Das Mittagessen, war für Harry eine interessante Angelegenheit.

Während er, das mit liebe zubereitete Essen der Hauselfen kostete, und damit beschäftigt war, die glücklichen Kinder zu beobachten, war die Familie Weasley dabei, Charlie wütende Blicke zu zuwerfen, da der sich, nach seiner Aussage im Spielzimmer, zu den Kindern in den Waschraum gesellt hatte, um keine Fragen beantworten zu müssen, die nun unausweichlich auf ihn einstürmen würden.

Eigentlich hätte Charlie seiner Familie den Umstand, dass er schwul und verheiratet war, schonender beibringen wollen.

Aber Ron, mit seiner Eifersucht, war ihm gerade gelegen gekommen. Er war schliesslich schon lange am Überlegen, wie er sich bei seiner Familie Outen sollte.

Dass er seinen Mann nicht mehr verheimlichen wollte, war ihm schon lange klar geworden. Harry und Severus hatten viel dazu beigetragen. Er war sich fast sicher, dass seine Familie Jessy akzeptieren würde, schliesslich war auch die Partnerschaft von Harry und Severus akzeptiert worden.

Als sich das Essen dem Ende zu neigte, wurde Charlie langsam unruhig. Seine Gnadenfrist lief ab, als die Kinder in Begleitung der Hauselfen, den Speisesaal verliessen. Die Kleinen hielten ihren Mittagsschlaf, während die Grösseren, es sich auf ihren Zimmern, mit Schach, Hausaufgaben, oder anderen Zerstreuungen, gemütlich machten.

Auch Harry erhob sich, da er Jason versprochen hatte, sein Zimmer anzusehen und mit ihm zu spielen.

„Ron, hör Charlie gut zu. Du musst mir alles erzählen! Ich will alles wissen, auch wenn es dir peinlich sein sollte." Harry sah mit einem verschmitzten Lächeln zu Charlie, bevor er sich umdrehte und Jason seine Hand entgegen streckte.

Jason schob seine kleine Hand vertrauensvoll in Harrys, und zusammen machten sie sich auf in Jasons Zimmer.

Dieses teilte sich der Kleine mit einem Jungen namens Patrick McAllister.

Harry war positiv überrascht, wie liebevoll die Kinder ihre Zimmer gestalten durften. Jede Seite des Zimmers war anders dekoriert. Ganz nach dem Geschmack der Jungen.

Während Patricks Seite voll mit Planeten, Gestirnen und Büchern über Astronomie war, herrschte bei Jason ein wildes Durcheinander von Quidditch-Postern, Schlägern und Hefte. Ein Heft über die neuesten Besen, und zu seiner grossen Überraschung, ein Bild von ihm während eines Quidditchmatchs gegen die Slytherin in seinem 5. Jahr.

„Wie bist du denn zu diesem Bild gekommen Jason?" Harry ging in die Knie, um auf Augenhöhe mit Jason zu sein.

„Das Bild hat mir Onkel Draco geschenkt, als ich es bei ihm entdeckt hatte. Er fand, dass es bei mir in guten Händen ist. Er hat gelacht, als er mir erzählte, dass es für ihn immer ein besonderer Moment gewesen war, gegen dich zu spielen."

Harry konnte dieser Aussage nur zustimmen. „Da hat Draco die Wahrheit gesagt. Auch für mich waren die Spiele gegen Slytherin immer etwas Besonderes. Es hat mir immer spass gemacht, mich mit Draco zu streiten. Du musst wissen Jason: „Draco und ich waren Gegner seit wir elf Jahre alt waren. Wir haben uns gehasst wie die Pest."

„Aber jetzt magst du Onkel Draco doch? Nicht wahr! Er ist so nett zu uns, da möchte ich ihn nicht hassen müssen."

Nach diesen Worten nahm Harry Jason näher zu sich heran und meinte: „Bitte Jason, versprich mir, dass du immer deine eigenen Entscheidungen fällst. Du musst nicht gleicher Meinung sein wie ich. Ich möchte, dass du so bleibst wie du bist, und nicht meine Ansichten übernimmst, nur weil du Angst hast, mich zu enttäuschen."

