„Jennifer wäre uns eine unheimliche Hilfe." Sheppard sah Weir an und fuhr sich mit einer Hand über das Gesicht. „Ich habe bereits angefordert dass sie zurück geschickt wird."
„Die einzigen die uns hier wirklich helfen könnten liegen halb Tod im Bett und Jennifer ist auf der Erde." Nur kurz bevor Teyla und Rodney zusammen gebrochen war, war Jennifer auf die Erde gegangen. Ember hatte noch versucht ihnen zu helfen aber jetzt lag auch dieser in einem Krankenbett und war nicht wirklich Ansprechbar. Als Dr. Beckett auf ihn und Weir zukam spannte Sheppard seine Schultern an. „Wir gehen von einem Virus aus", begann vorsichtig. „Er greift nicht den Menschen an, aber Wraiths und da Teyla diese Gene in sich trägt und ihr Kind genauso…"
„Bekommst du es hin?" fragte John ernst nach. „Oder können wir etwas tun?"
„Aktuell…" Beckett holte tief Luft. „Es tut mir Leid John. Wir stehen vor einem großen Fragezeichen, aber was es auch ist, es hat wohl mit dem Planeten zu tun auf welchem ihr gewesen seid. Irgendetwas macht Wraiths dort Krank."
„Sie waren alle Gesund!" sagte Sheppard sofort. „Niemand schien dort so eine Krankheit zu haben!"
„Und wenn es ein Schutz ist?" fragte Weir nun ernst nach. „So würden sie sich Potentielle Bedrohungen Fernhalten. Jeder der sie aufsucht stirbt."
„Abgesehen von Menschen?" fragte John nach und wurde skeptisch. „Außerdem wären sie unheimlich Dumm. Wenn sie Wraith derartig angreifen, schlagen diese zurück."
„Wenn sie bis dahin noch Leben", gab Weir zu bedenken. Die Drei merkten auf als Salawi zu ihnen trat. Ihre Augen waren etwas gerötet und sie wirkte vollkommen durch den Wind. „Und? Weis man schon etwas?"
Beckett legte eine Hand auf ihre Schulter und schüttelte den Kopf. „Wir sind daran. Radek hilft und viele anderen auch."
Ayesha nickte langsam und blickte zurück zu dem Bett auf welchem Ember lag. „Es ging ihm gut und auf einmal ist er zusammengebrochen. Er ist jetzt nicht mehr bei Bewusstsein."
„Sein Körper muss gegen diesen Virus ankämpfen", erklärte Beckett. „Und wir sehen wie wir ihm helfen können. Du solltest dich etwas ausruhen Ayesha."
„Nein." Der Airman schüttelte ihren Kopf und blickte nun Weir an. „Ich kann euch in dieser Notsituation nicht nützlich sein. Bitte stellt mich vom Dienstfrei damit ich bei ihm sein kann."
Weir war unheimlich verwirrt. Sie wusste zwar das Ember sich von Salawi nährte aber wieso… Wieso verhielt sie sich so? Einen Momentlang dachte sie nach und nickte schließlich. „Ist gut. Behalte ihn im Auge."
„Danke." Ayesha sah von ihr zu Sheppard, ehe sie sich umdrehte und zurück an Ember Seite lief. Sie zupfte einen Schlauch zu recht der durch seine Nase führte. „Du musst Kämpfen", bat sie ihn Zweifelnd und griff nun nach seiner Hand. „Bitte…"
Als Ronon erwachte fand er sich in einer Zelle wieder. Eine die ihm sehr wohl bekannt vorkam. Verflucht nochmal! Langsam kehrten Gefühle zurück in seine Knochen und da bemerkte er auch dass er nicht ganz alleine war. Mühsam richtete er sich auf und stützte sich an der Wand ab. „Wo sind die Anderen?" fragte er die Person in der Zelle, ehe er sich umdrehte und kurz inne hielt. Eine junge Frau. Eine sehr Junge Frau. Sie hatte Hellbraunes langes Haar und sie schien verletzt zu sein. „Tod", hörte er sie Atemlos sagen. „Wie lange bin ich schon hier drin?"
Die Frau sagte dazu nichts. Zumindest erst mal. Sie musterte ihn genau. „Vielleicht… Ein paar Stunden."
„Verdammt." Ronon suchte sofort seine Waffen und holte ein verstecktes Messer heraus. „Wie lange bist du hier drin?"
„Ein… Ein paar Tage." Sie wirkte verängstigt. Ronon sah sie sich noch einmal an, ehe er damit an die Türe der Zelle trat und hinaus blickte. Dort. Er müsste nur die richtige Stelle treffen. „Was machst du?"
„Hier verschwinden. Das ist nicht mein erstes Mal."
„Es gibt hier aber kein entkommen… Sie sind überall."
