Kapitel 13 – Showdown auf Okaron

Leia betrachtete Thrawns Gesicht, als müsse sie sich jede Einzelheit genauestens einprägen, während ihre Hand langsam durch dichtes, schwarz-blaues Haar strich. Plötzlich öffnete er die Augen und sah sie an.

„Guten Morgen."

Er schloss noch einmal kurz die Augen, setzte sich auf und sah sich orientierend um.

„Leia? Oh…"

Thrawns Verwirrung löste sich allmählich auf, als die Schläfrigkeit und die Orientierungslosigkeit abnahmen und sein Geist von der üblichen Eiseskälte seines messerscharfen Verstandes gereinigt wurde. Er konnte immer noch kaum glauben, was sich gestern Nacht abgespielt hatte. Es war nicht Teil seines Plans gewesen. Er hatte die Beherrschung verloren. Das erste Mal seit langer Zeit, und so war er kaum fähig, sich selbst einzugestehen, dass er es gewollt hatte… dass sein Körper nach ihrer Berührung geschrieen hatte und noch immer nach ihr brannte.

Schwäche war alles, was Leia in seinen Augen erkennen konnte. Er bereute also, was zwischen ihnen vorgefallen war. Natürlich tat er das. Sie schloss sie Augen.

„Das hier wird keine Zukunft haben, Leia."

Langsam setzte sich sie auf, verhüllte sich so gut es ging mit der Bettdecke und fuhr sich mit der rechten Hand durch das lange, braune Haar. Ihre Wangen waren gerötet und dann schien sie eine Entscheidung zu fällen.

„Es tut mir leid…", begann sie leise. Wenn Thrawn es wollte, dann würde sie alles vergessen, sie würde ihn nie wieder berühren… und ihn nie wieder sehen, wenn sie diese Sklaven-Mine erst einmal verlassen hatten… alleine der Gedanke daran schnürte ihr unweigerlich die Kehle zu, aber die Furcht davor, Thrawn noch mehr von sich zu distanzieren, indem sie auf etwas bestand, wozu er nicht fähig war, war stärker als die Sehnsucht und der Schmerz. Liebe hieß, verzichten zu müssen und vielleicht war es jetzt an der Zeit auf Thrawn zu verzichten…

„Ich…" Leia wurde rot und wand sich unbehaglich in dem viel zu kleinen Bett. Was gab es zu sagen? Peinlich berührt presste sie erneut die Lippen zusammen und schwieg.

Thrawn entließ hörbar die Luft, von der er nicht wusste, dass er sie gehalten hatte.

Tu' was und erlöse sie endlich aus ihrer Pein! Es gehören schließlich immer zwei zu so einer Partie!

„Schon gut." Vorsichtig griff er unter der Decke nach ihrer Gestalt und zog sie behutsam in seine Arme. „Es ist nicht deine Schuld. Und es ist nichts, wofür wir uns schämen müssten", erklärte er leise und küsste sie beruhigend auf die Stirn. „Es ist nur…"

„Sag' es nicht. Bitte."

„Wie du willst." Er schob sie sanft von sich. Es war Zeit zu gehen. Nicht mehr lange bis die Yuuzhan Vong sie erneut zur Arbeit abkommandieren würden.

„Wir sollten uns fertig machen."

§§§

Leia schlug auf die Wand vor sich ein. Langsam verstand sie, wie sie welche Mittel einsetzen müsste, um das gewünschte Resultat zu erreichen. Der Blick huschte zu Thrawn. Seit ihrer schamvollen Konversation am Morgen, hatten sie kaum ein Wort miteinander gewechselt.

„Du!" Leia wirbelte erschrocken herum. Wo war diese Wache hergekommen? War sie denn wirklich so in ihren Gedanken verloren gewesen?

„Du kommst mit. Der Exekutor will dich sehen."

Leia blickte in Panik zu ihrem Partner hinüber. „Warum? Was will er von mir?"

Der Yuuzhan Vong versetzte ihr einen Stromschlag mit seiner Vibrolanze. „Stell keine Fragen, Sklave! Das hier wird dir helfen, deinen Platz zu finden."

„Sie geht nirgendwo hin ohne mich", diktierte der Chiss, doch es war ein leeres Versprechen. Ein weiterer Vong beförderte den Großadmiral mit zwei Schlägen mühelos auf den harten Steinboden.

