Ärger im Verbotenen Wald
Ron hatte sie gezählt. Es waren genau noch drei Wochen bis zu den Weihnachtsferien. Harry konnte gar nicht sagen, wie froh er war, endlich wieder eine Verschnaufpause vom Schulalltag zu bekommen, auch wenn ihm immer etwas beklommen ums Herz wurde, wenn er daran dachte, wo er dieses Jahr das Fest verbringen sollte. Rons Mutter hatte ihm eine Einladung geschickt, jedoch offen gelassen, wo sie feiern würden.
Harry, Ron und Hermine durchquerten die Große Halle und setzten sich neben Neville, Parvati Patil und Lavender Brown.
„Was'n mit Hagrid los?" fragte Ron bestürzt und deutete zum Lehrertisch.
Harry, der soeben noch an seinen letzten Traum gedacht und den grauen Himmel an der Decke betrachtet hatte, folgte seinem Blick. Hagrid saß zusammengesunken am Stirnende des Tisches und schniefte laut und vernehmlich in ein tischtuchgroßes Taschentuch. Professor McGonagall und Professor Sprout saßen neben ihm und versuchten ihn zu trösten. In diesem Moment kam Dumbledore eilig mit sehr ernster Miene in die Große Halle geschritten. Er ließ seine Hand kurz auf Hagrids Schulter ruhen und flüsterte ihm etwas ins Ohr, woraufhin Hagrid wieder zu schluchzen anfing. Harry sah, wie Dumbledore etwas zu McGonagall sagte, die daraufhin aufstand und versuchte Hagrid ebenfalls zum aufstehen zu bewegen. Langsam stand der Halbriese auf und schlurfte hinter der Lehrerin in Richtung Ausgang. Harry wollte gerade etwas zu Ron sagen, als er Dumbledore aufstehen und sich den Schülern zuwenden sah.
„Leider muss ich euch eine betrübliche Nachricht mitteilen", begann er.
„Das hat er nicht getan. Er hat nicht Hagrid gefeuert, oder?" fragte Hermine atemlos.
Dumbledore sah zu jedem einzelnen Schüler wie es Harry schien, dann fuhr er fort.
„Im Interesse eures eigenen Wohlbefindens und Lebens bitte ich euch eindringlich, einen großen Bogen um den Verbotenen Wald zu machen. Der Unterricht in Pflege magischer Geschöpfe wird für heute ausfallen, ab morgen findet er in Klassenzimmer 15 im Erdgeschoss, Südflügel statt. Zum Unterricht in den Gewächshäusern versammeln sich die betreffenden Klassen in der Eingangshalle und werden von Hagrid zum Unterricht begleitet. Ich möchte keinen", dabei sah er sehr ernst in Harrys, Rons und Hermines Richtung, „ich wiederhole, keinen Schüler in der Nähe des Waldes finden. Am besten, und die Jahreszeit, in der uns dieses Unglück widerfährt ist dafür auch sehr geeignet, ihr bleibt alle im Schloss undgeht nicht zu weit raus auf die Ländereien."
Damit setzte er sich und überließ es den aufgeregten Schülern, über eine Erklärung dieser seltsamen Anweisung zu spekulieren.
„Klingt als wäre im Verbotenen Wald etwas schreckliches passiert", flüsterte Hermine.
„Ja, es muss etwas mit Hagrid zu tun haben", murmelte Harry Ron und Hermine zu.
Sie sahen sich alle ratlos an.
„Doch nicht etwa Grawp?" fragte Harry. Ron und Hermine zuckten mit den Schultern. Parvati Patil hatte noch eine andere fürchterliche Idee.
„Was ist wenn Firenze wieder in den Wald gegangen ist und ...", sie schluckte schwer.
„Das glaube ich nicht", sagte Hermine. „Firenze wusste ganz genau, was ihn im Verbotenen Wald erwartete. Ich denke nicht, dass er in vollem Bewusstsein der Gefahr zu seiner Herde zurückgegangen ist."
„Ich hab Firenze vorhin mit sehr besorgtem Gesichtsausdruck und voll bewaffnet in der Eingangshalle mit Professor Dumbledore reden sehen", sagte Ginny, die sich neben sie gesetzt hatte.
Parvati und Lavender atmeten auf.
„Voll bewaffnet, sagst du?" fragte Ron seine Schwester.
„Mmh", antwortete sie. „Mit einem Köcher randvoll mit Pfeilen und einem Langbogen in der Hand."
„Was ist, wenn", begann Hermine zögernd. „Was ist, wenn Voldemort etwas in dem Wald getan hat. Vielleicht hat er die Wehrwölfe aufgehetzt, oder so etwas in der Richtung."
„Das würde zumindest die Bestimmtheit von Dumbledore erklären." Harry nickte zustimmend.
