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A/N: neues Rating für dieses Kapitel – im unteren Teil wird es R!!!! Wer so was nicht lesen will, sollte es einfach überspringen!

**Life is a journey...**
Kapitel 12

"Mama?"

Wie versteinert stand ich noch immer mitten in der Halle und starrte auf die Frau vor mir, die gerade mit schwebenden Schritten auf mich zukam. „Nein, Amarthlín, oder sollte ich lieber Lindóriё sagen, ich bin deine Tante." Fassungslos schüttelte ich den Kopf. Das konnte einfach nicht sein. „Aber... Ihr seht genauso aus, wie sie..."Ich war den Tränen nahe. Vor einem Moment schien ich meiner Mutter so nahe zu sein und nun war dieser Traum auch schon wieder vorbei. Lächelnd nickte die blonde Elbin vor mir. „Ithiliel, oder Luna, wie sie in eurer Welt geheißen hat, ist meine Zwillingsschwester. Durch mein Aussehen trage ich immer ein Stück der Person mit mir, die ich über alles liebe." Ich konnte sie nur anstarren. Zu etwas anderem war ich nicht mehr fähig. In meinem Kopf herrschte gleichzeitig gähnende Leere und ein Gedankenchaos, wie ich es noch nie hatte. Ein sanfter Kuss auf die Stirn und die Worte „Willkommen in deiner Heimat, mein Kind!"rissen mich aus meiner Erstarrung.

„Meine... meine Heimat?" Ich war wirklich heilfroh, dass sie mich zu einem der gut gepolsterten Stühle geführt und hineingedrückt hatte, denn ich fühlte mich, als würden meine Beine mich keine Sekunde mehr aufrecht halten können. „Spürst du es denn nicht?"erschrocken riss ich die Augen auf. Sie hatte zu mir gesprochen, ohne die Lippen zu bewegen. Es schien, als wäre ihre Stimme nur in meinem Kopf. Erst da verstand ich, wem ich eigentlich gegenüber saß. „Was spüren, Lady Galadriel?"ich sah sie verständnislos an. Im Moment war mir das alles einfach zu viel.

Ich hatte eine Tante. Eine elbische Tante. Die Zwillingsschwester meiner Mutter. Also war meine Mutter auch Elbin gewesen. Und ich war... ich war mit der Herrin des Goldenen Waldes verwandt. All das und die Tatsache, gerade selbst mitten in eben diesem Wald zu sitzen, war einfach zu viel, um es wirklich zu realisieren. Das einzige, das ich wirklich wahrnahm war das Aussehen der Frau vor mir. Sie glich meiner über alles geliebten Mutter bis aufs Haar. Das einzige, was Galadriel von meiner Mum unterschied, waren ihre Ohren, aber ich vermutete, dass meine Mutter, wäre sie hier in Mittelerde genauso die spitzen Elbenohren hätte, so wie ich sie mit meinem Auftauchen hier erhalten hatte.

„Amarthlín?"der Name, der mir gleichzeitig so fremd und bekannt war, riss mich aus meinen Gedanken. „Hm?"verwirrt sah ich Galadriel an, die mich mit einem liebevollen Lächeln bedachte. „Du bist erschöpft Kind. Ich werde dir alles erklären, wenn es an der Zeit dafür ist. Ich nehme an, Gandalf hat dir eine Botschaft für mich mitgegeben, sonst wärst du noch nicht hier."Die Elbin nahm mein Nicken zur Kenntnis und sprach mit sanfter Stimme weiter. „Nun, dann würde ich vorschlagen, du richtest mir aus, was es zu sagen gibt und dann lasse ich dich in deine Gemächer führen und du kannst dich ausruhen." Nun, Galadriel hatte untertrieben. Es war kein Vorschlag, es war... es war eine Art Befehl. Ich wusste, dass alles so ablaufen würde, wie sie es geplant hatte, und war dankbar dafür, dass sie mir die Entscheidungen ohne zu fragen abgenommen hatte.

