14. Weihnachten im Wald

Harry, Ron und Hermine hatten keine besondere Lust mit Dumbledore hinunter in die Große Halle zu gehen, und so verabschiedeten sie sich und machten sich auf den Weg in ihren Gemeinschaftsraum.
Es war kurz nach neun, als sie den Gryffindor-Turm erreichten.
Im leeren Gemeinschaftsraum ließen Ron und Hermine sich in zwei Sessel am Kamin fallen, während Harry zu einem der großen Fenster ging, sich auf die Fensterbank lehnte und in die Dunkelheit hinaus starrte.
„Was bezweckt Dumbledore bloß damit?", fragte Ron verständnislos.
„Er möchte, dass die drei endlich das Kriegsbeil begraben", erklärte Hermine altklug.
Ron beachtete Hermines Erklärung nicht, sondern blickte zu Harry hinüber.
„Was meinst du denn dazu, Kumpel?", fragte er.
Harry antwortete nicht, sondern zuckte nur die Achseln. Er konnte sich nur zu gut in Sirius hinein versetzen. ER wusste wie es war, zwei mal in der Woche mit Snape alleine in einem Raum zusammengepfercht zu sein. Und da er Sirius so gut kannte wie kaum ein Mensch (ausgenommen Remus natürlich) war er sich sicher, dass dies nicht der richtige Weg war, damit Sirius sich mit Snape versöhnte.
„Harry!", beharrte Ron.
"Lass ihn", flüsterte Hermine.
Ron beobachtete Harry noch einen Moment, dann drehte er sich wieder zum Feuer ohne ein weiteres Wort zu sagen.
Eine ganze Weile herrschte Schweigen im Gemeinschaftsraum.
„Schnell, kommt her", rief Harry plötzlich aufgeregt.
Ron und Hermine sprangen abrupt auf und eilten zum Fenster.
„Seht", sagte Harry erregt und deutete hinaus in die Dunkelheit.
„Ich sehe nichts", murrte Ron enttäuscht.
„DA", beharrte Harry und wedelte ungeduldig mit dem Finger in Richtung des verbotenen Waldes.
„Das darf doch nicht wahr sein", flüsterte Hermine überrascht.
Nun hatte auch Ron entdeckt was Harry gemeint hatte und pfiff durch die Zähne.
Dort unten, auf dem nächtlichen Schlossgelände, schlichen mehr als 15 Schatten in Richtung des Waldrandes.
„Meinst du, das sind die, die du auch die letzten Male gesehen hast?", fragte Ron.
Er flüsterte, obwohl er natürlich wusste, dass die Gestalten dort unten ihn nicht hören konnten.
„Ich bin mir ziemlich sicher", sagte Harry aufgeregt.
Bevor einer der anderen noch etwas sagen konnte drehte er sich um und spurtete die Treppe zum Jungenschlafsaal hinauf.
Es dauerte nicht einmal eine Minute, bis er mit seinem Tarnumhang unter dem Arm zurück kam.
„Bis wir da unten sind, sind die längst über alle Berge", sagte Hermine, als sie erkannte, was Harry vor hatte.
„Nicht unbedingt", entgegnete Harry ungeduldig.
„Klar, die holen wir noch ein", sagte nun auch Ron begeistert.
„Ich komme nicht mit", sagte Hermine und ignorierte Rons Begeisterung.
„Aber Hermine ...", versuchte Harry sie umzustimmen, aber bevor er weiter sprechen konnte unterbrach Hermine ihn.
„Zu dritt kommen wir unter dem Umhang sowieso nicht schnell genug voran", erklärte sie, „wenn ihr zu zweit geht habt ihr eine größere Chance sie einzuholen. Ich bleibe lieber hier und fange mit meiner Hausarbeit für ‚Alte Runen' an."
Harry seufzte angesichts dessen, dass Hermine selbst an Weihnachten noch an ihre Hausaufgaben dachte, dann packte er Ron am Ärmel und beide rannten aus dem Gryffindor-Gemeinschaftsraum.