Wenig später kamen die Posteulen von der Decke hinunter geschossen. Es schien draußen neblig zu sein, denn sie versprühten einen feinen Nieselregen auf die Schüler. Eine kleine, graubraune Eule kam auf Ron zugeflogen und übergab ihm einen Brief. Als er ihn ihr abnahm, schuhute sie leise, setzte sich neben seinen Teller und begann an seinem Toast zu knabbern.
„Eh, das ist mein Frühstück", sagte er. Die Eule sah ihn mit großen anklagenden Augen an. Hermine und Ginny kicherten.
„Was ist das denn für eine Eule?" fragte Harry, der die Eule noch nie gesehen hatte.
„Keine Ahnung, der Brief jedenfalls trägt die Handschrift meiner Mutter. Vielleicht haben sie sich ja eine neue Eule gekauft", mutmaßte Ron.
Er überflog den Brief und gab ihn dann an Ginny weiter, die ihn halblaut vorlas, damit Harry und Hermine auch den Inhalt erfuhren:
„Lieber Ron, liebe Ginny, lieber Harry, liebe Hermine,
ich weiß nicht wie viel euch Dumbledore erzählt hat, aber es ist heute Nacht
Schreckliches im Verbotenen Wald passiert. Auch wenn viele hier denken,
dass Hagrid selber Schuld ist. Aber das ändert jetzt nichts mehr daran. Was
passiert ist, ist passiert. Bitte, bitte geht nicht in die Nähe des Verbotenen
Waldes. Ich flehe euch an, seid vernünftig und haltet euch wenigstens dieses
eine Mal an die Anweisungen von Dumbledore! Ich kann euch nicht sagen,
wie besorgt ich um euch alle bin! Zentauren sind fürchterliche Geschöpfe,
wenn sie einmal so wütend sind, wie sie im Moment zu sein scheinen. Ich sag's
noch mal, bitte hütet euch vor dem Verbotenen Wald!
In Liebe eure Mum"
Harry, Ron und Hermine sahen sich erschrocken an.
„Die Zentauren?" flüsterte Hermine besorgt.
„Dann hat es vielleicht doch etwas mit Hagrid und seinem, du weißt schon was zu tun", schlussfolgerte Harry.
Ron und Hermine nickten.
„Weißt du noch, bei dem Quiddich – Spiel, als Magorian sagte, die würden langsam die Geduld verlieren?" fragte Hermine Harry.
Harry nickte. Er konnte sich noch zu gut daran erinnern, als er das erste Mal nur knapp einer wütenden Herde Zentauren entkommen war.
„Was ist, wenn sie das zu Ende gebracht haben, was sie im Sommer versucht haben?" fragte Hermine beklommen weiter.
Harry zuckte mit den Schultern.
„Von was und wem redet ihr?" fragte Ginny leise, damit es Parvati und Lavender nicht bemerkten.
„Grawp", sagte Harry düster.
„Ah, du meinst den R...", begann sie, verstummte aber sofort, als Hermine ihr kräftig in die Rippen boxte.
„Au!" empörte sich Ginny und rieb sich die Seite.
Sie fanden am Montag keine Möglichkeit mehr Hagrid zu erreichen. In der Ausfallstunde setzten sie sich in die Bibliothek und Hermine fand einige sehr beunruhigende Geschichten über Zentauren, die Menschen angegriffen hatten.
„Wir könnten uns hoch in den Krankenflügel schleichen", schlug Ron vor.
„Denkst du etwa ehrlich, dass sie Grawp in ein Bett gesteckt haben?" fragte Hermine und sah Ron an, als sei er der erste Mensch.
„Ich schätze, wir müssen warten, bis wir Hagrid irgendwo in der Schule treffen. Schade dass wir Kräuterkunde erst wieder am Donnerstag haben", sagte Harry.
In der Schule kursierten mittlerweile die wildesten Gerüchte. Am Montag hatten noch viele andere, allen voran die Slytherins um Malfoy lautstark verkündet, dass Hagrid endlich gefeuert worden sei. Doch als er am Dienstagmorgen wie von Dumbledore angekündigt, die Klassen zu den Gewächshäusern begleitete, konnten sich alle überzeugen, dass er durchaus immer noch im Dienste Hogwarts stand.
„Hat er irgendetwas gesagt?" fragte Hermine Parvati, als diese von Kräuterkunde zum Mittagessen in die Große Halle kam.
Parvati schüttelte den Kopf. „Nein leider nicht. Aber Lavender hat erzählt, dass Firenze überhaupt nicht im Unterricht bei der Sache gewesen sei und ständig aus dem Fenster gesehen habe."
Sie hatten den anderen Gryffindors von Mrs. Weasleys Brief erzählt.
„Ich habe gehört, dass Firenze vom Unterricht abgezogen werden soll, um zusammen mit Hagrid die Ländereien zu sichern", fügte Dean hinzu, während er sich setzte.
„Wo hast du das denn gehört?" fragte Hermine ungläubig.
„Hat mir Neville erzählt, und der hatte es von Luna Lovegood", antwortete Dean.
„Von Luna Lovegood?" schnaubte Parvati verächtlich.