„Thrawn!" Leia versuchte, sich aus dem eisernen Griff des Aliens zu befreien, doch dies stellte sich rasch als aussichtloses Unterfangen heraus. Die Yuuzhan Vong Wache lachte nur über dieses Schauspiel menschlicher Unzulänglichkeiten und zog die wehrlose Prinzessin mühelos hinter sich her.

„Han!" Leia wollte auf ihren Freund zurennen, wurde aber von der Wache am Arm zurückgehalten und prallte hart auf dessen Brustpanzer. Han sah schrecklich aus; als hätte man ihm in den letzen achtundvierzig Stunden ununterbrochenen Schmerzen zugefügt. Dann hörte sie die Stimme Sang Anors in den Steinhallen des Saales erklingen.

„Wie du siehst, Mensch, habe ich die Wahrheit gesagt. Der Prinzessin geht es gut. Nun ist es an dir, deinen Teil der Abmachung zu erfüllen." Han zögerte.

Abmachung? Welche Abmachung? Leia starrte ihren Freund verständnislos an.

„Hast du nicht verstanden, Mensch!"

„Doch. Vollkommen." Dann wirbelte er herum, entwaffnete eine der Waffen und richtete den Blaster auf den Exekutor. „Das wagst du nicht, Solo. Schließlich willst du doch die Prinzessin nicht verletzen, oder? In dem Augenblick, in dem ich sterbe, wird auch sie es tun." Er lächelte siegesbewusst und bedeutete der Wache, Leia zu ihm zu bringen.

Als diese dann direkt vor ihm stand, starrte sie nur wortlos in die toten, unmenschlichen Augen des Yuuzhan Vong. Der Exekutor jedoch grinste Leia diabolisch an.

„Es wäre wirklich zu schade um sie", erklärte er beiläufig, doch als er nach ihrem Oberarm griff, nutzte Leia die Gelegenheit und spuckte ihm direkt ins Gesicht.

„Ich habe Euch schon einmal gesagt, Ihr sollt Eure Finger von mir lassen!"

Sang Anor lachte. „Reizend." Dann riss er ihren Arm nach oben, drehte ihn ihr hinter den Rücken, brachte ein Messer hervor und hielt es ihr drohend an die Kehle.

„Du weißt, dass ich nicht zögern werde, sie zu verletzen, Mensch. Also lege die Waffe beiseite, oder sie ist des Todes!" Leia stöhnte leise auf, als Sang Anor das Messer fester an ihren Hals drückte und Blut aus der Wunde trat.

Han fluchte innerlich, legte aber langsam seinen Blaster auf den Boden; worauf die Vong-Wache ihm die Arme auf den Rücken riss, ihn grob auf den Boden drückte und ihn fesselte.

Hans Gesicht war schmerzverzerrt, als Leias Blick den seinen traf. Sodann trat Sang Anor mit einem Grinsen auf den Menschen zu seinen Füßen zu, während er Leia vor sich her stieß.

„Es war schon immer eure größte Schwäche, dass ihr euch um andere Sorgen macht, Mensch! Ich hätte wissen müssen, dass ich dir nicht trauen kann. Wie auch immer. Am Ende wird es keinen Unterschied machen – Für mich zumindest nicht." Der Exekutor schaute Leia begierig an. „Kein Wunder dass du dich für sie entschieden hast, Mensch. Wer hätte vermutet das solcher Kampfesgeist in diesem kleinen Menschenweibchen stecken würde? Sie hat keine Angst und ihre Söhne werden große Krieger werden. Vielleicht sollte ich sie doch für mich behalten, Solo. Was hältst du davon? Nachdem ich sie verschönert habe, natürlich."

Sang Anor lachte auf, als er Hans wütenden Gesichtsausdruck sah. Dann verstärkte er den Griff um Leias Oberarm und versuchte sie in Richtung Ausgang zu befördern.

„Nein, Prinzesschen, Ihr bleibt bei mir." Leia wehrte sich verzweifelt, doch Sang Anor hielt sie mit eisernem Griff fest.

Han versuchte sich trotz Fesseln aufzurichten, doch die Wache schlug ihn mit einem Blaster auf den Hinterkopf und der Corellianer fiel benommen zu Boden.