Unterwegs warfen sie sich den Tarnumhang über, was sie sich jedoch hätten sparen können, denn sie hatten es so eilig, dass sie nicht darauf achteten, dass ihre Schritte laut in den Korridoren hallten und der Tarnumhang sie nur zum Teil verdeckte, da er wie eine Fahne hinter ihnen her wehte.
Keuchend erreichten sie das große Portal. Sie hielten jedoch nicht inne, sondern rannten weiter in Richtung des verbotenen Waldes, an die Stelle, an der sie die Schatten hatten verschwinden sehen.
Als sie am Rand des Waldes angekommen waren hielten sie endlich an.
Ron riss sich den Tarnumhang vom Kopf, stützte sich erschöpft auf die Knie und rang keuchend nach Luft, während Harry, ebenso keuchend, in die Dunkelheit spähte.
„Ich glaube", keuchte Ron, „Hermine hatte Recht. Die sind weg."
„Nein", japste Harry, „Irgendwo müssen sie noch sein."
Nachdem sie noch einen Moment verschnauft hatten klemmte Harry sich den Tarnumhang unter den Arm und sie gingen gemeinsam am Waldrand entlang in der Hoffnung irgendein Zeichen von den seltsamen Gestalten zu entdecken.
Der Mond war inzwischen aufgegangen und tauchte die Wiese vor dem Wald in ein fahles, silbriges Licht.
Er war noch nicht ganz voll, aber sein Licht reichte aus, damit Harry und Ron ohne ihre Zauberstäbe genug sehen konnten.
‚In zwei Tagen ist wieder Vollmond', schoss es Harry durch den Kopf und er spürte einen leichten Stich als er an Remus dachte.
Es musste wohl eine gute halbe Stunde vergangen sein, als Ron stehen blieb.
„Das hat doch keinen Sinn", sagte er müde.
Harry bemerkte, dass sein Freund vor Kälte leicht zitterte. In der Eile hatten sie beide vergessen ihre Mäntel mitzunehmen.
Er nickte niedergeschlagen.
„Hm, ich glaube du hast recht", murmelte er enttäuscht.
„Lass uns zurück gehen."
Sie machten kehrt und gingen zurück in Richtung Schloss. Ron gähnte herzhaft.
Auch Harry war müde, aber vor allem war er frustriert, dass ihr nächtlicher Ausflug scheinbar umsonst gewesen war.
Sie hatten fast den Punkt erreicht, an dem sie den Waldrand verlassen mussten, um die nächtliche Wiese in Richtung Schloss zu überqueren, als Harry plötzlich leise Stimmen hörte.
Reflexartig riss er seinen Zauberstab aus dem Umhang und bedeutete Ron aufgeregt stehen zu bleiben. Ron reagierte sofort und blieb wie angewurzelt stehen.
Die Stimmen schienen aus dem Wald zu kommen und wurden allmählich immer lauter.
Schnell versteckten Harry und Ron sich im dichten Unterholz und lauschten gespannt.
„... endlich einen Sinn ...", konnten sie verstehen.
„Das ist Crabbe", flüsterte Ron aufgeregt.
„Pssst", zischte Harry und versuchte gespannt weitere Wortfetzen zu verstehen.
Die Stimmen kamen immer näher, bis sie eine Gruppe von etwa 20 Personen nur knapp zehn Meter neben sich aus dem Wald kommen sahen.
Sie unterhielten sich angeregt, so dass es nicht möglich war einzelne Worte zu verstehen und gingen geradewegs hinüber zum Schloss.
„Goyle und Malfoy waren auch dabei", flüsterte Ron.
„Ja", antwortete Harry, „Ich habe sie auch gesehen. Ich konnte sie zwar nicht alle erkennen, aber ich glaube es waren alles Slytherins."
Ron nickte zustimmend.
Sie kauerten noch eine ganze Weile in ihrem Versteck, bevor auch sie sich auf den Weg zurück zum Schloss machten.
Kurz bevor sie das große Eingangsportal erreichten warfen sie sich den Tarnumhang über.
Sie stiegen die Stufen hinauf und Harry streckte eine Hand aus um die Tür zu öffnen. Doch dazu kam er nicht.