Harry sah sie erzürnt an. „Was soll daran so schlecht sein?"
„Na ich bitte dich, Luna Lovegood, Harry. Die erzählt doch ständig so ein dummes Zeug. Wer weiß schon...", rief Parvati.
„Nur weil sie manchmal recht schräge Ansichten hat, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht auch einmal etwas Wahres erzählt!" ereiferte sich Hermine.
Harry sah sie erstaunt an. Dass Hermine Luna verteidigte bewies, dass sie ernsthaft besorgt war.
„Firenze wird wirklich vorläufig nicht mehr unterrichten", sagte Ginny und setzte sich zu ihnen.
„Und woher weißt du das, auch von Luna?" giftete Parvati.
„Nein", antwortete Ginny ruhig. „Ich hab es an der Anschlagtafel oben in unserem Gemeinschaftssaal gelesen." Sie wandte sich zu Dean.
„Gib mir doch bitte mal die große Schüssel da."
Die erste Gelegenheit, Hagrid zu sprechen, bot sich wirklich erst, wie von Harry befürchtet, als sie am Donnerstagmorgen in der Eingangshalle auf ihn warteten, um sich von ihm zu Kräuterkunde begleiten zu lassen. Hagrid sah immer noch ziemlich verweint aus. Er trieb sie alle zusammen und scheuchte sie die Treppen vorm Schlossportal hinunter. Mit Grauen hatten einige Schüler um Harry bemerkt, dass Hagrid seine Armbrust trug.
„Bleibt alle zusammen und nich trödeln!" rief er über seine Schulter.
Im Schutze der Schlossmauern folgten sie ihm bis zu Gewächshaus vier, wo sie Professor Sprout bereits erwartete.
„Los rein da!" sagte sie. Harry fand, dass die Hufflepufflehrerin blass und übermüdet aussah, wie fast alle Lehrer im Moment.
Zu ihrem Erstaunen folgte Hagrid ihnen. Er blieb während der ganzen Stunde bei ihnen im Gewächshaus. Sie topften Fangzähnige Geranien um und mussten Gänseblümchenwurzeln stechen. Hagrid setzte sich an Harrys Tisch.
„Also Hagrid, was ist da eigentlich los?" fragte Harry leise.
„Kann ich nich sagen", brummte Hagrid ebenso leise und schielte über seine Schulter zu Professor Sprout.
„Los erzähl schon", drängelte Ron.
„Es hat etwas mit Grawp zu tun, nicht wahr Hagrid?" fragte Hermine.
Hagrid hob sofort den Kopf und atmete scharf aus. Dann füllten sich seine Augen wieder mit Tränen.
„Ja", murmelte er. „Mit Grawpy hat es angefangen. Aber dann waren sie so wütend, dass sie angefangen haben, alle Kreaturen aus dem Wald zu verjagen, die Dumbledore freundlich gesinnt sind."
„Wer sind sie?" fragte Ron.
„Die verdammten Zentauren", antwortete Hagrid und schlug wütend mit der Faust auf den Tisch. Hermine schrie erschrocken auf. Drei Töpfe mit Fangzähnigen Geranien waren herunter gefallen.
„Professor Hagrid!" ermahnte Professor Sprout ihn leise, während sie Harry und Ron half, die Pflanzen zurück auf den Tisch zustellen. „Reißen Sie sich gefälligst zusammen."
„Ja", murmelte Hagrid ebenso leise zurück.
„Was haben die Zentauren gemacht?" fragte Hermine vorsichtig.
„Haben Grawpy überfallen. Er hat fast einen Tag mit ihnen gekämpft. Nachdem die Zentauren ihn letzten Sommer ja schon mal angefallen hatten, hat er sie eigentlich gemieden. Keine Ahnung, wieso er jetzt ausgerechnet wieder auf sie gestoßen ist."
„Und was ist mit ihm?" bohrte Hermine behutsam weiter.
„Tot", heulte Hagrid in sein tischdeckengroßes Taschentuch.
„Tot?", fragte Harry lauter als er beabsichtigt hatte. Hermine stieß ihm in die Rippen.
Harry sah zu den anderen Schülern, die sich, offensichtlich in der Hoffnung, etwas von ihrer Unterhaltung mitzubekommen, in ihrer Nähe aufhielten. Professor Sprout forderte nun alle Schüler auf, mit ihr im hinteren Teil des Gewächshauses die Pflanzen zu gießen. Harry, Ron, Hermine und Hagrid gab sie den Auftrag die Gänseblümchenwurzeln zu sortieren und in kleine Kisten zu legen.
„Was ist passiert, nachdem sie Grawp ...", begann Hermine erneut vorsichtig.
„Haben sie Skorpionwölfe aus dem Wald gejagt", antwortete Hagrid, der sich langsam wieder fing.
„Was sind Skorpionwölfe?", fragte Ron stirnrunzelnd.
„Das willst du lieber nicht wissen, Ron", beschied ihm Hermine und wandte sich wieder Hagrid zu.