Harry sah Jason ernst in die Augen.

„Das verspreche ich dir Harry. Aber es kann sein, dass du es mir ein paar Mal sagen musst, bevor ich dir glaube. Tante Betty hat immer von mir verlangt, dass ich dasselbe sage wie sie, oder mein Onkel. Ich durfte nie eine eigene Meinung zu irgendwas haben.

Aber ich werde mich bemühen."

„Das weiss ich Jason. Aber egal wie gut oder schlecht es dir gelingt, du hast hier immer ein Zuhause. Verstehst du das? Auch wenn du einmal streitest, oder etwas anstellst. Niemand wird dir hier etwas antun."

Und als Harry sah wie ein verschmitztes Lächeln über Patricks Gesicht ging, sah er beide streng an. Jedenfalls so streng wie er es vermochte!

„Was nicht heisst, dass ihr nicht bestraft werden könnt. Glaubt mir! Es wird euch nicht gefallen, wenn ihr eine Woche, oder länger, Küchen oder Waschdienst habt, während eure Freunde draussen spielen."

Harry musste lachen, als er beobachtete, wie sich die beiden ansahen und ihr Lächeln nur noch halb so frech war.

„So, und nun zeigt ihr mir den Park und das Quidditchfeld!"

Die drei hatten noch viel Spass zusammen. Es war für Aussenstehende schwer zu erkennen, wer von den dreien der Erwachsene war. Sie alle waren ausgelassen, fröhlich und hatten Spass, sich auf den Besen, in der Luft, so richtig auszutoben. Wobei Harry selbstverständlich seine Flugkünste, der seiner kleinen Mitflieger anpasste.

Doch auch die schönste Zeit ging einmal vorbei und Harry musste sich der Delegation aus dem Ministerium widmen, die sich für heute angemeldet hatte, um die Waisenhäuser zu inspizieren.

Als es Zeit war Minister Fudge zu empfangen, der sich zusammen mit Dolores Umbridge seiner Untersekretärin, für drei Uhr nachmittags, angemeldet hatte, war Harry bereit.

Pünktlich, wurden sie von Harry in Empfang genommen.

„Minister Fudge, Miss Umbridge! Es ist mir, wie immer eine Freude, sie begrüssen zu dürfen!"

„Nicht übertreiben Harry!", wurde er von Charlie flüsternd davon abgehalten zu dick aufzutragen.

Dieser war an Harrys Seite, sobald die Sicherheit des Hauses verlassen werden musste. Das hatte er Severus versprochen.

Dolores Umbridge schien bemerkt zu haben, dass Harrys Begrüssung nicht ganz ernst gemeint war, denn ihr Gesichtsausdruck wechselte sehr schnell ins säuerliche.

Minister Fudge hingegen, war zu sehr Politiker, als das er sich seine Verärgerung anmerken lassen würde.

„Mister Potter, wie schön sie wieder gesund und munter zu sehen. Ich habe gehört, es ging ihnen in letzter Zeit nicht gut. Arthur war richtiggehend besorgt um sie."

„Ich danke ihnen, für ihre Anteilname. Es geht mir wieder ausgezeichnet.

Professor Snape hat sich wundervoll um mich gekümmert."

„Auch das haben wir gehört Mister Potter!", mischte sich Umbridge in die Unterhaltung ein.

„Und ich muss ihnen sagen, dass die Gerüchte die wir gehört haben, empörend sind!"

Charlie musste sich ein Lachen verkneifen, als er Harry ansah, der mit dem Ernst der Lage, zu kämpfen hatte. Schliesslich waren Fudge und Umbridge, noch am längeren Hebel und sie konnten Harry viel Ärger bereiten. Es hiess also Vorsicht walten zu lassen.

„Meine Liebe Dolores, ich bin sicher, dass die Gerüchte genau das sind, nämlich Gerüchte. Unser lieber Mister Potter hat sicherlich genug mit den Waisenhäusern zu tun, als dass er sich auf eine Liaison, mit einem umso viele Jahre älteren Mann, einlassen würde."

