Disclaimer: Harry Potter gehört J.K. Rowling und diese Story ist geistiges Eigentum von Jagged Epiphany.
Ü/N: Ja, es war zum Wochenende versprochen. Ich habe es leider nicht geschafft, aber Montag ist ja fast genauso gut. Aber, eine Neuigkeit:
Falls ihr euch mal wundert, warum ich schon wieder so lange für ein Update brauche, dann könnt ihr seit Neuestem in meinem LJ nachsehen (findet ihr in meinem Profil unter Homepage). Ihr könnt mir dann sogar einen (motivierenden) Kommentar hinterlassen, wenn es euch zu lang wird, oder mir "motivierend" in den Hintern treten. Manchmal vergesse ich es einfach, ich gebe es zu. Also schaut rein und macht mir Feuer unterm Allerwertesten – ich bin darum nicht böse. ;)
Kapitel 13
Die Zweitklässlerinnen aus Gryffindor sprangen aus dem Hogwarts-Express. Dass Trio war besonders aufgeregt, weil Katie und Angelina für die nächsten paar Tage bei Alicia sein würden.
„Da sind meine Mum und mein Dad!" Alicia deutete aufgeregt auf ihre Eltern.
Die drei Mädchen rauschten rüber zu dem Paar. Angelina sah sich über ihre Schulter nach Fred oder Cedric um. Beide schienen sie zu meiden und es machte ihre Entscheidung nur noch schwerer.
„Du musst Katie sein." David hielt der kleinen Blonden seine Hand hin und sie schüttelte sie anmutig.
„Jah, ich bin Katie Bell. Ich freue mich sehr, Sie kennen zu lernen."
„Und Angelina habt ihr schon mal getroffen."
„Hallo Schätzchen. Freust du dich auf den Besuch bei uns?"
Angelina nickte nachdrücklich. Anscheinend hatte ihre Mutter einen neuen Freund. Sie hatte sich nie für die Freunde ihrer Mutter erwärmen können und war sich sicher, dass es bei diesem Kerl nicht anders war.
„Dann lasst uns gehen. Erica und Jasmine können es kaum abwarten, euch zu sehen."
Die drei Mädchen folgten den Spinnets zurück in die Muggelwelt. Angelina und Katie, die nicht viel Erfahrung mit Muggeln hatten, waren von allem fasziniert.
„Besitzen Sie ein Fernrohr?", fragte Katie, als sie ihre Reise zum Haus der Spinnets begannen.
„Ein Fernrohr? Hat man das nicht auf Schiffen gehabt?", fragte David.
„Ich glaube, sie meint einen Fernseher", kicherte Alicia.
„Oh, ja, wir besitzen ein Fernsehgerät", sagte er. Er konnte noch immer nicht verstehen, wie jemand ohne Fernseher überleben konnte.
„Ihr Mädels könnt Luke treffen!", sagte Alicia aufgeregt.
„Wer ist das?"
„Mein Nachbar. Er ist ein Muggel. Wir waren auf der selben Muggelschule, er war mein bester Freund."
„Ein Muggeljunge? Hab noch nie einen getroffen", gab Angelina zu.
„Ihr werdet in den nächsten Tagen viele Muggel treffen. Die meisten unserer Nachbarn sind Muggel, also müsst ihr Mädchen aufpassen, was ihr sagt."
„Ich glaube, wir können uns wie Muggel verhalten, Mrs. Spinnet", sagte Katie fröhlich.
„Nicht, wenn du wieder von Fernrohren anfängst. Ich werde euch ein bisschen Unterricht geben, wenn wir zuhause sind", versprach Alicia.
Für den Rest der Fahrt deutete Alicia auf verschiedene Dinge und beschrieb ihre Funktion. Sie nahm sich ganze zwanzig Minuten, um die Funktionsweise einer Ampel zu erklären.
„Da wären wir!"