„Wie konnten sie einfach diese Wölfe aus dem Wald jagen?"
„Sie haben den Anführer des Wolfsrudels vor die Wahl gestellt, entweder sie hören auf, Dumbledore offen zu unterstützen, oder sie müssen den Wald verlassen."
„Aber der Wald gehört doch allen magischen Tieren", bemerkte Harry.
Hagrid nickte grimmig.
„Das scheint die Bande vergessen zu haben."
„Glaubst du Voldemort steckt dahinter? Die Zentauren waren doch sonst immer Zauberern freundlich gesinnte Wesen", sagte Hermine.
„Nein, Dumbledore glaubt nicht, dass Du – Weißt – Schon - Wer dahinter steckt", antwortete Hagrid. „Aber es wird ihm natürlich gut in den Kram passen, dass Dumbledore sich nun um andere Scherereien kümmern muss. Schließlich geht die Sicherheit der Schüler hier im Schloss vor."
„Was ist mit den anderen Geschöpfen im Wald?", fragte Harry.
„Wissen wir nicht so genau. Die Zentauren haben Wachen an den Pfaden aufgestellt, die in den Wald führen. So, dass wir nicht rein können. Gestern hatten wir es versucht, aber sie haben uns schon beschossen, als wir noch fünf Minuten vom Waldrand entfernt waren."
„Hagrid, du wohnst nur einen Katzensprung vom Verbotenen Wald entfernt!", rief Hermine entgeistert.
Hagrid nickte noch grimmiger. „Professor Dumbledore hat mir ein Zimmer im Schloss herrichten lassen. Großartiger Mann, Dumbledore."
„Wo sind die Skorpionwölfe jetzt?", fragte Hermine.
„Im Wald hinter der Heulenden Hütte", sagte Hagrid. „Wird denen aber da nicht gefallen. Diese Viecher brauchen viel Platz und Auslauf."
„Hagrid, die Heulende Hütte steht so gut wie in Hogsmeade!", rief Hermine entsetzt.
„Ja", brummte Hagrid. „Ich weiß. Is aber vorläufig die beste Lösung."
„Die beste Lösung", murmelte Hermine fassungslos. „Ein Rudel Skorpionwölfe mitten in Hogsmeade."
„Na ja, sie sin ja nich direkt im Dorf", wandte Hagrid ein. „Der Anführer des Rudels ist ein verständiger Kerl. Glaub nich, dass er es Dumbledore vergessen wird, dass sie in diesem Wäldchen untergekommen sind. Sie werden keine Menschen anfallen, nee, das werden sie nich."
„Puh", sagte Hermine mit vor Schrecken geweiteten Augen. „Ich glaube, ich werde das nächste Hogsmeade - Wochenende auslassen."
„Schätze, Dumbledore wird in den nächsten Tagen noch ansagen, dass das Ausflugswochenende eh gestrichen is", antwortete der Wildhüter.
Am Ende der Stunde versammelten sie sich gerade an der Tür, als sie Professor McGonagall, gefolgt vom Zaubereiminister Cornelius Fudge und einer kleineren Frau auf das Gewächshaus zu kommen sahen.
Hermine stieß Harry in die Seite und deutete auf die Frau. Harrys Herz machte einen Sprung.
„Das ist doch -", begann er.
„Umbridge", vervollständigte Hermine seinen Satz düster.
„Was will diese alte Sabberhexe hier?", brauste Hagrid auf, der die erste Untersekretärin des Zaubereiministers nun ebenfalls erkannt hatte.
McGonagall schritt zügig aus und trat in das Gewächshaus ein.
„Hagrid, Mr. Fudge und Mrs. Umbridge wollen uns nicht glauben, dass die Zentauren niemand mehr in den Wald lassen!", schnaubte Professor McGonagall zornig aus. Harry hatte McGonagall selten so wütend gesehen.
„Ähm, nun ja, Professor. Mehr kann ich auch nich dazu sagen", antwortete Hagrid.
Plötzlich schrie jemand hinter Harry leise auf. Als er sich umdrehte, sah er wie Neville auf etwas deutete, was am Wald sein musste. Harry folgte seinem Blick und erneut machte sein Herz einen deutlichen Hüpfer in Richtung seines Magens.
„Oh mein Gott!", stöhnte vor ihnen McGonagall auf, die ebenfalls zum Wald sah und sofort ihren Zauberstab zückte.
Durch den Schnee auf den Ländereien kämpften sich etwa vierzig Thestrale in Richtung des Schlosses.
„Nich die auch noch", sagte Hagrid.
„Was haben Sie denn erwartet, Hagrid. Wohl keine Geschöpfe im Wald stehen Dumbledore so nahe, wie diese Thestrale!", antwortete McGonagall.
„Wo sollen wir die denn unterbringen?", fragte Professor Sprout, die vollkommen vergessen zu haben schien, dass die Sechstklässler noch immer bei ihnen standen.