Gerade in dem Moment, als seine Fingerspitzen den Türknauf berührten öffnete die Tür sich langsam wie von Geisterhand und eine große, schwarze Gestalt erschien.
Harry machte vor Schreck einen Satz zur Seite und stieß auch Ron mit sich. Sein Herz klopfte so laut, dass er sich sicher war, dass die Gestalt es ebenfalls hören musste.
Die Gestalt trat hinaus ins fahle Mondlicht und nun konnten sie erkennen um wen es sich handelte. Es war Professor Snape.
Harry starrte ihn entgeistert an.
Snape schloss die Tür geräuschlos hinter sich, dann blieb er stehen und spähte einen Augenblick in die Dunkelheit.
Er ließ seinen Blick über die nächtlichen Ländereien schweifen, als prüfe er, ob auch niemand zu dieser späten Stunde unterwegs war.
Harry und Ron drückten sich so fest sie konnten an die Wand neben dem Eingangsportal und hielten den Atem an. Wenn Snape sie entdeckte hatten sie wirklich ein Problem.
‚Hoffentlich nimmt er nicht mehr diesen ‚Spectabilis-Trank' schoss es Harry durch den Kopf, als Snapes Blick immer weiter in ihre Richtung wanderte.
Als Snapes Blick sie erreicht hatte, hatte Harry das beängstigende Gefühl, dass der Lehrer ihm für einen kurzen Moment direkt in die Augen blickte. Harry wagte nicht sich zu bewegen.
Doch dann drehte Snape sich wieder um, stieg die Treppen hinunter und entfernte sich wie ein leiser, gleitender Schatten vom Schloss.
Harry und Ron blieben reglos an der Stelle stehen wo sie waren, bis Snape außer Sicht war. Dann erst wagten sie es vorsichtig das Portal zu öffnen und hinein zu schlüpfen.
Ohne ein einziges Wort schlichen sie die Treppen und Korridore hinauf in den Gryffindor-Turm.
Erst als das Portrait der fetten Dame hinter ihnen zu schwang atmete Harry erleichtert auf.
Hermine saß wieder in einem der Sessel am Kamin und war eifrig dabei auf einen Bogen Pergament zu kritzeln.
Als Harry und Ron den Raum betraten blickte sie sofort auf.
„Was ist passiert?", fragte sie besorgt, „Ihr seid ja ganz blass."
Harry und Ron berichteten ihr von ihren nächtlichen Begegnungen.
„Snape verlässt so spät noch das Schloss?", fragte sie überrascht.
„Das ist in der Tat sehr ungewöhnlich."
„Hatte Lupin nicht gesagt, dass er nicht mehr bei den Death Eatern spioniert?", fragte Ron in die Runde.
„Doch, hat er", bestätigte Harry.
„Ob er sich ihnen doch wieder heimlich angeschlossen hat?", grübelte Ron.
„Nein, bestimmt nicht", antwortete Hermine sofort überzeugt.
„Ob er etwas mit der Gruppe von Slytherins zu tun hat, die wir gesehen haben?", überlegte Harry.
„Ja, genau", rief Ron zustimmend.
„Bestimmt führen sie irgendwas gemeinsam im Schilde."
„Und warum hat Snape dann das Schloss erst verlassen, als die Slytherins bereits wieder drin waren?", fragte Hermine schnippisch.
Auf diese Frage hatten Harry und Ron leider auch keine Antwort.
Sie unterhielten sich noch eine Weile über das Geschehene, dann sagten sie sich gute Nacht und gingen in ihre Schlafsääle.

- - -

Severus Snape apparierte nur 2 Häuser von seinem Zielort entfernt.
Die Straßen der gepflegten Wohnsiedlung waren verlassen, nur eine getigerte Katze kauerte im Schatten eines großen, alten Baumes.
Severus trat aus seinem geschützten Versteck in das Licht der Straßenlaternen und eilte zu dem Haus Nummer sieben ohne das Tier zu beachten.
