Titel: Maxwells Fluch
Autor: Zanna
Disclaimer: siehe Prolog
Beta: Laren

Kommentar: Wow! Ich hätte ja nicht gedacht dass ich das nochmal erleben dürfte, aber ich hab wieder Internet! Es ist eine lange, traurige und komplizierte Geschichte, welche zusammengefasst ungefähr so lautet: ich hasse die Telecom! 5 lange Wochen mußte ich auf meinen neuen Internetanschluß warten, wo es doch deren Schuld war daß der alte nicht mehr ging! 'grummel' Aber wenn ich hier jetzt anfange mich über die Telekotz auszulassen, werd ich heut nicht mehr fertig, deshalb nur: viel Spaß mit dem Kapitel! Ich hoffe ihr habt mich noch nicht ganz vergessen. :-)


Kapitel 13

Heero erwachte mit einem Ruck, setzte sich auf und blickte sich einen Moment lang orientierungslos um. Dann holten die Ereignisse des Tages ihn in Form von gezerrten Muskeln ein und Heero unterdrückte ein Stöhnen. Offenbar war die kleine Schnittwunde am Hals doch nicht alles was er von seinem Beinahezusammenstoß mit der Kiste zurückbehalten hatte.

Vorsichtig, um seine protestierenden Muskeln nicht zu sehr zu beanspruchen kämpfte Heero sich unter der Bettdecke hervor und setzte sich an den Rand des Bettes. Offenbar musste er irgendwann nach Duos Aussprache eingeschlafen sein. Das letzte woran er sich erinnerte war dass Duo hier mit ihm auf dem Bett gelegen hatte, doch nun war Heero allein im Schlafzimmer.

Bei der Erinnerung an Duos Lebensgeschichte schloss Heero kurz die Augen. Er hatte nicht geahnt wie viel schlimmes der ehemalige Deathscythe Pilot in seinem doch recht kurzen Leben schon durchgemacht hatte. Sicher, Heeros eigene Kindheit war auch nicht gerade angenehm gewesen – weder J noch Odin vor ihm waren das was man 'gute Vaterfiguren' nannte. Nicht dass einer von ihnen unnötig grausam gewesen war oder sowas – aber sie hatten beide in Heero nur eine Art Werkzeug gesehen das sie zu ihrem Zweck formen und gestalten konnten. Im Gegensatz zu Duo hatte Heero niemals jemanden gehabt den er liebte oder von dem er geliebt wurde. Nicht bevor er Duo getroffen hatte, und selbst da konnte er von zweiterem nur träumen.

Doch andererseits hatte Heero auch niemals die schreckliche Erfahrung durchmachen müssen einen geliebten Menschen sterben zu sehen. Als Odin damals gestorben war hatte Heero zwar ein vages Gefühl der Trauer empfunden, aber niemals diese alles verschlingende Verzweiflung die Duo ihm beschrieben hatte. Heeros Leben war vielleicht nicht das einfachste gewesen, aber er hatte niemals diese schrecklichen Tiefen erlebt die Duo in seinem durchgemacht hatte. Andererseits hatte er auch niemals die Höhen erlebt die Duo gekannt hatte – Heero konnte nicht wirklich entscheiden was davon besser war.

Sich reckend und streckend stand Heero schließlich ganz vom Bett auf und machte sich auf die Suche nach Duo. Im Wohnzimmer fand er ihn schließlich – was sicherlich nicht allzu verwunderlich war, wie Heero sich mit einem innerlichen Schmunzeln schnell klarmachte. Bei der Größe von Duos Appartement gab es nicht wirklich viel Möglichkeiten sich zu verstecken.

Duo saß auf der Couch und hob den Kopf als Heero aus dem Schlafzimmer kam. „Hey," sagte der Langhaarige, legte den Stapel Blätter den er in der Hand hielt zur Seite und lächelte Heero zu. „Wie fühlst du dich?"