„Ich... also Gandalf lässt Euch ausrichten, er bräuchte Eure Hilfe. Er wäre lieber selber gekommen, doch er hatte etwas anderes zu tun. Sie... sie ziehen gegen Saruman in die Schlacht – um genau zu sein in Helms Klamm. Und sie sind zu wenige. Viel zu wenige." Galadriel sah mir forschend in die Augen und nickte dann. „Ich werde morgen früh ein Heer unter Haldirs Führung senden, um die Bündnisse der Menschen und Elben zu erneuern und gegen unseren gemeinsamen Feind ins Feld zu ziehen." Ich seufzte und sah die Elbin an. „Muss es Haldir sein?"Ich flüsterte die Worte schon fast. Eigentlich wusste ich selber nicht, warum mir so viel daran lag, dass dieser Elb aus dem Kampf herausgehalten wurde. Irgendwas an ihm war es, das mich berührte und ihm das, was er vermutlich zu erleiden haben würde, ersparen wollte. „Du weißt um sein Schicksal, nicht wahr?"Ich nickte schwach. „Nun, gerade dann muss es Haldir sein. Wir können es uns nicht leisten noch mehr in das Schicksal Mittelerdes einzugreifen, als wir es schon mit dir machen." Galadriel sah mich traurig an. „Auch ich hänge an Haldir und würde ihn nie willentlich in sein Verderben schicken, aber es ist seine Aufgabe als Hauptmann in die Schlacht zu ziehen und wir können uns nicht gegen Dinge wehren, die passieren müssen." Ich schluckte schwer und nickte dann schließlich ein weiteres Mal. „Nun, dann ist deine Aufgabe erledigt und du kannst dich etwas ausruhen." Galadriel stand auf und streckte mir ihre Hand entgegen. Nur zu gerne schlossen sich meine Finger um ihre und ich war dankbar dafür, einen Halt zu haben.

An der Türe zu meinem Zimmer blieb ich stehen. „Bevor ich es vergesse, Mylady, ich soll Euch die besten Grüße von Meister Gimli ausrichten und Euch sagen, er trägt Euer Geschenk immer am Herzen." Bei meinen Worten brach Galadriel in ein amüsiertes Lachen aus. „Oh dieser Zwerg... und ich dachte, Zwerge hätten keinen Sinn für Romantik." Nun musste ich auch kichern. Unweigerlich schlich sich das Bild von Gimli in Smoking bei einem Candle-Light-Dinner in den Kopf. „Nun, ich denke, Ihr wisst, dass Gimli alles andere als ein normaler Zwerg ist. Wenn er noch länger mit Legolas rumhängt, wird er vermutlich noch zum zu klein geratenen Vorzeigeelben."Ich konnte mein Lachen kaum noch unterdrücken und auch Galadriel hatte ziemliche Mühe, ihr Gelächter unter Kontrolle zu halten.

Schließlich trennten wir uns und ich machte mich daran, mein neues Zimmer zu inspizieren. Es war - nun, wie zu erwarten, war es einfach wundervoll. Die Wände sahen aus, als wären es verflochtene Äste, doch dies war unmöglich. Drang doch kein Geräusch von den anliegenden Räumen oder Gängen zu mir herein. Vor einem riesengroßen bogenförmigen Fenster, das sich von der Decke bis zum Boden erstreckte, stand ein wunderschönes, einladendes Himmelbett, das mit Stoffbahnen aus weißer, durchscheinender Seide behangen war. Außerdem im Raum befanden sich ein kleiner Tisch samt einigen Stühlen, einige Kerzenständer, ein wunderschön verzierter Spiegel und nicht zuletzt ein riesiger Kleiderschrank. Neugierig wie immer machte ich mich sofort über letzteren her. Als ich die Türen öffnete kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ein prächtiges Kleid hing da neben dem anderen. Eines schöner, als das nächste. Die Stoffe und Muster schienen nicht von dieser Welt zu sein – oder besser gesagt – sie schienen einzig und allein an diesem Fleckchen Erde zu existieren. Allein die bunten oder einfärbigen Stickereien, die so manches Kleid verzierten, nahmen mir schlichtweg den Atem. Unermüdliche, geschickte Hände hatten Ranken und Blumen auf den Stoffen geschaffen, die aussahen, als wären sie echt und würden jeden Moment zum Leben erwachen.