„Ich denke ich muss nur die alte Crew finden. Dann wären wir genug um die Kontrolle zurück über das Hive zu erlangen."
„Die alte Crew?"
„Das Schiff wurde gekapert. So viel wissen wir zumindest. Dein Dorf wurde vor Vier Tagen das erste Mal angegriffen. Stimmt das?"
„Das Dorf…" die Frau zog sich zurück an die Wand, ehe sie sich an diese lehnte und ihre Augen schloss. „So viele sind Tod…"
Ronon stoppte nicht als er sie hörte und holte nur das nächste Messer heraus. „Wir Rächen uns." Als er das fünfte Messer werfen wollte hörte er plötzlich schritte und hielt inne. Verflucht nochmal! „Sie kommen!" die Frau drückte sich an die Wand und holte tief Luft. „Wie heißt du?" fragte Ronon plötzlich und sah zu ihr. „Dein Name? Ich heiße Ronon Dex."
Sie reagierte nicht auf ihn. Ihr Blick auf war starr auf die Zellentüre vor sich gerichtet. Sie kamen. Sie würden sie holen und töten. Sie durfte keine Angst zeigen, aber sie hatte welchen. Was konnte sie schon tun? Ronon Dex würde auch keine Hilfe sein. Als zwei Blades und drei Drohnen an die Zellentüre traten wusste sie, dass es nun vorbei wäre. Die Türe ging auf und einer der Blade behielt Ronon in Schach während der Andere auf sie zukam. Als er sie packte wehrte sie sich sofort heftig gegen ihn. Er würde sie töten! Wenn sie jetzt nicht kämpfen würde, würde er sie töten!
„Lasst sie frei! Nimmt mich!" Ihr Kopf schnellte zu Ronon um und abermals blickte sie zurück zu dem Blade. Er beachtete Ronon gar nicht, sondern zerrte sie nun aus dem Gefängnis.
Als Ronon alleine zurück blieb fluchte er und blickte wütend zu den Messern, die aus der Wand heraus gezogen wurden und nun am Boden lagen. Er würde schon einen Weg hier raus finden!
Lorne steckte in einer wesentlich gefüllten Zelle. Er wusste nicht wo Ronon war, aber er war sich sicher dass dieser noch lebte. Etwas was er von seinem anderen Team noch nicht sagen konnte. Lebten sie? Wurden sie auch an Board gebracht oder waren sie den Darts nochmal davon gekommen? „Kommen Sie?" hörte Lorne plötzlich eine seltsam klingende Stimme fragen. „Jetzt bestimmt", er blickte den Wraiths an, der auf der anderen Seite der Zelle am Boden saß und ihn anblickte. Insgesamt waren drei Wraiths und vier Menschen in dieser Zelle. Ihn eingeschlossen. Ach und die Vierte Person natürlich. „Man erwartet uns zurück. Jetzt wird man dem ganzen schneller nachgehen."
„Das andere Hive wird erst in Tagen hier sein", sagte einer der Wraiths und drehte sich zu seinem Commander um. „Wir müssen fliehen!"
„Das werden wir. Alle." Der Commander stand langsam auf und straffte seine Schultern. „Ronon Dex war mit dir?"
„Er muss hier sein."
„Dann hat man ihn extra wo untergebracht. Sie werden nicht Dumm sein und euch trennen so wie wir alle getrennt wurden."
„Wie viele haben von euch Überlebt?"
„Ich spüre nur uns", sagte der Commander und beobachtete wie Lorne langsam aufstand. „Eure Königin?"
„Gefangen. Sie, die junge Königin und wir. Mehr…"
„Verdammt." Lorne fuhr sich mit einer Hand über das Gesicht. Sie waren Aktuell Verbündete. Das war ein purer Akt der Aggression. „Wir müssen Ronon finden. Zusammen können wir ausbrechen. Auch euch retten wir." Lorne blickte die Zwei Männer und eine Hochschwangere Frau an. „Ihr kommt nach Hause."
„J-Ja Herr…" der eine war um die Fünfzig. Der andere war fast so Alt wie die Frau. Um die Zwanzig. „Danke."
„Bleibt einfach ruhig und behaltet die Nerven. Wir schaffen das." Als Lorne zu Ende gesprochen hatte erfüllte ein feiner Schrei die Stille. Der Dritte Wraith drehte sich nun um und blickte zum Commander. Das Neugeborene beruhigte sich nicht so schnell und ein Schrei nach dem anderen wurde Stärker. Lorne schluckte und blickte Richtung Ausgang. Wenn die anderen feindlichen Wraiths das stören würde, wäre das Kind bald Geschichte. Es musste leise werden. Bis eben hatte das jüngste Kind der Königin geschlafen. „Er wohl hier wohl auch raus", kommentierte er das Stumm und blickte zu dem Commander. Dieser wirkte absolut ruhig aber Lorne ahnte dass dieser sich genauso Gedanken machte. Das Kind wollte seine Mutter. Es hatte Hunger. „Mein Herr?" die Stimme der Frau erklang zwischen ihnen und Lorne sah sie ohne zögern auf den Commander zutreten. „Ich kümmere mich wieder darum."