Fudge war schon immer ein Diplomat, und dank seiner Intervention, beliess es Umbridge dabei, Harry böse anzufunkeln.

„Sehen wir uns doch nun die Waisenhäuser an."

Die Untersekretärin rauschte mit ihren pinken Schuhen und ihren pinken Kleidern davon, um sich von Molly, die zur Rettung erschienen war, das Potter Waisenhaus für Kinder bis zum achten Lebensjahr, zeigen zu lassen.

„Wie sie sehen, ist das Manor in verschiedene Bereiche eingeteilt. Oben befinden sich die Zimmer. Im ersten Stock, die der ganz Kleinen, die noch auf die Betreuung einer Nanny angewiesen sind.

Im zweiten Stock befindet sich auf der Nordseite der Jungenflügel und auf der Südseite der Mädchenflügel.

Hier unten befindet sich auf der Nordseite die Küche und der Speisesaal, und südlich ausgerichtet, die Schul- beziehungsweise die Spielzimmer und die Bibliothek.

Und draussen befindet sich ein überdachter Spielplatz und ein Quidditchfeld."

Molly führte die Zwei Abgeordneten mühelos durchs Manor und das mit einer Professionalität, die Harry dieser Frau nie zugetraut hätte.

Er hatte nichts anderes zu tun, als neben Minister Fudge zu gehen, und sich dessen Fragen anzunehmen, die sehr viel freundlicher gehalten waren, als diejenigen, die Umbridge Molly stellte.

Man merkte der Untersekretärin an, dass sie nach Fehlern suchte, während Fudge versuchte seinen Goldjungen wohlwollend zu stimmen, egal, ob er persönlich eine Abneigung gegen diesen hegte.

Einen Harry Potter wollte man nicht zum Feind. Der Potter hatte zu viel Einfluss auf die Bürger, und die sollten in einem halben Jahr, den Minister neu, oder eben, wie er hoffte in seinem Fall, wiederwählen.

Fudge erwartete, mit Harrys Hilfe, Pluspunkte bei den Wählern zu erlangen. Im Gegenzug, würde er die Betreibung der Waisenhäuser erlauben.

„Ich denke Dolores, wir haben im Manor genug gesehen. Wir sollten uns in Richtung Grimmauldplatz machen, damit wir uns auch dort einen Überblick über den Zustand machen können."

Auch wenn es Umbridge nicht Recht war, musste sie doch zugeben, dass dieses Waisenhaus eines der schönsten war, welches sie jemals betreten hatte. Man sah in jedem Winkel dieses Hauses, dass Harry keine Kosten gescheut hatte, um das Haus in vollem Glanz erstrahlen zu lassen, damit es für die Kinder ein wunderschönes Zuhause wurde.

„Sie haben wie immer Recht Minister! Ich bin mir sicher, dass sich Mister Potter auch beim zweiten Haus keine Blösse geben wird.

Apparieren wir, oder nehmen wir einen Portschlüssel?"

„Weder noch Misses Umbridge!" Charlie reichte ihr galant den rechten Arm. „Wir haben beide Häuser mit einem internen Flohnetzwerk verbunden, so dass wir in Rekordtempo drüben sein können und umgekehrt. So ist die Sicherheit der Kinder auf beiden Seiten gewährleistet."

„Wie mir scheint, haben sie an alles gedacht Mister Potter!" Fudge klopfte Harry anerkennend auf die Schulter. „Sie können wirklich stolz auf ihr Schaffen sein. Nicht viele Zauberer würden dies für die Kinder ihrer Feinde tun."

„Die Kinder sind nicht meine Feinde", meinte Harry leise. „Und ohne die Hilfe ganz vieler Menschen, die auch so denken wie ich, wäre dies alles hier, nicht möglich."

Mit einer schwenkenden Handbewegung, zeigte Harry über sein Manor.

„Natürlich Mister Potter, ich wollte sie nicht beleidigen. Ich wollte nur den Zustand loben, den sie hier geschaffen haben. Freund und Feind auf engstem Raum vereint, so dass die Kids aus den Fehlern ihrer Eltern lernen, und wir auch in Zukunft den hart umkämpften Frieden waren können."

