KAPITEL 14: Auf's Ganze
Fahles Mondlicht fiel durch das langgezogene Fenster in Micks Wohnzimmer, vor dem Beth stand. Ihre Hände waren um einen Becher heißen Tee geschlossen und ab und zu hob sie ihn an ihren Mund und nahm gedankenversunken einen langen Schluck. Ihre Gedanken kreisten um ihr letztes Gespräch mit Josef. Sie hatte ihn eigentlich auf ihre Träume ansprechen wollen. Doch im letzten Moment hatte ihre Scheu vor dem Vampir über ihren anfänglichen Mut gesiegt und sie hatte nicht mehr als die kyptischen Andeutungen über ihre Lippen gebracht und war dann aus seinem Büro geflüchtet.
Ihr war schnell klar geworden, dass sie etwas unternehmen musste, wenn sie Maureens Ratschlag folgen und sich das holen wollte, was sie sich wünschte. Sie hatte von Mick UND Josef geträumt - nun wollte sie diesen Traum verwirklichen. Sie hatte tagelang darüber nachgedacht, wie sie Mick darauf ansprechen konnte, doch ihr war keine Lösung eingefallen. Daher hatte sie Josef angerufen. Sie hatte ihn zu Mick eingeladen - Heute Abend.
Mick war noch unterwegs, doch er sollte jeden Augenblick nach Hause kommen. Es erstaunte sie, wie selbstverständlich sie Micks Apartment als ihr Zuhause bezeichnete, obwohl sie nur einige Stunden in der Woche darin verbrachte.
Sie ging in die Küche, wusch die Tasse aus und setzte sich dann ins Wohnzimmer, um auf Mick zu warten. Er wusste noch nicht, dass Josef vorbei kommen würde - sie hoffte einfach, dass sich die Situation von selbst erklären würde und sie früher oder später zum 'interessanten' Teil des Abends kommen würden.
Einige Minuten später hörte sie ein Geräusch auf dem Flur vor Micks Apartment. Schnell stand sie auf und lief ihm entgegen. Doch als sie die Tür öffnete, stand ihr ein anderer Vampir gegenüber.
"Josef."
"Beth?"
"Du bist früh dran."
"Ja. Eine meiner Freshies ist ausgefallen." Ohne weitere Erklärungen schritt er an ihr vorbei und machte sich an Micks Kühlschrank zu schaffen. Entgeistert schloss Beth die Tür und folgte ihm.
"Mick ist noch nicht da."
"Ich weiß.", ließ Josef zwischen zwei Schlucken von Micks Blutkonserven verlauten.
"Woher?"
"Vampir? Du erinnerst dich?"
"Ehm...ja."
Beth verunsicherte die Situtation ein wenig. Vor ihr stand ein Josef, dem es nach Blut dürstete und der nun von Micks Blutvorrat naschte. Was würde Mick wohl sagen, wenn er sie beide hier so fand?
"Josef?", kam es in diesem Moment aus dem Flur.
"Mick." Josef antwortete lässig, sah seinem Freund lächelnd entgegen, bevor er noch einen Schluck von der roten Flüssigkeit nahm.
"Bedien dich doch.", meinte er sarkasitisch, wöhrend er auf die beiden zuging.
Mick überraschte Beth, als er sich zu ihr hinunter beugte und sie vor Josefs Augen leidenschaftlich küsste. Atemlos ließ er sie zurück und schien sich nicht daran zu stören, dass Josef keinen Meter von ihnen entfernt stand.
"Hey."
"Hi.", erwiderte sie immer noch erstaunt.
Dann löste er sich von ihr und brachte seinen langen, schwarzen Mantel in den Flur. "Und was machst du hier, Josef?"
"Tja, darf ein Freund nicht einfach mal so vorbeischauen?"
"Sicher.", Mick musste grinsen. "Aber hier geht es um dich, Josef. Also?"
Josef stellte sein Glas in die Spüle und schmiss die leere Konserve in den Müll.
"Ich hatte Hunger."
"Komm schon. Blut findest du auch wo anders."
"Okay.", gab Josef schließlich nach. "Ich bin gekommen, weil Beth mich angerufen hat", mit einem Blick zu Beth fuhr er fort. "Ich hatte eigentlich gedacht, dass du Bescheid weißt."