„Ganz gut," antwortete Heero. „Bisschen steife Muskeln, aber sonst ok." Als Duos Blick leicht besorgt wurde fügte Heero noch hinzu, „Es geht mir gut, Duo, wirklich. Mir ist nichts passiert als die Kiste runtergefallen ist."

„Ok," sagte Duo mit einem zittrigen Lächeln.

„Wie lang hab ich geschlafen?" fragte Heero.

„Ungefähr einundhalb Stunden," antwortete Duo und fuhr dann fort, „Ich hab was zu Essen gemacht, hast du Hunger?"

„Du hast was zu Essen gemacht?" wiederholte Heero verwundert. „Wirklich?"

„Hmpf," machte Duo und stemmte die Arme in die Seite. „Ich bin nicht vollkommen unfähig in der Küche!" sagte er gespielt empört, stand auf und ging hinüber in die Küchenzeile.

Heero folgte Duo lächelnd. „Ich hab tatsächlich Hunger," sagte er. „Was hast du gemacht?"

„Nudelsuppe," antwortete Duo und stellte die Herdplatte auf der ein kleiner Topf stand auf eine mittlere Stufe um besagte Suppe aufzuwärmen. Dann schaute er über die Schulter zu Heero zurück. „Ich geb zu das ist so ziemlich das einzige was ich kochen kann," sagte er mit einem schiefen Lächeln.

Heero schnupperte. „Riecht gut," sagte er und lächelte Duo an. „Danke."

Duo erwiderte das Lächeln strahlend und wandte sich wieder dem Topf zu. Als die Suppe schließlich warm war füllte er zwei Teller und brachte sie ins Wohnzimmer. Heero folgte ihm mit dem Besteck.

Während sie die Suppe löffelten – die wirklich lecker war wie Heero schon mit dem ersten Löffel feststellte und es Duo auch sagte – nahm sich Duo wieder den Stapel Papier zur Hand den er vorher weggelegt hatte.

„Was machst du da?" fragte Heero.

Duo sah auf. „Oh, das sind nur die neuesten Berichte über den Anschlag auf Quatre. Ich... hm..." Duo sah zur Seite und wurde leicht rot. „Ich hab sie mir vorhin besorgt. Ich weiß du hast es nicht gern wenn jemand dein Notebook anfasst, aber du hast geschlafen und ich hatte nichts zu tun und ich dachte..."

„Duo," unterbrach Heero Duos atemlose Tirade innerlich amüsiert. Duo schien noch immer von Heeros mehr als besitzergreifendem Verhalten im Krieg auszugehen. Es stimmte, damals hätte Heero äußerst böse reagiert wenn er Duo dabei erwischt hätte wie dieser sein Notebook nicht nur anfasste, sondern sich offensichtlich auch Heeros Passwort hackte. Doch nun störte es ihn nicht im geringsten – im Gegenteil, er fand es sehr interessant dass Duo ihn offenbar gut genug kannte um sein Passwort in einer derart kurzen Zeit zu knacken.

„Es stört mich nicht dass du mein Notebook benutzt hast," beruhigte Heero ihn deshalb. „Im Gegenteil, fühl dich frei es jederzeit zu verwenden wenn du dazu Lust hast."

Erneut schenkte Duo ihm ein strahlendes Lächeln und Heero musste nun wirklich schmunzeln. Baka. Hatte er wirklich gedacht Heero würde jetzt ausflippen nur weil Duo sein Notebook benutzt hatte?

„Und, steht irgendwas neues in den Berichten?" fragte Heero und beugte sich interessiert zu Duo hinüber.