Als es zaghaft an meiner Tür klopfte, wurde ich aus der versunkenen Betrachtung der Kleider gerissen. „Ja bitte?"neugierig blickte ich zur Türe, als diese sich öffnete. Herein schwebte schon fast eine zierliche blonde Elbin, die mich freundlich anlächelte und sich kurz vor mir verbeugte. „Lady Galadriel schickt mich. Mein Name ist Inwé, ich bin Euch stets zu Diensten. Wünscht Ihr etwas?" Perplex starrte ich die Elbin an. Mir? Dienen? Ich glaubte, mich verhört zu haben, doch scheinbar meinte sie das völlig ernst. „Ähm... also... ich weiß nicht..."unsicher sah ich mich um. Das alles hier machte mich richtiggehend nervös. „Nun... wie wäre es, wenn ich Euch ein Bad herrichten würde? Ihr wollt Euch doch sicher nach der langen Reise ein wenig entspannen?" Bad? Das klang verlockend. Danach hatte ich mich schon seit meiner Ankunft in Mittelerde gesehnt. „Oh ein Bad wäre wunderbar! Vielen Dank"Ich lächelte Inwé an. „Oh und noch etwas... sagt, die Kleider hier im Schrank..."ich deutete auf die noch immer offenen Kastentüren. „Die hat Lady Galadriel für Euch fertigen lassen. Sucht Euch ruhig aus, was Euch gefällt. Wenn Ihr Wünsche habt, sagt sie mir einfach, ich werde dann versuchen, sie zu ermöglichen."Mit diesen Worten verschwand die Elbin hinter einer Türe, die mir zuvor noch gar nicht aufgefallen war, im Bad – zumindest vermutete ich das Bad dort.

Wieder allein ließ ich mich auf den Boden sinken und schüttelte erst einmal ausgiebig den Kopf. Hatte Inwé wirklich gerade gesagt, Galadriel hätte die Gewänder für mich fertigen lassen? Aber woher hatte sie gewusst, dass ich komme. Oder überhaupt woher wusste sie, welche Größe ich brauchte. Himmel, das alles wurde zunehmend zu einem unlösbaren Rätsel für mich und ich merkte, wie sich ein stechender Schmerz hinter meinen Schläfen zu bilden begann. Kopfweh. Na toll, das fehlte mir gerade noch. Ich konnte wirklich nur hoffen, dass das Bad mich auf andere Gedanken bringen würde. Und wirklich schon wenige Minuten danach lag ich in der dampfenden Wanne und genoss das Gefühl endlich wieder sauber zu werden.

Ein Klopfen ließ mich erschreck hochfahren. Oh verdammt ich war wohl einfach eingeschlafen. Ein Wunder, dass ich nicht gleich abgesoffen war. Noch einmal klopfte es, diesmal schon deutlich lauter und ungeduldiger. „Ja, Moment!"Ich sprang mehr oder minder schwungvoll aus der Wanne und natürlich setzte es mich gleich mal auf dem kalten Fliesenboden, der durch das Wasser rutschig geworden war, auf den Hintern. Wild fluchend fischte ich nach einem der Handtücher, die auf einem Regal lagen, band es mir um, stürmte in mein Zimmer (natürlich nicht, ohne größere und kleinere Seen auf dem Boden zu hinterlassen) und riss die Türe auf.

Wunder über Wunder. Vor mir stand Haldir und sah mich... nennen wir es mal erstaunt an. „Oh man, sorry, hab die Zeit verpennt, im wahrsten Sinne des Wortes. Komm rein."Ich zog ihn am Ärmel in mein Zimmer und merkte gar nicht, wie er leicht irritiert auf meine etwas knappe Bekleidung schaute. „Ähm gib mir fünf Minuten zum trocken werden und danach noch mal fünf zum Anziehen, dann bin ich fertig. Ich schwöre!"Erst nachdem ich fertig gesprochen, ihn auf einen Sessel gedrückt und mich selber zum Kleiderschrank begeben hatte, fiel mir auf, wie respektlos ich ihn angesprochen hatte. Ich klatschte mir mal mit der flachen Hand auf die Stirn und drehte mich dann unvermittelt zu Haldir um. Nun, kurz gesagt ich überraschte ihn dabei, wie er meiner Kehrseite nicht gerade uninteressierte Blicke zuwarf. „Also eigentlich wollte ich mich ja entschuldigen, dass ich so respektlos war, aber ich denke nach dem Blick sind wir quitt."Ich grinste ihn breit an, schnappte mir das erstbeste Kleid und verzog mich wieder ins Badezimmer, das noch immer ziemlich unter Wasser stand. Nun, ich hatte vorerst andere Probleme, als hier wieder Ordnung und Sauberkeit rein zu bringen. Mein größtes Problem war wie zum Teufel man dieses Kleid richtig anzog.