"Nein." Mick wandte sich mit fragendem Blick zu Beth.
"Naja", begann diese vorsichtig, unsicher wie sie den beiden Männern klarmachen sollte, was sie eigentlich wollte. Zuerst entschied sie sich für die sichere Methode. Die beiden Vampire würden früher oder später schon dahinter kommen.
"Ich habe dich in letzter Zeit so beansprucht. Da dachte ich mir, es wäre ganz schön, wenn du wieder ein bisschen Zeit für Josef hättest..."
"So?", fragte Josef neugierig. "Und was bringt dich zu der Annahme, dass wir sonst Zeit miteinander verbringen?"
"Tut ihr nicht?"
"Nein normalerweise nicht.", gestand Mick.
"Freundschaft zwischen zwei Vampiren ist nicht unbedingt das, was man sich unter einer normalen Männerfreundschaft vorstellt", begann Josef. "Wir gucken kein Football, trinken kein Bier zusammen und reden nicht über Autos."
Beth blickte von einem zum anderen. "Was macht ihr dann?"
"Nun. Normalerweise versuche ich Mick zum Feiern zu überreden. Lade ihn auf meine Parties ein. Aber sonst machen wir eigentlich nicht viel zusammen..."
...und vermeiden Situationen, in denen wir auf vergangene Zeiten zu sprechen kommen könnten. Beendete Mick im Stillen. Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit kamen erneut in ihm hoch. Er spürte, wie sich etwas in ihm regte. Nein, es war falsch jetzt daran zu denken. Er hatte Beth. Er war das erste Mal seit Jahren wieder glücklich. Das durfte er für nichts aufs Spiel setzen, auch nicht für Josef.
"Nagut. Jetzt seid ihr beide hier.", entschloss Beth, dem Thema vorerst zu entgehen. Sie ging hinüber ins Wohnzimmer und setzte sich im Schneidersitz auf eine der Couches. "Was wollt ihr also machen?"
Josefs Blick fiel auf Mick, der nun in schwarzer Jeans und dunklem Hemd vor ihm stand und sich daran machte, die Ärmel aufzukrempeln. Abwartend schaute er seinem Freund entgegen.
"Irgendein Vorschlag?", langsam wurde er ungeduldig.
Mick sah ihn an und schwieg. Er hatte Angst, dass der andere Vampir seine aufkommende Erregung wahrnahm. Wie anfällig er in letzter Zeit doch für anregende Gedanken war.
"Duschen?", lenkte er ab.
Beth war heil froh, mit dem Rücken zu den beiden Vampiren zu sitzen, denn bei Micks so unverfänglichem Vorschlag strömten ihre Gedanken in eindeutige Richtungen und das Blut schoss ihr in den Kopf. Sie musste ein Husten unterdrücken und versuchte angestrengt die Gedanken an zwei sich unter dem Wasser räkelnde, nasse Vampire zu vertreiben.
Doch Mick musste sie dennoch gehört haben. Er kam zu ihr hinüber, setzte sich neben sie und strich ihr durch das Haar. Die Röte entging ihm nicht.
"Alles okay bei dir, Beth?"
"Ja, sicher."
"Ist es okay, wenn ich dich kurz allein lasse? Ich könnte wirklich eine Dusche gebrauchen."
"Ja, klar. Kein Problem."
Mick gab ihr einen Kuss auf die Stirn und erhob sich. "Stell nichts Dummes mit ihr an, Josef", warnte er seinen Freund.
"Ich doch nicht." Ein heiseres Lachen entwich seiner Kehle.
Nachdem Mick im oberen Stockwerk verschwunden war, fand sich Beth Josef gegenüber wieder. Für kurze Zeit schwiegen sie sich an.
Dann erhob Josef das Wort. "Warum wolltest du mich wirklich hier haben?"
"Das habe ich doch gesagt, ich wollte..."
"Das glaube ich dir nicht, Beth Turner.", schlug Josef Beth mit ihren eigenen Waffen.
Sie musste ein Aufstöhnen unterdrücken und erkennen, dass es nun zu spät war, sich heraus zu reden.