„Die meisten dieser Kinder haben ihre Eltern geliebt Minister. Sie sind zu jung, um zu verstehen, wie politisch fehlgeleitet, ihre Eltern waren. Die Eltern liebten die Kinder und die Kinder liebten die Eltern."

Harry versuchte wirklich alles, um die verborten Einstellungen der Menschen zu ändern, aber egal wie sehr er es auch versuchte, die ältere Generation von Zaubern, sah diese Kinder als Bedrohung. Dennoch, Harry gab nicht auf.

„Ihre Eltern sind tot, und die Kleinen weinen um sie. Verstehen sie, wie wichtig das für die Kids ist", und als Fudge nichts dazu sagte, fuhr Harry in seiner Rede fort.

„Ich will, dass sie trauern dürfen. Sie sollen sich nicht schämen, oder ihre Eltern verleugnen müssen. Sie sollen den Schmerz überwinden und hier ein neues Zuhause finden. Ein Zuhause, dass sie auf ihr Erwachsenenleben vorbereitet, ohne die Vorurteile, die sie, und viele andere, ihnen entgegen bringen."

Charlie sah sich Harry genau von der Seite an. Man merkte diesem an, dass ihn das Gespräch mit dem Minister mitgenommen hatte.

„Mom, geh doch bitte schon mit Mistress Umbridge und Minister Fudge vor. Ich habe noch ein paar Dinge mit Harry zu besprechen."

Molly nickte, da sie sah, dass Harry etwas beschäftigte.

„Hier entlang bitte! Der Kamin ist gleich da vorne."

Während Charlie zusah, wie die drei, einer nach dem andern in den Flammen verschwand, legte er Harry eine Hand auf die rechte Schulter.

„Was ist los Harry?"

Dieser schüttelte nur den Kopf, seufzte und meinte: „ Ich kann einfach nicht verstehen, dass Fudge in diesen Kindern den Feind sieht. Ich meine, es sind Kinder verdammt noch mal. Sie sind unschuldig!"

„Ich weiss das, und alle die dir wichtig sind, wissen es auch. Der Rest, da bin ich mir sicher, wirst du auch noch davon überzeugen können. Also gib nicht so leicht auf.

Das Lachen, und die Freude der Kinder, wird nach und nach die Pessimisten davon überzeugen, dass diese Kinder das Recht auf ein unbeschwertes Leben haben."

„Ich weiss Charlie! Es fällt mir nur so verdammt schwer, nett zu diesem schleimigen Windbeutel, der sich Minister nennt, zu sein. Ich meine, wo war er während der Schlacht. Warum haben wir ihn nicht gesehen, als wir die vielen Toten und Verletzten geborgen haben. Und warum tut er jetzt so, als ob ihn die Menschen interessieren?

Wir wissen doch alle, das der einzige Mensch, den Fudge interessiert, Fudge selbst ist."

Charlie seufzte und wuschelte Harry durch die Haare.

„Ich weiss Harry, das nennt man Politik. Er ist nett zu dir, weil die Wahlen anstehen, und er sich damit einen Vorteil erhofft."

„Und da kommt er mit Umbridge an?" Harry konnte es kaum glauben. „Ist ihm nicht bewusst, was diese Frau uns in unserem fünften Schuljahr alles antat?"

„Ich denke nicht, dass Fudge auch nur die Hälfte davon weiss Harry. Dad arbeitet im Ministerium und hat schon mehrmals mitbekommen, wie Umbridge immer wieder versucht hat, die Angestellten zu manipulieren und zu erpressen."

„Diese Frau wird einmal für ihr Verhalten zahlen müssen. Daran glaube ich ganz fest. Sie wird leiden müssen, weil sie so viel Leid den Menschen bringt. Sie ist eine schlechte Frau, und ich kann nicht glauben, dass sie so eine hohe Position im Ministerium einnimmt, ohne dass jemand Misstrauisch wird, was ihre Machenschaften betreffen."