Sie fuhren auf die Auffahrt und die Mädchen sprangen aufgeregt aus dem Auto. Angelina und Katie musterten das Haus der Spinnets ehrfürchtig. Es war ein bescheidenes, zweistöckiges Ziegelhaus. Für Muggelverhältnisse war nichts Besonderes daran, doch die jungen Hexen waren fasziniert.
„Was ist das Ding auf dem Dach?"
„Das ist eine Satellitenschüssel. Es ist für den Fernseher, damit wir Extra-Kanäle empfangen können", erklärte Alicia.
Beide Mädchen nickten, obwohl sie den Sinn des Dinges nicht wirklich verstanden hatten. Als sie das Haus betraten, hingen ihre Münder wortwörtlich offen.
Natalie lächelte angesichts ihrer faszinierten Gesichtsausdrücke. „Ihr beide seid offensichtlich aus alten Zaubererfamilien."
„Oh, ihr seid zuhause!" Erica steckte ihren Kopf aus der Küchentür.
„Kommt meine große Schwester kennen lernen!"
Die Mädchen ließen ihre Taschen zurück, damit David sie hochbringen konnte und traten in die Küche. Ein wunderbarer Geruch stieg ihnen in die Nasen.
„Hi." Alicia umarmte ihre große Schwester kurz.
„Willkommen zuhause, habt ihr bis jetzt ein gutes Jahr in Hogwarts?"
„Jep. Erica, das sind Angelina und Katie."
„Freut mich, euch endlich zu treffen. Ich muss zugeben, als Alicia mir erzählt hat, dass sie Freundinnen gefunden hatte, war ich etwas skeptisch. Offen gesagt habe ich nicht gedacht, dass sie in der Lage ist, Freundinnen zu finden."
„Natürlich bin ich in der Lage, Freundinnen zu haben, aber das kommt gerade von dir. Dein bester Freund ist Charlie."
„Berichtigung, Leeshy, Charlie war mein bester Freund. Er dachte offensichtlich, Drachen wären wichtiger als unsere Freundschaft." Ericas Stimme bekam einen gefährlichen Unterton, als sie sich dem gegrillten Hähnchen zuwandte.
„Kommt, wir sollten gehen, bevor sie sich über Charlies ‚Indiosynkrasien' und so (Ü/N: Eigenheiten – aber so klingt es netter, oder?) auslässt", riet Alicia.
Die Mädchen gingen nach oben und Alicia klopfte an eine Tür, die mit ‚Jasmine' beschriftet war.
„Wer ist da?"
„Alicia. Jas, mach auf."
Die Tür flog augenblicklich auf. Jasmine stürzte in einem Wirbel aus Tränen auf Alicia zu. Sie schluchzte heftig in das T-Shirt ihrer Schwester.
„Was ist los?"
Jasmine versuchte zu sprechen, aber sie war zu hysterisch. Alles, was sie konnte, war zusammenhanglos schluchzen und hicksen. „Beauxbatons... Mum... Hogwarts."
„Ich kann dich nicht verstehen, beruhig dich."
Katie wandte sich zu Angelina um und zuckte mit den Schultern. Keine hatte jüngere Geschwister, also war es für beide eine neue Situation. Sie betraten alle Jasmines überpinken Raum.
„Mum hat meinen Namen für Beauxbatons niederschreiben lassen, sie will mich nicht nach Hogwarts gehen lassen", weinte Jasmine.
„Was! Nie und nimmer! Du musst nach Hogwarts kommen!"
„Mum sagt, sie will nicht, dass ich mit irgendwem in Hogwarts assoziiere!"
„Was ist schlecht an Hogwarts?", fragte Angelina ernst.
„Ich weiß nicht, was los ist. Erica ging es gut in Hogwarts und mir geht's bisher auch gut", warf Alicia ein, das Gefühl habend, ihre Schule verteidigen zu müssen. „Mach dir keine sorgen, Mum wird sich bald wieder einkriegen. Beruhig dich nur wieder, wir sind in unserem Zimmer, wenn du uns brauchst."
Jasmine nickte, dann vergrub sie das Gesicht in ihrem Kissen. Alicia seufzte und führte die Mädchen zurück in den Flur, wo sie buchstäblich in Natalie rannten.