„Los Hagrid, wir müssen ihnen helfen. Da stehen die Zentauren am Waldrand", hörte Harry McGonagall aufgeregt sagen. Die stellvertretende Direktorin lief zusammen mit Hagrid und Professor Sprout nach draußen. Nach einem kurzen verständigendem Blick zu Ron und Hermine folgten sie den Lehrern.
Hermine schmolz mit einem heißen Strahl aus ihrem Zauberstab einen freien Weg, auf dem Hagrid den Leithengst der Thestrale zum Gewächshaus zog.
„Hoffentlich geht das gut", sagte Hermine ängstlich und äugte immer wieder hinüber zum Verbotenen Wald, wo etwa zehn Zentauren standen und ihre Bögen spannten.
Als Hagrid mit dem Thestral am Gewächshaus angekommen war, surrte ein Pfeil an seinem Ohr vorbei und blieb zitternd am Türposten stecken. Ein Zettel war an ihm befestigt. Professor McGonagall, die ebenfalls zwei Thestrale an ihren langen Mähnen festhielt und nach oben zog, ließ von den Tieren ab und löste den Zettel von dem Pfeil. Mit vor Zorn bebenden Lippen las sie die Nachricht und starrte dann Umbridge an. Sie war ganz weiß vor Wut im Gesicht und hatte rote Flecken auf den Wangen. Harry fiel auf, dass Umbridge ziemlich unsicher aussah und sich hilfesuchend zu Fudge umwandte, der seinerseits McGonagall fassungslos anstarrte.
„Sie, Sie, wie ist eine so dumme Person wie Sie nur an einen so hohen Posten im Ministerium gekommen. Das ist alles ihre Schuld!" Professor McGonagall musste einige Male tief durchatmen, ehe sie weiter sprechen konnte.
„Das ist alles Ihre Schuld, Sie und Ihr dämliches Gequatsche über Halbblüter und ihre annähernd menschliche Intelligenz!", fuhr die Lehrerin Umbridge an. Die kleine Ministeriumshexe schien im Erdboden versinken zu wollen.
„Minerva", sagte eine ruhige Stimme hinter ihr. Dumbledore war zusammen mit deGazeville zu ihnen getreten.
„Zeigen Sie mal her." Er ergriff den Zettel, den McGonagall noch immer in den Händen hielt und las ihn aufmerksam durch. Harry sah, wie der Schulleiter die Augenbrauen hoch zog und die Lippen schürzte.
„Nun, das ist in der Tat nicht sehr erfreulich", sagte er mit weiterhin ruhiger Stimme.
„Nicht sehr erfreulich?", brauste
McGonagall auf. Sie riss dem erstaunten Dumbledore den Brief wieder
aus den Hände und begann laut zu zitieren:
„Da wir laut
Ministeriumsgesetz Fünfzehn B als magische Geschöpfe mit
annähernd menschlicher Intelligenz als für unsere Taten
verantwortlich zu erachten sind, kümmern Sie sich ab heute um
diese verabscheuungswürdigen Geschöpfe. Wir wollen diese
Todesohmen nicht mehr in unserem Wald haben!"
„Diese verdammten Viecher haben mich angegriffen!", versuchte Umbridge sich ungewohnt kleinlaut zu verteidigen.
„Die Zentauren hätten Sie niemals tätlich angegriffen, wären sie nicht dermaßen von Ihnen beleidigt worden!", rief McGonagall noch lauter.
„Ich fürchte, Dolores, da hat Minerva Recht", mischte sich Dumbledore in das Streitgespräch ein und legte seine Hand beruhigend auf Professor McGonagalls Schultern.
„Hagrid, John", Dumbledore wandte sich an deGazeville, „würdet ihr so freundlich sein, und die Thestrale in die Ställe hinter dem Schloss bringen?"
Harry sah nun, dass einige der Thestrale verletzt zu sein schienen, während andere das Blut aus ihren Wunden ableckten. Hagrid nickte nach einem grimmigen Blick auf den Waldrand, wo noch immer die Zentauren standen und höhnisch wieherten.
„Minerva, bitte bringen Sie diese Schüler hier zurück ins Schloss. Ihr Unterricht hat längst begonnen. Cornelius, Dolores, wenn ich Sie bitten dürfte, mir zurück in mein Büro zu folgen?"
Minerva nickte mit zusammengebissenen Lippen und funkelte Umbridge noch immer kampfeslustig an.
„Kommen Sie mit!", sagte sie gepresst zu den Schülern.
Harry blieb nichts anderes übrig, als seiner Hauslehrerin ins Schloss zu folgen. McGonagall stampfte ihnen wütend voran und Harry konnte hören, wie sie leise vor sich hin schimpfte.
„Das wird hoffentlich nicht ohne Konsequenzen für diese Umbridgehexe bleiben", sagte Hermine bedrückt.
Harry und Ron nickten.