Nachdem ich mich einige Zeit ohne brauchbares Ergebnis verbracht hatte, tappte ich ein weiteres Mal mehr schlecht als recht bekleidet in mein Zimmer, wo Haldir gerade gelangweilt aus dem Fenster starrte. „Ähm... sagt einmal... ich weiß ja nicht, wie die Frauen hier das schaffen, aber diese ganzen Bänder und Knöpfe und Haken übersteigen eindeutig meine Kompetenz. Aber Ihr seid doch Hauptmann und somit unter Garantie ein taktisches Genie... wisst Ihr vielleicht wie man aus dem Salat hier ein gescheites Kleid fabriziert?" Grinsend drehte sich der Elb zu mir um und ich wurde mir bewusst, dass er mich schon die ganze Zeit durch die Spiegelung am Fenster beobachtet hatte. „Nun, ich denke schon, dass ich das schaffe... allerdings nur, wenn Ihr mich wieder so wunderbar respektlos ansprecht, wie zuvor." Erleichtert lächelte ich „Nichts lieber als das... also bitte... nur zu!"

Nun, entweder war es doch nicht ganz so leicht, wie dieser Elb behauptet hatte, oder er ließ sich absichtlich viel Zeit damit, mir zu einem vernünftig sitzenden Kleid zu verhelfen. Jedenfalls war es draußen schon dunkel, als wir endlich mein Zimmer verließen, um unseren Rundgang zu starten.

Ich weiß nicht, wie lange wir durch das nächtliche Lothlórien zogen. Es war einfach wunderschön. Märchenhaft. Umwerfend. Ich hatte mich bei diesem Spaziergang noch mehr in diese Stadt verliebt. Wie sie so dalag im schwachen Licht des Mondes und der vielen Glühwürmchen und Lampen, hatte sie einfach etwas Magisches. Diese Stadt stellte alles in den Schatten, was ich bisher gesehen hatte und ich vermutete, mein Leben lang auch nichts vollendeteres zu sehen. Irgendwo auf unserem Weg hatte Haldir einen Korb und Decken aufgegabelt und mir erklärt, das sei mein Abendessen. Er könne es ja schließlich nicht verantworten, dass der Gast der Herrin des Goldenen Waldes in seiner Gesellschaft verhungere.

Als mein Magen schon deutlich zu knurren begann, bog der Elb in einen kleinen Weg ab, der augenscheinlich aus der Stadt und tiefer in den Wald hinein führte. Ich folgte ihm so gut ich konnte, doch irgendwie verließen mich meine Elbensinne immer und immer wieder. Schließlich landete ich sogar laut fluchend mit der Nase am Waldboden. Wenigstens danach hatte Haldir Mitleid mit mir... er nahm mich an der Hand und führte mich durch die Dunkelheit. Natürlich nicht, ohne mich vor jedem Stein und jeder Wurzel darauf aufmerksam zu machen, dass mir da jetzt was im Weg liegt. Kurz und gut – nach einigen Minuten nervte mich dieses Verhalten, immerhin war ich ja kein Kleinkind, aber die Tatsache mit diesem unwahrscheinlich gut aussehenden und –wie ich in den letzten Stunden festgestellt hatte- lustigen und intelligenten Elben Hand in Hand durch einen nächtlichen Wald zu spazieren ließ mich sogar seine übertriebene Fürsorge ertragen.