„Mum! Ich habe gerade mit Jas geredet. Was ist hier losgewesen? Warum willst du sie nicht nach Hogwarts gehen lassen?", wollte Alicia wütend wissen. Sie hatte sich darauf gefreut, ihre kleine Schwester bei sich in Hogwarts zu haben.
„Ich mag deinen Ton nicht. Hogwarts ist einfach nicht der Platz für sie. Jetzt werde ich das Thema nicht weiter diskutieren und schlage vor, dass du es fallen lässt."
Alicia beobachtete, wie ihre Mutter davonging. Etwas war im Busch, aber für den Augenblick musste es dabei bleiben. Sie hatte Gäste zu unterhalten.
„Entschuldigt das eben. Wir sind nicht gerade eine Musterfamilie."
„Was?"
Alicia seufzte schwer. So würden sie nie als Muggel durchgehen. Die Mädchen gingen den Flur hinab und in den letzten Raum.
„Das ist dein Zimmer?", rief Kate.
Es war ein mittelgroßer Raum mit babyblauen Wänden und Polstern mit Muggelsportlern, die sie schmückten. Es war ein scharfer Kontrast zu dem Pink und den Rüschen in Jasmines Zimmer.
„Jah, das ist es." Alicia breitete stolz ihre Arme aus.
„Na ja, es ist nicht sehr ... äh, weiblich, oder?" Angelina sah sich um.
„Das ist der Sinn der ganzen Sache."
„Richtig", sagte Katie. Tatsächlich war das einzige Zeichen dafür, dass das Zimmer einem Mädchen gehörte, der Teddybär auf dem Bett.
„Wer ist das?" Angelina deutete auf ein Poster an der Wand.
„Er? Das ist Michael Owen. Er ist ein Muggelfußballer. Ein ziemlich guter, wenn ich das so sagen darf."
„Meine Güte! Wenn alle Fußballspieler so aussehen wie er, dann muss ich ein Spiel sehen!", rief Angelina.
„Du hast aber keine Quidditch-Bilder", warf Katie ein.
„Jah. Ich würde gerne welche haben, aber ich denke, Luke und meine anderen Muggelfreunde würde die sich bewegenden Bilder etwas irritierend finden."
Sie verbrachten allein zwei Stunden oder so damit, Alicias Zimmer zu untersuchen, von ihrem CD-Player bis hin zu ihrem Computer. Dann duckte sich Alicia unter ihr Bett und zog ein Fotoalbum hervor. Sie öffnete es und Angelina und Katie spähten über ihre Schulter.
„Oh, bist das du als Baby?"
„Nein." Alicia errötete und blätterte schnell um, um weiterer Verlegenheit zu vermeiden.
„Bist du das mit den Zwillingen?", keuchte Angelina.
„Jah, wir waren etwa acht oder neuen damals. Sie setzten eine Spinne auf meinen Kopf und sagten mir, dass sie Eier in mein Hirn gelegt habe. Ich habe eine Stunde lang geweint. Dann bekam ich Kopfschmerzen vom Weinen und Fred sagte mir, dass die Eier schlüpfen würden. Ich schrie und schrie."
Katie kicherte leise. Alicia sah sie finster an und blätterte wieder um.
„Entschuldige, ich weiß, es ist nicht lustig... aber... na ja, es ist lustig", lachte Katie laut.
„Na ja, in dem Moment war es sicher nicht lustig. Oh, das bin ich mit meinem Muggelfußballteam. Wir haben für den lokalen Verein gespielt. Ich war das einzige Mädchen im Team", sagte Alicia.
Sie sahen sich die restlichen Fotos an, dann war es Zeit zum Abendessen. Die Mädchen halfen, den Tisch zu decken. Jasmine war noch immer in ihrem Zimmer und weigerte sich zu essen.
„Oh, das erinnert mich an etwas. Fred und George werden für einige Tage zu Besuch kommen", verkündete Natalie beiläufig.