„Da magst du Recht haben Harry. Wie immer, werden die Beweise fehlen.

Aber wenn es dir wieder besser geht, sollten wir den anderen folgen. Mom wird sich sonst etwas verloren vorkommen."

Charlies Sorge war jedoch unbegründet.

Lucius und Narzissa Malfoy waren geübt darin, mit Politikern diplomatisch umzugehen.

Molly sass gemütlich bei einer Tasse Kaffee in der Küche, als Harry durch den Kamin kam.

Er vertrug das Flohen heute nicht gut und war ganz blass im Gesicht, als er in die Knie ging.

Keuchend, die Augen geschlossen, versuchte Harry gegen die Übelkeit anzukommen, die Schubweise durch seinen Körper schoss und ihn an den Rand einer Ohnmacht brachte.

Doch dann war auch schon Charlie da, der ihm vorsichtig auf die Beine half und ihn stützte, bis Harrys Schwindel nachliess.

„Geht's wieder Harry? Komm, setz dich lieber an den Tisch."

Er half Harry sich hinzusetzen, während Molly ihm eine heisse Tasse Kräutertee hinschob.

„Hier, Trink ihn, solange er noch heiss ist. Er hilft gegen die Übelkeit."

Lucius und Narzissa traten zusammen mit den Gästen in die Küche.

„Und hier, befindet sich die Küche." Narzissa schwenkte die rechte Hand gebieterisch hin und her.

„Die Hauselfen sind darum bemüht, dreimal täglich eine gesunde Mahlzeit auf den Tisch zu bringen."

„Wie werden die älteren Kinder dann Unterrichtet?" Umbridge wollte nun wirklich alles wissen.

Lucius, der an einigen Tagen der Woche, den Unterricht leitete, gab die Antwort.

„Die Kinder bekommen an vier Tagen pro Woche allgemein Unterricht, und einen Tag in der Woche bereiten wir sie auf Hogwarts vor. Sie lernen viel über die Muggelwelt, aber auch viel über die Zauberwelt. Dinge, die nicht in einem Lehrbuch stehen, sondern die Unterschiede aufzeigt, die beide Seiten so vielfältig macht."

„Sollen so die schwarzmagischen Fähigkeiten aus den Kindern herausgetrieben werden?"

Umbridge konnte es einfach nicht lassen, weiter ihren Standpunkt aufzuzeigen.

Harry, der sich wieder etwas erholt hatte, merkte wie die Wut aus ihm sprach, als er sich mit eisigem Blick, der unmöglichen Frau zuwandte.

„Misses Umbridge. Auch wenn ich mich wiederholen muss. Aber ich versichere ihnen, dass die Kinder hier, sowie die Kinder auf Potter Manor, weder schwarzmagische Fähigkeiten besitzen, noch ambitioniert sind, um Todesser zu werden."

Harry war immer lauter geworden, wurde aber mit einem Blick von Molly in die Schranken gewiesen, so dass er etwas ruhiger, aber dennoch mit kalten Worten weitersprach.

„Sollten sie noch einmal derartige Anschuldigungen vorbringen, sehe ich mich gezwungen, rechtlich gegen sie vorzugehen. Es ist meine Pflicht diese Kinder zu schützen. Und damit meine ich… Gegen alles Böse auf dieser Welt.

Machen sie sich mich nicht zu ihrem Feind Dolores. Ich verstehe keinen Spass, wenn es um die Kinder geht."

Minister Fudge schien zu bemerken, dass seine Untersekretärin eine Grenze überschritten hatte, und versuchte zu retten, was noch zu retten war.

„Ich bin sicher Mister Potter, Dolores hat dies nicht so gemeint. Sie ist besorgt, um das Wohlergehen der Kinder. Nur ihre Sorge, liess sie so harte Schlüsse ziehen.

Selbstverständlich denken wir nicht, dass sie hier Schwarzmagier züchten. Das wäre auch unsinnig nicht!

Harry Potter, der Retter der Zauberwelt, soll der Besitzer zweier schwarzmagischen Waisenhäuser sein! Wer würde das schon glauben!"