„So, gleich sind wir da..."Erwartungsvoll sperrte ich nach diesen Worten meine Augen auf und siehe da – wenige Schritte später öffneten sich die Bäume vor uns und wir standen auf einer kleinen, von einem plätschernden Bach durchzogenen, Lichtung, die vom Mond erhellt wurde. „Das ist ja wunderschön..."mehr brachte ich vorerst nicht heraus. Brauchte ich auch nicht, denn endlich gab es Essen und ich machte mich über die mitgebrachten Leckereien her. Warum und wie auch immer, nach einiger Zeit ließ ich mich ernsthaft von dem blonden Elben füttern. Und nun ja, wenn man schon die Gelegenheit hat und so nen süßen Kerl vor sich hatte, dann ... dann knabberte man schon mal zufällig an seinem Finger. Ich weiß nicht, was in mich gefahren war, aber es machte mir unheimlich Spaß Haldir auf meine Art ein wenig zu reizen. Immer wieder biss ich sanft in seine Finger, wie zufällig beugte ich mich über ihn und ließ meine Haare sein Gesicht oder seinen Hals kitzeln und hin und wieder strich ich ganz unabsichtlich über seine Arme oder Beine.

Ich hatte meine Schüchternheit schon vor Jahren abgelegt und wusste genau, was ich wollte und in dieser Nacht war es eindeutig Haldir. Nicht lange und unser kleines Spiel war nicht mehr ganz so einseitig. Auch der Elb begann mich mit kleineren Neckereien zu reizen, um schließlich dazu über zu gehen, sich Erdbeeren und Weintrauben zwischen die Lippen zu stecken und mich auf diese Weise zu füttern. Nun, ich sagte nicht nein. Ich war immerhin alles andere als abgeneigt und je länger wir uns so harmlos und doch unheimlich spannungsgeladen reizten, umso klarer wurde mir, dass ich ihn nicht ziehen lassen würde, ohne ihm den unausgesprochenen Wunsch, der ihm deutlich in den Augen geschrieben stand, erfüllt zu haben.

Wie es das Leben so will, waren schon bald auch die letzen Früchte verspeist und so führte ich das Ganze einen Schritt weiter. Erst vorsichtig, dann immer selbstsicherer, zog ich die Konturen seines Gesichts mit meinen Fingern nach, während ich mich näher zu ihm setzte. Irgendwann, nach endlosen Sekunden, in denen ich nur gebannt seine makellose, glatte Haut liebkost und erkundet hatte, ließ ich eine meiner Hände in seinen Nacken wandern und zog ihn dann sanft aber bestimmt zu mir, um ihm einen ersten, verspielten Kuss zu rauben. Nur kurz berührten meine Lippen die seinen und ehe ich es mir versah, hatte er seine Arme um mich gelegt und zog mich endgültig an sich. Ein weiteres Mal trafen sich unsere Lippen, doch diesmal bestimmter, einfühlsamer, zärtlicher. Versunken in unsere eigene Welt entdeckten wir die Lippen des anderen und schließlich spürte ich, wie Haldirs Zunge langsam über meine Lippen wanderte und Einlass forderte, den ich ihm nur zu gerne gewährte. Unendlich zärtlich erforschte seine Zunge meinen Mund, dann zog er sich wieder zurück und es war an mir in seine warme, wohlschmeckende Mundhöhle einzutauchen und seine weiche Zunge in ein sinnliches Spiel zu verwickeln.

Schwer atmend unterbrachen wir unseren Kuss, nur um ihn Momente später umso intensiver und heftiger fortzusetzen. Nach endlosen Küssen, die wir getauscht hatten, zog er mich sanft auf seinen Schoß und als ich seine Erregung unter meinem Oberschenken spürte, wusste ich, dass es für mich kein Zurück mehr gab. Quälend langsam begann ich die Knöpfe und Verschnürungen seiner Tunika zu öffnen und jeden Millimeter freigelegte Haut mit Küssen zu überhäufen und mit meiner Zunge zu erkunden. Bereitwillig hob er die Arme, als ich ihm das Oberteil abstreifte und ließ sich zurück ins Gras sinken. Der Anblick des halbnackten Elben vor mir raubte mir beinahe die Sinne und als er seine Beine ausstreckte und seine Erregung mehr als deutlich durch seine Hose erkennen zu war, war ich versucht, mich zu zwicken, um nicht am Ende feststellen zu müssen, dass all das nur ein Traum gewesen war. Aber Haldir war echt. Sein heißer Körper unter meinen Fingern, seine Zunge, die herausfordernd mit meiner Spielte, als das zeigte mir, wie real er war.