Duo schüttelte den Kopf und reichte Heero einen Teil des Stapels. „Nicht wirklich. Die Hälfte der Preventers ist damit beschäftigt jeden Winkel der Angelegenheit auszuleuchten. Offenbar teilen nicht alle Wufeis Theorie dass irgendein Verrückter hinter uns Gundam Piloten her ist. Es gibt die Vermutung dass irgendwelche politischen Extremisten dahinter stecken. Es hat wohl irgendwelche Drohungen gegeben wegen den Verhandlungen die Quatre führen wollte, und jetzt wird untersucht ob das der Grund für den Anschlag war. Allerdings hat sich noch keine extremistische Gruppe gemeldet und die Verantwortung für diesen Anschlag übernommen. Das passt nicht wirklich, denn solche Leute wollen ja schließlich Aufmerksamkeit erregen."

Heero nickte stumm und überflog die Blätter die er in der Hand hielt. Duo hatte Recht, eine Terrorgruppe hätte sich längst gemeldet und ihre 'Botschaft' – was genau sie mit diesem Anschlag bezwecken wollten – in die Welt hinaus verkündet. Aber das überraschte Heero nicht wirklich, schließlich stimmte er völlig mit Wufei darin überein dass es irgendetwas speziell mit ihnen zu tun hatte.

„Und die andere Hälfte der Preventers," fuhr Duo fort und ließ bedrückt die Schultern hängen, „ist immer noch auf der Suche nach mir."

„Duo..." begann Heero, wurde jedoch von Duo unterbrochen.

„Vielleicht sollte ich mich stellen."

„Was?" Heero richtete sich auf und starrte Duo entsetzt an. „Das wirst du nicht!"

„Warum nicht?" Duo zuckte mit den Schultern und warf Heero einen hoffnungslosen Blick zu. „Offenbar denkt die halbe Welt dass ich der Attentäter bin..."

„Aber du bist es nicht!" sagte Heero äußerst bestimmt. Er packte Duo an den Schultern und zwang den Langhaarigen ihn direkt anzusehen. Er wusste zwar nicht warum Duos Stimmung auf einmal so pessimistisch, ja beinahe depressiv war, aber er würde es nicht zulassen dass der Langhaarige darin versank.

„Duo, hör mir zu," sagte Heero und sah Duo tief in die Augen. „Wenn du dich jetzt 'stellst', dann bewirkst du überhaupt nichts damit. Außer dass die Preventers dann vielleicht damit zufrieden sind den 'Täter' geschnappt zu haben und so den wahren Schuldigen entkommen lassen."

Duo warf Heero einen überraschten Blick zu, so als wäre er selbst noch nicht auf diese Idee gekommen.

„Außerdem bist du auch ein Opfer," fuhr Heero fort. „Im Moment weiß der Attentäter nicht wo du bist, also bist du in Sicherheit. Und ich werde garantiert nicht zulassen dass du dich in Gefahr begibst indem du dich diesen Idioten bei den Preventers auslieferst! Hast du verstanden?"

Duo starrte ihn aus riesigen Augen beinahe perplex an und nickte leicht.

„Ich hab dir versprochen dass wir das in Ordnung bringen," sagte Heero ernst. „Und ich halte meine Versprechen, genau wie du. Wir finden diesen Kerl, du wirst sehen. Ok?"

Duo nickte wieder leicht, die Augen noch immer erstaunt weit aufgerissen und sagte mit kleiner Stimme, „Ok."

„Gut." Heero nickte bestimmt und ließ Duo wieder los. „Dann zeig mir jetzt was es für Fortschritte gab und vielleicht wissen wir dann schon mehr."

Mit einem kleinen Lächeln kam Duo Heeros Forderung nach und gemeinsam beugten sie sich über die Akten.

--

Am nächsten Morgen machten sie sich wie gewohnt auf den Weg zur Arbeit. Nicht dass einer der beiden wirklich Lust dazu hatte, aber noch mussten sie möglichst unauffällig bleiben und das bedeutete pünktlich im Lagerhaus zu erscheinen. Oder Barnes würde ihnen das Fell über die Ohren ziehen.