Der Commander sah zu dem Kind runter, ehe er es der Menschenfrau gab. Sie setzte sich an die nächste Wand zu Boden und hob ihr Oberteil an. Lorne sah etwas zur Seite, ehe er dem Commander wieder ansah. „Das Kind ist Jung."
„Es ist erst geboren worden. Deshalb war die Königin nicht bei ihren Kräften."
„Und dennoch seid ihr hier her gekommen?" fragte Lorne skeptisch.
„Die Königin versprach Schutz und sie steht immer zu ihrem Wort", sagte der Commander fast schon beleidigt. „Und jetzt ist sowohl der Planet am Ende und ihr ebenso", murmelte Lorne.
„Sie haben uns retten wollen. Wir sind ihm über alles Dankbar." Lorne sah zu den Menschen und blickte dem jüngeren Mann in die Augen. Er wollte etwas sagen, als das Kind wieder anfing zu wimmern. Die Frau wechselte Nervös die Seite ihrer Brust. „Verzeiht", sagte sie plötzlich. „Ich habe nichts gegessen. Ich habe fast kaum noch Milch um ihn zu versorgen."
Der Commander wechselte einen Blick mit seinen Leuten und Lorne fühlte seine Taschen an. „Hier." Die Wraiths und die anderen Menschen sahen ihn an, ehe er zwei Powerriegel aus seinen Hosentaschen zog. „Ein Riegel entspricht einer ganzen Mahlzeit. Es ist zumindest etwas." Er kam näher und reichte der Frau das Essen, welches sie Dankend annahm. Lorne lächelte schwach. „Und… Wann ist es soweit?"
„Hm?" fragte sie während sie kaute und mit einer Hand das Baby hielt.
„Ihr Kind. Es sieht aus als wäre es bald soweit."
„Ja… Bald", bestätigte sie ihn und wurde traurig.
„Keine sorge wir kommen hier raus. Hilfe ist unterwegs." Lorne nickte ihr zu, ehe er aufstand und den Commander ansah. „Könnt ihr euch vorstellen wo genau man Ronon hin gebracht hat?"
„Theoretisch ja."
„Warum habt ihr nicht versucht auszubrechen?" fragte Lorne erst einmal nach. „Ihr seit genug und kennt euch aus."
„Und unsere Königin zurücklassen? Meine Tochter zurücklassen? Mein Sohn gefährden?" Der Commander schüttelte seinen Kopf. „Zuerst brauchen wir einen Plan."
Lorne verstand das sogar. Ohne diese Dinge wäre der Commander schon lange geflohen, er wollte aber seine Familie nicht Gefährden und nicht im Stich lassen. „Wir überlegen uns was. Wir kommen hier raus."
„Teyla. Komm schon." John hielt ihre Hand und machte sich Gedanken. Stunden über Stunden arbeitete man daran diesen Virus in den Griff zu bekommen. Ein Trupp war auf dem Hive von Alabaster aber die gesamte Crew war erkrankt. „Du darfst jetzt nicht Schlapp machen. Beckett steht davor eine Lösung zu finden. Bitte…" Er konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Seine Familie lag hier und er wusste nicht was er machen sollte. Von der Erde gab es bezüglich einer Rückkehr von Jennifer noch keine Rückmeldung. Warum auch immer. Unter diesen Umständen musste sie einfach zurückkommen und helfen. Sie und Beckett würden eine Lösung finden. Aber so? „Sheppard?" Dr. Weir Stimme ließ ihn aufhorchen und seine Hand legte sich an sein Headset. „Ja?"
„Das Team kommt zurück zusammen mit einem Wraith. Er scheint wohl auf dem Weg der Besserung zu sein."
„Was?!"
„Dr. Beckett bereitet bereits ein Zimmer für ihn vor."
„Wer ist es?"
„Das solltest du dir ansehen. Sie sind gleich zurück." John blickte zu Teyla runter, ehe er aufstand und los eilte. Er fand Dr. Weir in der Nähe der Jumperbucht und musste tief Luft holen. „Wer?"
„Darling."
„Das Kind?"
„Es sieht so aus." Weir merkte auf als die Türen zur Bucht auf gingen und einer der Soldaten langsam vorkam. Er hielt die Hand von Darling, der sich mit aller Kraft daran festhielt und dann aufsah als er Sheppard erkannte. Er sah nicht gut aus… Aber er war der erste der Erwacht war. Das musste etwas heißen. „Hey Kleiner." John kam näher und ging in die Hocke. „Kannst du den laufen?"