„Weißt du eigentlich wie unverschämt gut du aussiehst?"Ich hauchte ihm diese Worte ins Ohr, um gleich danach mit meiner Zunge sanft die kleine Spitze, die ihn als Elb auszeichnete, zu erkünden. Mit Genugtuung stellte ich fest, wie sein Atem unter dieser Berührung schneller wurde und ein leichtes Stöhnen seinen Lippen entwischte. Zärtlich ließ ich meine Lippen über seinen Hals bis zu seiner Brust wandern, während ich gemächlich begann, die Verschnürung seiner Hose zu öffnen. Ich knabberte liebevoll an einer seiner Brustwarzen, als ich ihm die Hose endlich Stück für Stück herunter zog und seine pulsierende Männlichkeit aus dem ledernen Gefängnis befreite. Man kann bei Gott nicht sagen, dass mich der Anblick des nackten Elben kalt ließ. Ganz im Gegenteil. Ich verzehrte mich nach ihm, aber bevor ich meinen eigenen Wünschen nachgab, wollte ich ihn noch ein wenig leiden lassen.

Wieder beugte ich mich über ihn, raubte ihm einen sinnlichen Kuss, um mich gleich danach wieder darauf zu konzentrieren, seinen Oberkörper mit Küssen und kurzen Bissen hier und da zu verwöhnen. Gemächlich umkreiste ich seinen Bauchnabel mit meiner Zunge, um dann spielerisch tief in ihn einzutauchen. Oh ja, ich genoss es zu spüren, wie Haldir sich unter meinen Fingern und Lippen wand. Ich konnte mir vorstellen, wie sehr er mich wollte, aber ich hatte noch ganz andere Pläne mit ihm. Wenn er schon in den Genuss kam, die Nacht mit mir zu verbringen, dann sollte er sich auch für den Rest seines Lebens daran erinnern können. Nach und nach erkundete ich auch seine Beine mit meinen Fingern, ließ meine Nägel an der Innenseite seiner Oberschenkel hinaufwandern und drückte Haldir mit meiner freien Hand sanft wieder ins Gras, als er mir sein Becken entgegen hob. Oh ich wollte ihn quälen. Ich wollte, dass er sich nach mir verzehrte.

Ein kleines Lächeln umspielte meine Lippen, als ich ihm deutete, liegen zu bleiben, mich selbst erhob und ganz langsam begann die Schnürung meines Kleides zu lösen. Ich entblößte nach und nach mehr und mehr Haut – um genau zu sein legte ich einen formvollendeten Strip vor dem armen Elben hin, der mich mit großen Augen ansah und vermutlich knapp davor war, selbst Hand an sich zu legen, um sich Erleichterung zu schaffen. Als ich mich endlich aller störender Kleidungsstücke entledigt hatte, ließ ich mich provozierend auf seinem Bauch nieder, so dass auch er meine Erregung spüren konnte. Ich ließ es zu, dass er meine Haut mit seinen Fingern erkundete, auch als er mich sanft hinunter zog und sich über mich rollte, um meinen Körper mit seinen Lippen zu erforschen, wehrte ich mich nicht. Seine Berührungen und Küsse nahmen mir mehrmals den Atem. Dieser Elb wusste eindeutig genau, was er machte und war mindestens genauso gnadenlos zu mir, wie ich es vorher zu ihm war. Doch als er langsam aber sicher meine Beine spreizte und sich über mich rollen wollte, stoppte ich ihn.

„Leg dich wieder hin und schließ die Augen..."ich lächelte ihn an, wartete, bis er meiner Aufforderung nachgekommen war und erhob mich dann. Als er meine eiskalte und vom Wasser des Baches feuchte Hand um sein Glied spürte, riss er die Augen auf und wollte sich schon fast aufrichten, doch als ich begann, meine Hand langsam zu bewegen, ließ er sich mit einem wohligen Seufzen wieder zurück sinken. Immer wieder veränderte ich den Druck meiner Finger und die Schnelligkeit meiner Bewegungen und beobachtete jede seiner Reaktionen genau. Er war einfach nur wunderschön, wie er so vor mir lag. Ein leichter Schweißfilm überzog seine makellose, helle Haut, von Zeit zu Zeit stahl sich ein unterdrücktes Stöhnen über seine Lippen und ich merkte, wie er immer mehr um Fassung rang. Als ich schließlich auch meine Lippen zu meiner Hand gesellte, hatte ich ihn da, wo ich ihn haben wollte.