Der Teller, den Angelina zum Tisch trug, entglitt ihrem Griff und zerschellte auf dem Boden. „Oh! Es tut mir so Leid!"
„Kein Grund zur Sorge." Natalie zog ihren Zauberstab aus ihrer Tasche und deutete auf den zerbrochenen Teller. „Reparo!"
Die Stücke fügten sich wieder zu einem Teller zusammen und Angelina hob ihn behutsam hoch. Sie war unglaublich verlegen. Es war doch nur Fred.
„Die Zwillinge kommen zu Besuch?"
„Das habe ich gerade gesagt, Alicia. Sie bleiben für zwei Nächte, während Molly und Arthur Bill zu Weihnachten besuchen. Sie kommen morgen Nachmittag."
„Was ist mit Percy, Ron und Ginny? Wo bleiben sie?"
„Sie bleiben bei ihren Großeltern. Molly hat entschieden, dass es für die Zwillinge am besten wäre, stattdessen hierher zu kommen. Wir schulden es ihnen nach letztem Sommer."
„Das wird garantiert interessant", wisperte Katie Alicia zu.
Alicia musste zustimmen. Fred und Angelina hatten seit dem umstrittenen Kuss kaum miteinander geredet. Angelina leugnete noch immer, dass es je passiert war und Fred war sehr frustriert.
Sie aßen das Abendbrot in Stille. Alicia und Katie warfen verstohlene Blicke auf Angelina, die ziemlich mürrisch aussah.
Alicia entschuldigte sich, sobald sie sicher in ihrem Zimmer waren. „Es tut mir so Leid. Ich wusste nicht, dass sie kommen würden. Ehrlich."
„Es ist okay, nehme ich an. Ich habe kein Problem mit Fred. Er ist derjenige mit dem Problem. Seit diesem Kuss – oh, wartet", stammelte Angelina.
„Kuss? Oh nein... du hast nicht, oder?" Katie schnappte nach Luft.
Angelina sah verlegen auf ihre Hände.
„Du hast!" Alicias bereits große Augen weiteten sich noch mehr.
„Es war ein Unfall", murmelte sie.
„Also bist du gestolpert und mit deinen Lippen auf seinen gelandet?"
„Es war absichtlich unabsichtlich, denke ich."
„Also, wie war es?"
„Es war nett", kicherte Angelina.
„Obwohl ich nicht weiß, was du in Fred siehst, bin ich glücklich für euch zwei", sagte Alicia ernst.
„Warte mal, es war nur ein Kuss. Da ist immer noch Cedric", sagte Angelina schnell.
„Ich wünschte, ich hätte zwei Typen, zwischen denen ich wählen könnte. Gott, einer würde schon reichen", seufzte Katie.
„Was ist mit Lee?"
Alicia duckte sich schnell, als Katie ein Kopfkissen nach ihr schleuderte. Alicia warf es zurück und bald war die Luft erfüllt von fliegenden Teddys, Kopfkissen und Socken. Sie schliefen nicht vor den frühen Morgenstunden ein und daher wachten sie nicht vor Mittag auf. Sie wurden schließlich von Ericas Hämmern an der Tür geweckt.
„Alicia Maree Spinnet! Steh sofort auf!"
„Hör auf zu klopfen!" Alicia kletterte aus dem Bett und trat fast auf Angelinas Kopf. Sie öffnete die Tür, gerade, als Erica erneut ihre Faust hob. Neben ihrer Schwester stand ein großer Junge mit stacheligem blonden Haar. Alicia erkannte ihn nicht und rieb sich müde die Augen.
„Was ist los?"
„Du hast Besuch." Erica nickte in Richtungen des Jungen und ging brüsk davon.
Er lächelte strahlend und sagte: „Wie läuft's so?"
Dieses Lächeln war unverwechselbar. „Luke!"
„Willkommen zurück."
Sie schlang ihre Arme um seinen Nacken. „Ich habe dich nicht erkannt!"
„Jah, ich wollte rausfinden, ob Blonde wirklich mehr Spaß haben."