Am nächsten Morgen als sie gerade beim Frühstück saßen und mit den anderen DA Mitgliedern, die immer öfter am Gryffindortisch auftauchten die Ereignisse während der letzten Kräuterkundestunde erörterten, ließ eine der Posteulen einen Tagespropheten in Hermines Müslischüssel fallen. Haferflocken abklaubend entfaltete sie die Zeitung und stieß einen kurzen Schrei der Verwunderung aus.
„Hier lest mal", kicherte sie plötzlich sehr fröhlich und reichte Harry die Zeitung.
„Erste Untersekretärin des Zaubereiministers suspendiert
wie ein Sprecher des Zaubereiministeriums gestern Nacht dem Tagespropheten mitteilte, wurde Dolores Umbridge, erste Untersekretärin von Zaubereiminister Cornelius Fudge mit sofortiger Wirkung von allen Aufgaben suspendiert. Dolores Umbridge, Katalonienweg 19, London, ehemalige Schulleiterin von Hogwarts, Schule für Zauberei und Hexerei stand für eine Aussage nicht zur Verfügung. Laut dem Sprecher des Zaubereiministeriums wird ihr die Eskalation im Zwist mit den Zentauren, die auf den Hogwartsländereien im Verbotenen Wald untergebracht sind, zur Last gelegt. Dolores Umbridge habe diese magischen Wesen aufs übelste beleidigt und sie somit zum Kampf gegen das Ministerium angestachelt. Bisher sind Gerüchte unbestätigt geblieben, wonach Du Weißt Schon Wer dahinter steckt. Zur Zeit liegt dem Tagespropheten nur eine kurze Mitteilung von Albus Dumbledore, Schulleiter von Hogwarts, Träger des Merlinordens erster Klasse, und Großmeister des Zauberergamots vor, die Gerüchte bestätigt, dass die Zentauren derzeit niemand in den Verbotenen Wald lassen. Lesen Sie weitere Artikel über die Umtriebe von Dolores Umbridge auf Seite drei."
„Ja!", rief Harry grimmig aus.
„Ich wusste es doch, sie konnten diese alte Hexe einfach nicht ungeschoren davon kommen lassen", sagte Hermine.
„Hermine, hast du irgendetwas mit diesem Artikel zu tun?", fragte Harry misstrauisch.
Hermine funkelte ihn verschwörerisch an.
„Ich hab meiner lieben Freundin Rita Kimmkorn einen Tipp gegeben", sagte sie leise.
„Deine liebe Freundin? Bist du verrückt?", fragte Harry ungläubig.
Hermine hatte aufgehört zu lächeln.
„Wieso sollte ich es sein, Harry?", fragte sie stirnrunzelnd.
„Wie kann man sich mit dieser Person verbünden, nach all dem Mist, den sie über mich geschrieben hat?", wollte Harry wissen.
„Sie hat aber auch das Interview im Klitterer gemacht, und damit bewirkt, dass ein immer größerer Teil der Zaubererwelt anfing, dir zu glauben. Vergiß das nicht, Harry", sagte Hermine ernst.
„Außerdem ist Rita Kimmkorn wie ein Schakal, der sich auf seine Beute stürzt, sobald er einmal Blut gewittert hat", fuhr sie fort.
Harry sah sie nachdenklich an.
„Das heißt doch aber nicht, dass sie wirklich auf unserer Seite steht. Sobald Rita eine neue Story über einen von uns erfährt und das Thema halbwegs viele Schlagzeilen verspricht, wird sie auch über uns herfallen."
„Wird sie nicht. Du vergisst die Mistkäfergeschichte", sagte Hermine und begann ihre Sachen zusammen zu packen.
„Ich geh jetzt in Arithmantik. Wir sehen uns dann in Verwandlung, bis dann." Sie stand auf und legte Harry eine Hand beruhigend auf die Schultern.
„Sollte Rita wirklich irgendwann wieder anfangen, über dich her zu hetzen, kümmern wir uns zu gegebener Zeit darum. Im Moment ist sie einfach nur nützlich", flüsterte sie in Harrys Ohr.
Harry sah ihr nachdenklich nach. Ihr letzter Satz hatte ihm eine unangenehme Erinnerung an seinen Traum von letzter Nacht ins Gedächtnis gerufen. Voldemort hatte Sirius gesagt, er sei noch am Leben, weil er recht nützlich sei. Harry war wieder schweißgebadet aufgewacht und hatte erst in den frühen Morgenstunden wieder einschlafen können. Er hatte am gestrigen Abend wieder Okklumentik bei Snape gehabt und Snape hatte nichts anderes zu sehen bekommen, als die Szene im Ministerium. Snape hatte ihn schließlich mit genervtem Gesichtsausdruck zurück geschickt. Sicherlich hatte Snape es satt, Sirius immer wieder sterben zu sehen und Harrys Hass auf ihn zu spüren. Er hatte ihm noch nicht einmal aufgetragen, wieder mit Üben anzufangen.