„Lindóriё... bitte..."seine Stimme war rau und man merkte ihm seine Erregung deutlich an. „Hm?"ich bedachte ihn mit einem unschuldigen Augenaufschlag und ließ mich vorerst noch nicht bei meiner Beschäftigung stören. Ich sah ihn an, während ich ein wenig an ihm saugte und ihn mit meiner Zunge verwöhnte und er gleichzeitig sichtlich um Worte rang. „Bitte... ich kann nicht mehr... erlöse mich..."es war kaum mehr ein Flüstern, aber genau das, worauf ich gewartet hatte.

Vorsichtig richtete ich mich auf und kniete mich über ihn. Während ich seinen Mund mit einem stürmischen Kuss verschloss ließ ich mich auf ihn gleiten und genoss erst einmal nur das Gefühl ihn in mir zu spüren. Ich hatte schon einige Männer gehabt, doch jedes Mal war es ein neues Gefühl und ich genoss es aus vollen Zügen. Erst als wir uns schwer atmend wieder trennten, begann ich, mich leicht auf ihm zu bewegen. Dass er Spaß daran hatte, war kaum zu übersehen und ich konnte nicht leugnen, dass ich meinerseits Freude daran hatte, ihm ebendiese zu bescheren. Als ich meine Bewegungen langsam schneller und intensiver werden ließ, fühlte ich, wie eine seiner Hände zwischen meine Beine wanderte und er begann, mich genüsslich zu streicheln. Seine Berührung durchzuckte mich wie ein Blitz und ein triumphierendes Grinsen schlich sich über sein Gesicht, als er hörte, wie ich scharf die Luft einzog. Doch er hatte damit scheinbar nicht genug. Mit seiner freien Hand drückte er sich vom Boden ab, so dass er nun mehr oder minder vor beziehungsweise unter mir saß und begann mit seiner Zunge meine Brüste zu liebkosen, während er die Streicheleinheiten seiner Finger an meinem Schoß noch intensivierte.

Einige Zeit konnte ich meine Selbstkontrolle noch aufrechterhalten, doch als er sich schließlich sanft in einer meiner Brüste verbiss und genüsslich an meiner Brustwarze knabberte war es um mich geschehen. Ich spürte, wie sich mein ganzer Körper verspannte, um dann in ungeahnter Intensität zum Höhepunkt zu gelangen. Ich suchte nach seinen Lippen und während ich ihn leidenschaftlich küsste und mich noch einmal auf ihn sinken ließ, fiel auch seine Beherrschung und er ergoss sich in mir.

Schwer atmend lagen wir uns danach in den Armen, er hatte eine Decke über uns gezogen und mir fielen langsam aber sicher die Augen zu. Das letzte, was ich wahrnahm, bevor ich endgültig ins Land der Träume abdriftete war ein sanfter Kuss auf meiner Stirn.

***

A/N: So, ich hab es geschrieben. Hülfe. Steinigt mich bitte nicht. Ist das erste Mal, dass ich so was getan habe... also Gnade... ich hoffe, es gefällt euch trotzdem einigermaßen... *mich hinter der nächsten ecke versteck und auf Reaktionen wart*

@darklayka: joh i bin a ganz a schnelle *g* zumindest solang mich so liebes Feedback immer wieder ermuntert. *breit zurück grins*

@Morgenstern: Woho... ich hoffe es wurde nicht zu heiß *fg* Jaja, Haldir is schon ein Schnuckel, wer da nein sagt... den versteh ich nicht. Nönö. Genauso wie man doch bitte niemals zu Glorfindel nein sagen kann... *hach* oh und ja- Grillpartys im Garten mit Lorien-Design... das wär der Hammer *g* Da mach ich sofort mit... Danke für die Empfehlungen in deinem Freundeskreis *g* Mundpropaganda rulez *fg*

So, tut mir leid, dass ich heute nicht so ausführlich auf eure Reviews eingehe, aber ich geh gleich aufs Uni-Festl und muss mich noch herrichten (wer weiß, vielleicht läuft mir ja mein persönlicher Haldir übern Weg *gg*). Das nächste Mal wird's wieder länger *knuddelt euch alle* Amru