„Und das Ergebnis ist?"
„Na ja, sie reißen auf jeden Fall mehr auf."
Alicia kicherte. Er war immer noch der Alte.
„Ich kann es kaum erwarten, dich meinen Freundinnen vorzustellen. Warte hier draußen und wir ziehen uns um."
Etwa zwanzig Minuten später kamen die Mädchen raus und Luke saß geduldig im Flur. „Du hast dir Zeit gelassen. Ich erinnere mich noch an die Zeiten, in denen du nur fünf Minuten gebraucht hast, um fertig zu werden." Er knuffte Alicia.
„Na ja, die Dinge ändern sich, Süßer. Das sind Angelina und Katie, sie gehen mit mir nach Hog- aufs Internat", korrigierte Alicia sich schnell.
„Hi ihr zwei. Ihr habt auf jeden Fall Einfluss auf Alicia hier gehabt." Luke beäugte ihre Hüftjeans und ihr schwarzes Top, auf dem vorne stand ‚Magic happens!' „Ich nehme an, die Tage von Liverpool-Shirts, Trackerhosen und bloßen Füßen sind vorbei."
Alicia zuckte mit den Schultern. „Ich denke, meine Hormone holen mich ein."
„'Wurde auch Zeit' ist alles, was ich dazu sagen kann. Also, spielt ihr Mädels Fußball?", fragte Luke, als sie in den Garten hinter dem Haus traten.
„Ja", sagte Katie im selben Moment, wie Angelina „Nein" sagte.
„Sie spielen etwas", warf Alicia schnell ein.
„Was ist dein Lieblingsteam, Katie?"
„Ähm... na ja - "
„Magst du Leeds nicht, Katie?"
„Oh, jah, ja, mag ich. Liebe sie. Kann gar nicht genug von ihnen kriegen", sagte Katie lächelnd.
„Wer ist dein Lieblingsspieler bei Leeds?"
„Michael Owen", sagte Katie zuversichtlich. Sie hatte sich an etwas erinnert.
Luke sah sie merkwürdig an und Alicia kam wieder zur Rettung.
„Sie meinte Harry Kewell. Sie bekommt die beiden immer durcheinander. Dummerchen."
„Jah, ich Dummerchen." Sie lachte nervös und beschloss, wegzukommen, bevor sie noch mehr Fragen beantworten musste.
Also setzten Angelina und Katie sich und sahen zu, wie Alicia und Luke einen Fußball kickten. Er hatte versucht, sie zum Spielen zu bewegen, aber sie lehnten rundweg ab.
Luke versuchte, Alicia beizubringen, den Ball zu jonglieren und Katie und Angelina diskutierten derweil über Fred und Cedric.
„Weißt du, was perfekt wäre? Eine Mischung aus beiden. Freds Persönlichkeit und Cedrics Aussehen", sagte Angelina sehnsüchtig.
„Wo ist Alicia?", ließ sich eine bekannte Stimme aus dem Haus vernehmen.
Alicia ließ den Ball zu Boden fallen. Sie rannte nach drinnen und tauchte wieder auf, Fred und George mit sich ziehend.
„Hi", grüßte George Katie und Angelina.
Fred weigerte sich, Angelina überhaupt zu bemerken. Wütend auf sie zu sein war leichter, wenn er sie nicht ansehen musste.
„Was macht er hier?", flüsterte George Alicia zu, als er Luke ansah.
Auch wenn ihr ihn nicht mögt, er ist immer noch mein Freund. Aber versuch, höflich zu sein, ich bin nicht in der Stimmung für Kämpfe."
„Ich werde höflich sein."
„Dankeschön."
„Ich gehe besser nach Hause", verkündete Luke schnell. Der Anblick von Fred und George hatte seine Laune drastisch geändert. Aus irgendeinem Grund war er nie mit ihnen zurecht gekommen.
Alicia winkte, als er über den Zaun sprang, der ihre Grundstücke trennte. „Grüß deine Eltern von mir!"
„Können wir hoch in dein Zimmer gehen?", fragte Angelina leise.