Mit dem anbrechenden Wochenende kamen einige Neuigkeiten ins Schloss. Der Nachtprophet, wie auch die Samstags- und Sonntagsausgabe des Tagespropheten brachten große reißerische Artikel über das Unvermögen von Cornelius Fudge als Zaubereiminister. Sie stellten eine Liste mit seinen unfähigsten Mitarbeitern auf. Zu Rons Entsetzen und Malfoys großer Schadenfreude, stand auch Percy Weasley auf dieser Liste, und zwar gleich nach Dolores Umbridge. Der Sonntagsprophet schilderte noch einmal in aller Ausführlichkeit das Versagen von Percy, als er nicht mitbekam, dass Barty Crouch verrückt geworden war. Dass er von Voldemort beherrscht wurde, verschwiegen sie noch immer, oder ignorierten es dachte Harry bitter.
„He Wiesel", höhnte Malfoy in der Eingangshalle. „Hat sich deine Mutter schon ein Loch gegraben, in das sie sich verkriechen kann?"
Malfoys Slytherinclique begann laut zu lachen.
Harry packte Ron am Arm und versuchte, ihn zurück zu halten.
„Oder hat deine alte Mutter nicht einmal genug Geld für einen anständigen Spaten? Ich kann ja mal mit meiner Mum redet, sie spendet immer gern für wohltätige Zwecke", rief Malfoy und sah sich siegesgewiss zu Crabbe und Goyle um, die hinter ihm standen.
„Malfoy, du Stück Dreck!", schrie Ron. Jetzt musste auch noch Neville Harry helfen, Ron davon abzuhalten, sich auf Malfoy zu stürzen.
„Ist deine Mutter nicht mehr darauf erpicht, auch nur noch eine schlechte Neuigkeit über dich zu erfahren, Malfoy?", fragte Harry und hatte noch immer Mühe, sich gegen Ron zu stemmen.
„Das geht dich einen Scheißdreck an, Potter!", schrie Malfoy nun wütend.
„Komm Ron, das musst du dir doch nicht anhören." Auch Hermine war nun zu ihnen getreten und redete auf Ron ein, der sich noch immer nicht beruhigen wollte.
„Sieh es doch mal so. Es ist ja nicht wirklich gelogen, was sie da über Percy schreiben, oder?", fragte Hermine als sie wenig später im Gemeinschaftssaal zusammen mit Ginny, Dean und Seamus vor einem Feuer saßen.
„Ich bring dieses Stück Mist um", knurrte Ron und starrte ins Feuer.
„Percy oder Malfoy?", fragte Ginny.
„Malfoy!", rief Ron empört.
„Hör mal, lass dich doch nicht immer so provozieren, Ron. Malfoy weiß ganz genau, dass dein Schwachpunkt deine Mum ist. Aber vielleicht ist er einfach nur neidisch, dass du so eine liebenswürdige Mum hast, während seine eigene eine vertrocknete alte Schrumpelhexe ist", sagte Hermine.
„Oh, tut mit leid, Wyrren", fügte sie entsetzt hinzu und blickte das Mädchen an, die sich gerade zu ihnen setzen wollte.
Wyrren war stehen geblieben, sah von einem zu anderen und meinte schließlich schulterzuckend: „Ja, vielleicht ist er wirklich neidisch auf das Familienleben der Weasleys, auch wenn wir in Malfoy Manor nie wirklich viel darüber erfahren haben."
„Ist dein Bruder wirklich so machtbesessen und unfähig wie es im Sonntagspropheten stand?", wollte Wyrren wissen und setzte sich auf die Lehne von Rons Sessel.
„Ähm, nun ja", begann Ron und lief knallrot an.
„Es ist so. Klar, er ist schon immer richtig ehrgeizig gewesen. Und Regelwerke sind sein Ein- und Alles. Wenn ihm ein Vorgesetzter etwas sagt, dann würde er für diesen sogar aus dem Fenster springen", versuchte Ron zu erklären.
„Er hat nie gelernt, seinen schlauen Kopf selbst zu benutzen und lässt immer andere die wichtigen Entscheidungen für ihn treffen", sagte Hermine mit einem besorgten Blick auf Ron.
„Insofern hatte die Reporterin vom Propheten gar nicht so unrecht", fügte Harry hinzu.
„Hat sich Mum schon bei dir gemeldet?", fragte Ginny Ron. Dieser schüttelte den Kopf.
„Wieso?"
„Ich kann mir vorstellen, dass der Fuchsbau von Reportern belagert wird", sagte Ginny ärgerlich.
„Vielleicht sind sie ja auch nicht im Fuchsbau sondern in London", überlegte Harry.
Die anderen sahen ihn erstaunt an und Ginny neigte den Kopf nachdenklich zur Seite.
„Ja, das könnte natürlich auch sein", sagte sie.
Am Montag, als sie vor der ersten Stunde beim Frühstück saßen, kam dann die Nachricht, auf die alle während der letzten Tage gewartet zu haben schienen. Der Tagesprophet verkündete es mit riesigen blinkenden Lettern auf dem Titelblatt.