In den letzten Wochen war dies seine Zuflucht gewesen. Hier, an diesem Ort, hatte er endlich das Gefühl willkommen zu sein - und er konnte endlich diesen widerlichen Black für ein paar Stunden vergessen.
Er hatte kaum die Klingel betätigt, als die Tür sich auch schon öffnete und eine junge Frau ihn hineinzog.
„Ich dachte schon du kommst gar nicht mehr", sagte sie vorwurfsvoll.
„Es tut mir leid, Penny", antwortete Severus zerstreut und gab ihr einen zärtlichen Kuss.
„Hatte dein Zug wieder Verspätung?", fragte sie nun freundlicher.
Severus nickte zögernd.
Sie gingen gemeinsam ins Wohnzimmer und Severus ließ sich erschöpft auf das Sofa fallen.
Penny setzte sich neben ihn, legte einen Arm um seine Schulter und kraulte ihm zärtlich die fettigen, schwarzen Haare.
„Du bist in letzter Zeit immer so angespannt", sagte sie schließlich besorgt.
„Hast du Ärger in deiner Schule? Möchtest du darüber reden?"
Severus antwortete nicht sofort.
„Nein", sagte er schließlich verschlossen, „Das ist eine Privatangelegenheit."
Penny setzte sich abrupt auf und blickte ihn noch vorwurfsvoller an als zuvor.
„Vertraust du mir etwa nicht?", fragte sie gekränkt.
Severus schüttelte energisch den Kopf.
„Das ist es nicht ... aber du würdest es nicht verstehen", antwortete er.
„Dann erklär es mir", flehte Penny und nahm ihn wieder in den Arm.
Severus seufzte.
Er wusste, dass er Penny eines Tages die Wahrheit über sich erzählen musste, über sich selbst, seine Welt und seine eigene, schreckliche Vergangenheit. Aber nicht heute.
Die Bande zwischen ihnen waren noch zu frisch, zu zerbrechlich, und er hatte Angst alles, was sich in den letzten Wochen zwischen ihnen entwickelt hatte wieder zu zerstören.
Dies war das erste Mal in seinem Leben, dass er sich wirklich geliebt fühlte - auch wenn diese Liebe auf einer Lüge aufgebaut war.
„Hat es etwas mit diesem Mann zu tun, der seit einigen Wochen an eurer Schule lebt? Wie war noch sein Name? White?", bohrte Penny weiter.
"Black", antwortete Severus angewidert.
„Hat es?", fragte sie.
„Wir waren schon zu unserer eigenen Schulzeit verfeindet", sagte Severus mehr zu sich selbst als zu Penny.
„Er und seine blasierten Freunde hielten sich für die Größten an der Schule. Sie stolzierten herum, als wären sie die Könige. Anderen spielten sie fiese und zum Teil gefährliche Streiche."
Er machte eine kurze Pause bevor er fort fuhr, fast als überlegte er, ob er den nächsten Satz überhaupt aussprechen sollte.
„Weißt du", begann er schließlich langsam, „Ich war damals nicht gerade beliebt. So wurde ich zu einem ihrer Lieblingsopfer."
„Und kein Lehrer hat etwas dagegen unternommen?", fragte Penny bestürzt.
„Die Lehrer?", gab Severus mit einem bitteren Lachen zurück.
„Sie waren die Lieblinge der Lehrer. Immer höflich und die besten im Unterricht. Sie waren schlau genug niemals etwas törichtes in Anwesenheit eines Lehrers zu tun."
„Und euer Direktor hat ihn aufgenommen, obwohl er wusste, dass ihr solche Probleme habt?", fragte Penny weiter.
Severus lachte erneut bitter.
„Nicht nur das", antwortete er erbost, „Er hat Blacks besten Freund seit Anfang diesen Schuljahres als Lehrer engagiert."
Penny starrte ihn mit offenem Mund an.
„Aber warum hat er ...", begann sie fassungslos.
„Er hat seine Gründe", unterbrach Severus sie barsch.
„Das Schlimmste ist", seufzte Severus, „dass er auf eine Versöhnung besteht."
„Und? Gibt es eine Chance auf Versöhnung?"