"Also gut. Ich wollte, ich wollte euch beide..."
"Ja?", hakte der Vampir nach.
"Naja. Erinnerst du dich noch an das, was du mir gesagt hast?"
"Ich habe dir vieles gesagt."
Beth entschied sich, alles auf eine Karte zu setzen und ihre Chance zu nutzen: "Du hast gesagt, dass du mir und uns jederzeit zur Verfügung stehst."
Josefs Erinnerungen überschlugen sich. Natürlich. Sein Büro, seine verzweifelten Lügen über den wahren Grund für den gemeinsamen Sex. Sein Fehler ein Körnchen Wahrheit mit unter seine Sätze zu mischen.
Wie hatte er nur so dumm sein können, ihr das jemals anzubieten? Wusste er doch, dass es Mick verärgern und für ihn noch alles verschlimmern würde.
"Und?"
"Ja."
"Ja, was?"
"Ja, ich erinnere mich. Aber das heißt nicht, dass..."
"Doch, Josef - genau das heißt es." Sie stand auf und stellte sich vor ihm, erhob sich vor ihm, da er immernoch auf der Couch saß.
"Du hast es damals gesagt, du musst dich daran halten. Ich weiß, dass es sich nicht nur auf deine Hilfe bei Micks Fällen oder auf meine Sicherheit bezogen hat - du hast dich mir und Mick angeboten."
Josefs Gesichtsausdruck verzog sich zu einer erzwungenen Fratze.
"Und jetzt will ich dieses Angebot in Anspruch nehmen."
Mit entschlossenen Schritten, verließ Beth das Wohnzimmer und folgte Mick unter die Dusche.
Sie hoffte, dass Josef ihre Andeutung - nun, eigentlich war es ja recht eindeutig gewesen - verstanden hatte und sich davon nicht abschrecken ließ. Aber er war ein furchtloser Vampir - warum sollte er?
***
"Hey."
Beths Stimme klang samtig, als sie nackt hinter Mick auftauchte und sich zu ihm unter den Strahl stellte. Sie zog scharf den Atem ein, als sie das eiskalte Wasser auf ihrer Haut spürte. Daran, wie kalt Mick immer duschte, hatte sie nicht gedacht.
Mick, der sich fragte warum Beth nun bei ihm war, während Josef unten im Wohnzimmer wartete, drehte schnell am Regler, um es ihr angenehmer zu machen.
"Danke", flüsterte sie beinahe.
"Beth, was machst du hier?"
"Mit dir duschen?", schlug sie vor.
Sie hoffte inständig, dass sie Mick soweit kriegen würde, dass etwas zwischen den dreien passierte. Ihr war bewusst, dass das Gespräch mit Josef der einfache Teil des Abends gewesen war. Außerdem vertraute sie ihren Verführungskünsten noch nicht vollkommen, zu lange hatte sie keine Gelegenheit gehabt, sie einzusetzen.
"Und was macht Josef?"
"Der ist im Wohnzimmer." ...Zumindest, wenn er nicht bereits vor mir geflüchtet ist.
Ihre Hände fuhren über seine beharrte Brust, malten Kreise um seine Brustwarzen. Sie senkte ihren Kopf und ließ ihre Zunge über die empfindliche Haut fahren. Ein leises Knurren entfuhr Mick.
"Beth"
Ihr Mund wanderte hoch zu seinem Hals. "Ja?", fragte sie so unschuldig wie möglich.
"Meinst du nicht, es wäre besser, Josef ein wenig zu unterhalten, anstatt hier unter der Dusche mit mir...?"
Beth unterbrach ihn. "Josef bekommt seine Unterhaltung schon noch."
Mit einem wissenden Grinsen zog sie Micks Kopf an seinem Kinn zu sich hinunter, sodass ihre Lippen sich auf die seinen legen konnten.
In einem heißen Kuss duellierten sich ihre Zungen und Beth fand, dass es nun an der Zeit war, seine eisenharte Erektion, die sich schamlos gegen ihren körper drückte, nicht länger zu ignorieren. Sie ließ ihre hand zwischen ihren Körpern entlang fahren, bis sie fand, wonach sie suchte.
Mick entfuhr ein Stöhnen - dieses Mal lauter.
Ihre Hände schlossen sich um sein Glied, fuhren daran auf und ab, durch das Wasser kaum einem Widerstand entgegen. Währenddessen fuhr ihre andere Hand über Micks Rücken, fuhr Kreise auf seiner Haut. Ihre Lippen immer noch versiegelt mit seinen. Das Wasser legte sich über sie wie ein Mantel, der Dampf umschloss sie beide.
Ihre Bewegungen wurden schneller, übten mehr Druck aus, sodass Micks Augen sich verklärten und Beth das leise Knurren vernahm, dass aus seiner Kehle drang. Er war verwandelt. Seine Hände lösten sich von ihrem Rücken, sodass er sie mit seinen langen Krallen nicht verletzen konnte. Seine Lippen lösten sich von ihren, als seine Fänge hervorschnellten, doch sie zog sich nicht schnell genug zurück.
Ein kleiner Tropfen Blut wurde auf ihrer Unterlippe sichtbar. Micks Zunge schnellte hervor und leckte ihn behutsam von ihrer weichen Haut. Seine Augen schimmerten blau unter dem Dampf und der Beleuchtung seines Bades und sein Blick bohrte sich in ihre Augen.
"Beth", entfuhr es ihm atemlos und Beth spürte wie sein Samen sich über ihre Hand ergoss.
Genüsslich schloss Mick die Augen und sein Körper schien sich zu beruhigen. Seine Gesichtszüge wurden wieder weicher und die Fangzähne und Krallen verschwanden wieder.
Beinahe enttäuscht verfolgte Beth seine Verwandlung.
Nachdem sich Mick augenscheinlich beruhigt hatte, ließ er seine Hände an Beths Körper entlang fahren. Er liebkoste ihre Brüste, strich über ihren Rücken, folgte der Linie ihrer Wirbelsäule. Erregte sie. Doch als Micks Hand zwischen ihre Beine fuhr, blockte Beth ab.
Fragend schaute der Vampir ihr entgegen.
"Nicht hier", flüsterte Beth verschwörerisch und stellte das Wasser ab, bevor sie ihn hinter sich aus der Dusche zog.
***
Der Anblick, der sich den beiden in Micks Schlafzimmer bot, überraschte sie.
Auch Beth, die zwar gehofft hatte, dass Josef die Andeutung verstand, hatte hiermit nicht gerechnet.
Josef lag quer über Micks Bett ausgestreckt. Seine Schuhe hatte er von sich gekickt und die Kravatte, die er üblicherweise immer ordentlich gebunden trug, hing locker um seinen Hals.
Er war verwandelt. Seine Krallen waren sichtbar, die Gesichtszüge scharf und kantig und sein Blick verklärt. Allein sein durchdringender Blick erregte Beth. Abwartend schaute er den beiden - nackt wie sie waren - entgegen.
Beth erwartete, dass Mick etwas sagte, seine Überraschung äußerte, doch die einzige Reaktion, die der Vampir auf seinem Bett bei ihm hervorrief war ein Knurren. Es klang beinahe feindlich und erschrak Beth.
Josef sah ihm entgegen, entblöste seine scharfen Fänge und antwortete mit einem ähnlichen Fauchen, seines ein wenig höher.
Beth beobachtete fasziniert das Mienenspiel der beiden Männer.
Worte schienen zwischen ihnen nicht nötig. Knurren, Grollen, Zähnefletschen und lange Blicke waren alles, was sie beobachten konnte. Während ihre Gedanken hin und her rasten, sie überlegte, wie sie Mick die Situation erklären sollte.
Doch anstatt sie zu fragen, was das Ganze sollte, machte er einen Schritt vorwärts. Sein Blick wurde weicher, das grimmige Knurren wich einem tiefen Grollen.
Nackt stand er Josef gegenüber, der sich mit einer ungeheuren Schnelligkeit vom Bett bewegt hatte. Die beiden Vampire tauschten einen langen Blick, dann verwandelte sich Mick mit einem lauten Knurren.
Beths Mund stand offen, als sie Micks nackten, verwandelten Körper, Josefs bekleidetem gegenüber sah und erkennen musste, dass Mick anscheinend genau Bescheid wusste.
Seine Hände streckten sich nach Josefs Brust entgegen und mit einem Ruck rissen seine Krallen dem älteren Vampir das Hemd vom Leib. Beth beobachtete mit aufgerissenen Augen die Szene, die sich vor ihr abspielte.
Mit einem abwartenden Blick beugte Josef seinen Kopf zur Seite und wartete bis Mick seinen Kopf ebenfalls zur Seite neigte - dann schoss sein Kopf vor und seine Fänge bohrten sich in Micks Fleisch. Ein tiefes Grollen formte sich in Micks Mund und bereitete Beth eine Gänsehaut am ganzen Körper.
Sie konnte nicht glauben, dass sie nackt im Raum stand, während sich die Vampire mit sich beschäftigten. Noch weniger konnte sie glauben, dass Josef Mick tatsächlich gerade biss und an ihm saugte - weitaus stärker als einer der beiden Vampire es jemals bei ihr gemacht hatte. Sie wusste, dass sie eigentlich Angst haben müsste, dass sie mit zwei erregten Vampiren in einem Raum war, doch ihr Inneres freute sich nur unglaublich, dass Mick nicht wütend auf Josefs plötzlichen Besuch reagierte.
Das Bild der beiden Vampire vor ihr erregte sie. Micks Grollen, sein nackter Körper, der sich an den seines Freundes presste. Seine nassen Haare klebten an seiner Stirn, sein Kopf lag im Nacken. Josef saugte noch immer das wenige Blut aus Micks Körper. Beth konnte das schmatzende Geräusch hören und erinnerte sich an das Gefühl, dass der saugende Mund auf ihrer Haut verursachte. Das Blut schoss in ihren Kopf und sie errötete.
Josef schlug seine Augen auf und sah ihr hungrig entgegen. Die Helligkeit seiner Augen strahlte ihr entgegen und sie musste bei der Intensität seines Blickes schlucken. Ihr war bewusst, dass sowohl Josef als auch Mick ihr schnell klopfendes Herz hören musste, wahrnehmen konnten, wie erregt sie war.
Als Josef sich von Mick löste und seine Fänge an seinem Hals entlang führte, musste Beth ein erregtes Stöhnen unterdrücken. Die beiden Vampire schienen völlig in ihrem Element zu sein. Ihre Krallen bohrten sich in das Fleisch des Anderen - doch die Wunden schlossen sich beinahe zeitgleich mit der Verletzung. Ihre Bewegungen wirkten brutal, schnell. Nun fand auch Micks Mund Josefs Haut und der ältere Vampir erlaubte es ihm, zuzubeißen.
Beths Erregung stieg mit jeder Minute, in der sie das Schauspiel beobachtete. Die Geräusche, die Bilder, die sich mit denen aus ihren Träumen mischten, überwältigten sie. Erschöpfung machte sich in ihrem Körper breit, sie musste sich setzen.
Erleichtert ließ sie sich auf die Bettkante fallen, schlang das Ende der Bettdecke um ihren Körper, um ihr Zittern zu bekämpfen.
Die Münder der beiden Vampire trafen sich nun das erste Mal zu einem Kuss. Doch nichts erinnerte Beth daran, wie Mick sie küsste. Nicht daran war sanft, locker und liebevoll. Ihre Lippen schienen sich gegenseitig zu bekämpfen, tiefes Grollen entfuhr ihren Kehlen, Zähne und Fänge stießen so schwungvoll zusammenm, dass Beth es noch von ihrer Position auf dem Bett aus hören konnte.
Sie erschrak ein bisschen über die Brutalität, mit der sich die zwei begegneten, doch nahm an, dass es in der Natur eines Vampir lag, etwas rauer mit seinem Gegenüber umzugehen. Im Gegensatz zu ihr musste Mick bei Josef keinerlei Vorsicht walten lassen. Er konnte sich völlig seinen Empfindungen hingeben. Beinahe neidisch betrachtete Beth die Art und Weise, in der der Vampir seinem jahrhunderte älterem Freund begegenete.
Doch trotz der Brutalität des Kusses, trotz Einsatz von Krallen und Fängen – Beth sah etwas Liebevolles in ihren Bewegungen. Ihre Blicke voller Leidenschaft, nicht nur vor Blutgier – wäre es anders gewesen, hätten sich die beiden auf sie gestürzt, ihr Körper beinhaltete wesentlich mehr Blut als ihre. Doch so konnte sie dem Schauspiel nur zu sehen und musste feststellen, dass sie wirklich nichts an der Vorstellung von zwei Männern – oder Vampiren – störte.
Außer eines: Sie selbst war unbeteiligt. Entschlossen das zu ändern, ließ sie die Decke hinter sich fallen und bettete ihren Körper darauf. Ihre Beine hingen noch immer über die Bettkante, doch ihre Hände strichen nun fieberhaft über ihren eigenen Körper.
Beth wollte die beiden Männer nicht stören, wollte ihnen Zeit geben sich an einander zu gewöhnen – etwas, was bei Vampiren anscheinend nicht besonders lange dauerte.
Also ließ sie ihre Hand zwischen ihre Beine gleiten, berührte ihre empfindlichste Stelle, streichelte und rieb. Ein Stöhnen entwich ihr, als sie mit dem Zeigefinger gegen den kleinen Knubbel stieß.
Ob es Beths Stöhnen oder die Tatsache, dass sie sich bewusst wurden, wo sie waren und was sie gerade taten – die beiden Vampire stockten in ihrer Bewegung.
Micks Blick ruhte hungrig auf Beths Körper und auch Josef schien nicht unbeeindruckt von der Sicht, die sich ihm bot, zu sein. Beiden entfuhr ein scharfes Knurren.
Der Duft Beths Erregung erfüllte nun den gesamten Raum und lullte ihre Sinne ein. Auch wenn die kleine Wunde an ihrer Unterlippe unter anderen Umständen kaum nennenswert gewesen wäre, in diesem Moment sorgte sie bei beiden Vampiren für Unruhe.
Mick trat einige Schritte aus Josefs Reichweite und trat vor das Bett. Seine Augen starr auf sie gerichtet.
„Beth", hauchte er verführerisch. Seine Augen schienen dunkel vor Leidenschaft unter dem weißen Schleier hervor.
Beths lächelte ihm entgegen. In diesem Moment war sie spürte sie, wie ein enormes Glücksgefühl ihren Körper durchströmte. Eben hatte sie Gespräche mit Josef und Sex mit Mick gehabt, nun standen die beiden, erregt von ihrem Zwischenspiel, vor ihr, während sie sich selbst befriedigte. All ihre Aufmerksamkeit galt nur ihr. Was konnte es besseres geben?
Doch diese stumme Frage wurde Beth schon im nächsten Augenblick beantwortet.
Mit einem leisen Murren schienen sich die Vampire untereinander zu verständigen, denn im nächsten Moment spürte sie bereits Micks Lippen auf ihren und Josefs Lippen an ihrem Hals.
„Mhmmm...", genüsslich schloss Beth die Augen und ließ ihren Arm neben sich auf das Bett fallen.
„Du und deine kleine Verschwörung." Sie konnte Josefs geflüsterte Worte ganz nahe an ihrem Ohr spüren.
Mick löste sich für Sekundenbruchteile von ihr, um seinen Körper dann der Länge nach auf ihren zu pressen. Das Gefühl, mit Beth Haut an Haut zu sein berauschte ihn. Er konnte das Rauschen ihres Blutes hören, ihren pochenden Herzschlag, doch er hatte bereits genügend Erfahrung, um der Versuchung zu widerstehen, sie in diesem Moment zu beißen.
„Du bist unglaublich", raunte er ihr entgegen, während er ihr sanft eine Haarstähne aus dem Gesicht strich.
„Woher wusstest du, dass...?"
Beth lächelte. Sie freute sich, dass sie schließlich hatte, was sie wollte. Doch Moment, was meinte Mick damit, was sollte sie wissen?
„Was?", ihre Stimme klang zerbrechlicher als sie es gewohnt war.
„Na ich schätze, du warst die einzige, die erkannt hat, was wir alle wollten." Josef blickte zu ihr hoch, sein Körper lag ausgestreckt neben ihnen.
„Ehm..." Beths Augen wurden größer. „Ihr habt auch???" Ungläubig schaute sie von einem zu anderen.
Mick nickte. Josef grinste schief.
„Also hast du mich allein aus egoistischen Gründen eingeladen?", folgerte der ältere der beiden.
„Ja. Ich habe geträumt und, naja...", gestand Beth, schloss peinlich berührt ihre Augen.
Mick knurrte erstaunt, Josefs kehliges Lachen schallte durch den Raum.
„Dann wird es wohl Zeit, dass wir dir Manieren beibringen, was Mick?"
Zustimmend fletschte Mick die Zähne, bevor er seine Fänge schwungvoll in die weiche Haut über ihrer Brust stieß.
Mehr vor Schreck als vor Schmerz schrie Beth auf.
***
Einige Minuten später spürte Beth, wie Josef sich von ihr löste und vom Bett glitt. Verwundert schaute sie auf, Mick immernoch an ihrer Brust saugend, und beobachtete, wie er sich rasch aus seinen übrigen Klamotten schälte. Anscheinend hatte auch er es nicht mehr länger mit den störenden Barrieren ausgehalten.
Der perfekt geformte Körper fand den Weg zurück auf das Bett, stubste Mick an der Schulter an und rollte Beth dann behutsam herüber.
Beth, die sich nun auf der Seite liegend zwischen den beiden Vampiren wiederfand, lächelte zufrieden.
Mick saugte immernoch genüsslich an ihrer Brust, dieses Mal jedoch ohne Fänge mit der herkömmlichen Methode. Seine Augen waren geschlossen, er wirkte unglaublich entspannt, zufrieden.
Josef presste seinen kalten Körper von hinten an Beths. Seine eine Hand spielte mit ihrem Haar, während die andere an ihrem Körper entlang fuhr. Ihren Rücken streichelte, über die Rundung ihres Pos, dann an ihren Beinen entlang.
Noch immer war Beth auf das Höchste erregt, keiner der beiden hatte ihr bisher die Erlösung gegönnt, um die sie bereits selbst gerungen hatte.
„Mick. Josef." Ihre Stimme zitterte vor Erregung.
Ruhig schlug Mick die Augen auf und sah zu ihr hoch.
„Ja?", kam es samtig von hinten.
„Wie lange wollt ihr noch so weiter machen? Ich glaube ich werde gleich wahnsinnig!", beschwerte sich die blonde Frau.
„So?", fragte Mick neugierig.
„Ja."
„Dann müssen wir uns wohl etwas einfallen lassen." Das war Josef. Nur Sekunden später spürte sie, wie sich seine Hand von hinten zwischen ihre Beine schob.
„So etwa."
Mick tat es ihm gleich, mit dem einzigen Unterschied, dass seine Hand von vorne kam.
„Oder so." Mick küsste sie leidenschaftlich.
„Oder wie wäre es so?" Josef zupfte an ihrer Brustwarze.
„Oder so?" Mick ließ seine ausgefahrenen Fangzähne an ihrem Hals hinunter gleiten.
„Aber vielleicht will unsere Beth ja auch etwas anderes?" Josefs Krallen fuhren von Beths Schulter bis zu ihrem Poansatz, bedacht darauf, keinen zu großen Schaden zu hinterlassen.
Beth, erregt von all dem, was sie mit ihr anstellten, spürte, wie der Schmerz sich an ihrem Rücken ausbreitete. Seltsamerweise bremste das ihre Erregung und Begierde keinesfalls.
„Jetzt weiß ich, warum ihr gefährlich seid."
Mick zuckte merklich zusammen, seine Scheu ihr gegenüber immernoch nicht vollkommen überwunden.
Beth ließ ihre Finger beruhigend an seiner Wange auf und ab fahren. „Ihr wisst einfach nicht, wann eine Frau das Vorspiel satt hat! Ihr..."
Beth wurde der Gelegenheit beraubt, den Satz zu Ende zu führen, als sie die Bisse der beiden Vampire in ihrem Dekoltee spürte und die Bewegungen zwischen ihren Beinen gezielter wurden.
„Gott,..."
Die Welt vor ihrem Auge drohte schwarz zu werden, daher schloss sie ihre Augen lieber und gab sich vollkommen ihren Empfindungen hin.