„Er bestand darauf", sagte Cadman und blickte zu dem kleinen runter. „Und er war sehr Tapfer."
„Ein kleiner Soldat eben hm? Aber komm. Ich denke, wir sind etwas schneller wenn ich dich Trage." Bevor Darling etwas sagen konnte hob Sheppard ihn hoch und spürte wie das Kind seinen Kopf an seiner Schulter ablegte. „Wir helfen dir okay?"
„Meine Mama…" flüsterte Darling. „Mein Großvater."
„Wir helfen euch." John brachte den Jungen direkt zur Krankenstation und legte diesen in eines der Betten ab. Beckett war bereits da damit er sich den Jungen genauer anschauen konnte. „Hallo Darling. Schön dich wieder zu sehen."
„Hallo Dr. Beckett", begrüßte Darling ihn leise und schloss müde seine Augen. „Was ist passiert Dr. Beckett? Mir geht's nicht gut."
„Das bekommen wir schon wieder hin. Ich muss dir ein bisschen Blut abnehmen, um nachzusehen was nicht in Ordnung ist okay?"
„Hm… Meine Mama?"
„Wir machen sie auch wieder Gesund, wir versuchen es." Beckett lächelte das Kind an, ehe er ihm vorsichtig Blut abnahm und dieses weiter zum Labor reichte. Er selbst setzte sich zu Darling. „Ich hab Hunger."
„Ach ja?" Beckett lächelte wieder etwas. „Ich denke ich kann was für dich Organisieren."
John beobachtete beide eine Zeitlang und nickte. „Ja ich hole was. Bin gleich zurück." Er bekam Hoffnung. Wenn es Darling besser ging, war das ein gutes Zeichen. Hoffentlich fand Beckett etwas dagegen, er wusste nicht wie lange Teyla noch durchhalten konnte.
„Welchen Ausweg haben wir?" fragte Lorne leise während er mit dem Commander an der Zellentüre stand, mit dem Rücken zum Rest der Gefangenen. „Können Sie herausfinden wo sich die Königinnen aufhalten?"
„Meine Königin war zu Letzt im Thronsaal festgehalten worden. Die junge Königin aber… Eventuell in einer der anderen Zellen. Wenn ich Kontakt zu ihnen aufbaue ist es möglich das andere Mithören. Darum halten wir uns bedeckt."
„Wir haben also zwei Geiseln und das Neugeborene." Lorne sagte es nicht, aber alleine hatten sie keine Chance. Entweder flüchteten sie alle und schafften es eventuell oder das ganze würde eine Kamikaze Aktion bleiben. „Wie Groß ist die Chance…" fing Lorne an. „Das man die Königin und eure Tochter am Leben lässt?"
„Gering. Meine Mannschaft ist Niedergemetzelt." Der Commander schwieg lange. „Sie lebt weil wir es noch tun. Man lässt ihr zusehen wie einer nach dem anderen aus ihrer Crew getötet wird. Und wenn alle Tod sind…"
„Okay." Lorne nickte und blickte leicht hinter sich. „Die Frau wird bald keine Milch mehr geben können", begann er vorsichtig. „Wenn wir versuchen wollen auszubrechen müssen wir es bald tun und vielleicht können wir die junge Königin retten, aber wenn wir es bei beiden versuchen… Da sind sehr wahrscheinlich eine menge Wachen."
Der Commander ließ seinen Kiefer knacken. „Dann geht ihr und ich kümmere mich um meine Königin."
Lorne wollte wiedersprechen, schloss aber gleich wieder seinen Mund und blickte zur Seite. „Ich kann diese Entscheidung nachvollziehen. Aber was wird dann aus…" er deutete auf das Baby hinter sich. „Was würde die Königin den wollen?"
Der Commander schwieg lange, ehe er sich zu seinen beiden Männern umdrehte. /Ihr müsst die junge Königin und ihren Bruder beschützen. Ihr seit ein teil des Zenanas der Königin und es wäre ihr Wille. Der Major wird gemeinsam mit euch und diesen Menschen das Schiff verlassen. Findet die junge Königin und nehmt ein Dart um zu fliehen./
/Commander! Ich begleite euch!/
/Nein. Die Junge Königin und ihr Bruder wird euch brauchen! /
/Euch werden sie mehr brauchen. Ihr seid ihr Vater./ Warf ein anderer nun ein, aber der Commander schüttelte seinen Kopf. /Geht zur Königin Alabaster, oder Waterlight. Sie werden euch Schutz gewähren bis meine Tochter das richtige Alter hat./
„Commander…"
Der Commander ging ein paar Schritte vor um seinen Sohn ansehen zu können, ehe er sich zu Lorne umdrehte. „Beginnen wir."