George fragte: „Können wir mit?"
Alicia zögerte. Sie wollte die Zwillinge nicht ausschließen, aber sie wollte Angelina auch nicht wütend machen.
Fred warf einen Blick auf Angelina, die entschlossen von ihm wegsah. „Es ist egal, wir sind offensichtlich nicht erwünscht."
„Das stimmt nicht", beharrte sie.
„Können wir das für den Augenblick nicht einfach vergessen?"
„Klar", seufzte Angelina erleichtert.
„Alicia!"
Sie gingen rein und sahen, wie Natalie ihren Umhang anzog. David stand neben ihr, einen kleinen, samtenen Beutel in der Hand.
„Wohin geht ihr?"
„Dein Vater und ich bringen Jasmine für ein Gespräch nach Beauxbatons."
„Also ist es dir ernst mit dieser Sache?"
„Natürlich ist es mir ernst. Also, Erica musste für eine Weile zur Arbeit, aber sie sollte in ein paar Stunden zurück sein. Ich habe Marcia erzählt, dass wir weggehen, also wird sie ein Auge auf euch werfen."
„Du musstest Lukes Mum nicht sagen, ein Auge auf uns zu werfen", sagte Alicia, mit ihren braunen Augen rollend.
„Ich mache mir dann nicht so viel Gedanken darüber, euch alleine hier zu lassen. Jasmine! Komm schon!"
Das finster dreinblickende Mädchen stampfte die Treppe runter. Sie griff sich etwas Pulver und war es ins Feuer. „Beauxbatons!"
David und Natalie tauschten einen Blick, dann folgten sie ihr. Im Haus war es plötzlich ruhig.
„Also haben wir das Haus jetzt für uns", sagte Katie.
„Jah." Fred sah Georg an und lächelte.
„Nein! Denkt gar nicht erst dran! Ihr werdet mein Haus nicht in Schutt und Asche legen! Ich bin sicher, wir finden etwas Nettes und Sicheres und Sauberes, das wir tun können", sagte Alicia nachdrücklich.
„Du bist eine Spielverderberin, Leesh."
„Ich weiß, lasst uns etwas fernsehen."
Die Gruppe sah sich ein Muggelfußballspiel an. Liverpool gegen Manchester United. Sie brauchten eine Weile, bis sie die Regeln verstanden („Warum heben sie ihn nicht einfach auf?"), doch dann begannen sie, sich zu amüsieren.
„Foul! Bist du blind, Schiri? Er hat ihm fast den Kopf weggehauen!", brüllte Alicia. Sie wurde ziemlich mitgerissen und niemand saß neben ihr, weil sie viel mit ihren Armen fuchtelte.
„Hast du das gehört?", fragte George, kurz bevor das Spiel endete.
„Was gehört?", fragte Alicia abwesend.
„Wenn du aufhören würdest, David Beckham einen Idioten zu nennen, würdest du das Klopfen an der Haustür gehört haben."
„Bist du so lieb und siehst nach, wer es ist?"
„Klar." George stand auf.
„Danke-ABSEITS!"
George lächelte und ging zur Tür. Wer auch immer es gewesen war, hatte aufgegeben, aber etwas auf der Türschwelle dagelassen.
George hob das leuchtend verpackte Paket auf und trug es zu den anderen nach drinnen.
„Wer war es?", fragte Alicia, ohne ihre Augen vom Bildschirm zu wenden.
„Keine Ahnung. Hat aber das hier dagelassen."
Aber Alicia hörte ihn nicht, weil die den Schiri anbrüllte, der Manchester United gerade einen Freistoß zugesprochen hatte.
„Du Idiot! Es war eine Schwalbe! Wann du deinen Kopf aus deinem Arsch ziehen würdest, hättest du das gesehen!"
David Beckham schoss eines seiner berühmten Tore und Alicia schaltete abrupt den Fernseher aus.
„Bist du jetzt ruhig?", fragte Katie.
„Jah, also, wer war an der Tür."