„Cornelius Fudge, Zaubereiminister tritt zurück!
Wie ein Sprecher des Zaubereiministeriums heute Nacht den erstaunten Reportern in einer außerplanmäßig einberufenen Pressekonferenz bekannt gab, ist der Zaubereiminister Cornelius Fudge von allen seinen Ämtern zurück getreten. Fudge sieht sich nach eigenen Angaben als das Opfer einer Verleumdungskampagne, die der Tagesprophet und andere magischen Zeitschriften, allen voran der Klitterer, gegen ihn und seinen Mitarbeiterstab gestartet habe. Die Nominierungen für die Neubesetzung seien noch nicht abgeschlossen, hieß es heute morgen kurz vor Redaktionsschluss aus dem Zaubereiministerium. Vorläufig wird diese Aufgabe Kingsley Shacklebolt, dem Chef der Auroren übergeben. ‚Ich werde mich aber nicht für das Amt des Zaubereiministers bewerben. Das ist mir viel zu stressig. Lieber bleibe ich Abteilungsleiter für magische Strafverfolgung", sagte Shacklebolt in einer kleinen Ansprache vor Vertretern der Presse heute morgen."
„Kingsley Shacklebolt ist der neue Zaubereiminister?", rief Harry ungläubig als er den Artikel gelesen hatte.
„Der vorläufige Amtsinhaber", korrigierte Hermine ihn.
„Wow", entfuhr es Ron beeindruckt.
„Wir sollten ihm eine Eule mit unseren Glückwünschen schicken", schlug Harry vor.
„Es kann nur gut sein, ein Mitglied des Ordens an hoher Stelle im Ministerium zu haben", sagte Hermine leise.
In Pflege magischer Geschöpfe, die sie zum ersten Male innerhalb des Schlosses hatten, zeigte ihnen Hagrid, der noch immer sehr erschöpft und abgekämpft aussah, Blumenwichtel. Das waren kleine, rotnasige Geschöpfe, die man in einem Blumentopf halten konnte. Wenn man sie ausreichend mit Blumendünger der Marke „Laus weg – Blätter immer grün" versorgte, übernahmen sie für einen die Pflege der Topfpflanzen. Sie gossen sie im Mondrhythmus, düngten und entlausten die Pflanzen und sie sangen ihnen sogar Gute Nachtlieder vor. Dafür musste man aber ein besonders gutes Händchen für diese Blumenwichtel haben, denn sie waren ihrerseits recht eitel.
„Gibt es irgendetwas Neues?", fragte Harry, als er zusammen mit Ron und Hermine Hagrid beim zusammensammeln der Blumenwichtel am Ende der Stunde half.
„Nö, alles noch beim Alten, leider", brummte Hagrid in seinen Bart.
„Aber die Zentauren können doch nicht ewig den Wald besetzt halten", sagte Hermine.
„Im Moment scheint es so zu sein. Kingsley Shacklebolt meinte, er würde mal versuchen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Aber er könnte erst übermorgen Abend kommen und da ist Vollmond. Das heißt, da kann er auf gar keinen Fall in den Verbotenen Wald, wegen der vielen Wehrwölfe", meinte Hagrid.
Als sie am Dienstagabend im Klassenzimmer von Professor McGonagall auf Professor deGazeville warteten, erzählte Susan Bones den anderen, sie habe von ihrer Tante gehört, dass in den nächsten Tagen eine Abstimmung im Zauberergamot stattfinden solle, um den neuen Zaubereiminister zu bestimmen.
„Was meint ihr, wer wird es werden?", fragte Dean Thomas in die Runde.
Harry zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung."
Die letzten Tage hatten immer große Artikel im Tagespropheten gestanden, in denen die Kandidaten vorgestellt wurden. Keiner der Männer und Frauen war Harry bekannt.
„Ich denke, diese Hexe mit den blonden Haaren hat ganz gute Chancen. Sie hat schon im letzten Krieg gegen Voldemort gekämpft", meinte Hermine.
Harry sah sie an. „Wie hieß sie doch gleich. Dr. Andrea Amarena Wood?", fragte er.
„Ja. Sie ist Professorin am großartigen Stonehenge Institut und forscht über Fluchdauerschäden. Ich habe einige ihrer Arbeiten über die Spätfolgen des Cruciatusfluches gelesen", antwortete Hermine.
„Was ist das Stonehenge Institut für eine Schule?", wollte Ron wissen. Hermine verdrehte die Augen.
„Also echt Ron, dir würde es echt nicht schaden, manchmal ein Buch von innen zu betrachten. Im Stonehenge Institut werden unter anderem die Heiler für das St. Mungo Hospital ausgebildet."
Als Professor deGazeville endlich kam, eröffnete er ihnen, dass dies für alle die letzte Stunde DA in diesem Jahr sei und es erst im Januar weiter gehen würde. Harry war erleichtert. Das bedeutet, dass er von zwei Stunden Okklumentik verschont blieb.