Nur kurze Zeit darauf sah Han plötzlich, wie die Wache neben ihm völlig unverhofft zu Boden ging und gefährlich Nahe aufprallte. Als er aufblickte, sah er direkt in das kantige Gesicht des Großadmirals.

„Ist alles in Ordnung, General?"

„Perfektes Timing, Thrawn. Wie sind Sie hierher gekommen?"

„Alles zu seiner Zeit, General."

Der Admiral löste Hans Fesseln und half ihm hoch. „Sang Anor hat Leia mit sich genommen."

Thrawn nickte. „Ich habe es gesehen. Er wird versuchen, auf die Oberfläche zu gelangen, um mit einer Raumfähre sein Schiff zu erreichen. Der nächste Ausgang befindet sich an der Nordseite der Mine. Hier entlang, General."

Han stürzte bereits aus dem Saal und hetzte durch mehrere Gänge. Doch er konnte keine Spur mehr von Leia entdecken. Alsdann durchquerten sie mehrere Stollen, die für Han alle gleich aussahen, bis sie endlich vor einer Tür standen.

„Na dann mal los."

Das Erste was Leia sah, als die Türen der Raumfähre sich ohne Vorwarnung öffneten, waren Han und Thrawn, die gleichzeitig das Feuer auf Sang Anors Wachen eröffneten, welche schnell zu Boden gingen. Der Exekutor war für den Augenblick zu perplex vom plötzlichen Geschehen; und Leia reagierte blitzschnell. Sie rammte ihm ihren Ellbogen in den Bauch, befreite sich aus seinem Griff und trat dem Exekutor anschließend die Waffe aus der Hand. Dieser warf sich schnell zu Boden, um dem tödlichen Schuss des Admirals zu entgehen, zog dann eine zweite Waffe aus seinem Stiefel und feuerte auf Leia, welche mit einem Schrei gegen die Shuttlewand prallte und bewusstlos liegen blieb. Entsetzt schauten die beiden Männer auf die leblose Form der Prinzessin.

„Thrawn! Geben Sie mir Deckung! Ich hole die Prinzessin!"

Der Admiral nickte und feuerte ununterbrochen auf die Konsole, hinter der sich der Vong nun versteckt hielt, während Han zu Leia rannte. Gott, lass sie nicht tot sein!

Er kniete sich neben sie und überprüfte ihren Puls. Sie lebte noch. Han zog die Prinzessin zu sich hoch, schwang sie über seine Schulter und kehrte dann zu Thrawn zurück, als bereits weitere Wachen versuchten, in die Raumfähre des Exekutors zu gelangen

Verdammt, wir müssen hier schnellstmöglich verschwinden! Thrawns Blick fiel auf Leia, welche nun friedlich auf Solos Schultern ruhte. Es war, als seien sie für einander bestimmt. Er zuckte leicht zusammen, als direkt neben seinem Kopf eine Energieladung einschlug.

Sith! Er sollte sich besser konzentrieren, anstatt eifersüchtig auf diesen besseren Wookietreiber zu sein!

Nach einigen weiteren Schusswechseln waren die Yuuzhan Vong ausgeschaltet und der Großadmiral umrundete die Konsole. Ein Schuss, ein Schrei und Exekutor Sang Anor gehörte der Vergangenheit an. (Shit happens)

„Glauben Sie, Sie können dieses Schiff fliegen, General?"

Han grinste den Chiss an. „Ich kann alles fliegen, Admiral."

The End (?)

AN:Anscheinend interessiert sich keiner für eine Thrawn-Leia Story. Das hier ist übrigens der Punkt, an dem meine Stichpunkte so gut wie aufhören. Mit anderen Worten: Ich habe keinen Schimmer, wie es weitergehen soll. Eigentlich müsste jetzt bald die finale Raumschlacht kommen und irgendwas mit Luke und Vader und dann die letzte Szene mit Leia (die habe ich schon geschrieben) Aber die anderen Sachen KANN ich nicht schreiben. Ich bräuchte noch ca. vier Kapitel und ich WILL das nicht schreiben! X-Wing Flights waren für mich immer der Tiefpunkt eines jeden Buches! Und wenn dieser Showdown schon billig war (finde ich zumindest) will ich meine Raumschlachten keinem antun.

Außerdem habe ich an der Uni gerade viel zu tun, aber vielleicht beende ich die Story mal wenn ich Langeweile habe. Macht's gut!