Noch ein überarbeitetes Kapitel


„Wir haben sie."

Dumbledore lies fast die Teetasse fallen als Harry in sein Büro stürmte.

„Harry, meinst du Hermine?"

Er nickte.

Erst jetzt bemerkte er die Anwesenheit von Professor Snape.

Er stand kreidebleich neben dem Fenster und versuchte ruhig zu bleiben.

„Potter, was meinen Sie genau? Wissen Sie wo Hermine ist oder wo Ihr Zauberstab ist?"

Noch bevor Harry antworten konnte, wusste Snape die Antwort.

Es war der Zauberstab.

Trotzdem, es war immerhin eine Spur. Die erste wirkliche seit Monaten.

Und damit konnte man konkreter suchen als vorher.

Er hob seinen Zauberstab und plötzlich war eine große Karte an der Wand.

„Zeigen Sie es mir."

Harry zeigte auf einen kleinen Fleck im Indischen Ozean.

„Der Zauberstab ist auf dieser Insel."

Dumbledore schaute überrascht.

„Reunion, eine kleine Insel. Eine französische Kolonie soweit ich mich erinnere."

Es schien als wenn er noch mehr sagen wollte, aber Snape achtete nicht auf den Schulleiter.

Er starrte auf die Insel.

Dort war Hermine. Aber warum dort?

Er bemerkte nicht wie Dumbledore neben ihn getreten war. Plötzlich fühlte er dessen Hand auf seiner Schulter.

„Wir werden sie finden, mein Junge."

X

X

X

Um Hermine herum war eine große Aktivität. Hauself Alfreda bewachte sie mit Argusaugen. Und sobald sie aufstand und irgend wohin gehen wollte, trafen sie böse Blicke. Anscheinend war mit der Elf nicht zu scherzen.

„Miss Granger. Sie müssen gehorchen. Sonst wird der Master böse. Sehr böse."

Hermine sah ein, dass sie ihren Fluchtgedanken verschieben musste.

„Darf ich mir etwas zu lesen nehmen?"

Sie zeigte auf das Buch, das auf dem großen Tisch lag.

„Ich werden den Master fragen."

Hermine setzte sich und wartete.

Nach ein paar Sekunden kam Alfreda wieder da.

„Der Master sagt, Sie sollen sich auf Sofa setzen und lesen. Er will kein Wort hören."

Sie gab Hermine das Buch und verschwand.

Hermine sah sich das Buch genauer an.

In großen goldenen Buchstaben las sie den Titel.

„Die Geschichte des Hauses Snape"

X

X

X

Harry hatte Dumbledores Büro verlassen um die Auroren zu informieren. Reunion – diese Insel war so weit entfernt von Hogwarts. Niemand kannte sie, niemand war jemals dort gewesen. Oder? Man musste einfach mehr Informationen haben.

Hinzu kam noch die Tatsache, dass man nicht sicher sein konnte Hermine wirklich dort zu finden.

Aber Harry wusste, dass es keine Alternative gab.

X

X

X

„Severus, mein Junge. Bleib noch einen Moment."

Dieser zögerte.

„Was gibt es?"

„Bitte. Setz Dich."

„Gut, aber fassen Sie sich kurz, Albus."

„Ich möchte Dir eine kleine Geschichte erzählen."

„Albus bitte. Ich habe wirklich keine Zeit für solche Spielchen."

„Vor ein paar Jahrhunderten gab es einen Streit zwischen bedeutenden Familien in England. Man findet darüber nur wenig in den Geschichtsbüchern und kaum jemand weiß etwas darüber. Wie auch immer, die Geschichte endete nicht gut. Man verwies die Mitglieder, die sich der schwarzen Magie verschrieben hatten, des Landes. Niemand hat je wieder von ihnen gehört. Es war verboten ihre Namen zu erwähnen, sie wurden aus den Familienchroniken gestrichen."

Severus Snape wollte nicht weiter zu hören. Es konnte doch gar nicht sein. Seine Familie hatte viele dunkle Geheimnisse, aber sein Stammbaum … - nein. Es konnte nicht sein.

Dumbledore sprach weiter.

„Du ahnst es schon. Auch Deine Familie war von der Fehde betroffen. Man sagt, dass die Verbannten übers Meer gereist sind."

Severus schüttelte den Kopf.

„Ich hätte davon gehört."

„Nein. Es war schlimm genug, dass Du ein Halbblut warst. Deine Familie hätte nie etwas gesagt. Aber wir brauchen mehr Informationen."

„Hermine würde es lieben. Ich meine diese Geschichte."

Er lächelte ganz leicht.

X

X

X

Man hätte Hermine nicht besser ruhig stellen können.

Was sie in dieser Familienchronik las, war unglaublich.

Es begann mit einer Schiffsreise, die einen Teil der Familie Snape von England nach Frankreich und von dort in die französischen Kolonien führte.

Was sich heute so einfach anhörte, war damals ein Abenteuer und ein Kampf um Leben und Tod.

Das erste Ziel Frankreich war schnell erreicht.

Edward Snape, der mittlere Bruder, hatte sich der schwarzen Magie verschrieben und versucht seine älteren Geschwister zu ermorden. Er wollte alles erben.

Aber sein Vater durchschaute ihn. Edward trug das Böse in sich. Normalerweise hätte man ihn kalt gestellt, aber unglücklicherweise gab es noch andere Zauberer, die sich dem Bösen verschrieben hatten und sie kämpften mit allen Mitteln. Viele Menschen mussten sterben und am Ende stellte man sie vor die Alternative. Tod oder Exil.

Edward Snape wählte das Exil und reiste mit seiner Frau Elizabeth, den drei Kindern, Dienern und Hauselfen nach Frankreich.

Dort traf man sich mit anderen Exilanten und überlegte wie es weitergehen sollte. Ein paar Familien wollten nicht aufgeben. Sie hofften, dass sie nach ein paar Jahren zurückkehrten könnten.

Edward Snape gab sich dieser Illusion nicht hin. Eine Versöhnung stand außer Frage und er wollte nicht mit seinem Leben bezahlen.

Was niemand wusste, beschrieb diese Chronik voller Stolz.

Er hatte jahrelang Geld „abgezweigt" und die geheimen Familienrezepte gestohlen.

Damit wollte er sich ein eigenes Imperium aufbauen.

Und dies in einem Land, das noch an Zauberer, Magie und Geister glaubte. Vor allem an böse Geister.

Hermine las wie er auf Reunion ankam, mit sich mit Gewalt Land verschaffte und Menschen versklavte. All dies beschrieb die Chronik ohne Bedauern oder Mitleid.

An einigen Stellen stockte Hermine der Atem.

Wenn man beschrieb wie die Sklaven markiert wurden oder die Dörfer der Einheimischen zerstörte.

„Kein Angst. Dein Daddy ist nicht so. Er würde so etwas nie tun."

Sie strich beruhigend über ihren Bauch.

„Bist du sich, Hermine? Schließlich ist er ein Snape. Wir stammen alle von gleichen Blut ab."

„Dein Blut ist vergiftet."

Julius zuckte mit den Schultern.

„Wenn du meinst. Ich kenne meinen Vetter nicht. Aber ich will dich nicht beim Lesen stören. Du hast noch 2 Stunden. Dann reisen wir ab."

Nur noch zwei Stunden.

Hermine atmete durch. Sie musste an ihr Baby denken. Hier gab es niemanden, der ihr helfen konnte. Vielleicht führte sie die Reise in eine bewohnte Gegend, in der sie Hilfe finden könnte.

„Miss Lesen."

Alfreda zeigte auf das Buch.

Hermine nickte. Es war sicher nicht verkehrt so viel wie möglich über diesen Zweig der Familie Snape zu erfahren.

X

X

x

Albus hatte nach der Bibliothekarin von Hogwarts schicken lassen.

Da niemand von ihnen Zeit für die Recherche hatte, sollte sie die verbotenen Bücher und Chroniken nach Spuren der Snapes durchforsten.

Die Chancen waren sicher nur gering, aber Dumbledore bestand darauf.

„Sie informieren mich sofort, wenn Sie etwas finden. Und wenn es noch so unbedeutend scheint."

X

X

X

Nach dem Tod von Edward Snape hatte sich die Familie auf der Insel etabliert. Mit starker Hand und angedrohter Gewalt.

Oberflächlich war alles ruhig, aber man hatte sich mit den bösen Geistern der Insel verbündet. Tränke vergifteten Einheimische, machten sie gefügig.

Die englische Familienlinie wurde als verweichlicht verspottet und nach einigen Jahren geriet sie in Vergessenheit.

Erst als Julius der Familienvorstand wurde, änderte sich die Situation.

Er war nicht in der Lage Kinder zu zeugen und die Zauberer der Insel sahen plötzlich eine Chance die Macht der Familie zu schwächen.

Es bildeten sich Allianzen und schon bald regte sich echter Widerstand gegen die Familie.

Die Zeit wurde knapp, denn Julius Snape war nun 60 Jahre alt und sein Neffe Jean-Piere hatte bereits 3 Kinder.

So beschloss der Familienrat, dass Jean-Piere der neue Vorstand werden sollte um die Macht der Familie zu erhalten. Allerdings wollte sich der Magische Rat der Insel mit diesem Arrangement nicht abfinden. Man warnte die Familie. Es gäbe einen anderen Erben, dessen Blutlinie reiner sei.

Und damit war das Schicksal von Severus und Hermine besiegelt.

X

x

x