„Niemand, aber das hier lag auf der Türschwelle." George gab ihr das Paket.
Alicia nahm es und untersuchte neugierig das grüne Packpapier. Eine Karte war unter die Schleife gesteckt.
„Hast du ein Geschenk erwartet oder so?", fragte Angelina.
„Nein." Sie faltete die Karte auf. Dort stand:
An meinen wunderhübschen Liebling,
Du kannst nicht erfassen, wie sehr ich dich liebe. Ich will, dass du das hier als Zeichen meiner unsterblichen Liebe zu dir bekommst. Ich habe nicht aufgehört, dich zu lieben, und ich werde es niemals tun.
Von jemandem, der dich sehr liebt.
„Das ist merkwürdig", sagte George, nachdem er es gelesen hatte.
„Ist das einer von euren blöden Streichen?"
„Nein, warum würden wir unsere Liebe zu dir proklamieren?"
„Ich weiß nicht, Fred, ich habe vor Jahren aufgegeben, eure Logik verstehen zu wollen. Ihr habt also nichts hiermit zu tun?"
„Absolut nicht."
Alicia beobachtete George genau. Sie wusste, wann er log, doch dieses Mal sagte er die Wahrheit.
„Vielleicht ist es eine Bombe", schlug Katie beiläufig vor.
„Sag das nicht!" Alicia hielt das Paket von sich weg.
„Angelina legte ihr Ohr an eine Seite. „Es tickt nicht."
„Mach's auf", drängte Fred.
„Nein, wir sollten es wohl lieber meinen Eltern überlassen."
„Es könnte für Erica sein. Von Charlie?" George zuckte mit den Schultern.
„Na ja, es ist an ‚meinen wunderschönen Liebling' adressiert, also bezweifle ich es. Vielleicht hast du einen heimlichen Verehrer", zwinkerte Fred.
„Mach es auf!" Angelina schlug ihre Hände aneinander.
„Okay, aber wenn es explodiert..."
Alicia zog die Schleife auf und warf sie auf den Boden. Dann entfernte sie vorsichtig das Packpapier und gab es George.
„Komm schon, Spinnet."
„Hetz' mich nicht."
Alicia öffnete den Deckel und zog einen Berg pinkfarbenes Seidenpapier heraus, den sie ebenfalls George reichte. Sie war unglaublich erleichtert, als nichts in die Luft ging.
„Was ist es?", fragte Katie ängstlich.
„Es ist... ein Umhang?" Alicia zog den marineblauen Umhang heraus.
„Ein Umhang?", sagten die Zwillinge unisono.
Die Mädchen schnappten nach Luft, als Alicia ihn für alle sichtbar hochhielt.
„Dantini!"
„Dantini? Wie der berühmte Designer?"
„Ja!", sagten die Mädchen zusammen.
„Glaubst du, er ist echt?", fragte Angelina.
„Er ist echt!", sagte Katie, auf das Etikett spähend. Es trug das einzigartige ‚D'-Zeichen, das auf allen Dantini-Designs zu finden war.
„Die kosten ein Vermögen!", rief George.
„Wer würde dir einen Designer-Umhang schicken?"
„Er könnte aber auch nicht für mich sein." Alicia faltete den Umhang vorsichtig und legte ihn zurück in die Schachtel.
„Na ja, hat er deine Größe?"
„Alle Dantini-Arbeiten haben selbst-anpassende Größen. Ehrlich mal, wisst ihr Jungs denn gar nichts?"
„Offensichtlich nicht."
Alicia machte die Schachtel zu. Sicher, der Umhang war wunderschön, aber sie wurde das komische Gefühl nicht los, dass etwas Merkwürdiges vor sich ging.
Ü/N: Tja... jetzt fragt sich natürlich jeder, für wen dieser Umhang ist und vor allen Dingen von wem? Diese Fragen werden erst in ferner Zukunft gelöst, aber grübeln kann man natürlich...
Zum Schluss noch mal der Hinweis auf mein LJ und die Bitte um einen Kommentar... :lieb guck:
