Der König und seine Königin stehen auf dem Balkon. Nervös sehen sie in den Schloßhof hinunter. Dort befindet sich der vorbereitete Galgen. Der Henker überprüft ein letzes Mal das Seil. Um den Galgen herum, haben sich die Einwohner von Camelot versammelt. In diesem Moment wird der alte Zauberer durch mehrere Wachen zum Galgen geführt. Alle sind still, alle beobachten gespannt die Situation. Der alte Mann steigt bereits unter den Augen des königlichen Paares die Treppe hinauf. Er stellt sich auf den Holzklotz und der Henker legt das Seil um ihn. Der alte Mann sieht lächelnd in die Runde. Plötzlich klettert eine junge Frau auf das Podium des Galgens. Sie umarmt den alten Mann, sie weint laut, sie schluchzt. Es ist die Tochter des alten Mannes. Die Wachen treten hinzu und ziehen sie weg. Angespannt sehen alle zum König hoch. Arthur sieht den alten Mann an, er sieht seine Tochter an und er sieht zum Ausgang des Schloßhofes. Ein Bild von seinem zaubernden Freund erscheint vor seinem geistigen Auge. Er sieht wieder in den Hof hinunter. Er ist als ob die Zeit still steht, es kommt ihm unendlich vor.

Jetzt ergrift Gwen seine Hand. Der König sieht unglücklich in ihre Augen. Sie lächelt ihn an: "Arthur, sie warten auf dein Zeichen. Du bist der König, vergiss das nie. Du triffst die Entscheidung. Folge deinem Herzen." Der König dreht sich wieder dem Galgen zu. Er sieht in die erwartenden Augen der Bewohner von Camelot. Er hebt die Hand. Doch anstatt das Signal für die Hinrichtung zu geben, ergreift er das Wort: "Halt! Wartet!" Er sieht in die verwunderten Gesichter der Menschen, bevor er hinzufügt: "Ich kann das nicht zulassen."

Er atmet tief duch: "Volk von Camelot, entgegen der bereits getroffenen Verurteilung und entgegen der bestehenden Gesetze, habe ich entschieden, den Mann nicht hinzurichten. Ich bin mir darüber im Klaren, dass dieser Zauberer gegen das Gesetz verstoßen hat. Ja, er hat gezaubert. Aber er hat Schmetterlinge herbeigezaubert. Ich kann keinen Menschen hinrichten lassen, der Schmetterlinge herbeigezaubert hat. Ich betrachte mich als einen gerechten König, ich betrachte Camelot als ein gerechtes Königreich. Dementsprechend bin ich der Meinung, dass Gesetzesverstößen auch gerechte Strafen zu folgen haben. Diesen Mann hinzurichten, ist nicht gerecht. Es ist schlichtweg falsch." Die Menschen von Camelot sehen verblüfft zu ihrem König auf. Sie strahlen und nicken ihm zustimmed zu. Davon bestärkt, fährt Arthur nun fort: "Ruwen, Ihr werdet das Königreich verlassen. Ihr habt Zeit bis zum morgigen Mittag." Er nickt jetzt seinen Wachen zu: "Lasst ihn gehen." Der Henker nimmt ihm das Seil vom Hals und der alte Mann steigt vom Block. Die Wachen öffnen seine Fesseln. Sofort fällt ihm seine Tochter vor Freude um den Hals. Der alte Mann lächelt und verneigt sich. Dann treten er und seine Tochter vom Podium herunter. Arthur atmet durch. Und gleichzeitig fällt ihm ein riesiger Stein vom Herzen.

Dennoch ist er sich unsicher, was die Reaktion seines Volkes betrifft. Doch zu Unrecht. Es jubelt ihm zu: "Lang lebe der König! Lang lebe der König!" Glücklich sieht er seiner Königin in die Augen und küsst sie. Jetzt ist das Volk vor Begeisterung kaum noch zu halten. Es winkt ihm zu. Erst nach mehreren Minuten löst sich die Menschenmenge auf. Fröhlich plappernd läuft es in alle Richtungen auseinander. Einzig das königliche Paar verharrt auf dem Balkon und wirft einen letzten Blick auf den leeren Galgen. Arthur seufzt: "Ich wünschte, Merlin hätte mich so gesehen." Gwen lächelt ihn an: "Ich bin mir sicher, er wäre sehr stolz auf dich." Beide lächeln sich an. Dann tritt Gwen nach hinten weg und verlässt den Balkon. Arhur wirft einen Blick zum Ausgang des Schloßhofes, seine Augen suchen. Sie suchen seinen Freund. Vergeblich, Merlin ist nicht da.