„Niemals", zischte Severus hasserfüllt.
„Eher wird es einen Mord geben."
Bei diesen Worten funkelten seine Augen gefährlich und seine Stimme war kalt wie Eis.
Penny starrte ihn entsetzt an.
„Du machst mir Angst", sagte sie ängstlich.
Severus schloss eine Sekunde die Augen und schüttelte leicht den Kopf, als versuche er einen dunklen Schatten loszuwerden, der sich über ihn gelegt hatte.
„Es tut mir leid", sagte er schließlich zärtlich, „Ich hatte nur einen schlimmen Abend."
„Jetzt bist du hier", sagte Penny leise und kuschelte sich in Severus Arm.
„Ich werde dich beschützen."
Severus lächelte traurig.
‚Wenn du das nur könntest', dachte er bitter.

Seit dem Zusammentreffen mit Snape war Sirius noch übellauniger als zuvor. Keiner hatte ein Wort über dieses Treffen verloren, aber Harry brauchte kein Hellseher zu sein um zu erraten, dass es nicht besonders gut gelaufen war.
Snape hingegen hatte man für den Rest der Ferien nicht mehr im Schloss gesehen.
Sirius' Laune sank endgültig auf einen neuen Tiefpunkt, als am 2. Weihnachtsfeiertag Vollmond war und Remus seinen Freund alleine lassen musste.
Sirius hatte zwar darauf gedrängt Remus beistehen zu dürfen, aber Remus hatte abgelehnt. Snape experimentierte noch immer mit seinem Wolfstrank und nach den Ereignissen von Weihnachten im Vorjahr wollte Remus kein unnötiges Risiko eingehen. Sicher war sicher und er wollte Sirius auf keinen Fall unnötig in Gefahr bringen.
Kurz nach Neujahr kamen die restlichen Schüler aus den Weihnachtsferien zurück und in Hogwarts kehrte wieder Leben ein.
In der zweiten Januarwoche begann wieder der Unterricht und Harry, Ron und Hermine mussten ihre Besuche bei Sirius wieder einschränken.
Vor allem Harry hatte nun wieder einen gefüllten Stundenplan. Da das letzte und entscheidende Quidditch-Spiel vor der Tür stand hatte Angelina für ihre Mannschaft in jeder freien Minute Trainingsstunden angesetzt.
Bereits das erste Training hatte sie zielsicher genau auf einen Dienstag Abend gelegt, den Abend, an welchem Harry bei Snape erscheinen musste.

„Beim Barte Merlins, Harry, so schlecht kann doch nun wirklich keiner in Zaubertränke sein, dass er ständig Nachhilfe braucht", fuhr sie ihn gereizt an.
Sie hatte ihn nach der letzten Unterrichtsstunde auf halbem Weg zum Zaubertrankkerker abgefangen und starrte ihn ärgerlich an.
„Doch, ich schon", antwortete Harry gepresst.
Ihm war es ganz und gar nicht recht, dass die halbe Schule sich erzählte, dass er Nachhilfestunden von Snape bekam, aber wie sollte er sonst seine regelmäßigen Besuche in den Kerkern erklären.
Angelina seufzte.
„Na schön", sagte sie schroff, „Aber wenn du morgen nicht zum Training kommst werde ich mit Professor McGonagall wegen eines neuen Suchers sprechen."
Sie funkelte ihn zornig an.
„Das ist mein Ernst, Harry", fügte sie warnend hinzu.
„Ist ja schon gut, ich werde morgen auf alle Fälle da sein", antwortete Harry matt.
Ihm war nicht danach mit Angelina zu diskutieren. Wenn sie nur gewusst hätte, wie gerne er an diesem Abend mit ihr zum Quidditch-Feld gegangen wäre. Stattdessen würde er wieder bis spät in die Nacht in einem düsteren, feuchten Kerker sitzen dürfen und seine (nach Snapes Meinung) bescheiden Fähigkeiten im Zaubern ohne Zauberstab trainieren.
Ohne ein weiteres Wort ließ er Angelina stehen und schlurfte weiter in Richtung Kerker.