Heero trottete stumm neben Duo her und ließ seine Gedanken wandern. Das Aktenwälzen am Vortag hatte sie nicht wirklich weiter gebracht. Die Preventers hatten kaum neue Erkenntnisse geschöpft in der Zeit seit sie mit den Untersuchungen begonnen hatten. Und da Heero und Duo sich mit Informationen aus zweiter oder sogar dritter Hand zufrieden geben mussten – keiner der beiden hatte schließlich die Möglichkeit loszuziehen und Leute direkt zu befragen – kamen sie nicht voran.

Heero musste zugeben dass ihn die Situation frustrierte. Er war einfach nicht der Typ der sich ruhig in eine Ecke setzte, die Hände in den Schoß legte und abwartete, was da auf ihn zukam. Nein, er zog es vor ein Problem anzugehen und es dann so schnell wie möglich zu lösen. Aktion war seine Stärke.

Und auch Duo war nicht gerade der zurückhaltende Typ. Sie beide waren am Vorabend wie zwei gefangene Tiger im Käfig auf und abgewandert. Heero hatte an Duos angespannter Körperhaltung gemerkt dass der Langhaarige am liebsten losgezogen wäre um etwas – egal was! – zu tun. Die Untätigkeit würde sie beide mit der Zeit sicherlich in den Wahnsinn treiben, da war Heero sich sicher.

„Heero!" sagte Duo auf einmal und riss Heero damit aus seinen Gedanken. „Hörst du das? Da muss irgendwas passiert sein!"

Heero horchte auf. Tatsächlich, irgendwo in der Nähe konnte er Sirenen hören und die lauten Rufe von aufgebrachten Menschen. Heero beschleunigte die Schritte um zu Duo aufzuholen der schon voraus geeilt war.

Als sie noch einen halben Block vom Lagerhaus entfernt waren konnte Heero endlich erkennen was da los war. Eigentlich wunderte er sich wieso es ihm nicht schon früher aufgefallen war. Über der gesamten Straße hing eine schwere, schwarze Rauchwolke, das Blaulicht der Feuerwehr blitzte hindurch und Feuerwehrmänner liefen aufgeregt durcheinander.

„Oh mein Gott!" rief Duo und wollte schon losstürmen – um zu helfen, zu erfahren was da los war oder beides. Heero konnte ihn gerade noch am Handgelenk packen und zurückhalten.

„Hey!" rief Duo und blickte stirnrunzelnd über seine Schulter zu Heero zurück. „Was soll das? Lass mich los, ich muss wissen was da los ist! Das ist unser Lagerhaus!"

„Ich weiß," erwiderte Heero. „Aber du kannst da nicht rübergehen."

„Und warum nicht?" Duos Augen begannen gefährlich zu blitzen und Heero beeilte sich zu antworten.

„Weil dort drüben auch Polizei ist." Er deutete auf die Polizisten die zunächst unter all den Feuerwehrmännern gar nicht aufgefallen waren. „Hast du schon vergessen? Die Preventers sind auf der Suche nach dir, und sie haben mit Sicherheit dein Fahndungsbild auch an die Polizei weitergegeben. Und du bist leider viel zu leicht zu erkennen." Heero zog leicht an Duos Zopf und ließ ihn dann wieder auf den Rücken des Langhaarigen zurückfallen.

Duo starrte Heero betroffen an. „Du hast Recht," sagte er. „Verdammt. Wie sollen wir dann rausfinden was da los ist?"

„Ich geh rüber," sagte Heero. „Ich werde nicht gesucht, und da ich mich in den letzten Monaten ziemlich bedeckt gehalten habe sollte sich inzwischen auch keiner mehr an mein Gesicht erinnern." Mit Schaudern dachte Heero daran zurück wie sie alle gleich nach Ende des Krieges von Reportern geradezu überfallen worden waren. Das war etwas was er nicht wirklich wiederholen wollte.

„Aber..."

„Duo," unterbrach Heero ihn und sah ihm ernst ins Gesicht. „Versprich mir dass du hier bleibst und auf mich wartest. Versprich mir dass du dich nicht anschleichen wirst um auf eigene Faust herauszufinden was passiert ist. Bitte."

