblick überrascht gewesen, doch dann wurde mir erneut bewusst, dass ich ein Vampir war.
Plötzlich musste ich an meine Familie denken, von der ich mich noch nichteinmal richtig verabschieden konnte.
Um Renee machte ich mir keine allzu großen Sorgen. Sie hatte Phil, wenn es ihr schlecht ging.
Doch was war mit Charlie? Er hatte nur noch mich gehabt und jetzt war auch ich nicht mehr bei ihm. Ich würde wohl meine Fähigkeit einsetzten müssen, um das herauszufinden.
Doch wollte ich das überhaupt?
Was wäre, wenn es ihm schlecht ging?
Wenn es ihm meinetwegen schlecht ging?
"Woran denkst du?", riss mich Edward unsanft aus meinen Gedanken.
Ich schaute in seine goldenen Augen und antwortete:"Nichts."
Er kicherte leise.
"Du warst schon immer eine miese Lügnerin, Bella."
Doch dann wurde er wieder ernst und sagte:"Ich sehe doch,dass dich etwas bedrückt. Was ist los?"
Da ich wusste, dass es keinen Sinn machen würde ihn anzulügen, entschied ich mich dazu ihm einfach die Wahrheit zu sagen.
"Ich habe an meine Eltern gedacht. Ich meine, was könnte ich tun, wenn es ihnen schlecht geht? Nichts. Ich könnte nichts tun. Und um ehrlich zu sein, kotzt mich das so ziemlich an!"
Edward schien etwas überrascht über meinen Ausbruch.
Doch ich sah in seinen Augen, dass er das genauso wusste wie ich und, dass auch er nichts daran ändern konnte.
"Interessante Wortwahl.", erwiderte er nur und versuchte ein anderes Thema anzuschneiden und mich aufzuheiern, doch ich ließ mich dieses Mal nicht darauf ein.
" Versuch nicht vom Thema abzulenken, Edward."
"Wieso? Glaubst du etwa ich könnte das nicht?", fragte er und ich sah den Schalk in seinen Augen.
Was hatte er denn nun schon wieder vor?
"Genau das glaube ich."
"Bist du dir da ganz sicher?", fragte er, wobei sein Gesicht sich immer weiter meinem näherte. Bis nur noch ein winziger Abstand dazwischen blieb und ich seinen süßen Atem spüren und riechen konnte.
Ich nickte nur.
Jetzt berührt er mit seinen Lippen meine Unterlippe, dann wanderten sie weiter zu meinem Kinn und von da aus zu meinem Ohr.
Es raubte mir fast den Verstand.
"Bist du dir da immer noch so sicher?", hauchte er in mein Ohr.
Ich brachte ein zittriges Nicken zu Stande, obwohl ich gar nicht mehr wusste worum es eigentlich ging.
Er schien das auch zu wissen, denn er kicherte leise und fuhr dann fort, indem er langsam meinen Hals mit sanften Küssen bedeckte.
Mein Atem beschleunigte sich und auch noch der klägliche Rest meines Widerstandes war verschwunden.
Er gab mir einen zärtlichen Kuss auf den Mund und flüsterte dann:"Gewonnen."
Ich streckte ihm wie eine Dreijährige die Zunge raus, woraufhin er nur dumm grinste.
Dann schloss er mich wieder fest in seine Arme.
"Du weißt, dass die Denali in ein paar Tagen kommen werden, um dich schonmal kennenzulernen?", mumelte er, während er erneut mit seinen Lippen meinen Hals entlangstrich.
Edward hatte mir schon ein paar Sachen über sie erzählt.
Auch, dass Laurent sich bei ihnen aufhielt und eine Beziehung mit Irina hatte. /AN: Bella wurde von Victoria gebissen, bevor sie überhaupt zu Jacob gegangen war, also hat Laurent die Denali auch nicht verlassen, um Bella zu finden\\
Was mich an der Sache aber noch viel mehr störte war Tanya.
Edward hatte widerwillig zugegeben, dass sie mal in ihn verliebt war, doch er hatte mir versichert, dass das nicht auf Gegenseitigkeit beruhte.
Trotzdem.
Tanya. Wer heißt schon Tanya? Was ist das überhaupt für ein Name?
Klingt eindeutig nach Oberzicke.
Wenn sie sich Edward auch nur nähert, dann... dann ...dann...
Plötzlich knurrte ich und Edward sah überrascht auf.
"Bella?", fragte er besorgt.
Doch ich antwortete nicht, da ich gerade damit beschäftigt war, wie ich Tanya in dem Fall möglichst qualvoll töten könnte.
Plötzlich kicherte Edward.
"Aber, aber,Liebste. Du bist doch nicht etwa eifersüchtig?", fragte er neckend.
Konnte er jetzt etwa doch meine Gedanken lesen?
"Nein, bin ich nicht.", log ich und drehte trotzig meinen Kopf weg.
Doch natürlich durchschaute er mich.
Er legte seine Hand unter mein Kinn und zwang mich auf diese Weise ihn anzusehen.
"Bella. Du bist meine einzig wahre Liebe. Ich liebe dich und das werde ich auch immer tun. Nichts und niemand könnte das ändern. Und schon gar keine Tanya."
Mit diesen Worten und einem leidenschaftlichen Kuss ließ ich mich wieder besänftigen.
"Na gut. Aber hoffentlich machen sie keinen Ärger.", grummelte ich noch und legte meinen Kopf auf seine Brust.
Hallo Leute! Ich hoffe es hat euch gefallen.
Bitte reviewt!