Er ergriff eine verdutzte Dolores, und führte sie hinaus.

„Ich denke wir haben genug gesehen Mister Potter. Wir werden ihnen unseren Abschlussbericht so schnell als möglich zukommen lassen.

Ich kann ihnen aber jetzt schon sagen, dass ihrem Projekt keine Steine mehr in den Weg gelegt werden.

Sie werden die Zulassung ohne Einschränkungen erhalten. Für beide Häuser natürlich. Ich muss ihnen sagen, ich bin erstaunt wie professionell, sie alle an diese schwierige Aufgabe herangegangen sind. Sie machen das alles wunderbar. Wirklich wunderbar."

Und mit diesen Worten rauschten der Minister und seine Untersekretärin davon.

Geschafft liess sich der Rest auf die Küchenstühle sinken.

„Uff, die zwei können einem ganz schön an die Nieren gehen." Lucius zwinkerte seiner Frau zu. „Das hast du wundervoll gemacht Liebes. Niemand wird jemals wieder an deiner Integrität zweifeln. Du hast ein Talent, welches du uns allen bislang vorenthalten hast."

Charlie, der zwar neugierig war und wissen wollte, um welches Talent es sich handelte, das Lucius so fasziniert hatte, wagte aber nicht zu fragen, als er Narzissas nächste Worte hörte.

Lächelnd sah Narzissa zu ihrem Mann. Tja, mein Lieber, unterschätze niemals die Frauen. Wir sind vielseitig begabt, auch wenn wir nicht damit hausieren gehen. Passt also lieber auf, dass ich es nicht an euch ausprobiere."

„Wahr gesprochen Narzissa!" Molly sah der Frau offen ins Gesicht. Die zwei hatten schon seit einiger Zeit bemerkt, wieviel sie gemeinsam hatten, und verstanden sich ausgezeichnet.

„So, und jetzt haben wir uns alle etwas zu trinken, und Kreachers leckere Sandwiches verdient."

Lachend wollte Harry aufstehen, um seinen Hauselfen zu rufen und das Gewünschte zu bestellen.

„Du bleibst sitzen Harry!", Lucius war schon dabei, die Anweisung zu geben, als er sich zu Harry umdrehte.

„Hast du schon in den Spiegel geschaut? Du bist immer noch grün im Gesicht. Severus würde uns nie verzeihen, liessen wir dich in dem Zustand arbeiten. Für heute reicht es. Einverstanden?"

Seufzend liess sich Harry wieder auf seinem Stuhl nieder. „Ich wäre wirklich froh, wenn ihr mich nicht alle wie ein Kleinkind behandeln würdet."

„Und damit Riskieren, dass Severus uns auf der Nase herumtanzt! Ich bitte dich Harry, nicht einmal du bist so leichtsinnig."

Charlie hatte mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen mit dieser Aussage. Alle verstanden was er meinte. Severus würde alle zur Rechenschaft ziehen, sollte Harry auch nur ein Haar gekrümmt werden.

„Molly, was hältst du davon, mich auf den Gemüsemarkt hier in der Nähe zu begleiten. Wenn ich schon mal Zeit habe, möchte ich Tracy, unsere Küchenelfe, gerne mit frischem Gemüse überraschen. Sie zaubert richtiggehend mit ihren leckeren Rezepten."

„Gerne Narzissa!" Molly war froh noch etwas an die frische Luft zu kommen. Es würde ihr helfen, am Abend richtig schlafen zu können.

„Was haltet ihr davon, wenn wir alle zusammen gehen?" Lucius war begeistert von der Idee, eine kurze, kinderlose Zeit zu verbringen. Er liebte den Trubel, den die Racker tagtäglich machten, aber die Chance auf ein paar Stunden Ruhe, war nicht zu verachten.

Auch Harry war sogleich Feuer und Flamme. Charlie, der Harry sowieso überall hin begleitete, als auch Draco, der nicht ausgeschlossen werden wollte, vervollständigten die Gruppe, die sich kurze Zeit später, zu Fuss, auf den Weg zum Gemüsemarkt machte.