Duo schob die Unterlippe vor und schmollte, doch als er bemerkte dass Heero es ernst meinte sagte er schließlich, „Na schön."

Heero blickte Duo weiterhin geduldig an und rührte sich nicht vom Fleck.

Nach einer Weile seufzte Duo tief und sagte, „Ich verspreche dass ich hier auf dich warten und mich nicht vom Fleck rühren werde. Zufrieden?"

Heero lächelte leicht. „Ja. Danke."

Duo zuckte beinahe verlegen mit den Schultern. „Schon gut. Geh schon und finde raus was los ist."

Heero nickte, wartete bis Duo einen Schritt in die kleine Gasse neben dem Häuserblock machte, dann drehte er sich um und ging die Straße entlang auf das Lagerhaus und das Chaos davor zu.

Eine ganze Weile stand Heero nur am Rand des Geschehens und beobachtete stumm. So wie es aussah hatte das Lagerhaus gebrannt – oder brannte teilweise wohl noch wenn man von den Feuerwehrmännern ausging die noch immer mit Schläuchen auf den Schultern geschäftig dort ein- und ausgingen. Dann entdeckte er seinen Chef Barnes ein gutes Stück näher bei den Feuerwehrautos und entschloss sich ein paar Fragen zu stellen.

„Hey Barnes," grüßte Heero den Mann als er heran war.

Barnes drehte sich um und sah Heero flüchtig an, bevor er sich wieder zurück zum Lagerhaus drehte und den Rauch grimmig betrachtete. „Yuy," antwortete er auf Heeros Gruß.

„Was ist da los?" fragte Heero.

„Es brennt," beantwortete Barnes die Frage ohne sich umzudrehen.

Heero rollte kurz mit den Augen. Das konnte er selbst sehen. „Weiß man schon warum?" hakte er deshalb nach.

„Nein," Barnes schüttelte den Kopf. „Aber soll ich dir was sagen?" Nun drehte Barnes sich doch um und sah Heero an. „Es wundert mich nicht wirklich."

„Tatsächlich?" Heero zog eine Augenbraue fragend hoch.

Barnes nickte grimmig. „Ich hab dem Besitzer wieder und wieder gesagt dass die Sicherheitsvorrichtungen da drin völlig veraltet und zum großen Teil nicht funktionsfähig sind. Aber hat er was dagegen gemacht? Nein, natürlich nicht, das würde ja Geld kosten." Barnes schüttelte den Kopf. „Der Mistkerl kann froh sein dass das Feuer ausgebrochen ist als grad keiner drin war – war ein verdammtes Glück, das sag ich dir."

„Hn," machte Heero nachdenklich. Dann fügte er hinzu, „Wann können wir wieder da drin arbeiten?"

Barnes schnaubte abfällig. „Nicht so bald könnt ich mir vorstellen. Ich hab keine Ahnung wie lang die Untersuchungen der Feuerwehr dauern werden und ob der Besitzer das Lagerhaus dann überhaupt wieder aufbauen wird." Barnes sah Heero wieder ernst an. „Tut mir echt leid, vor allem für alle die hier gearbeitet haben. Ich weiß dass viele den Job brauchen. Ich werd tun was ich kann damit der Besitzer das Lagerhaus nicht stilllegt, aber ich kann nichts versprechen."

„Hn," machte Heero wieder und zuckte mit den Schultern. Möglich dass es für die anderen Lagerarbeiter schlecht aussah, aber weder er noch Duo waren des Geldes wegen auf diesen Job angewiesen. Ehrlich gesagt würde es Heero gar nichts ausmachen wenn er die nächsten Wochen nicht jeden Tag früh aufstehen und dann harte körperliche Arbeit verrichten müsste. Er hatte genügend andere Dinge über die er sich Sorgen machte.

In diesem Moment kam einer der Feuerwehrmänner aus dem Gebäude, nahm seinen Helm ab und ging direkt auf Barnes zu.

„Mr. Barnes," sagte der Feuerwehrmann und winkte einen der höherrangigen Polizisten in Zivil herbei. Heero machte einen Schritt zurück um sich im Hintergrund zu halten – er wollte zwar wissen was der Feuerwehrhauptmann zu sagen hatte, aber trotzdem nicht auffallen.

„Es sieht nicht gut aus," fuhr der Feuerwehrmann fort als der Polizist heran war. „Das Feuer ist aus und wir haben uns schon einen ersten Überblick verschafft. Ohne eingehenden Untersuchungen kann ich es zwar nicht hundertprozentig sicher sagen, aber für mich sieht das aus wie Brandstiftung."

Barnes fing lang und lautstark an zu fluchen. Der Polizist hörte Barnes mit leicht geneigtem Kopf zu, dann fragte er, „Haben Sie eine Ahnung wer das getan haben könnte? Irgendwelche Störenfriede, Leute die unzufrieden waren?"

Barnes zögerte einen langen Moment, dann seufzte er. „Ich hab gestern einen meiner Männer entlassen müssen. War unzuverlässig und hat zu viele Unfälle verursacht. Erst gestern hat er beinahe einen der anderen Männer schwer verletzt weil er eine Kiste nicht ordnungsgemäß befestigt hatte. Er war ganz schön angepisst – entschuldigen Sie den Ausdruck."

Der Polizist nickte. „Hat er irgendwelche Drohungen ausgestoßen? Was genau hat er gesagt? Ich brauche seinen Namen und seine Adresse."

Barnes zögerte erneut. „Hören Sie Inspektor..."

„Jones," warf der Inspektor ein.

„Inspektor Jones," nickte Barnes dankend. „Das hier passt nicht zu Müller. Er hat zwar eine große Klappe und gibt viel von sich wenn der Tag lang ist, aber ich kann mir nich vorstellen dass er so was tut. Das ist nur Gerede aber nichts dahinter."

„Ich muss trotzdem mit diesem Müller reden," fuhr der Inspektor fort.

Heero wandte sich ab. Er hatte genug gehört. Schnell aber unauffällig machte er sich auf den Weg zurück zu Duo. Dort angekommen packte der Langhaarige ihn an der Jacke kaum das er an der kleinen Gasse vorbeikam und zerrte ihn hinein.

„Verdammt, warum hat das so lange gedauert?" zischte Duo ärgerlich. „Also, was ist los?"

„Ging nicht schneller," entschuldigte Heero sich. „Sie vermuten Brandstiftung."

„Brandstiftung?" Duo starrte Heero verblüfft an. „Aber warum sollte jemand das Lagerhaus absichtlich anzünden? Ich kann mir nicht vorstellen dass man für das heruntergekommene Ding noch viel von der Versicherung kassieren kann."

Heero zuckte mit den Schultern. „Denk ich auch nicht. Bis jetzt vermuten sie dass Müller der Schuldige ist."

„Müller?" Duo blinzelte ein paar Mal.

Heero nickte. „Ja, der den Barnes gestern wegen der Sache mit der Kiste entlassen hat. Anscheinend war der Typ so richtig sauer."

„Oh," machte Duo. „Hm. Ist jemand verletzt worden?"

„Nein," schüttelte Heero den Kopf. „Nur das Lagerhaus ist verbrannt. Ich denke, die Untersuchungen werden eine ganze Zeitlang in Anspruch nehmen. Und Barnes weiß auch nicht ob der Besitzer es wieder aufbauen lassen will. Ich fürchte wir sind damit arbeitslos."

Duo zuckte mit den Schultern. „Was soll's. So toll war der Job auch nicht. Und es ist auch nicht so als würden wir das Geld brauchen. Eigentlich ist das ganz gut, so können wir uns mehr auf die Sache mit dem Attentäter konzentrieren. Vielleicht kommen wir dann endlich mal voran."

Heero nickte und gemeinsam machten sie sich auf den Rückweg zu Duos Appartement.